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Original subtitles

WAISENHAUS LAKESIDE

Jetzt leg ich mich zum Schlafen nieder,

Vertrau dir meine Seele an.

Sterb ich, eh der Tag kommt wieder,

Nimm meine Seele bei der Hand.

Gott schütze Mrs. Higgins.

Gott schütze Mrs. Denham.

Gott schütze unsere Treuhänder und mache uns zu braven Kindern.

Bis in alle Ewigkeit. Amen.

Gute Nacht.

Gott schütze meine Schwester Mary. Amen.

Und pass bitte gut auf meine Ente und mein Pony auf.

Bitte mach, dass sie keine Lungenentzündung bekommen.

Spunky!

Wegen euch bekomme ich noch Ärger.

Du brauchst eine heiße Limonade.

Ruhig jetzt.

Magst du die Oberaufseherin?

Wie bitte?

Magst du Mrs. Denham?

Magst du die Treuhänder?

Magst du mich?

Guten Morgen. Heute darf unter keinen Umständen etwas schief gehen.

Wir müssen alle Treuhänder zufrieden stellen, aber Mr. Morgan ganz besonders.

- Ich glaube, ich verstehe. - Sie glauben?

Das reicht aber nicht. Lesen Sie das bitte sehr sorgfältig.

MORGAN ERBT VERMÖGEN

Er ist unser reichster Treuhänder und besucht uns zum ersten Mal.

Wenn er zufrieden ist, verdoppelt er seinen Beitrag womöglich.

- Das wäre wunderbar. - Eben.

- Wecken Sie die Kinder. - Sehr wohl.

Noch etwas. Mr. James Wyckoff nimmt ebenfalls an dem Treuhänderbesuch teil.

Stellen Sie bitte eine Flasche von seinem berühmtem Hustensaft

gut sichtbar in den Medizinschrank.

Selbstverständlich.

Elizabeth Blair, was hast du dazu zu sagen?

Ach du meine Güte.

Elizabeth Blair, komm sofort in mein Büro.

Ja, Ma'am.

Du wirst in diesem Monat schon zum zweiten Mal in das Büro der Oberaufseherin gerufen.

Letztes Mal wurde auch deine Schwester Mary hergebeten.

Ihr habt beide zugegeben, unerlaubt gesungen und getanzt zu haben.

Weißt du, warum du dieses Mal hier bist?

Sag es mir.

Wissen Sie es denn nicht?

Still. Sag mir jetzt, warum du hier bist.

- Ich habe ein Pony mit ins Bett genommen. - Du bist einfach nicht zu bändigen.

Mir ist bewusst, dass deine verstorbenen Eltern Künstler waren

und du völlig disziplinlos aufgewachsen bist.

Ich versuche das zu berücksichtigen, aber Tiere im Schlafsaal machen nur Theater.

Das haben meine Eltern auch gemacht.

- Was? - Theater.

Jetzt werd nicht auch noch frech.

Dein Pony und deine Ente werden unverzüglich verkauft.

Bitte nicht, Mrs. Higgins.

Ich werde auch brav sein. Bitte nehmen Sie mir Spunky und die Ente nicht weg.

Und warum nicht?

Weil die beiden keine gewöhnlichen Tiere sind.

Meine Eltern haben ihnen Kunststücke beigebracht.

Und was kann deine Ente so Außergewöhnliches?

Etwas ganz Wundervolles. Sie kann Eier legen.

- Und was ist daran so wundervoll? - Können Sie etwa Eier legen?

Entschuldigen Sie.

Ich habe beschlossen, deine Tiere wegzugeben.

Sie werden noch heute Morgen fortgebracht.

Und keine Tränen.

- Ja, Ma'am. - Wie bitte?

Nein, Ma'am.

Komm, Kleines, nicht weinen.

Mary, lass nicht zu,

dass sie Spunky und meine Ente wegschicken.

Armer Schatz... Hör zu.

Hör mir jetzt ganz genau zu.

Ist gut.

Spunky wäre sehr traurig, wenn er dich weinen sähe.

- Wahrscheinlich. - Und das willst du doch nicht, oder?

Siehst du? Wenn du dich von Spunky verabschieden musst,

dann sei so tapfer wie du nur kannst,

damit er auch tapfer sein kann, ja?

- Spunky und ich sind die besten Freunde. - Ich weiß.

Also gut, ich werde tapfer sein, wenn sie Spunky und die Ente wegschicken.

Das ist lieb. Hilfst du mir, das Essen zuzubereiten?

Und ob. Ich mache gerne Essen, aber noch lieber esse ich es.

Ach du meine Güte.

Gesang im Speisesaal? Solche Manieren bringen Sie ihnen also bei?

Natürlich nicht, Mr. Wyckoff. Sie haben beim Essen zu schweigen.

