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Charlotte Anastasia
Umut Tulani
* spannungsvolle Titelmusik *
* spannungsvolle Musik *
* weiter spannungsvolle Musik *
* stumme Szene *
* Musik verklingt. *
* Türklingel *
Sind Sie Herr Jakob Timmler?
Worum geht's?
Es geht um Ihre Frau. Die wurde als vermisst gemeldet.
Von ihrer Mutter, ja.
Haben Sie eine Idee, wo sich Ihre Frau jetzt befinden könnte?
Wollen Sie kurz reinkommen?
* bedrückte Musik *
Hallo. Ich dachte, es geht nur um ein paar Fotos.
Wenn's gut sein soll, braucht's mehr als eine Handy-App.
(Dörte) Ich muss bitten, niemanden zu stören, ja?
Bintou wurde als Kind von einem Auto angefahren.
Davon hat sie eine Narbe behalten.
Aber diese Frau hatte keine.
Sekou hatte ihr versprochen, aus mir eine Menge Geld herauszuholen.
Der Bekannte, der angeblich Ihre Schwester gefunden hat?
Es war mein Fehler. Ich habe ihm geglaubt ohne jeden Beweis.
Hast du ihn denn zur Rede gestellt?
Seine Handynummer ist abgemeldet. Seine Adresse stimmt nicht mehr.
Haben Sie Strafanzeige gestellt? Das bringt nichts.
Du könntest seinen Namen mal im System checken lassen.
Wenn das in diesem Fall erlaubt wäre,
was es selbstverständlich nicht ist.
Sekou arbeitet in einer Zeitarbeitsfirma.
Da gibt's viele in Halle. Du solltest da mal durchrufen.
Herr Kaiser, bei dem Vermisstenfall Timmler.
Wir haben uns in der Wohnung umgesehen.
Es besteht tatsächlich Verdacht auf einen Tötungsdelikt.
(Fotograf) Das ist nicht euer Ernst, oder?
Die Imagekampagne wegen Nachwuchsmangels.
(Fotograf) Wie soll ich das schaffen?
Die Herrschaften werden uns nicht stören.
Wir machen das morgen.
Von wem sind die Blutspritzer am Aquarium?
Laut Aussage des Mannes von der Vermissten,
aber war ein Unfall, also keine Ahnung.
Entweder jetzt oder gar nicht.
Ja, aber weil sich dein Model
vorm Shooting mit einem Verdächtigen prügelt ...
Mir kommt das irgendwie komisch vor.
Fotografiere ich nur kahle Wände!
Können Sie nicht einen Polizeistudenten nehmen?
Der Tulani oder der Umut. Das sind schöne junge Männer.
Anastasia, Umut, mitkommen. Wir haben einen Fall, glaube ich.
* Dörte stöhnt. * Danke.
(Dörte) Der Tulani.
Der ist ein gutes Model.
Ich? Nee, auf keinen Fall.
Wie, was, Model? Worum geht's denn?
Ich rede mit Ihrem Vorgesetzten.
Meine Nachtschicht ist seit Stunden vorbei.
Bitte, ich muss schlafen.
(Torsten) Ich bin wach.
Es dauert nicht lang. Ein paar Fotos auf dem Gang.
Also, ich finde dich super. Ich finde dich auch super.
Ich finde dich auch super. - (Torsten) Na ja.
(Dörte) Nachwuchs, keine Rente.
Hier wohnt also die Mutter mit dem Bruder des Vermissten?
Genau. Halle-Neustadt, Ha-Neu, war die größte...
Planstadt der DDR. Das wussten Sie?
Ja, und hier gibt's jetzt keine Leiche?
Nee, Zoe Timmler wird vermisst.
Wann ist die Mordkommission für Vermisstenfälle zuständig?
Bei Verdacht auf einen Tötungsdelikt.
Sehr gut. Wie die Kollege von der Streife erzählt haben,
besteht der hier durchaus.
Na komm.
Wann hatten Sie das letzte Mal Kontakt zu Ihrer Tochter?
Vorgestern früh.
Zoe wollte nicht zur Arbeit wegen ihrem schlechten Rücken.
Den hat sie leider von mir.
Ich habe ihr gesagt, sie soll trotzdem gehen,
weil sie schon so oft gefehlt hat.
Da ist sie gegangen.
Was für eine Arbeit ist das?
