All language subtitles for Versailles.S03E10.German.DL.1080p.BluRay.x264-iND

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Original subtitles

(sanfte Musik mit dunklen Untertönen)

Guten Morgen.

Guten Morgen.

Schon so gedankenverloren heute Morgen?

Als ich gestern ins Bett ging, war ich glücklicher denn je.

Aber dann bin ich aufgewacht.

Tut mir leid.

Ihr müsst Euch nicht entschuldigen.

Ich weiß ja, wie viel Ihr für mich geopfert habt.

Ich habe alles, was ein König sich wünschen kann.

Außer einer Königin.

Deshalb habt Ihr mich heimlich geheiratet.

Was macht Ihr?

Um Euren Ruf zu schützen.

Zum Wohle der Krone.

Es genügt, dass wir beide wissen, wie es ist.

Habt Ihr Euch je überlegt, was nach Eurem Tode von Euch bleiben wird?

Nur Asche und Erinnerungen, die verblassen?

Oder etwas Bleibendes für alle Ewigkeit?

Ihr habt schon etwas gebaut, was für die Ewigkeit ist.

Den Palast.

- Ein Imperium. - Ja, aber um welchen Preis?

Ich werde den Dauphin nach Versailles holen.

Damit er lernen kann, was es heißt, König zu sein.

Und Euer Bruder?

- Was ist mit ihm? - Na ja...

Vielleicht solltet Ihr ihn lieber gehen lassen.

Ihm seine Freiheit zugestehen.

Wie kommt Ihr denn darauf?

Weil es manchmal...

nicht die Zukunft ist, die uns im Wege steht.

Sondern die Vergangenheit.

Nein.

Die Kraft, die uns zusammenhält, ist stärker als die, die uns entzweit.

Ich brauche ihn.

Und er braucht mich.

(Titelmelodie von M83)

(melancholische Elektro-Popmusik)

Es geht um Monsieur Marchal, Euer Hoheit.

- Er wurde gesehen. - Wo?

In der Stadt letzte Nacht während der Unruhen.

Euer Hoheit?

Wir müssen annehmen, dass er alles weiß.

Er vermutete eine Verbindung zwischen Euch und dem Mann mit der eisernen Maske.

Trotz seiner früheren Loyalität ist er nun eine tödliche Gefahr.

Holt Euch Musketiere.

Sucht überall, in jedem Winkel der Stadt. Sagt ihnen, sie müssen ihn finden.

Ich werde die Suche selbst leiten.

Euer Hoheit?

Wenn er Widerstand leistet?

(unheilvoll pulsierende Musik)

(Musik setzt sich fort)

Hallo.

Glaubst du, du kannst einfach so weitermachen?

Ja. Ich möchte, dass du wieder bei uns arbeitest.

Nein.

Ich habe was anderes vor.

Und was hast du vor?

Bastien.

(Pferd wiehert)

Wir erfuhren, dass morgen eine Ladung Musketen aus dem Palast kommt.

Wir überfallen den Konvoi.

Bist du verrückt?

Die schlachten euch wie Lämmer.

Wenn ich sterbe, nehme ich einige von denen mit.

Musketiere!

(Soldat) Ihr geht nach oben.

Da rüber!

Hey! Da rüber!

(Bastien ächzt)

Wir suchen einen Flüchtling.

Marchal.

Vermutlich seid Ihr ihm schon begegnet.

Ehemaliger Leiter der königlichen Polizei.

Er hat hier keine Freunde, aber wenn wir ihn sehen, erfahrt Ihr es als Erster.

Ein Beutel Gold für den, der ihn ausliefert.

Tod am Galgen für jeden, der ihm hilft.

Falls Ihr die Protestantin seht, die hier gearbeitet hat,

solltet Ihr sie lieber auch ausliefern.

Natürlich.

Alles in Ordnung?

Glaubst du immer noch, du kannst einfach weitermachen?

Reitet zum Fluss.

- Prüft die Zollhäuser. - Zu Befehl.

Wartet.

Versucht, ihn lebend zu fangen.

Aber falls er Widerstand leistet,

macht, was notwendig ist.

