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Johann Strau� - Der K�nig ohne Krone (1987) dTV - MDR - 24. Juni 2012
Walzermusik von Johann Strauss
Beschwingte Walzermusik
Walzermusik
Radetzky-Marsch erklingt.
Wien, 1900! Das Wien des Genusses, der Sinnenfreude und der Musik!
Ob im Walzertakt oder Paradeschritt!
Ein Jahr nach dem Tod von Johann Strauss:
Seine bekannteste Operette "Die Fledermaus" wird wiederaufgef�hrt.
Sein Testamentsvollstrecker ist der Kritiker Hanslick.
Er erfuhr etwas so Beunruhigendes, dass er die Auff�hrung st�rt.
Der F�rst der Kritiker! Sie kennen diese Auff�hrung doch schon.
Ich muss zu Frau Strauss.
Wenn sie da ist, dann ist sie in ihrer Loge. Oder sie ist nicht da.
Girardi, sparen Sie sich Ihre Witze! - Er hat es offenbar eilig!
Ich muss dringend zu Frau Strauss. - Kommen Sie!
Operngesang von der B�hne her
Sie war im 1. Akt noch hier! - Wir m�ssen Frau Strauss finden.
Notfalls muss die Vorstellung unterbrochen werden.
Alle sollen Frau Strauss suchen! Los! Es ist etwas Schlimmes passiert!
Was? - Ach, nichts!
Gesang von der B�hne:
"Sein sch�nes Vogelhaus, Es ist ganz nahe hier."
"Viel V�gel flattern ein und aus ..."
Sie fl�stern.
Szene endet, Beifallklatschen
Sie war auf den billigen Pl�tzen.
Von da aus sah ich ihn das erste Mal das St�ck dirigieren. Was ist los?
Ihr Schwager hat eine Biografie verfasst:
"Die Wahrheit �ber Johann Strauss"! Ein einziger Skandal!
Es wird gerade gedruckt. - Das verhindere ich.
Hanslick wartet unten auf Sie.
Rasch zum Drucker in die Porzellangasse! Schnell!
Und noch ein Glas! Auf dich, mein Bruder! Gesundheit!
Und danke f�r die liebevolle Erw�hnung in deinem Testament!
Du hast mich darin mit keinem Wort bedacht!
Werdet damit fertig noch heute Nacht!
Immer nur du! Dich haben sie alle verg�ttert.
Und ich musste tun, was du wolltest!
Doch etwas habe ich dir jetzt voraus.
Ich bin quicklebendig und du bist tot. Und jetzt bezahlst du!
Das ist meine Rache!
Schluss! Stellt die Maschinen ab! Ah, meine hochverehrte Schw�gerin!
Lass die Arbeit abbrechen! Warum?
Gibt es einen Nachtrag in seinem Testament zu meinen Gunsten?
Nein! Dann drucke ich mein Tagebuch.
Du ziehst Johanns Andenken nicht in den Schmutz!
Warum soll die Welt nicht erfahren, was f�r ein Mensch dein Mann war?
Ein Egoist! Und als Mensch ein Versager!
Ein Versager?
Johann machte dich zum ber�hmtesten Strauss-Dirigenten der Welt!
Du verdankst ihm alles. Du bist selbst ein Egoist!
Er hat es nicht f�r mich getan, sondern f�r seinen eigenen Ruhm!
Er stand mir immer im Weg. Deshalb schrieb ich das Buch.
Die Wahrheit, die du f�rchtest! Die Wahrheit f�rchte ich nicht.
Gut. Dann h�r zu! Ich lese dir eine Kostprobe daraus vor.
"Eines Abends gab ich beim Dommayer ein Konzert."
"Es war ein gro�er Erfolg! Aber nicht f�r meinen Bruder."
"Er kam und riss den Taktstock aus meiner Hand."
"Mitten im Konzert!" Nein!
Herr Hanslick wei�, warum er an dem Abend in dein Konzert ging.
Richtig! Er war nur im Dommayer, weil er sich um deine Gesundheit sorgte.
(Hanslick) Er hat dich geliebt, Edi! Trotz allem! Er konnte nicht anders.
Er liebte alle Menschen. Und ganz besonders die Frauen!
Walzermusik von drinnen
Ich dachte, Sie arbeiten heute zu Hause.
Bei Jetty? Meine Frau ist eifers�chtig auf meine Arbeit.
Wie geht es meinem Bruder, Steidel? Es geht ihm gut. Keine Sorge!
Er hat heute schwer gehustet. Keine Sorge!
Gut. Und Jetty muss wirklich nicht auf meine Arbeit eifers�chtig sein.
Wer ist dieses entz�ckende Gesch�pf? Meister, H�nde weg von ihr! Bitte!
Warum?
Sie ist die Braut eines russischen Generals.
Wo ist er? Er begleitet den Zaren zum Kaiser.
Ich muss mit ihr bekannt werden.
Beifallklatschen
Da ist Schani! Schani! - Schani! Schani! Schani!
Schani! Schani! Schani! - Schani!
Schani! Schani! - Benimm dich! Du wirst eine F�rstin.
Mein neuer Walzer ist eine Huldigung an die sch�nsten Frauen der Welt.
Die Frauen von Wien! Und an alle anderen, die in Wien zu Besuch sind!
Er spielt einen heiter- beschwingten Walzer.
Olga erwartet Sie morgen Abend um sieben, Meister!
Aber hier muss mein Name stehen. Wieso steht hier "Eduard Strauss"?
Ich fahre nach Warschau. Du spielst zeitgleich beim Dommayer.
Aber das solltest du �bernehmen. Ich sollte f�r dich nach Warschau.
Ich muss selbst hin. Der Kaiser trifft dort den Zaren.
Der Kaiser muss dort meine Musik h�ren.
Ich verstehe! Aber dann verliere ich 200 Gulden.
Gut, die sollst du haben!
Danke! Es ist sowieso besser, wenn du nach Warschau f�hrst.
Strauss war 1848 an der Revolution der Wiener B�rgerwehren beteiligt.
Das hat ihm der Kaiser nie verziehen.
Stopp! Strauss und sein Orchester aus Wien!
Die P�sse sind g�ltig.
Das kann sein. Aber vielleicht sind sie nicht in Ordnung.
Du bist nicht Eduard Strauss! Ich bin Strauss!
Hier steht "Johann"! Ein Schreibfehler!
Beim Namen? Vielleicht bist du gar nicht Strauss.
Vielleicht seid ihr Musikanten. Ihr k�nnt aber auch Anarchisten sein!
Ihr wollt den Zar peng, peng! Aber das ist l�cherlich.
Wir sind Violonisten, Trompeter, Trommler. Ich mache ding, ding!
Was hei�t ding, ding? Ich zeige Ihnen die Instrumente.
Steidel! Das sind nur Ihre Lieblingsw�rste!
Alles beschlagnahmen! Alle verhaften!
Wir sind Musiker! Der Zar kennt mich von Pawlowsk.
Das kann sein oder auch nicht!
Vielleicht wollt ihr den Zaren ermorden.
Das ist Unsinn! Bring ihn zu General Abrahamowicz!
Abrahamowicz ist im Lazienki-Palast! Bringen Sie mich zu Abrahamowicz!
Ich gebe ein Konzert f�r Ihren Zaren und meinen Kaiser!
Bringt ihn zum General!
Los, vorw�rts!
Du kommst mit!
Gl�ckw�nsche von meinem Bruder, dem Zaren!
Hoch lebe unser Gastgeber und seine Braut!
(alle) Hoch sollen sie leben!
Ein Verd�chtiger, Euer Exzellenz! - Ich komme sofort!
Sie bringen ein verd�chtiges Individuum.
Sie haben einen falschen Pass. Mein Name ist Johann Strauss.
Das glaube ich nicht. Sie k�nnen nicht mal Ihren Vornamen schreiben.
Das ist der gro�e Johann Strauss! - Der Walzerk�nig aus Wien?
Richtig! Ihre Konzerte in Pawlowsk waren �berw�ltigend.
Haben Sie Ihr Orchester dabei?