Eine Bäckerei, ein paar Blocks weiter.
Zoe ist Bäckereifachangestellte.
(Junge) Aber sie war da gar nicht.
Als ich nach der Schule zu Jakob gegangen bin,
hat der mich gefragt, ob sie bei uns ist.
Ähm, Jakob ist Zoes Mann?
Die beiden wohnen ein Haus weiter.
Zoe sagt uns immer, wohin sie geht.
Selbst, wenn mich das gar nicht interessiert.
Jakob wollte nicht, dass wir die Polizei rufen.
Aber wir haben uns Sorgen gemacht.
Gibt's Gründe, weshalb sie abgehauen sein könnte?
Hatte sie irgendwelche Pläne, oder hatte sie Streit?
Das hat ja nun jeder mal.
Louis, gehst du bitte rüber zu Doris
und holst den Herrschaften eine Limo?
Das wäre nett. Für uns alle, bitte.
Bitte. - (Torsten) Danke.
An Ihrer Stelle würde ich mit den Ermittlungen
da drüben bei Jakob anfangen.
Jakob tut immer so nett, aber in Wirklichkeit...
Sie haben den Streifenkollegen erzählt,
dass Ihre Tochter und ihr Mann häufiger Streit hatten.
Wenn dem was nicht passt, rutscht dem ganz leicht die Hand aus.
Dann ruft Zoe weinend bei mir an,
und ich muss mir den ganzen Quatsch anhören.
Dass sie ihn halt liebt, und dass es ja ihre Schuld ist,
und dass er sich auch entschuldigt.
Hat Zoe sich irgendwie gewehrt?
Na klar hat sie dem mal richtig die Meinung gesagt,
aber das macht Jakob ja nur noch wütender.
Vor ein paar Monaten dachte ich, ich hätte die endlich so weit,
dass die den Kerl verlässt.
Vielleicht hat sie ja das getan. Ohne mir was sagen?
Warum soll Ihr Sohn das nicht hören?
Für Louis ist Jakob wie ein großer Bruder.
Der hilft ihm beim Zeichnen und allem.
Natürlich bekommt Louis mit, dass was nicht Ordnung ist,
aber nicht, wie schlimm das wirklich ist,
das will Zoe auch gar nicht.
Trauen Sie Ihrem Schwiegersohn einen Mord zu?
Danke. Danke.
Danke.
Wir brauchen mehr Informationen über Zoes Gepflogenheiten.
Freunde, Hobbys und alle Kontaktdaten.
Raten Sie uns nicht immer, Essen und Getränke abzulehnen?
Ja, aber in dem Fall...
Das waren eine Menge Informationen für so einen Schluck Limo.
Merkwürdig, dass ein Verdächtiger möchte,
dass wir in seine Wohnung gehen.
Vielleicht will Timmler uns zeigen, dass er nichts zu verbergen hat.
Ich habe den Schlüssel. - Okay.
Ich weiß nicht, ob das irgendwie wichtig ist.
Zoe hat sich laut mit Mama gestritten,
weil sie so oft nicht bei der Arbeit war.
Hat sich Zoe auch mit ihrer Mutter über ihren Mann gestritten?
Ja, manchmal schon.
Aber nicht so laut, weil ich das immer nicht hören soll.
* bedrückte Musik *
Also, ich sehe nur auf dem Aquarium Blut.
Wir wissen nicht, wie viel auf dem Boden war.
* Tür wird aufgeschlossen. *
Hallo. Jakob Timmler. Willkommen in unserer bescheidenen Wohnung.
Kaiser, Kripo Halle. Meine Kollegen Sadowski und Gül.
Coole Zeichnung. Danke.
Ja, ohne Abi war das nicht gut genug für die Kunsthochschule
Aber der hier...
Der kann's schaffen. Stimmt's, Chef?
Die da ist von mir. Nice.
* unheilvolle Musik *
Was machen Sie denn beruflich?
Gerüstbau.
Bin gerade zwischen zwei Jobs.
Haben Sie eine Vermutung, wo Ihre Frau sich aufhalten könnte?
Sie hat mir nichts gesagt, bevor sie abgehauen ist.
Und dann geht sie nicht mal zur Arbeit oder so?
Nee.
Die hasst es da.
Das frühe Aufstehen, ihr Rücken, die Kollegen.
Stille Kündigung nennt man das, oder?
