All language subtitles for Stasikomoedie.2022.German.1080p.BluRay.x264-DETAiLS

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Original subtitles

(Sprecher liest Text im Bild vor)

(vertr�umte Gitarrenmusik)

(Singsang und Mundharmonika)

(Musik spielt weiter)

(Scheppern)

(�lterer Mann) Schei�osten.

(Mundharmonikamusik und Pfeifen)

(Miauen)

(fernes Motorknattern)

(Rockmusik)

(Motorbrummen, Miauen)

Herr Fuchs!

(berlinert) Auf dich ist Verlass.

Du hast immer was. Hast du eine Zigarette?

- Nee. - Was hast du im Beutel?

- Meine Stasiakte. - Echt!

Ich wollte nicht, aber meine Familie. Ah, egal.

Ich bl�ttere durch, schwelge mit meiner Frau in alten Zeiten und...

- Ein richtiges Familienalbum. - Mhm.

- Kein Foto mussten wir selber machen. - Das wird gem�tlich.

- Tsch�s. - Tsch�s.

(singt glamour�s) L'amour, l'amour...

(Mann) Da ist er: eben noch in der Stasibeh�rde und jetzt...

Was ist hier los?

- Das fragst du noch? - (Corinna) Du hast dich lange gewehrt.

Nein. Ich m�chte nur nicht �bertreiben...

Ludger, sei doch mal lieb zu deinem Sohn.

- Opa! - Lisa! Och, mein Engel.

- Meine Kleine, wie geht's? - Ich soll mit dir ein Interview machen.

�ber die D-DDR und dein Buch "Der gestiefelte Kater".

Zwei D reichen, und "Der streunende Kater".

Ich muss H�nde waschen, ich war bei der Stasi.

- (T�rklingel) - (Corinna) Rosa oder die Akademie.

Die sind scharf auf deinen Nachlass.

- Ich lebe noch. - Warum muss Opa ins Archiv?

Dein Opa ist ein ber�hmter Schriftsteller und ein Oppositioneller.

- Was ist ein Oppositioneller? - Ein Guter.

- Und wer ein Guter ist, kommt ins Archiv? - Ja!

(Rosa) Vati? Wir haben dir was mitgebracht!

- Spreewaldgurken... - (Corinna kichert)

"Halloren"-Kugeln...

(Lisa spielt Cello)

Und "Schlager-S��tafel"!

Wir haben Lisa eine richtige Ostalgie-Party versprochen.

Das ist seine Art, seine Liebe zu zeigen.

Lisa, das machst du prima, aber bitte h�r auf.

- (T�rklingel) - Der Mann von der Akademie.

(Ludger) Erst w�rde ich gern allein in die Akte schauen.

- (Alexander) Aber das ist eine Ehre. - Akademie?

Deine Mutter macht immer so Sachen.

Das ist eine ganz private Sache. Ich h�tte gan...

Oh! Hallo!

- Dietrich. - Fuchs.

Verehrter Herr Fuchs.

Die Akademie ist stolz, dass Sie unsere Anfrage,

ob Ihre Stasiakte in unser Archiv darf, so positiv beantwortet haben.

- Positiv? Hab ich das? - Ja.

Na ja, da habe ich zugesagt.

- Was? - Sie sind ein sehr wichtiger Zeitzeuge.

- Was? - (Rosa) Das find ich auch.

- Wo darf ich mich aufh�ngen? - Da.

Aber ich habe ein Recht auf Privatsph�re, oder?

(Corinna) Die Akte wird nicht ver�ffentlicht.

- Nein. Erst zehn Jahre nach Ihrem Ableben. - Wenn dich noch jemand interessiert.

- Ich habe nicht reingeschaut. - Das kannst du jetzt.

Eine kleine Sammlung?

Ja, so Tr�del vom H�ndler, vom Checkpoint Charlie.

Die Medaille f�r besondere Verdienste am Volk,

Bundesverdienstkreuz.

- Eine Medaille der Staatssicherheit? - �hm...

(Korken knallt)

Sp�te Genugtuung.

Diese Bande hat mir schwer zu schaffen gemacht.

Also, so eine Art Skalp.

- Ist sie das? - Das ist sie.

- Essen wir erst, und dann die Akte... - Essen.

- Erst die Akte. Aber nicht hier. - (beide im Chor) Akte! Akte!

Nicht hier... Wir setzen uns hier, ja?

- (Rosa) Jetzt geht's los. - (Ludger) Setzen wir uns, ja?

Oh, Entschuldigung!

- Hier: "Fuchs". Du bist mein F�chschen. - Ja.

(liest) "Die Zielperson ist 17 und sucht eine feste Stellung in der Gesellschaft.

Laut Nachbarn und Arbeitskollegen handelt es sich um eine freundliche,

wenn auch unsichere Pers�nlichkeit."

- Ludger, ich liebe dich! - Ich dich auch!

- (Alexander) Unsicher? - (Ludger) Mhm.

(Alexander) Guck, unsere Wohnung.

- Wie s��! - Eine Katze?

(Corinna) Schicki, Schicki Wara.

- Warum fotografieren die eine Katze? - Es gab viele Tierfreunde in der Stasi.

- Ach was? - (Dietrich) Mhm.

- Wow! - Opa, bist du das?

- Ja. - (Dietrich) Ikonisches Foto.

- Von dem legend�ren Rockkonzert? - Richtig.

Also, mein Mann war der hei�este Typ weit und breit.

Er wurde auch im Westen verlegt.

- Auch wegen des Talents, oder? - (Ludger lacht) Vielleicht.

- (Corinna) Unsere erste Nacht? - (Alexander) Alle unter 18 Augen zu!

Wo war der da? Die haben sich irgendwo versteckt.

- (Corinna) Was ist das? - Interessant. Darf ich mal?

Handschriftliche Dokumente sind ganz interessant.

- (Ludger) Aha. - (liest) "Mein Liebster, melde dich.

Von allen, von wirklich allen, bist du der aller, aller Begabteste.

Kein Arsch passt so gut in eine Jeans wie deiner.

- Dein harter Schw..." - Das ist nicht von mir.

Jetzt wird es doch ein bisschen privat.

Das ist weder meine Schrift noch mein Briefpapier.

- Das ist auch nicht mein Stil. - Von wem ist der denn?

Mmh.

Keine Ahnung.

Das muss ich mir genauer angucken. Meine Lesebrille...

Moment. Der Brief ist an mich gerichtet.

- Kann ich mal? - Bitte Vorsicht.

- Ich hab �berhaupt... - Das sind alles Kopien.

- Trotzdem sorgf�ltig damit umgehen. - (Corinna �chzt) So.

- Jetzt zeig mal. - Corinna...

- Ludger, ich liebe dich. - Corinna, ich liebe dich.

- Hm? - Also, du machst mich langsam neugierig.

Wie hie� die Katze noch mal? Schicki Wa... (stammelt) Wei� auch nicht mehr...

(liest) "Ich liebe dich, Ludger. Du mein Paul...

(stockt) Jean-Paul, mein Bob Dylan, mein Sartre...

Du bist ein unendlich guter Lieb...

- Liebhaber." - Also, von wem ist der?

Ach, das ist... ah! Das war l�ngst vor deiner Zeit.

- Da waren wir l�ngst zusammen. - Nein, das ist viel l�nger her.

- Das stimmt nicht. - Doch! Ist gar kein Datum drauf.

Entschuldigung, die ganze Akte ist doch nach Datum geordnet.

- Jemand hat es durcheinandergebracht. - Nein, da war die Stasi sehr genau.

Nein, der Bericht des IMs,

dem dieser Brief als Anlage beiliegt,

da steht ja das Datum drauf.

Sie kann in mich verliebt gewesen sein. Ich war ein hei�er Feger, wie gesagt.

Aber sie hat den Brief nicht abgeschickt und zerrissen.

Du hast geantwortet auf den Brief, den sie nicht abschickte.

- Soll ich vorlesen? - Nein.

Ich hab immer gesagt, ich hab keine Lust, in die Akte zu gucken.

- Ja, aber... - Papa!

Ich dachte, du machst das aus Bescheidenheit.

- Lisa, kommst du mal? - (Rosa) Ich halt das nicht mehr aus.

- Helden sind auch nur Menschen. - (Ludger) So, prima!

Hat uns die Stasi gegeneinander aufgewiegelt.

- Sp�ter Sieg! Danke! - (Dietrich) K�nnten Sie die Akte...

Danke f�r den gro�en Abend! Danke!

- K�nnten Sie die Akte dalassen? - (T�r f�llt zu)

Ich Idiot.

(leise) Das ist er doch. Doch, das ist er.

- Nein... - Nat�rlich. Entschuldigung?

- (leise) Bitte nicht. - Ganz kurz?

- (Frau leise) Doch, das ist er. - Sie sind doch der Schriftsteller? Fuchs?

- Ja. - Hab ich ihr gesagt.

Wir haben gerade da dr�ben in der Buchhandlung Ihr Buch gekauft.

- Schreiben Sie etwas hinein? - Klar.

Es soll ein Geschenk werden. K�nnen Sie reinschreiben...

- "F�r J�rgen." - Ah.

- J�rgen ist mein Bruder. - Wir sind auch aus dem Osten.

- (Frau) Wessis verstehen das nicht. - Da sagen Sie was.

Ach, das ist so eindr�cklich geschrieben,

wie der junge Mann dem Teufel seine Seele verkauft. Wirklich toll.

Wir haben alle schon mal dem Teufel die Seele verkauft.

Eins w�rde mich noch interessieren: Der junge Mann in dem Buch, sind das Sie?

- Aber nicht weitersagen. - Nee.

(Mann lachend) Pionierehrenwort.

Also, um ehrlich zu sein...

Es ist nicht so einfach, wie man's wollte.

(Mann leise) Arrogantes Arschloch.

Der ist ja v�llig abgehoben.