(bedrückende Klänge)

"Dank der unermüdlichen Anstrengungen unserer Sicherheitskräfte

wurde ein heimtückisches Mordkomplott auf Seine Majestät aufgedeckt.

Darum waren die Truppen Seiner Majestät gezwungen,

die Rädelsführer zu verhaften und ihren Besitz zu beschlagnahmen."

Wie viele?

Über 10 000 wurden verhaftet.

Man soll sie auf die Galeeren schicken.

- Und die Pastoren? - 17 wurden bis jetzt hingerichtet.

Ich möchte dem französischen Volk begegnen.

Ich möchte, dass es mich nicht als Peiniger,

sondern als Retter sieht.

(Louvois) Dürfen wir fragen wie?

Durch die bewährte Wundertätigkeit.

Ich werde meine Hände auflegen.

Den Zweiflern bringe ich Glauben.

Den Trauernden Trost und den Kranken Heilung.

Das ist eine ganz wunderbare Idee, Euer Hoheit.

Will Seine Majestät das Volk für die Zeremonie in den Palast holen?

Nein. Ich gehe zum Volk.

Nach Paris?

Wenn ich den Untertanen vertraue, werden sie auch mir vertrauen.

Euer Hoheit, bitte bedenkt das Risiko dieses Unterfangens.

Das habe ich. Und ich habe das Risiko bedacht, wenn ich es nicht tue.

Gute Nachrichten, was, mein Junge?

- Wisst Ihr, wo de Lorraine ist? - Nein.

Ist das wahr?

Das ist die offizielle Version der Geschehnisse.

- Warum sollte es nicht wahr sein? - Es ist nur so...

Ich bin in Sorge um meine Schwester. Und ihr Wohlergehen.

- Habt Ihr den Chevalier gesehen? - Nein, bedauere.

Sie steht auf keiner Liste. Daher wird ihr nichts passieren.

Danke.

Nun denn, ich habe über Eure Zukunft nachgedacht.

Ihr könnt nicht mehr davon ausgehen, von der Gerberei zu leben.

Daher brauchen wir eine Aufgabe für Euch.

Bei Eurer militärischen Erfahrung

finden wir eine Position in der königlichen Garde.

Ich werde mit dem König reden.

Das wird mir eine Ehre sein.

Ich suchte überall. Wisst Ihr, wo der Chevalier ist?

Er ist da, wo er hingehört, Euer Hoheit.

Im Gefängnis.

Euer Hoheit, Ihr seid zu weit gegangen.

Es freut mich auch, Euch zu sehen.

Nicht nur dass Ihr vielen Protestanten die Existenz genommen habt,

Ihr habt mir auch meinen Freund genommen.

Den Chevalier de Lorraine.

Seine Handlungen liefen den Befehlen des Königs zuwider.

Er war nur loyal gegenüber einer engen Freundin.

Etwas, was selten geworden ist hier.

Achtet auf Eure Wortwahl, Schwägerin. Und auf Eure Freunde.

Ich bitte Euch inständig, seid barmherzig.

Er und die Duchesse

werden schnellstmöglich nach Louisiane deportiert.

Aber vielleicht überlebt er die Reise nicht.

Das kommt aufs Gleiche hinaus wie eine Hinrichtung.

Lorraine ist selbst für seine Taten verantwortlich. Wie jeder von uns.

Ich habe ihm mein Vertrauen geschenkt, und er hat es missbraucht.

Und das war auch nicht das erste Mal.

Wo wollt Ihr hin?

Ich schließe mich meinem Mann an.

Haltet Ihr mich davon ab?

Ihr seid meine Schwägerin.

Und das ist Euer Zuhause.

Nicht mehr.

Wartet.

Seit Ihr einen Fuß in diesen Palast gesetzt habt,

seid Ihr ein Quell von Ehrlichkeit und Charme.

Ohne Euch und meinen Bruder verliert Versailles ein Stück seines Glanzes.

Und ich einen Teil meiner Seele.

Ich weiß, dass ich Euer Vertrauen verloren habe.

Und mehr als sonst etwas auf der Welt möchte ich es zurückgewinnen.

Ihr dürft sie nicht fortgehen lassen, Euer Hoheit.

