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Original subtitles

[düstere Musik]

Da kam gerade ein Telex aus Gladbeck.

Banküberfall mit Geiselnahme.

[Sie kreischt]

Ich wurde um 8.22 Uhr mit der Einsatzleitung betraut.

[Rösner] Wir wollen 300.000 Mark.

Hans-Jürgen Rösner, 31, seit fast zwei Jahren auf der Flucht.

Und dieser andere hier, Degowski: IQ von 79…

[Mann] Kirstein, Hamburger Abendblatt.

[TV] Überfall mit Geiselnahme.

Hans Meiser, deutsches Fernsehen.

-Wer sind Sie denn? -Wer wohl, der Bankräuber.

-Was? -Der Bankräuber!

Die Geiseln dürfen nicht mitfahren. Wir unterwerfen uns der Taktik der Täter.

Sie wollen Wildwestmethoden!

[Funk] Da ist eine Frau ins Auto gestiegen, die kennt die Täter.

Sie fahren zusammen weiter.

Ich werde nicht das Leben zweier unschuldiger Menschen riskieren,

nur damit die Täter einen Tag eher gefasst werden.

Mach auf da!

[düstere Musik]

Ja, ihr seid jetzt unsere Geiseln. Bleibt ruhig, dann passiert auch nichts.

[Er pfeift]

Marion! Komm rüber!

[Rufton]

[Funkmeldungen]

[Piepsen, Rauschen] Wir kriegen gerade eine Meldung.

Was? Nein! Die haben den Bus gekapert.

[düstere Musik]

[Mann, außer Atem] Herr Meise?

Herr Meisel! Herr Meisel!

Die haben in Bremen einen Linienbus gekapert.

30 Fahrgäste, da sind Kinder und Jugendliche drunter.

[düstere Musik]

[Mann] Mir ist übel. Ich hab außerdem Feierabend.

-[Rösner] Feierabend! -Ich übernehme, ich bin auch Busfahrer.

Ja, wer Feierabend hat, der hat Feierabend.

Der kann auch gehen.

Der Opa da hinten kann auch nach Hause!

Raus.

Sie hat man einfach gehen lassen?

Ja, er sagte: "Wer Feierabend hat, darf heimgehen."

[Funk] Wir brauchen Straßenmaßnahmen. Die Straße muss zugemacht werden.

[Menschen reden durcheinander]

Hier ist gar keine Absperrung. Da laufen jede Menge Kinder rum.

Die wollen so nahe wie möglich an den Bus ran.

Streife ist angefordert.

Warum greifen wir nicht zu? So viele Gelegenheiten. Mann, Mann.

Keine Kurzschlusshandlungen.

Wo ist denn die Führung?

-Was? -Wo die Führung ist?

[Martinshorn]

-Was ist los? -Ich komm da nicht näher ran.

[Rösner] Komm Kleiner, hau ab. Geh nach Hause, du.

Da kommt keiner.

Erst wollen sie groß verhandeln und dann trauen sie sich nicht.

[Rockmusik]

[Hupen]

Hey!

[düster-spannende Musik]

[Rösner] Du musst die Hände nicht hoch nehmen, komm rüber!

Wir schaffen eine Beruhigung im Bereich Huckelriede.

Wir führen die Täter damit

in eine tatsächliche und geistige Isolation.

Und was ist mit der Verhandlungsgruppe?

Ja, die wird dann übernehmen.

[TV] Wir haben vor allen Dingen ein Bild vom gekaperten Bus.

Die Regie kann das einspielen.

Es hat im Feierabendverkehr, zirka 19.20 Uhr, begonnen.

Wer sich da auskennt, weiß auch, wo das ist.

Ist aber nicht wichtig.

Wir sehen da hinten,

dass verhandelt wird an der offenen Tür des Busses.

Der Mann im T-Shirt rechts im Bild an der Tür,

das ist einer der Geiselnehmer.

Wir haben uns natürlich gefragt,

was bewegt diesen Menschen so etwas zu tun.

-Roland für den 72-21. -72-21 hört.

Ich denke, die Absperrung steht. Da ist ja totales Chaos.

Hier sind nur zwei Streifenwagen, sonst nichts.

Der Platz sollte vor 30 Minunten geräumt werden.