Ach ja? Sie scheinen aber nicht auf Sie zu hören.

Vielleicht würde ihnen eine Portion wahre Disziplin nicht schaden.

Hat man dir befohlen, nicht zu singen?

Warum tust du es dann? Du bist böse und ungezogen.

Das ist nicht wahr. Sie ist doch nur ein Kind.

Sie hat die anderen zum Lachen gebracht. Außerdem habe ich gesagt, sie soll singen.

Und wer sind Sie, junge Dame?

Sind Sie auch eine Waise?

Was machen Sie noch hier? In Ihrem Alter von der Wohlfahrt zu leben!

Ich sage Ihnen, was ich hier mache.

Ich putze, mache die Betten, wasche, bügle und koche von früh bis spät.

- Still. - Das kommt nicht in Frage.

- Sie sind abscheulich zu den Kindern. - Komm nachher in mein Büro.

Ihr geht in den Garten, bis unsere verehrten Treuhänder zur Inspektion kommen.

Ja, Mrs. Higgins.

- Begleiten Sie uns nicht, Mr. Morgan? - Was?

Natürlich, die Treuhänderversammlung.

Fangen Sie doch schon mal an. Ich sehe mich ein wenig um.

- Es gibt wichtige Angelegenheiten... - Ich komme gleich.

- Natürlich... - Danke.

Sie ist nicht böse...

- Verzeihung. - Bleiben Sie sitzen.

Es ist bewundernswert, wie mutig Sie für die Kleine eingetreten sind.

- Sie hat es nicht böse gemeint. - Natürlich nicht.

Ein Lied zu singen ist wirklich kein Verbrechen.

Es hat mir gefallen. Und Ihr Spiel ebenfalls.

Danke.

Woher um alles in der Welt kennt so ein kleines Mädchen solche Lieder?

- Ich schreibe sie... - Sie komponieren?

- Wenn man es so nennen kann. - Ich fand es entzückend.

Versprechen Sie, mich nicht zu verraten, wenn ich Ihnen etwas gestehe?

Natürlich.

Ich habe ein dunkles Geheimnis: Ich schreibe selbst manchmal Lieder.

Ist es nicht schön, Melodien zu schreiben und passende Worte dafür zu finden?

Wundervoll. Es war die glücklichste Zeit meines Lebens,

als ich unter Professor Auspitzer in Brünn Musik studierte.

Das kann ich mir vorstellen.

Und ich liebte die Menschen in den österreichischen Dörfern.

Sie sind sehr stolz auf ihre Musik, denn es ist die Musik der Welt.

Jeder in diesen idyllischen kleinen Orten trägt ein freundliches Lächeln auf dem Gesicht.

Sie lieben die kleinen Freuden des Lebens.

Die kleinen Freuden des Lebens. Das wäre ein guter Titel für ein Lied.

Ich merke es mir. Vielleicht schreiben sie eines Tages eins.

- Würden Sie mir einen Gefallen tun? - Gern.

Würden Sie nach der Versammlung noch einmal für mich spielen?

- Wenn Sie es wirklich hören möchten... - Sonst hätte ich nicht gefragt.

- Also schön. - Dann bis später.

Und was ist das?

Sandkästen und Schaukeln?

Wir müssen sie irgendwie beschäftigen.

In meiner Jugend hatten wir kein Problem damit,

weil wir keine Zeit zum Spielen hatten. Nein.

Ein Läufer für den Schlafsaal.

- Ist das Linoleum nicht gut genug? - Es war diesen Winter so kalt.

Die Kinder haben schrecklich gehustet.

Kein Grund zur Sorge.

Sie haben ja sicher von Wyckoffs berühmtem Hustensaft gehört.

Natürlich.

Ich produziere und verkaufe diese Tinktur nun seit vielen Jahren.

Wer sie regelmäßig nimmt, bekommt nie einen Husten.

Ich schlage vor, Sie bestellen Nachschub.

- Sehr wohl. - Ich bin in Maine aufgewachsen,

wo oft Temperaturen von minus 20 Grad herrschten.

Damals hatten wir nicht mal Linoleum. Aber sehen Sie mich an.

Ich bin in Maine aufgewachsen, bei Temperaturen von minus tausend Grad.

Nein, Mrs. Denham. Keine Teppiche, kein Linoleum, kein gar nichts.

Aber sehen Sie mich an.

Ist das etwa die Art Respekt, die Sie Ihre Schützlinge lehren?

Ach du meine Güte.

- Du wagst es, meine Sachen zu nehmen? - Das sind meine.

Ihre?

Ah ja.

- Ich sehe nicht mehr so gut. - Ich habe nur gespielt.

Sehen Sie, Mrs. Higgins? Das kommt von zu viel Nachsicht.