Sie wird wiederkommen.

Und ich bete dafür, dass sie nicht alleine kommen wird.

Ob wir den Rest unseres Lebens hier verbringen müssen?

Wenn der König sich Mühe gibt, findet er einen ungesunderen Ort für uns.

Wache?

Papier und Bleistift, wenn Ihr so freundlich seid.

Wo wären wir jetzt wohl, wenn man uns nicht erwischt hätte?

- Beim Grenzübertritt nach Italien. - Italien...

Rom.

Die perfekte Mischung von Verderbtheit und Kultur.

Was macht Ihr denn?

Ich schreibe der einzigen Person, auf die ich noch einwirken kann.

Lasst dies zu Monsieur Colbert bringen. Unverzüglich.

Was sollten wir in Rom machen?

Wir würden gemeinsam ein glückliches Leben führen.

Nein.

- Warum nicht? - Ihr beschreibt da einen verrückten Traum.

Wo wären wir ohne Hoffnung?

(düstere Klänge)

- Keine Spur von ihm? - Nein, noch nicht, Euer Hoheit.

Sucht unbedingt weiter.

Exzellenz, habt Ihr die Texte für die Wundertätigkeit studiert?

Ja, Euer Hoheit.

- Es ist der Sonntag vor dem Herbstmond. - Dieser Sonntag?

Der Zeitpunkt könnte nicht günstiger sein.

Die Gunst des Herrn wird mit Euch sein.

Dieses Ereignis geht in die Geschichte ein.

Hoffentlich aus dem richtigen Grund.

Gibt es Zweifler unter uns?

Ich habe große Feindseligkeit erlebt in der Stadt.

Womöglich zeigt das Volk nicht die Dankbarkeit, die Ihr erwartet.

In Abwesenheit Monsieur Marchals gibt es Sicherheitsbedenken.

Dann übernehmt Ihr seine Aufgaben, bis wir passenden Ersatz gefunden haben.

Das ist eine große Ehre, Euer Hoheit,

aber ich glaube, ich habe schon passenden Ersatz gefunden.

- Dann stellt ihn ein. - Hoheit, ich muss...

Gott wird mich beschützen.

Und Gott wird meinem Volk den Weg weisen.

Verzeiht mir.

Alte Gewohnheiten sind schwer abzulegen.

- Die suchten in der Gerberei nach Euch. - Ich weiß.

Warum fürchten sie Euch so?

- Sie halten mich für eine Bedrohung. - Seid Ihr das?

Wir brauchen Eure Hilfe.

Bei was?

Um den König aufzuhalten.

Um ihn zu zwingen, dass er etwas gegen unser Leid unternimmt.

Ihr würdet nur Eure Zeit verschwenden.

Wenn Ihr Euch ihm in den Weg stellt,

zerschmettert er Euch.

Seht mal.

Wir sind nur ein wütender Haufen.

Aber wenn Ihr dabei seid, auf unserer Seite...

Dann würde das doch alles verändern.

Er schickte seine Männer, um Euch zu jagen wie einen Hund.

Seid Ihr denn überhaupt nicht wütend auf ihn?

Ihr habt uns schon mal geholfen, warum nicht auch jetzt wieder?

Ich habe mehr Blutvergießen gesehen, als irgendjemand im Leben sehen sollte.

Dann seid Ihr ein Feigling.

Ich habe getötet, verstümmelt,

verhaftet, gefoltert und hingerichtet.

Manche waren schuldig, manche weniger.

Aber ich habe Familien zerstört.

Ich habe Kindern ihre Väter weggenommen.

Ich habe... Blut an meinen Händen.

Es ist an der Zeit, es abzuwaschen.

Dann tut das einzig Richtige.

Oder wollt Ihr uns im Stich lassen?

Aber wenn Ihr uns im Stich lasst, dann damit auch die Gerechtigkeit.

(finster wabernde Klänge)

Kommt Ihr nicht zur Sitzung?

Ich bin ein wenig angeschlagen.

Bitte richtet Seiner Majestät meine Entschuldigung aus.

Ich glaube, eine Gratulation ist fällig.

Wofür?

