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DON CAMILLO UND PEPPONE
Das ist das Dorf: Eine kleine Welt, irgendwo in Norditalien.
Dort, auf üppigem und flachem Land, zwischen Fluss und Bergen,
zwischen Po und Apennin, herrschen im Winter Nebel und Regen.
Im Sommer erhitzt die Sonne die Gemüter,
bringt die Gehirne zum Kochen, und aus allem entsteht Streit.
Hier werden politische Leidenschaften im Nu gewalttätig, der Kampf ist hart.
Aber die Menschen bleiben immer noch Menschen.
Und so geschehen hier Dinge, die nirgendwo sonst möglich sind.
Es ist Frühsommer 1946,
vor einigen Tagen wurde der Gemeinderat gewählt.
Die Roten haben die Mehrheit erhalten.
Jesus, seht Ihr, wie weit es kommt? Schaut nur, wie sie triumphieren!
Sie dringen noch mal in Euer Haus ein und trampeln uns auf den Füßen herum!
Letzten Sonntag sagte ich ihnen von der Kanzel meine Meinung,
und am gleichen Abend lauerte mir einer auf und hat mich verprügelt.
Du hast es dir gefallen lassen? Recht so. Selig sind die Friedfertigen.
Ich trug 3 Dutzend Eier, das hat ihn gerettet,
und es war sehr dunkel, ich habe ihn nicht erkannt,
aber wenn ich das rauskriege, dann...
Man soll denen verzeihen, die uns beleidigen, das ist die Regel.
Außerdem tat dir eine kleine Abreibung ganz gut.
Damit du endlich begreifst, dass Politik nicht in mein Haus gehört.
Trotzdem, ohne Euch kritisieren zu wollen,
ich hätte an Eurer statt nie erlaubt, dass Peppone Bürgermeister wird.
Die Männer des neuen Gemeinderats können weder lesen noch schreiben.
Analphabeten sollen Verwaltungsarbeit machen!
Als Kinder hatten sie keine Zeit für die Schule,
sie mussten auf dem Feld arbeiten. Das Leben ist hart.
Meine Schuld?
Nicht die Grammatik zählt, sondern das Herz.
Lass sie erst einmal arbeiten, bevor du sie kritisierst.
Mit Euch kann man nicht diskutieren.
Hört Ihr das? Und ich habe ihnen Noten lesen beigebracht!
Hoch, Peppone!
Du, willst du nicht klatschen?!
Hoch, Peppone!
- Jetzt mach doch auch mit! - Hoch, Peppone!
Das ist Anwalt Spiletti,
der einzige aus der Opposition, der gewählt wurde.
Und das ist Fräulein Christina, die alte Lehrerin.
Sie ist 85 Jahre alt und lebt von ihren Erinnerungen.
Was sie vom Fenster aus sehen, ist für sie der Anfang vom Ende.
Kommen die Männer zu ihr herauf?
Sie hat keine Angst. Sie kennt alle nichtsnutzigen Burschen.
Jedem einzelnen hat sie einst die Ohren lang gezogen.
Hallo! Hallo!
Was soll das, das ist viel zu leise, gib mehr Saft!
Jeder soll es hören!
Der Endkampf naht! Vereinigen wir uns!
Vereinigen wir uns! Der Endkampf naht!
So ist es gut.
Seht nur, Herr, die Lautsprecher werden direkt auf uns gerichtet!
Hausfriedensbruch!
Was soll ich tun, Camillo? Das ist der Fortschritt.
Guten Tag, Fräulein Christina.
- Wer bist du? - Gina, Gina Filotti.
- Kennen Sie mich nicht mehr? - Gina!
Ist das möglich, jetzt muss ich zu dir aufschauen.
- Ich bin klein geworden. - Sie haben sich gar nicht verändert.
Und ob, und ob!
- Warst du auch brav im Internat? - Jawohl.
Kommst an einem schlechten Tag zurück. Sieh nur.
Genossen!
Genossen!
Gleich spricht zu euch der Genosse Bezirksleiter aus der Stadt.
Wir feiern heute den Sieg des Volkes
und der Demokratie!
Außerdem habe ich große Neuigkeiten:
In Kürze legen wir den Grundstein zum Volkshaus!
Darin wird es eine Bibliothek geben, mit schönen Büchern.
Einen Tanzsaal, ein Kino und andere kulturelle Einrichtungen.
Sowie einen Gymnastikraum zur körperlichen Ertüchtigung
Das wird euer Haus!
Das Haus des Volkes!
Ein Volkshaus?! Wo habt ihr das Geld her?
Und jetzt spricht der Genosse Bezirksleiter.
Genossen! Ich will euch gratulieren!
Ich beglückwünsche den Genossen Giuseppe Potazzi, unseren Peppone!
Ihm vor allem gebührt unser Dank für den Sieg über den Volksfeind.
Jesus, ich beginne mit dem Marsch auf Rom.
Bleib hier. Das geht dich alles gar nichts an.
Nur hier darfst du tun, was du willst.
Hier darf ich?
Natürlich, das ist dein Haus.
Wir müssen legal bleiben. Wir können nicht tun, was wir tun müssten.
Nämlich alle Volksfeinde an die Wand stellen und abknallen!
- Was ist das? - Das ist Don Camillo.
- Bring ihn zum Schweigen. - Leicht gesagt.
Ich müsste eine Kanone auf den Turm richten.
Mit 'nem Karabiner geht das auch.
Aber der erste Schuss müsste sitzen, denn wenn er zurückschießt!
Warum hört er auf zu läuten? Warum lässt er sie reden?
Ist er ihr Komplize? Ich habe immer gesagt, er ist ein Bolschewist!
Der Mann mit der Fahne, ist das nicht Mariolino?
Fahne? Ja, das ist er.
Ein ganz roter. Sein Vater steht auch auf der Tribüne.
Eine feine Familie, lauter Verbrecher!
Genossen! Habt ihr das gehört?
Wir dulden keine Angriffe mehr auf die Versammlungsfreiheit!
Die, die sich im Schatten des Kreuzes verstecken und das Volk betrügen,
sind dieselben, die Christus verraten haben...
Sie stürmen die Kirche! Das darf man nicht zulassen!
Dass ich das erleben muss!
Gina! Bist du's? Du hast dich aber rausgemacht!
- Bist ja eine richtige Frau! - Was dachtest du denn?
- Eine Ziege? - So was Ähnliches warst du früher.
Ich hab's eilig, sehen wir uns heute Abend?
Ich will dich nicht sehen, lauf deinen Banditen hinterher.
Meine Banditen sind immer noch besser als dein Priester!
Genossen!
Wieder ein Genosse mehr!
Ein hübscher Bengel, er ähnelt dir!
Seht euch Don Camillo an!
Er freut sich nicht über seinen Sieg,
sondern über das Glück seines alten Feindes Peppone.
Die beiden haben seit vielen Jahren Streit.
Sie waren zusammen im Krieg und kehrten zusammen zurück.
Immer zusammen, und immer hatten sie Streit.
Als eines Nachts plötzlich das alte, verlassene Haus brannte,
waren alle gekommen und fragten sich, wie es sein kann,
dass ein Steinhaufen brennt.
Ich möchte wissen, warum diese Steine so brennen.
Zurück, Don Camillo!
- Gehen Sie nicht näher. - Kümmere dich nicht um mich.
Ich kümmere mich nicht um Sie! Aber man sucht nicht grundlos Gefahr.
- Was für eine Gefahr, brennende Steine? - Da brennt Benzin und anderes...
Was?
- Vielleicht lagert da noch anderes. - Was denn zum Beispiel?
Ich weiß nichts.
- Du glaubst also... - Ich glaube nichts!
Oder hat ein Revolutionär etwa weniger Mut als ein reaktionärer Pfaffe?!
- Bleib stehen! - Von wegen.
Gehen Sie Ihre Geranien gießen, von wegen Mut!
Stehen bleiben, Don Camillo!
Ich hätte Sie besser gehen lassen.
Dann hätte ich den reaktionärsten Priester in die Luft fliegen sehen.
- Ich wäre nicht hingegangen. - Warum?