Ja, Hoheit! Es wartet am Bahnhof, wo wir ohne Grund verhaftet wurden.
Ein Missverst�ndnis! Das tut mir leid, kaiserliche Hoheit!
Ein Missverst�ndnis! Ich sorge daf�r, dass sie freigelassen werden.
Ein h�bsches Verlobungsgeschenk! - Der Bahnhof liegt auf unserem Weg.
Dorthin kann er uns begleiten. Es ist mir eine Ehre!
Herr Feldmarschall! Oder sind Sie General?
Ich bin der private Sekret�r von Strauss. Kann ich zu ihm?
M�glich! Oder auch niemand kann gehen!
Wovon h�ngt das ab?
Davon, ob ihr Musikanten oder ob ihr Anarchisten seid!
Musikanten! Bei meiner Ehre!
Ehrenwort? Unsinn! Ich will Beweise! Holt eure Instrumente heraus!
Endlich! Los! Holt die Instrumente heraus!
Du spielst!
Er spielt eine Melodie.
Du spielst!
Er spielt die Melodie weiter.
Du spielst!
Die Musiker spielen nacheinander weiter.
Du spielst!
Du spielst!
Du spielst!
Du spielst!
(er lacht) Ja!
Das Orchester spielt eine beschwingte Polka.
Beschwingte Musik
Heiter-beschwingte Musik
Beschwingte Musik
Musikst�ck endet.
Bravo! Bravo! Bravo!
Ihre Musik war wundersch�n! Ich...
Ich informiere den Zaren! Er bittet Sie schon morgen zu einem Konzert!
Ein Konzert f�r Ihren Kaiser und f�r ihn!
Die Musiker stimmen ihre Instrumente.
Sie k�nnen beginnen. Aber Ihre Majest�ten?
Der Zar! Mein Kaiser!
Die Majest�ten? Ihr Kaiser l�sst sich entschuldigen.
Dringende Gesch�fte! Er will Sie nicht sehen.
Worauf warten Sie! Beginnen Sie!
Wir spielen den Revolutionsmarsch! Das gibt einen Skandal.
Den Revolutionsmarsch!
Hochverehrte Kaiserliche Hoheit! Exzellenz! Meine Damen und Herren!
Das Konzert sollte mit einem Walzer beginnen.
Kaiser Franz-Joseph gewidmet! Er hei�t Kaiserwalzer.
Doch ich �ndere unser Programm.
Wir beginnen jetzt mit dem Revolutionsmarsch von 1848!
Das Orchester spielt den Marsch.
Das St�ck klingt laut und kraftvoll.
1848 beteiligte er sich an der Revolution.
Er komponierte Barrikadenlieder, den Revolutionsmarsch!
Und er spielte mit seinem Orchester die Marseillaise.
Und jetzt provoziert er auch noch seine Majest�t!
Er summt vor sich hin.
Er entwickelt beim Summen eine neue Melodie.
Er summt weiter.
Johann summt weiter.
Ich gratuliere! Ein h�bscher Einfall! Fast genial!
Sagst du das als Kritiker? Nein, als Freund!
Als Kritiker erwarte ich Lieder zum Tanzen.
Muss alles zum Tanzen sein? Das erwartet dein Publikum.
Setzen wir uns!
Wenn man einen Traum lange genug tr�umt, wird er am Ende wahr!
Dieser Traum schon wieder! Ich kenne ihn:
Du vor dem Orchester, mit erhobenem Taktstock, die Zuschauer jubeln!
Und das in der K.-und-K.-Hofoper! Strauss, der Operettenkomponist!
Wird mein Traum wahr werden? Gen�gen dir Walzer nicht mehr?
Du weichst mir aus!
Gn�digste! Johann, ich empfehle mich. Ich muss gehen.
Ich mache alles Gesch�ftliche f�r dich.
Aber deinen Verehrerinnen antwortest du selbst.
Alle schreiben denselben Unsinn. Diese hier auch?
"In unendlicher Liebe! Olga aus Warschau!"
H�r zu... Was war zwischen dir und Olga?
Nichts! Gar nichts! Du t�uschst mich nicht mehr.
Olgas Briefe beseelen deinen Blick. Jetty, das bildest du dir ein!
Ich bilde mir schon lange nichts mehr ein.
Jetty, ich bitte dich!
Diese Briefe sind nur M�dchenschw�rmereien.
Meine wirkliche Liebe und mein Gl�ck habe ich nur hier: bei dir!
Aua! Dieses ewige Herumreisen macht mich fertig.
Pawlowsk, Warschau und jetzt Paris! Ich komme nie aus Wien heraus!
Fahre nach Paris und spiele auf der Weltausstellung!
Aber das Orchester spielt in Pawlowsk mit mir!
Wir sind ausverkauft! Weil man mich erwartet hat!
Unsinn! Was spielst du f�r die F�rstin Metternich in Paris?
Etwa deinen ber�hmten Donauwalzer? Dazu singt ein M�nnergesangsverein:
"Wiener seid froh! Oho, wieso?"
Der Walzer ist hier schon total durchgefallen!
Hundert Geigen m�ssten ihn spielen!
Ein Ballett! Wei�er T�ll!
Es muss leichtf��ig dahinschweben wie auf Donauwellen.
Orchester spielt den Donauwalzer.
Foley von der Post Morning News! Wer sind all diese Leute da?
Napoleon III. und die �sterreichische Botschafterin F�rstin Metternich.
Wer sitz hinter Jacques Offenbach? - Alexandre Dumas!
K�nnen wir Herrn Strauss kaufen?
Johann Strauss? Kaufen wie bei einer Viehversteigerung?
Nein. Es gibt ein Friedens- jubil�umskonzert in Boston.
2000 Musiker, 10.000 Chors�nger!
Wenn Strauss kommt, bauen wir eine Halle f�r 100.000 Zuschauer!
Hauptmelodie des Donau- walzers erklingt.
Musikst�ck endet.
Beifallklatschen des Publikums
Wir haben eine neue Hymne, Meister Strauss!
"Gott erhalte" geh�rt dem Kaiser!
Aber Ihr Donauwalzer macht �sterreich bekannt in aller Welt.
Danke! Aber f�r den Kaiser bleibe ich ein Stehgeiger aus der Vorstadt!
Im Jahr darauf fuhr Strauss tats�chlich nach Amerika.
Er gab in Bosten das Konzert mit 10.000 S�ngern und 2000 Musikern.
Stopp! Es tut mir leid! Keine Besucher!
Gestatten Sie! Erlauben Sie! Es tut mir leid! Keine Besucher!
Niemand darf hinein! Nicht einmal sein Freund Offenbach?
Verzeihung! Ich habe Sie nicht erkannt.
Oh, Meister! Meister, darf ich Ihnen gratulieren?
Danke, sehr freundlich! Ihr Frack sa� gut. V�llig perfekt!
Sehr charmant! Danke!
Aber die Akustik hier im Haus ist furchtbar f�r einen Musiker.
Feine Nuancen verschwinden. Nur Triviales bleibt h�rbar.
Sprechen Sie von meinem Donauwalzer? Sie d�rfen mich nicht ernst nehmen!
Ich bin nur neidisch, weil mir etwas so Sch�nes noch nie eingefallen ist!
Bitte sch�n! Danke, mein lieber Meister!
Ich sagte es Ihnen schon in Wien. Schreiben Sie endlich Operetten!
Das ist schwer. In Wien gibt es fast keine guten Librettisten.
Ich kenne die besten Librettisten der Welt.
Ich habe Streit mit den beiden.
Aber sie schrieben das beste St�ck, das Paris in den letzten Jahren sah.
"La Reveillon", eine Kom�die! "La Reveillon"!
Was hei�t das? Das ist schwer zu �bersetzen.
Ein halbdeutscher Franzose kann nicht �bersetzen!
Merken Sie sich den Titel! Ja, ich bin nicht bl�d!
"La Cendrillon" in der Comedie de Paris!
Eine Kom�die? Ja, das ist das Richtige f�r unseren Schani!
