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* Düstere Titelmusik *
Charlotte von Merseburg Anastasia Sadowski
Umut Gül
* Mysteriöse Klänge *
* Beklemmende Musik *
* Schmerzerfüllter Schrei *
* Spannende Musik *
* Schmerzerfüllter Laut *
* Schweres Atmen *
* Schwerfälliges Husten *
* Er ringt nach Luft. *
* Schwerfälliges Husten *
* Spannende Musik *
* Die Musik verstummt. *
* Er schnauft. *
Da ist ja jemand richtig fit.
Guten Morgen. Morgen.
Boah, nee! Gar keinen Bock, das jetzt sauberzumachen, wirklich.
Das können die Jungs wegmachen. Ach so, die Jungs?
Willst du 'nen Kaffee? Mhm, gerne.
Charlie, hast du noch was von dem Curry von gestern da?
Apropos Curry -
ich muss wirklich sagen, für 'ne gesunde Mahlzeit...
Komm, lass gut sein! ...ich fand's fast genießbar!
Hä, es war voll gut! Danke schön!
* Angsterfüllter Schrei *
Was ist los? Da ist 'ne eklige Spinne!
Und? Kannst du sie bitte wegmachen?
Mach weg, mach weg! Leute, entspannt euch!
Ich komm doch.
Sie ist weg.
Wie jetzt? Ähm...
Charlie, nicht bewegen!
* Panischer Laut * Nicht bewegen!
Nicht bewegen! * Beide schreien. *
Das war nur Spaß, Leute! Das ist doch nicht witzig!
Komm, wir müssen los. Das macht ihr weg!
Wir?
Und finde diese Spinne!
Angst vor Spinnen... Hah!
* Unheilvolle Musik *
Sie brauchen ein Bauernopfer, natürlich!
Ihr braucht ein Bauernopfer! Im Nu bin ich wieder draußen!
Ihr habt nichts gegen mich in der Hand!
* Beklemmende Musik *
Dachtest du, dass ich es war? - Nein, niemals.
Morgen.
Morgen. Morgen.
Morgen. Na, lange Nacht gehabt?
Wir haben gestern Abend noch ein bisschen darauf angestoßen,
dass Bronski in U-Haft ist. Sehr gut.
Und auf die Entlastung Ihrer Tochter.
Guten Morgen, allerseits. - (alle) Guten Morgen.
Na, hat die Tagesmutter wieder Zeit? - Sie konnte es einrichten.
Es war bestimmt ein Schock für Ihre Tochter mit dem Anschlag.
In jeder Hinsicht.
Zum Glück ist mit ihrer Schwangerschaft alles gut.
Gute Ermittlungsarbeit, Sie beide.
* Umut räuspert sich. *
Ja, Sie natürlich auch, und...
Es tut mir sehr leid, dass ich zeitweise so neben der Spur war.
Frau Pfeiffer, bitte!
Ja, aber richtig erleichtert bin ich erst,
wenn er verurteilt ist.
Ja, wir auch. Leute? Wir haben einen Toten.
In der Tierauffangstation für exotische Tiere,
heißt Arche Noah.
Er wurde wohl von einer Schlange gebissen,
wir müssen prüfen, ob Fremdeinwirkung stattfand.
Umut, Sie sind mit Frau Pfeiffer im Außeneinsatz,
wir drei schmeißen hier den Laden.
Ich kann auch hierbleiben.
Warum? Was ist los? Hast du etwa Angst vor Schlangen?
Quatsch!
Du hast Angst vor Schlangen!
Adresse? Hab ich.
Ähm, Frau Pfeiffer? Ja?
Ist, ähm... die Schlange noch frei?
Keine Ahnung.
* Sie imitiert eine Schlange. * Hör auf!
* Kichern *
Viel Spaß!
* Dynamische Musik *
Morgen, Phillip. - Guten Morgen, Frau Pfeiffer.
Ich hätte heute was Exotisches für Sie.
Nicht witzig.
Gut. Die Ehefrau des Toten hat ihn vor einer Stunde gefunden,
und wir haben einen Fall von Vandalismus.
Danke. Dann mal auf in die Schlangengrube.
* Er atmet tief durch. *
Alles gut?
Oh ja, und wie.
Morgen. - Morgen.
Haben Sie schon was für uns?
Ich lehn mich mal aus dem Fenster.
Wir haben zwei Bisslöcher, die Hand ist geschwollen.
Es könnte der Schlangenbiss sein. - Ach was.
Todeszeitpunkt?
Zu 100 Prozent in der Vergangenheit, irgendwann letzte Nacht.
Genauer geht's erst nach der Obduktion, wie immer.
(Papagei) Gib's mir!
Was war das denn? * Geheimnisvolle Klänge *
Noch was: Der Tote hat eine frische Einstichstelle,
die auf eine intravenöse Injektion hindeutet.