Also, besorgt wirken Sie nicht.
Natürlich mache ich mir Sorgen.
Glaub aber nicht, dass ihr was passiert ist.
Was glauben Sie denn, warum sie gegangen ist?
Na ja, Zoe war immer schon so ein bisschen, wie sagt man ...
impulsiv.
Stimmt's, Chef?
Zoes Mutter hat uns Ähnliches über Sie erzählt.
Dass Ihnen ab und zu die Hand ausrutscht.
Das ist aber Quatsch. Das habe ich auch schon gesagt.
Schon okay.
Wenn überhaupt, dann habe ich Zoe abgewehrt.
Und das mit den Blutspritzern, da ...
bin ich so aus Versehen mit der Hand gegen ihre Nase.
Sie hat sich Sorgen um ihre Schönheit gemacht.
Jetzt ist sie wahrscheinlich bei einer Freundin sich abregen.
Sie können mir ruhig glauben. Ich liebe meine Frau.
Hier.
So zeichnet man nur die Frau, die man liebt, oder?
Wir werden alles dafür tun, um deine Schwester wiederzufinden.
Schon krass, dass Männer heute noch so mit ihren Frauen umgehen.
Auch in diesem Fall gilt die Unschuldsvermutung.
Ernsthaft? Er ist "ein bisschen gegen ihre Nase gekommen"?
Ich glaube das doch auch nicht, aber wir können in unserem Beruf
nicht danach gehen, was wir glauben.
Aber doch nach unserem Instinkt.
Ja, und was machen wir jetzt? Rufen wir die Vermisstenstelle an?
Frau Timmler ist erwachsen. Sie muss niemandem Bescheid geben.
Aber... Wir können einen Mord nicht ausschließen.
Wir werden nach unserem Instinkt gehen.
Also Herrn Timmler überwachen?
Was versprechen Sie sich davon?
Na ja, er macht auf jeden Fall den Eindruck,
als würde der irgendetwas verheimlichen.
Wenn er weiß, wo seine Frau ist, egal ob tot oder lebendig,
wird er uns früher oder später zu ihr führen.
Für eine Observation brauchen wir einen Beschluss.
Bis dahin könnte es zu spät sein.
Aber bis zu 24 Stunden darf man auch ohne Genehmigung observieren.
Wie wäre es denn, wenn ich für ein paar Stunden hier vor Ort bleibe?
Und in der Zeit fehlen Sie mir für alle anderen Maßnahmen?
(Julia) Circa 150 gewalttätige Beziehungen,
bei denen der Mann der Gewalttäter ist,
enden pro Jahr in Deutschland in einem Mord.
Und zwar unabhängig von kulturellen Zusammenhängen
oder gesellschaftlicher Stellung.
Fast jeden dritten Tag stirbt eine Frau,
getötet von einem Partner, der davon ausgegangen ist,
dass er das Recht hat, über sie zu bestimmen.
Gelingt ihm das nicht, oder zur Untermauerung seiner Forderungen,
wird sie geschlagen.
Am Anfang der Beziehung
entschuldigt er sich vielleicht noch,
beteuert, es nie wieder zu tun, aber Gewalt wird zur Gewohnheit.
Für gewöhnlich versuchen Frauen, eine solche Beziehung zu retten,
und sie suchen die Schuld bei sich selbst.
Da erinnert auch eine Menge an unseren Fall.
(Julia) Versucht eine Frau, sich dann aber doch zu lösen,
beginnt die gefährlichste Phase.
Manche Männer wissen sich, wenn sie fürchten,
alles zu verlieren, nicht anders zu helfen als ... mit einem Mord.
Konkret: Femizid.
(Torsten) Danke, Julia.
Wenn Sie die Kontakte abtelefonieren,
fragen Sie nach, ob eventuell Frau Timmler vorhatte, sich zu trennen.
Okay, an die Arbeit.
* bedrückte Musik *
(Torsten) Das war wann und wo? Vorgestern in Ihrer Wohnung?
Danach haben Sie das Handy nicht eingeschaltet?
Dass Frau Timmler sich von ihrem Mann trennen wollte? Okay.
Können Sie mir Bekannte nennen, die wissen könnten,
wo sich Frau Timmler befindet?
Äh, wie war der Name?
Charlotte?
Okay, danke. Wiederhören.
Kommen Sie in den Beobachtungsraum. Kleiner Notfall.