- Sie verunglimpfen ihre Wohltäter. - Es tut mir leid.

Dieses Kind ist unverbesserlich.

Sie macht jedes Mal Ärger, wenn ich hierher komme.

- Sie ist ein Problemfall. - Was?

Wenn Sie mich fragen, gehört sie in eine öffentliche Einrichtung.

- Wir können sie nicht wegschicken. - Oh doch.

Sie muss in eine öffentliche Einrichtung.

Das kommt gar nicht in Frage.

Sonst stelle ich meine Zuwendungen ein.

- Mr. Morgan, das können Sie nicht... - Und ob.

Mrs. Higgins, ich möchte mich mit der Kleinen unterhalten.

- Am besten in Ihrem Büro. - Natürlich, Mr. Morgan.

Ich habe eine tolle Idee, junge Dame.

Soll ich sie dir verraten?

- Ja. - Elizabeth.

Verzeihung. Ja, Sir.

So ist es brav.

Hör gut zu, denn jetzt verrate ich dir etwas.

Wie fändest du es, wenn wir beide gute Freunde würden?

- Das würde mir nicht gefallen, Sir. - Aber Elizabeth.

Könnte ich wohl mit Elizabeth allein sprechen?

- Natürlich. - Danke.

Warum möchtest du nicht, dass wir Freunde werden?

- Darum. - Darum?

Du musst mir schon einen besseren Grund nennen.

Immer wenn uns Erwachsene besuchen kommen,

müssen wir "Ja, Ma'am" und "Nein, Sir" sagen und die ganze Zeit lächeln.

- Kannst du ein Geheimnis für dich behalten? - Ein Geheimnis?

- Ich sage es bestimmt niemandem weiter. - Hand drauf.

Also: Zu mir musst du all diese Dinge nicht sagen.

Das hier ist alles ganz neu für mich, weißt du?

- Ich bin nämlich eigentlich Anwalt. - Was ist ein Anwalt?

Wenn du mal im Schlamassel steckst, dann holt dich ein Anwalt da wieder raus.

Dann könnte ich fast jeden Tag einen gebrauchen.

- Wie heißt du, Kleines? - Elizabeth Blair.

Ich weiß einen viel besseren Namen für dich.

Wenn es nach mir ginge, würde ich dich Lockenkopf nennen.

So haben mich Daddy und Mommy auch immer genannt.

Wirklich? Ich wette, du bist schlauer als die meisten Leute.

- Ich kann Sachen auswendig. - Was denn zum Beispiel?

- Gedichte. - Und was für welche?

"Eh ich ein kleines Mädchen war, war ich ein Vögelein."

"Ich konnt' nicht lachen und nicht tanzen, und nicht sprechen obendrein!"

"Im ganzen Wald flog ich umher, bis in den Himmel hoch hinaus,

"Wie ist es jammerschade doch, mit dem Fliegen ist's jetzt aus!"

Ich habe noch nie ein schöneres Gedicht gehört.

- Ich kenne noch mehr. - Nur zu.

"Des Morgens, wenn ich früh erwach, was tu ich da vor andern Dingen?"

"Ich setze mich auf und strecke den Bauch, und dann heißt's Singen, Singen, Singen!"

- Ich kenne noch mehr. - Das glaube ich gern.

Aber ich habe da einen guten Freund...

- Das ist bestimmt nicht wahr. - Was?

Ich wette, Sie haben nicht nur einen, sondern ganz viele Freunde.

Du alte Schmeichlerin.

- Ist das was Schlimmes? - Natürlich nicht, mein Schatz.

Mein Freund würde dich bestimmt sehr mögen.

Er würde dir gern ein Zuhause geben, dir schöne Kleider und Puppen schenken

und dich auf eine ganz vornehme Schule schicken.

Könnte er das denn? Ich dachte, so was machen nur Daddys und Mommys.

Nun, auch dabei kann ein Anwalt helfen.

Du verstehst das noch nicht, aber mein Freund kann dich mit meiner Hilfe adoptieren.

Ich muss nur wissen, ob du möchtest, dass er all diese tollen Dinge für dich tut.

- Was meinst du? - Ich glaube nicht, dass das geht.

Warum denn nicht?

Muss ich mich sofort entscheiden?

Du möchtest also darüber nachdenken?

- Kann ich es Ihnen später sagen? - Ich warte hier auf dich.

- Versprochen? - Versprochen.

Hand aufs Herz?

Mary.

Mrs. Denham, wenn die Kleine nun eine echte Chance im Leben bekommen würde?

Wenn ihr jemand alles geben könnte?

Wir hoffen immer, dass die Kinder adoptiert werden.

Aber Elizabeths Fall ist ganz besonders problematisch...

Es gibt kein menschliches Problem, das nicht durch Güte zu lösen wäre.

