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(schwungvolle Rockmusik)
(Lied: "Devil Gate Drive" von Suzi Quatro)
(sie singt mit)
(Mädchen summt leise)
Macht mal die Musik leiser!
(Rockmusik läuft weiter)
(sie quietscht)
Tag.
(berlinerisch) Karin, haste noch?
Wenn da steht "Cola ist alle", ist sie alle.
- Fragst du? - Nächste Woche.
- Tag, Frau Heinemann. - Tag.
Was macht denn dein Abi?
Noch ein paar Wochen, dann ist die schreckliche Schule vorbei.
- Und? - Ähm...
Am besten fand ich, wo sie meinte:
"Jeder will den richtigen Mann finden, dann wird alles gut.
Aber ich will mich finden und nicht irgendeinen anderen."
Ich schreibe auch mal so was.
Ach, ab und zu 'nen Mann im Bett ist ganz nett.
Hier, was Besonderes. Pass gut drauf auf.
Danke.
Wenn dein Vater Zeit hat, soll er rumkommen.
- Der Vergaser. - Sage ich ihm.
Meinst du, die will Sex von Papa?
Na, hoffentlich nicht.
("Devil Gate Drive" läuft weiter)
Liebe Mama,
jetzt dauert's nicht mehr lange, dann bin ich eine Studentin.
Dann schlafe ich bis mittags, schreibe Bücher
und mache nur noch, was ich will.
(Musik überlagert Polizist)
- Was haben wir falsch gemacht? - Was wollen Sie?
- Ausweis. - Ich muss zur Schule.
- Auf die FDJ-Versammlung. - Aber nicht mit dem Ding.
Na dann kommen Sie mal, Fräulein.
Immer rein.
Wer geht so mit der Kleidung unserer Freien Deutschen Jugend um?
Susanne Schulz.
"1984" von George Orwell.
Ullstein Verlag.
Von wem hast denn du das?
Danke.
Versuch mal die 22.
Kleene, freiwillig bist du nicht hier, wa?
Nee.
- Jetzt pieps mal nicht so rum. Was? - Nee. Nein.
- Was hat sie angestellt? - Weeß ick nicht.
So eine hat noch gefehlt.
Sieht nicht so aus, als ob die irgendwas kann.
Die Wahrheit ist konkret, das sagte Lenin schon.
- Lasst uns kieken, was sie drauf hat. - Hm.
Drei Minuten noch, wa?
Ich stand gestern eine Stunde an 'ner Telefonzelle und habe gewartet.
- Morgen. - Morgen.
Guten Morgen.
Ich möchte, dass ihr sie unterstützt.
Ihr seid Kandidaten für die Prämie. Strengt euch an.
- Helft, wenn sie nicht zurechtkommt. - (sie brummen)
- Hm? - Ja.
Komm mal.
Wir... geben dir hier die Chance, dich zu bewähren
und zum Mitglied der sozialistischen Gesellschaft zu reifen.
Was willst du dazu beitragen?
Mein Arbeitsplatz, Kampfplatz für den Frieden?
Hm? Hier steht, du wolltest studieren.
Literatur.
So schwer ist die Frage nicht.
Lass sie doch erst 'n paar Löcher in die Bleche bohren.
Da hat sie genug Zeit, darüber nachzudenken. Hm?
Vielleicht lernt sie ja was bei uns.
Ja, hallo, Rainer. Hier ist Klaus.
Du, pass mal auf,
meine Große, die Susanne, die hat einen Schulverweis
und eine Einweisung in die sozialistische Produktion gekriegt.
Du hast doch Verbindungen ins Ministerium?
Die haben was bei ihr gefunden.
"1984" von Orwell.
Was?
Ach du Scheiße.
Äh, ja, klar. Kann ich machen.
Geht's um den Wartburg? Ja, bring den Wagen einfach her.
Dank dir erst mal, ne? Tschüss.
Rainer sagt, wir können froh sein, dass es nicht schlimmer kam.
Ich wollte doch studieren.
In Karl-Marx-Stadt ist jemand wegen dem Buch ins Gefängnis gegangen.
(Wecker klingelt)
(sanfte gefühlvolle Musik)
(Vogelzwitschern)
(Gelächter)
(Arbeiterin) Sveni! Bring mir den Astler für die 110!
Aber ein bisschen zacki.
Äh, nee, mach mal aus. Mach mal aus.
Spann mal auf.
Was soll denn das werden? Kunst, oder was?
Kiek mal,
du sollst hier in die Ecken Löcher bohren.
Klar?
So, machst du gleich noch mal.
Hier kommt keine Kühlflüssigkeit an.
Schon ganz heiß gelaufen. Das ist gefährlich, also aufpassen.
Mach mal noch mal.
Nee, nee, nee, nicht so dolle. Das muss ganz langsam gehen. Warte.
- So. Merkst du? - Mhm.
Gut, mach.
- Was soll das? - Hm?
- Das bin ja ich. - Hände abtrocknen.
- Wie kommst du in die Sibylle? - Zeig mal.
Zeig mal her jetzt.
- An der Straßenbahn war ein Mann... - Ja, genau.
Du saßt in der Straßenbahn rum und kommst in die Sibylle.