Ist nicht geschehen.

-Was ist mit der Bereitschaftspolizei? -Ist auf dem Weg.

-Auf dem Weg? Wie lange? -Halbe Stunde.

[Sie reden durcheinander]

-Herr Meyer, was ist los? -Gibt's was Neues?

Die fordern jetzt ein Fahrzeug,

und zwar eins, das nicht mit Wanzen ausgestückt ist,

sondern ein Fahrzeug…

was von den Pressekollegen hier zur Verfügung gestellt wird.

Und dann fordern sie einen Polizisten ohne Waffe,

Hände auf den Rücken gefesselt.

Und eine zusätzliche Handschelle für eine weitere Geisel.

Im Austausch gegen die Geiseln im Bus.

-Die anderen lassen sie frei? -Ja, und dann ist auch Ruhe.

Jetzt muss ich einen von der Kripo finden.

Gar nicht so einfach. Doch gut, Sie.

Die fordern jetzt hier ein neues Fluchtfahrzeug.

[lacht] Und zwar eins ohne Wanzen.

Sondern eins am besten hier von den Pressekollegen, sagten sie.

-Und so lange bleiben die stehen? -Ja, und so lange tun die auch nichts.

Gut, geb ich so weiter.

Ja, ich lass quasi hier die Scheine von dem Kassierer überprüfen.

Äh, weil da können sie auch so Miniwanzen einsetzen.

Damit wir sicher sind, dass da nichts drin ist.

Damit wir nicht weiterhin verfolgt werden.

[Reporter] Können Sie das noch einmal sagen, Herr Rösner?

[Löblich]… Sie gehen einfach hier runter,

und dann hier auf direktem Weg raus.

Ist der Kreislauf, nicht?

[spannende Musik]

-Kann ich raus, kann ich weggehen? -Gehen Sie weg.

[Löblich] Ich hab zwei Mädels und einen Jungen.

Die Leila, meine erste Tochter, die ist behindert.

Und dann kommt die Nicole. Und dann der Pierre.

Und das ist der Jüngste.

Das ist der Kleinste, das ist mein Nesthäkchen.

Den Typen musst du mal gucken.

Das ist ein Aufriss hier, ode?

Scheiße.

[Er flüstert etwa auf Italienisch]

Hört mal! Wenn die Bullen uns einen von sich schicken,

dann seid ihr alle frei.

Dann könnt ihr alle sofort gehen.

Da können wir lange fragen. Das macht kein Kollege.

-Mit gefesselten Händen… -Auch die Gladbecker Kollegen

raten dringend von einem Geiselaustausch ab.

Rösner hat wohl immer davon geträumt,

einen "Bullen mitzunehmen".

Das ist ein Todeskommando.

Wir müssen was unternehmen. Wir können nicht warten.

-Wir warten nicht und tun was. -Es sind fast 30 Menschen im Bus.

Wir nehmen über den Busfunk Kontakt zu den Tätern auf.

-Das läuft über die Verhandlungsgruppe? -Meines Wissens ja.

Und wir stellen denen einen präparierten Fluchtwagen.

Wir müssen nur hoffen, dass die irgendwann einsteigen und weiterfahren.

Kommt keiner.

[Reporter] Können wir nicht mal ein Interview machen?

Das ist Ollendorf von Radio Bremen. Tagesschau.

Wie lange wollen Sie das noch fortsetzen?

Ja, wir werden einige Forderungen stellen,

-und werden die nicht erfüllt, knallt es. -Wollen Sie das wirklich auf sich nehmen?

Ja. Wir haben abgeschlossen mit dem Leben.

Wir sind jetzt seit über 30 Stunden auf der Flucht.

Und die verfolgen uns, die Bullen.

Und die sind ziemlich fertig, die Bankangestellten.

Vor allem die Frau will nach Hause.

Das geht jetzt nicht, kommen Sie bitte mit.

Nein, kommen Sie mit.

[Surren]

Meinen Sie nicht, es ist besser aufzugeben?

Nein, aufgeben auf keinen Fall.

Ich kann ganz konkret sagen: Dann knallt es.

Mein Kumpel ist brandgefährlich. Und…

Das Letzte ist dann…

[schnelles Klicken]

Oder diesen hier.