(Ludger jung) Die Geschichte des Jungen beginnt an einer Kreuzung,

genauer gesagt an einer Ampel am Leninplatz.

Was der Junge nicht wei�:

Die Ampel wird von ganz oben manipuliert, um ihn auf die Probe zu stellen.

Lauter Tierliebhaber hier im Raum?

(leise) Weicheier.

- Hey, hey, hey... - (miaut)

(Ludger jung) Er besteht. Mit Bravour.

- (Stasimitarbeiter) Knapp. - Puh!

(Ludger jung) Wo komm ich her? Wo geh ich hin?

"Ja, wohin?", denkt sich der Junge.

Wie hei�t es so sch�n?

Das Schicksal hat Name und Adresse.

(Durchsage) Genosse Fuchs hat sich sofort in HA-20-9 einzufinden.

(Harmonika-Melodie)

Diese Uhr gab mir der Genosse Wollweber,

als er in den Ruhestand trat.

"F�r den Besten der Besten", sagte er.

Und er beauftragte mich,

sie meinerseits dem Besten der Besten weiterzugeben,

wenn ich mal in den Ruhestand trete, ja?

Also, Genossen, strengt euch an.

Auch weil ihr heute einen neuen Kameraden bekommt.

Einen ausgezeichneten Soldaten, der versteht,

dass eine rote Ampel ein Befehl, und ein Befehl zu befolgen ist.

(lauter) Ludger Fuchs!

- (rhythmisches Klopfen) - Nun ist gut. H�rt mal auf mit dem Unsinn.

Wir sind nicht in der Humboldt-Universit�t,

und ich bin kein Professor, wei� Gott nicht.

Der Genosse Fuchs, der hat einen Zehnklassen-Abschluss.

Wer von Ihnen hat auch einen?

Sie bleiben hier. Alle anderen abtreten!

(Siemens) Na los, hopp, hopp!

�h, Genosse Nullgesicht! Sie auch.

Bevor ich euch da rausschicke, erz�hl ich euch eine Geschichte.

�hm, von einem Freund, der sich verliebt hat.

Im Einsatz, in eine K�nstlerstudentin.

In Wei�ensee, wo der sogenannte Fasching stattfindet.

Und wo die Studentinnen

als Katzen gehen oder als Kaninchen.

Mit Schwanzpuscheln

und Netzstrumpfh�schen mit Strapsen.

Und ehe er sich's versehen hat,

hatte die Studentin ihn an der Nudel.

- (Kichern) - Was gibt's da zu grinsen?

Wollte euch nur raten: Nehmt euch in Acht vor diesen K�nstlern.

Denn ihr werdet in Zukunft mit ihnen zu tun haben.

Wir m�ssen in diese sogenannte Szene eindringen.

Aufkl�ren,

anbahnen, provozieren

und zersetzen.

Der operative Einsatz tr�gt den Namen der Stra�en,

die das Operations- oder Feindgebiet umschlie�en.

Das hei�t: L wie Lychener, S wie Schliemann,

und dann D wie Duncker: LSD.

Du musst da vorne rechts, noch mal links,

und wir sind am Zielobjekt Papeela...

- "Pappelallee". - Ein Weststadtplan?

(B�r) Ja. Hab ich mir besorgt.

- Unsere sind zu ungenau. - Warum?

(B�r) Du bist so d�mlich.

Strategisch? Um den Feind zu verwirren?

Wir verwirren nur die eigenen Leute. Der Feind hat den genauen Plan?

- H�ltst du unsere F�hrung f�r doof? - (Nullgesicht) Ich hau dir eine rein!

- Schweine! Ich kipp euch euer Auto um! - (B�r) Aufs Gas!

(singt Volkslied "Dat du min Leevsten b�st")

(B�r) Was mir vor die Linse kommt.

- (Wolke) Fahr unauff�lliger! Feindgebiet! - Guck mal.

Ah! Eine "Negativ-Dekadente". Sch�n.

- Du "Neg-Dek", dreh dich mal. - (Nullgesicht) Bist du Helmut Newton?

- (B�r) Sch�n. Noch so ein "Neg-Dek". - Ihr Freund.

(Wolke) Schei�e, die hat einen Freund. (hupt)

(Kamera klickt) Kann ihr Bruder sein.

- (B�r) Der hat kaputte Hosen an! - (Ludger) Nee.

- Kann nicht ihr Bruder sein. - So 'ne Freundin zu haben, ist was Tolles:

Du kommst nach Hause, kriegst Abendbrot

und schl�fst mit ihr. Ist ja deine.

- (Ludger) Aufh�ren... Nun ist aber gut! - Sag mal.

- Das nimmt dich richtig mit, "Neg-Dek". - Pst!

- (Nullgesicht) Die kommen. - Feindber�hrung! Runter!

- (Wolke) Hand weg. - (B�r) Was?

- Ruhe jetzt. - (Wolke) Nicht du.

- (Nathalie) Los, zu mir. - (B�r) Ich hab's auf Bild.

- Ich auf Ton. - Ich hab mitgeschrieben.

Hinterher! Die entkommen uns.

Die sind kein Auftrag. (Quietschen)

- (B�r schmerzvoll) Ah! Aua! - (Jammern)

(Ludger) 18 Uhr 33, Pappelallee.

Aufkl�rung des Einsatzgebiets durch die Sondereinheit LSD.

(Mann summt leise vor sich hin)

Keine besonderen Vorkommnisse.

Ich hab jetzt Feierabend. Dann viel Gl�ck, Kollege.

(Ludger) 19 Sekunden sp�ter: Operation "Herrenbesuch"beginnt.

(Ludger) Und wenn einer zu Hause ist?

Keine Angst. Wir haben zweieinhalb Stunden. Das reicht.

(Nullgesicht) "Der Scout", der neue Spielfilm mit Gojko Mitic.

- Hab ich noch nicht gesehen. - Wir sind auch Indianer.

Apachen. Wir lesen Spuren, horchen am Boden und schleichen uns von hinten an.

Woher wissen wir, dass niemand zu Hause ist?

Wir sind die Staatssicherheit und wissen alles.

"Komm um 21 Uhr nach Hause", steht da. Die sind so doof.

Schl�sser, mein Spezialgebiet. Pass mal auf.

Das ist ein Achter... Haben wir gleich...

(genervt) Gehst du auf, du!

(�chzend) Nee, ist doch ein Zw�lfer.

H�? (Schloss klickt)

Die machen's uns einfach zu leicht.

Also. Sie kommt um 21 Uhr nach Hause.

Hast gen�gend Puffer. Und nicht vergessen:

Dezente Hinweise. Wie wir's gelernt haben.

Nichts darf unnat�rlich wirken. Wir halten unten die Stellung.

Wir sehen jeden. Kannst dich auf uns verlassen.

So.

(Corinna) Thomas?

- Kommst du auch ins Bett? - (�chzt stumm) Ah...

(sie st�hnt wohlig) Thomas?

(Corinna) Hm?

Na, Schnuffelchen?

Ich hab eine Vorlesung ausfallen lassen.

Na, du?

Du bist ja immer noch angezogen. Zieh das doch mal aus.

- Mann, bist du hei�. - (kichert)

(Kopfstimme) Die Tasche.

- H�? - Thomas!

�hm.

- Corinna? - Ja?

Kommst du jetzt endlich?

Kommst du mal bitte?

(gefl�stert) Oh nee.

- Was ist hier los? - Wie, was ist hier los?

- M�chtest du mir was sagen? - Du mir vielleicht?

Sekt? Gibt's was zu feiern?

- Ist das f�r uns? - Ist nicht dein Ernst.

Kommst du bitte in die K�che?

(keucht erschrocken)

- Da hat sich wer rasiert. - Ja, wer wohl? Du wahrscheinlich.

Corinna?

- (Corinna) Ja? - Wo ist er?

- Wo ist wer? - Er?

Hm, wo k�nnte er wohl sein? Vielleicht im Schrank?

Schau nach, da ist er bestimmt.

Ich mach uns Lindenbl�tentee.

Ist doch der Klassiker: Liebhaber im Schrank!

- Hier sind Socken und Unterhose. - Alles klar.

Das sagst du nur, damit ich nicht gucke.

- Herrenbesuch im Schrank? - Das ist nicht meine Unterhose.

(Ludger) In dieser Situation hatte ich zwei M�glichkeiten:

Ich weise mich als Stasimitarbeiter aus oder als Liebhaber der Frau.

Ich liebe Ihre Frau, tun Sie mir nichts.

K�nnten Sie mir meine Unterhose geben?

Ja.

- Vielen Dank. - Gerne.

Corinna?

Was?

- Corinna? - Was ist denn?

Ich habe in den Schrank geblickt.

(Lied: "Kinder, ich bin nicht der Sandmann" von Klaus Renft Combo)

Du spinnst ja wohl!

Das war's, Thomas. Es ist aus.

Und tsch�s.

(Thomas) Hilfe! Ich verliere die Kontrolle!

- (ringt nach Luft) - Ich will das nicht!

(Lied l�uft weiter)

Ihr k�nnt jetzt freie Liebe...

(weint)

(Frauen kreischen)

(weinerlich) Ich habe meine Freundin geschlagen!

Wo kommst du auf einmal her?

Ich kam irgendwie zuf�llig hier vorbei

und habe dich schreien geh�rt.

Ich dachte, eine Frau braucht Hilfe.

- Zuf�llig? - Ja.

- Wohnst du hier im Haus? - Nein.

Dann war es kaum zuf�llig. Hast du jemanden besucht?

Ich arbeite bei der Stasi und bin auf dich angesetzt worden.

Allet klar. Dann sag deinen Genossen:

Bei mir ist nichts zu holen. Ich sag laut, was ich denke.

- Ich finde das gut. - Ich find das normal.

Du blutest.

Da ist noch was.

Ich wei�, du bist nicht bei der Stasi, weil ich bei der Stasi bin.