Außerdem bin ich viel hübscher als du.
Liebe Sibylle, mein Name ist Kerstin Schulz.
Ich bin zwölf Jahre alt.
Ich gehe in die Schule der Deutsch-Sowjetischen Freundschaft.
Ich möchte ein Mannequin werden
und wollte fragen, ob du ein Foto von mir in deiner Zeitschrift druckst.
So wie von meiner Schwester Suzi.
Eigentlich heißt sie Susanne, aber Mama nannte sie Suzi,
wegen Suzi Quatro.
Mama ist letztes Jahr gestorben.
Bitte antworte mir.
Meine Adresse ist: 1 187 Berlin, Lübbenauer Weg 13.
Immer bereit, Kerstin.
Ach, Kleene.
Jetzt hör mal uff, so trübe zu kieken.
Hm?
Auf die Finger schmierst du Florena, dann sind sie wie neu.
Was hast du dir überlegt?
Backen für den Solibasar? Auf dem Betriebsfest spielen?
Du musst dich hier bewähren.
Ich kann nicht backen.
Irgendwas musst du machen,
sonst kriegen wir die Prämie nicht, und die Frauen machen Stunk.
Was ist denn mit schreiben für die Betriebszeitung?
Was soll ich denn da schreiben?
Ich habe auch mal von einem anderen Leben geträumt.
Stewardess wollte ich werden.
Um die Welt fliegen.
Aber na ja.
Das bisschen sozialistische Produktion schaffst du.
Und wenn ich das gar nicht will?
Ob du willst oder nicht. Gewöhn dich dran.
Ich weiß, was du denkst, aber so ist es nicht.
(sie singt) Wir lassen uns Dit Singen nicht verbieten
Dit Singen nicht Und auch die Fröhlichkeit
Die jute Laune Muss der Mensch behüten
Die jute Laune Und ein bisschen Freud'
Suzi. Stell dir vor, die haben mir geschrieben.
Sie haben mir wirklich geschrieben.
"Liebe Kerstin, danke für deinen Brief.
Du bist zu jung, um Mannequin zu sein.
Aber deine Schwester hat uns gut gefallen. Sie soll sich melden.
VHB Exquisit, Brunnenstraße 1. Deine Sibylle."
- Wer hat dir geschrieben? - Kann ich mitkommen? Bitte.
- Erklärst du mir das? - Ich werde Mannequin.
Hier wird niemand Mannequin. Wir sagten, kein Ärger mehr.
Glaubst zu, ich schraube an Autos rum, damit du doch studieren kannst?
- Ich habe nichts gemacht. - Nichts?
Hm? Du ziehst auch noch deine Schwester in den Quatsch rein.
Klaus. Sag einfach mal: "Schluss, meine Liebe."
Kümmere dich um deinen Kram.
(unterdrückter Schrei)
Liest du mir was vor?
Ich werde nicht in dieser Fabrik bleiben.
Da kann er machen, was er will.
Lies jetzt.
"Verschwinde, du großer schwarzer Vogel,
im Schatten deiner Flügel wächst die Angst.
Doch ich fürchte mich nicht.
Denn ich bin stark und rechne mit dem Wunder."
(entferntes Hundebellen)
(geheimnisvolle Musik)
Kleene. Du hast da was vergessen.
(Reifen quietschen)
(gefühlvolle Musik)
(leise Gespräche)
Könnt ihr liefern?
- Die Schweden. - Yes?
Super, sehr schön. Und einmal drehen bitte. Wunderbar.
- Da kriegt man keine Luft. - Auf dem Schreibtisch.
- Ändern wir die Farbe? - Das muss gerade runter laufen.
Das geht bei dem Material ja.
Zeitlos, klassisch, enganliegend, aber doch fließend.
Beige ist menschlich, lebendig in unendlichen Schattier...
Marion, was soll denn das sein?
Hm? Das ist einfallslos und bieder. Wir sind nicht bei der Brigitte.
Alt, ja, aber nicht beige. Mehr Eleganz.
- Beige ist Lebensqualität. - Lebensqualität?
Beige erzählt viel.
Na Schätzchen, was suchst du?
Das bin ich. Ich soll mich melden.
- Der Professor nimmt die Entwürfe ab. - Ja, weiß ich.
- Und wir müssen noch fotografieren. - Weiß ich.
Aber ich weiß auch, du schaffst es.
Das ist sie. Sie soll sich hier melden.
(Telefon klingelt)
Mhm.
(Klingeln stoppt)
Geh mal auf und ab damit.
Na los.
Ja, hopp, hopp. Wir haben nicht den ganzen Tag Zeit.
Danke.
So. Warte mal...
- Welche sind deine Favoriten? - Eins und drei.
Eins und drei...
Dich kenne ich doch.
Tag.
- Zwei finde ich auch gut, oder? - Ja, je nachdem ob...
Wo fährst denn du hin, so früh morgens?
- Ins KWO. - Was machst du im KWO?
Ähm, Zerspanungsfacharbeiterin lernen.
Wat für 'n Ding?
Zerspanungsfacharbeiterin.
Bleche bohren, Zahnräder fräsen, so was.
Das ist der Titel für dein neues Heft.