Weil im Keller 6 Kanister Benzin, 300 Granaten, 95 Gewehre,
2 Kisten Patronen, 7 Maschinengewehre und 3 Zentner Sprengstoff lagerten.
Da staunst du!
Ich hab alles gezählt in deinem Depot, bevor ich es angezündet habe.
- Eigentlich müsste ich Sie umbringen. - Mich umbringen?
Das ist nicht leicht.
Sie haben mir einen Gefallen getan. Das Waffenlager hat mich nur belastet.
Aber Sie sagten, 7 Maschinengewehre? Waren es nicht 8?
- Wer hat das achte genommen? - Ich.
Wenn die proletarische Revolution ausbricht, verteidige ich die Pfarrei!
Sie landen mit mir in der Hölle.
So ging das schon seit Jahren.
Don Camillo erinnert sich noch genau an die Prügel,
die er von einem geheimnisvollen Unbekannten bezog.
Und Peppone weiß noch,
wie die Glocken seine Wahl eingeläutet haben.
Und eines Morgens, als der Küster die Glocken läuten will...
- Was ist los? Wer war das? - Ich glaube...
- Was? - Gestern hab ich ihn gesehen.
- Wen? - Gestern Abend.
- Wen denn? - Peppone.
Den Bürgermeister! Und die Kirche steht unter Denkmalschutz!
Anstatt den Glockenstuhl zu renovieren,
sprengt er ihn in die Luft! Warum hast du mir nichts gesagt?
Als er aus der Kirche kam, dachte ich, er hat vielleicht gebeichtet.
- Gebeichtet? - Jawohl.
Der soll seine Absolution haben!
- Camillo, wirf das weg! - Wie bitte?
Wirf das weg, das ist sehr hässlich.
Das ist keine Eiche, sondern Pappel. Ganz weich, Herr.
Wirf es weg und denke nicht mehr an Peppone!
Wie soll ich nicht mehr an Peppone denken, wenn Ihr seine Frau schickt?
- Was gibt's? - Ich möchte das Kind taufen lassen.
- Von wem ist es? - Von mir.
- Und wer ist der Vater? - Mein Mann natürlich.
Wer sollte sonst der Vater sein!?
Warum sind Sie beleidigt? Eure Partei ist doch für freie Liebe.
- Und wie soll er heißen? - Libero Antonio Lenin.
Dann lasst ihn bei den Russen taufen!
Gehen wir.
Habt Ihr gehört? Diesmal hab ich's den Gottlosen gezeigt!
Das war unrecht, ruf die Frau zurück und taufe das Kind.
Die Taufe ist keine harmlose Komödie...
Ich weiß, was die Taufe bedeutet.
Wenn das Kind ungetauft stirbt, kann es nicht ins Paradies.
Aber warum soll es sterben, es ist völlig gesund.
Ich verstehe, ich hab mal wieder Unrecht, ich bringe es in Ordnung.
Ich gehe erst, wenn mein Sohn auf den Namen getauft ist, den ich wünsche.
Das Rathaus ist schräg gegenüber, hier ist die Kirche.
Sie wissen, dass meine Bauchdecke nicht mehr heil ist.
Sie waren ja dabei, als wir mit Granaten bepflastert wurden.
Also, keine Tiefschläge.
- Keine Bange, ich schlage höher. - Gut.
Wie spät ist es denn?
Gut, Sie haben gesiegt.
Der war für die Taufe und der für das Feuerwerk.
- Welches Feuerwerk? - Spiel nicht den Unschuldigen.
Mehr könnt ihr nicht, zerstören und niederreißen.
Und so was will ein Volkshaus bauen?
Still, du kleiner Bolschewist!
Er ist klüger als sein Vater.
Wovon bezahlst du die Baukosten für das Volkshaus?
Das findet sich.
Hier im Ort kriegst du nicht mehr als 10 Ziegel.
Seit 10 Jahren will ich den Kindergarten bauen.
Aber ihr mit euren Versprechungen, das kostet ja nichts.
Also, taufen wir deinen Schatz?
Und, wie soll er heißen?
Libero... Antonio...
Camillo.
- Auch Camillo? - Ja.
Dann darfst du ihn auch Lenin nennen.
Neben Camillo verschwindet dieser Herr.
Bringt mir das Kind.
Pate ist der alte Ciro, von der Bruciata, der Großvater Mariolinos.
Auf der Bruciata wächst ungefähr so viel wie auf einer Glatze.
Würde man hier Dynamit aussäen, ginge es vielleicht hoch.
Aber Ciro und sein Sohn Brusco wollen Getreide wachsen lassen.
Mariolino!
Auf der anderen Seite das Gut der Filottis, Ginas Familie.
Dort braucht man den Boden nur etwas zu streicheln, schon wächst das Korn.
Armut und Reichtum,
die Sonne und dazu die Politik,
genügend Anlass für tödlichen Hass.
Die Mauer wurde gebaut, damit kein Malheur passiert.
Bist du verrückt? Am helllichten Tag? Mein Vater darf uns nicht sehen.
Warum bist du neulich nicht gekommen? Ich hab bis zum Abend gewartet.
- Aber du hast mich doch weggejagt. - Es war nichts. Ich war nur wütend.
Du bist hübsch.
Du bekommst ja schon einen Bart.
Deine Hände glühen, bist du so gerannt?
Nein, gar nicht.
Da hätten wir Romeo und Julia...
Ihre Eltern wurden schon Feinde, als die zwei noch kleine Kinder waren.
Damals gab es die Mauer noch nicht,
und der kleinste Zwischenfall führte zum Streit.
Der Streit wurde von den Müttern auf die Väter übertragen,
dann mischten sich die Verwandten ein...
und schließlich sogar die Großväter.
- Dein Peppone ist ein Bandit! - Der Pfarrer ist ein Halunke!
Halunken seid ihr alle! Barbaren!
Mein Großvater! Wenn er mich erwischt, bringt er mich um.
- Bis heute Abend. - Bis heute Abend.
Hier bin ich.
Was machst du denn da?
Ich wollte sehen, ob die Äpfel reif sind.
Du sollst keine Äpfel pflücken, sondern fürs Examen lernen!
Das alte Schwein hat wieder die Tauben rausgelassen!
Mörder!
Widerlicher Mörder!
Stören dich meine Tauben, wenn sie über deinen Grund fliegen?
Sie nehmen mir die Sonne.
Die Sonne ist nicht für solche Alten wie dich da!
Wenn du noch einmal schießt, steck ich deine Bude in Brand!
Auf alles von da drüben wird geschossen! Da!
Da hast du deine verdammte Taube, hart wie Eisen!
Iss sie auf! Ersticken sollst du daran...
Aber die Taube ging nicht verloren.
Gina hat sie Christina gebracht, und die hat sie gebraten.
Christina hat 50 Jahre lang die Kinder des Ortes unterrichtet.
Seitdem sie sich zur Ruhe gesetzt hat, sorgen die Einwohner für sie.
Sie hofft, dass die Regierung ihr eines Tages eine Rente zahlen wird.
- Wer ist da? - Ich bin's, Scatatini.
Und wer sind die anderen?
Die gehören zu mir, Freunde. Wir möchten mit Ihnen was besprechen.
Kommt herein.
Was gibt's?
Wie Sie wissen, gab es Wahlen, und die Roten haben gesiegt.
Ich weiß. Lumpenpack!
- Aber das sind doch wir. - Trotzdem Lumpenpack.
Jedenfalls wissen wir, was wir wollen, und haben nichts nötig.
Aber wenn man in der Verwaltung ist,
müssen Berichte und Anträge an die Regierung geschrieben werden.
Nur Ihnen können wir vertrauen. Wir würden natürlich bezahlen.
Bezahlen?
Wir kommen jeden Abend vorbei, Sie lesen das Geschriebene noch mal durch,
und wenn ein kleiner Fehler drin ist, verbessern Sie ihn.
Zu spät. Ihr hättet lernen sollen, als Zeit dazu war.
Sie wissen, dass wir aufs Feld anstatt zur Schule geschickt wurden.
Es war nicht unsere Schuld.
Wer bist du?
Ach, Brusco von der Bruciata. Immer noch so hässlich.