Ich hab elf Jahre Knast weg, ich hab 13 gehabt.

Ich war von Anfang an in Erziehungsheimen

und so 'ne Scheiße.

Ich scheiß auf mein Leben. Ganz im Ernst.

Ja, aber die anderen, die Unschuldigen?

Pff.

Kann ich nichts für.

Welche Chance rechnen Sie sich aus, davonzukommen?

Für mich ist das absolut sicher, dass ich davonkomme.

Entweder da oder weg. So einfach ist das.

[Funk] Zugriff nur, wenn zwei Täter das Fahrzeug verlassen haben.

Kein Risiko für die Geiseln.

Blödsinn. Dann brauch ich auch nicht auf den Spielplatz gehen.

-Das Kind könnte fallen. -Vorgabe der Einsatzleitung.

War da spontan der Wunsch, zu viel Geld zu kommen?

Ja, ich bin von Hause aus Verbrecher, also innerlich.

Für mich gibt's auch keine Arbeit und keine Moral und so 'ne Scherze da.

Ich will nach vorne kommen, ich will leben.

Und das hängt aber auch alles…

mit der ganzen politischen Scheiße zusammen so.

Nehmen Sie die Hand vor.

[düstere Musik]

Die will ich nicht, die Kiste. Die ist präpariert.

Ihr braucht 'ne größere Karre.

[Funk] Wir haben den Degowski, aber kein freies Schussfeld.

Verstanden.

-20 für 10. -20 hört.

Habt ihr die Löblich?

Können wir wegmachen. Aber nur begrenztes Schussfeld.

Verstanden.

Schussfreigabe nur, wenn wir alle drei gleichzeitig erwischen.

Keine Gefährdung der Geiseln.

-Der Benz da hinten. -Sagen Sie denen, das geht klar.

Aber versuchen Sie, das noch hinauszuzögern.

Wir brauchen noch ein paar Minuten.

Ich hab ihn.

-10 für 20. -10 hört.

-Wir können den Rösner plätten. -Was?

-Wir haben den Rösner drauf. -In welchem Bereich?

Durch die offene Mitteltür.

Ich kann die Löblich wegmachen.

10 für 30. Freies Schussfeld auf Löblich.

Ist Degowski draußen auf der anderen Seite?

Schorschel!

Hab ihn. In der Mitte, hinter der Löblich, vorne beim Fahrer.

Wir können Degowski plätten.

-20 für 10. Seid ihr drauf? -Ja, freies Schussfeld auf Rösner.

-30 für 10? -30, bin auf Löblich.

-40 für 10? -40, bin auf Degowski.

Wir können die drei ausschalten.

Das sind nicht unsere Schützen, die sind aus Niedersachsen.

-Die können die plattmachen. -Das geht nicht.

Das sind Räuber. Die haben 30 Geiseln in ihrer Gewalt.

Die Frage ist doch: Ist das angemessen?

Bisher ist niemand zu Schaden gekommen.

Noch nicht. Das war doch reines Glück bis jetzt!

Laut Bremer Polizeigesetz darf nur geschossen werden,

um Personen angriffs- oder fluchtunfähig zu machen.

-Dann machen wir sie kampfunfähig. -Und wenn das nicht klappt?

Die Kollegen sind treffsicher. Wir schießen auf Arm oder Bein.

Dazu fehlt die passende Munition. Wir müssen ins Kleinhirn schießen.

[Funk] Was ist jetzt? Die bleiben nicht ewig so.

Da wird noch debattiert.

Das Bremer Gesetz ist eindeutig: Finaler Rettungsschuss nur,

um eine direkte Gefahr an Leib und Leben abzuwenden.

Aber hier ist es doch legitim.

Das haben wir doch aus unserer Geschichte gelernt:

Ein deutscher Staat

darf nie wieder willkürlich auf seine Bürger schießen.

Auch nicht auf Verbrecher!

Keine Feuerfreigabe. Aber bereithalten für Notzugriff.

Abbruch, Abbruch.

Keine Schussfreigabe durch die Einsatzleitung.

-Das kann doch wohl nicht sein! -Das gibt's doch wohl nicht.

Ja, ist so.

[schwungvolle Popmusik]

Ciao!

