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[Glocken läuten]
[Ruby] Eine Statistik besagt,
dass Olympiasiegerinnen sich an drei Regeln halten,
wenn sie sich auf ihre Wettkämpfe vorbereiten.
Genügend Schlaf.
[antreibende Popmusik]
Akribische Vorbereitung.
Und die bedingungslose Vermeidung von Ablenkung.
[Musik endet abrupt]
[unverständliche Stimmen]
[Stufe knarzt laut]
[antreibende Popmusik setzt wieder ein]
[Ruby] Seit Jahrhunderten werden hier Nobelpreisträger, Staatschefs,
Schriftsteller und Wissenschaftler ausgebildet.
Bald könnte ich eine von ihnen sein.
Hinter diesen Mauern wartet meine Zukunft auf mich.
Seit Jahren warte ich auf diesen Tag.
Endlich ist er da.
[Musik endet] [Ruby erschrickt]
-Hey. -Hi.
-Hi. -Hey.
-Ähm, das ist... -Jude.
Ruby.
-Hi. -Hi.
-Hi. -Lin, hi.
[hoffnungsvolle Popmusik]
[Musik wird leiser]
[unverständliche Stimmen]
-Ich hoffe, ich versau das nicht. -Ach, Quatsch.
Du könntest dem Prof in den Müll reiern, die würden dich trotzdem nehmen.
[Cyril] War deine Mum nicht mit ihm in einer Klasse?
Hier muss man angeblich tatsächlich was tun für seinen Studienplatz.
Ja, wird doch nicht so leicht, ne? Kopf hoch.
[Cyril] Hey, Alistair, warte!
Bereit?
Klar. Wir gehen da rein, holen uns unsere Zusagen und hauen wieder ab. Kleinigkeit.
[fröhliches Lachen]
[Musik endet]
Für alle, die mich noch nicht kennen, ich bin Jude,
ich bin im zweiten Jahr am St. Hilda's College hier in Oxford.
Ich werd euch durch den Bewerbungsprozess begleiten.
Im Interview Nummer eins wollen die Profs 'n Gefühl dafür bekommen,
wie gut ihr kritisch denken und einen eigenen Standpunkt
zu einem Thema entwickeln könnt.
Im Interview Nummer zwei geht es darum,
wie ihr unter Druck reagiert und arbeitet.
Und dann im dritten und letzten Interview geht es um euch.
Darum zu sehen, ob ihr auch wirklich nach Oxford passt.
Das ist das Wichtigste von allen dreien Gesprächen.
[Jude] Die erste Runde Interviews startet in 45 Minuten.
Das heißt, ihr habt jetzt noch Zeit,
eure Notizen durchzugehen, einen Happen zu essen.
Ihr seid nervös, aber habt's weit geschafft.
Das heißt, Oxford will euch.
Das Einzige, was ihr machen müsst, ist, euch nicht selber im Weg zu stehen.
Ich ruf euch dann auf. Alles klar?
[ruhige, antreibende Musik]
[antreibende Musik klingt aus]
[leise, zaghafte Klaviermusik]
[Ruby atmet tief durch]
[Klaviermusik wird schneller]
[Jude] Ruby Bell, St. Hilda's.
[Musik wird taktgetriebener]
[Musik endet abrupt] [sanfter, heller Ton]
[James] Viel Glück.
[zaghafte Klaviermusik]
Hey,
du brauchst nicht nervös sein.
Du packst das.
Warst du nicht nervös?
Nervös? Ich war zehnmal schlimmer als du.
Mich haben sie trotzdem genommen.
Wir sehen uns nachher.
Danke.
[schnelle, hoffnungsvolle Klaviermusik]
[Musik verklingt]
Miss Bell, schön, dass Sie unsere Einladung angenommen haben.
Vielen Dank. Ich freue mich sehr.
Wunderbar. Dann fangen wir an.
Vor ein paar Jahren erschien in der "New York Times" ein Meinungsartikel,
in dem es hieß, die britische Monarchie sei ein verschwenderischer Anachronismus.
Kann unser System in seiner Dualität
als Monarchie und parlamentarische Demokratie
erhalten bleiben oder sollten wir eine Republik werden?
An die Frage kann man von zwei Seiten herangehen.
Zum einen könnte man argumentieren,
dass die Monarchie zumindest symbolisch gesehen Stabilität bietet.
Andererseits kann man die Unmengen von Geldern,
die in die Finanzierung dieses Symbols fließen, durchaus in Frage stellen.