Für Euer tapferes Bezwingen der mörderischen Protestanten.

- Ich habe meinem König gehorcht. - Ah.

Bitte, gebt ihm dies.

Das sind die geschätzten Werte, die ihm durch die Ehe mit der Infantin zufließen.

Ich hoffe, dass Ihr bald wieder auf den Beinen seid.

Ja.

Und sei es nur, um zu tun, was richtig ist.

Guten Tag.

Euch auch.

(Colbert stöhnt)

- Was lest Ihr da? Den neuesten Reißer? - Wohl kaum.

Den größten Pessimisten der Welt. De La Rochefoucauld.

"Wie können wir wissen, was wir in Zukunft wollen,

wenn wir nicht einmal wissen, was wir jetzt wollen?"

(Liselotte) Hm.

Für mich klingt das sehr plausibel.

- Hat mein Bruder Euch geschickt? - Ich bin aus freien Stücken hier.

Warum?

Um Euch nach Hause zu bringen.

- Das würde meinem Bruder gefallen. - Aber doch nicht seinetwegen. Meinetwegen.

Wegen des Chevaliers.

Und Euretwegen.

(aufgeregtes Stimmengewirr)

(Louis) Ah.

Ich freue mich, dich zu sehen.

Man sagt mir, du seist intelligent und wohlerzogen,

aber dass du zu viel nach Mädchen und Füchse jagst.

- Also, ich... - Keine Sorge. Ich war genauso.

Er ist ein stattlicher junger Mann geworden mit königlichem Auftreten.

Meint Ihr nicht, Madame?

Er ist das Ebenbild seines Vaters.

Ich freue mich sehr, Euch kennenzulernen.

Ich hoffe, dass wir uns gut verstehen.

Ich hoffe, du hast nicht deine Sprache verloren.

- Nein, Euer Hoheit. - "Euer Hoheit."

- Du musst mich Vater nennen. - Ja... Vater.

Habt Ihr eine Aufgabe für mich?

Nein. Ich möchte einfach nur mit dir zusammen sein.

Vater und Sohn.

Und es ist an der Zeit, dass du die Grundlagen lernst.

Du wirst kein guter König,

wenn du nur weißt, wie man über Zäune klettert und schäkert.

Euer Hoheit, erinnert Ihr Euch an Guillaume?

Natürlich. Ihr habt meinem Bruder in der Schlacht das Leben gerettet.

Ihr habt Familie und Geschäft verlassen, um in Versailles zu sein.

Ich hoffe, es war nicht zu schmerzlich.

Das ist es wert, wenn ich Seiner Majestät dienen darf.

Das ist mein Sohn. Er ist die Zukunft Frankreichs.

Indem Ihr in meine Dienste tretet, gelobt Ihr,

ihn und meine Familie vor jeder Gefahr zu schützen.

Selbst wenn Ihr dafür Euer Leben opfern müsst.

Seid Ihr dazu bereit?

Wenn ich in Erfüllung meiner Pflicht sterbe, ist es mir eine Ehre.

Die erste Regel für einen König heißt:

Umgib dich immer mit Männern, denen du trauen kannst.

(bedrohliches tiefes Rauschen)

(Liselotte) Wollt Ihr wirklich für immer hierbleiben?

Als trauriger Einsiedler, ganz allein, nur von Erinnerungen umgeben?

Will der Chevalier mich zurück?

Er braucht Euch.

Er sitzt im Gefängnis.

Vermutlich beim Klauen des Messweins erwischt?

Er wollte Leute des Königs daran hindern, Delphines Schloss zu zerstören.

Er hat seinen Kopf riskiert.

Ich wusste nicht, dass er solchen Mut hat.

Er hat sich geändert.

Vielleicht solltet auch Ihr Euch ändern.

Ich gehe zurück nach Versailles,

damit mein Bruder mich wie seinen Hund behandelt?

So ist er nun mal.

Das wisst Ihr doch.

Er tut, was er tun muss. Er ist der König.

Er wird immer so sein.

Das heißt aber nicht, dass er Euch nicht liebt.

(sanfte Musik)

Wir sind eine Familie.

Philippe.

Und Familien halten zusammen.