"Unsere Fr... sozialistischen Frauen bei der Produktion."
Wo: Kabelwerk.
Motiv: Werkbank. Gesicht: das Mädchen.
(fetzige Popmusik)
Und dann hat er dich angeguckt und du hast ihn angeguckt.
- Und dann? - Ja nichts.
Habt ihr euch verliebt?
Quatsch. Ich verliebe mich doch nicht.
Männer stehen nur im Weg. Das hat Mama auch immer gesagt.
(Popmusik läuft weiter)
Sei froh, dass ich dich als Assistenten mitnehme.
Wann lässt du mich wieder fotografieren?
Du kennst dein Gutachten.
Ohne grünes Licht darf ich dich nicht drucken.
Na dann wollen wir mal.
(Vorarbeiterin) So was habe ich noch nie im Laden gesehen.
Das ist echte Seide, wa?
- Das ist für die nächste Saison. - Geht sowieso in den Westen.
- Hier geht nichts in den Westen. - Das glaube ich nicht.
- Du kannst das eh nicht anziehen. - Aber du?
- Kiek dich mal an. - Klar.
Ich bin Natur. Ich kann auch nackt gehen.
Hey, hey, hey, wie so ein Mannequin.
Hier, Schätzchen.
Und?
Schau dich mal an.
Schau dich mal an.
Was siehst du?
- Ein schönes Kleid. - Mhm.
Aber wer macht das Kleid?
Ich?
Gib dem Kleid deine Persönlichkeit.
Du bist hübsch, aber hübsch sind viele.
Schönheit sitzt tiefer.
Die kommt von innen aus dir selbst heraus.
So. Jetzt zeig mir, dass etwas Besonderes in dir steckt.
Albern.
Tja.
Erst soll ich ihr die Extrawürste abgewöhnen.
Und dann so ein Theater. Was soll denn das?
Machen wir eine Pause mit sozialistischer Erziehung. Hm?
- (Fotograf) Locker. - Wirst du überstehen.
Und dreh dich mal.
So, und lächeln bitte.
Und lächeln. Nicht so steif.
Genau, in meine Kamera bitte.
Sei locker.
Hans?
Kommst du mal kurz?
Zeigst du mir, wo du arbeitest?
- Ähm... - Zeig mal.
Das ist meine Maschine.
Das hier mein Werkstück.
Und wie funktioniert das?
Das spannst du hier ein...
Das ist aber keine Arbeitskleidung, ne?
Genau.
- Aber das, wa? - Ja.
Stell dich mal ran.
Na jut.
Na komm näher. Musst schon im Bild sein.
- Was soll ich machen? - Sei, wie du bist.
Sehr schön.
- Und du? - Was denn?
- Stell dich ran. - Nee.
Na komm.
Komm. Mach mal.
- Na, was ist mit dir? - Icke?
- Ja, du. - Quatsch, pff.
Wie echte Mannequins, weißt du?
Wie heißt denn du?
- Marina. - Marina.
Nimmst du die Kiste und stellst dich rauf?
Jetzt lach doch mal.
Guck mal her.
(sie kichern)
Sehr gut.
Jetzt werden wir noch Mannequins.
- Zweite Karriere. - Ja.
- Macht ihr nicht zum ersten Mal, wa? - (Lachen)
Deine Schicht ist nicht zu Ende.
In fünf Minuten sehe ich dich am Arbeitsplatz.
Machst du das eigentlich immer so?
Ich mache, was ich will.
Ich bin ein asoziales Subjekt.
Ich bin auch ein asoziales Subjekt.
Schön bist du.
Schulz!
Das ist meine Adresse.
Da lernst du den aufrechten Gang.
Ich muss doch hier arbeiten.
Wenn Elsa dich will, musst du hier nicht arbeiten.
(gedämpfte punkige Rockmusik)
(Klingel tönt)
Ey, Rudi. Kundschaft.
- Tagchen. - Tag.
- Halt das schräg. - Mache ich doch.
- Das funktioniert nicht. - Wer will Bier?
Na, kleene Facharbeiterin?
Hallo.
(Pfiffe, Applaus)
(Jubel)
Und wofür ist das alles?
Wir sind GBA.
Was seid ihr?
Glamourös, betörend, auserlesen. GBA, das sind wir.
Wir machen unsere eigene Modenschau.
(Coyote) Ganz wunderbar.
(Rudi) Ich will das groß aufziehen. Musik und mit Seilen an der Decke.
Ja, und wofür?
Für den Spaß. Für uns.
(Frau faucht grollend)
Und tauch noch mal auf. Komm hoch.
Nicht aus den Augen lassen.
Wunderbar. Und... (Klicken)
Und dafür so ein Aufwand?
Ich will auch einmal die Schönste sein.
Rücken gerade, Brust raus, Becken nach vorne.
Auf die Spitze, drehen, lächeln und wieder zurück.
Als hättest du nie was anderes gemacht. Du bist die Königin.
(Rudi) Nicht so schlimm.
"Was ich habe, will ich nicht verlieren,
aber wo ich bin, will ich nicht bleiben,
aber die ich liebe, will ich nicht verlassen..."
"Aber die ich kenne, will ich nicht mehr sehen.