- Potzblitz, ich mach es! - Sie wollen Elizabeth adoptieren?

Aber sie darf nie erfahren, dass ich ihr Vormund bin.

Warum denn nicht?

Weil sie sich ihr Leben lang für alles bedanken musste.

Mir braucht sie nicht dankbar zu sein.

Sie soll von jetzt an nichts im Leben entbehren müssen.

Und zwar, weil sie das Recht dazu hat.

- Aber wir müssen ihr irgendwas erzählen. - Mal überlegen.

Ich hab's. Sagen Sie ihr, dass ich im Auftrag eines Klienten handle.

Und dass sie adoptiert wird von einem Mann namens...

Nennen wir ihn Hiram Jones.

Ehe Sie sich entschließen,

müssen Sie noch etwas über Elizabeth wissen...

Herein.

Hast du es dir überlegt?

- Warum denn nicht? - Kann ich es Ihrem Freund sagen?

Meinem Freund?

Ach, du meinst Mr. Hiram Jones. Was möchtest du ihm denn sagen?

Dass ich gern in seinem Haus wohnen würde, wenn meine Schwester mitkommen kann.

- Deine Schwester? - Ja, Mary.

- Sie arbeitet in der Küche. Das ist sie. - Das ist Mary Blair.

Wir sind uns schon begegnet.

Ist meine Schwester nicht hübsch? Und sie ist auch sehr nett.

Ich bin Ihnen sehr dankbar...

Das heißt Ihrem Freund, dass er Lockenkopf adoptieren möchte.

Aber wissen Sie, als meine Eltern...

- Geh doch kurz spielen. - Muss ich wirklich?

- Das wäre besser. - Ist gut.

Als meine Eltern ums Leben kamen...

- Was? - Sie starben bei einem Autounfall.

Das tut mir sehr leid.

Im Krankenhaus, kurz bevor sie starben...

habe ich ihnen versprochen, dass man uns nie trennen würde.

Ich kann dieses Versprechen nicht brechen. Sie braucht mich und ich brauche sie auch.

Das verstehe ich.

Danken Sie Ihrem Freund in unserem Namen. Wir sind ihm wirklich sehr verbunden, aber...

Leben Sie wohl.

- Das ist schön. - Danke, Tante Genevieve.

- Ist das von dir? - Die Melodie ist mir erst heute eingefallen.

Das ist dein bisher schönstes Stück. Es ist so gefühlvoll.

Dein kleiner Neffe hat eben Gefühle wie jeder andere auch.

Ich werde ein paar Briefe schreiben.

Ich sage dir Gute Nacht, bevor ich schlafen gehe.

- Versprochen? - Aber sicher.

Abgemacht.

Ich werde mir bis dahin mindestens sechs neue Komplimente für dich überlegen.

- Tante Genevieve. - Ich warte.

- Worauf? - Meine Komplimente.

- Es sollte ein halbes Dutzend sein. - Stimmt.

Ich muss dich leider enttäuschen. Ich war beschäftigt.

- Beschäftigt. - Ehrenwort.

Und zwar mit einem bezaubernden alten Spiel namens Tagträumen.

Stell dir zum Beispiel vor... Siehst du das Gemälde da?

Natürlich. Meine Augen sind so scharf wie eh und je.

Stell dir vor, das niedliche Mädchen würde zum Leben erwachen.

Es würde dich anlächeln und dir zuwinken.

- Was würdest du tun? - Den Arzt rufen.

Du solltest dich etwas ausruhen.

Aber natürlich gefällt mir dein Spiel sehr.

Es wäre wundervoll, wenn das Kind aus dem Bild zu uns käme und bei uns wohnte.

Meinst du das ernst?

Nichts macht ein Haus lebendiger als das Lachen eines Kindes.

- Potzblitz, ich mach es. - Was machst du?

Wir richten das Haus in Southampton her. Ich regele die rechtlichen Fragen.

Du erledigst die nötigen Einkäufe, die Kleider und was man sonst so braucht.

Das wird ein fabelhafter Sommer. Ich schicke die Limousine...

- Für wen? - Das niedliche Kind aus dem Gemälde.

Spiel hin oder her, du scheinst nicht ganz bei Trost zu sein.

Ich bin wirklich verrückt, aber auf wundervolle Art.

- Vielleicht brauchen wir den Arzt wirklich. - Und ob.

Aber lass mich der Erste sein, der dir gratuliert.

- Weswegen? - Meine Liebe, du wirst Mutter!

- Wiedersehen, Mrs. Denham. - Wiedersehen.

- Wiedersehen. - Wiedersehen, Mrs. Higgins.

Wiedersehen.

Wiedersehen, Mrs. Higgins.

- Es kann losgehen, Mister. - Sehr wohl, Miss.

Wiedersehen, Jeanie. Wiedersehen, Betsy.