Aber du hast Recht, es war nicht eure Schuld.
Setzt euch!
Hat der kleine Giuseppe endlich alle Zähne?
Gott sei Dank, er heiratet bald.
Und deine Schwägerin, Luigi, ist die noch so schlimm?
Im Alter wird's immer schlimmer.
Du verschwindest!
Ich?
Du hast mich zu sehr geärgert!
Das können Sie doch nicht machen, Fräulein Christina.
Warum nicht? Ein Flegel, der die Taschen voller Frösche hat?
Einmal kam er auf einer Kuh in die Schule geritten.
Aber er ist Bürgermeister.
Bürgermeister oder nicht, hinaus!
Oder ich gerbe dir das Fell! Los, hinaus!
Ich hab's euch gesagt, ich habe es zu toll getrieben.
Lass dich hier nie mehr blicken!
Ich werfe dich raus, und wenn du Kultusminister wirst!
Peppone ist ein Esel!
Das hat mir Peppone gebracht, 20 Plakate will er davon.
Hören Sie sich diesen Quatsch an. "Ich warne zum letzten Mal!
Gestern wurden wieder anonyme Beleidigungen
auf unsere Bekanntmachung gekritzelt.
Wenn der feige Schmierfink seine Provokationen nicht unterlässt,
kommt der Tag, an dem es zu spät ist. Meine Geduld währt nicht ewig!"
Bezirkssekretär Giuseppe Potazzi, genannt Peppone.
Was denn für eine Provokation, weißt du was davon?
Sie etwa nicht?
Jedesmal wenn Bekanntmachungen erscheinen, die von Fehlern wimmeln,
schreibt jemand darauf: "Peppone ist ein Esel."
Aber Peppone ist ein Esel, das stimmt. Esel sollten nichts publizieren,
sonst merkt man, was sie für Eseleien verzapfen.
Ich verstehe, die Leute sehen es und machen sich lustig.
Jetzt muss ich seine Plakate drucken, morgen früh will er sie haben.
Gute Nacht!
- Peppone ist ein Esel... - Und du, was bist du?
Was ich bin? Ich verstehe nicht.
Bist du nicht gestern Abend, als du dir Zigarren holtest,
einen Moment vor den Bekanntmachungen stehen geblieben?
Ich habe nur einen Blick darauf geworfen.
War nicht von Hand etwas auf das Plakat geschrieben?
Mir ist nichts aufgefallen... Verzeihung, ich muss in die Sakristei.
Warte, Camillo. Du hast also nichts bemerkt, als du stehen bliebst?
Wenn ich scharf nachdenke, war auf das Plakat etwas mit Rotstift geschrieben.
Oben, in die Ecke, rechts. Aber jetzt muss ich wirklich gehen.
Schäm dich! Du machst dich über ihn lustig, weil er nur Volksschule hat.
Alle lachen ihn jetzt aus, hörst du? Das hast du angerichtet!
Peppone ist ein Esel...
Herr, das wollte ich nicht, was soll ich tun?
- Wer gesündigt hat, soll Buße tun. - Heilige Jungfrau, hilf!
- Sie hat nichts damit zu tun. - Sie ist immerhin Eure Mutter.
Don Camillo!
Ich will büßen, Herr. Hier, eine halbe Zigarre.
Ihr wisst, dass ich mir diese Woche keine mehr kaufen kann.
- Seht, was ich mit ihr mache. - Sehr gut, Camillo.
Ich nehme deine Buße an.
Aber wirf auch die Reste fort, sonst rauchst du sie in der Pfeife.
- Guten Abend, Herr Pfarrer. - Guten Abend, Herr Bürgermeister.
Ich komme nicht als Bürgermeister, sondern als Christ.
Ich möchte beichten.
Gott sei mit dir, Sohn.
Du brauchst seine Verzeihung dringender als jeder andere.
Wann hast du zum letzten Mal gebeichtet?
- Das war 1918. - 1918...
Was du alles zu beichten hast, mit den schlimmen Ideen in deinem Kopf!
Ja, ziemlich viel.
Komm mit mir.
Peppone hat seinen Sack schnell geleert.
Aber die Sünde, die am schwersten zu beichten ist, hebt er bis zuletzt auf.
Ich war das, der Sie vor einem Monat mit einem Knüppel verprügelt hat.
Das warst du.
Ich meinte nicht den Diener Gottes, sondern den politischen Gegner.
10 Vaterunser, 10 Ave. In Deo te absolvo...
Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes, Amen.
- Jesus, ich zermalme ihn! - Nein, ich habe ihm vergeben,
- du musst ihm auch vergeben. - Herr, denkt an meine Verdienste,
und lasst mich diese Kerze auf seinem Schädel zerschlagen!
Nein. Deine Hände sind zum Segnen da, nicht zum Prügeln!
Meine Hände sind zum Segnen da... Und die Füße?
Gut. Wir sind quitt.
Schwamm drüber. Aber ich hab nicht alles gebeichtet.
Was? Ich habe dir die Absolution gegeben, du bist ein Betrüger!
Ich habe keine Sünden verschwiegen, sondern eher kleine Fehler.
Sie sind doch verpflichtet, mich vor Fehlern zu bewahren?
- Das ist unsere Pflicht. - Gut, passen Sie auf:
"Bürger!"
"Bürger! Jetzt wo es um die Festigung unseres Wahlsieges geht..."
Jesus, ich kann nicht mehr für meine Taten einstehen.
- Tu deine Pflicht. - Ich soll für die Revolution arbeiten?!
Rechtschreibung und Grammatik haben nichts mit Politik zu tun.
Komm mit und zeig mir deine Dichtung.
So.
Sehr gut.
Aber das verstehe ich nicht:
"Wir wollen die zu klein gewordene Schule vergrößern."
Und Sie schreiben:
"Wir wollen die zu klein gewordene Schule vergrößern
und den Glockenstuhl der Kirche erneuern."
- Wieso? - Das ist eine grammatikalische Regel.
Ihr Turm hat Glück, dass Sie Latein studiert haben.
Damit schwindet unsere Hoffnung, er könnte Ihnen mal auf den Kopf fallen.
Dem Willen Gottes muss man sich beugen. Zum Wohl!
Zum Wohl!
Übrigens der Kerl, der immer deine Plakate bekritzelt,
ich glaube, den kenne ich. Ich werde mit ihm reden.
Umso besser für ihn.
Den Knüppel von neulich habe ich nämlich aufgehoben.
Gute Nacht.
- Geht's mit dem Volkshaus vorwärts? - Ja, es macht sich.
Er hat noch nicht mal das Geld für einen Stein!
Wo hast du die Zigarre her?
Peppone hatte noch zwei, er hat nichts gemerkt.
Und er ist ja für Aufteilung des Privatbesitzes.
Don Camillo träumt in Frieden von seiner Gartenstadt.
Weil er sicher ist, dass es Peppone niemals gelingen wird,
sein Volkshaus zu bauen.
Der Genosse Bürgermeister bittet den Herrn Pfarrer, die öffentliche Feier
mit seiner Gegenwart zu beehren. Morgen um 10, auf dem Freiheitsplatz.
- Das wär's. - Was wird gefeiert?
Keine Ahnung.
Nein, ich komme nicht.
Ich will keine dummen Tiraden über die Reaktion und die Kapitalisten hören!
Ich kenne sie auswendig!
Es hat nichts mit Politik zu tun. Wir feiern was Soziales.
Wer nicht kommt, beweist, dass er ein Feind der Demokratie ist.
Dann komme ich.
Und Sie sollen in Uniform kommen, mit Werkzeug.
Werkzeug?
Weihwasser und Wedel, es gibt Zeugs zum Segnen.
Eine Feier für etwas Soziales?
Genossen und liebe Mitbürger!
Ich freue mich, den Grundstein legen zu können für unser Volkshaus.
Bald wird es unsere Gemeinde schmücken
als Symbol unseres Tatendranges
und des sozialen Fortschritts!
Unser lieber Herr Pfarrer erweist uns die Ehre, zu uns zu sprechen.
Liebe Freunde, ich wünschte, ich könnte ausdrücken, was ich fühle.