Wo ich lebe, will ich nicht sterben,
wo ich sterbe, da will ich nicht hin."
"Bleiben will ich, wo ich nie gewesen bin."
Hör mal auf abzulenken.
(Motor knattert)
Genossen, ich kenne einen Journalisten vom Stern.
Der macht eine Reportage.
Darf ich die Kamera mal draufhalten? Stasi-Lokalkolorit-mäßig.
Mach langsam, Kamerad.
- Wo warst du? - Bei Rudi.
So Leute hast du noch nicht gesehen.
Die machen, was sie wollen, so aus Spaß.
Na und? Das mache ich auch.
Die wollen, dass ich Mannequin werde.
Ich muss die Aufnahme schaffen.
Ich will Mannequin werden. Das ist mein Traum.
Kannst du ja auch noch. Aber du bist einfach noch zu jung.
- Wie sehe ich aus? - Das sage ich alles Papa.
Wehe, Kerstin.
Gib her. Die hat Mama mir geschenkt.
Dann geh doch weg. Genau wie Mama.
Mann, ich gehe nicht weg.
Versprich mir, dass du Papa nichts erzählst.
Auch nicht, wenn du sauer bist.
Ich lese dir was vor.
Was soll denn das werden?
Rauchen macht alt.
(Kerstin) Glaubst du, Mama sieht uns?
Ja.
(Marion) Diese Hose macht das alltagstauglich.
- Das schwedische Material? - Mhm.
- Das ist wirklich sehr gut, oder? - Ja.
Kannst du dich mal drehen?
Der Rücken ist wunderbar. Ich finde das problematisch.
Das bessern wir aus, Kleinigkeit.
Du bist fertig. Wo bleibst du denn? Setz dich.
Herr Professor?
Ah, hallo, Steffen.
- Professor. - Ich grüße Sie.
So Kinder, fangen wir mal an.
Leni Strahl.
Drehen bitte.
Und mal die Arme heben.
Und noch mal von hinten.
Ja, noch mal ganz drehen.
Und, äh, noch mal von hinten.
Danke.
Ja.
Susanne Schulz, bitte.
Mach sie fertig.
(spannungsvolle Musik)
(Elsa) Rolf?
- Steffen, entschuldigst du uns kurz? - Ja.
Ich will das Mädchen.
Etwas extravagant, aber gut.
- Von wem sind die? - Coyote.
- Wie bitte? - Weiß doch keiner.
Die geht nicht.
Wen nehme ich denn dann nach Leipzig mit?
Die wurde von der Oberschule verwiesen.
Meine Güte. Sieht man ihr doch nicht an.
Warum werden die einen genommen, die anderen nicht?
Tschüss.
Warum darf die eine studieren und die andere nicht?
Warum kann der eine ausreisen und der andere wartet?
Das macht alles keinen Sinn.
Ich glaube, genau das ist ihr Plan.
Dass wir uns niemals sicher sind und immer Angst haben.
Haben wir aber nicht.
Doch.
Gib denen nie das Recht, darüber zu entscheiden, wer du bist.
Verstanden?
Jetzt hör auf zu heulen.
Komm.
Morgen ist Wochenende. Wir fahren an die Ostsee.
Kommst du einfach mit, kriegst du gute Laune.
Wir stehen vor Herausforderungen bei den Lieferketten.
Da muss man natürlich schauen... Äh, warte mal.
Wenn du mal Sorgen hast, dann komm zu mir.
Vielleicht kann ich dir helfen.
Ich habe eine Tochter in deinem Alter.
Hm?
Wo war ich stehen geblieben? Äh... Genau, Lieferketten.
Die Schweden...
Warum nehmt denn ihr das hin?
Dass eine ihrem Privatvergnügen nachgeht,
während ihr um die Planerfüllung kämpft?
Warum tut ihr nichts, wenn euer Kollektiv so missachtet wird?
Ach Petzke, wir sind dein ganzer Stolz.
Nee, Gisela. Ihr alle tragt Verantwortung.
Die einen bringen das Kollektiv voran, die andern ziehen es runter.
Ich sehe schwarz für Titel und Prämie.
- Was? - Was?
Wer keine Disziplin hat, der hat nichts.
Überlegt, wie ihr das hinkriegt.
- Petzke... - Nee, Gisela.
Ab.
(Christiane) Ich habe die Faxen dicke.
Ich will nicht, dass die in der Brigade ist.
Lasst uns abstimmen:
Wer ist für Ausschluss?
(Gisela) Mensch, Petzke nimmt das halt ernst.
Ist doch gut, einer muss das ja machen.
Lasst uns überlegen, wie wir das geregelt kriegen.
Du kannst doch schreiben.
Am Montag liegt bei Petzke eine Selbstkritik. Das wird ihm gefallen.
- Mache ich. - Du gehörst nicht zu uns.
- Ich bin nicht freiwillig hier. - Ich auch nicht.
- Aber das ist mein Leben. - So, jetzt hört doch mal auf.
- Hm? - Kieker.
Kiek mal.
Das sind ja wir.
Kiek mal. Kiek mal.
(leises Lachen)
(idyllische Musik)
Was läuft da zwischen Coyote und der?