Ciao.

-[Italienisch] Ist alles in Ordnung? -Die Kinder sind noch nicht zurück.

Oh nein, das ist sehr schlimm.

Vielleicht sind sie bei Freunden.

Emanuele vielleicht, aber wo ist Tatiana?

Tatiana!

Tatiana!

[Mutter] Tatiana!

Rein! Runter! Tür zu! Tür zu!

[Rösner, unverständlich]

Runter, runter, runter!

-Du oben bleiben! -Oben bleiben! Bleib oben!

Oben bleiben!

Oben bleiben!

Die Kleine auch!

Komm, fahr los jetzt!

[Motor wird gestartet]

Da ist er! Da oben ist er! Halt an!

Mensch, halt den Bus an jetzt!

[Sie sprechen durcheinander]

Alte Drecksau, geh da oben weg, sonst knall ich dir eine rein, du Penner!

Deckung!

[Sie rufen durcheinander]

Das war die letzte Warnung! Der Nächste fliegt aus dem Bus raus!

Die Verhandlungsgruppe konnte bis jetzt noch keine Verbindung zum Bus aufbauen.

-Technische Gründen. -Was?

Man hat mit den Tätern bisher nicht verhandelt?

Da liegt mir keine Rückmeldung vor.

Mensch, die erschießen da gleich jemanden!

Die Verhandlungsgruppe Hoyaer Straße, bitte.

-Die bauen jetzt 'ne Funkbrücke auf. -Ja?

Wie, da meldet sich niemand?

Ja, da geht gerade keiner ran bei den Kollegen.

-Gleich noch mal versuchen. -Ja. Was machen wir jetzt?

Da muss einer rüberlaufen.

Hans, einmal Hoyaer Straße, bitte.

Das gibt's doch alles gar nicht.

Willkommen im 20. Jahrhundert!

Die Verhandlungsgruppe soll sofort Kontakt zu den Tätern suchen.

Gleiche Forderung: Bei Verfolgung wird geschossen,

Handschellen auf dem Rücken, ein Kriminalbeamter muss her.

Wir bemühen uns, jemanden zu finden, aber…

[Rauschen] Das tut nicht richtig.

Vielleicht müssen Sie nur…

Rechts drücken.

Ich warte nicht mehr lange, dann fällt der Erste aus dem Bus.

Das verspreche ich!

[Rauschen]

Die Kleine da. Die Kleine!

Lass sie los!

Los, raus, raus!

Raus!

Wenn jetzt hier keiner kommt, dann knall ich sie weg.

Tot!

[Kameras klicken]

[schweres Atmen]

Was ist jetzt?!

Ihr dreckigen, feigen Bullen, ihr!

[Kameras klicken]

Ihr feigen Schweine!

[Stimmengewirr]

[mit Akzent] So 1,30, braune Haare.

Acht Jahre alt ist sie.

Tatiana Di… Giorgi. So?

Ja.

Gab's irgendwo einen Verkehrsunfall oder sonst was?

Guten Abend, hören Sie bitte zu. Ich bin der Revierleiter.

[im Hintergrund] Bitte bewahren Sie Ruhe.

Sie sind hier, weil Sie Angehörige suchen.

-Vielleicht gehen Sie da mal rüber. -Danke schön.

[Revierleiter] Am Busbahnhof Huckelriede wurde ein Bus entführt.

Vielleicht sind Ihre Angehörigen in dem Bus.

Wir haben einen Mitschnitt

vom Fernsehen zur Verfügung gestellt bekommen.

Können Sie alle gut sehen?

Wenn Sie eine Ihnen verwandte Person entdecken, sagen Sie bitte "Stopp".

Ich starte jetzt den Mitschnitt.

[Videorekorder startet]

Das ist meine Tochter. Tatiana.

[raunend] Halten Sie das fest.

Herr Meyer kommt raus und kommt jetzt auf uns zu.

Return to sender.

Das mochte er nicht. Der will direkt mit euch reden.

Tja, und jetzt?

Plan B?

Gib ihm mal die Nummer von der Verhandlungsgruppe.

Da soll er sich jetzt mal melden.

Gut, richte ich so aus.

[Freizeichen]

Da geht keiner ran. Scheiße, das gibt's doch nicht.