Wie hei�t das auf Deutsch? Das ist schwer zu �bersetzen.
Goldrichtig! Genau das suchen wir!
Mademoiselle, die Kutsche geh�rt Ihnen!
Monsieur, wir zerteilen die Kutsche! Gern! Wir zerteilen die Kutsche!
Boulevard Malesherbes bitte! Oh, Verzeihung!
Hat Sie das St�ck auch gelangweilt? Ja. Ich konnte nur noch fliehen.
Das Sch�nste daran ist unsere gemeinsame Flucht.
Ich bin Madame Yvonne Marchamps. Verzeihung! Ich bin Johann Strauss.
Lustig! So hei�t auch dieser Geigenspieler und Komponist!
Er gibt ein Konzert in Paris. Er gab das Konzert.
Ja: Le Figaro schrieb eine Kritik. Wie war sie?
Toll: �sterreichs Rache f�r Napoleon!
Die Presse �bertreibt! Ich bin keine Rache.
Aber Sie sind doch nicht etwa...
Sie sind... Ja. Ich bin es wirklich!
O mein Gott!
Ich zerteile eine Kutsche mit dem ber�hmten Johann Strauss!
Und ich zerteile sie mit der nettesten Pariserin.
Auf den Zufall! Auf die F�gung des Schicksals!
Warum wollten Sie sich unbedingt dieses St�ck ansehen?
Es wurde mir empfohlen von Offenbach.
Aber sagte er wirklich "La Cendrillon"?
Ich wei� es nicht genau. Er meinte die erfolgreichste Kom�die in Paris.
Das ist "La Reveillon" von Meilhac und Halevy.
Aha! Trotzdem war ich im richtigen St�ck.
Auf die Frauen!
Ich dachte, Sie waren sehr interessiert an diesem St�ck.
Das war ich.
Vorher!
Ich erz�hle Ihnen gern die Geschichte von "La Reveillon".
Eine junge Frau hat ihren Geliebten bei sich.
Nein, nicht ihren Geliebten! Ihren Bewunderer!
Und dieser Bewunderer wird verwechselt mit ihrem Ehemann.
Bitte nicht! Ich m�chte erz�hlen �ber "La Reveillon".
Er geht auf einen Ball. Unerkannt!
Und sie geht auch unerkannt auf diesen Ball.
Weil alle maskiert sind!
Er improvisiert.
Er improvisiert einen neuen Walzer.
Ein neuer Walzer?
Ist das so einfach f�r Sie? Nur, wenn ich inspiriert bin!
Soll ich Sie weiter inspirieren? Ja. Sehen Sie mir tief in die Augen!
Jetzt hole ich lieber noch ein Glas Champagner.
Nein!
Wollen Sie nicht wissen, wie es weitergeht in "La Reveillon"?
Doch! Sehr gern! O bitte nicht!
Yvonne, du bist Musik f�r mich. Musik?
Wei�t du, was jetzt kommt? Nein.
Die Coda! Und zwar in einem fr�hlichen G-Dur-Akkord!
Er spinnt das Lied kraftvoll weiter.
Moment! Ich muss nur noch einen Einsatz probieren.
So! Jetzt k�nnen wir ein bisschen verschnaufen.
Wir haben genau 116 Takte Pause!
Schatz, ich komme!
T�rklopfen
Madame, Polizei! - Einen Moment!
Was ist passiert? Polizei! Du musst gehen! Auf den Balkon!
So etwas ist mir noch nie passiert!
Was werden die Leute sagen? Schnell! Schnell!
Ihr Mann soll ins Gef�ngnis! - Mein Gott! Eine Katastrophe!
Ist dein Mann so eifers�chtig? Ja, das ist er.
Sehr eifers�chtig! Und er hat sich duelliert. Aber Duelle sind verboten.
Er hat sich duelliert? Ja. Es hat ihn erwischt.
Der Degen!
Nein, die Polizei! Er muss ins Gef�ngnis f�r eine Woche.
Er muss nur sitzen! Ja. Jetzt steht er drau�en.
Dein Mann? Nein. Ein Polizist. Er sucht ihn.
Gut, dass dein Mann nicht da ist! Das ist nicht witzig! Verstehst du?
Der Polizist wartet. Und der Mann im Schlafzimmer muss mein Mann sein.
O Gott! Mein Ehemann macht mir einen Skandal.
Er muss es nicht erfahren. Ich gehe als falscher Ehemann ins Gef�ngnis.
Du bist s��. Aber jeder sieht gleich, dass du nicht mein Mann bist. Geh!
Was f�r eine Operette!
Musik und Gesang aus der "Fledermaus"
Ja, so komisch, hahaha, ist die Sache, hahaha!
Drum verzeihen Sie, hahaha, wenn ich lache, hahahahaha!
Eins, zwei, drei, vier, f�nf, sechs, sieben, acht! Hopp, hopp, hopp...
Neun, zehn, elf, zw�lf... - Lala, lallala, lala, lalala!
Lalalala, la, lala! Lala lala!
Lied endet, Zuschauer klatschen Beifall.
Chorgesang beginnt von Neuem.
Lala, la la, lala!
Lalala!
Lalala!
Lalala!
Lalala, lalala, lalala, la!
Lala, lala!
Sto� an! Sto� an! Sto� an!
Majest�t wird anerkannt. Jubelnd wird Champagner der Erste sie genannt.
Die Majest�t wird anerkannt, rings im Land.
Jubelnd wird Champagner der Erste sie genannt.
Lied endet. Zuschauer klatschen Beifall.
Heiterer Chorgesang
Musik und Jubel aus dem Theater
Operette endet.
Beifallklatschen und Jubel
Johann! Herzlichsten Gl�ckwunsch! Danke f�r diese herrliche Rolle!
Marie! Ohne dich w�re es kein solcher Erfolg geworden.
Frivol soll ich sein! Das schreiben diese Idioten �ber mich.
Frechheit! Ich war noch nie frivol!
Was erwartest du von bornierten Kritikern?
Es ist f�r ihn skandal�s, wenn man bei der Geliebten den Frack ablegt.
Skandal�s! Das ist l�cherlich! Kritiker sind so. Beachte sie nicht!
Hauptsache, den Zuschauern gefiel es.
Die Hauptsache ist es, dass der Kaiser nicht anwesend war!
Glaubst du, er ist wichtig f�r dich?
Nur das Publikum ist wichtig. Und es verg�ttert dich!
Hoch! Strauss lebe hoch! Hoch!
Strauss lebe hoch! Strauss lebe hoch! - Er lebe hoch! Hoch lebe Strauss!
Bedrohliche Musik
Sie war mein Ein und Alles auf der Welt.
Was mache ich jetzt nur ohne meine Jetty?
Was soll ich jetzt machen? Wir sollten jetzt gehen, Schani!
Wir m�ssen zur Beerdigung p�nktlich sein.
Nein, ich kann nicht! Ich kann nicht, Edi!
Ich ertrage es einfach nicht!
Den Tod! Die Gr�ber!
Du musst zur Beerdigung gehen, Johann!
Tu du es f�r mich, Edi! Ich... Ich bitte dich!
(Edi erinnert sich) "Tu es f�r mich!" Ich tat es, wie immer!
Ich machte den Dreck, er bekam die Ehre!
(Adele) Nein, er hatte Angst vor dem Tod. Deshalb ging er nicht hin.
Und trotzdem hat er Abschied von ihr genommen. Auf seine Art!
Ich h�tte nicht gedacht, dass ihn Jettys Tod so bedr�ckt.
Er ist seit drei Wochen in Venedig und schickte nur eine Postkarte.
"Vergebt mir, aber ich kann nicht!"
Aber er muss f�r uns arbeiten. - Moment! Hier steht es!
"Johann Strauss verpflichtet sich:"
"Er muss alle theatralischen Werke Geistinger und Steiner �berlassen."
Er muss alles bei uns abliefern.
Aber ist er f�hig zu arbeiten? In seinem Zustand? Nein!
Er kommt bald zur�ck. Er muss f�hlen, wie sehr er mir fehlt.
Ich meine, wie sehr er uns fehlt.