(Kuss)

(Mann) Der König lädt die Kranken und Schwachen

zu einer Zeremonie der Wundertätigkeit ein.

(Bürgerin) Wundertätigkeit?

(Bastien) Was?

Für wen hält er sich? Den Heiland?

Unglaublich. Wie können die darauf reinfallen?

(Jeanne) Komm.

Gehen wir an die Arbeit.

Warte. Warte, einen Augenblick noch.

- Siehst du das nicht? - Was?

Das kann unsere Chance sein.

- Ja, und wofür? - Um den König zu töten.

(wogendes Dröhnen)

- Euer Hoheit. - Madame.

Wüsste ich es nicht besser, würde ich sagen, Ihr meidet mich.

Aber gewiss nicht.

Ich dachte, dass wir schnellstmöglich über die Hochzeit reden wollten.

Ihr müsst wissen, dass Seine Majestät viele wichtige Dinge zu bedenken hat.

- Und gehöre ich noch dazu? - Natürlich.

Selbst wenn nicht, würde es Euch nicht an Verehrern mangeln.

Jeder heiratswürdige Prinz oder König in Europa würde Euch als ideale Frau sehen.

Ich habe kein Interesse an irgendwelchen Prinzen oder Königen.

Ich habe Interesse am König von Frankreich.

Wie wir alle, Euer Hoheit.

Wenn Ihr mich jetzt bitte entschuldigen würdet.

An Selbstvertrauen mangelt es der jungen Dame nicht.

Ihr solltet sie nach Portugal zurückschicken

und ihrem Vater schreiben, Ihr entscheidet Euch nächstes Jahr.

Sie hierzubehalten nährt ihre Hoffnung...

- Dass sie bald Königin ist? - Ja.

Nein. Das wird sicher nicht passieren.

Euer Hoheit?

Ich kann es nicht mehr mitansehen, wie Ihr leidet.

Es gibt nur einen Weg, um die Spekulation zu beenden.

(heitere Flötenmusik aus dem Schloss)

Wie ich sehe, hat sich nichts geändert.

Die königliche Familie!

Mein Gott, er hat sie geheiratet.

(leises Raunen)

Denkt daran, zeigt gleichermaßen Bescheidenheit und Selbstvertrauen.

Meinen Glückwunsch.

Erinnert mich daran, nie mit Euch Karten zu spielen.

Meine liebe Infantin, ich möchte Euch meinen Sohn vorstellen.

Euer Hoheit, es ist mir eine große Ehre.

Wie ich sehe, habt Ihr Eures Vaters Aussehen geerbt.

Wollen wir hoffen, dass Ihr nicht auch seine Manieren geerbt habt.

Ihr zwei solltet Euch kennenlernen.

Ich kenne bereits sehr viele Menschen.

Ja, doch keiner von denen wird der nächste König von Frankreich.

Nun gut...

(Louis) Ställe und Futter.

Eine Million.

Wäsche.

200 000.

Wein. 900 000.

Verlorene Glücksspiele. Zwei Millionen.

Das schuldet Ihr dem Palast von Versailles.

Aber wir wollen ja ein Fest feiern.

Weshalb ich Euch hiermit von all Euren Schulden befreie.

Trinken wir und freuen wir uns, aber...

lasst uns die nicht vergessen, die weniger Glück haben als wir.

Die Männer, die unsere Kriege kämpfen.

Die unsere Felder bestellen,

die unser Brot backen.

Wir leben zusammen, wir leiden zusammen.

Und wir empfinden Liebe, gemeinsam.

Am Sonntag werden wir die Zeremonie der Wunderheilung begehen.

Da werde ich die Kranken und Bedürftigen segnen.

Wir werden feiern, dass wir nicht nur eine Nation sind...

sondern eine Familie.

(Phillipe atmet schwer)

- (Bontemps) Auf den König! - (alle) Auf den König!

(unheilvolle Klänge)

Ich hatte gehofft, dich heute hier zu sehen.

Guten Abend... Madame.

Mir wäre es lieber, Ihr würdet mich Schwägerin nennen.

Wir haben gestern Abend geheiratet.

Dann ist sie wohl Königin.