Vor allem angesichts all der Länder weltweit,
die in anderen Staatsformen florieren.
Bitte, fahren Sie fort.
Der Markt basiert auf Spekulationen, auf der Tatsache, dass die Zukunft
nicht so vorhersehbar ist, wie wir es uns wünschen würden.
Trotzdem ist es das Hier und Jetzt, das Einnahmen generiert.
Ein erfolgreiches Geschäftsmodell weiß genau dies in seinem Sinne zu nutzen.
Vielen Dank, Mr. Beaufort.
Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm.
Ich weiß noch, Ihr Vater war Klassenbester seiner Zeit in Balliol.
Er war allen mit seinem Wissen und seinem Ehrgeiz Lichtjahre voraus.
-[Ruby] Wie ist es gelaufen? -Du zuerst.
Äh, ganz gut, glaube ich.
Es hat echt Spaß gemacht, zu diskutieren. Ich hab Platon zitiert und Voltaire...
Dich haben Sie aber nicht fies angeglotzt.
Der Professor bei mir hatte eine so buschige Monobraue,
dass er die ganze Zeit aussah wie ein wütender Mr. Bean.
Ich konnte nicht aufhören, sie anzustarren.
-Er hat's bemerkt. -Nein.
[Jude] Hey.
Wie lief die erste Runde?
-Gut. -Ja.
Ihr seht aus, als könntet ihr 'n bisschen Entspannung vertragen.
Heute Abend um 8, auf Oxford Art?
Ja.
[laute Indie-Rock-Musik]
Präsentiere euch die weltberühmte "Turf Tavern".
Ein Pub, den unter anderem schon die gute Liz, Oskar
und die eiserne Lady höchstpersönlich zu ihrer Zeit frequentiert haben.
[lautes Lachen]
[Jude] Oh, da ist sogar 'n Platz.
Kommt mit.
[Musik setzt sich fort]
Na, wen haben wir denn da?
Läuft ja richtig was.
[Jude] Oh, und da ist sie auch schon.
Die Spezialität des Hauses und ein absolutes Muss für jeden Oxford-Besuch.
Danke.
"Cross Keys".
Ich würd auch so gucken, wenn mir jemand nach so 'nem Tag 'n Wasser hinstellt.
Hier, das musst du probieren. Whisky, 18 Jahre alt.
[Cyril] Ist was?
Sorry.
[Musik setzt sich fort]
Die Barkeeper müssen 'ne Verschwiegenheitserklärung unterschreiben,
wenn sie hier arbeiten.
-Ernsthaft? -Mhm.
Genau das Gesicht hab ich beim ersten Mal auch gemacht.
Und am Ende bin ich halbnackt übern Campus gelaufen
und hab laut Milton rezitiert.
Diese Erfahrung würd ich gerne überspringen.
Dann heben wir uns das fürs Studium auf, oder?
Cheers.
[Frau lacht laut]
[sie lacht laut]
[weiter lachend] Oh mein Gott.
[Indie-Pop-Rock setzt sich fort]
[Musik klingt plötzlich dumpf]
Ich würd kurz an die frische Luft. Kann ich meine Tasche haben?
[Musik wird wieder klarer]
[Frau lacht wiederholt laut]
[er lacht nachäffend]
-[dumpfer Schlag] -Au.
Hey Mann, du bist zu auffällig.
[Rock-Musik]
Sagt der Richtige.
[Musik wird leiser]
[unverständliche Stimmen]
[Husten]
[lautes Spucken]
[sie keucht]
Alles okay?
Ich hoffe, die Frage ist rhetorisch gemeint.
[Scheppern und Gegröle]
Bist du nervös wegen den Interviews?
Ist scheißegal, wie die Interviews laufen. Ich kann sowieso nicht nach Oxford gehen.
Warum nicht?
Du hast mich schon zweimal den Jahrgangsbesten-Posten gekostet.
Wenn du Regelschmerzen...
Ich hab meine Periode schon seit zwei Monaten nicht mehr.
-Ist es von... -Ich weiß, ist Wahnsinn, es zu behalten.
Aber ich hab noch nie jemanden so sehr geliebt wie ihn.
Und ich lieb's auch schon.
Gottverdammte Hormone.
Es gibt gute Programme für Mütter in Oxford.
Hab ich bei meiner Recherche und im Stipendium gesehen.
Jacinda Ardern hat ein Baby bekommen, während sie ein ganzes Land regierte.
Ich weiß, wir kennen uns nicht.
Aber ich seh, wie du dich in der Schule gibst.