Die Spusi hat dazu die leere Ampulle gefunden.
Also hat er sich ein Gegengift gespritzt.
Wieso ist er dann gestorben?
(seufzt) Wie gesagt: nach der Obduktion.
Die Ehefrau wartet in der Küche.
* Sie begrüßen sich. *
(Papagei) Gib's mir! More!
Ähm...
Pfeiffer, Kripo Halle.
Gül, hallo. Frau Weber?
Mein Beileid. Sie haben Ihren Mann gefunden?
Ja.
* Papageien-Geräusch *
Als ich heute früh aufgeschlossen hab,
da... lag er da.
Und dann habe ich Renate entdeckt.
(Pfeiffer) Ähm, Renate?
Das ist 'ne Schlange von uns, eine Korallenotter.
Ähm... Die ist jetzt wieder im Terrarium, oder?
Natürlich, ich hab sie sofort wieder eingefangen.
Wie konnte die Schlange aus dem Terrarium entwischen?
* Frau Weber seufzt. *
Das weiß ich eben auch nicht.
Mein Mann ist eigentlich geübt im Umgang mit Schlangen.
Anscheinend hat er sich ein Gegengift gespritzt.
Das ist immer da. Dazu sind wir gesetzlich verpflichtet.
Die Kamera bei den Terrarien - funktioniert die?
Ja.
Wo werden die Aufnahmen gespeichert?
Ähm...
Der Rechner von meinem Mann speichert die in einer Cloud, ich...
Ich kann Ihnen den Link schicken.
Danke. - (Papagei) Gib's mir!
Am besten, Sie gehen erst mal nach Hause.
Schaffen Sie das alleine?
Ja. Wiedersehen. - Wiedersehen.
Ähm, ach, Frau Weber -
noch eine Frage: War das Graffiti gestern schon da?
Nein.
Also, nicht, als ich gegangen bin.
Wann war das? - 20 Uhr?
Mein Mann ist länger geblieben, der wollte noch arbeiten.
Haben Sie 'ne Ahnung, auf wen sich "Sadist" beziehen könnte?
Ich... ich weiß es nicht.
Ich würde jetzt gern nach Hause gehen.
Ja.
Wiedersehen. - Wiedersehen.
Was ist?
Fällt Ihnen was auf?
Nee?
Am Ende scheint die Farbe ausgegangen zu sein.
Aha.
Oder der Sprühaufsatz ist kaputtgegangen.
Und?
* Dynamische Musik *
Frau Pfeiffer? Ich glaub, wir haben da was.
Sehr gut, Umut.
Das ist er. Ralf Weber beim Arbeiten.
Wo ist die so schnell hergekommen? Rechts aus der Schublade.
Dann ist er einfach gestorben.
Spulen Sie mal zurück. Vielleicht war vorher jemand im Raum.
Das war ja jetzt nur seine Ehefrau, und die ist um 20 Uhr gegangen.
Mit der Schlange hatten da scheinbar beide nichts zu tun.
Vielleicht ist sie vorher entwischt
und in die offene Schublade gekrochen.
Oder sie wurde absichtlich dort platziert.
Gut, das sehen wir leider alles nicht auf dem Video.
Was haben wir noch?
* Beklemmende Musik *
Hier, seine Lippen bewegen sich.
Er streckt die Hand aus.
Vielleicht wollte er zum Handy greifen
und noch einen Notruf absetzen.
Er hat sich möglicherweise ein Gegengift gespritzt.
Und ist trotzdem gestorben?
Gut, da wird uns hoffentlich Herr Landsberg mehr zu sagen können.
Das Wort "Sadist" an der Fensterscheibe -
jemand hat Ralf Weber nicht gemocht.
Also?
Können wir nicht ganz ausschließen, dass es keine Fremdeinwirkung gab.
Sehr richtig. Ich will alles über ihn wissen,
von der Marke seiner Unterhosen bis zu seinen Kontobewegungen.
Den Satz wollte ich immer schon mal sagen.
* Dynamische Musik *
Entschuldigung, ich hab Sie noch gar nicht vorgestellt.
Meine Tochter Juli und meine jüngere Schwester Anna.
Ach so, möchten Sie was zu trinken haben?
Nein, danke. Arbeiten Sie beide zusammen?
Nein, ich unterstütze meine Schwester nur ab und zu.
Ich hab meine eigene Praxis.
Meine Schwester ist Tierärztin.
Wir haben die Auffangstation erst vor ein paar Jahren gegründet,
als Verein Arche Noah,
um vom Zoll konfiszierte Tiere aufzupäppeln,
bis sie dann in ihre Heimatländer zurückgeführt werden können.
So lindern wir das Leid der Tiere. - Genau.