Welche Freude man mir gemacht hat, mich zu dieser Feier zu bitten!
Danke.
Don Camillo hat schlecht geschlafen. Wo hat Peppone das Geld her?
Endlich glaubt er, es erraten zu haben.
Gehören diese Quanten zum Herrn Bürgermeister?
Leute, die arbeiten, soll man nicht stören!
Ich gratuliere dir zu deinem Volkshaus, am Sonntag war das nicht möglich,
bei einer offiziellen Feier kann man ja nicht sagen, was man denkt.
- Das lässt sich leicht erraten. - Nicht alles.
Ihr Banditen habt doch nicht genug Geld, das Volkshaus zu bezahlen!
Und noch etwas Dringendes...
Was ist? Sind Sie verblödet?
Mir geht's blendend.
Weißt du noch, als du Partisan warst? Im Wald von Castelchiave?
Der Überfall auf die fliehende feindliche Kolonne?
Den Lastwagen, den ihr erobert habt?
Den Lastwagen mit dem Gold der Kriegsbeute und der Divisionskasse.
Und am nächsten Morgen...
Am nächsten Morgen hast du den Genossen Brusco und den Dünnen
in die Stadt geschickt, damit sie dort das Gold abgeben.
Die Ärmsten! Wie kamen sie zurück!
Zu Fuß! In was für einem Zustand! 3 Panzer hatten sie angegriffen.
Die Pechvögel! Wagen und Gold waren verloren.
Was soll das heißen?
Gar nichts. Ich träumte nur, dass es keine Panzer waren,
und der Wagen mit dem Schatz nicht verloren ging.
Ist doch immer dasselbe! Sie wollen uns durch den Dreck ziehen!
Schrei nicht, sonst platzt dir noch eine Ader.
Armer Peppone, dein Gedächtnis lässt nach.
Eine Aufstellung mit Empfangsbescheinigung.
Für den Wagen und das Gold haben wir 10 Millionen gekriegt.
Das Geld fließt wieder dem Volke zu, keiner von uns hat es angerührt!
Und wem das nicht passt, den machen wir fertig!
Ich auch.
Wir brauchen uns nicht zu streiten.
Das finde ich auch, außerdem sind wir uns ja einig.
10 Millionen sollen dem Volk zufließen.
Also 7 für das Volkshaus, und 3 für die Gartenstadt der Kinder des Volkes.
"Lasset die Kindlein zu mir kommen..." 7 plus 3...
macht 10 Millionen. Ich verlange nur, was mir zusteht.
Nun kann auch Camillo den Grundstein zu seiner Gartenstadt legen.
Aber die zwei Baustellen geben nicht allen Arbeit.
Das Elend ist groß.
Die Arbeiter erwarten von Peppone, dass er ihnen aus ihrer Not hilft.
Peppone hat die reichsten Grundbesitzer zu sich bestellt.
Doch die verschanzen sich hinter dem Gesetz.
Es sei nicht ihre Schuld, wenn es schlecht steht.
Wenn wir die Brücke bauen lassen, das Bewässerungssystem und den Kanal,
dann haben wir genug Arbeit für alle! Aber die Gemeinde hat kein Geld.
Darum habe ich Folgendes beschlossen:
Eine Grundsteuer von 1000 Lire pro Hektar, um die Arbeiten zu finanzieren.
Wenn Sie zustimmen, gut,
ansonsten kriegen Sie's mit denen zu tun, die hungern!
1000 Lire pro Hektar? Das ist viel Geld.
Der alte Filotti müsste 1 Million zahlen!
Seine Weigerung beeinflusst die anderen Grundbesitzer,
alle sind sich einig...
Wenn das so ist, rufen wir die Landarbeiter zum Streik auf.
Wir werden sehen, wer eure Felder bestellt!
Auf allen Gütern und Bauernhöfen wird die Arbeit eingestellt.
Am dritten Tage des Streiks hört man Filottis Kühe kilometerweit brüllen.
Die Streikposten verbieten, dass die Tiere gefüttert und gemolken werden.
- Wo gehst du hin? - Kühe melken, wir brauchen Milch.
- Oder ist das auch verboten? - Bleib hier, es hat keinen Sinn.
Die Streikposten lassen auch dich nicht durch.
Ja, auf so was kann man stolz sein!
Hörst du? Sie brüllen vor Schmerz!
Die Euter werden inzwischen hart wie Stein sein! Schämt ihr euch nicht?
Die Frau von Castaldi, die kann ihr Kind nicht stillen,
nur weil ihr Mann arbeitslos ist.
Der kleine Francesco musste nach Bologna ins Krankenhaus.
Er ist nicht der einzige, der hungert. Was bleibt ihnen übrig?
Besser die Kühe krepieren als die Menschen!
Mariolino...
Glaubst du, dass man irgendwo auf der Welt in Frieden leben kann?
Das sollte es geben, das ist sicher.
Sonst macht das Leben keinen Sinn.
He! Du! Bleib stehen!
Wo willst du hin?
Sachte, sachte, und vorsichtig mit dem Ding da!
Du darfst nicht weiter gehen.
Ich muss in den Stall! Hörst du die Rote?
Sie will kalben, wenn ich nicht helfe, geht sie ein.
Ich muss zu ihr, heute kalbt sie. Lass mich durch!
Gisellas Tochter hat mir erzählt, dass bei Bigiotti der Most verdorben ist.
Das stimmt, Brusco hat es meinem Mann erzählt.
Peppone hat in der Stadt Verstärkung angefordert,
die Streikposten werden verdoppelt. Sie kommen mit Maschinengewehren!
Das ist die Höhe! Nicht mal den alten Mann wollten sie reinlassen.
Mariolino hat mit dem Gewehr auf seinen Kopf gezielt.
- Auf wen? - Auf Giacomo, Filottis alten Knecht.
Die Rote kalbt heute, die krepiert natürlich. Und alle anderen auch!
Solche Euter haben sie und solche Bäuche!
- Jesus, alles hat seine Grenzen! - Die Banditen!
- Gott verdamme sie! - In der Hölle sollen sie braten.
Seid still! Ihr seid verrückt.
Schuld sind die Großgrundbesitzer, sie sind Egoisten!
Filotti und seine Kumpane, Gott wird sie in die Hölle verdammen!
Verzeiht, Herr, ich bin in Wut geraten,
ich weiß, Ihr habt auch mit den Sündern Mitleid,
aber die Kühe krepieren lassen, das ist dumm!
Herr, gebt, dass auf der anderen Seite kein Posten steht!
Wer da?
Antwortet oder ich schieße!
Achtung, ich schieße auch.
Sie haben gerade noch gefehlt, hätte mich auch gewundert!
Gefällt dir die Musik? Wenn sie tot sind, hast du noch mehr Arbeitslose!
Ich weiß, das ist ja der Mist auf dem Land.
In der Stadt schließt man die Fabrik und streikt, da melkt man nicht.
Aber wenn eine Kuh tot ist, kann man sie nicht wieder einschalten!
Stehen bleiben!
Ich mache ein Sieb aus Ihnen!
Peppone ist ein sturer Bock,
aber er schießt nicht auf einen Priester, der nur Gottes Befehl nachkommt.
Wer da?
Hör auf, ich bin's, Peppone.
Mach eine Runde, dann wachst du wieder auf.
Der schönste Stall weit und breit soll ein Friedhof werden!
Na los, komm doch!
Ich helfe der Roten, du gibst ihnen Heu.
- Danach müssen wir sie melken. - Nein, nein!
Sie arbeiten hart...
und als sie fertig sind...
müssen sie warten, bis es Nacht wird.
Ich hab solchen Hunger, ich könnte einen Bischof verschlingen!
Schwer verdaulich.
Zum Wohl.
- Sie brüllen gar nicht mehr. - Sind wohl inzwischen krepiert.
Sie sind wohl alle tot.
He, du!
Fahr in die Stadt und hol 50 Liter Desinfektionsmittel.
Erst sollen alle krepieren, bevor ich nachgebe.
Aber der Streik wurde beendet und das Leben kehrte auf die Felder zurück.
Die Verstärkung aus der Stadt trifft erst ein, als alles vorüber ist.