Wie du durchgehalten hast während der Zeit mit...
Wenn ich's irgendjemandem zutrauen würde, das zu schaffen, dann dir.
Ich glaub, ich kapier langsam, warum er dich nicht vergessen kann.
Du gibst einem das Gefühl, dass alles möglich ist.
Egal, was für 'ne Scheißillusion das ist.
Wovon redest du?
Willst du mir sagen, dass du nicht merkst, wie er leidet?
Er hat mit mir Schluss gemacht.
Manchmal ist es der größte Liebesbeweis, die, die wir lieben, loszulassen.
[melancholische, traurige Popmusik]
[melancholische Musik setzt sich fort]
[Schlüssel klappern]
[Musik steigert sich erwartungsvoll]
[Musik setzt sich fort]
[Wecker schrillt]
[Wecker verstummt]
[Ruby] Meine Olympia-Bilanz nach einem Tag Oxford:
Schlaf 0, Ablenkung 10.
Tolle Leistung, Ruby Bell.
[sie schreit ins Kissen]
Du hast sie doch gestern auch schon alle umgehauen. Das wird super.
[Bewerberin schluchzt]
[angespannte Musik]
[Professor] Wie viele Personen befinden sich in diesem Raum?
Wenn wir die direkte Wahrnehmung als Diskussionsgrundlage nehmen,
wie in Gibsons Modell,
kann ich sagen, dass ich zwei Entitäten außerhalb meiner selbst wahrnehme.
Also wäre die offensichtliche Antwort: drei.
Versuchen Sie's nochmal.
[er spricht langsamer] Wie viele Personen befinden sich in diesem Raum?
[spannungsgeladene, verträumte Musik]
Hey.
Alles okay?
Du sahst so aus, als ob es dir nicht gut geht.
Alles gut. Ich hatte einfach nur keinen Bock auf Party.
Das ist wahrscheinlich der ganze Stress hier.
Ich bin auch froh, wenn's vorbei ist und wir zu Hause sind.
Dann können wir da weitermachen, wo wir aufgehört haben.
Endlich das letzte Jahr feiern.
[dumpf] Oder willst du hier sitzen, lernen und büffeln? Für was denn eigentlich?
[verträumte Klaviermusik überdeckt seine Worte]
[das Kind lacht]
[Cyril] Lydia?
-Was hast du gesagt? -[verträumte Musik wird leiser]
Dass ich mich freue, wenn ich wieder zu Hause bin
und alles wieder normal ist, zumindest für 'n Jahr.
Was?
Muss denn Veränderung was Schlechtes bedeuten?
Kommt auf die Veränderung an, oder?
[verträumte Klaviermusik wird lauter]
[Musik klingt aus]
-[Alistair seufzt] -Wie lief dein Gespräch heute?
Hab ich, glaub ich, ziemlich verbockt.
Ich hätt nicht so viel saufen sollen.
Wusstest du, dass Freesien symbolisch für Vertrauen stehen?
Weißt du, ich… [er schnieft]
ich dachte, wenn ich Keshav seinen Freiraum gebe, dann...
dann würde er sich die Zeit nehmen, sich über ein paar Dinge klar zu werden.
Stattdessen versucht er, sich den Vorstellungen seiner Eltern
oder sonst wem anzupassen.
Schmeißt sich Camille an den Hals.
Er schafft es irgendwie nicht, auf seine eigene Wahrheit klar zu kommen.
Und... alles, woran ich denken kann, ist,
dass ich ihn nicht hätte gehen lassen dürfen.
[Alistair] Ich hätt ihn verdammt noch mal nicht gehen lassen dürfen.
Bin mir nicht sicher, ob du 'ne Wahl hattest.
Man hat immer 'ne Wahl.
Kannst kämpfen oder klein beigeben.
Ich check einfach nicht,
warum die Leute so 'ne Scheißangst davor haben, ihr wahres Ich zu leben.
[melancholische Musik]
[Ruby] Hier steht das alles drin.
[Lin] Das ist die Erklärung. [unverständlich]
Ich werd mich in die letzte Reihe verziehen
und meinen Kater ausschlafen.
[Musik wird treibender]
[Musik verklingt abrupt]
-Sorry, wolltest du hier sitzen? -Schon gut.
[niedergeschlagene Musik]
[unverständlich]
[Musik verklingt]
Okay. Herzlich willkommen zur Studierenden-Fragen-und-Antworten-Runde.