Hey, Rudi.
- Hallo! Er macht Frauen unglücklich. - Warum?
Warum? Ist doch egal. Macht er halt.
Los komm. Ab ins Wasser.
Hältst du mal?
(Suzi) Wuhu!
(sie kreischt)
(harmonische Musik)
(sie jauchzt)
(Auslöser klickt)
(Hund bellt)
Komm, komm, komm.
Abends wird das hier Grenzgebiet.
Vergiss den Wein nicht.
Weg, weg!
(beunruhigende Musik)
(aggressives Bellen)
(Rufe hallen)
(Hund knurrt grollend)
(Bellen)
(verhallendes Motorbrummen)
(sanfte Musik)
(leises Plätschern)
(Coyote) Ich bevorzuge lichtarmes und jämmerliches Milieu.
Trist und voller Skepsis zum Leben in der DDR.
Wieso trist und jämmerlich?
Das steht so im Gutachten über mich.
Das Ministerium hat verboten, meine Bilder zu drucken.
Machst du mal das Licht an?
Naja, wollte nicht zur Armee.
Verweigert, dann konnte ich mein Fotografie-Studium vergessen.
Willst du auch ein Bier?
Ja.
Danke.
Ich wollte Schriftstellerin werden. Studieren und so.
Ich lese keine Bücher.
- Warum nicht? - Mich bildet das Leben.
Denk nicht so viel. Du kannst nichts kontrollieren.
Mach einfach.
Wirst du schon sehen, was passiert.
Und deine Fotos?
Die sind der Platz, an dem ich gern sein will.
Aber der ist nicht außen irgendwo...
Oder bei irgendwem, der ist...
Der ist hier drin.
Die Kraft muss immer aus einem selber kommen.
Ich spüre, wenn das eine Bild auf mich zukommt.
Das ist wie ein Gewitter.
Das weißt du schon am Anfang, wenn die...
ersten Blitze noch weit weg sind, was gleich abgeht.
Dann fängt es an...
zu knistern und wird elektrisch in der Luft.
Ich kriege dieses...
aufgeregte Gefühl im Bauch, weil ich es nicht erwarten kann.
Dann ist er plötzlich da, der Moment.
Dann drücke ich den Auslöser.
(leise) Dann bin ich glücklich.
(fetzige Rockmusik)
(Lied: "Can the Can" von Suzi Quatro)
(sie singt mit)
(Musik stoppt abrupt)
Ist das hier jetzt dein Plan? Hm?
Hier, solche Bilder?
- Ja. - Ja? Ist das dein Plan jetzt hier?
- Schmeißt du alles hin? - Ich kann eh nicht studieren.
- Gib doch nicht auf. - Ich werde keine Schriftstellerin.
- Warum das? - Weil ich mich nicht anpassen will.
Weil... Weil ich frei sein will.
Und weil ich...
niemals so werden will wie du.
(Schlüssel klappert)
Papa?
- Was soll das? Mach die Tür auf. - (Kerstin) Nö.
Kerstin?
(Hämmern) Spinnt ihr alle? Mach die Tür auf.
Du hast versprochen, du lässt mich nicht allein.
- Papa? - Der ist bei Frau Heinemann.
Komm, mach auf jetzt.
(sie verneint)
- Du kriegst meinen Rekorder. - Habe ich schon.
- Wieso nimmst du meine Sachen? - Weil du nie da bist.
Komm schon, Kerstin.
Du weißt, was Mama immer gesagt hat:
Wir müssen zusammenhalten.
Also lass uns zusammenhalten.
(entferntes Donnergrollen)
(spannungsvolle Musik)
(Klopfen)
(Suzi) Herr Professor?
Komm rein.
Gegen den Untergang der Welt...
hilft nur die Eleganz.
Denn diese Schuhe sind der Aufgabe nicht gewachsen.
Was trägst du für Schuhe, hm?
Zeig mal.
Na, komm her.
Schuhe mit Absätzen verlängern das Bein.
Du solltest Pumps tragen.
Setz dich.
Du kannst sie mitnehmen. Aber mach ihr klar, was das bedeutet.
Gut.
Ich bin mir nicht sicher, ob ich dich mit nach Leipzig nehmen soll.
- Wieso denn? - Du brennst nicht.
- Äh, doch. - Ja?
Was hast du denn? Was kannst du? Was sind deine Kompetenzen?
Vielleicht ist es ein Problem, dass ich nicht...
Es gibt keine Probleme, nur Herausforderungen.
Nenn einen Grund, warum du Mannequin sein willst.
Ich will keine Löcher in Bleche bohren.
Einen.
Ich kann da nicht bleiben.
Das geht nicht.
Und ich bin kein Sammelbecken für Gescheiterte.
Hier geht es um Schönheit.
Weißt du, was das ist? Schönheit?
Ein Versprechen,
dass es jenseits der Mittelmäßigkeit etwas gibt, wo Ruhe herrscht.
Schönheit besänftigt die Nerven.
Schönheit ist keine gute Absicht, sondern eine Tatsache.
Schönheit ist Provokation, Strenge...
Verantwortung.
Schönheit hat ihren Preis.