Frau Direktor! - Was ist los?
Johann Strauss ist vorgefahren. - Schani? Wo ist er? Schani!
Marie hat er am meisten gefehlt. - Wirklich?
Ja. Eine Rolle ist neu zu besetzen: die Rolle der Frau Strauss!
Er hat es. Ich wusste es. Er bringt uns eine �berraschung.
Die Seeluft von Venedig hat Ihnen gutgetan.
Wir wussten, Sie helfen uns. Aber es ist nur ein kleines Lied.
Oh, ein Lied! Spiel es vor! - Bitte spielen Sie es uns vor!
Strauss spielt die Melodie, Marie summt dazu.
Es ist unglaublich, dass es so sch�n klingt aus dem Mund einer Frau!
Danke! Aber ich schrieb es f�r einen Tenor.
Dieses Lied war vorgesehen f�r einen Tenor?
Nein! Ich werde es singen, Schani! Dann m�sste ich die Operette �ndern.
Dann tu es! Geschrieben ist es f�r einen Tenor!
Dann schreibst du es einfach neu! Bitte! F�r mich!
Strauss spielt das Lied.
"Du sollst mir sagen ein s��es, begl�ckendes Wort."
"Sehns�chtig Klagen findet Erh�rung dort!"
Nein, das tue ich um keinen Preis! Es bleibt ein Tenorlied!
Du wagst es, mir das abzuschlagen. Ja, es bleibt ein Tenorlied!
Schani! Das bereust du! Das wird dir noch sehr leidtun!
Die Rolle von Frau Strauss wird mit einer anderen besetzt.
"Ich spiele die Unschuld vom Lande, nat�rlich in kurzem Gewande."
"Ich h�pfe ganz neckisch umher, als ob ich ein Eichk�tzchen w�re."
"Und kommt ein sauberer, junger Mann, so blinzle ich l�chelnd ihn an."
"Durch die Finger zwar nur, als ein Kind der Natur."
"Und zupfe an meinem Sch�rzenband, so f�ngt man Spatzen auf dem Land."
"Und folgt er mir, wohin ich geh, sag ich naiv: "Sie Schlimmer, Sie!"
"Ich setze mich ins Gras sodann und fang auch noch zu singen an."
"Lala, lalala, lala la! Lala, lalala, lala la!"
"Lala, lalala, lala la!"
"Lala, lalala, lala la, la, la, la, la!"
Lachen Sie, wo Sie wollen! Aber nicht in meinem Theater, Fr�ulein...
Dittrich! - Den Namen muss sich niemand merken.
Einen Moment!
Ich bin erledigt! Alles ist aus! - Nehmen Sie es nicht so tragisch!
Das muss man nicht, wenn man jung und h�bsch ist.
Gibt es noch eine Chance f�r mich?
Der Erfolg am Theater ist von vielen Dingen abh�ngig.
Sie brauchen einen Besch�tzer! - Wirklich?
Wenn Frau Geistinger nicht geschimpft h�tte, dann h�tte ich...
Es tut mir leid. Jetzt kann Ihnen nur noch einer helfen.
Ja, wer? - Der Meister selbst: Johann Strauss!
Ja.
Ich bin verzweifelt. Ich gehe ins Wasser!
Kleines Fr�ulein, tun Sie es nicht! Es w�re schade um Ihre Sch�nheit.
Ja, wirklich? Bin ich noch sch�n?
Sch�n oder nicht! Wohin wollen Sie? Ich wei� nicht, wohin!
Gegessen habe ich auch noch nichts. Kommen Sie! Begleiten Sie mich!
Zum Stadtkrug! Danke!
Wenigstens Ihren Appetit haben Sie wieder, Fr�ulein...
Angelika Dittrich. Sagen Sie einfach "Lily"! Bitte!
Lily, was haben Sie jetzt vor?
Ich habe niemanden. Ich wei� nicht einmal, wo ich heute schlafen kann.
Ich helfe Ihnen. Ober, zahlen!
Mein feiner Bruder Johann! Und auf Jettys Grab w�chst noch kein Gras.
Ich habe ein Zimmer f�r Sie bei mir zu Hause.
Ich habe ihn mir immer so vorgestellt.
Wen?
Sagen Sie es mir! Den Mann meiner Tr�ume!
Sie wollen mir nur schmeicheln!
Nein, ich meine es ernst. Der Mann soll im Leben etwas darstellen.
In der Kunst! Ein Mann, den ich bewundern kann! Ein Leben lang!
Sie �bertreiben!
Sie reden vom ganzen Leben. Vorhin hatten Sie nicht mal ein Bett.
Das ist ein G. Oh, es klingt zu hoch!
Jetzt ist es besser. He, bist du verr�ckt? Du s�ufst mein hohes C!
Ja, so klingt es wieder richtig. Komm her! Mach ein bisschen Musik!
Sie spielen eine heitere Melodie.
Bravo!
Ich muss los. Sonst kommt der Meister vor mir heim.
Sei nicht ungem�tlich! Er will heute nichts mehr von uns.
So, Lily! Gehen Sie jetzt schlafen!
Morgen fr�h sieht die Welt wieder besser aus.
Sie sind so gut zu mir. So gut!
Ich bin sehr einsam.
W�rdest du es verstehen? Ja! Das w�rdest du, Jetty!
Du hast mich immer verstanden.
Mir ist kalt!
Unsinn! Das ist nur Gerede! - Nein. Er will sie bald heiraten.
Schani ist verr�ckt geworden! - So schnell heiraten?
Der Hochzeitsmarsch erklingt.
Johann komponiert am Klavier.
Schani!
Jetzt ist Schluss f�r heute! Denk an meine Termine, Liebling!
Der Universit�tsball, der �rzteball, der Presseball, der Fiakerball!
Alle wollen neue Walzer! Du kannst nicht f�r zwei arbeiten!
St�ndig schickst du mir Leute. Zu wem soll ich nein sagen?
Sie sagen vielleicht nein zur "Nacht in Venedig". Da bin ich im Verzug.
Welche sie? Publikum, Kritiker und mein Kaiser!
Dein Kaiser! Immer dein Kaiser! Vergiss ihn doch ein Mal!
Gut! Aber wenn alle nein sagen, kann ich immer nur Walzer schreiben.
Damit verdienst du mehr als mit deinen Operetten.
Geld ist die Hauptsache f�r mich! Gut, Lily!
Ich schreibe das zu Ende. Ich hatte eine Idee.
Verzeih mir, wenn ich dich abgelenkt habe!
Das wirst du mir b��en! Ich zahle es dir heim!
Sei nicht b�se! Der Fasching ist am Aschermittwoch endlich vorbei.
Dann habe ich wieder Zeit f�r dich. Dann spielst du lieber Billard!
Jetzt unser Direktor Fritsche, die preu�ische Konkurrenz!
Konkurrenz wohl kaum? - Doch, doch!
Ich m�chte die Weltpremiere von "Eine Nacht in Venedig" in Berlin.
Ich muss Sie entt�uschen.
Ich habe die Exklusivrechte an allen Strauss-Operetten.
Die "Nacht in Venedig" hat Urauf- f�hrung im Theater an der Wien.
Aber vielleicht taugt die Operette nichts.
Meister, Sie machen Scherze!
Kommen Sie! K�mmern wir uns um die Gastgeberin!
Jetzt? Fritsche will mir die Weltur- auff�hrung vor der Nase wegschnappen.
Genau deshalb! Schani tut nichts, womit Lily nicht einverstanden ist.
Sie sollten mit ihr reden! Setzen Sie Ihren Charme ein!
Sie sieht gern zu M�nnern hinauf. Wirklich? Meinen Sie?
Kommen Sie! Ich sorge f�r die musikalische Untermalung.
Gn�dige Frau! Darf ich bitten? - Mit dem gr��ten Vergn�gen!
Eduard spielt ein ruhiges Klavierst�ck.
Lily kichert.
Sie sind sehr stark!
Lily ist widerlich!
Dich �rgert immer noch, dass sie Schani geheiratet hat.