Henrietta, warum weinen Sie denn?

Ich kann nicht anders. Ich bin ja so glücklich.

Das ist kein Grund, sentimental zu werden.

Warum weinen Sie denn dann?

Warum nicht? Darf ich nicht auch glücklich sein?

Mrs. Higgins hat gesagt, in Gesellschaft von feinen Leuten

müssen wir uns wie feine Damen benehmen.

Ich vergesse es bestimmt nicht.

Herrje.

Würden Sie Mr. Morgan sagen, dass Miss Blair und ihre Schwester hier sind?

Hallo, Mister.

Sehe ich das richtig, dass das Vieh ebenfalls bei Mr. Morgan zu Besuch ist?

- In der Tat. - Herrje.

- Eine Miss Blair und ihre Schwester, Sir. - Tante Genevieve, sie sind hier.

Hallo.

Lockenkopf.

Wo um alles in der Welt kommt der Zoo her?

- Sie waren direkt hinter uns. - Hinter euch?

Auf dem Rücksitz.

Tante Genevieve, das ist unsere neue Familie.

- Mary, Elizabeth, das ist Tante Genevieve. - Ich freue mich, dass ihr zwei hier seid.

- Komm doch rein. - Hallo.

Hallo.

Reynolds, würden Sie es bitte auch unseren anderen Gästen bequem machen?

Sie meinen das Vieh, Sir?

Genau.

Butler für ein Pony und eine Ente!

Ich verbitte mir jegliche Dummheiten.

Hast du mich verstanden?

Herrje.

- Und wie gefällt dir dein neues Zuhause? - Ganz toll.

Möchtest du dich ein bisschen umsehen?

Zuerst würde ich gern sehen, wo Spunky und Betsy schlafen.

Elizabeth muss sich vor dem Essen ausruhen.

- Aber... - Mr. Jones hat strikte Anweisungen gegeben.

Er besteht darauf, dass die zwei die beste Fürsorge erhalten.

- Darüber dürfen wir uns nicht hinwegsetzen. - Das denke ich auch.

Mr. Jones hat gewonnen, aber wir sehen uns dann beim Essen.

Komm, Kleines.

Frühstück um acht, Mittagessen um eins.

Abendessen um sieben.

Herrje.

Das wird Ihnen helfen, Miss.

Gestatten Sie.

Jetzt bin ich wie ein Erwachsener.

- Danke, Sir. - Ich danke Ihnen, Miss.

Aber ich habe gar nichts gemacht.

Möchten Sie sich nicht auch setzen?

Also...

- Den Kaffee auf der Terrasse, Reynolds. - Sehr wohl, Sir.

Darf ich Mr. Reynolds etwas unter vier Augen sagen?

Ich denke schon. Aber bleib nicht zu lange.

Bestimmt nicht.

Ich wollte mich für das schöne Essen bedanken, Sir.

Ich danke Ihnen, Miss.

Wünschen Sie noch etwas, Miss? Was ist denn, Miss?

Könnten Sie kurz runterkommen, damit ich mit Ihnen reden kann?

Sie sind wirklich unverbesserlich, Miss.

Wollen Sie mein Freund sein?

Und wenn ich bei Tisch was falsch mache, würden Sie mir dann helfen?

Das werde ich, Miss.

- Versprochen? - Versprochen, Miss.

Ich werde mich stets bemühen, Sie wie eine Prinzessin zu bedienen.

Wie eine Prinzessin? Sie sind aber nett.

- Glücklich? - Ich wusste nicht, dass es so viel Glück gibt.

Sagen Sie es mir, wenn Mr. Jones noch etwas tun kann?

Er hat schon genug getan.

- Aber Sie könnten mir einen Gefallen tun. - Welchen?

Erzählen Sie mir von Mr. Jones.

Weil ich ihn nicht kenne und nicht weiß, wie er aussieht, erscheint er mir so merkwürdig.

Er ist auch ein merkwürdiger Mensch. Ein sehr merkwürdiger sogar.

Vielleicht sollte ich Ihnen erzählen, was er kürzlich zu mir gesagt hat.

Ja bitte.

Er sagte, er sei sein ganzes Leben von Sehnsucht getrieben worden.

Der Sehnsucht, um seiner selbst willen geliebt zu werden.

Er hat die ganze Welt bereist - Europa, Ägypten, den Orient -

und überall nach schlichtem Glück und wahrer Freundschaft gesucht.

- Hat er es nie gefunden? - Kein wahres Glück.

Er wird es eines Tages finden, da bin ich mir sicher.

Vielleicht haben Sie Recht und das Glück kehrt schon bald bei Jones ein.

Vor seiner Abreise nach Europa sagte er, er hätte immerhin Hoffnung.

Könnte ich ihm doch nur für alles danken.