(Lachen) (Ludger) Ich sag auch, was ich denke.

- Wat... denkst du denn jetzt? - Ich w�rde dich gerne k�ssen.

Und du?

(Kamera klickt)

(Schreibmaschinen klappern)

(Siemens st�hnt)

(schreit) Runter untern Tisch! Aber schnell!

Runter! So.

(Siemens summt leise)

"...sind abzuknallen wegen Hochverrats."

Drei Spitzenkundschafter der Stasi...

Vier.

(betont) Drei Spitzenkundschafter

schaukeln sich im Dienst die Eier, pennen im Dienstwagen ab,

w�hrend ihr Genosse eine Wohnung pr�pariert,

ohne zu bemerken, dass die Bewohnerin noch anwesend ist.

- Au, nicht das Ohr. - Genosse Oberstleutnant.

Ganz dringend zum Minister. Alarmstufe Rot.

Na, dann... dann beten Sie mal.

Sie kommen mit, Genosse Fuchs.

Geben Ihren Bericht m�ndlich ab.

Wir gehen zum Minister f�r Staatssicherheit,

nicht zum Minister f�r Kinderg�rten.

Da hei�t es, Arschbacken zusammenkneifen.

Wir haben die M�tzen vergessen. Schei�dreck!

Der Genosse Mielke ist ein ganz harter Hund.

Wer reingeht, kommt anders raus.

- Wie anders? - Manche gr��er, manche kleener.

- Tach, Gabi! - Ach, Lutz.

Mein herzliches Beileid. Du sollst gleich reinkommen.

Mach die T�r zu. Ist schon einer gestorben, Gabi?

(st�hnt) Noch nicht.

Der ist ganz schei�e drauf.

(�chzend) Oh... Wenn ich dich nicht h�tte, Gabi.

- Dann wollen wir mal. Toi, toi, toi. - Sie nicht! Setzen.

(Mann laut) Hochverrat! Hochverrat ist das!

Nicht hier, da.

- Genossen. - Ihr seid grausam.

Prima, Genosse Br�hl. Da fackelt man nicht lange.

- Ich verlange eine genaue Untersuchung. - Kurzer Prozess.

Eine arglistige Hintertreibung unseres Willens und Befehls.

- Schuldige sind strengstens... - Fr�hst�ck!

- (beide) Fr�hst�ck! - Fr�hst�ck, Gabi.

(Mielke) ...abknallen, kurzen Prozess machen.

Machen wir doch auch so. Oder?

(Mielke) An die Wand stellen.

(Frau) Sie ersetzen einen nicht, aber halten als Ersatz her...

Das ist ein hervorragender Fortsetzungsfilm.

Der ist genehmigt.

Den Regisseur nominieren wir f�r den Nationalpreis.

- Den hat er schon. - Dann nicht.

- Und der Schauspieler? - Ich bringe ihn um.

Querulant, zehn Jahre Berufsverbot. Erz�hlt er.

Na dann der auch nicht. Komm.

Gabi, du musst ein rechtwinkliges Dreieck nehmen.

Also, ich... Ich bin echt sauer!

Alarmstufe Rot, du! Ich hab doch Geburtstag.

Wisst ihr, was wir da Sch�nes machen k�nnten?

Ja, Erich, l�uft. Ganz lustige Idee: Diesmal verkleiden wir uns alle.

Und jetzt halt dich fest. Als Zielperson.

- Als Zielperson? - (Gabi) Ja, als Zielperson.

Ich geh als die hier.

Diese Ulrike Poppe.

Dann merk dir, dit hei�t nur "die Poppe"!

So dicke sind wir nicht mit der.

Z�pfe ran und roten Mund: Fertig ist die Poppe.

- F�r dich haben wir gedacht... Guck mal. - Du 'n Gammler.

Lange Haare, Bart und Jesuslatschen. Die Sorte, wei�te?

- Nee, Schei�idee. - (Siemens) Schei�idee, Gabi.

(laut) Ich m�chte strahlen!

(majest�tische Musik)

Der Rosen ist auf ihn reingefallen. Ich kann's nicht fassen.

Ich hab's gleich gewusst, der Rosen. H�tten meine Leute schneller rausgekriegt.

Einfach abknallen. Von wegen Todesstrafe abschaffen, ha!

(stammelt) Haben Sie das geh�rt?

Bauen Sie keine Beziehung zu mir auf. Ich bin klein, aber nicht nett.

Sag mal, unser neuer Kollege. Wie hei�t der?

- Ludger Fuchs. - Aha...

Im Keller?

Ich lass alles vorbereiten.

(Lied: "Death of a Clown" von The Kinks)

(Siemens) Rechts.

Dann wollen wir mal.

Ach, die Genossen Zeugen.

So, Genosse Unterleutnant. Bitte.

Nach Ihnen.

Moment.

"Unterleutnant?"

Genosse.

Auf Befehl des Ministers der Staatssicherheit der DDR

bef�rdere ich Sie wegen vorbildlicher Leistung

bei einem operativen Einsatz mit Feindber�hrung

mit sofortiger Wirkung zum Unterleutnant der Staatssicherheit der DDR.

- (weint) - Genosse, da m�ssen Sie doch nicht weinen.

- Das ist doch nicht traurig. - (stottert) Ich dachte...

- Unerwarteter Nah... - Was haben Sie f�r Vorstellungen?

Dass Keller nur dazu da sind, um Leute zu liquidieren?

Nein! Da machen wir auch eine kleine Bef�rderung.

Ohne viel Brimborium. Ist doch geheim.

Oder wollen Sie damit durch den Prenzlauer Berg spazieren?

Hawaiihemd und Schulterst�cke oben drauf!

(schallendes Gel�chter)

Da gibt's Kloppe von den Hottentotten. Aus!

(spielt Melodie)

Hier.

- Danke. - Mhm.

Hier k�nnten auch einmal Ihre Initialen drinstehen.

L. F. Ludger Fuchs. Wenn Sie so weitermachen.

- Ab jetzt bin ich Ihr F�hrungsoffizier. - Mhm.

Hab dich doch nicht so.

Sie machen sich dran, die Szene im Prenzlauer Berg auszukundschaften.

- Nehmen Sie sich dort eine Wohnung. - (Doll) Er kommt.

(Siemens) Besorgen Sie sich, was Sie ben�tigen.

- Wo ist hier der Genosse Doll vom Zoll? - "Doll vom Zoll."

Genosse Doll, geben Sie dem Unterleutnant alles, was er ben�tigt.

Jut.

Willkommen im Reich der abgefangenen Westpakete!

Da dr�ben sind Platten, da Literatur. Wat haben wir hier?

Ah, Kaugummis. Das sind die guten, hier. Von Omi. Nicht Opi sagen.

Willst du auch noch paar von denen? Nehm ich mal... So...

"Lieber Enkel, hier die gew�nschte Hose.

Sie sollte von Levis und Strauss sein, obwohl's auch sch�ne bei C&A gibt."

(lachend) Ja, genau.

"PS: Hosen und Jacken kommen ja wohl durch den Zoll." Dat denkt die!

F�hl dich wie bei Karstadt.

Wiedersehen macht Freude, Jenosse.

(Zollbeamter) Bist 'n H�bscher.

Wir kommen ja hier selten raus.

(ruft) Nicht so wie ihr von der 20-9!

- (Ludger) Warum gucken die alle hoch? - (B�r) Gucken, ob die Gardinen ab sind.

- Warum? - Dann wohnt da keiner.

(B�r) Die brechen die T�r auf und nisten sich sch�n ein.

- Diese Lumpen. - (ruft) He, du Pfeife!

(er �chzt schmerzvoll)

(berlinert) Hallo, Jungchen.

K�nntest du mir 'n St�ckchen Papier geben?

- Ist da oben, ganz oben. - Ah ja.

Danke sch�n. Bist ein Netter.

�h, k�nnen Sie mir vielleicht sagen,

ob hier eine Wohnung frei ist?

Bei mir gegen�ber. Wei� ich doch, f�hr das Hausbuch.

(Krachen)

Das war nicht n�tig, ich habe einen Nachschl�ssel.

Tja...

- (Ludger) 'tschuldigung. - Bonjour!

(gefl�stert) Entschuldigung.

- Hier wohnt einer. - Der lebt noch?

- Ja. - Nicht mehr lange.

- Was? - Die "Volkssolidarit�t" kommt jede Woche.

Wir machen das so: Du bist Untermieter.

Und wenn Herr W�st tot ist, bist du Hauptmieter von der Wohnung.

(Gurren)

Home, sweet home.

(Lied: "Going up the Country" von Canned Heat)

Hallo.

- Sie sind ein guter Mensch. - Ach... nein.

(Ludger) Um die reibungslose Aufnahme

ins Zentrum der sogenannten Szene der "Neg-Deks"zu sichern,

bedarf es einer glaubw�rdigen Legende, die ich noch finden muss.

Sind Sie der Untermieter?

Nach drei Wochen habe ich mich gut eingelebt.

Bis auf den kranken, alten Mann, der im Nebenzimmer starb,

wodurch ich Hauptmieter wurde, gab es keine weiteren Vorkommnisse.

(Lied spielt weiter)

- (Wolke pfeift) Hey, Ludger! - (B�r) Da l�uft er ja. Lord Kacke.

(Nullgesicht) Hast du das konspirative Treffen vergessen?

(Wolke) Klappe! Kriegsgebiet. Die kippen uns das Auto um, du Arsch.

(B�r) Nenn mich noch mal Arsch und du f�ngst eine.

(Wolke) Provozier nicht, sonst mach ich Meldung.

- Melde, dass was geflogen kommt! - (Nullgesicht) Guck, da.

Ausweis!

Ich habe einen Auftritt in der "Schoppenstube", Wachtmeister.

"Obermeister." Ausweis.

Also, wo k�nnte er sein?