Hilfst du auch mit? Klar, jede freie Minute nach der Schule.
Und Ihr Mann?
* Melancholische Klänge *
Ja, der hat auch mitgearbeitet.
Wir sind so 'ne Art Familienbetrieb.
Und wir bekommen sehr oft Giftschlangen vom Zoll.
Und mein Mann hat gelegentlich mit denen gearbeitet.
Wie jetzt? Er hat sie dressiert oder was?
Nein, er hat ihnen Gift entnommen.
Und was macht man damit?
Das kann man in Salben oder Cremes verwenden,
oder zur Entgiftung in der Homöopathie.
Genau.
Ihr Mann hat das Schlangengift also verkauft?
Ja, an Heilpraktiker, aber nebenbei und auch nur geringe Mengen.
Gut, dann werden wir Sie jetzt separat befragen.
Natürlich.
Ich würde Sie einmal bitten, mit mir rauszukommen.
"Die Korallenotter ist in Nord-, Süd- und Mittelamerika beheimatet.
Sie gilt als hochgiftig.
Nach einem Biss ist man innerhalb von fünf Minuten gelähmt."
"Der Tod kann innerhalb einer Stunde eintreten."
Das würde mit dem Video passen.
Die KT hat das Graffiti an der Auffangstation untersucht.
Es stammt von letzter Nacht.
Als Herr Weber gestorben ist.
Sein Tod trat zwischen 21 und 0 Uhr ein,
und das auch sehr schnell.
Das toxikologische Gutachten
hat tatsächlich ein Antivenom im Blut nachgewiesen.
Und dann? Hat's nicht gewirkt?
Es konnte gar nicht wirken,
weil es eines für europäische Schlangen war.
Die Korallenotter stammt aber aus Amerika.
Die Gift-Zusammensetzung ist unterschiedlich.
Merkwürdig ist nur,
dass die Ampulle eindeutig mit Micrurus frontalis markiert war,
also Korallenotter.
Dann hat er sich das falsche Mittel gespritzt.
Volltreffer!
Die KT sagt, dass das Etikett auf der Ampulle umgeklebt wurde.
Dann wurde das Gegenmittel absichtlich ausgetauscht.
Gut kombiniert, Miss Marple.
Ein als Unfall getarnter Mord. Informieren Sie Frau Pfeiffer.
Danke, Herr Landsberg! Danke.
Jemand hat das Gegengift vertauscht?
Was nahelegt,
dass die Schlange absichtlich in der Schublade platziert wurde.
* Sie seufzt. *
Hatte Ihr Mann irgendwelchen Ärger mit jemandem?
Er war ein Eigenbrötler, kaum soziale Kontakte.
Wie lange waren Sie verheiratet? - Sechs Jahre.
Er war mein zweiter Ehemann.
Juli habe ich mit in die Ehe gebracht.
Gab's familiäre Probleme?
Die typischen Patchwork-Reibereien.
Und Julis Vater?
Lebt in Norwegen, mit neuer Familie.
Juli besucht ihn ab und zu in den Ferien.
Wo waren Sie gestern Abend?
Bei meiner Schwester. Wir waren zum Essen verabredet.
Wie lange blieben Sie da?
Ich hab hier geschlafen,
bin dann heute früh von hier aus in meine Praxis.
Sie scheinen sich gut zu verstehen.
Wir sind sehr eng.
Unsere Eltern sind früh gestorben, bei einem Autounfall.
Da war ich noch sehr klein. Und Caro schon volljährig.
Sie hat sich um mich gekümmert.
War meine Ersatzmutter.
Sie hat offenbar 'nen guten Job gemacht.
* Geschmeicheltes Lachen *
Also, ich meine, Sie haben jetzt Ihre eigene Tierarztpraxis.
Ja.
Und? Traumjob?
Schon immer.
Wann waren Sie gestern Abend zu Hause?
Viertelstunde, nachdem ich die Station verlassen habe,
um 20.15 Uhr. - Kann das jemand bezeugen?
Ja, meine Schwester. Wir waren zum Essen verabredet.
Und meine Tochter natürlich.
Glauben Sie, jemand Unbefugtes hat sich Zutritt zur Station verschafft?
Ja, möglich.
Sie und Ihr Schwager, wie war Ihr Verhältnis zueinander?
Ich hab mich so für meine Schwester gefreut.
Dass sie wieder jemanden hatte.
Also es ist... Oh, Sekunde.
Ich unterbreche ungern,
aber könnten Sie bitte Ben Kaschuba ins System eingeben?
Ja, mach ich. Ja, okay. Danke.
Die KT hat auf dem Sprühaufsatz der Graffiti-Dose
tatsächlich brauchbare Fingerabdrücke gefunden.
