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(ruhige Klänge)
(dunkles Dröhnen)
(verzerrte Rufe)
(verzerrt) Lass los!
Ihr trefft die nötigen Vorbereitungen.
Ich habe meinen Beweis. Gott hat mir den Weg gezeigt.
Wir empfangen den Gefangenen gemeinsam und geben ihm die Freiheit.
Ich habe gewusst, dass du zur Vernunft kommst.
Die Kutsche wartet. Ich werde ihn zum Schiff begleiten.
Er muss in Frankreich bleiben.
Und wie in Gottes Namen sorgen wir dann für seine Freiheit?
Es gibt nur einen Weg, um das zu lösen.
Du hast den Verstand verloren. Es geht um unser Fleisch und Blut.
Jeder weitere Atemzug von ihm ist ein Fluch darauf.
Also, dann sag es.
Sag, was es ist.
Mord.
Wir müssen schützen, was wir geschaffen haben.
- Lebt er, kann die Kirche uns zerstören. - Es ist aber nicht gerecht.
Er hat uns schon sein Leben geopfert.
Und weil er das getan hat, wünscht er sich Erlösung.
Gott brachte uns Vater. Sein Schicksal liegt in unserer Hand.
Aber wir müssen gemeinsam dieses Kreuz schultern.
(Titelmelodie von M83)
(melancholische Elektro-Popmusik)
(leise schwermütige Musik)
Ihr seid Euch ähnlicher, als Ihr wisst.
Wir wollten einen gemeinsamen Augenblick haben.
Als Familie.
Wie schön, Euch einig zu sehen.
Wir teilen uns unsere Pflicht.
Dann...
trinke ich auf meine Söhne.
Ich dachte, ich würde nie wieder Tageslicht sehen.
Die Maske...
war ein Fluch in jeder wachen Stunde.
Und nachts...
konnte ich nur um Schlaf beten.
(er stöhnt)
Doch jetzt...
endlich...
kommt meine Erlösung.
(Philippe seufzt zitternd)
Und ich danke Euch.
Ich danke Euch, meine Söhne.
(traurige Musik)
(wehmütige Musik)
Es gibt eine Zeit für Liebe...
und eine Zeit für Hass.
Jetzt können wir unbelastet von der Vergangenheit vorankommen.
Unser Land ist geteilt, unser Volk entzweit.
Der Augenblick ist gekommen, sie ein für alle Mal zu vereinen.
Eine königliche Hochzeit wird das Volk zusammenschweißen,
um Frankreich als eine Familie zu präsentieren.
Für mich hat die Sicherheit meines Volkes Priorität.
Ich muss Frankreich vorziehen.
Also wollt Ihr die Grenzen befestigen.
Kaiser Leopold hat die Osmanen zurückgeschlagen.
Mit Sicherheit wird er wieder Luxemburg ins Auge fassen.
Dann nehmen wir es mit unserer Streitmacht ein,
bevor Leopold einmarschiert.
Was ist mit dem protestantischen Verräter?
Es gibt noch keinen konkreten Hinweis, Euer Hoheit.
Dann sucht genauer.
Zunächst widerrufe ich das Edikt von Nantes.
Aber...
es wurde zum Schutz aller Glaubensrichtungen verfügt.
Wir haben die Hugenotten-Verräter lange genug geduldet.
Ich muss Seine Majestät auf das Entschiedenste
vor solch drakonischen Maßnahmen warnen.
Frankreich ist katholisch.
Wie können wir eine Familie sein ohne den gleichen Glauben?
Es sind die Religionen, die uns trennen.
Durch die wahre Religion werden wir vereint.
Unter einem Glauben, einem Recht...
einem König.
(Jeanne keucht angestrengt)
- Was ist denn hier los? - Ich werd's meinem Bruder zeigen.
- Ich bezweifle, dass wir ihn wiedersehen. - Gut.
Ist ja gut, ist ja gut, ist ja gut.