"Vorwärts, ihr Völker, vorwärts! Die rote Fahne, die rote Fahne..."
Du Streikbrecher, geh nach Hause!
"...die rote Fahne, die rote Fahne!"
Und da es heiß ist, bleibt ihnen nur eines übrig:
Etwas Gutes zu trinken.
Sieh mal, ein Pfaffe auf 'nem Fahrrad.
Vorsicht, das Hinterrad dreht sich!
Gib mal Gas, Herr Pfarrer.
Ich weiß, die Burschen aus der Stadt waren frech,
aber er hat 15 niedergeschlagen.
Das ist für unseren Ort nicht tragbar,
er ist kein Priester, sondern eine Dampfwalze!
Ja, ich verstehe.
Er ist eine Gefahr für Ihr Dorf, ja? Ich werde ihn versetzen.
Das lässt sich nicht vermeiden. Verzeihung.
- Ich schicke Ihnen Don Pietro. - Don Pietro?
Ja, der junge Priester hier. Der macht Ihnen keinen Ärger.
- Diese halbe Portion? - Aber Herr Bürgermeister!
Verzeihen Sie, aber wenn ich dem eine verpasse, fliegt er 20m weit weg!
Don Camillo rührt sich nicht vom Fleck!
Warum wollen Sie ihn denn schlagen?
So eine Bursche gehört in ein Kloster,
der sieht ja aus wie eine Kleiderpuppe.
Man beurteilt doch einen Priester nicht nach Größe oder Gewicht.
Wir sind keine Wilden, aber das Auge will auch was haben.
- Wir wollen sagen... - Sei still.
Wir wollen sagen, Sie sollen uns Don Camillo nicht wegnehmen.
Wir dachten nur, Sie könnten ihn an seine Pflicht erinnern.
Er soll sich nicht um Politik kümmern und niemanden verprügeln.
- Eine ordentliche Kopfwäsche! - Gut, meine Söhne, er hat es verdient.
Vielen Dank, Exzellenz.
Und du wirfst nicht nur mit Bänken um dich, sondern sogar mit Tischen!
- Auch ich werde manchmal schwach. - Ich weiß Bescheid.
Aber ein Priester soll Liebe verbreiten und nicht den Kraftmenschen spielen
und seinem Nächsten Tische an den Kopf werfen!
Schande! Du warst doch nicht allein, das war sicher ein geplanter Überfall.
Einer allein streckt doch nicht 15 Mann zu Boden!
Nein, ich war allein, ich schwöre es. Der Tisch fiel auf sie... der Tisch...
Er war so wie der.
So wie der?
Los, heb ihn hoch!
- Wie bitte? - Heb ihn hoch.
Schnell! Das ist der beste Beweis, wir werden sehen, ob du lügst.
Na los!
Wirf ihn fort.
- Wie bitte? - Wirf ihn fort!
Eins steht fest, mein armer Camillo, Bischof wirst du nie!
Was ist passiert? Sind Sie verletzt?
Nein, beruhigen Sie sich. Es ist nichts.
Ich war's. Camillo hat mich geärgert, da hab ich die Geduld verloren.
Diesmal wird ihm verziehen. Und der Bischof verspricht sogar,
zur Einweihung der Gartenstadt zu kommen.
Inzwischen wächst das Volkshaus langsam in die Höhe.
- Suchen Sie etwas, Herr Pfarrer? - Nein, ich kam nur so vorbei...
Das wächst ja langsam in die Höhe.
- Es ist ein Haus, kein Luftballon. - Ich eröffne schon in 3 Wochen.
- Was eröffnen Sie? - Die Gartenstadt.
Das Planschbecken ist noch nicht mal ausgehoben.
- Du spionierst?! - Nein, ich stelle nur fest.
Du weißt es also: Das Fußballfeld ist fertig, das weihe ich ein.
- Einweihung auf Raten? - Wann weiht ihr den Apparat hier ein?
Nicht böse werden, es soll keine übliche Einweihung werden
Weihen wir den Platz durch ein Spiel ein?
Dein Dynamo gegen meine Eintracht?
Wollen Sie Ihren Platz mit einer Niederlage einweihen?!
Einverstanden?
Jawohl, aber lassen Sie Ihre Marienkinder gut trainieren!
Kommst du am Sonntag zur Prozession, Bürgermeister?
Natürlich, ich hab noch nie bei der Segnung des Flusses gefehlt.
Unsere ganze Ortsgruppe kommt, mit der Fahne!
- Doch nicht mit eurer Fahne? - Warum nicht?
- Stört Sie die Farbe? - Nein, aber die Politik!
Die Prozession ist nicht politisch, sondern religiös.
Kommt ohne Fahne oder gar nicht.
Sie führen sich auf wie der Duce! Das mache ich mit Diktatoren!
Du demolierst noch dein Haus, anstatt es zu bauen.
Peppone beschließt, die Prozession zu boykottieren.
Er hat überall verbreitet, dass jeder, dem seine Haut lieb ist,
nicht daran teilnehmen soll.
Vielleicht werfen sie Bomben auf uns.
Sollen wir die Prozession nicht verschieben, bis die Polizei kommt?
Macht, was ihr wollt, mich lässt das kalt.
Wir gehen besser nach Hause. Auf Wiedersehen, Herr Pfarrer.
- Guten Morgen, Herr Pfarrer. - Auf Wiedersehen.
Geht nach Hause, das ist nichts für euch.
Also, gehen wir?
Der Fluss muss herrlich aussehen in der Sonne, ich würde es gerne sehen.
Gehen wir, Herr.
Sie hätten das Kreuz ruhig etwas leichter machen können.
Wem sagst du das!
Ich musste es bis nach oben tragen, aber ich hatte nicht deine Schultern.
Geh weg!
- Weg mit dir! - Lass ihn.
Dann kann Peppone wenigstens nicht sagen, kein Hund war dabei.
Jesus, haltet Euch fest, ich schlage zu!
Ich mache nicht vor Ihnen Platz, sondern vor IHM.
Dann nimm auch den Hut ab!
Jesus, wenn die Gerechten dieses Ortes in Schiffen wohnten, würde ich sagen,
lass den Fluss über die Ufer treten, auf dass er das Ganze verschlinge.
Aber leider wohnen die Gerechten genauso in Häusern wie diese Banditen.
Es wäre ungerecht, sie ebenso zu bestrafen wie Peppone und seine Schar.
Ich bitte Euch, schützt das Land vor dem Wasser und gebt ihm Fruchtbarkeit.
Amen.
Amen.
Es war nötig, dass Jesus über den Fluss wacht.
Er trat oft über die Ufer und verwüstete das Land.
Hier stand einst eine kleine Kapelle.
In einem Augenblick hat der Fluss sie mitsamt dem Küster überflutet.
Der Küster war Fräulein Christinas Großvater,
die an jedem Geburtstag...
Wenn du Lehrerin wirst, musst du doch deine Familie verlassen?
Das Dorf verlassen? Dann komme ich nach und wir heiraten.
Wenn ich Lehrerin bin? Bis dahin hab ich graue Haare!
Findest du 2 Jahre nicht lang?
2 Jahre, 100 Jahre, du kannst ja warten, nicht?
- So liebst du mich also. - Nicht weinen, bitte.
Bis dahin müssen wir uns verstecken.
Wenn uns dein Vater erwischt, schlägt er dir den Schädel ein.
Und dein Großvater? Der steckt dich ins Kloster.
Aber dann zünde ich das Kloster an!
Ja, so kommt man zum Ziel!
Fräulein Christina!
Wir sind so unglücklich.
Ihr seid vor allem dumm!
Gibt es keinen anderen als diesen Klosterbrandstifter?
Und du hättest dir eine Verrückte aus deiner Bande aussuchen können!
Wir haben nicht gewählt. Wir haben uns gefunden.
Ihr seid nicht nur dumm, sondern auch noch unglückselig!
Helfen Sie uns doch.
- Hört ihr die Glocke? - Welche Glocke?
Die Glocke der versunkenen Kapelle.
Es bringt Unglück, wenn sie läutet!
Glaubst du so einen Quatsch?
Eine zukünftige Lehrerin! Du bist ja rückständig.