Hier, Ben Kaschuba, 18 Jahre alt, wohnhaft in Halle,
Anzeige wegen Hausfriedensbruch, Sachbeschädigung...
Ziemlich krass für sein Alter. Was genau ist vorgefallen?
Unbefugtes Eindringen
auf das Gelände eines Schweinemastbetriebs
mit einer Tierschutzgruppe. Und ähnliche Aktionen.
Der nimmt es mit dem Tierschutz ziemlich ernst.
Vielleicht finde ich online noch mehr über den.
Hier - Ben Kaschuba, followme.
Krass, der hat fast 18.000 Follower auf followme.
Hier sind Videos von seinen Tierschutzaktionen,
Ansprachen und so.
Irgendeine Verbindung zur Arche Noah oder zu unserem Toten?
Jetzt auf den ersten Blick nicht. Okay.
Er war auf jeden Fall zur Tatzeit in unserer Auffangstation.
Wir sollten ihn schnell finden.
Sagen Sie Frau Pfeiffer Bescheid und schicken Sie ein Foto von ihm. Ja!
Rufen Sie uns an, wenn Ihnen noch etwas einfällt.
Natürlich. - Wiedersehen.
Wiedersehen. Tschüss.
* Das Handy vibriert. *
Die haben den Sprayer.
* Ominöse Klänge *
Eine Frage noch: Kennen Sie den jungen Mann?
Warum fragen Sie?
Er hat vermutlich "Sadist" an Ihre Scheibe gesprayt.
Vielleicht hat er sich Zutritt verschafft.
* Vibrieren *
Hallo?
* Spannende Musik *
* Musik wird intensiver. *
Fuck.
Halt, stopp!
Juli! Juli!
Los, komm...
Was soll das? - Lasst ihn los!
Was soll die Scheiße, Mann?
Er hat nichts gemacht.
Lass mich! Ihr kennt euch?
Er ist mein Freund.
Ach, nee.
* Die Musik verstummt. *
Sie geben zu, dass Sie gestern Abend gegen 21 Uhr
das Fenster der Arche Noah besprayt haben?
Ja.
Ist Ihnen irgendwas aufgefallen? Haben Sie jemanden gesehen?
Hat Licht gebrannt? Irgendwas.
Es war alles dunkel.
Na ja, bis auf das Licht der Terrarien.
Ich hab niemanden gesehen.
Und danach? Dann bin ich abgehauen, nach Hause.
Gibt es Zeugen?
Nein.
Wieso das Wort "Sadist"?
Ich mag den Typen halt nicht.
Ralf, der hat Schlangen Gift abgenommen.
Durch den Stress sterben die früher. Das ist Tierquälerei.
Und er hat nicht nur Tiere gequält. Sondern?
Er hat Julis Mutter schlecht behandelt. Und Juli. - Komisch.
Das hat uns Julis Mutter verschwiegen.
Auf welche Art und Weise hat er sie schlecht behandelt?
Psychisch.
Der hat nach außen hin auf nett getan.
Hintenrum hatte er Spaß daran, andere fertigzumachen.
Und das wissen Sie woher? Von Juli, und selbst erlebt.
Ich bin ja oft bei ihr.
Wie lange sind Sie mit Juli in einer Beziehung?
Seit einem Jahr jetzt.
Wir haben uns auf einer Tierschutzdemo kennengelernt.
Diese Tierschutzorganisation, bei der Sie sind,
scheint ziemlich radikal zu sein.
Gehört Juli auch dazu?
Das checken wir mal.
Wenn man was erreichen will, muss man Druck aufbauen.
Notfalls auch mit Mord?
Quatsch, nein. Die anderen sind die Mörder.
Ja, wir sind die Guten.
Irgendwie haben alle ein Motiv.
Ben Kaschuba sogar ein doppeltes.
Als Freund von Juli Weber
will er sie vor ihrem Stiefvater beschützen.
Und als Tierschützer ist er gegen die Schlangengift-Entnahme.
Juli hat auch ein Motiv,
wenn sie unter ihrem Stiefvater gelitten hat.
Genau wie ihre Mutter, Caro Weber.
Die das schlechte Verhältnis zu ihrem Mann
mit keinem Wort erwähnt hat.
Bestellen Sie sie ein.
* Heitere Musik *
Witzig.
Macht das mal weg jetzt, Mann! Was ist denn das?
Ben Kaschuba hat uns erzählt,
Sie und Ihre Tochter hätten unter Ihrem Mann gelitten.
Warum haben Sie uns das verschwiegen?
Es ist nicht leicht,
sich sein eigenes Scheitern einzugestehen.
Besonders beim zweiten Anlauf.
Das tut mir leid für Sie.
Allerdings ermitteln wir hier in einem Mordfall,
und jede Information hilft uns weiter.
Ralf und ich...