Hör mal zu. Ich meine das ernst. Ich bin bereit für ein Feuerwerk.
Hilf mir, einen Aufstand anzufangen.
Damit wir alle wie Monsieur Golovine enden?
- Das war nicht deine Schuld. - Das war es schon.
- Damit muss ich leben. - Augenblick mal. Wir brauchen dich.
Du sagtest, wir sollen Leute versammeln und was tun.
Da habe ich mich wohl getäuscht.
Willkommen im Kreis der Elite, Monsieur de Pins.
Jetzt seid Ihr adlig.
Ihr werdet Euch sicher schnell wie zu Hause fühlen.
Ihr könntet hier sehr erfolgreich sein, lieber Guillaume.
Ich muss mich kneifen.
- Es kommt mir so unwirklich vor. - Seid gewarnt.
Versailles ist besser zu ertragen,
wenn man seine Seele vor der Tür lässt.
Um dabei zu sein, haben wir alle hier vieles geopfert.
Ja.
Ich hoffe, dass es das wert ist.
Das kommt auf den Standpunkt an.
Ihr musstet Eurem Glauben abschwören, nicht wahr?
Früher war ich Soldat und Handwerker.
Seht, wo ich jetzt bin.
Bereut Ihr nichts?
Man muss manches tun, um zu überleben.
(Gläser klirren)
Gibt es was Neues über den Aufruhr in Paris?
Der Fall des rebellischen Druckers wurde erledigt.
Dauerhaft.
Gut.
Behaltet die Straßen wachsam im Auge.
Ich weiß, dass Ihr letzte Nacht da wart.
Der Gefangene muss dem König sehr nahegestanden haben.
Dieser arme Kerl hat sich das Leben genommen.
Und mit dem Leben auch seine Geschichte.
Er darf nie wieder erwähnt werden.
Ist das klar?
Jeanne.
Das solltest du lesen.
- Das kann er nicht machen. - Was?
"Alle Protestanten müssen abschwören
oder die Konsequenzen tragen."
(beunruhigend pulsierende Musik)
Denkt der König, er kann sich der Geschichte widersetzen?
Ich weiß nicht, was Ihr meint, Madame.
Das Edikt von Nantes war eine Erklärung der Menschlichkeit.
Möchte er ins Mittelalter zurückkehren?
Der König vereinigt Frankreich als einen katholischen Staat.
Man kann kein Omelett machen, ohne Eierschalen zu zerbrechen.
Er möchte unsere Seelen genauso beherrschen wie unsere Körper?
Er wird alles tun, was für Frankreich notwendig ist.
- Das Volk wird ihm dankbar sein. - Dann ist es bemitleidenswert.
Zum Wohle des Palastes
haben ab sofort alle Protestanten in ihren Gemächern zu bleiben.
Auf Befehl des Königs.
Ist es unbedingt notwendig, sich so anzuschleichen?
- Ja. Wenn man einem Verräter nachstellt. - Sehr lustig.
Bleibt beim Foltern und lasst den Esprit denen, die ihn haben.
Ihr steht ein bis zwei protestantischen Adligen sehr nahe.
Mag sein. Aber ich bin ein loyaler Katholik.
Wenngleich auch mit dem Ruf, Regeln zu missachten.
Vielleicht sogar mit dem Talent zu fälschen.
Das ist völlig absurd.
Hat Euch Euer Esprit jetzt verlassen?
Hat Euch Euer Gewissen verlassen?
Achtet darauf, im Palast zu bleiben.
(spannungsvolle Klänge)
Prinzessin Isabella. Herzlich willkommen, liebe Cousine.
Gut, ich habe alle notwendigen Papiere von meinem Vater.
Aber ich brauche eine Liste meiner Pflichten
und Beratung, was meine Garderobe angeht.
Ihr seid doch an meiner Seite, nicht wahr?
Ich denke, wir beide werden uns ausgezeichnet verstehen.