Ich habe es mir �berlegt. Ich gehe auf die Tournee nach Amerika.
Was hast du davon?
Schani! Herr Steiner hat sich eine �berraschung einfallen lassen.
Er l�dt alle am Sonntag in den Wienerwald ein.
Das ist reizend von ihm.
(Girardi singt) Drau�en im Siever- ring bl�ht schon der Flieder.
Schani, hast du deiner Frau schon die herrliche Aussicht gezeigt?
Man sieht die Weinberge. Edi, ich gehe nie spazieren!
Richtig! Dann muss einer von uns mit Lily gehen.
Oh! Das mache ich gern.
Der Steiner ist der eine. - Danke!
Sie kichert.
Was ist mit meinem Lied im lustigen Krieg? Du hast es versprochen.
Die Melodie habe ich. Hast du einen Text? Die Librettisten haben nichts.
Sie wissen nicht wer, was oder wann? Ich habe ein Textb�chlein im Wagen.
Wenn den Herren nichts einf�llt, dann schreibe ich den Text selbst. Moment!
Hoppla! Interessant! Armer Schani!
Aber klar! Jetzt wei� ich, wie der Text sein muss!
Schani!
Freunde, spielt diese Melodie bitte! Achtung! Alle mal herh�ren!
W�hrend ihr nur Karten spielt, habe ich mir etwas ausgedacht.
Einen Text f�r die fabelhafte Melodie von unserem verehrten Strauss.
Musik setzt ein.
Nur f�r Natur hegte sie Sympathie!
Unter B�umen, s��es Tr�umen liebte Gr�fin Melanie!
Unter B�umen, s��es Tr�umen liebte Gr�fin Melanie!
Wie hat dir das gefallen, Steiner?
Fabelhaft! Das wird ein gro�er Erfolg.
Nat�rlich und lebensnah! Habe ich recht, Frau Strauss?
Ach, Schani!
Er war wundersch�n, der Blick in die Weinberge! Aber ich bin ersch�pft.
Vom Spazierengehen!
Frau Strauss ist am Ende vielleicht ein bisschen zu weit gegangen.
Der zweite Toast auf meinen lieben Bruder!
Hoch lebe Johann! Nicht Johann! Joseph, Joseph!
Aber er ist l�ngst tot. Trotzdem trinken wir auf ihn!
Joseph ist l�ngst tot. Er lebt weiter in der "Fledermaus".
In der "Fledermaus"? Die Noten stammen von ihm.
Mein Bruder Schani hat sie entdeckt und �bernommen. Gestohlen!
Ich soll seine Melodien gestohlen haben? Warum behauptest du das?
Ich w�rde so etwas niemals tun. Aber andere Menschen tun es.
Was? Was sagen andere Menschen?
Dass die Fledermausmelodien von Joseph sind!
Was?
Hier!
Hier ist er:
Josephs ganzer Nachlass! Sieh nach einer Fledermaus darin!
Dann will ich dich nicht mehr sehen. Diebe besucht man sowieso nicht.
Und bitte mich nie mehr um Geld! Jetzt verschwinde f�r immer!
Und Trumpf! Gut, Meister!
Und jetzt!
Den nehme ich mit dem K�nig. Das ist unser Stich.
Spielen Sie aus, Meister! Ich muss zuerst nachdenken.
Und Pikzehn! Nein, Meister!
Zwei F�nfer machen Zehn! Nein, Meister! Herzdame war es!
Du lausiger, kleiner Schwindler! Oh, Lily!
Schani, hast du unsere Verabredung vergessen?
"Hoffmanns Erz�hlungen" von Offenbach!
Bis dann, meine Herren! Gute Nacht!
Dem Offenbach ist Meisterhaftes gelungen. Einfach �berw�ltigend!
Habe ich recht? Ich sehe nichts und h�re nichts!
Ich habe Migr�ne und mir ist schon ganz schlecht vor Kopfweh.
Ich fahre einfach nach Hause. Aber ich darf jetzt nicht gehen.
Das w�re ein Affront. Ich nehme einen Fiaker.
Morgen Abend sehe ich mir das Ende an.
Ich verschwinde unauff�llig.
Verk�hle dich nicht! Lass dir vom Kutscher eine Decke geben!
Es tut mir leid! Sei mir nicht b�se, Schatzi!
Endlich! - Ich konnte nicht fr�her weg.
Steig ein! Schnell! Fahren Sie zu mir nach Hause, Kutscher!
Es war einmalig! Musik, S�nger, Ausstattung, modernes Gaslicht!
Aber das Sch�nste war die Musik. Ich sehe mir heute das Ende an.
Kommst du mit? Nein. Ich dirigiere heute Abend.
Dann muss ich allein ins Theater.
Es war herrlich, Steidel! Wenn ich dirigiere, dann vergesse ich alles!
Aber mit Offenbachs Musik im Ring- theater kann ich nicht mithalten.
Unsinn!
Xandl, was ist passiert? Das Ringtheater steht in Flammen.
Was? Was sagst du da?
Das Gaslicht! Der Vorgang hat Feuer gefangen.
Ich muss sofort hin! Sie haben die Zufahrten gesperrt.
Lily ist dort!
Schlimm! Es gab eine Panik! Die Leute zertrampelten sich. Tote �ber Tote!
Guten Abend!
Warum starrt ihr mich an? Wir sind gestorben vor Angst.
Sch�n, dass Sie da sind! Kerngesund! Warum soll ich nicht gesund sein?
Du hattest recht! Die Auff�hrung war sch�n. Und der gasbeleuchtete Mond!
Was ist los? Was habt ihr alle?
Das Ringtheater steht in Flammen!
Du hast offenbar die falsche Vorstellung besucht.
Frau Strau�! - Adele, geborene Deutsch, Witwe!
Angelika Strauss, geborene Dittrich! Scheidung von Tisch und Bett!
Sie bleiben sitzen!
Ein Zufall! Wir lassen uns scheiden. Steidel!
Sie auch? Ich bin hier wegen einer Erbschaft.
Seltsam! Sie hei�en auch Strau�. Ich kenne nicht alle mit dem Namen.
Oder Sie erinnern sich nicht an mich. Sagten Sie "erinnern"?
Es war vor vielen Jahren. Ich war 15.
Und Sie sagten damals "Adele" zu mir. Im Hirschenhaus in der Taborstra�e.
In der Taborstra�e! Adele! Adele Deutsch!
Ich heiratete den Bankierssohn Strau�, der unter uns wohnte.
Er las immer lateinische Verse vor. Daran erinnern Sie sich.
Aber nicht an das Galerie-Billett! Wie kann ich das wiedergutmachen?
Kapellmeister Johann Strauss! Steidel, gehen Sie bitte f�r mich!
Gern! Aber Sie m�ssen bei einer Scheidung pers�nlich anwesend sein.
Verzeihen Sie!
Sind Sie Bankier... Ist Ihr Herr Gemahl Bankier gewesen?
Dann kennen Sie das Gesch�ft. Ja.
Sie halten mich jetzt vielleicht f�r taktlos.
Aber mein Feingef�hl zeigt sich in der Kunst. Ich spiele Triangel.
Tats�chlich? Ja. Passen Sie auf!
Der Meister versteht nichts von Finanzen. Ich muss alles regeln.
Das ist schlimm.
Gehen Sie hin und wieder ins Burggartencafe?
Wieso? Wir gehen jeden Mittwoch hin.
Ich gehe nicht gern spazieren und auch nicht ins Kaffeehaus.
Sie k�nnen nicht nur arbeiten. Ein starker Kaffee tut Ihnen gut.
Hier ist Platz!
Das ist mein erster Walzer! Ich schrieb ihn mit sechs Jahren.
Sie m�ssen mir nicht �berall nachrennen!
Alte Erinnerungen! Und rein zuf�llig tragen Sie das immer bei sich.
Nur zu Verabredungen mit einem gewissen Herrn Johann Strauss.
Eine Verschw�rung!
Steidel sagte nur, dass Sie mittwochs hier immer Ihren Kaffee trinken.
Ich verstehe! Steidel!
Steidel, kommen Sie her!