Lass sie doch frei.

Komm zu mir ins Auto.

Komm, das ist doch Wahnsinn.

[Fahrer] Würde ich mir gut überlegen.

Da waren die Bullen dran.

Keine Ahnung.

[Martinshorn]

Schmeiß die Kiste an, wir fahren weiter.

Los, alle aufstehen da hinten! Los hoch, alle hoch!

[Motor wird gestartet]

[Freizeichen]

Warum geht da keiner ran?!

81 statt 80!

Ich ruf unter der 362 an, und da geht keiner ran!

Ja, Herr Meyer, der Bus fährt weg. Geradeaus.

[Meyer] Das gibt's doch nicht!

So viele Möglichkeiten haben sie nicht, die müssen hier irgendwo raus.

[Funk] Der Bus fährt stadtauswärts Richtung Autobahn.

Scheint so, als würde der Kelch an uns vorübergehen.

Wir werden natürlich die Verfolgung aufrechterhalten.

Hast du einen Abschnittsleiter vor Ort?

-Muss ich noch sehen. -[Mann] Bus hat die Stadt verlassen.

[Hupen]

[düstere Musik]

[Er atmet schwer]

Dich nehm ich mit.

Der nimmt dich nicht mit.

[sphärische Musik]

[TV] Wie kaltblütig die Geiselnehmer sind, zeigte sich vor gut drei Stunden.

Einer der Kidnapper verließ den Bus,

ging auf meinem Kollegen Günter Ollendorf zu,

und gab in unglaublich zynischen Worten den Reportern Auskunft.

Ein makaberes Dokument.

Es fällt uns nicht leicht, dieses Interview auszustrahlen.

Doch wir halten es, wie gesagt, für ein Dokument.

-Ist es nicht besser aufzugeben? -Aufgeben auf keinen Fall.

Ich kann ganz konkret sagen, wie das dann abläuft.

Dann knallt es. Mein Kumpel ist brandgefährlich.

Und das Letzte ist dann…

Diesen hier.

Ich war elf Jahre im Knast, ich hab 13 gehabt.

Ich war von Anfang an in Erziehungsheimen

und so 'ne Scheiße und alles.

Ich scheiß auf mein Leben. Das meine ich ernst.

[Sprecherin] Ein unglaublicher Zynismus.

[TV] Ho!

[Schüsse, Wiehern]

Schlimm, nicht?

Schlimm ist, dass die so was zeigen.

"Makaberes Dokument"! Selber makaber!

Ich ruf da morgen an und beschwere mich.

Deutsches Fernsehen!

Hab ich gerne.

Mann, wir sind hier in Deutschland und kommen nicht in Kontakt.

Wir müssen weiter. Wir fahren nach Holland.

-[Degowski] Holland? -Ja, da ist die Polizei humaner.

Hat mir einer im Knast erzählt.

-Wenn wir da rausfahren… -Wo geht's denn nach Holland?

Passt mal auf, da sind ein paar, die müssen dringend mal auf Klo.

Die sollen auf die Treppe machen. Ich muss auch mal.

[Schluchzen]

[Blank, leise] Es wird alles gut.

-[Funk] Wie kann ich helfen? -Versuch mal, näher ranzukommen.

Der Reporter verlässt jetzt die Zielperson.

Ja, es fehlen nur noch Sekt und Käsehäppchen.

Das ist hier 'n Volksauflauf.

[Rauschen]

-Kriegt ihr das nicht stabilisiert? -Die sind zu weit weg.

Prost Mahlzeit! So kann man doch nicht die Führung übernehmen.

Das ist eine Katastrophe mit so einer Funkverbindung.

Wir wissen gar nicht, was vor Ort passiert.

Das ist im Grunde schon ein Fall für Niedersachsen.

Die haben die Landesgrenze längst überschritten.

Ich rufe Willner in Lüneburg an. Der soll das übernehmen.

Das ist Wolfgang Kempf von der BILD.

-Moin. -Er würde mitmachen.

Ja, dann komm mal rein.

[Löblich] Ihr könnt gehen.

[sphärische Musik]

Alles in Ordnung? Ich bin von der Polizei.

Darf ich Ihnen Kaffee anbieten?