Offen gesagt ist mir ein wenig mulmig.
Wegen der Begegnung mit dem König.
Ohne jeden Zweifel wird er Euch als entzückende Überraschung empfinden.
Sie ist die Infantin von Portugal, Euer Hoheit.
Sie wurde für passend befunden.
Eine neue Frau wird mir, ohne mich zu fragen, aufgedrängt?
Ich glaube, der Plan ist von Prinzessin Liselotte von der Pfalz.
Sie mag vorwitzig sein, aber sie ist kein politischer Mensch.
Nein, jemand anderes steckt hinter diesem speziellen Komplott.
Die Bresaola ließ ich mir aus dem Veltlin bringen.
Aus der Lombardei. Solltet Ihr versuchen.
Man könnte meinen, Ihr traut unserer französischen Küche nicht.
Sie ist zu schwer für mich.
Mein Magen bevorzugt Einfacheres.
Eure Trauben sind zwar süß.
Aber römischer Wein ist zu sauer für meinen Geschmack.
Und was ist mit unserem Vorschlag?
Ich hoffe, Ihr seid auf den Geschmack gekommen.
Bei einer Vereinbarung mit dem Vatikan will ich die Bedingungen verhandeln.
Ihr seid nicht in der Position dazu.
Inzwischen ist meine Nichte Königin von Spanien.
Und wie Ihr kalkuliert habt,
möchte ich auch Portugal in mein Reich aufnehmen.
Das würde dem Vatikan gefallen.
Aber ich heirate nicht die Infantin.
Die Kirche wünscht, dass das Bündnis auf Basis von Blut zustande kommt.
Ohne das Risiko, dass es vergossen wird.
Ich werde Portugal auf meine Art übernehmen.
Diese Heirat...
ist wesentlich...
für den Abschluss unserer Vereinbarung.
Außer Ihr wollt, dass alle Welt erfährt, wer Ihr seid.
Ich bin der Sohn Louis' XIII. und Annas von Österreich.
Und niemand auf Erden kann das Gegenteil beweisen.
Wenn das so ist, breche ich sofort auf.
Der Papst wird Eure Exkommunikation schnellstmöglich bestätigen wollen.
Das ist kaum durchführbar, wenn ich Euch einlade, noch zu bleiben.
Ihr würdet es wirklich wagen, einen Diener Roms als Geisel zu nehmen?
Nein.
Gewiss nicht.
Ihr seid mein Gast.
(Tür fällt donnernd zu)
(Bossuet) Corpus Christi.
Amen.
- Corpus Christi. - Amen.
Corpus Christi.
Corpus Christi.
Glückwunsch, Euer Hoheit. Sie schwören zuhauf ab.
Sie sind klug und loyal.
Und was passiert mit denen, die sich weigern?
Macht eine Liste, damit wir den Umfang des Problems kennen.
Und Ihr wünscht nicht, das mit dem Staatsrat zu besprechen?
Ich glaube nicht, dass das notwendig ist.
(unheilvolle quäkende Klänge)
(unruhig pochende Musik)
(Kratzen)
(Kratzen)
Es macht mich krank, was aus uns beiden geworden ist.
Du machst einen schweren Fehler.
Du behandelst deine Untertanen mit Grausamkeit, uns alle.
Ich erfülle, so gut ich kann, meine Pflicht gegenüber dem Land,
nach vielen Gebeten und genauem Abwägen.
Du benimmst dich wie Gott.
- Aber du bist nicht mal ein echter König. - Ich weiß genau, wer ich bin.
Jemand, den Gott als Herrscher auserwählte.
Und wozu musst du dann den starken Mann spielen?
Und beweisen, dass du kein Lakai Roms bist?
Ich muss gar nichts beweisen. Ich folge Gottes Willen.
Blödsinn. Das möchtest du dir bloß einreden.
Gott hat dich kein bisschen mehr auserwählt als mich.