Selber rückständig.
Sagen Sie es ihm, was es damit auf sich hat.
'86, in jener Nacht als Togli ertrank, hat sie geläutet.
Und als '94 die Tochter von Ponte ins Wasser ging, auch.
- Letztes Mal, im Jahre 1900... - Hört ihr?
Es donnert. Drüben im Gebirge gibt's ein Gewitter.
Wirklich?
Du bist zwar dumm, aber diesmal hast du Recht.
Was ist das für eine Schweinerei?
Ist das die neue politische Mode, nackte Schenkel zu zeigen?
Das ist mein Fußballdress.
Das Spiel! Die warten auf mich!
Gina, bis heute Abend. Auf Wiedersehen, Fräulein Christina.
Er ist nicht schlecht.
Ich spreche mit seinem Vater und auch mit deinem Großvater.
Wenn sie sich weigern, wasche ich ihnen gehörig den Kopf.
Sie haben's verdient, diese alten Idioten...
Anfangen! Anfangen!
Woher kommst du? Halt's Maul!
Das besprechen wir nach dem Spiel!
Aufstellen!
Ich sage euch nur eins:
Ihr spielt gegen die Mannschaft der Reaktion.
Ihr müsst siegen, oder ich schlag euch den Schädel ein! Verstanden?
Also, meine Lieben, hört gut zu:
Ich drohe euch nicht,
aber wenn unter euch ein Lump ist, der nicht bis zum Letzten kämpft,
schlage ich ihn kurz und klein. Verstanden?
Ich bin politisch völlig neutral.
Ich bin unpolitisch, von Geburt an.
Ich bin die Unparteilichkeit in Person!
Heute gibt es nur eines: Sport.
Wir sind hier nicht im Parlament! Los geht's!
Wenn es ehrlich zugeht, gewinnen wir!
- Wo warst du? - Bei Tante Maria.
Tor!
Das war doch kein Tor!
Das ist das Ergebnis Ihrer Propaganda!
Bis zur Halbzeit gab es noch keine Toten auf dem Platz.
Und auch nicht unter den Zuschauern.
Camillos Mannschaft liegt 2:1 in Führung.
Wenn du nicht bald ein Tor schießt, kriegst du so eins in die Fresse,
dass du nicht mehr aufstehen kannst, kapiert?
Ich wusste es!
Ich wusste es, dass es so enden würde! Hör auf zu klatschen!
Wenige Minuten vor Schluss steht es noch immer unentschieden.
Verräter!
Herr, warum habt Ihr mir nicht geholfen?
Warum sollte ich? 22 Beine gegen 22 Beine.
Meine Sorge gilt nicht Beinen, sondern Seelen.
Und die schwarze Seele des Schiedsrichters, der den Elfmeter gab,
durch den wir verloren haben?
Sie wollen mich umbringen! Retten Sie mich.
Hinaus, oder es gibt ein Unglück! Dieses Haus ist ein heiliges Asyl!
Verschwindet, ihr Heiden! Zurück in eure Höhlen!
Gott verzeihe euch diese bestialische Sünde! Das Kreuzzeichen!
Los!
Zwischen euch und dem Mann, steht jetzt das Kreuz.
Sich dennoch an ihm vergreifen wäre ein Sakrileg.
Verschwindet.
Weicht zurück!
Und jetzt unter uns! Hier vor Gott wirst du nicht lügen.
Wie viel hast du von Peppone gekriegt, damit seine Mannschaft gewinnt?
2.500 Lire.
Raus!
Du Lump! Widerlicher Verräter!
Herr, gebt zu, dass mein Zorn berechtigt war.
Hattest du ihm nicht 2000 Lire geboten?
Ihr merkt aber auch alles.
Du hast ihn bestochen. Du hast diese Niederlage verdient.
Herr, ich nehme die Strafe an. Aber trotzdem,
so eine Mannschaft verlieren zu sehen. Sie sind reif für die Nationalelf!
Das zerreißt einem das Herz! Das schreit nach Vergeltung.
Camillo!
Das versteht Ihr eben nicht. Sport ist etwas Besonderes.
Man hat's oder man hat's nicht. Ich weiß nicht, ob Ihr versteht...
Vollkommen, mein armer Camillo. Wie soll die Revanche ausfallen?
Die Revanche?
5:0! Die werden den Ball nur noch fliegen sehen! So!
Tor!
Ein paar Tage später wird Camillo dringend zum alten Filotti gerufen.
Ich brauche Ihren geistlichen Beistand.
Was gibt's? Was hat sie getan?
- Ich habe nichts verbrochen. - Halt den Mund!
Du antwortest nur, wenn man dich fragt.
- Wie lange geht das schon? - Ich weiß nicht mehr.
Als er das Loch in die Mauer gemacht hat, waren wir noch klein.
Vielleicht 4 oder 5 Jahre.
Ein Loch in der Mauer? Dieser Schuft!
Beruhigen Sie sich doch. Wen meinen Sie mit "Schuft"?
- Mariolino von der Bruciata. - Dieser Antichrist?
Der Kerl, der 2 Tore geschossen hat?!
Dein armer Vater würde sich im Grabe umdrehen! Ein roter Halunke!
Ob rot oder schwarz, wir werden heiraten!
Aber Filotti, über die Ohrfeigen ist sie hinaus.
Und Mariolino ist bei Gott nicht der Schlimmste.
Was sagen Sie da? Ein Kerl mit der roten Fahne in einer Horde Irrer?!
Irre seid ihr selbst! Die Armut treibt sie dorthin!
Die Not, die ihr verschuldet! Alte Egoisten wie Sie und sie!
Fräulein Christina hat Recht: Sie sind ein Bolschewist.
Ich will nichts mehr von Ihnen wissen.
Und du gehst auf dein Zimmer! Du verlässt es erst, wenn du abreist!
Als Mariolino nach 2 Wochen immer noch nichts von Gina hört,
geht er zu Fräulein Christina, um sie um Hilfe zu bitten.
Aber die ist gestern unter der Last ihrer 85 Jahre zusammengebrochen.
Geht's ihr besser?
Ich glaube nicht. Sie lässt schon den Pfarrer rufen.
Und ich soll den Bürgermeister holen.
Peppone? Was will sie denn von dem?
Sie möchten wohl, dass ich viele schlimme Dinge beichte.
Aber nicht deshalb habe ich Sie kommen lassen,
sondern weil ich ohne geheime Vorwürfe und Groll sterben möchte.
1942 hat Ihr Hund in meinem Garten
die schönsten Geranien zertrampelt.
Ich verzeihe Ihnen.
Und ich verzeihe Ihnen, dass Sie mich Bolschewist nennen.
Danke, aber das ist nicht nötig, Peppone habe ich auch Esel genannt.
Und jetzt müssen Sie beichten, wenn Sie in den Himmel kommen wollen.
Ich weiß genau, dass ich in den Himmel komme.
Das ist Hoffart. Kein Sterblicher weiß das.
Kein Sterblicher, aber Fräulein Christina!
Christus hat mir heute Nacht selbst gesagt, dass ich in den Himmel komme.
Und deshalb bin ich mir ganz sicher. Oder wissen Sie's besser als Jesus?
Da bist du ja. Ich verzeih dir all die Frösche...
und die anderen Schweinereien, die du in die Schule mitgebracht hast.
Ich weiß, im Herzen bist du nicht schlecht.
Ich werde Gott bitten, dass er dir dein schlimmstes Verbrechen vergibt.
Aber ich habe doch nichts verbrochen.
Lüg nicht!
Ihr habt den König und seine Kinder auf eine einsame Insel geschickt,
- wo sie elend verhungern. - Das ist nicht wahr. Sagen Sie's ihr.
Das sind Lügen. Keine Insel, und sie werden auch nicht verhungern.
- Glauben Sie mir, Verdrehungen. - Nicht nur wir haben ihn weggeschickt.
Es wurde abgestimmt, seine Gegner hatten die Mehrheit.
Da wurde er weggeschickt, so geht das in einer Demokratie.
Die Demokratie? Einen König kann man nicht absetzen.
Hör zu, Bürgermeister!
Ich verkünde dir mein Testament.