[Das Gesagte ist nicht hörbar]

[Funk] Der Abschnittsleiter ist in Bremen geblieben.

In Bremen? Und wer führt uns jetzt?

Weiß ich auch nicht. Wir uns selber.

Wer will noch mal, wer hat noch nicht?

Die Dicke zuerst, Tanja hinterher. Du bleibst kurz hier stehen, ja?

Eine Täterin ist jetzt aufm WC. Mit Waffe.

Mit der Waffe?

Soll ich sie abfischen?

Wenn's dir möglich ist, hol sie.

-Was? -Ja.

[sphärische Musik]

Warum haben Sie den Bus genommen anstatt das Auto der Journalisten?

Weil die was aushecken, was ausbrüten.

Sie rechnen also damit, dass in nächster Zeit…

[Interview wird von Musik übertönt]

[leise] Jetzt.

Ja, komm.

-Sind Sie wirklich bereit, zu töten? -Ja.

Wie geht es Ihnen mit der Pistole am Hals?

Na ja, eigentlich gut.

Mir ist das alles gar nicht so bewusst irgendwie.

Zu jung.

Können Sie sich vorstellen, dass er wirklich abdrückt?

-Nein. -Nein?

Nein.

-Waffe, Waffe! -Hab ich!

[entfernte Schreie]

Was war das?

Was war das für ein Schrei?

[Er pfeift]

Scheiße.

Hört mal, habt ihr Handschellen dabei?

Warte, hier.

Frau Löblich?

-Marion? -Psst.

[Marion ächzt]

[düstere Musik]

-Roland für den 72-21. -Roland hört.

So, eine Täterin haben wir momentan gefasst, mit Waffe.

Bitte wiederholen.

Eine Täterin ist gefasst. Wie machen wir weiter?

Wir sollten jetzt mal ran an den Bus.

Ja, da komm ich gleich wieder.

Hier ist 'ne Festnahme erfolgt im Bereich des Grundbergsees.

[Weitere Funkmeldungen]

[düstere Musik]

… ich sag doch,

wir haben keine Möglichkeit auf einen gesicherten Zugriff.

-[leise] Peter! -Nein, das sagen wir nicht.

-Peter. -Jetzt nicht.

Nein, ich höre Sie.

Ja.

Ja. Ja, ist gut.

-Die ist wohl noch auf der Toilette. -Wo ist sie?

-Ja, weiß ich nicht. -Ist sie da oder nicht?

Ich… kann da ja nicht so richtig reinschauen.

Das ist das Damenklo.

Du holst die jetzt da raus.

-So eine Katastrophe! -Völlige Eigenmächtigkeit!

Wilfried, komm.

[Funk] Also habt ihr den Zugriff durchgeführt?

Wer ist festgenommen worden?

Die Täterin. Man hat die Täterin festgenommen.

Was? Wieso? Wer ist denn da… Was ist denn da passiert?

Wir müssen die anderen auch plattmachen.

-Sind noch Geiseln im Bus? -Alle.

Peter. Wer hat denn die Führung vor Ort?

Noch keine Freigabe von uns. Keine Freigabe!

Die Täterin ist zum Bus zurückzubringen. Sofort!

Man sollte sie zuerst fragen, ob sie zurück will.

Das SEK muss jetzt mal raus.

Der Meyer kommt.

Ich kann die nicht mehr länger hinhalten.

Die Löblich muss sofort freigelassen werden.

Jaja, die ist aufm Weg. Wieder hierher.

-[Funk] 04-11 an Roland. -04-11 hört.

[unverständliche Durchsage]

Bitte noch mal wiederholen.

Wenn Löblich zu den Tätern will, dann kann sie gehen.

Verstanden.

[düstere Musik]

Die haben die Marion verhaftet.

Aber die kommt gleich wieder zurück.

[düstere Musik]

Dieter!

Du, komm rein!

Ich werd wahnsinnig! Die sollen rauskommen!

Wenn der Frau einer was macht, dann…

Das hätten die nicht tun sollen, die dreckigen Schweine!

-Verstehe ich auch nicht. -Die verfluchten Schweine!

Völlig behämmert ist das.

Wenn Marion nicht zurückkommt, dann drück ich ab.