Ich hab 'n paar von meinen Kommilitonen
mit Lügen über Snacks und Drinks hierher gelockt.
Die meisten von denen sind jetzt sehr hungrig und fühlen sich verraten.
Ich hoffe trotzdem, dass sie die eine oder andere Frage von euch beantworten.
Schießt los.
Wie anstrengend ist das Studium denn hier wirklich?
-Habt ihr noch Zeit für 'n Privatleben? -Nila.
Ich find, im Vergleich zu anderen Unis ist es auf jeden Fall intensiver.
Das stimmt, aber trotzdem keine Angst.
Zeit für ein Privatleben gibt's immer noch.
[Jude] Gibt es weitere Fragen?
Habt ihr viel Kontakt mit den Studenten der anderen Colleges in Oxford?
Oder läuft der Alltag sehr getrennt ab?
Ich wollte nur fragen, um zu wissen,
ob ich mich hier und jetzt von meiner besten Freundin verabschieden muss.
Tendenziell bleiben die Colleges schon unter sich.
Also jemand, der sich zum Beispiel Balliol ausgesucht hat,
hat mit jemandem, der in St. Hilda's studiert,
meistens nicht allzu viele Gemeinsamkeiten.
Klar, Balliol ist ja Oxfords Elite-College.
Ja, das ist zum Beispiel etwas, was ein Student aus Balliol sagen würde.
-[Gelächter] -Vielen Dank. Gibt es weitere Fragen?
Was ist dein Notendurchschnitt?
Wie bitte?
Nur um sicherzugehen, dass du die Kompetenzen hast,
um uns auf dem Studium hier überhaupt einzustimmen.
Es gibt Bewerbende, die haben echte Fragen.
Wie wär's, wenn du die reden lässt, anstatt unsere Zeit
mit deinen unqualifizierten Kommentaren zu verschwenden?
Was ist dein Problem?
Ich find's gruselig, wie du's auf Knopfdruck schaffst,
genauso zu klingen wie er.
-Wie wer? -Dein Vater.
[bedrohliche Musik]
-Okay, wollt ihr das vielleicht... -Halt die Klappe, du Clown!
-[Ruby] Lass ihn in Ruhe. -Was? Stör ich euer erstes Date oder wie?
Warum bist du überhaupt hier?
Ist klar, dass du ins tolle Balliol gehen willst.
Aber tu nicht so, als wär's deine Entscheidung.
-Was? -Es ist deine Strategie.
Du machst alle um dich herum klein, stößt alle weg von dir,
damit keiner merkt, dass du nichts als nur ein Feigling bist,
der lieber die Marionette spielt,
als für das einzustehen, was er wirklich will!
[verspielte, dramatische Musik]
Ruby!
Du hast mich die letzten Wochen doch ignoriert.
Können wir das bitte wieder einführen?
Was, wenn ich dir sage, dass du recht hast?
Ich lass mein Leben fremdbestimmen. Ich tu unverzeihliche Dinge, lüge,
verstecke, was ich fühle, aber dafür kannst du mich nicht verurteilen.
Nicht, wenn ich das alles nur für dich tue.
Wovon redest du?
Vergiss es.
Red doch endlich mit mir, anstatt in Rätseln zu sprechen!
-Du machst mich wahnsinnig! -Du machst mich wahnsinnig!
Weißt du, was du mit mir machst?
Meinst du, es ist leicht, dich täglich zu sehen,
neben dir zu sitzen, deine Stimme zu hören!
Ist doch Schwachsinn.
Du kannst nicht Schluss machen, mich vor deinen Freunden bloßstellen
und dann so tun, als hätte ich die Situation missverstanden!
[Musik wird sanfter]
Das geht nicht, Ruby.
Es tut mir Leid, okay?
Warum zum Teufel bist du dann hier? Warum redest du überhaupt mit mir?
Weil ich... weil...
Weil du nicht weißt, was du von mir willst.
Weil du nicht weißt, was du vom Leben willst. Ich glaub, du weißt gar nichts!
[dramatische Musik setzt sich fort]
Ich weiß ganz genau, was ich will.
Warum kämpfst du dann nicht dafür?
Weil sich in meinem Leben niemand dafür interessiert, was ich will.
Mich schon.
Mich hat's immer interessiert, was du willst.
[Musik wird ruhiger]
[Musik wird lauter und dramatischer]
[Musik wird dumpf] [Herzklopfen]
[James, dumpf] Du hast nicht geglaubt, dass jemand wie ich,
an jemandem wie dir interessiert sein könnte, oder?