Sagen Sie ihm, wie dankbar ich dafür bin, was er für uns getan hat.

Ihm reicht die Gewissheit, dass Sie und Lockenkopf hier glücklich sind.

Das weiß ich ganz sicher.

Das ist doch kein Traum, oder?

Nein, Schatz. Leg dich jetzt hin.

Schlaf schön. Hast du auch gebetet?

Ja?

Mein Pyjama ist ganz weich. Woraus ist der wohl gemacht?

- Seide. - Wirklich?

Ach du meine Güte.

Gute Nacht, Schatz.

Gute Nacht.

Onkel Edward sagt, Mr. Jones schickt dich auf eine Musikschule.

Und er will mir eine Ponykutsche und ganz viele hübsche Kleider schenken.

Ich weiß, ich kann das alles gar nicht glauben.

Aber jetzt reden wir nicht weiter darüber. Es ist Schlafenszeit.

Gute Nacht.

Ist Mr. Hiram Jones sehr reich?

Das muss er wohl sein.

Glaubst du, er ist vielleicht der reichste Mann der Welt?

Schon möglich.

Der reichste Mann auf der ganzen Welt! Ach du meine Güte.

- Ihre Rechnungen aus Southampton. - Danke.

Zwei Wasserskibretter. Ist das nicht zu gefährlich für die Kleine...?

Gefährlich? Sie schwimmt wie ein Fisch.

Ich glaube eher, sie ist in Wirklichkeit Neptuns Tochter.

2 WASSERSKIBRETTER - 40 DOLLAR

PONYKUTSCHE - 167,50 DOLLAR

HULA-KOSTÜM - 45 DOLLAR UKULELE - 8 DOLLAR

Ich hoffe, es hat Ihnen geschmeckt, Miss Elizabeth.

- Ich esse immer gern. - Eine gute Angewohnheit.

- Hat es meinen Tieren auch geschmeckt? - Oh ja, Miss.

- Und kriege ich ein leckeres Abendessen? - Selbstverständlich, Miss.

- Sie verbeugen sich zu viel. - Verzeihung, Miss.

Da, schon wieder.

Ich bekomme noch Rückenschmerzen.

Herrje.

PUALANI, DU HAST EINE GROSSE SPINNE UNTERM ROCK

Ist das nicht das witzigste Bild aller Zeiten?

Pass auf, die Sonne ist zu grell für deine Augen.

Aber hierbei passiert nichts. Das ist nur die Witzezeitung.

Habe ich dir die nicht schon dutzendmal vorgelesen?

- Liest du sie mir noch mal vor? - Wenn du möchtest.

Aber warten wir lieber, bis du deinen Mittagsschlaf gehalten hast.

Ist gut. Aber ich werde es nicht vergessen.

Jimmie, der Atlantik ist ohne dich um einiges ruhiger.

- Warum schwimmst du heute nicht? - Ich musste arbeiten.

Ich hoffe doch nicht, dass du die Fliegerei als Arbeit bezeichnest.

Mary liebt Fliegen. Sie hat mich schon oft begleitet.

Sie hat mir davon erzählt. Du warst diesen Sommer sehr nett zu ihr.

- Das ist auch nicht schwer. - Ich dachte mir, dass dir das leicht fällt.

Ich würde gern mit Ihnen über Mary reden.

- Dagegen gibt es nichts einzuwenden. - Sie ist ein wundervolles Mädchen.

Wir hatten den Sommer über viel Spaß.

Irgendwie mögen wir immer dieselben Dinge.

Sie fliegt gern, sie ist eine tolle Tänzerin

und wir treiben beide gern Sport.

Und wenn wir nicht zusammen sind, denke ich die ganze Zeit an sie.

Ich würde gern mit ihrem Vormund Mr. Jones über sie reden.

- Nur ist er derzeit leider in Europa. - Was möchtest du ihm denn sagen?

Mary will keine Entscheidungen treffen,

zumindest keine wichtigen, ohne Mr. Jones um Erlaubnis zu fragen.

- Vielleicht könnte ich ihm schreiben. - Weshalb denn?

Das kann ich Ihnen leider nicht sagen.

- Mary weiß ja selbst noch nichts davon. - Ich verstehe.

Meinen Sie nicht, ich sollte ihm schreiben... Hallo, Mary.

- Hallo, Jimmie. - Wie geht's dir?

Das Wasser war wunderbar. Hast du ihm eine Karte verkauft?

- Ich habe es vergessen. - Eine Karte wofür?

Du weißt noch nichts davon? Für unsere Show.

- Was? - Eigentlich ist es Lockenkopfs Show.

Ich helfe nur. Es ist für einen guten Zweck.

- So? - Lockenkopf hatte eine wundervolle Idee.

Sie hat das Waisenhaus nicht vergessen.