Nein.

Ich bin die Frau des Königs.

Meinen Glückwunsch.

Du hast enormen Mut.

Das muss man dir lassen.

Können wir unter vier Augen sprechen?

(schwermütige Klänge)

- Ich gratuliere Euch. - Danke.

Willkommen in der Familie.

Wollen wir Karten spielen?

Wie Ihr wünscht.

- Ich warne Euch, ich schummele. - (Maintenon) Ich auch.

- (Phillipe) Ich kam nicht zu dir zurück. - Nein?

Ich bin meinetwegen hier.

Ich brauche dich an meiner Seite.

Zu vieles steht zwischen uns.

Ich stand dir immer bei, und was ist der Dank?

Was möchtest du denn dafür?

Lorraine?

Befrei ihn, wenn es dir Freude macht.

- Ich habe dir das Leben gerettet. - Wie das?

Ich fand Vater und verhinderte, dass der Vatikan uns zerstört.

Du hast nicht nur mein Leben gerettet, du hast uns das Leben gerettet.

Du bist immer noch mein Bruder.

Und ich bin immer noch der König. Stimmt's?

Ja, du bist noch der König.

Und hältst du mir den Rücken frei?

(Chevalier) Kommt. Nichts wie raus hier.

- Ohne sie gehe ich nicht. - (Delphine) Geht.

Ihr habt mir schon genug geholfen.

- Ich hole Euch. - Geht schon.

- Versprochen. - Geht!

(ruhige Musik)

Und?

Wie geht es Euch?

Dreimal dürft Ihr raten.

Ich dachte, Ihr wollt ein wenig verwöhnt werden.

Ich meine, vielleicht nach einem Bad.

Augenblick.

Glaubt Ihr, wir könnten einfach weitermachen, wo wir aufhörten?

Ich hatte gedacht, Ihr wärt dankbar.

- Ich tat Euch einen Gefallen. - Nein, Ihr tatet Euch einen Gefallen.

Was kommt als Nächstes? Sexuelle Gefallen?

Bin ich jetzt Eure Hure?

Ich war anständig, und das ist der Dank?

Wenn Ihr wirklich anständig sein wollt...

Dutzende Unschuldige sind eingesperrt. Warum helft Ihr denen nicht?

Leider...

könnt Ihr Delphine nicht helfen.

Wir müssen versuchen, sie zu vergessen.

Und das Beste daraus machen, was wir haben.

Womöglich könnt Ihr das.

Ich aber nicht.

Ich habe Euch Essen mitgebracht.

Frisches Obst.

Damit blieb meine Mutter gesund, bis sie 95 war.

(er stöhnt)

Ich glaube, die Zeit für Obst ist vorbei.

Der König wünscht, Euch zu sehen.

Ich werde ihn nicht empfangen.

Das wäre eine schwere Beleidigung für ihn.

Wisst Ihr, was auf meinem Familienwappen steht?

Nein.

Da steht:

"Pro rege saepe.

Pro patria semper."

"Das Land kommt vor dem König."

Niemand hat mehr Respekt vor Seiner Majestät als ich.

Aber er hat sich verändert.

Inzwischen erregt er in den Menschen mehr Furcht

als Liebe.

Er macht sich wahrhaft Sorgen um Euch.

Und ich sage noch einmal.

- Ich empfange ihn nicht. - Aber...

Ich habe ihm mein Leben gewidmet.

Ich werde ihm nicht meinen Tod widmen.

(finsteres Dröhnen)

Mein ganzes Leben hat mich zu diesem Augenblick geführt.

Ich darf nicht versagen.

Und das werdet Ihr nicht.

Glaubt Ihr an mich?

Mehr denn je.

Hoheit, ich wäre pflichtvergessen,

würde ich nicht drängen, die Zeremonie abzusagen.

Und ich wäre es, wenn ich auf Euch hörte.

Ich lasse mein Volk nicht im Stich.

Und ich bin kein Feigling.

Nach Paris heißt in die Höhle des Löwen gehen.

Ich bitte Euch, Euer Hoheit, tut es nicht.

Ich muss.

Auf jeden Fall bleibt der Dauphin im Palast.