Was haben Sie sich dabei gedacht?
Sie und ich verstehen nichts von Finanzen und Vertr�gen.
Wir k�nnen auch keinen Haushalt f�hren.
Deshalb k�nnten wir Frau Strau� einstellen. Ihr Mann war Bankier.
Ist mit Frau Adele alles besprochen? Nat�rlich!
Ich hasse Verabredungen im Kaffeehaus!
Wann k�nnen Sie beginnen? Jederzeit! Das bestimmen Sie.
Sind 100 Gulden im Monat zu wenig?
Steidel, Sie regeln die Details! Gut.
Sie k�nnen anfangen, wenn ich aus Berlin zur�ck bin.
Mir graust vor der Reise. Berlin?
Die Premiere von "Eine Nacht in Venedig" ist bei Fritsche in Berlin.
Das elektrische Licht ist sch�n. Das ist das einzig Sch�ne!
Sie wollten nach Berlin.
Fritsche will die Arie des Caramello vom Herzog singen lassen.
Ich sollte abreisen. Ich zweifle an der Operette.
Unsinn! Heute Abend geht alles gut! Diese Melodien sind fabelhaft.
Aber die Texte sind von Walzel und Genee.
"Nachts t�nt es im Mondschein miau!" Ein st�mperhafter Mist!
Anfang dritter Akt!
Die Dame mit dem F�cher im Rang links gibt den Einsatz.
Der Mann verteilt Karten. Gibt es eine Tombola?
Herzog Ernst von Sachsen-Coburg und Gotha �nderte sp�ter Johanns Leben.
Auf der Lagune bei Nacht wiegt mich die Gondel so sacht.
Noch schloss die Augen ich kaum, da lacht schon begl�ckend ein Traum.
Nachts sind die Katzen grau.
Nachts t�nt es z�rtlich miau!
Wenn der Mond dazu scheint, glaub ich nicht, dass treu sie es meint.
Miau!
Pfiffe und Miauen
Musik verstummt. Das Orchester beginnt von Neuem.
Nachts sind die Katzen ja grau.
Nachts t�nt es z�rtlich miau!
Nur wenn der Mond dazu scheint...
Miau! Miau! Miau! Miau!
Miau! Miau!
(ein Mann) Bravo! Bravo!
Bravo!
Musik verstummt.
Bravo! Bravo! Bravo!
Bravo! Bravo! Johann Strauss! Bravo!
Guten Tag! - Adele Strau�!
Steidel! Wo treibst du dich dauernd herum? Erwartest du jemanden?
Nein, warum? Machen Sie die Briefe auf!
Sie liegen seit Tagen herum. Lies du sie!
Ich soll sie lesen? Ja.
Ich will keine Briefe, Besucher und Zeitungen sehen!
Und Ihre Post? Tu damit, was du willst!
Ja, bitte! Ich bin froh, dass Sie da sind!
Ich wusste mir einfach keinen Rat mehr.
Der Meister muss unbedingt zur�ck nach Wien. Bitte helfen Sie mir!
Dazu bin ich da. Er liest seine Post nicht.
Rechnungen, Kritiken! Ein Brief vom Theater an der Wien: von Steiner!
Zuerst verf�hrt er die Frau des Meisters, dann schreibt er Briefe.
Er sagte, ich kann mit den Briefen tun, was ich will.
Steidel, was genau hat er gesagt?
Er sagte: "Tu damit, was du willst!" Lesen Sie ihn!
Steidel! Sagen Sie Meister Strauss, dass ich hier bin!
Sofort!
Frau Strau� ist da! Diese unversch�mte Person!
Nein, nicht diese Frau Strauss! Frau Strau�, die wir engagiert haben!
Egal! Ich will sie nicht sehen! Verstanden?
Er will Sie nicht sehen. Er ist w�tend!
Es muss etwas geschehen!
Er muss zu seinen Wienern, die ihn verg�ttern! Egal, was er schreibt!
Verzeihung! Es muss ganz einfach etwas geschehen!
Gut. Ich telegrafiere Herrn Steiner, wann wir ankommen.
Packen Sie! Wir fahren nach Wien! Warum geben Sie Steidel Befehle?
Auch als Arbeitgeber m�ssen Sie anklopfen, bevor Sie eintreten!
Und Steidel soll packen, damit wir nicht zu sp�t kommen.
�brigens: Guten Tag, Herr Strauss!
Wof�r zu sp�t? Zur Premiere im Theater an der Wien!
Ich betrete es nie wieder! Sie haben einen Vertrag!
Die Premiere ist am Neunten. H�chste Zeit zum Proben!
Und Lily st�rt uns nicht mehr. Steiner hat es versprochen.
Und Girardi macht uns neue Texte. Diese Chance ist einmalig!
Haben Sie Angst?
Wann ist die Premiere?
Am Neunten!
Bravo! Bravo! Bravo! Bravo!
Ich verspreche: Ich verlasse euch und Wien nie wieder!
Bravo! Bravo!
Zum Gl�ck holte Steidel meinen Schutzengel nach Berlin!
Auf meinen Schutzengel!
(alle) Prost!
Mein lieber Freund, Girardi! Danke f�r die neuen Texte!
Ach, wie so herrlich zu schauen, sind all die lieblichen Frauen!
Bravo!
Hier ist ein besonderes Geschenk f�r unsere zwei Librettisten.
Als Dank f�r ihre aufrichtige Tierliebe!
Nachts sind die Katzen so grau. Nachts t�nt es z�rtlich miau!
Alle lachen.
Eine f�r dich und eine f�r dich!
Das bringt sogar die Wiener Katzen zum Miauen.
Jeder schreibt mal Schund! - Ein Mal schon!
Immer enger schloss sich Johann an Adele an.
Als seine Muse f�hrte Sie ihn auf der Suche nach Neuem nach Ungarn.
Vor zwei Stunden verlie�en wir Buda- pest. Was soll ich bei diesem Jokai?
Verraten Sie es mir! Er ist ein ungarischer Poet.
Ein Patriot, den der geistig f�hrende Adel sehr ernst nimmt.
Was hei�t das f�r mich?
Er schrieb einen Roman, den Sie brauchen k�nnen.
Ein Stoff f�r eine Operette? Interessant!
Verflixt!
Was ist los, Kutscher? So ein Mist!
Sie brauchen ein Nachtquartier. Es ist zu dunkel zum Reparieren.
(ungarisch) Guten Abend!
Einen guten Abend! Gott beh�te die Herrschaften! Einen sch�nen Abend!
Wir hatten einen Unfall. Schlechte Stra�en!
Ja. Aber ohne solche gelegentliche Unf�lle k�nnen wir nicht leben.
Ihr Unfall war wirklich winzig klein.
Hauptsache, die Pferde sind gesund geblieben!
K�nnen wir hier �bernachten? Ich brauche Ihre Papiere.
Unsere Vorschriften sind sehr streng.
Nicht erlaubt sind unmoralische Sitten.
Frau Adele Strau�!
Herr Johann Strauss!
Hofkapellmeister! Dieser Strauss! Das ist eine gro�e Ehre f�r mich.
Folgen Sie mir! Ich nehme die Koffer!
Oh, so viel Ehre!
Johann Strauss!
Hier!
Das Zimmer ist frei. Es ist das beste Zimmer im ganzen Haus.
Mit Balkon!
Ich w�nsche den Herrschaften wundersch�ne Tr�ume.
Es nennt sich Hochzeitszimmer!
Ich danke dem Schicksal f�r den Unfall.
Bezahlte Steiner die sieben Prozent Tantiemen f�r die "Nacht in Venedig"?
Adele! Du wei�t, ich war schon oft verliebt.
Ich wei�!
Ich war zweimal verheiratet. Und 12-mal verlobt!
Du �bertreibst! Du hattest unz�hlige Verehrerinnen!
Ich war jung und sehr dumm.
Adele! Nein, Schani!
Ich will nicht mehr allein leben. Wir haben keine Zukunft.
Du bist noch katholisch verheiratet. Ich bin J�din!
So ein Verh�ltnis ist unm�glich.