[schriller Piepton] [Herzklopfen]
[zaghafte Klaviermusik]
Ruby? Was ist?
Es tut mir leid.
Warum?
[er seufzt]
Wozu das alles?
Meine Eltern haben gesehen, wie sehr ich mich verändert hab.
Wegen dir.
Dad hat 'ne Gefahr für seine Pläne in dir gesehen.
Und er hat ja recht. Er hat geschworen,
dein Leben auseinanderzunehmen, wenn ich das nicht beende.
Ich weiß, dass ich dich nicht vor ihm beschützen könnte.
Du hast jemanden verdient an deiner Seite, der dich beschützt,
und 'ne Familie, die dich mit offenen Armen empfängt
und ich kann dir das nicht bieten. Ich kann dir gar nichts bieten,
außer 'nen Haufen Probleme, von denen ich nicht weiß, wie ich sie lösen soll.
Warum hast du mir das nie erzählt?
Es ist nicht dein Job, zu entscheiden, womit ich klarkomme.
Ich wollt nicht, dass er dir wehtut.
Ich hab keine Angst vor ihm.
[er seufzt]
[er atmet aus] Ah...
Wie machst du das?
[James] Du weißt nicht, wozu er in der Lage ist.
Ich will nicht... Ich kann dich doch nicht...
[sie flüstert] James.
[sie atmet tief ein] Keine Geheimnisse mehr.
Kein Lügen.
Versprochen.
[sie lacht weinerlich]
Was machst du da?
Das, was Pärchen so machen, wenn sie sich vertragen.
Pärchen?
Na, mein Bonusfreund bist du sicherlich nicht.
Wie kann ein Mensch einen so hohen IQ haben
und dann ernsthaft Worte wie "Bonusfreund" benutzen?
Denkst du wirklich, es ist wieder Zeit, frech zu werden?
Ich bin alles für dich, was du willst. Freund, Bonusfreund, alles.
-[sie flüstert] Alles? -[er flüstert] Alles.
[sinnliche, elektronische Musik]
[Musik setzt sich fort]
[Musik setzt sich fort]
[flüsternd] Das ist der James Beaufort, der Wasserbetten beim Sex zerstört.
Ich hab dir doch gesagt, dass es kein Wasserbett war.
[Musik verklingt]
[James flüstert] Ich geh nicht mehr weg.
Nicht heute, nicht morgen, nicht übermorgen.
Ich dachte, du willst nicht nach Oxford?
Ich hab nicht gesagt, dass ich dieses Zimmer verlassen werde.
[sie kichert laut]
Bleiben wir einfach hier.
Spätestens morgen früh dreht die Welt sich wieder weiter.
Du hast genauso viele Möglichkeiten wie jeder andere.
Du musst sie dir nur nehmen, James.
Immer wenn ich ratlos oder unglücklich bin, schreib ich Listen.
Das hilft mir, motiviert zu bleiben, 'nen klaren Kopf zu bewahren.
Du machst 'ne Liste für mich?
Was wäre der erste Punkt?
[romantische Gitarrenmusik]
Ich mag Sport. Und Musik.
[unverständlicher Dialog]
Oh.
Und scharfes asiatisches Essen.
Ich würd mich gern durch die Straßenmärkte von Bangkok futtern.
-Oh, so frittierte Heuschrecken und so? -Hmm. Genau.
-[Ruby] Okay. -[James] Und mehr lesen.
[Musik setzt sich fort]
[James] Das sind keine Lebensziele.
Träume sind wichtig.
[ruhige, elektronische Musik]
[unverständlich]
Ich bin glücklich, wenn ich zeichne.
[James] Wünsch dir was.
[ruhige Pop-Beats]
Du hast den wichtigsten Punkt vergessen.
[Musik und zarter Gesang setzen sich fort]
[Musik verklingt]
Miss Bell, verraten Sie mir bitte: Warum Oxford?
[melancholische Klaviermusik]
Kennen Sie die Geschichte vom Elefanten mit der Fußfessel?
[Ruby] Allgemein wird die Metapher benutzt,
um selbstlimitierende Glaubenssätze zu beschreiben.
Den Fakt, dass die meisten Menschen zu viel mehr fähig sind,
als sie sich selbst zutrauen.
Aber langsam wird mir klar, dass ich mich an meine Zukunft gefesselt habe.
Und dadurch so vielen Momenten im Hier und Jetzt
nicht die Aufmerksamkeit geschenkt habe, die sie verdienen.
James Beaufort?