Bringen Sie Ihre Handtasche mit. - Sekunde.
Moment, Sie wissen genau,
dass ich gerade jeden Kollegen brauche.
Ansage von oben, die Kampagne hat Vorrang.
Das soll anständig gemacht werden, sonst stehen die morgen wieder da.
Wollen Sie das? - Nein, aber ich muss doch...
Sie machen eh, was Sie wollen. Ja, bin wieder da.
Tut mir leid, ich bin echt müde.
Mit den Augenringen bin ich eh nicht fotogen.
Du kannst neue Leute für unseren Beruf begeistern.
Das ist doch was Tolles. Das mit den Augenringen kriegen wir hin.
Ich bin Polizist und kein Model, nur weil jemand anders nicht kommt.
Die wollen ja auch kein Model, die wollen ein Vorbild.
Jemand, der sympathisch,
vertrauenswürdig und gut aussehend ist.
Bei dem die jungen Leute sagen: "So will ich auch mal sein."
Schau mal hoch.
Fühlt sich eigentlich ganz gut an.
* angespannte Musik *
Hey, du Spinner!
Hey, warte mal.
Dich kenne ich doch.
Verfolgst du mich, oder?
Ich führe Ermittlungen zum Verschwinden Ihrer Frau durch.
Ermittlungen, ja? Es sollte in Ihrem Interesse sein.
Ich habe euch gesagt, Zoe versteckt sich nur.
Wir müssen allen Vermutungen nachgehen.
Vor allem der von Zoes Mutter, ja? Keiner beschuldigt Sie.
(laut) Hältst du mich für dumm?
Das kommt davon, wenn sie solche wie dich zu den Bullen lassen.
Solche wie mich?
Kinder. Keinen Schritt weiter.
Was sonst? Erschießt du mich dann?
Dann kannst du dir die Verbeamtung in den Arsch stecken.
Verhalten Sie sich gegenüber Ihrer Frau auch so aggressiv?
Das geht dich einen Scheißdreck an.
Du glaubst, du bist ein richtiger Cop?
Wo ist sie? Sag, wo sie ist!
In deiner Haut möchte ich nicht stecken.
Was ist, wenn deine zukünftigen Knastkollegen erfahren,
was du mit deiner Frau gemacht hast?
Und ich schwöre, das werden sie.
* spannungsvolle Musik *
(Fotograf) Du gehst einmal hier rüber.
Softbox von hier. Wir brauchen Licht.
Es ist viel zu dunkel hier.
Ja, haben Sie vielen Dank.
Frau Naumann, Kaiser, Kripo Halle.
Ich habe ein paar Fragen bezüglich Frau Timmler.
Und? Was entdeckt?
Ich bin den Weg von Zoe Timmlers Wohnung bis zur Bäckerei
mit dem Spusi-Mitarbeiter abgelaufen, aber nichts.
Okay. Hallo, Frau Hagener.
Genau, Coulibaly, Kripo Halle.
Wann haben Sie zuletzt Zoe Timmler gesehen?
In der Bäckerei hieß es, Zoe Timmler wäre öfter krank gewesen.
Sie hätte sich nur diesmal nicht abgemeldet.
Aber mega überrascht waren sie jetzt nicht. Gut.
Mhm. Wie hat sie auf Sie gewirkt?
Mehr hat sie zu Ihnen nicht gesagt?
Gut. Danke, Frau Naumann, das war's.
Alles klar, danke.
* Handy klingelt. *
Umut?
Chef, ich bin aufgeflogen. Es tut mir leid.
Soll ich trotzdem weiter dranbleiben?
Nein, Sie kommen sofort in die Moko.
Alles klar.
* Torsten seufzt. * (Dörte) Umut? Scheiße.
So, Schatzi. Wir machen jetzt eine wunderschöne Werbung, okay?
Du streckst mir jetzt mal den Arm so einladend nach innen, genau so.
"Herzlich willkommen zur Polizei."
Nicht so schüchtern. Ja, genau so!
Das ist viel zu laut.
Wir machen hier Kunst! Komm mal gucken.
Süße, kannst du den abpudern? Der glänzt. Hier.
Na? - Der ist ja richtig fotogen.
Hm? (lacht)
Kannst du noch? Mhm.
Okay, ich muss gleich wieder rein, aber du machst das super.