Überprüft alle Häuser vor der Ankunft des Königs.

Durchsucht jeden nach Waffen.

Stellt Posten an jeder Ecke auf.

Sagt Euren Männern, sie sollen im Zweifelsfall schießen.

Denkt immer daran, das Leben des Königs ist in Euren Händen.

(Dame) Was ist denn mit ihm?

(Dame kichert)

(metallisches Klappern)

Seid so nett und macht die Tür auf, wenn ich bitten darf.

Haltet auf keinen Fall an.

Ihr fahrt nach Amiens. Von dort reitet Ihr zur holländischen Grenze.

Was fällt Euch ein? Wo wollt Ihr hin?

Welch heldenhafter Versuch.

- Werft sie wieder in ihre Zelle. - Nein!

Lasst sie gehen.

Aber Euer Hoheit...

- Bringt sie hier weg. - Aber Seine Majes...

Ihr habt schon viel zu viel für heute geredet.

Ihr seid ein guter Mensch.

Denkt immer daran.

Danke.

(Chevalier seufzt)

Kommt mit.

Sehen wir meinem Bruder beim Gottspielen zu.

(Glockenläuten)

Der König wird schwer bewacht sein.

Seine Männer haben Schießbefehl, vermasselt es nicht.

Wenn ich das Zeichen gebe,

eröffnet ihr das Feuer auf die Wachen und Musketiere.

(spannungsvolle Musik)

Mein Ziel...

ist der König.

(Marchal) Ihr habt keine Chance.

Ihr werdet niedergemäht, bevor Ihr einen Schuss abfeuert.

Also, wenn ihr solche Angst vor dem Sterben habt,

dann geht am besten gleich.

Aber wenn ihr den Mut fassen wollt,

euer Leben für Freiheit und Gerechtigkeit für eure Familien zu riskieren, so bleibt.

Lieber ruhmreich sterben...

als im Elend leben.

Sage ich.

Seid Ihr bei uns?

Oder nicht?

Ich verschwinde. Endgültig.

Erschießt ihn.

Nein. Lasst ihn gehen.

Das Risiko können wir nicht eingehen.

Ich kenne diesen Mann und ich traue ihm.

Lasst ihn gehen.

Bitte macht das nicht.

Ihr würdet sonst sterben.

Und mit Euch sterben die Hoffnungen Eurer Leute.

(spannungsvolle rhythmische Musik)

(heiser) Ah.

- Ihr seid nicht bei der Wundertätigkeit? - Nein.

Wieso nicht?

Es gibt etwas, das ich Euch sagen will.

Würdet Ihr bitte...

diese Dokumente dem König übergeben?

Mein Abschiedsgeschenk.

(Colbert lacht leise und seufzt)

Ich bete, dass das, was Ihr mir sagen wollt, nichts mit Finanzen zu tun hat.

(zarte Musik)

Colbert.

Wir beide kennen uns seit vielen, vielen Jahre.

(Colbert, heiser) Mhm.

Und obwohl wir unsere...

Meinungsverschiedenheiten hatten,

bewundere ich Euch mehr als jeden anderen Mann.

Ihr habt Euer ganzes Leben für den König geopfert.

Und für Frankreich.

Wären wir nicht so mit unserer Arbeit beschäftigt gewesen,

dann... gehe ich davon aus, dass wir Freunde geworden wären.

Colbert?

Colbert?

(leise, getragene Musik)

(düsteres, sich intensivierendes Rauschen)

(bedrohlich pochende Musik)

Hüa!

Hüa!

(Jubel)

(Husten)

Wo seid Ihr gewesen?

Habe Jungfern in Not vor feuerspeienden Drachen gerettet.

Alltagsroutine.

Habt Ihr jedes Haus, jedes Geschäft und die Dächer geprüft?

Jawohl.

- Der König! - (Jubel)

(unheilvoller Klang)

(begeisterte Rufe)

(Stille)

Lasst die Zeremonie beginnen.

Kommt näher.

(mysteriöse Musik)

Der König legt seine Hand auf.

Möge der Herr Euch heilen.

Der König legt seine Hand auf, möge der Herr Euch heilen.