Ich hab ihn irgendwo. Wo k�nnte er stecken?

Wo hat er sich versteckt? Wo k�nnte er...

Ich such gleich mit, Freundchen.

Gehen Sie weiter!

- Ich hab nicht mal Taschen. - Dann muss ich Sie mitnehmen aufs Revier.

Herr Obermeister...

Hat Sie keiner lieb?

- (Gel�chter) - So... B�rger.

- Ausweis. Aber alle. - (lachen)

(Punk) Reicht auch der Impfpass?

Ich hol sofort Verst�rkung, wenn ich nicht bei drei Ausweise sehe.

- (Frau ruft) Michaela! - Hallo! Hallo.

Arbeiter- und Bauern-Inspektion.

- Ich soll inspizieren, Hygiene und so. - Na jut.

Und du von die "Village Peoples" kannst auch rein.

(entz�ckt) Hall�chen, Freddy Mercury.

Ein Bier, bitte.

Wir sind eine Weinbar. Deshalb "Schoppenstube".

- Haben Sie auch einen Ros�? - Kl�rchen.

So... Schitte b�nchen!

Schicker Schnauzer.

Seid ihr denn schon 18?

Sind wir an der Bar zum anderen Ufer?

- K�nnt ihr das noch mal wiederholen? - Nee.

Ah!

Dem ist pl�tzlich �bel geworden.

- Alles in Ordnung? - CS-Gas funktioniert einwandfrei.

(B�r) Na, der fetzt ja, der Laden.

Haste was zum Abalken?

- Fetzt urst! - So redet die Jugend.

Und St��chen, die Herren!

Seid ihr bl�de? Wie ihr ausseht... Man erkennt auf 100 Meter, was ihr macht.

(Barmann) Ich kenn dich nicht. Bist du schwul?

- Sind das deine Freunde? - Die? Nein.

- (betont) Du bist schwul. - Was? Ich?

Vielleicht. Nein. Ja.

Du bist bei der Stasi!

- (Mann) Der Klassiker! - (Lachen)

- Seh ich so aus? - (alle laut im Chor) Ja!

- (Frau) Stasi raus. - Du bist so ein Schwein. Du Dreck...

- Dir muss man die Fresse polieren. - Loslassen!

So was verdient keinen Platz in unseren Reihen.

Dieser Typ leiht sich ein Buch von mir

und verschwindet einfach f�r ein paar J�hrchen.

Robert?

"On the Road" von Jack Kerouac. Das ist jetzt zwei Jahre her.

Wo warst du? Warst du bei der Armee? Was machst du hier?

- Na, was trinken. - (Robert) Leute...

Das hier ist mein Freund aus Kindertagen.

- Wir haben Sonnenaufg�nge gemalt. - (alle) Ah!

- Und Unterg�nge. - (Gel�chter)

- Haha. - (Robert) Und ihr...

Ihr verschwindet hier lieber.

- (Michael) Hallo! - (alle) Hallo!

(Michael) Jetzt wird's kuschlig.

- (Jubel und Applaus) - Beruhigt euch.

Dieses Lied ist f�r all die,

die uns auch noch verlassen werden, in den Westen.

(Ziehharmonika setzt ein)

(Sprechgesang) In der Heimat hier, am Zonenrand

100 Meilen von der See

Liegt im weiten, grauen Binnenland

Unser Haus

(gesungen) An der Sch�nhauser Allee (Applaus und Jubel)

(ruft) Komm, Heiko. Komm! Komm, Heiko.

(singen) Fr�hlich spielten wir Maat und Steuermann

Rochen nachts im Bett noch nach Teer

Wir heuerten im Waschfass an

Wollten hinaus aufs Meer

Wollten hinaus aufs Meer...

Schreibst du noch Gedichte? Malst du noch?

(singen weiter) Ich habe da so einen geheimen Salon.

Literarisch, du wei�t schon. Gertrude Stein.

Alice B. Toklas, die alte Lesbe, hast du gelesen?

"Ein Fest f�rs Leben" von Hemingway, so was in der Art.

Bis zum S�dpol, da reicht unser Geld Nimm uns mit...

(Cello �berdeckt Gesang)

In die weite Welt hinaus...

(Ludger) Ich konnte bisher noch nichts sogenannt Negativ-Dekadentes beobachten.

Wobei ich nicht wei�, was "negativ-dekadent"bedeutet.

Vielleicht l�sst sich die Gefahr so beschreiben:

Ihre ungezwungene und lockere Art

l�sst politisch Gefestigtere am sozialistischen Auftrag zweifeln.

F�r eine genauere Analyse

muss ich weitere Beobachtungen anstellen.

Hey!

Du da?

Ich seh dich.

Da unter der Fensterbank.

Bist du sch�chtern?

(gefl�stert) Oh Mann. Ah, au.

Drei Dinge sind des Tschekisten gr��te Gefahr:

- Liebe... - (Nullgesicht) Mhm.

- Und Sex. - (lauter) Mhm.

Und?

Was, und?

Na, drei Dinge?

Keine Ahnung! Was willst du von mir?

(Nathalie) Hey, Sch�chterner?

(lauter) Sch�chterner! Was machst du da?

- Wer, ich? - Ist da noch jemand?

- Ich schreibe auf meiner Schreibmaschine. - Woran arbeitest du denn? Ein Roman?

Vielleicht.

Dann bist du ein Dichter.

- Vielleicht. - Darf ich mal lesen?

- Ist noch nicht fertig. - Ich komme. Setz Tee auf.

Dann kannst du mir vorlesen!

(T�rklingel)

(T�rklingel)

(leicht lallend) Na, Genosse Unterleutnant?

Lange nicht gesehen, mein Junge.

Wo ist denn der Bericht?

Mittwoch Treffen konspirative Wohnung. Ich war da, wo warst du?

Aha, man macht sich hier 'ne Fettlebe.

Ah, guck einmal hier, die "Sex Pistols".

(Tonabnehmer knackt) Haben wir gegr�ndet.

Glaubst du nicht, h�? (betont) Haben wir gegr�ndet.

Echte wilde junge M�nner mit Hakenkreuzen und SS-Runen.

Wollten wir die westliche Jugendkultur bei der Arbeiterschaft diskreditieren.

Ist leider nach hinten losgegangen, der Schuss.

Sie d�rfen hier gar nicht sein. Das ist gegen jede konspirative Regel.

Sag mal... Kaum Unterleutnant, und schon erkl�rt er mir die Regeln, ja?

Ich sag dir mal was, Junge.

Ich mach das hier n�mlich schon eine ganze Weile, wei�t du?

(kichert fies)

Die Treffen sind das Einzige, was wir von dir erwarten, ja?

Da hast du zu erscheinen.

By the way, der Minister hat Geburtstag. Und wer da fehlt, gute Nacht!

(stammelt) Vater, du hast mir gar nichts mehr zu sagen.

Ich will nicht st�ren.

Wer ist denn das? Deine Freundin? Nein...

Hallo!

Sie m�ssen sich doch nicht verstecken, so sch�n, wie Sie sind. Ich bin der Lutz.

K�nnen Sie mir einen Gefallen tun?

Sagen Sie ihm, er soll Gro�vaters Geburtstag nicht vergessen.

Vielleicht h�rt er ja auf Sie.

Du bekommst immer noch jeden Monat Geld von uns. Vergiss das bitte nicht.

Ja? Werden Sie auch von Ihren Eltern unterst�tzt?

- (stammelt) �h... Nee... - Na, siehste. Guck einmal.

Opa wird dir dann einen Wagen schicken, ja?

Dein Vater ist ein Arsch, oder? Bisschen alt, oder?

Bist du so was wie ein sp�tes Kind? Ein Einzelkind!

Ja, bin ich.

Was bist du? So eine Art Psychologin oder...

(stotternd) Mein Vater ist ein Arsch, ein ziemlich gro�er sogar.

Ich dachte, ich h�tte hier Ruhe. Vor dem hat man nie Ruhe.

Ist es eine gro�e Familie?

(stammelt) Kann man so sagen.

Sehr gro� und weit verstreut.

Ja...

Ich w�rde zum Opa gehen. Wer wei�, wie lang der noch lebt.

- Am Ende tut es dir leid. - Ich wei� nicht, ob es mir leidtun w�rde.

- Ist ja nicht mein richtiger Vater. - Wieso nicht dein richtiger Vater?

Bin ein Findelkind.

- Wie Oliver Twist? - Klar. Mindestens wie der.

Was ist?

Ich stell mir vor, du bist ein Buch, und ich k�nnte dich lesen.

Und?

- Und du? - Und ich?

- Was machst du? - Ach... ich muse so rum.

Du schmust so rum?

Ich "muse" so rum. Ich bin eine Muse.

- Kennst du Claire Goll? - Nein.

Lee Miller? Gala Dal�? Edie Sedgwick?

(Ludger) Alles an Nathalie ist merkw�rdig.

- Sogar ihre Sprache. - Suze Rotolo.

In einem so eigenartigen Sound, so ganz metaphysisch irgendwie.

Quatsch.

Na, lies mir was vor.

- Es ist noch nicht fertig. - Ihr Dichter werdet doch nie fertig.

Es ist nicht fertig, wenn es nicht fertig ist.

Okay. Worum geht's?

Es geht um einen Mann.

Um einen jungen Mann, der ein M�dchen trifft.

Ein junges M�dchen. Sehr jung und sch�n und so.

Und was das M�dchen nicht wei�...

Der junge Mann tr�gt ein Geheimnis mit sich herum.

Ein dunkles Geheimnis?

Oh ja.

Das Ganze beginnt an einer Ampel.

Es ist neblig, und aus dem Nebel tritt eine Gestalt.

- Gehen wir spazieren? - Langweilt dich die Geschichte?

Ich will einfach nur spazieren gehen.

(ruhiges englischsprachiges Chanson)

Ich komme oft hierher, wenn ich mich langweile.