Ich sehe schon, wie die Ausbildungszahlen
bei der Polizei nach oben gehen.
Okay.
Danke. Bitte.
Das finde ich gut.
So, können wir weiter?
Schenkst du mir jetzt noch so einen sexy Blick?
So einen Schlafzimmerblick, okay?
Den, genau den!
Da schmelze ich doch dahin, wenn du so schaust.
Sie wissen schon, dass das kein Erotikkalender werden soll?
Bitte? Natürlich ist das Erotik.
Alles ist Erotik. Polizei ist Erotik, du bist Erotik.
Das habe ich gesehen, Philipp.
Charlotte? Abmarsch! Weiterarbeiten.
Und einmal weiter. Come on, give it to me.
Mr. Policeman, yeah. (lacht)
Na, konntest du dich losreißen?
Dienstliche Anweisung.
Kripo Halle, Merseburg. Spreche ich mit Laura Hartner?
Ja, es geht um Zoe Timmler.
Mhm. Das wäre super.
Es war die Art, wie er mich angegangen ist.
Ich habe mich provozieren lassen.
Wir wissen jetzt, dass Jakob Timmler eine kurze Zündschnur hat.
Irgendwas Neues? Leider weiß keiner was Konkretes.
Alle sind sich einig, dass Zoe Timmler Angst hatte
und über eine Trennung nachdachte.
Wie Frau Dr. Salomon schon vermutet hat.
Ich spreche gerade mit ihrer Freundin.
Hey, Bro, ich habe in der Zwischenzeit
mal ein paar Anrufe getätigt.
Trotzdem danke, Wiederhören.
Also, sie weiß leider auch nichts.
Als Nächstes rufen wir noch Elke Wiedler an,
und hier sind wir auf Stand-by.
Bei dieser Zeitarbeitsfirma arbeitet ein Sekou Sankara.
Ist er das? Ja.
Das ist der Name der Firma, bei der er bis heute beschäftigt ist.
Danke.
Also, ich erreiche keinen.
Okay, aber die haben Sie schon? Ja, aber geht keiner ran.
Ihre Festnetznummer haben Sie?
Wie bist du drauf gekommen?
(Dörte) Vielleicht hat er sich mit seiner Frau versöhnt.
(Torsten) Den Mann erreichen wir nicht. Wir fahren am besten vorbei.
Ähm ... ich auch?
Ernste Frage? Sie haben einen Fehler gemacht.
Als Polizist werden Sie sich bei ihm entschuldigen.
Wenn es okay ist, würde ich heute etwas länger Pause machen.
Danke schön.
* angespannte Musik *
Ist er kaputt?
Laufen?
* spannungsvolle Musik *
Herr Timmler? Kripo Halle.
Alles in Ordnung bei Ihnen?
Wir kommen jetzt rein.
Scheiße.
Herr Timmler?
Holen Sie einen RTW.
Keine Atmung.
Hallo, Sadowski mein Name. Kripo Halle.
Wir brauchen bitte einen RTW in die Helmstedter Straße 33.
Elf, zwölf, 13, 14, 15, 16, 17, 18...
Umut, alles in Ordnung mit Ihnen?
Ja, vermutlich eine Medikamentenintoxikation
mit Farotricin und Lanoxam in Kombination mit Alkohol.
Mhm. Ein Mann, 34 Jahre alt, keine Atmung mehr feststellbar.
Ja, vielen Dank.
"Ich habe Mist gebaut. Ich habe Angst."
* spannungsvolle Musik *
Hey, Sekou. Versuch's gar nicht erst.
* angespannte Musik *
Ich weiß, du hast Bintou nicht gesehen,
seit sie ... so klein war.
Denkst du, ich erkenne meine eigene Schwester nicht?
Ich habe Tanisha getroffen im Flüchtlingsheim.
Ich dachte, sie sieht dir ähnlich.
Ich wollte, dass ihr redet im Internet,
aber Tanisha sagt: "Er ist Polizist.
Besser, er bezahlt das Flugzeug.
Dann treffe ich ihn hier, und er gibt noch mehr Geld."
Ich habe fast alles
an meine Familie geschickt.
* bedrückte Musik *
Ich verstehe, wenn du mich ins Gefängnis bringst.
Da solltest du auch sein.
* sanfte beunruhigte Musik *
Herr Kaiser hat mir gesagt, dass ich Sie hier finden würde.
Ich musste einfach weg.