Das war die große Liebe.
Wir... waren anfangs sehr glücklich, aber dann wollte er uns dominieren.
Juli und mich.
War Ihr Mann gewalttätig?
Nein, nicht körperlich.
Aber psychisch.
Wenn er gemerkt hat, dass ich an der Beziehung zweifle,
hat er sich wieder besonders Mühe gegeben.
Ich hatte dann wieder Hoffnung.
Dann fing alles wieder von vorne an.
Dann haben Sie es nicht mehr ausgehalten.
Wollen Sie sagen, ich hätte ihn umgebracht?
Ich wäre ihn sowieso demnächst losgeworden. Ganz legal.
Sie wollten sich scheiden lassen.
Wusste Ihr Mann davon? - Nein.
Aber er hätte es in den nächsten Tagen erfahren.
Das Scheidungsvorhaben schwächt ihr Motiv.
Aber ihr Mann wusste von nichts.
Sie könnte Angst vor seiner Reaktion gehabt haben.
Das können wir leider nicht beweisen.
Herr Kaiser? Ja?
Die KT hat Webers Laptop freigegeben
und wir haben sein Konto gecheckt.
Einige Bewegungen werfen Fragen auf.
Es gibt eine monatliche Mietüberweisung von 180 Euro.
Für welches Objekt, ist nicht ersichtlich.
Dafür kriegt man in Halle nicht mal 'n WG-Zimmer.
Lässt sich doch rausfinden.
Außerdem hat er vor einem halben Jahr
20.000 Euro an Anna Bauer überwiesen.
Wieso gibt er seiner Schwägerin so viel Geld?
Sie wird's wissen.
Kriegen wir das noch raus, Frau Pfeiffer?
Umut!
Sehr lustig übrigens. * Sie kichert. *
Warte, warte, warte. Ich hab noch:
Was macht eine Schlange, die ein gutes Buch liest?
Ähm...
Ich weiß es nicht.
Sie verschlingt es.
Wow. Wow!
Okay, ich habe auch noch einen.
Was verwendet Chuck Norris als Kondom?
Eine echte Klapperschlange. - Oah! Okay, reicht.
Das ist eine schöne Äskulapnatter, die Sie da haben.
Gutes Auge. - Danke.
* Pfeiffer räuspert sich. *
(Papagei) Gib's mir.
(Anna) Du gibst jetzt mal Ruhe, Captain.
Der Tatort ist dann freigegeben.
Danke, Phillip.
Frau Bauer, können Sie uns erklären,
wofür Sie 20.000 Euro von Herrn Weber erhalten haben?
Ja, das war ein Darlehen für meine Tierarztpraxis.
Ich hatte kein Eigenkapital für den Kredit
und Ralf ist Gott sei Dank eingesprungen.
Wann sollten Sie das Geld zurückzahlen?
Ab nächstem Jahr, in Raten.
Gibt's eine schriftliche Vereinbarung?
* Schlangenklappern * Nein.
Boah. Die ist nicht giftig.
Das war mündlich, weil...
Ralf ist ja Familie.
Also, war.
Das war aber sehr nett von ihm, Ihnen so viel Geld zu leihen.
Dann sind Sie ja jetzt schuldenfrei durch seinen Tod.
* Sie schnaubt. *
Das ist Ihr Ernst?
Sie wollen mir unterstellen, dass ich ihn umgebracht habe?
Wir werden sehen.
Alles klar, danke.
Bei dem Mietobjekt von Herrn Weber handelt es sich um eine Garage,
Leutnerstraße 15.
Eine Garage hört sich nicht nach Liebesnest an.
Sagen Sie Umut und Frau Pfeiffer Bescheid.
Die sollen sich das anschauen. Julia!
Hast du einen Moment? - Ja, klar.
Wir müssen reden.
Umut, bei dem Mietobjekt
handelt es sich um eine Garage in der Leutnerstraße 15.
Schaut euch da mal um.
Anastasia, Charlotte, kommen Sie bitte beide mal?
Nehmen Sie Platz.
Ist was passiert?
Das hier ist passiert.
Dieses Video wurde der Presse heute Morgen anonym zugespielt.
Ihre Schlagzeile gibt es schon,
jetzt wollen sie von uns ein Statement.
Ich bin aber echt erleichtert,
dass es Frau Pfeiffers Tochter am Ende doch nicht war.
Ich hätte nicht gedacht, dass Bronski der Täter ist.
Cool, dass wir kein Geständnis brauchen.
Dann können wir ja jetzt auf die Verurteilung anstoßen.
Darauf, dass der blöde Arsch schuldig ist.
Das haben wir echt gut gemacht, ihm das Headset unterzuschieben.
Das haben wir nicht gesagt.
Und überall sind seine Fingerabdrücke drauf.