Oder wenn ich Weltschmerz habe oder so.

- Die machen das hier freiwillig. - F�r die Opfer des Faschismus.

Wer bist du? Honecker?

Jemand muss den Jungs zeigen, was es Sch�nes auf der Welt gibt.

(Nathalie) Man soll die Dinge nicht so ernst nehmen.

Hallo, Lutz! Ich hoffe, ich st�re nicht.

Hast du in das Geschreibsel von dem Jungen geguckt?

Das sind keine Berichte, das sind Gedichte.

(Ludger) Man folgt dem wei�en Kaninchen.

(Mielke) Wat f�r 'n wei�es Kaninchen?

Hier geh ich zum Alleinsein hin.

(Ludger) "Die R�ume sind verbunden, verwinkelt wie ein Kaninchenbau.

Und man folgt dem wei�en Kaninchen, neugierig und voller Begierde.

Man wird zum Eingeweihten in einer Welt, die nur kennt, wer eingelassen wird.

- Willst du mich jetzt k�ssen? - Ehrlich gesagt, ja.

Dann musst du mich heiraten.

(psychedelischer Rock mit Sitar)

(Frau 1) Else Lasker-Sch�ler, die Gedichte.

(Frau 2) Ich sag nur, Berliner Boh�me-Theater.

- (Frau 1) Zinnober. - (Mann) Hast du noch "Asthma"?

- Lewandowski ist hier. - Sartre, gib den Rotwein r�ber!

Heiner M�ller ist so...

(Michael) Suche Mann mit Pferdeschwanz. Frisur egal.

(Frau 3) Alle in der Zweisamkeit...

(schreit) Trink mich!

(Michael) Die kann auf den Broadway pissen.

(Mann ruft) E.T.A., Musil, lecker war's!

(Feix schreit) Da ist Tollkirsche drin!

- (Frau) Allen Ginsberg ist hier. - (Michael) Ich blase ihm sofort einen.

Allen! Allen!

Wo ist er denn? Der F�nger im Roggen?

(Ludger) Die, die keinen Zugang haben, laufen durch das Tal der Ahnungslosen.

Sie wissen nichts von diesem Wunderland.

(psychedelische Musik)

(man h�rt sie nicht)

(Frau) Bruder, vergiss es.

Gestern wieder der ganze br�derliche Quatsch.

Wir Schwestern m�ssen zusammenhalten.

(psychedelische Musik l�uft weiter)

Da bist du ja. Wo warst du denn?

Du wolltest Zwiebelkuchen machen. Es hat angefangen, komm.

(erstaunt) Ludger?

- Robert. - Du hier?

- Ihr kennt euch? - Ja, klar.

- Wir haben Sonnenaufg�nge gemalt. - Und Unterg�nge.

Du bist so sch�n.

Habt ihr...

Ihr zwei habt...

Habt ihr Durst?

Ich hol euch was. Ihr glaubt nicht, wer da ist:

Es ist Allen Ginsberg aus Greenwich Village, USA.

- Ich dachte, du wolltest heiraten. - Will ich ganz oft.

Ich will mindestens acht Ehem�nner. Ich will ins Guinnessbuch.

(gesprochen) I'm with you in Rockland

Where we wake up electrified

Out of the coma by our own souls Airplanes roaring over the roof

They've come to drop angelic bombs

The hospital illuminates itself

Imaginary walls collapse

O skinny legions run outside

O starry-spangled shock of mercy

The eternal war is here

O victory, forget your underwear

I'm with you in Rockland

In my dreams Dripping from a sea-journey

On the highway across America In tears

To the doors of my cottage In the Western night

- (Robert) Great. - (Raunen)

(Applaus und Jubel)

- Bravo! - (Michael schmachtend) Bravo. Bravo.

(Juchzen und Rufe)

(stammelt) Thank you, I... And this is...

Our idol of beat generation.

Poetry from Greenwich Village.

Die Partnerstadt von Prenzlauer Berg.

(Gel�chter) Allen!

(Frau) Wer ist der da?

(Robert) Das ist ein Freund von mir.

Das ist Ludger, der ist Dichter.

Den kenn ich doch aus der "Schoppe".

Also, bei uns ist das so: Wer neu ist, muss was vortragen.

(Robert gehaucht) Ja.

(Fl�stern)

Kann er nicht?

- Oder will er nicht? - (Gel�chter)

Du kannst nicht einfach hier reinlatschen. Cordhose und Zappeln reicht nicht.

(Ludger) Bei Gefahr in Verzug ist irgendetwas tun besser als nichts tun.

(trotzig) Na gut...

(Ludger) Je weniger du es selber verstehst, umso besser.

- (Mann) Schei�e. - (Nathalie) Surrealistisch.

- Expressionistische... - Ludger?

- Dekonstruktivistische... - Was willst du uns damit sagen?

Man sollte ein Werk nicht erkl�ren.

- M�glicherweise sogar postdadaistisch. - Perlen vor die S�ue.

- Auf jeden Fall aber eine moderne Aktion. - Ein Bilderr�tsel.

Pearls before a swine. Pure genius.

(Frau) Warum sind wir jetze hier die S�ue?

Weil deine Gedichte schei�e sind. Zum Beispiel, hm?

Was willst du mit deinem...

(Stimmengewirr)

Die war selbst gemacht. Ihr seid... Nichts k�nnt ihr.

Dichten k�nnt ihr nicht, malen k�nnt ihr nicht...

(Michael) Schon mal was von Selbstzweifel geh�rt?

Meine Perlen vor euch S�uen.

(Robert singt "Bird on the Wire" von Leonard Cohen)

Like a bird

- On a wire... - (Michael) Lest meinen Schei� mal...

Like a drunk in a midnight choir

I have tried

In my way

To be free

Like a worm

On a hook

Like a knight from some old-fashioned book

I have saved

All my ribbons

For thee

(Ludger) Wer nicht wei�, was Gl�ck ist, sollte "Asthmakraut Halle" trinken:

ein Halluzinogen aus lungentherapeutischen Arzneien.

Der Dampf dieses Krauts inhaliert, verschafft Lungenkranken Linderung.

Oral verabreicht, entfalten Stechapfel und Tollkirsche ihre Wirkung

und �ffnen dir die Pforten der Wahrnehmung.

F�r 2,50 Mark einheitlicher Volkspreis, und in jeder Drogerie erh�ltlich.

Und das alles rezeptfrei.

(unheilvolle Instrumentalmusik)

(liest laut) "Nicht st�ren: Liebe."

(Frau) Die sind da schon vier Tage drin.

(lautes Miauen)

(Ludger) Ein unendlicher Trip.

Grenzen zwischen Fantasie und Wirklichkeit verschwimmen,

und dann bist du Teil dieser Welt, in der alles m�glich ist.

- Wie seht ihr aus? - Quatsch keine Opern, steig ein.

(Ludger) Man ist frei, offen und reist in andere Welten.

Habt ihr Wasser oder so?

Du fragst nicht: Ist das die Wirklichkeit oder nur in deinem Kopf?

Du brauchst keine Antworten. Es ist sowieso alles klar.

(Wolke) Wir sind nicht Unterleutnant, aber vergessen den Geburtstag nicht.

- (Wolke) Sitzt meine Allongeper�cke? - (Nullgesicht) "Mister Gebildet".

(B�r) Rei� dich zusammen, Soldat! Das ist das Jagdschloss vom Minister.

- (Wolke erschrickt) Die leben ja. - (Nullgesicht) Die haben salutiert!

(dumpfe Schl�ge)

(ruft laut) Der Genosse Minister f�r Staatssicherheit,

seine Majest�t

der Deutschen Demokratischen Republik.

Erich der Gro�e

- Mielke! - (lautes Raunen)

(B�r) Letztes Jahr waren wir Zieher, jetzt sind wir Schieber.

Kommt, Genossen. Genossen Monsieurs! Die Heber. Die Heber!

- (Siemens) Helft ihm. - (Mielke) Pass uff.

(erhabene Barockmusik)

(triumphale Fanfaren)

Lutz? Lutz, sag mal, komm...

- Ist das der Genosse? - Das ist der Genosse.

Der Genosse Fuchs. Ein hervorragender Mitarbeiter.

(Siemens lacht h�misch)

- Na, dann komm mal mit. - (Fl�stern und Raunen)

(aufgebrachtes Stimmengewirr)

- (Mann) Oh! - (Frau) Hat er dich gesehen?

(Mielke lacht schwach) Hier.

Der Baum, da k�nnen wir uns mal richtig unterhalten.

Der Feind, wei�te, der Feind... Aber der ist hier abh�rsicher.

Ah... Perlen vor die S�ue.

Ist das jetzt der neue Trend?

Ist das der letzte Schrei? Perlen vor die S�ue?

Sag mal, die lachen uns doch aus. Die lachen doch �ber uns.

Die machen sich lustig �ber uns, oder? Sag doch mal.

- Wer denn? - Na... die!

Treffen sich jetzt schon in Kirchen.

Da machen sie alles andere als beten, das wei� ick.

Kennen Sie das? "Schwerter zu Pflugscharen"?

Kirche von unten? Was hei�t von unten, sag mal?

Das kommt doch von oben, Mann. Das sind keine Gottesdienste mehr.

Das sind konterrevolution�re Versammlungen. H�.

Das sind eben Kirchen, ne. Aber da kommen wir echt schwer rein.

Deshalb haben wir ja dich, wei�te.

Ha! (lacht sp�ttisch)

Hier. Der Appel hier, guck mal.

Dieser sch�ne runde, gl�nzende, saftige Appel:

Das sind wir. Das ist unsere Gesellschaft.

Was uns st�rt, sind die Maden hier.

Die fressen und fressen und suhlen sich in unserem Saft.

Und dagegen m�ssen wir wat tun.

Ja. Man kann das aber auch andersrum sehen.