Wir m�ssten uns st�ndig verstecken. Niemals!
Ich will unsere Liebe allen zeigen. Ich will es nicht!
Weil ich dich liebe, Schani!
Sie spielen eine heitere Melodie.
Heitere Musik
Leidenschaftliche Geigenmusik
Heitere Musik
Romantische Melodie
Heitere Melodie
Heitere Tanzmusik
Lied endet.
O Geliebter! Ich bin sehr gl�cklich!
Das ist das sch�nste Zimmer im Haus. Es nennt sich Hochzeitszimmer.
Unsere Gesetze sind sehr streng.
Nicht erlaubt sind unmoralische Sitten!
Und jetzt steh auf und fahre zu Jokai!
Muss ich jetzt gehen? Ja, du musst!
Allein!
(Jokai) Eine gro�e Liebe!
Ein Zigeunerk�nig verliebt sich in ein M�del. Eine Zigeunerin!
Aber er darf sie nicht heiraten. Hier, Meister!
F�r eine Operette schlage ich einen anderen Titel vor:
Moment! "Zigeunerbaron"!
Wie endet die Geschichte? Die zwei kriegen sich und heiraten.
Doch das unerlaubte Paar stie� auf Ablehnung der Wiener Gesellschaft.
Meine Verehrung!
Einfach unglaublich! Verzeih! Daran bin ich schuld.
K�ss die Hand, Adele! Gut, dass ich dich treffe, Schani!
Du kommst sicher als Ungl�cksbote. Nat�rlich!
Im heutigen Tagblatt wirst du b�sartig angegriffen.
Das erz�hlst du mir sicher gern! Warte ab, was er zu sagen hat!
Schon gut, Adele! Mein Bruder war schon immer nachtragend.
Ich will dich warnen: "Walzerk�nig lebt in S�nde mit einer J�din."
Das wusste ich!
Die Presse ist mir egal! Die Ansichten meiner Familie auch!
Mir nicht! Sie verunglimpfen unseren Namen.
H�r zu... Warte! Ich will dir nur eines sagen:
Wenn es zum Kampf kommt, dann helfe ich dir.
Danke!
Du musst dich nicht mehr f�r mich sch�men.
Ich heirate Adele, wenn sie mich haben will.
Das ist nicht m�glich. Es wird und es muss!
Ich bat den Kaiser darum!
Meister Strauss! F�rst Montenuovo wird Sie jetzt empfangen!
Mir ist bange! Ich habe ein schlechtes Gef�hl.
Warum? Der Kaiser mochte Strauss noch nie.
Leider ist seine Majest�t taub. Das grenzt an Majest�tsbeleidigung!
Seine Majest�t hat sich selbst beleidigt.
Er sagte, er erkennt das Kaiserlied nur daran, dass alle aufstehen.
Leider, leider!
Der Kaiser kann Ihre Bitte um Dispens beim Papst leider nicht bef�rworten.
Sie als Katholik wissen: Der Ehebund vor einem Priester ist unaufl�sbar.
Au�erdem lebt Ihre Frau Lily noch. Das ist der Grund f�r den Antrag.
Nicht nur Sie sind in so einer Situation.
Und das Schlimmste ist: Ihre Zuk�nftige ist J�din.
Setzen Sie sich! Ich muss Ihnen noch etwas sagen.
Ich sage es ganz offen, mein lieber Strauss.
Als Hoftheaterintendant kann ich Ihre Werke nicht in der Oper auff�hren.
Auch wenn der Kaiser die Oper privat finanziert!
Seine Majest�t regiert nat�rlich souver�n.
Aber die �ffentliche Meinung ist sehr wichtig.
Ich verstehe!
Es ist nicht hoff�hig, wenn man sich zu seiner Liebe bekennt!
Eine diskrete Aff�re w�re erlaubt. Man redet nicht dar�ber.
Bei allem Respekt vor dem Kaiser d�rfen Sie ihm bestellen:
"Auch wenn ich mein geliebtes Wien verlassen muss, heirate ich Adele!"
Uhr tickt.
F�r wen sind die Rosen? F�r die Komtess Larisch!
Hier! Kaufen Sie ihr ein paar neue! Danke! Das muss einen Anlass haben.
Ja, ich heirate! Ich gratuliere und habe die Ehre!
Du warst erfolgreich! Bald werden wir ein Ehepaar sein.
Geliebte Adele! Von jetzt an sollst du auf Rosen gebettet sein.
Alle sollen wissen: Der Strauss bekommt seine Strau�!
Ein Desaster! Diese Strauss-Aff�re erregt die �ffentlichkeit.
Strauss bringt die Wiener noch auf die Barrikaden.
Er tat es schon mal 1848!
Desaster! Ist das alles, was Sie sagen k�nnen?
Vielleicht l�sst Strauss die Sache. - Nein, niemals!
Ein Mal ein Revolution�r, immer ein Revolution�r!
Also gut!
Wir gehen zur Einzigen, die Strauss davon abbringen kann: Diese Frau...
Adele Strau�! - Adele Strau�! Genau!
Baron! Sie machen sich schick, l�cheln sch�n und gehen zu ihr!
Aber seien Sie streng mit ihr! - Gut!
Teure Freunde! Ihr wisst, warum ich euch hergebeten habe.
"Der Zigeunerbaron" ist fertig. Ja, fertig!
Dein neues Meisterwerk! Sehen wir hinein!
Mal sehen! Wo bin ich? Wo ist meine Rolle? Ah, interessant: ein Duett!
Er spielt die Melodie auf dem Klavier.
Wer hat uns getraut? Ei, sprich! - Sag du es!
Der Dompfaff der hat uns getraut.
Der Dompfaff, der hat uns getraut!
Die Liebe, die Liebe, ist eine Himmelsmacht!
Fabelhaft, wundervoll, �berw�ltigend! Es gibt kein anderes Wort daf�r.
Die Leute verstehen gut, was Schani damit sagen will:
Er pfeift auf die Legalit�t der Ehe!
Nein, ganz und gar nicht! Im Gegenteil!
Die Himmelsmacht der Liebe hilft, sodass sie am Ende heiraten k�nnen.
Bewaffnet euch mit Champagner! Dann gratulieren wir gemeinsam Adele!
Gab der Kaiser nach? Nein.
Seine Majest�t will nicht. Aber ich will!
Ich heirate, auch wenn ich auswandern muss!
Und seine Majest�t kann mich... Seine Majest�t! Lange m�ge er leben!
Ich meine seine Majest�t, den Champagner, wie in der "Fledermaus".
So fangt an und huldigt im Vereine dem K�nig aller Weine, aller Weine!
Sto�t an! Sto�t an! Sto�t an!
Die Majest�t wir anerkannt, anerkannt rings im Land!
Jubelnd wird Champagner der Erste sie genannt.
Die Majest�t wird anerkannt!
Champagner wird der Erste sie genannt.
Es lebe Champagner der Erste!
Dir huldigen Nationen, trala, la la la la la la!
Bis zu den fernsten Zonen, tralala!
Champagner schwemmt mitunter gar mancherlei hinunter.
Drum lassen weise F�rsten die V�lker niemals d�rsten. Sto�t an!
Und huldigt im Vereine dem K�nig aller Weine!
Aber wo ist sie?
Was ist pl�tzlich los mit euch? Adele!
Wieso ist sie nicht da? Wo ist sie?
Amalie! - Mein Liebling!
Ich bin furchtbar ungl�cklich. - So viel Gep�ck f�r einen Besuch?
Ich gehe nie mehr nach Wien zur�ck!
Wie war es, als du als M�dchen von einem Baum gefallen bist?
Oder als du nicht mit den G�rtner- kindern spielen durftest.
Was hat dich getr�stet? - Erdbeereis mit Sahne!
Du willst seinen Traum nicht durch eine Heirat zerst�ren.
Der Kaiser soll seine Operetten in der Hofoper spielen. Du liebst ihn?
Ja. - Und dein Schani liebt dich auch?
Dann wird alles gut. - Nein, gar nichts wird gut!