Selbst wenn Bronski weiterhin alles leugnet,
die Beweise gegen ihn sind zu stark.
Tja, wir sind einfach zu gut.
Was ist das? Was reden Sie da?
Herr Kaiser, das haben wir niemals gesagt!
Wir haben uns lediglich über unsere Ermittlung unterhalten
und darauf angestoßen, dass Bronski überführt wurde.
"Lediglich unterhalten"?
Ich habe gehört, dass Sie jemandem Beweismittel untergeschoben haben.
Aber das macht doch gar keinen Sinn.
Warum sollen wir so was sagen, uns dabei filmen
und das dann an die Presse schicken?
Wer hat das aufgezeichnet? - Und womit?
Sieht aus, als käme es von meinem Laptop,
der stand auf dem Tisch.
Das Video ist offensichtlich ein Fake!
Herr Kaiser, bitte!
Wir müssen jetzt nur noch nachweisen, wie das gefälscht wurde.
Sie bringen als Erstes Ihren Laptop in die KT.
Den Schaden haben wir trotzdem.
Die Moko steht unter Verdacht, Beweismittel manipuliert zu haben.
Dem mutmaßlichen Täter spielt das in die Karten.
Sein Anwalt kann den Fall neu aufrollen, er käme sogar frei.
Bronski muss es gewesen sein. Der sitzt in U-Haft.
Kann doch wirklich sein.
Vielleicht hat er es trotzdem geschafft,
oder der hat einen Handlanger oder...
* Spannende Musik *
So, Nummer 15. Das muss es sein.
Ja.
Na denn.
* Bedrohliche Musik *
Ach, du Scheiße.
Ich gehe hier nicht rein. Seien Sie nicht so zimperlich.
Umut!
* Scharren *
Polizei! Ist da wer?
* Musik wird intensiver. *
Wer ist da?
Hände hoch.
Ganz langsam aufstehen.
Umdrehen.
Ach, nee.
Normalerweise werden die Tiere vom Zoll
nach ihrer Genesung zurück in ihre Herkunftsländer gebracht.
Ich habe einige Tiere zurückgehalten und die Papiere gefälscht.
So konnte Herr Weber sie
zu lukrativen Preisen auf dem Schwarzmarkt verkaufen.
Ja. Das haben Sie einfach akzeptiert?
Die Tiere sind halbtot vom Transport angekommen.
Jetzt kommen Sie mir nicht damit, dass es Ihnen um das Tierwohl ging.
Ach ja? Was hätte ich machen sollen?
Dabei zugucken, wie die Tiere verrecken?
Sie hätten Herrn Weber anzeigen können.
Er hat mich erpresst! - Erpresst?
Ja.
Mit dem Darlehen. Er hat mir die Kohle versprochen.
Ich habe Praxisräume angemietet, teure Geräte bestellt
und dann hat er einen Rückzieher gemacht.
Warum? - Weil er ein mieses Arschloch war.
Bezahlen wollte er nur
gegen Unterstützung bei seinen Drecksgeschäften.
Wusste Ihre Schwester es? Nein.
Haben Sie Ihren Schwager umgebracht?
* Sie schnaubt. *
Nein.
Er war ein Arschloch, ja.
Aber ich gehe nicht wegen ihm in den Knast.
Das ist er nicht wert.
Ja, schöne Scheiße, ich weiß.
Ich weiß!
Problem ist, selbst wenn wir beweisen,
dass das Video fake ist, es bleibt immer was hängen.
Für die beiden 'ne Katastrophe.
Wir stehen da wie die Idioten!
Eine unfähige Kripo und ein Chef, der seinen Laden nicht im Griff hat.
Was? Ja, ich kümmere mich darum.
Frau Bauer hat ein starkes Motiv.
Sie wurde von ihrem Schwager erpresst.
Aber sie hat ein Alibi.
Sie war zur Tatzeit bei ihrer Schwester.
Die beiden sind sich nah, das zählt nicht.
Frau Pfeiffer? - Ja?
Haben Sie 'ne Minute? - Na klar.
Oh, das könnte was Ernstes sein.
Anastasia, hast du zufälligerweise noch diesen Mietvertrag der Garage?
Ja, klar. Hier.
Jetzt wisst ihr, wie das ist!
Mann, werd mal erwachsen!
Die ist nicht echt. War doch nur Spaß.
Hier, dein Scheißvertrag!
Das war doch nur ein Spaß, was ist los mit euch?
Das sollte eigentlich nur ein Spaß sein.
Das haben wir echt gut gemacht, ihm das Headset unterzuschieben.
Das hat ihn überführt.
Ja, und überall sind seine Fingerabdrücke drauf.
Selbst wenn Bronski weiterhin alles leugnet,
die Beweise gegen ihn sind zu stark.
Absurd.