Die sind der Appel, und wir sind die Maden und mischen sie von innen auf.

Bilder sollten nicht umgedreht auch funktionieren.

- Das ist ja der Sinn an der Metapher. - Ha.

(laut) Ha! Haste Angst? Hast du Angst, oder wat?

Puh... Eigentlich nicht.

Sehr gut. Ist gut, wenn du Angst hast.

Bin Arbeiterjunge. Einmal Arbeiterjunge, immer Arbeiterjunge.

Wir haben gegen die Faschisten gek�mpft. Gegen die gab es kein Pardon, du!

Aber unser Problem heute, das sind die Maden.

Die m�ssen wir eliminieren.

Du wirst dieses M�dchen heiraten. Ja.

Das ist ein Befehl, Genosse Unterleutnant.

Du wirst dieses M�dchen heiraten. Schild und Schwert, du verstehst, ja?

- Aber die hat einen Freund. - Na, da k�mmern wir uns drum.

(galante Ballettopernmusik)

(Rondeau aus "Les Indes Galantes" von J.-P. Rameau)

Na?

Das hat aber lange gedauert mit dem Chef.

Ich habe Sie lange nicht gesehen. Waren Sie die ganze Zeit in seinem After?

- Ich wei� nicht so genau. - Was wissen Sie nicht so genau?

Sie Arschmade? Hm? Irgendwas muss er doch gesagt haben.

(betont) Mir k�nnen Sie doch alles sagen.

Schluss! Schluss! Ende!

(schreit) Aus! Aus!

(Musik verklingt)

(kleinlaut) Jetzt m�chte ich den "Kleinen Trompeter" h�ren.

(Siemens) Och, Gabi. Nicht das schon wieder.

(singt im Falsett) Von all unsern Kameraden

War keiner so lieb und so gut

Wie unser kleiner Trompeter

Ein lustiges Rotgardistenblut...

Hier. Dort lies mal.

Da erf�hrst du alles �ber deine k�nftige Frau.

Kennst du das nicht?

Dass man jemanden trifft und denkt: "Mensch, die kennst du!

Von der hast du immer getr�umt!"

Die hat dich ja schon kr�ftig bei der Nudel.

Musst vorsichtig sein.

Ich habe meine zuk�nftige Frau zwei Jahre lang observiert.

Aber da wusste ich, dass sie die Richtige ist. Mhm.

So machen's die Tschekisten.

Jetzt isse nicht mehr. Na ja...

(grummelt) Ja...

Wir m�ssen zur�ck zu den glorreichen alten Zeiten unseres Dienstes.

Wir m�ssen...

Gut, wir haben jetzt den Fu� in der T�r.

Dann kommt das ganze Bein, dann kommt der ganze Arsch.

- Du meinst, ich bin der Fu�? - Du bist der Tanz-Fu�, ich bin der Arsch.

Und wir tanzen mit rein in die Kirchen, wo sie sich versammeln.

Konspirativ.

In Kirchen? Die geht doch nicht in die Kirche.

Die ist eher auf Sartre oder so.

Die?

Aber ich hab gedacht... (stammelt) Ich kenn die gar nicht.

- Wir haben nur einmal... - Nee, ist doch egal.

Frauen wollen M�nner retten. Hm?

- Das ist der Witz. - Aber die will ich nicht.

H�r mal zu, mein Junge.

Es brodelt im Land, ja?

Da drau�en �berall, an allen Ecken und Enden.

Und wir sind im Krieg. Wir sind im Krieg mit dem Klassenfeind.

Seit '45. Und du bist Soldat und du hast einen Befehl!

Dann k�ndige ich jetzt.

(Siemens lacht in sich hinein)

- Du k�ndigst? - Ich k�ndige!

(dreckiges Gel�chter)

Wat wollte der? K�ndigen?

(h�hnisches Gel�chter)

Hast du was mit Nathalie?

Lass gut sein, Robert. Ich bin m�de.

Sieh mich doch mal an. Ich habe zwei N�chte nicht geschlafen.

- Warum nicht? - Wir haben diskutiert, ja?

- Von vorgestern bis jetzt. - Aha.

- Wor�ber? - �ber dich.

�ber Perlen vor die S�ue, �ber die n�chste Aktion.

Wei�t du, was Ginsberg �ber deinen Auftritt sagte?

- Dass er peinlich war, oder? - "Pure genius."

- Was? - Ja. Reines Genie.

Du hast Eindruck hinterlassen. Alle reden von deiner Aktion.

Weiber stehen auf dich.

- (betont) Und Nathalie... - Ja?

Die erz�hlt, du sitzt Tag und Nacht an der Schreibmaschine.

Ja, das stimmt.

Du schreibst einen Roman �ber einen Jungen an einer Ampel?

Ja, aber die Geschichte geht jetzt nicht mehr weiter.

Nee. Nee, schei�e.

Alle wollen den Roman lesen. Rei� dich zusammen.

Vertrau Allen Ginsberg. Vertrau Nathalie.

Sie ist ein echter Fan. Und 'ne echte Muse.

- Dann w�rde ich auf sie aufpassen. - Ich bin nicht bei der Stasi.

Die ist nach Hiddensee gefahren, mit Freunden.

Nachsaison, Nacktbaden...

- Sie will acht Ehem�nner, hat sie gesagt. - So verr�ckt, ne?

Ich heirate sie.

Herzlichen Gl�ckwunsch.

- So John-Lennon-Yoko-Ono-Art. - Ja, na klar.

- Ich bin nat�rlich Yoko. - Klar.

Ich liebe sie. Ich will mit ihr alt werden.

Und ich liebe dich.

Du wirst deinen Roman fertig schreiben.

Und zusammen werden wir dann das Universum aus den Angeln heben.

(Soldat) Abl�sen!

Voil�!

(l�ssige Country-Gitarrenmusik)

(Musik spielt weiter)

- (Mielke) Ist das der letzte Schrei? - (h�hnisches Gel�chter)

Sag mal, die lachen uns doch aus. Die lachen doch �ber uns.

(Siemens) Jetzt kommt Phase drei, ja?

Deckname: "Frauen wollen M�nner retten."

(Mielke) Keine Gnade, Lutz.

Erich, lass dich mal �berraschen. Ich hab meine besten M�nner am Start.

Meint ihr, der kommt �berhaupt?

War ein Befehl.

- Mensch, der kann einem ja leidtun. - H�?

Das tut doch weh, der hat doch Schmerzen.

(B�r) Ach, er hier.

Nullgesicht, geh in den Turm und schau, wo er bleibt.

Warum muss ich in den bl�den Turm?

Jetzt ab!

- Test, Test! - Bist du bl�d? Wenn du oben bist, Test.

(genervt) 'tschuldigung!

(am�siert) Schau mal, wer da kommt.

Ludger!

Gr�� dich. Na, du Weiberheld?

(fl�stert) Wenn uns jemand sieht, bin ich dekonspiriert.

- K�nnen wir kurz quatschen? - Guckt euch an.

- Wie seht ihr denn aus? - Wieso, wie sehen wir denn aus?

Wie von der Stasi.

(Nullgesicht) 30 Sekunden vor 12.

Das V�gelchen hat seinen Hort verlassen und n�hert sich der Kirche.

Nun ist es Schlag 12.

Och nee...

Nee, hier geht's nicht lang.

Na, merkste? Das wird nix hier.

(lautes L�uten)

Runter!

Hey! Was machen Sie denn da?

- Lassen Sie den Mann los. - Halten Sie sich raus!

- Staatssicherheit. - Ist mir doch egal!

(schreit laut) Ah!

Ah!

Ah! Das war ich, du Idiot!

(l�ssige Gitarrenmusik)

(Musik l�uft weiter)

Ah, meine Augen!

Ich seh nichts mehr. Ich bin blind!

Rein da. Kommen Sie mal.

Nun ist aber jut, ja?

Sie kriegen nicht genug, h�?

- Rein da. - Komm, wenn du dich traust.

Eine richtige kleine Wildkatze. Ah! Die ist ja irre!

Wie geht's? Hast du Schmerzen?

Ausgezeichnet geht's mir.

Warum mischst du dich ein? Jetzt sitzt du mit mir in der Schei�e.

Das kleine V�gelchen ist auf dem Weg in den Horst.

Hast du Angst? Wer das Richtige macht, muss keine Angst haben.

Kleine Anmerkung: Der Feind benutzt dasselbe CS-Gas wie wir.

Auf so einen wie dich muss man aufpassen.

(B�r) Ruhe da drin!

Auf so eine wie dich aber auch.

Du hast mein Leben ver�ndert.

Seit unserer gemeinsamen Nacht.

Verse, die ich schreibe, die Musik... Alles gelingt mir auf einmal.

(ahmen Violinen nach)

Du hattest noch nicht viele Frauen vor mir, oder?

Warum hast du mich nicht besucht?

- (Corinna laut) Ah! - Au!

(schmerzvoll �chzend) Sie sind...

Sie sind eine ganz b�se Frau!

(Wolke) Rowdy-Frau, du. Ja, ja...

Ich h�tte jetzt Lust, dir einen Antrag zu machen.

Das w�r der originellste Ort daf�r, den man sich vorstellen kann.

(Pfarrer) Du darfst die Braut jetzt k�ssen.

(lacht schwach)

Gehet hin und mehret euch.

(Juchzen und Klatschen)

(R�ckkopplung)

Ich wusste, dass du irgendwann kommen w�rdest.

- Nullgesicht? - Das h�ttest du nicht gedacht, was?

(stammelt) Perfekte Tarnung. Ganz hohe Schule.

Das ist keine Tarnung. Ich bin wirklich Pfarrer geworden.

(Ludger) Nullgesicht, ich habe mir meine Akte geholt.

- Du kannst Benedikt zu mir sagen. - Benedikt?

Dachtest du, ich hei�e wirklich Nullgesicht?