Sie möchte Geld für neue Spielsachen aufbringen.

WOHLTÄTIGKEITSGALA FÜR DAS WAISENHAUS LAKESIDE

- Schön, dass Sie kommen konnten. - Das hätte ich um keinen Preis verpasst.

Das ist der schönste Tag in meinem ganzen Leben.

LIED GESUNGEN VON MISS MARY BLAIR

LIED GESUNGEN VON MISS ELIZABETH BLAIR

Ich würde alles tun, um dich glücklich zu machen.

Ich mag dich wirklich sehr.

Aber ich kann dich nicht heiraten.

Gibt es einen anderen?

- Das kann ich dir nicht sagen. - Ich hab's gewusst.

Ich habe dich beim Essen beobachtet...

Du siehst Mr. Morgan immerzu an.

- Warum sollte ich das nicht? - Weil ich ihn nicht mag.

Er ist arrogant, und weil er alles Geld der Welt hat, denkt er...

Ich werde nicht zulassen, dass du so über ihn sprichst.

Verzeih mir.

- Schon gut. - Ich werde dich immer lieben.

Selbst wenn du sagst, dass du meine Gefühle nicht erwidern kannst.

Jetzt setz dich endlich hin. Du machst mich noch ganz kribbelig.

- Ich bin nur rastlos. - Das bist du schon seit drei Tagen.

Seit du für die Show hergekommen bist.

Fällt dir nichts Interessanteres ein? Ich bin einfach nur nervös.

Ja, ich glaube, ich wüsste ein anderes Gesprächsthema.

- Das wäre gut. - Also schön.

Mal sehen, worüber sollen wir reden?

- Hast du Mary seit dem Essen gesehen? - Nein.

Sie ist mit Jimmie weggegangen, oder?

- Woher soll ich das wissen? - Sind sie nicht ein schönes Paar?

- Findest du? - Er liebt sie wirklich sehr.

Er ist eine gute Partie. Beide Seiten der Familie sind vermögend.

Deshalb ist er wohl auch so arrogant.

Und wegen dieser Spielzeuguniform.

Ich wusste gar nicht, dass er dir so aufgefallen ist.

Es überrascht mich, dass du sogar weißt, wie er sich kleidet.

Er ist ein eingebildeter Tunichtgut.

- Hör bitte auf zu lachen. - Von wegen.

Edward Morgan, rasend vor Eifersucht wie ein sechzehnjähriger Casanova.

Das ist der schönste Moment meines Lebens.

Ich bin nicht eifersüchtig. Mary ist mir völlig gleichgültig.

Sie ist nur hier, weil Elizabeth sonst nie hätte hierher kommen können.

- Ich habe keinerlei Interesse an Mary. - Da bin ich aber erleichtert.

- Warum? - Weil mir einige Dinge aufgefallen sind.

Ich war überzeugt, dass du Mary sehr gern hast.

- Und dann wäre die Sache kompliziert. - Warum?

Aus folgendem Grund:

Ich glaube, dass Jimmie noch vor Ende des Sommers um Marys Hand anhalten wird.

- Woher willst du das wissen? - Ich habe ihn beobachtet.

Und du denkst, daraus kannst du solche Schlüsse ziehen?

Jede Frau in meinem Alter und mit meiner Erfahrung wüsste da Bescheid...

Unsinn.

Worüber denkst du nach?

Ich habe mich entschieden. Ich kaufe das schnellste Flugzeug überhaupt.

Etwa um es selbst zu fliegen?

Natürlich, warum denn nicht?

Und außerdem werde ich diese ganzen Modetänze lernen.

- Ich werde dich glücklich machen. - Das glaube ich dir.

- Hallo. - Entschuldigen Sie bitte.

- Ich möchte mit Ihnen reden. - Ab jetzt müssen Sie mich fragen.

Was?

Ich möchte es ihm sagen. Ich bin ein Glückspilz.

Wie meinen Sie das?

- Mary und ich haben uns gerade verlobt. - Verlobt?

Und ich bin so glücklich, dass ich es in die ganze Welt herausschreien möchte.

Das kann ich gut verstehen. Sie können sehr stolz sein.

Mary ist ein tolles Mädchen.

- Dann darf ich Ihnen als Erster gratulieren. - Danke.

Mary, herzlichen Glückwunsch.

Ich hoffe, dass Sie beide sehr glücklich werden.

- Ich werde alles dafür tun. - Da bin ich mir sicher.

Und wenn ich irgendetwas tun kann, um zu Ihrem Glück beizutragen, egal was...

- Lassen Sie es mich bitte wissen. - Sie sind wirklich nett.

- Ich meine es ernst. - Danke.

Gute Nacht und die besten Wünsche für die Zukunft.

Onkel Edward.

Aufwachen.