Natürlich wird erst mal gegen die beiden ermittelt.
Dem Prozess um Juri Bronski gibt das eine interessante Wendung.
Der kommt doch jetzt frei! - Scheiße.
* Düstere Musik *
* Es klopft an der Tür. *
Sorry für vorhin. Schon gut.
Was ist denn hier überhaupt los?
Kann ich reinkommen?
Komm rein.
Wir haben ein Riesenproblem.
Wir stehen unter Manipulationsverdacht.
Was?
Juri Bronski hat ein Fake-Video von uns verschickt.
Was denn für ein Fake-Video?
Vorgestern, als ihr Wein holen wart, stand mein Laptop auf dem Tisch.
Ich hab doch dieses Rezept rausgesucht.
Dann hat das Schwein sich Zugriff auf die Kamera verschafft,
heimlich unser Gespräch gefilmt und Fake-Worte in den Mund gelegt.
Was denn für Fake-Worte?
Auf dem Video sieht es aus,
als ob wir Bronski Beweise untergejubelt hätten.
Ach, du Scheiße.
* Spannende Musik *
Morgen zusammen. - (alle) Morgen.
Sie haben Ihre Jacke falsch rum an.
Scheiße. Meine Nacht war kurz, Celina zahnt gerade. - Ach Gott.
Charlotte, Anastasia, machen Sie nicht so ein Gesicht.
Die KT wird beweisen können, dass das Video manipuliert war.
So, zu unserem Fall:
Wir haben vier Personen mit Zugang zum Tatort,
keiner ist der Mord nachzuweisen.
Jemand eine Idee, wo wir ansetzen können?
Das Video.
Ich habe gesagt, das spielt keine Rolle.
Ich meine das Überwachungsvideo von der Auffangstation.
Was ist, wenn es auch manipuliert wurde?
Also ich sehe immer noch nichts.
Einen Versuch war es wert.
Ja.
Da!
Der Leguan ist grade im Bild von links nach rechts gesprungen.
* Spannende Musik *
Da!
Okay. - Stimmt.
Also, wenn der Leguan von links nach rechts gesprungen ist,
wurde das Video bearbeitet.
Geh noch mal an die Stelle, wo er den... den Arm hebt.
Irgendwas ist hier doch komisch.
Könnte es vielleicht sein, dass jemand rausretuschiert wurde?
Vielleicht will er gar nicht mit der Hand zu seinem Handy.
Das liegt eh zu weit weg.
Der spricht doch zu jemandem. Jemand, der direkt vor ihm steht?
(nachdenklich) "Gib's mir." Hm?
"Gib's mir." Das hat der Papagei gesagt.
Er meint das Antivenom.
Vielleicht steht der oder die Täter*in direkt vor ihm.
Wenn das Video einen Mord aufgezeichnet hat,
warum wurde es nicht einfach gelöscht?
Weil das Video ein Beweis sein soll, dass es ein tragischer Unfall war.
Gut. Wer hat das Video bearbeitet? Wo können wir ansetzen?
Herr Kaiser, heutzutage kann das eigentlich fast jeder.
Also, so Videografen und Influencer...
Die retuschieren doch ständig irgendwas.
Dieser Ben Kaschuba ist doch so was wie ein Influencer.
Zumindest postet der sehr viel.
Okay. Fragen wir ihn.
Ich schreib mir mal die Zeiten auf. Hm.
Okay, ja, ich fand ihn scheiße.
Aber deswegen gehe ich doch nicht rein,
lass die Schlange frei und fake das Video.
Wie krank ist das denn? - Wie krank war seine Tierquälerei?
Deswegen töte ich ihn nicht!
Wussten Sie von Webers illegalem Reptilienhandel?
Echt jetzt? Mhm.
Nein.
Vielleicht wusste Juli davon.
Das hätte sie mir 100 Prozent erzählt.
Vielleicht hatte sie ja gerade erst davon erfahren.
Sie lässt die Schlange frei. Sie tauscht das Gegengift aus.
Dann bittet sie Sie, das Video zu manipulieren.
Nein, nein. Sie war es nicht.
Wieso sind Sie sich da so sicher?
Ich erkenn doch meine Freundin!
Dann haben Sie also in der Nacht,
in der Sie gesprayt haben, doch jemanden gesehen.
Okay, ja, da war jemand.
Ich konnte nichts genau erkennen, es war dunkel.
Juli war es garantiert nicht.
Und was hat diese Person da genau gemacht?
Keine Ahnung, die stand da rum.
Ich hab nicht weiter darauf geachtet,
hab gesprayt und mich vom Acker gemacht.
Wieso haben Sie uns das verschwiegen?
Hat Juli Sie darum gebeten?
* Nachdenkliche Musik *
Sollte Ben schweigen, weil du den Täter oder die Täterin kennst...