So was kommt vor.
Sie sollten keine voreiligen Schlüsse ziehen.
Warum?
Weil sich vielleicht herausstellt, dass er gar nicht tot ist?
Hätten Sie vielleicht Lust, mit mir spazieren zu gehen?
* sanfte Musik *
Okay.
Können Sie was zur Todesursache sagen?
Seriös nicht.
Hier noch mein Notarztprotokoll. Dann verabschiede ich mich.
Und unseriös? - Unseriös erst recht nicht.
Okay.
Haben Sie was entdeckt?
Na ja, auf den ersten Blick sieht alles eindeutig aus,
aber es gibt doch ein paar kleinere Merkwürdigkeiten.
Ja?
Ich will als Polizist immer korrekt handeln,
und dann lasse ich mich so einfach provozieren.
Na ja, das war allerdings unprofessionell.
Egal, aus welchen verständlichen Gründen Sie auch immer empört sind,
in Ihrer Rolle als Polizist
müssen Sie darauf achten, wie Sie auftreten.
Ich frage mich aber,
wenn dieser Mann unschuldig war,
warum hätte Ihre Drohung ihn so erschrecken sollen?
Wäre dann nicht trotzdem die Suche nach seiner Frau
für ihn das Wichtigste gewesen?
Er hätte wissen wollen, was mit ihr passiert ist.
Richtig!
Und wenn er schuldig gewesen wäre, hätte er dann die Gefahr,
dass er im Gefängnis die Quittung für seine Taten bekommt,
nicht längst bedacht?
Vielleicht hatte er die Möglichkeit verdrängt.
Und Ihre paar Worte hätten ihn dann so erschüttert,
dass er vom Täter zum Opfer wird?
Umut.
Sie sind ein gewissenhafter Polizist.
Das ist was sehr Wertvolles.
Aber Sie müssen darauf achten,
dass Sie sich vor lauter Gewissenhaftigkeit
nicht unnötige Vorwürfe machen.
Damit tun Sie sich nämlich selber Unrecht.
Sie glauben, so oder so bin ich nicht für den Tod
von Herrn Timmler verantwortlich?
Genau. Aus psychologischer Sicht halte ich das nicht für plausibel.
Hier, Herr Timmlers Handschrift.
Da sind ein Haufen Rechtschreibfehler drin
und hier auf dem Abschiedsbrief kein einziger.
Vielleicht eine Rechtschreibkorrektur?
Ja, kann schon sein, aber da ist noch mehr.
Vorhin, als wir reingekommen sind, da stand die Tür offen.
Warum sollte Jakob Timmler die Tür offen stehen lassen,
wenn er doch in Ruhe gelassen will?
Wieso sollte ein Mörder die Tür offen lassen?
Keine Ahnung, vielleicht hat er nach der Tat den Kopf verloren?
Und die Bierflasche, die neben dem Opfer auf dem Tisch stand.
Das Etikett, das war so leicht gewellt.
Vielleicht ist das Bier übergelaufen?
Ja, aber weder die Flasche noch der Fußboden
noch der Tisch hat geklebt.
Es wurden keine Fingerabdrücke festgestellt.
Es könnte sein, dass die Flasche abgewaschen wurde.
Das sind leider keine Beweise für einen Mord.
Allerdings deutliche Hinweise. Gute Arbeit.
Dann rufen Sie mal Umut an.
* Handy vibriert. *
Verzeihung.
Ja, Anastasia?
Okay, Danke.
(Fotograf) Schnucki, pudere den mal ein bisschen ab.
Der hat die Augenränder des Grauens.
Genau, wir müssen retten, was zu retten ist.
Und jetzt mach mal die Augen auf. Ich will mal was sehen hier.
Jawoll! Jawoll, da ist er. Da ist das Lächeln des Policeman.
Noch mal, noch mal. Yeah!
Hübsch, hübsch. Genau so. Gib alles Baby, yes!
Da ist er, da ist er!
So, wie lautet Ihre Einschätzung?
Ich weiß gar nicht mehr, was ich denken soll.
Also, falls es Mord war,
ist der Kreis der Verdächtigen doch überschaubar.
Die Antwort auf alle Fragen könnte Zoe Timmler sein.
Also, wo ist sie? Hat sie Jakob Timmler ermordet?
Weiß sie irgendwas? Wurde sie entführt oder umgebracht?