Es h�tte nichts schiefgehen k�nnen. Meine Kader-Akte hatte ich vernichtet.

Du musst "T�ter-Akte" sagen.

Ja, die. Aber ich habe mir meine Oppositionellen-Akte geholt.

Ausgerechnet in der war der Brief von diesem M�dchen drin.

Ah ja...

Die Wahrheit ist geduldig, sie hat Zeit.

- Rauskommen tut sie ja sowieso. - (leise) Mhm...

Du wei�t nicht, wie hell und sonnig die Wahrheit sein kann.

Damals im Glockenturm, da erschien er mir, und ich wusste:

Alle meine Berichte gehen von jetzt an

an den wirklich gro�en "Horch und Guck".

Endlich man selbst sein k�nnen, oder?

Frei sein von all den L�gen.

Mensch, wie hast du das ausgehalten all die Jahre?

Du Armer. Tag f�r Tag �ber die eigene Ehefrau berichten.

Sag mal, das ist doch irre.

(Ludger) Ich wei� es nicht. Keine Ahnung. (Maschinentippen)

Siemens jedenfalls wartete auf mich, und ich kam nicht mehr.

Und ich beobachtete Menschen und schrieb �ber sie.

Und meine Texte wurden immer l�nger.

An jenem Tag aber...

- Wo willst du denn hin? - Ich?

(stammelt) Ich muss los, ich hab 'n Termin.

- Termin? - (kurz) Ja.

- Was hast denn du da? - Nichts.

- "Nichts"? - Ja. Nichts.

Ich w�rde gerne "nichts" lesen.

Wenn ich wiederkomme, darfst du "nichts" lesen.

- Vorher bekomm ich nichts? - Vorher bekommst du nicht mal "nichts".

- (Corinna) Ich komm mit. Ich zieh was an. - Achtung, jetzt kommt er.

Du und deine Geheimnisse. Wir wollten keine Geheimnisse haben.

Das Manuskript war nicht fertig. Ich mag nicht, wenn man Unfertiges liest.

Das verstehe ich nat�rlich. Ein K�nstler...

Die interessieren deine Geheimnisse wohl sehr.

- Einfach ignorieren. - (M�dchen) Komm, wir gehen zu Oma!

Typisch Mann! Du musst immer vor mir gehen, oder?

- Wart doch mal kurz. - Ich hab's eilig.

Aber das ist doch einer von uns.

Tja, auch wir m�ssen observiert werden.

- Klar. - (beide kichern)

Ich observier dich, du oberservierst mich, verstehste?

- Ausweis. - Was?

- Ausweis! - (st�hnt genervt)

Was fahren Sie hier so langsam rum?

Entschuldigung.

Nat�rlich k�nnen Sie langsam fahren.

(B�r) Ja, ist gut.

(B�r ruft) H�ren Sie auf damit!

Weg. H�ren Sie auf damit, jetzt!

- Ich muss noch Damenbinden kaufen. - Wof�r? Du hast doch einen ganzen Stapel.

Sp�ter haben sie vielleicht keine.

Also kauf ich, wenn sie sie haben, und warte nicht, bis sie keine mehr haben.

Der Laden ist voll, das l�sst hoffen.

(Wolke) Die F. verschafft sich unter Angabe falscher Gr�nde

charakterlos Zutritt zur Droscherie.

- Meine Schwester ist doch schon da drin. - (Frau) Meine auch.

(Wolke) Die F. hetzt friedliebende B�rger auf.

Heben Sie Ihre Energie f�r was Wichtigeres auf. Revolution zum Beispiel.

(Wolke) Etwa 15 Sekunden sp�ter kommt N., die Bekannte von F., aus der Droscherie.

- (B�r) Guck, wer da kommt! - (Frau) Geht's weiter?

- (B�r) Jetzt gibt's �rger. - (Frau ruft) Binden sind aus!

(Wolke) Drei Sekunden sp�ter kommt die F. unverrichteter Dinge aus dem Laden.

Ich mach jetzt hier Schluss. Nein!

(Wolke) Kurz darauf muss F. sein Versteck verlassen.

(B�r) Genosse Siemens. Kommen!

(Wolke) Sprich verschl�sselt. Feind h�rt mit.

- Tokei-ihto an Chingachgook... - (Corinna) Ludger?

(Wolke) Jetzt ist guter Rat teuer.

Der F. versucht, von der N. nicht gesehen zu werden.

Nicht anhalten!

(Wolke) Vor "Die Schallplatte" mischt sich der F.

unter die nach einer Lizenzschallplatte anstehenden B�rger.

- Hey, hinten ist das Ende. - Ludger!

(Wolke) Der F. scheut feige eine direkte Konfrontation mit F. und N.

- (Siemens) Apache an Indianer. Kommen! - Wo hast du die ganze Zeit gesteckt?

�h, ich hab gearbeitet.

- An deinem Manuskript? - Ja, an dem...

- Nein... - Darf ich es lesen? Bitte!

- Vielleicht sp�ter. - (B�r) Jetzt hat sie die Akte!

- Was haben wir denn da? Ist es das? - (Siemens) Apache an Indianer. Kommen!

- Sie hat den Bericht. - Na los, hol's dir.

- Was ist dabei? - Ich will nicht, dass du das liest.

- Du wei�t ja, wo ich wohne. - Ludger!

- Corinna! - Was machst du denn hier?

Na, gucken, was hier los ist.

Ja, die Leute sind's langsam leid.

Hey, ich hab eine! Gr�nemeyer, "Bochum"!

Einfach typisch.

- (Siemens) Konterrevolution�re Situation? - Was haben wir hier?

- Wiegle die Leute heute mal nicht auf. - Macht 'ne Eingabe!

- (Mann) Mach selber eine. - Wirklich furchtbar.

(Wolke) Dich haben wir schon mal hier gesehen.

Aufh�ren zu fotografieren. Bitte aufh�ren zu fotografieren.

- Ich muss zum Verleger. - Das ist vorrevolution�r.

Nur wer sich ordentlich anstellt, bekommt vielleicht eine Schallplatte.

Ich glaube, es ist ganz gut, wenn wir eine Reihe bilden. Da hat er schon recht.

Weil dann kommen wir vielleicht alle noch heute an eine dufte Schallplatte ran.

Ah! Okay.

Jetzt, wo wir so sch�n zusammenstehen,

lasst uns ein paar andere Sachen angehen:

Pressefreiheit, Reisefreiheit, Meinungsfreiheit...

Oder wollt ihr vorher eine Bahnsteigkarte...

(Ludger) Junge trifft M�dchen. Beide sind jung.

Dann trifft der Junge noch ein anderes M�dchen,

und es wird kompliziert.

"Mein Vater hatte meiner Mutter nie die Wahrheit gesagt", denkt der Junge.

Aber die Wahrheit ist �bersch�tzt.

"Irgendwann werde ich meine Seele zur�ckbekommen", denkt er.

Und ergibt die Hoffnung nicht auf.

(Schluchzen)

(sie schluchzt)

Ja...

So ist es. Ich bin kein Dichter.

Du Arschloch.

Das durfte ich nicht lesen. Das wolltest du mir nicht zeigen.

Ich hab ja immer gesagt, dass du Talent hast, aber...

Aber das?

Ich lese es und heule mir die Augen aus.

(leise) Aua.

Es ist einfach so sch�n,

wie der arme Junge an der Ampel steht, seine Seele verkauft,

und wie das dann zum Ende so aussichtslos,

so wunderbar hoffnungslos ist.

Wie kann einer nur die Menschen so genau beschreiben?

Du bist wirklich ein gro�artiger Menschenbeobachter.

(gefl�stert) Ich liebe Genies.

(beide kichern)

(singt) Like a...

Bird

On a wire

Like a drunk

In a midnight choir

I have tried

In my way

To be free

(schnieft)

Was macht ihr hier?

- (stammelt leise) Ja, �h... - Ludger...

- Du willst mein Freund sein? - Ich bin dein Freund.

Robert, du musst lesen, was er geschrieben hat.

Er ist... Er ist genial.

Das ist kein Grund, mit meiner Freundin rumzumachen.

Also... zu schlafen.

Moment. Hab ich vielleicht auch noch was zu sagen?

Nathalie, bitte!

(Nathalie) Was soll das, Robert?

- Willst du eine reinhaben? - Eigentlich nicht.

Ja...

So?

H�r auf!

Gut. Ja, ich h�r auf. Klar, ich h�r auf.

Dann h�r ich auf mit der Schei�e!

H�r ich auf!

(Ludger) Robert...

(Nathalie) Wei�t du, Robert...

Wei�t du, was ich glaube? Du hast nichts begriffen.

- Sartre nicht. Simone. Bobby. Jimmy... - Dann sollte ich noch mal nachlesen.

Die alten Partei-S�cke sind das Problem? Pustekuchen!

Ihr, ihr, ihr seid das Problem!

Ah ja? Ich hab nichts begriffen? Dann lese ich noch mal nach. Hier steht's:

Du sollst nicht ficken deines Freundes Freundin.

Hier...

"Der Ficker im Roggen"! Guck mal... "Das Kapital".

Ludger Fuchs ist ein Arschloch!

Ich hab dich doch hier reingelassen! Und du?

Fickst mit meiner Freundin!

Wenn wir die Gesellschaft �ndern wollen,

m�ssen wir uns erst von den eigenen Zw�ngen trennen.

Ja.

(schniefend) Ja, es stimmt.

Eigentlich wei� ich's ja.

Aber es...

Freiheit...

Liebe...

- Das passt nicht zusammen. - Robert...

Jetzt h�r doch auf, du bist mein Freund.

Vielleicht.

So "Jules et Jim"-m��ig, wei�t du.

Robert... hier.

Du kannst erst mal bei mir unterkommen, und dann sehen wir schon.

(Ludger) Zur Wahrheit geh�rt Mut. Und �berhaupt...