(groovige Dance-Musik)
(Lied: "Good Life" von Inner City)
(Frauen singen mit)
(Frauen lachen)
(sie summt leise)
Liebe Mama, ich werde diese Chance nutzen.
Manchmal findet man das Glück eben auf Umwegen.
Das hast du immer gesagt.
(Elsa) Macht mal leiser.
Macht mal leiser bitte.
So, Mädels, also für die Neuen unter uns, ja?
Die Modenschau in Leipzig... Uta? Hörst du zu?
Die Modenschau in Leipzig ist die wichtigste des Jahres.
Es ist unsere Präsentation vor Sindermann und der Partei.
- Denkt an Sicherheitsvorkehrungen. - Zieh dich warm an, Püppi.
Wieso? Ziehst du dich wieder aus?
Wieso bist du hier?
Was musst du dafür machen?
- Spinnst du? - (Rudi) Hört auf.
Anstatt zusammenzuhalten, benehmt ihr euch wie Kinder.
Hey.
Ich habe ein Auge auf dich.
(groovige Dance-Musik verklingt)
Mein lieber Horst Sindermann.
Mein lieber Genosse.
Ich freue mich, dass du Zeit findest,
die Präsentation der nächsten Saison zu begutachten.
So was lasse ich mir doch nicht entgehen.
In Ordnung.
- Ihr teilt bitte eins. - In Ordnung.
- (Frau) Wo sind die Strümpfe? - (Frau 2) Da drüben.
- Du bist zu spät. - Rudi.
- Ja? - Geht nicht.
Zeig. Geht doch.
Ich liebe diese Hektik. Das ist Haute Couture. Drei Stiche.
- Ja. - Ja? Okay?
Rudi? Wo soll die Glotze hin?
Auf den Tisch.
Na?
Post von den Genossen?
Pass bloß auf.
Ja...
(pulsierende Musik)
Das wird schon.
- Ich bin gespannt. - Es lohnt sich.
Horst, ich sage Ihnen, es wird sich lohnen.
(Pulsieren wird schneller)
(dynamische Popmusik)
Unsere Kollektion ist hochwertig und langlebig.
Wir wollen eine bestimmte Art zu leben definieren,
indem wir das ästhetische Niveau steigern.
Damit steigt die Attraktivität unseres Alltags.
- Ab. Leni, raus mit dir. - Los, los.
- Ich mache dich fertig. - Was will die?
Lass dich nicht verunsichern.
Was macht ihr denn? Bist du wahnsinnig?
Hast du das gesehen?
- Macht kein Theater. - Hör auf.
- Ich gehe da nicht raus. - Reiß dich zusammen.
- Nein. - Doch.
Ich warne dich, mach das nicht noch mal.
Den Koffer doch nicht.
(dumpfes Pulsieren)
(heftiges Pulsieren)
(sie ächzt)
Kriegt hier irgendjemand mit, was da draußen los ist?
Was ist denn in dich gefahren?
- Der ist gebrochen. - Quatsch.
Du weißt, was an dem Brautkleid hängt. Du musst raus.
(Uta) Mann. Der ist gebrochen. Ich kann nicht mal stehen.
Ja. Manchmal liegt der Charme in der Improvisation...
(Männer lachen unsicher)
Der Höhepunkt unserer Präsentation wird ein ganz neues Feld aufmachen,
mit dem wir auch international unser Profil erweitern.
(sanftes Geigenspiel)
(gefühlvoller Countertenor) I am a poor
Wayfaring stranger
While traveling through
This world of woe
s Yet there s no sickness
Toil nore danger
In that bright land
To which I go
I'm going there
To see my father
I'm going there
No more to roam
I'm only going
Over Jordan
I'm only going
Over home
I know dark clouds
Will gather around me
I know my way
Is rough and steep
But golden fields
Lie out before me...
(Musik stoppt abrupt)
(Auslöser klickt)
Hübsch sind sie, unsere sozialistischen Frauen.
Na ja, die meisten jedenfalls.
(fröhliche Rockmusik)
Und lächeln.
Immer in die Kamera schauen.
Und die Blume noch mal.
Lächeln.
(fröhliche Rockmusik läuft weiter)
Komm rauf.
(entferntes Motorbrummen)
(gefühlvolle Musik)
(Vogelgezwitscher)
(sie kichern leise)
Ai.
(Musik wird intensiver)
(er atmet schwer)
(sie lacht heiser)
(jauchzend) Wuhu!
(Professor) Es ist wichtig, dass wir uns fragen,
ob die Menschen glücklich oder unglücklich sind.
Dabei spielt die Erfüllung ihrer Bedürfnisse eine wesentliche Rolle.
Denn Mode ist Veränderung.
Und Veränderung stößt auf Widerstand.
Wir kennen das Gestern,
wir müssen dorthin denken, wo das Morgen ist.
Der Erfolg unserer Arbeit
ist nicht mehr aufzuhalten
und bringt uns jetzt...
nach Paris.
Wo wir in der Galeries Lafayette einen Verkaufsstand eröffnen werden.
Auf euch.
Du hast eine vielversprechende Zukunft vor dir.
Ich freue mich.
Schön, dass Sie Zeit für uns haben.
Setzen Sie sich.