(Pfeiffer) Sie sind sehr aktiv in den sozialen Netzwerken.
Ist das verboten?
Dann können Sie Videos bearbeiten?
Wie jeder in meiner Generation.
Aber nur die Familie hat Zugang zur Cloud,
wo das Überwachungsvideo gespeichert war.
Und du warst vorgestern zu Hause. Du hast also die Zeit dazu gehabt.
Haben Sie das Video bearbeitet?
Es reicht, meine Tochter muss keine Aussage machen.
Wie gesagt, sie hat das Recht zu schweigen
oder auf einen Anwalt.
Frau Weber, zum Wohle Ihrer Tochter, bitte Butter bei die Fische.
Also gut.
Das Ganze muss jetzt ein Ende haben.
Anna hat mir vorgestern gestanden,
dass Ralf sie erpresst hat, beim Tierschmuggel mitzumachen.
Ich war so wütend.
Was bist du für ein mieses Arschloch. - Was ist denn jetzt los?
Du erpresst Anna für deine illegalen Geschäfte?
So was erzählt sie dir? - Ja, und ich zeig dich an.
Das würde ich mir aber gut überlegen, mein Schatz.
Wenn du mich anscheißt, steckst du mit drin.
Und zwar richtig tief.
Dann kannst du den Laden dichtmachen.
Du bist wirklich das Allerletzte.
Meinst du, ich hab Bock,
ewig von deinen erbärmlichen Spendengeldern zu leben?
Da wird man ja selber zu so einem stinkenden Kriechtier.
Ich hab die Schlange in die Schublade gesetzt.
Und am nächsten Morgen war er tot. Das war's.
Und das Gegengift?
Das hab ich natürlich ausgetauscht.
Und dann haben Sie gewartet, bis er gestorben ist?
Ja. Ich bin so lange geblieben, um sicherzugehen.
Ihr Mann hat noch etwas gesagt, bevor er gestorben ist.
Was war das?
Gesagt?
Ja, gesagt. Hat er Sie um Hilfe angefleht oder was?
Ich hab nix gehört.
Er ist zusammengebrochen und dann einfach gestorben.
Seltsam.
Auf dem Video sah das nämlich ein bisschen anders aus.
Sollen wir's Ihnen einmal zeigen?
"Gib's mir", hat er gesagt.
(flüstert) Anna, bitte nicht.
Ich hab das Gegengift ausgetauscht.
Ich bin nach Feierabend zu Caro, weil wir verabredet waren.
Sie war total fertig, als sie nach Hause kam.
Du hast was?
Ich hab Renate in die Schreibtischschublade gesetzt.
Und wenn er gebissen wird, dann...
dann hat er ja das Gegengift.
Scheiße, ich muss zu ihm. - Hey, stopp.
Ich mach das, okay?
Okay? - Okay.
Und du beruhigst dich.
Also bin ich zur Arche Noah. Hab mich reingeschlichen.
Die Schlange hatte Ralf noch nicht gebissen.
* Schmerzerfüllter Schrei *
Nachdem ich das Antivenom ausgetauscht hatte,
ging es ganz schnell. Ich musste nur warten.
* Weber zischt vor Schmerz. *
Verdammt!
* Er atmet heftig. *
* Schmerzerfüllte Laute *
* Er hustet und ringt nach Luft. *
Suchst du das hier?
Na klar.
* Er japst. *
Bitte, gib's mir.
Gib's mir... Bitte!
Damit das Ganze wie ein tragischer Unfall aussieht,
haben Sie das Video manipuliert? Ja.
Nein. - Juli, bitte nicht.
Und damit kennen Sie sich aus? - Ja, das tue ich.
Ähm... Juli, willst du uns irgendwas sagen?
Sie lassen Juli jetzt in Ruhe.
Ich war das! Freiwillig, weil ich ihn gehasst habe.
* Traurige Musik *
Charlotte, Anastasia, gratuliere.
Ihre Intuition hat uns in dem Fall auf die richtige Spur gebracht.
Gibt's da schon etwas Neues zu unserem Video?
Leider nicht.
Das Video wurde manipuliert, das glauben Sie uns doch?
Was wir glauben oder nicht, spielt keine Rolle.
Wir müssen den Bericht der Kriminaltechnik abwarten.
Bis dahin müssen wir auf den Vorwurf der Presse reagieren.
Und das heißt?
Wir müssen ein internes Verfahren einleiten,
wegen Verdachts auf Manipulation von Beweismitteln.
Hoffen wir also, die KT ist in der Lage,
die Fälschung als solche zu erkennen.
Ja, und was, wenn nicht?
Dann ist Ihre Laufbahn hier beendet.
* Dramatische Musik *
Untertitel im Auftrag des ZDF, 2024
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