Tja, da ist was dran.
Es war ein langer Tag. Machen wir für heute Feierabend?
Schön wär's.
* Sie stöhnt genervt. *
So, Baby. Du gibst mir jetzt dein Mean-Face.
Weißt du, was das heißt?
Guck schön böse, okay?
Du sorgst für Zucht und Ordnung.
Gib mir den Finger, gib mir den Polizeifinger!
Ja, das war's. Money Shot!
Fertig, Feierabend. (lacht) - (Dörte) Gott sei Dank!
Ich danke Ihnen. - Dann packen Sie mal zusammen.
Hast du super gemacht, wirklich.
Ich verstehe, wie so was Spaß machen kann.
Ich könnte weitermachen!
Nicht, dass du den Polizeidienst quittierst.
Quatsch, am liebsten würde ich auf Streife gehen.
Mein Lieber, falls du noch mal so jemanden brauchst,
du kannst dich jederzeit melden.
Ach so, als ich gesagt habe, du bist ein gutes Model,
meinte ich nicht so Model-Model, sondern Polizeimodel.
Aber hey, gute Bilder.
Komm.
Ich finde, du bist ein gutes Model.
Also, Polizeimodel.
Hast du noch irgendeine Idee, wie du deine Schwester finden kannst?
In Ghana hast du alles versucht, oder?
Ja, habe ich. Morgen.
(alle) Morgen.
Na, noch lange geschminkt gestern Abend?
Ich verstehe nicht, wieso du diesen Sekou hast laufen lassen.
Ja?
Keine Ahnung, als ich ihn mit seinem Putzwagen gesehen habe...
Okay, ja, wir sind unterwegs. Danke.
Das war der Chef.
Zoe Timmler ist gesund und munter wieder aufgetaucht.
Gehen wir. Ihr macht den Abwasch.
Warte mal, was ist denn genau passiert?
* ruhige Musik *
(Zoe) Es tut mir so leid.
Ich musste einfach weg.
Aber warum hast du nicht Bescheid gesagt?
Mann, du hast mich so angeschnauzt.
Du hättest es Louis erzählt, und da hätte es Jakob gewusst.
Ich wollte, dass er sieht, dass er mich nicht einfach schlagen kann.
Langsam, eins nach dem anderen.
Sie haben sich nicht auf der Arbeit abgemeldet.
Arbeit ist mir scheißegal.
Sie haben Ihr Handy ausgeschaltet.
Ja, weil ich nicht wollte,
dass er mich findet mit irgendwelchen Trackern.
Und Sie kommen Sie gerade dann zurück,
wenn Ihr Mann tot aufgefunden wird?
Ich wollte ihm Angst machen, und heute Morgen hat es gereicht.
* Tür geht auf. *
Louis!
In der Schule haben sie gesagt, ich kann nach Hause gehen.
Werde ich jetzt bestraft oder so?
Kommt darauf an. Haben Sie ein Alibi?
Ich war in einem Schrebergarten bei einer Freundin.
Wie heißt denn die Freundin?
Ich habe ihr versprochen, sie nicht mit reinzuziehen.
Das werden Sie jetzt wohl müssen.
Wenn Sie meinen Rücken sähen, würden Sie mir auch so glauben.
Kann Ihre Freundin bestätigen, dass Sie gestern Nachmittag da waren?
Sie hat mich erst heute Morgen besucht.
Dann hat sie erzählt, dass Sie mich suchen.
Sie sind nicht nur gekommen, weil es gereicht hat?
Glauben Sie, dass ich meinen Mann hätte töten können?
Ich würd's verstehen.
Nach allem, was er Ihnen angetan hat.
Habe ich aber nicht.
Jetzt glauben Sie ihr doch!
Wenn sie unschuldig ist,
wieso sagt sie uns nicht den Namen ihrer Freundin?
Vielleicht wollte sie nur ihr Versprechen halten.
Sind euch Zoe Timmlers dreckige Schuhe aufgefallen?
Vermutlich aus dem Schrebergarten.
Aber am Tatort gab's keine Spuren, und es sah auch nicht aus,
als ob da frisch durchgewischt wurde.
Vielleicht hat sie die Schuhe ausgezogen.
Ja, das kann natürlich sein. Augenblick.
Hi, haben wir schon den Autopsiebericht?