Der König legt seine Hand auf.

Möge der Herr Euch heilen.

Der König legt seine Hand auf, möge der Herr Euch heilen.

Der König legt seine Hand auf, möge der Herr Euch heilen.

Der König legt seine Hand auf, möge der Herr Euch heilen.

- Beschützt den König! - Verräter!

(laute Schreie)

Nein!

- Euer Majestät. - (Bontemps) Schnell weg hier.

Jeanne!

Nicht!

(dramatisch pulsierende Musik)

Bitte verzeiht.

(Musik verklingt)

Hier, Euer Hoheit.

(düstere Musik)

(Phillipe) Da wurde mir klar, dass ich dich verlieren könnte.

Ich musste etwas unternehmen.

Danke.

(Philippe) Wer hätte gedacht, dass das kleine Mädchen...

eines Tages dem König das Leben rettet?

Es war nicht der König, den du gerettet hast, sondern dein Bruder.

Da wird immer jemand sein, der mir den Tod wünscht.

Ich weiß.

Du bist König.

Ich hätte nicht König werden können.

Doch, Louis.

Du warst schon König, bevor du geboren wurdest.

Ich habe dich deshalb gehasst.

Ich war neidisch.

Du standst immer im Mittelpunkt, und ich war ein unerwünschtes Beiwerk.

Und jetzt?

Jetzt bin ich erwachsen, nehme ich an.

Ich sehe dich als den, der du wirklich bist.

Was du tun musst, geht über mich und jeden, den ich kenne, hinaus.

Wie könnte ich auf jemanden neidisch sein,

vor dem ich solchen Respekt habe?

(Louis) Zwei Brüder.

Wir haben dieses Leben gemeinsam begonnen.

Wir müssen es gemeinsam beenden.

Ich kann Euch nicht wie eine Vogelscheuche herumlaufen lassen.

- Können wir aufhören, uns zu streiten? - Entschuldigt, ich habe nur... Angst.

Nichts weiter.

Die habe ich auch.

Trotzdem...

Vielleicht sollten wir...

Ja.

Vielleicht sollten wir.

Aber erst möchte ich, dass Ihr es sagt.

Was?

Ihr habt es nie gesagt.

Ich mache es, wenn Ihr es macht.

Nun gut.

Ich...

Ich...

liebe...

liebe...

Euch.

Euch.

(Räuspern)

- Wir wollten nur... - Ich weiß, was Ihr tut.

Für Euch ist hier immer Platz, Liselotte.

Keine Sorge. Ich habe mich mit meinem Schicksal längst abgefunden.

Ich bin mit den Männern verheiratet, die ich liebe.

Kommt jetzt, Eure Anwesenheit im Salon ist erforderlich.

Außer, Ihr habt etwas anderes vor.

Was anderes?

Haben wir nicht.

(Tür fällt zu)

(düstere Klänge)

Öffne die Augen.

Eines Tages wird das alles dir gehören.

Die Pracht, die Macht...

und die Pflicht, die damit verbunden ist.

Habe ich die Kraft,

den Mut,

das Wissen?

Wer bin ich?

- Bist du bereit, Tränen zu vergießen? - Ja.

- Und Blut? - Ich glaube schon.

Die Reise, die dich erwartet, wird voller Blut und Tränen sein.

Und nicht nur von deinen Feinden.

Sondern von dir selbst.

Von deinem Volk.

Von denen, die du liebst.

Du wirst Fehler machen,

den falschen Weg einschlagen, schlechtem Rat folgen.

Du wirst deine Unschuld verlieren.

Erfahren, dass dein bester Freund tatsächlich dein schlimmster Feind ist.

Aber traue vor allen Dingen und vor jedem anderen immer dir selbst.

Denn du bist der König.

Von Gott auserwählt.

(lebhafte elektronische Musik)

(Louis) Blick immer in die Zukunft.

Denn dort erwarten dich Schwierigkeiten und Feinde.

Aber du kannst nicht der Zukunft entgegensehen,

solange du die Vergangenheit nicht besiegt hast.

Erst dann... wirst du frei sein.

Nur dann...

wirst du unsterblich sein.

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