Ich bin eine arme Frau, die Möbel gehören mir nicht.
Meine wenigen Kleider gebt den Armen.
Die Bücher sind für dich, du brauchst sie am nötigsten.
Die unregelmäßigen Zeitwörter kann man nicht oft genug wiederholen.
Ja, Fräulein.
Ich will ein Begräbnis ohne Musik. Der Tod ist eine ernste Sache.
Und der Sarg soll durch die Straßen getragen werden wie früher.
- Und auf dem Sarg will ich die Fahne... - Jawohl, Fräulein.
Meine Fahne! Die da hinten hängt. Du kennst sie...
Meine Fahne, mit dem Wappen des Königs.
Jawohl.
Gott wird dich dafür segnen, auch wenn du Bolschewist bist.
Ich glaube, ich habe noch etwas anderes zu regeln...
Ach ja, die beiden Kinder...
Mir bleibt keine Zeit mehr. Gott wird ihnen helfen.
Das war ihr letzter Wille.
Da wir in einer Demokratie leben,
bitte ich die Mehrheitspartei um ihre Meinung.
Die Reaktionäre sollen schweigen.
Wir wissen, was es für ein Triumph für sie wäre, die Königshymne zu spielen.
Es ist unmöglich, wegen einer Toten die vielen Toten zu beleidigen,
die sich geopfert haben, damit wir in einer Republik leben können.
Ich bin dagegen, die königliche Fahne bei ihrer Beerdigung zu zeigen.
Die Zeiten für solche Gefühlsduseleien sind endgültig vorbei!
Vorbei!
Dann hätte sie früher sterben müssen!
Ich bin gegen diesen Zynismus, die Tote war uns allen sehr teuer.
Aber wenn wir ihren letzten Willen befolgen würden,
könnte das Reaktionen provozieren, die ihrem Andenken schaden.
Deshalb sind auch wir gegen diese Fahne.
Was meint der Herr Pfarrer?
Ich erlaube mir zu warten, bis der Herr Bürgermeister spricht.
Als Bürgermeister stimme ich euch zu.
Aber da hier nicht der Bürgermeister bestimmt, sondern die Kommunisten,
sage ich als deren Chef, eure Beschlüsse scheren mich einen Dreck!
Fräulein Christina bekommt die Fahne, die sie sich gewünscht hat.
Ich respektiere den Willen der Toten mehr als die Meinung von Lebenden.
Wer dagegen ist, den schmeiß ich zum Fenster raus!
- Will der Herr Pfarrer noch etwas sagen? - Ich beuge mich der Gewalt.
So geht es zu in diesem Land, wo die Sonne erbarmungslos sticht,
und man schnell dabei ist, Fausthiebe auszuteilen.
Aber man achtet die Toten.
Herein.
Gina?
- Was willst du so spät? - Heiraten.
- Zum Heiraten gehören zwei. - Wir sind zwei.
Was willst du hier, du russischer Agent!
Siehst du, ein politischer Giftzahn! Gehen wir!
Nein, komm.
Was ist denn das?
Seine Familie hat ihn erwischt, als er mir ein Zeichen geben wollte.
- Diese gemeinen Bolschewisten! - Und deine Leute?!
Sie haben sie verprügelt. Deine Leute sind Heuchler und Verräter!
Und deine gottlose Verbrecher!
Wenn du mein Mann wärst, würde ich dir die Augen auskratzen!
- Und ich hätte dir längst eine geklebt! - Schluss jetzt! Oder es setzt was!
Der Pfarrer will mich schlagen, er, Großvater, alle schlagen mich...
Was hab ich nur getan?
Beruhige dich! Sagt mir endlich, was ihr wollt.
- Wir wollen heiraten. Sofort! - Das geht nicht. Ohne Aufgebot?
Sie ist nicht volljährig, so einfach ist das nicht.
Wenn uns die Eltern erwischen, erschlagen sie uns.
Etwas Geduld, wartet bis morgen, vielleicht fällt mir was ein.
Warum trauen Sie uns nicht jetzt?
Unmöglich! Wozu die Eile? Es stirbt doch keiner.
Wir werden ja sehen!
Warum wollt ihr um 10 Uhr abends heiraten? Ihr habt's ja eilig!
Wir können erst fort, wenn sie meine Frau ist. Dann in den Zug und adieu!
- Ich verstehe, aber es geht nicht! - Wozu sind Sie denn Bürgermeister?
Du bist minderjährig, du unterstehst einem Vormund.
- Sie werden uns totschlagen. - Ja, ja!
Vorschrift ist Vorschrift. Vielleicht gibt es ein Mittel.
Aber das sehen wir morgen, im Amt. Die Nacht über bleibt ihr hier.
Mariolino schläft in der Garage und Gina bei Mutter.
Ich schlafe nicht außer Haus, wenn ich unverheiratet bin.
Dann feiern wir auf eine andere Weise unsere Hochzeit!
Ihr werdet die Glocke läuten hören! Heute Nacht! Komm, Mariolino!
- Die spinnen ja! - Du bist verrückt.
Männer... einer wie der andere. Hast du nichts bemerkt?
Was?
Die beiden sind dabei, eine Dummheit zu machen.
Das haben sie sicher schon hinter sich, und wenn schon.
Die wissen nicht mehr, was sie tun, die gehen noch ins Wasser!
Was soll das sonst heißen, die Glocke läutet heute Nacht?!
Welche Glocke?
Meinst du... die versunkene Kapelle? Glaubst du, sie könnten...
Mein Gott, diese dummen Kinder! Wenn ich die erwische...
- Sie sollen die Glocke läuten hören. - Verflucht sollen sie alle sein!
Still, wenn's ans Sterben geht, soll man nicht fluchen.
Sie bringen sich um, ich weiß es. Es steht in diesem Brief:
"Wenn wir nicht heiraten können..."
Meine arme Gina! Wir müssen sie finden, ich flehe Sie an!
Gina und Mariolino sind unten am Wasser, läutet die Glocken,
wir brauchen Laternen, ich gehe durch den Wald, Sie am Wasser entlang, los!
- Heilige Maria, beschütze sie... - Wenn ein Unglück geschieht,
wird Gott es Ihnen nie verzeihen. Und den anderen auch nicht!
- Sie hätten sie trauen können! - Und du?
Auseinander! Ruhe! Hört mich an!
Das Aufgebot wird bestellt, und diese beiden heiraten!
Und wenn einer von euch dagegen ist, brech ich ihm alle Knochen!
Sie haben mir nichts zu sagen!
Euer Streit wird heute ein für alle Mal geschlichtet!
Ihr wollt euch schlagen? Dann los, es ist das letzte Mal.
Und ihr bereitet das Fest vor, der Bischof wird euch trauen.
- Der Bischof? - Ja, da staunst du, was? Bolschewist!
Und jetzt nach Hause, schlafen!
- Komischer Zufall. - Ich wollte mit Ihnen reden.
Schau mal, da, er versteckt sich.
- Wer? - Dein Freund, der Dünne.
Was will er hier mit einem Pinsel? Meine Mauer verzieren?
- Meine Freunde beschmieren keine Wände. - Ich weiß.
- Sie wittern in jedem einen Feind. - Komm doch herein.
Ich bin zwar beschäftigt, aber du kannst ruhig mithelfen.
- Schon die Weihnachtskrippe? - Die Zeit vergeht so schnell.
- Sie sind eigentlich gar nicht übel. - Vielen Dank.
- Hilf mir doch, da liegt ein Pinsel. - Ich bin kein Kirchendiener.
Die Gartenstadt zu Ginas Hochzeit einzuweihen ist eine Sauerei.
Warum? Da der Bischof persönlich kommt, lag das sehr nahe.
Sie möchten alles auf sich buchen: Dass die beiden noch leben,
die Versöhnung der beiden Familien, alles Ihr Erfolg.
Du kannst doch das Volkshaus auch einweihen?
Sie wissen genau, dass es noch nicht fertig ist, das dauert noch 15 Tage!
- Ein Ehrenmann würde nicht so handeln! - Ein Ehrenmann?
Vorsicht, die Jungfrau soll keine Flecken kriegen.