Wenn ich Ihnen das jetzt verrate, fehlt mir nachher die Motivation,
meinen Bericht zu verfassen.
Das Risiko gehe ich ein.
"Na schön, weil Sie es sind, Herr Kaiser."
Jakob Timmler ist umgekommen durch eine Kombination
aus drei überdosierten Wirkstoffen.
Interessant wird das Ganze beim Abgleich mit dem Spusi-Bericht.
Demnach lagen Packungen mit Medikamenten
von zwei dieser Wirkstoffe neben ihm.
Ein Medikament mit dem dritten Wirkstoff fand sich allerdings
in der ganzen Wohnung nicht.
Welche Medikamente kommen infrage?
"Ich schicke eine Liste."
Aber zu 95 Prozent würde ich sagen, Nociplex.
Haben Sie es?
Hier, Nociplex.
Das ist gegen meine Rückenschmerzen.
Es ist ein Beweismittel in einem Mordfall. Wir beschlagnahmen das.
Tja, Frau Jankowski.
Wenn wir jetzt eins und eins zusammenzählen,
zu welchem Schluss kommen wir dann?
Es tut mir leid, Zoe.
Ich konnte es nicht mit ansehen, wie er dich behandelt hat.
Deswegen habe ich ihm die Medikamente gegeben.
Welches waren die anderen beiden Medikamente?
Das weiß ich nicht mehr. Die, die Sie bei ihm gefunden haben.
Woher hatten Sie Ihr medizinisches Wissen?
Ich habe einfach irgendwas genommen.
Und wie genau haben Sie ihm die Medikamente eingeflößt?
Ich habe ihm gesagt, dass wir jetzt ganz fest zusammenhalten müssen
und dass die ihm sicher gut tun werden.
Die hat er einfach so genommen, weil Sie sie ihm gegeben haben?
Kann ich mal kurz dein Handy haben?
Danke.
Browserverlauf gelöscht.
Das ist ja nicht verboten.
Das habe ich auch immer gemacht, als ich 17 war.
Hier ist was Interessantes.
Einführung in die Pharmakologie.
Darum hatte ich ihn gebeten. - Ich war das.
Seid leise, beide.
(Mutter) Louis.
Ich habe Mama geschworen, dass... - Louis.
Dass Jakob ...
ganz sicher nicht Zoe schlägt. - Louis!
Niemals.
Und dann hat sie mir alles erzählt.
* stumme Szene *
(Louis) Dass Jakob ...
Zoe immer wieder und wieder geschlagen hat.
Ich habe da erst richtig verstanden, dass...
Immer, wenn ihr irgendwas wehgetan hat
oder wenn sie nicht sagen wollte,
warum sie traurig ist oder wenn sie geweint hat.
Das... (schluchzt)
Das war alles er.
Als Bruder muss ich sie doch verteidigen.
* unheilvolle Musik *
Ich habe also Jakob gesagt, dass ich mit ihm über Zoe reden will.
Ich wusste, wenn ich mir ein Bier nehme, dann will er auch eins.
Prost.
Ich habe die Medikamentenpackungen von Zoe genommen,
aber eine war nicht da.
Dann bin ich noch mal rüber und habe die von Mama geholt.
Sonst wäre es nicht echt gewesen.
Die Tür habe ich kurz angelehnt.
Herr Timmler?
(Torsten) Kripo Halle.
Alles in Ordnung bei Ihnen?
Wir kommen jetzt rein.
* bedrückte Musik *
Der Kollege muss ihn jetzt leider mitnehmen.
* traurige Musik *
Bis bald, kleiner Bruder.
* weiter traurige Musik *
Hi. (Philipp) Morgen.
Das ist das Bild, für das sich die Pressestelle entschieden hat?
(Dörte) Ich habe es ausdrucken lassen.
Das ist aber ein schönes Plakat. Sind Sie gut getroffen.
Ja, so was hat auch nicht jeder von sich, ne?
Dafür macht man doch gerne Überstunden.
Gut. Was soll's, was?
Es war dir doch eh nicht so wichtig, oder?
Für einen kurzen Moment vielleicht schon ein bisschen.
Aber ich fand's vor allem schön, was mit dir zu machen.
Fand ich auch.
Komm, wir trinken einen Kaffee zusammen. Mhm.
Na ja.
* lockere Musik *
Bitte schön.
Cheers.
Untertitel im Auftrag des ZDF, 2024
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