James Beaufort? Balliol?
[Ruby] Ich weiß jetzt, dass es die Stopps sind,
die wir unterwegs einlegen, die unser tatsächliches Leben ausmachen.
Unser Leben im Hier und Jetzt.
Und manchmal zeichnen genau diese Momente
neue, aufregende Zukunftsvisionen für uns in den Sand.
[melancholische Popmusik]
[Wählton]
Dies ist die Mailbox von Cordelia Beaufort.
Bitte hinterlassen Sie eine Nachricht nach dem Ton.
Hi, Mum.
Ich hoff, es geht dir gut. Ich muss dir was Wichtiges sagen.
Mach dir keine Sorgen, es...
...es sind gute Nachrichten.
Ich hab dich lieb, Mum. Wir sehen uns später.
[Musik setzt sich fort]
[Musik wird dumpf]
[James] Wir merken, dass wir keine Angst mehr vor der Zukunft haben.
Denn es ist die Gegenwart, in der wir entscheiden, ob unsere Träume wahr werden.
Und wir zu den Menschen werden, die wir immer sein wollten.
[melancholische Popmusik setzt sich fort]
[Hupen]
[Musik verklingt]
[James] Es erfordert Mut, über die Gegenwart hinauszudenken.
Aber manchmal ist es der Blick eines anderen Menschen,
der unsere Zukunft in einem neuen Licht vor uns aufbaut.
[Ruby] Ich hab das Gefühl, ich bin zum ersten Mal in meinem Leben angekommen.
Hallo!
Ich bin wieder da!
Ich will nicht vorspulen oder zurück.
Ich will genau hier und jetzt sein.
[Musik setzt ein und spitzt sich zu, um wieder zu verklingen]
-Hey! -Hey!
[Musik setzt wieder ein]
[dialoglose Szene]
[Musik verklingt]
[tickende Uhr]
[düstere Musik]
Mr. Beaufort erwartet Sie.
[Musik intensiviert sich]
[Schritte nähern sich]
Setzt euch.
[beklemmende Klänge]
Ich habe gesagt, setz dich.
[Klang lässt nach] [tickende Uhr]
Eure Mutter hatte einen Hirnschlag.
-[Lydia] Wo ist sie? -[James] Wie geht's ihr?
[Uhr tickt weiter]
Cordelia ist tot.
[Uhr verstummt]
Nein.
[leiser, schriller Piepton]
Wir sind vorgestern Abend ins Krankenhaus gefahren,
aber sie konnten nichts mehr für sie tun.
Du hast uns nicht angerufen?
Cordelia war so stolz auf eure Einladungen nach Oxford.
Ich wollte eure Interviews nicht gefährden.
[dramatische Geigenmusik]
Ich hab Ihnen doch schon gesagt,
dass es jetzt oberste Priorität hat, die Aktionäre bei Laune zu halten.
Wir können nicht zulassen, dass unser Wert einbricht.
[sie schluchzt]
[dumpf] Ja, das weiß ich verdammt noch mal, Gordon.
Würdest du mir endlich den Entwurf schicken.
-Sie muss bis heute Abend raus. -[verzerrt] James, nicht.
Ja, verdammt noch mal, Gordon, das verstehe ich.
Künstlerische Leitung der Firma wird neu besetzt,
sobald die Pressemitteilung raus ist.
James, nicht!
[James schluchzt]
[Lydia schreit] Hört auf!
-Hört auf! -[Mortimer ächzt]
[Mortimer keucht]
[dramatische Geigenmusik]
[James] Pack mich nicht an!
[Musik setzt sich fort]
[James keucht]
Du saßt die ganze Zeit im Auto, du hast kein Wort gesagt!
[Percy] Es tut mir leid, James.
[Geigenmusik spitzt sich zu]
[schriller Piepton]
[Musik setzt sich fort]
[Ruby] Jeder Mensch hat eine Welt voller Möglichkeiten verdient.
[dialoglose Szene] [Musik setzt sich fort]
[Ruby] Zu träumen, wovon er will.
Zu sein, wer er will.
Zu lieben, wen er will.
[Musik wird dramatischer]
[dialoglose Szene]
[Musik wird antreibender]
[Ruby] Ich sehe meine Zukunft klarer als je zuvor.
Endlich sind alle Puzzleteile an ihrem Platz.
Alle Türen stehen uns offen.
Jetzt müssen wir nur noch durchgehen.
[dialoglose Szene]
[Musik verklingt abrupt]
[melancholische Popmusik]
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