Ach du meine Güte.

Wenn du immer noch nicht wach bist, springe ich noch mal.

Lieber nicht.

- Aber nicht wieder einschlafen. - Es ist Sonntag...

Oh nein, Sir.

Also schön, du hast gewonnen.

- Liest du mir die Witzezeitung vor? - Moment.

Frühstück? Sonntagsschule?

Kommst du mit in die Sonntagsschule?

- Klar. - Reiten wir zusammen hin?

- Ich hole dir deinen Morgenmantel. - Gut.

Das reicht jetzt aber.

Und jetzt erzähl mir, was du gemacht hast, während ich weg war.

Ich war eine ganze Woche in der Stadt. Was hast du getrieben?

- Ich habe mir gewünscht, du wärst hier. - Alte Schmeichlerin.

- Gab es dafür einen besonderen Grund? - Einen ganz besonderen sogar.

- Ich wollte mit dir über etwas reden. - Über was denn?

Na ja, ich wollte mit dir über das Heiraten reden.

Was?

Wie kommst du denn auf so eine Idee?

- Bitte nicht lachen. - Verzeih. Das ist ja etwas ganz Besonderes.

Was genau möchtest du denn über das Heiraten wissen?

- Was genau bedeutet Heiraten? - Wie bei Jimmie und Mary?

Es bedeutet, dass sie zusammen in ihrem eigenen Haus wohnen.

Mary hat gesagt, ich wohne dann auch bei Jimmy.

Heißt das, dass Jimmie mich auch heiratet?

- Das erkläre ich dir ein andermal. - Ich will Jimmie aber nicht heiraten.

- Warum denn nicht? - Weil ich will, dass wir dich heiraten.

Du hast es faustdick hinter den Ohren.

Und jetzt raus hier. Ich muss mich anziehen.

Komm.

Also, Frühstück, Witze, Sonntagsschule und Mittagessen.

- Und dann habe ich eine Überraschung. - Ist es ein Geschenk?

Das kann ich dir nicht sagen, sonst wäre es ja keine Überraschung mehr.

Herrje.

- Sieh dir Tante Genevieve an. - Wie gemein, mich zu beobachten!

- Auch Wachstumsschmerzen? - Warum nicht?

- Was ist mit meiner Überraschung? - Ich habe sogar zwei Überraschungen.

Zwei?

Komm, Schatz.

- Nummer eins? - Ich kann es kaum erwarten.

Du brauchst auch nicht mehr zu warten.

Setz dich her und hör gut zu.

Na gut.

- Du bist ein echter Wonneproppen. - Das war wundervoll.

Danke. Hast du auch ein Geschenk?

Ja, eins für dich und eins für Mary.

Sagst du ihr bitte, sie soll auch herkommen?

Onkel Edward hat eine Überraschung für uns.

Gib doch zu, dass du in Mary verliebt bist.

- Warum sagst du es ihr nicht? - Weißt du es noch nicht?

Sie hat sich mit Jimmie verlobt.

Hast du ihr denn gesagt, dass du sie liebst?

Da ist sie, Onkel Edward.

- Bekomme ich meine Überraschung zuerst? - Sicher.

- Super. - Bitte sehr.

Eine Perlenkette.

Perlen?

Die sehen genauso aus wie die Steine am Strand.

Gefallen sie dir?

Rollschuhe wären mir lieber gewesen.

Dann legen wir die einfach noch obendrauf.

Ich reise nächste Woche nach Europa.

Ich wollte Ihnen ein Verlobungsgeschenk geben und Ihnen alles Gute wünschen.

Das kann ich nicht annehmen.

Warum nicht?

Ich liebe Jimmie nicht wirklich. Wir haben die Verlobung gelöst.

Ich habe es ihm gestern Abend gesagt.

Dann werden Sie ihn nicht heiraten?

- Mary, du solltest wirklich aufpassen. - Warum?

Sonst heiratest du nachher gar nicht.

Ich habe Onkel Edward gefragt, ob er uns heiratet und er will nicht.

- Das ist doch nicht dein Ernst? - Doch.

Habe ich dich gefragt oder nicht, Onkel Edward?

Mary, warten Sie, ich möchte mit Ihnen sprechen.

Was haben sie denn? Sie sind irgendwie so nervös.

- Wir gehen für ein Jahr auf Reisen. - Das klingt himmlisch.

- Das wird es auch. - Können wir unser Glück nicht teilen?

- Was meinst du damit? - Mit dem Menschen, der es ermöglicht hat.

Mit Mr. Jones?

Törichter kleiner Liebling. Es gab nie einen Mr. Jones.

Heißt das, du bist...?

Mary, kann Onkel Edward mir jetzt die Witzezeitung vorlesen?

Herrje.

Untertitel: Visiontext Anke Mittelberg

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