Setzen Sie sich, bitte.
Wir möchten Ihnen,
insbesondere auch im Namen vom Genossen Sindermann,
für Ihren Einsatz danken.
Sie haben die Situation, sagen wir mal...
gerettet.
Wie kam es denn dazu?
Was meinen Sie?
Wann plante Rudolf Schramm den Auftritt, und wer war beteiligt?
(unheilvolle Musik)
Ich weiß nichts von einem Plan.
Beteiligt war auch niemand.
War es mit Uta Krumbiegel abgesprochen?
- Die sollte das Brautkleid tragen. - Sie brach sich den Fuß.
Wussten Sie davon?
Wovon?
- War Frank Diller anwesend? - Wer?
Coyote nennt er sich.
(Steffen) Ach, Coyote?
Na gut.
Also war dieser Coyote in Leipzig.
Du hast einen guten Eindruck hinterlassen.
Du musst dich noch verpflichten.
Dann beauftragt der Professor eine dauerhafte Freistellung.
Damit ist das Thema KWO erledigt. Bravo.
Nicht dein Ernst.
Ich empfehle, mit niemandem darüber zu sprechen.
Du weißt davon?
(beunruhigende Musik)
Keiner will den kleinen Finger. Es geht immer um die Hand.
Nee.
Was ist es dir wert, deinen Traum zu leben?
(gefühlvolles Klavierspiel)
(gefühlvolle Musik läuft weiter)
- Wo warst du? - Ich wurde verhaftet.
Und Elsa hat mich rausgeschmissen.
Eine schwule Braut war doch zu viel für ihre Nerven.
Ach, wir treffen uns morgen in der Kaserne, um die Show aufzubauen.
Bringst du die Leuchtstoff-Röhren mit?
Ich schwöre dir, diese Show,
das wird das Aufregendste und Großartigste,
was es jemals in dieser Stadt gegeben hat.
Prost.
Komm.
Wie machst du das?
Wie kannst du aus allem Schlechten was Gutes machen?
Das habe ich doch schon x-mal durch.
Sie nehmen mich fest, lassen mich laufen.
Ich fliege raus, sie stellen mich wieder ein.
Wieso hast du keine Angst?
Wir haben doch uns. Was soll mir passieren?
(Türklingel schrillt)
(erneutes Klingeln)
- Ich muss dir was sagen. - Ich auch.
Ähm, du... hast dich bei mir eingenistet.
In meinem Kopf, im Körper, überall.
Sogar hier bist du drin. Ähm...
Keine Sorge,
du sollst mich nicht gleich heiraten.
Du muss mich einfach nur lieben.
Dass du jetzt heulst... Ist das was Gutes?
Oder was Schlechtes?
Ich muss dir was sagen.
Was denn?
Die Stasi hat mich ausgefragt.
- Was? - Ja, ich...
Hilfst du mir?
Klar.
Ausweis.
Ey, habt ihr das gesehen? Die kontrollieren uns schon.
Dass du dich her traust.
Rudi, wo soll das Zeug hin?
Nach hinten.
Coyote wurde verhaftet. Du hast ihn verraten.
Sie haben ihn im Wartburg abgeholt.
- Spinnst du? - Ich habe es gesehen.
- Ach, Uta. - Hör auf.
Ich habe ihn nicht verraten.
Rudi.
Ich glaube dir nichts mehr.
Wer mit der Stasi redet, ist raus.
(dramatische Musik)
(Klingel schrillt)
Coyote.
Coyote!
Da bist du ja endlich.
Lass mich.
Was ist denn los?
Ich bin eine naive,
bescheuerte, blöde Kuh.
- Geh weg. - Warum machst du das?
Ich kann hier nicht bleiben.
Es geht nicht.
(sie atmet schwer)
Hau ab.
Hau ab!
(schnelle Schritte)
(bedrückende Musik)
(dumpfes Hupen)
Mach's gut,
schöner wilder Wolf der Steppe.
Begabtester von allen. Pour le bien.
Was sind das für Fotos?
- Wie kommen die da rein? - Wie kommen die da wohl rein?
Coyote sah die Chance und ergriff sie, ein großartiger Fotograf.
Er macht seinen Weg.
Coyote wurde verhaftet.
Nein.
- Er ist abgehauen. - Niemals.
Das glaube ich dir nicht.
Aber leider...
Leider, leider, leider hat's Rudi erwischt.
Und leider...
Leider muss man manchmal seine Freunde opfern.
Leider hat alles seinen Preis.
Was ist mit Rudi?
Rudi?
Rudi, Rudi, Rudi ist wie eine Katze.
Er fällt immer auf seine Füße. Immer.
(bedrückende Musik)
Rudi?
(Uta) Hast du schon gehört?
Der heißeste Arsch, der sitzt nicht im Knast.
Der ist jetzt auch im Westen.
Was ist denn hier los?
Ich habe niemals irgendwen oder irgendwas verraten.
(gefühlvolles Klavierspiel)
(Lied: "Mont Klamott" von Silly, langsame elektronische Musik)
Mitten in der City
Zwischen Staub und Straßenlärm
(Gisela) Huhu!
Wächst 'ne grüne Beule
Aus dem Stadtgedärm...