Warum m�ssen S�hne immer so werden wie ihre V�ter?

Zu ihr gehen und die Wahrheit sagen, die ganze.

- (Klopfen) - Da bist du ja.

Ich wollte dich gerade holen. Rate mal, wer da ist?

(lacht fies) Da ist ja mein ber�hmter Sohn.

- Dein Papa. - Komm, schenk mir einen Moment.

Ich hab dich lieb. Komm, setz dich.

Ich war zuerst dr�ben in deiner alten Wohnung.

Aber da war ein anderer junger Mann.

Mit vollkommen verheulten Augen.

Liebeskummer wahrscheinlich. (lacht fies und r�uspert sich)

Nathalie hat mir erz�hlt,

wie begeistert sie ist �ber deine Lyrik. Mhm.

Dein Papa hat erz�hlt, dass du im Westen verlegt wirst.

- Das ist toll! - Pst, pst.

Die Firma h�rt mit.

Und fr�her hat er uns ja auch alles gezeigt, ja?

Aber seit er ber�hmt ist, hat er mit seiner Familie nichts mehr am Hut.

- (Siemens) H�? - Wisst ihr was? Mir reicht's. Ich gehe.

Ganz kurz. Junge, Moment. Komm, komm setz dich. Setz dich noch mal.

- Aua. - Hab dich nicht so.

Setz dich noch mal einen ganz kurzen, klitzekleinen Moment.

Setzt du dich noch mal her. Ja, bitte.

Wenn alles vorbei ist, ja,

und sich alle Freunde von dir abgewendet haben, hm...

Was bleibt denn da als Einziges?

Die Familie.

Diese Familie kann mich am Arsch lecken.

Das wird deine Familie eben nicht tun.

Deine Frau nicht, dein Vater nicht, dein Opa nicht.

Ist mir egal.

- Schnell raus. - Opa versteht keinen Spa�.

- Guckst du mal nach Robert? - Ich �brigens auch nicht!

- Hat er wirklich erz�hlt von der Heirat? - Ja.

(z�gert) Ich m�sste jetzt auch...

ein paar Besorgungen machen.

Wir k�nnten uns ja mal treffen, wir zwei. Einfach so, alleine.

Warum?

Na ja, ich bin auch ein Freund der Worte.

- Was meinen Sie? - Na, ich hab deinen Brief gelesen.

Wunder-wundersch�n.

- Ach du Schei�e... - (Ludger) Robert!

(eilige Schritte)

Ist das ein Schwachkopf. Nicht zu fassen.

Na ja...

(Siemens) Ja, Liebe tut weh.

Wer wei� das besser als ich.

Die Berichte auf dem K�chenschrank, ein Hallodri.

Ist mein Briefkasten.

Ich habe nur den Schl�ssel vergessen.

Das ist ja hier �berhaupt gar nicht so schlecht.

(grunzt wohlig)

�h. So, und jetzt auf zum letzten Gefecht.

(nahende Schritte)

- Corinna? - Da bist du ja.

Wo warst du die ganze Zeit? Ich such dich �berall.

Ich muss dir was sagen.

Ludger, ich muss dir wirklich was sagen.

- Okay, du zuerst. - Nein, du.

- Nein, du. - Nein, du. Okay, gleichzeitig.

(Gleichzeitig) Ich bin... Okay, du zu...

- Corinna, ich... - Ich bin schwanger.

Corinna... Du, schwanger?

Von mir?

Von wem denn sonst. Nee...

(Ludger lacht)

Schei... Du bist schwanger.

Und was bist du?

Ich bin ein Arschloch. Ein ganz gro�es Arschloch.

(seufzt erleichtert) Da kann man ja dran arbeiten.

- Uns steht Geburtenhilfe zu. - Aha?

- Von 1000 Mark. Und Kindergeld. - Ja?

- Das greifen wir ab, oder? - Wie viel war das?

- Ludger? - Ja?

Ich liebe dich.

(Zischen)

(nachdenkliche Gitarrenmusik)

(Lied: "Gute Nacht, Freunde" von Reinhard Mey)

(singt) Gute Nacht, Freunde

Es wird Zeit f�r mich, zu gehen

Was ich noch zu sagen h�tte Dauert eine Zigarette

Und ein letztes Glas im Stehen

F�r den Tag, f�r die Nacht Unter eurem Dach habt Dank

F�r den Platz an eurem Tisch F�r jedes Glas, das ich trank

F�r den Teller Den ihr mir zu den euren stellt

Als sei selbstverst�ndlicher Nichts auf der Welt

(helles Gel�chter)

Guck mal. Jetzt musst du dir was w�nschen.

Ich w�nsche mir...

Ich w�nsche uns Gl�ck.

Oh! Jetzt habe ich den Wunsch ausgesprochen.

Das darf man nicht. Ach... wird schon klappen.

(Menge ruft) Einheit!

Runterkommen!

- Einheit! - Runterkommen! Einheit!

Halt! Wer bei Rot �ber die Ampel geht, den schreib ich auf.

Und zwar jeden einzelnen!

Ja... geht doch.

Und jetzt gehen wir alle sch�n nach Hause.

(Demonstranten singen) Gute Nacht, Freunde

Es wird Zeit f�r mich, zu gehen

Was ich noch zu sagen h�tte

Dauert eine Zigarette

Und ein letztes Glas im Stehen

Habt Dank f�r die Zeit Die ich mit euch verplaudert hab

Und f�r eure Geduld Wenn's mehr als eine Meinung gab

Daf�r, dass ihr nie fragt Wann ich komm oder geh

F�r die stets offene T�r In der ich jetzt steh

Gute Nacht, Freunde

Es wird Zeit f�r mich, zu gehen

Was ich noch zu sagen h�tte Dauert eine Zigarette

Und ein letztes Glas im Stehen

(schnieft)

So. Der Letzte macht das Licht aus.

(Sylvie berlinert) Das ist ein gro�er Strau�.

- Du hast was ausgefressen, wa? - Mhm.

Ich w�rde dir verzeihen bei dem Strau�.

- Was hast du denn gemacht? - (schnieft) Ah...

Ist eine lange Geschichte.

Warum hast du denn nicht fr�her alles gesagt?

Wollte ich ja, aber ich wei� auch nicht.

- Zu feige, wa? - Kam immer was dazwischen.

Ja, das kenn ich. Kenn ich.

Aber jetzt muss es sein.

- (Corinna) Ludger! - (Alexander) Es ist endlich da!

Beruhigt euch doch mal alle.

- (Rosa schreit) - (Dietrich kurz) Ja!

Ja! Du hast es geschafft.

(Corinna) Oh, Ludger. Ludger!

(T�rklingel) (Dietrich) "Ludger"?

- (Corinna) Oh, Ludger. - (Dietrich) Ludger hei�t er?

- Opa, ich hab Rosas Hand gehalten. - Das ist sch�n.

Guten Tag! Sind Sie der Vater?

Oder Gro�vater? Kann man heute nicht mehr wissen.

- (Dietrich) Da sind Sie ja endlich. - Tag. Sind Sie Kollege?

- Nein, ich bin Archivar. - (Arzt) Archivar.

- Dietrich. - (Arzt) Gut, dass Sie da waren.

- Hey, Ludger! - (Dietrich) Unkomplizierte Geburt.

- Wundersch�n. - (Arzt) Na, wunderbar.

Oh. Hier...

Ludger, leg doch mal die Blumen weg.

Ist das die Akte? W�rde ich dann gerne an mich nehmen.

Damit Ihre Kinder und Enkel immer wissen, wie wichtig es ist, aufrecht zu sein.

Und jetzt sind wir hier fertig. Wir lassen Mutti mal ganz alleine.

Komm, Lisa! (Baby weint)

Du bist Gro�vater!

(Arzt) Haben wir 'ne Waage?

- Hab ich in der K�che. - (alle) Ah...

- Jetzt oder nie: Ich hab... - Entschuldigung wegen gestern Abend.

Ich hab �berreagiert wegen dem Brief.

(Ludger stammelt) Ja, ich...

(Korken knallt)

- Hab ich einen Schreck gekriegt. - Hier.

- Was denn? - F�r deine Sammlung.

Mhm.

(Spieluhr erklingt) (liest) "Den Besten der Besten. C. F."

(in Gedanken) Corinna Fuchs.

(Corinna jung) Auf so einen wie dich muss man aufpassen.

(Ludger jung) Auf so eine wie dich aber auch.

Also, ihr Lieben. Mensch, macht's gut.

Oh. Das ist ein ganz seltenes St�ck.

- Das haben Sie nicht vom Tr�del? - Von meiner Frau.

Haben Sie gro�e Binden?

- Was? - Wir brauchen Damenbinden.

Wieso sollten wir so was haben?

Wenn Sie nicht wollen, dass es aussieht, als h�tte Tarantino gedreht,

dann w�rde ich mal sofort los.

Herr Doktor? Trinken Sie einen mit?

- Ich sag nicht Nein. - (Clara) Auf den kleinen Ludger.

- (Alexander) Auf Ludger! - (Arzt) Gratulation.

- (Frau ruft) Es ist rot! - (Mann) Lebensm�de?

Na?

Was haben wir denn falsch gemacht?

Tja, was...

Ja...

(kurz) Ja.

(Ludger jung) W�hrend er �ber alles nachdenkt,

richtig und falsch, Treue und Verrat,

da f�llt ihm, er wei� nicht wieso, der Spruch des Apachen-H�uptlings ein:

"Das Kriegsbeil ist erst begraben, wenn keiner mehr wei�, wo es liegt."

"Das ist doch Unsinn", denkt er. "Auch Apachen k�nnen mal irren."

(l�ssige Gitarrenmusik)

- Und jetzt ist Ende der M�rchenstunde. - (lacht dreckig)

Untertitel: David Seyboth u. a. Eurotape - Nordkurier Mediengruppe - 2021

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