Baron Kielmannsegg kam zu mir und sagte:
"Nur Sie k�nnen das Schlimmste verhindern."
Schani erreicht mit Provokationen nichts beim Kaiser.
Er stimmt der Ehe nie zu, weil Johann ein verheirateter Katholik ist.
Und ich bin eine j�dische Witwe. - Dein Witwenstand st�rt ihn nicht.
Ich will nicht, dass Schani f�r mich alles aufgeben muss.
Das Hauptbuch, Frau Baronin! - Ja, danke!
Der Herzog hat sich 50.000 Gulden geliehen.
Von unserer Bank! F�r seine letzten Eskapaden in Paris!
Besorgen Sie mir einen Termin bei Herzog Ernst! Und noch etwas:
Schicken Sie das nach Wien! An Johann Strauss!
Wird er �berleben? Organisch ist er v�llig gesund.
Ich finde keine Hinweise auf eine ernste Krankheit.
Wir sollten einen Kollegen hinzuziehen: Doktor Freud!
Er ist f�r die Erkrankung der Seele zust�ndig.
Hanslick, schreib es nieder!
O nein! Schreib schon!
Wie du willst! Mein letzter Wille und Testament!
"Ich vermache hiermit Frau Adele Strau� ..."
"Mein Haus, mein gesamtes Verm�gen und alle zuk�nftigen Tantiemen."
Dann wei� sie nach meinem Tod, wie sehr ich sie geliebt habe.
Ein Brief f�r Herrn Strauss! Leise!
Willst du deinem Bruder nichts vererben?
Nein! Nein.
Meister! Meister! Leise!
Verzeihung! Meister, ein Brief!
Packt die Koffer! Ich fahre nach Sachsen-Coburg!
Beschwingte Musik
Meine Verehrung, Baronin!
Danke f�r Ihren Brief! Er war eine Erl�sung f�r mich.
Der ber�hmte Johann Strauss, der Herzensbrecher! Setzen Sie sich!
Sie wollen Wien f�r immer verlassen. Nein. Ich habe es immer in mir!
Sie wollen meine Adele heiraten. Wo ist sie? Ich will sie sehen.
Gemach! Ich soll Ihnen helfen? Ja, Baronin! Bitte!
Seien Sie brav! Sie sollten Adele jetzt nicht sehen.
Aber Sie k�nnen morgen den Herzog von Sachsen-Coburg treffen.
Wussten Sie, dass der Herzog auch komponiert?
Auf diesen Tag warte ich ein Leben lang.
Der ungekr�nte K�nig der Operette besucht mich.
Das ist der sch�nste Tag in meinem Leben.
Sie haben in Berlin durch das Miauen das Publikum zum Mitspielen gebracht.
Das wird Theatergeschichte! Durchlaucht sind zu g�tig!
Durchlaucht? Im Bereich der Operette bin ich nur ein kleiner Junker.
Und ich m�chte meinen K�nig um eine gro�e Gnade bitten. Hier!
Ich habe eine h�bsche, kleine Melodie erfunden.
Er spielt die Melodie.
Aber jeder sagt, sie ist von Ihnen.
Ich habe nichts komponiert, was Ihnen eingefallen ist!
Nat�rlich nicht! �ndern Sie die Wendung ein bisschen!
Johann ver�ndert die Melodie und schm�ckt sie aus.
Wie klingt das? Sehr nett! Sehr nett!
Wie Sie das machen? Jetzt ist die Melodie pl�tzlich von mir.
Aber hier ist eine Arie in D-Dur und das Duett danach ist in fis-Moll.
Wie komme ich da hin�ber?
Versuchen Sie es so!
Johann ver�ndert die Melodie von Dur in Moll.
Sie l�sen die schwierigsten Probleme mit der linken Hand.
Ja. Ja, und da habe ich noch...
Wo ist das nur?
Euer Gnaden, Sie k�nnen mir helfen! Wollen Sie eine neue Melodie von mir?
Nein, ich k�mpfe um einen lieben Menschen!
Die Baronin sagte es. Aber ich wei� nicht, wo jetzt noch ein Problem ist?
Herzlich willkommen in Sachsen!
Amalie, was hat das alles zu bedeuten?
Wieso l�sst uns der Herzog warten? - Geduld! Der Herzog hat viel zu tun.
Seine Gnaden, der Herzog zu Sachsen-Coburg und Gotha...
Moment! Ich m�chte gern selbst den Zeremonienmeister spielen.
Ich: Ernst II., Herzog von Sachsen-Coburg und Gotha.
Herzog zu J�lich, Kleve, Berg, Engern und Westfalen!
Landgraf zu Th�ringen, Markgraf zu Mei�en, F�rst zu Henneberg!
Das bin ich auch! Weiter!
Graf von R�belt, F�rst von Lichten- berg, Graf zu Sachen und Th�ringen!
Markgraf zu Landsberg, Herzog von Plei�en. Und so weiter!
Ich habe durch hohes Dekret vom 11. Juli 1883...
Aus landesherrlicher Machtvollkommenheit...
In Ansehung der Person des Johann Strauss...
In Coburg wohnhaft und dem Herzogtum Sachsen-Gotha staatsangeh�rig...
Habe ich die Ehe des Vorgenannten mit Angelika Strauss getrennt.
Ich will Johann Strauss mit Frau Adele Strau� in Gotha verheiraten.
Wir werden heiraten, wenn du mich noch magst!
"Mein lieber Steidel!"
Er sagt "lieber" zu mir!
"Mein lieber Steidel! Gib diesen Brief dem F�rsten Montenuovo!"
"Es ist mein Gesuch um Austritt aus der �sterreichischen Monarchie."
"Seine Majest�t wollte es nicht anders."
Ich gebe ihn nicht dem F�rsten Montenuovo!
Ich gehe zum Kaiser pers�nlich. Er kann das unm�glich zulassen!
Was willst du schon wieder hier? Ich will zum Kaiser.
Zu seiner Majest�t! Ich habe einen Brief f�r ihn.
Her damit! Von Meister Strauss!
Das geht nicht, dass Johann Strauss nicht l�nger ein Wiener ist!
Sogar evangelisch ist er geworden, der Meister!
Romantische Musik
Damit verzichtete Strauss auf den gr��ten k�nstlerischen Wunsch:
In der Wiener Oper aufgef�hrt zu werden!
Beschwingte Walzermusik von Strauss
Walzermusik
Beschwingte Walzermusik
Orchester verstummt.
Wir wollen Schani wiederhaben! Wir wollen Schani wiederhaben!
Und wie im Dommayer forderten alle Wiener ihren Schani zur�ck.
Noch heute �rgert es dich, dass sie nach ihm riefen und nicht nach dir.
Nat�rlich beneide ich ihn darum! Das machte ich mein Leben lang.
Ich war nur sein Schatten und hasse ihn daf�r!
Aber er ist mein Bruder und trotz allem liebe ich ihn.
Ich war seinetwegen beim Kaiser! Wirklich?
Saubere Feinde seid ihr gewesen!
Edi ging zum Kaiser, damit er Schani zur�ckholt.
Und Schani verschaffte Edi die Stelle als Hofkapellmeister.
Als sein Nachfolger! Das ist ein Witz!
Deshalb bekam ich den Brief von der Hofkanzlei. Dann ging ich nach Gotha.
Nebenan �bt jemand am Klavier.
Dieser grauenvolle L�rm!
Verzeihung! Drau�en ist ein Herr! Ein Besucher aus Wien!
Hanslick! Schani!
Du fragtest mich einmal:
"Wird ein Traum wahr, wenn man ihn lange genug tr�umt?"
Dieser Traum wurde wahr! Adele!
Der Kaiser bittet dich hiermit, zur�ckzukommen! Mit Adele!
Die Hofoper spielt "Die Fledermaus" dirigiert von Johann Strauss!
Johann Strauss, der ungekr�nte K�nig, hatte seinen Kaiser besiegt.
Kraftvolle Ouvert�re der Operette "Die Fledermaus".
Die Operette beginnt.
Untertitel: zeile 21 / Frank H. Richter
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