Ist der nicht hübsch?
Das ist der Kleine von Peppone. Die Frau von Peppone.
Und das ist Peppone!
Und das ist Don Camillo!
Wollen Sie nicht die Einweihung um 15 Tage verschieben?
Dann können Sie besser vorbereiten, und wir feiern am selben Tag.
Abgemacht. Von Vieh zu Vieh versteht man sich!
Endlich ist der große Tag da!
Monsignore ist sonst so pünktlich, und verlangt das auch von anderen.
- Ich verstehe das nicht! - Und der Bürgermeister?
Haben Sie ihn heute schon gesehen? Er ist verschwunden!
Was geht hier vor?
Das geht hier vor:
Peppone will das letzte Spiel gewinnen.
Nein, das genügt, wir müssen dann ja gleich wieder los!
Jetzt muss der Bischof über Castigliani fahren, eine halbe Stunde Umweg.
Wir können nach 3 Minuten direkt zum Volkshaus fahren.
- Wir weihen also vor ihm ein! - Sehr gut!
Achtung, er kommt!
Alle auf die Plätze!
Beeilt euch.
Und tut ganz harmlos!
- Was gibt's denn da? Einen Unfall? - Nicht, dass ich wüsste.
- Das ist ja der Herr Bürgermeister. - Oh, Exzellenz!
- Wir haben eine kleine Panne. - Verstehe.
- Kann ich Ihnen helfen? - Ich glaube nicht.
Danke, meine Herren.
Danke, Herr Bürgermeister.
In meinem Alter wollen die Beine nicht mehr so.
Guten Tag.
Ich glaube, da kann ich nicht helfen.
Dann gehen wir eben zu Fuß, langsam und gemütlich.
Jetzt kann ich nicht mehr fallen, Sie sind ja so kräftig!
Guten Morgen.
Da kommt er!
- Er kommt zu Fuß! - Zu Fuß?
Mit Peppone!
Achtung, stellt euch auf.
Was ist passiert, Exzellenz? Wir hatten Sie erwartet...
Nur keine Aufregung, ich wollte einen kleinen Spaziergang machen.
Der Bürgermeister begleitet mich mit seinen Freunden. Reizende Leute!
Wir freuen uns alle sehr, der Herr Bischof kommt hierher.
Kommt in unser Städtchen klein, weiht den Kindergarten ein.
Hallo, Papa!
"Dir, Bischof, überreiche ich, den Strauß, den ich gepflückt für dich,
aus tiefstem Herzen lieb ich dich!"
Wie lieb! Ein reizender Junge. Wie heißt er denn?
Das ist mein Sohn Marco.
- Ebenso niedlich wie sein Vater. - Genau.
Danke, Herr Bürgermeister.
- Fangen wir jetzt an? - Ja.
Tut mir sehr Leid, ich muss Sie jetzt verlassen.
Warum solche Eile? Bleiben Sie doch noch.
Ich muss unser Volkshaus einweihen, man wartet bereits auf mich.
Ein Volkshaus? Interessant! Warum haben Sie mir das nicht gesagt?
- Exzellenz, ich... - Möchten Sie es besichtigen?
- Es wäre uns eine große Ehre! - Sehr gerne.
- Und die Gartenstadt? - Wir haben noch den ganzen Tag Zeit.
Und die Trauung?
Die haben noch das ganze Leben vor sich!
Dort sind zwei Zimmer für Versammlungen,
- und hier der Gymnastiksaal... - Wirklich sehr schön! Und so nützlich.
Leider zeigt man Ihnen das Waffenlager nicht.
Es ist sicher nicht so groß wie Ihres!
Don Camillo hat sogar eine alte Haubitze!
Ich sagte ja, er ist gefährlich, aber Sie wollten ihn behalten, also bitte!
Bitte, hier entlang.
So viele Leute!
Ich freue mich, dass Sie so zahlreich erschienen sind.
Und ich bin froh, dieses schöne Haus gesehen zu haben,
mit allem Schönen und Nützlichem darin.
Wie gut, dass dieser Mann sich so um Sie kümmert!
Aber nun muss ich los, zu dem schönen Garten,
der so gut hierzu passt. Auf Wiedersehen, meine Kinder.
- Auf Wiedersehen, Exzellenz. - Auf Wiedersehen, Herr Bürgermeister.
Ein Freudentag! Aller Streit ist vergessen.
Es gibt keine Roten und Schwarzen mehr, nur noch fröhliche Festgenossen.
Papa Filotti! Wie geht's?
Ganz gut eigentlich!
Und während sich der Bischof im Pfarrhaus ausruht, ist Don Camillo...
Nicht übel, was?
Jetzt weiß ich, wie's geht. Es hört gar nicht mehr auf.
Siehst du, es dreht sich immer noch!
Das Scharnier klemmt.
Die üblichen Manöver des Vatikans! Gehen wir, Maria.
Alles ging gut, bis die politischen Leidenschaften entfacht wurden,
und die Leute anfingen zu diskutieren...
Leider brachte die Diskussion Don Camillo zum Kochen.
Mein armer Don Camillo, du brauchst Luftveränderung.
Du musst aufs Land, dich ausruhen, weit weg von hier,
es wird dir gut tun.
Du versäumst noch den Zug.
Ihr glaubt?
Es ist ein Bummelzug, er hat zwar etwas Aufenthalt, aber nicht so lange.
Noch eine Minute.
Mein armer Camillo, du weißt genau, dass sie nicht kommen.
Ich hoffte, dass wenigstens ein paar den Mut haben würden...
Peppone hat heute früh noch einmal überall seine Drohung verbreitet.
Ja, er will jedem, der es wagt, sich von mir zu verabschieden,
die Knochen im Leib zerschlagen.
Und trotzdem dachte ich, vielleicht einer...
nur einer...
Menschen sind Menschen. Denke an Petrus, auch er...
Ich bleibe eben ein Trottel. Gut, ich gehe.
Tut mir Leid, dass ich Euch nicht mitnehmen kann.
Du weißt, dass ich trotzdem bei dir bin.
Sie werden wohl am Bahnhof sein. Oder sie warten auf dem Platz...
"Nun musst du leider fort
Aber dein ganzes Herz bleibt hier
Reist du auch von Ort zu Ort
Unsre Gedanken folgen dir..."
Auf Wiedersehen, Herr Pfarrer, gute Reise!
- Für Sie, mit den besten Wünschen! - Kommen Sie bald wieder!
Hier, Don Camillo, und gute Reise!
Die Tauben sind von der Bruciata, ich hab sie ihm weggefangen!
Danke, meine Kinder!
Peppones Männer hatten gesagt, wenn sich auch nur einer von uns
bei Ihrer Abfahrt blicken lässt, dann!
Da sind wir eben hierher gekommen.
- Auf Wiedersehen! - Und vielen Dank!
Mein Mann weiß nichts davon, ich wollte Sie grüßen.
Auf Wiedersehen!
Da Sie im Begriff stehen, unsere Oase des Fortschritts zu verlassen,
möchten wir Ihnen die Grüße des Volkes überbringen,
verbunden mit dem Wunsch,
dass Sie sich in Ihrer neuen Heimat ausruhen können,
damit Sie bald zu Ihrer geistlichen Mission zurückkehren können.
Es ging nicht anders, sonst hätten die Reaktionäre triumphiert.
- Aber wir sind keine Wilden! - Euer Benehmen war skandalös!
Und Sie? 12 Mann mussten ins Krankenhaus.
- Leider warst du nicht dabei. - Darüber reden wir noch, später!
Ihr Nachfolger, Don Pietro, um den kümmere ich mich.
Der macht's nicht lange!
Ach, hier.
Das hat mein Sohn Marco gezeichnet.
Ein begabtes Kind. Wirklich.
Schade, dass er so einen Vater hat.
Gott behalte ihn im Auge.
Und Sie auch.
Vielleicht kann Er aus Ihnen sogar einen umgänglichen Menschen machen.
Das war das kleine Dorf irgendwo in Italien, in der Po-Ebene.
Jeder versucht, die Welt nach seiner Fasson zu verbessern.
Und es geschehen hier Dinge, die nirgendwo sonst möglich sind.
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