[Rauschen]

[Funk] Haben Sie mitbekommen, dass wir die Täterin festgenommen haben?

Ja, die wollte zurück, das wurde gestattet, um anderes zu verhüten.

-Ja, ist gut. -Die Täterin muss sofort zurück.

Die Täter wollen ein kleines Mädchen erschießen.

Das gibt's doch alles nicht!

Das hab ich doch bereits vor fünf Minuten angeordnet.

-04-11 für Roland. -Hier Roland.

[Rauschen]

Hier Roland. Wer hat gerufen?

04-11. Wo bleibt das MEK-Fahrzeug mit der Täterin?

IOch höre. Hier ist der 25. Was gibt's?

Die Täterin ist zum Bus zurückzubringen.

Wird ausgeführt. Von wem kommt das?

-Von Roland! -Wird eben ausgeführt.

[bedrohliche Musik]

Diese Scheißbullen!

[Tatiana schluchzt, Ihr Bruder flüstert auf Italienisch]

[Italienisch] Tati, bitte…

Sch! Sch!

[Tatiana wimmert]

-Tati, sch! -Halt die Fresse da hinten!

Wenn die Marion in fünf Minuten nicht da ist, dann knallt das hier!

[Das gesprochene ist nicht hörbar]

-… dann stirbt jemand! -Verstanden.

-Die Frau kommt, sie ist nur weit weg. -Ich sag Bescheid. Sie kommt zurück

-Sie kommt hierher. -Ja.

[Funk] 04-11 für den 25. Die Täter haben ein Ultimatum gestellt.

Wo bleibt die Frau?

-Hab ich gerade gesagt. Die kommt zurück. -Bitte?

Sie kommt zurück!

Vielleicht sagt mal einer im Bus Bescheid.

04-11 für den 25.

-Wem Bescheid sagen? -Geh aus dem Funk!

Scheiße!

-Was? -Den Tätern Bescheid sagen.

Den Funk freihalten!

Ich brauch den Schlüssel für die Handschellen.

-Welchen? Unsern? -Den von den Kollegen.

-Die muss jede Minute da sein. -Das haben die versprochen.

[Sie atmet schwer]

Komm! Hast du?

Nein, sieht aus wie unserer, passt aber nicht.

[Tatiana weint leise]

[hämmernde Musik]

[Italienisch] Tati, beruhige dich. Ich bin bei dir. Ich beschütze dich.

[Italienisch] Tati, alles wird gut. Alles wird gut.

Weißt du was, pass mal auf…

[Kreischen]

Und du bist der Nächste, der stirbt! Ich trau dir nicht!

Hör auf! Da kommt die Marion doch!

[Rösner] Bis du panne? Die Marion ist schon da!

Raus da!

Auf! Auf! Mach da auf!

Und alle runter!

Nein, runter, die schießen!

-Die haben mich geschlagen und getreten! -Bullenschweine!

Was ist mit dem Jungen?

Den hab ich abgeknallt. Ist eh nur ein Kanake.

-Warum hast du das gemacht? -Ist doch egal! Anders ging's nicht!

Ich kann nicht verlieren, ich seh gern Gehirne spritzen!

Ab jetzt wird sofort geknallt, wenn's nicht läuft, wie wir wollen.

Ich kann ihn nicht mehr sehen. Schafft ihn raus hier!

[Sie kreischt]

-Sch! -Halts Maul!

Wer hier schreit, den leg ich um.

[düstere Musik]

[sphärische Musik]

Das bedeutet, dass wir weiterhin tatenlos zusehen müssen,

wie diese Bestien Unschuldige, Frauen, Kinder quälen und traumatisieren.

[Er brüllt]

[Sie schreien und kreischen]

Ich lass dich nicht allein.

-Das ist ja ein irres Ding mit Gladbeck. -Ja. Die stehen da unten.

Wie, die stehen da unten?

-Wo geht's hier zur Autobahn? -Zur A3?

Kannst du uns da hinbringen?

Ich gebe den Schusswaffengebrauch ausdrücklich frei.

Wir bringen das auf Kölner Boden zu Ende.

Die Fehler in Gladbeck und Bremen wiederholen wir nicht.

Untertitel von: Mirko Buzov

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