Na, Kleene?
Au... (sie lacht)
Nicht lachen.
Hilf mir mal.
- Willst du? - Nee.
Hast du schon gehört? Petzke gibt uns die Prämie nicht.
Na, der isst seine Gurken eine Weile allein.
Die Mädels sind stinksauer.
Was habe ich gesagt? Es kommt nie so, wie du denkst.
Es kommt noch viel schlimmer.
Ich finde das so toll, du in der Sibylle.
Die Bilder überall... Ein richtiger Star bist du.
Mein Schwager ist auch ganz verknallt.
Der ist in der Pathologie, und ich soll ausrichten,
wenn du mal eine Leiche sehen willst, komm vorbei.
- Was soll ich mit einer Leiche? - Weeß ick doch nicht.
So hat er meine Schwester rumgekriegt.
Der ist mit ihr nachts da durch und dann hat er sie geküsst.
So und jetzt erzähl mal, was hast du auf dem Herzen?
Ich habe mich entschieden.
Ich komme zurück.
Du bist eine von uns.
Ich finde unser Kollektiv wichtig, dass einer für den anderen einsteht.
Auch wenn Petzke uns die Prämie nicht gibt,
ich mag den.
Ich kann das gut leiden, wenn einer an was Größeres glaubt.
Es ist wichtig, für eine bessere Welt zu kämpfen.
Und versteh mich nicht falsch, aber...
du gehörst hier nicht her.
Ich weiß.
Och, Kleene...
Wir machen weiter.
- Womit? - Mit der Show.
Wir machen die Show.
- Wir haben keine Kostüme mehr. - Ja. Dann machen wir sie neu.
Duschvorhänge und Gartenfolie sind alle.
Es ist vorbei, Suzi.
Es ist vorbei.
Giselas Schwager ist in der Pathologie.
- Ja und? - Leichen sind in Folie gewickelt.
Leichenfolie?
Glamourös, betörend, auserlesen in Leichenfolie?
Niemand hat das Recht zu entscheiden, wer wir sind.
Geben wir jetzt auf, haben die gewonnen und nicht wir.
(lässige Rockmusik)
(Mann) Oh Gott.
(er spielt Mundharmonika)
(coole Rockmusik läuft weiter)
Do swidanja. Auf dass du uns vermisst.
- Auf Coyote. - (Mann) Auf Coyote!
- (Applaus) - (Frau) Na sdorowje!
Na, Püppi? Hey.
Komm schon.
Wir müssen uns nicht mehr um denselben Kerl streiten.
Hm?
Weißt du, wie bescheuert du bist?
Ist mir klar.
Na sdorowje.
(alle) Na sdorowje!
(Rudi) So, hört mal alle her.
Die edlen Kleider werden im VHB Exquisit hergestellt.
Ein Mantel kostet ein Monatsgehalt.
Kein Wunder, dass die Stasi sauer geworden ist.
Ich finde es schlau, wir alle im Stern.
Rudi haben sie verprügelt.
(Mann) Die kriegen wir noch ran.
"In der Mitte Horst Sindermann, Präsident der Volkskammer.
Die grauen Männer sind Parteibonzen und freuen sich auf schöne Frauen.
Dann ist die Braut plötzlich schwul.
Dabei gibt's in der DDR keine Schwulen."
Ja. Wuhu!
(Pfiffe)
- Auf uns. - Auf uns.
(Jubel und Applaus)
Rudi!
Na los.
- Ist es wirklich für mich? - Habe ich selber gemacht.
- Willst du es mal anprobieren? - Ja.
(gefühlvolle Musik)
(entferntes Gelächter)
Danke schön.
(er ächzt)
Hast du eigentlich was von Coyote gehört?
Nee und will ich auch nicht.
Viele hauen jetzt wohl über Ungarn ab.
Willst du das auch machen?
Weiß nicht.
Entweder du bist frei, dann bist du es überall, oder nicht.
Dann nützt dir auch der Westen nichts.
(spannungsvolle Musik)
(Musik wird treibender)
Wuhu!
Ey!
(Jubel)
Yeah!
(Mann) So, stopp.
Moment.
Papa. Lass sie rein, das ist meine Schwester.
'n Abend.
Na? Hallo.
- Hallo. - Hallo.
(Gisela) Kleene!
Hier dein Schnee.
Du, die anderen kommen auch. Viel Glück.
Komm, Petzke.
(aufreibendes Geigenspiel)
(Pfiffe)
(beeindrucktes Raunen)
(Jubel)
(düstere Musik wird dynamischer)
Some people get by
(Jubel)
With a little understanding
I want more
I want more
And I need all the love
That I can't get too
Do you get scared
To feel so much?
To let somebody touch you?
So hot, so cold
So far So out of control
Hard to come by
And harder to hold...
(entfernter Jubel)
(liebliches Klavierspiel)
(Jubel und Pfiffe)
(verträumte Klavierklänge)
Liebe Mama,
nur wenn wir träumen, sind wir frei.
Ich weiß jetzt, was du meinst.
(Applaus)
(Jubel)
(Klavierspiel verklingt)
No Limits Media 2022 Untertitel: Sofia Riesner u. a.
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