Wir sind nichts als streitende Brüder,
und deshalb muss ich dir nicht mehr gehorchen.
Du wirst tun, wie dir geheißen.
Du bist ein Blender. Das wissen wir beide.
Na komm, tu es. Hm?
Denn werden wir sehen, wenn von uns Gott bevorzugt.
Du hast schon unseren Vater getötet. Was hält dich ab, mich zu töten?
Lass uns herausfinden, wer von uns Kain...
und wer Abel ist.
(Streichmusik, Unterhaltungen)
Warte, gleich habe ich dich.
Wie in guten alten Zeiten.
Ihr wart nicht eingeladen.
Ich hoffte, Ihr könntet mir helfen,
aber es scheint, Ihr habt mehr Unterstützung nötig.
Was wollt Ihr?
Vielleicht bemerkt Ihr, was in Versailles passiert.
Oder habt Ihr zu viel zu tun?
Ich betrinke mich gerade... und amüsiere mich.
Ach ja? Amüsieren?
Wo ist das Funkeln in den Augen?
Nanu. Ihr habt ja noch eine Karte genommen.
- Hat er nicht. - Doch. Ich hab's mitbekommen.
Verdammter Betrüger!
Um Gottes willen.
Das reicht.
Das war genug Amüsement für heute, Euer Hoheit.
Und? Ich höre.
Was?
- Ihr schuldet uns eine Erklärung. - Da ist nichts zu erklären.
Ihr seid nur noch ein Schatten Eurer selbst. Was ist passiert?
Glaubt ja nicht, Ihr kommt so einfach wieder in mein Bett.
Nichts liegt mir ferner als das.
- Dann geht und lasst mich in Ruhe. - (Liselotte) Das ist ungerecht.
Wir haben Besseres verdient.
Wo ist das Problem? Hm?
Ich bin ja nur der, der ich immer sein sollte:
der gute alte Philippe, der immer am Feiern ist,
und dem es nur um sein Vergnügen geht.
Ihr seid viel mehr als das.
Bin ich das wirklich?
(Chevalier) Ich erkenne Euch nicht wieder.
Ich mich auch nicht.
(Phillipe schluchzt)
Louis hat Euch das angetan, oder?
(Chevalier) Er macht das mit uns allen, auf die eine oder andere Art.
Ihr müsst mit ihm reden, Philippe.
Er hört auf niemand anderen.
Ihr dürft nicht einfach aufgeben.
Er ist zu weit gegangen.
Ich komme nicht mehr an ihn heran.
(zarte Musik)
Was immer Euer Bruder Euch getan hat, ist beschämend.
(spannungsvolle Musik)
Es ist eine Ehre, dass Ihr mir eine Audienz anbietet, Euer Eminenz.
Aber ich weiß nicht, wie ich Euch hilfreich sein könnte.
Wie ich gehört habe,
kennt niemand anderes die Gedanken des Königs so gut wie Ihr.
In letzter Zeit behält Seine Majestät sehr viel für sich.
Er hätte über das Edikt von Nantes wirklich mit mir sprechen sollen,
bevor er so einen radikalen Schritt macht.
Missbilligt Ihr diesen Schritt?
Als Wächter Europas...
möchte die Kirche nur einen stabilen Frieden aufrechterhalten.
Obwohl Ihr immer gern Eure Hilfe bei Kriegen anbietet?
Louis stellt die Autorität der Kirche infrage.
Ganz im Gegenteil.
Dieser Schritt beweist seine Loyalität als Katholik.
Ich hatte mich gefragt, was er in einer Dame niederen Adels wie Euch sehen könnte.
Wenn unsere Prinzessinnen doch auch nur Euren Glauben und Euren Intellekt hätten.
Louis möchte sein Reich stabilisieren.
Das gefällt dem Papst.
Aber unsere Beziehung kann nur gefestigt werden,
wenn er sich vermählt mit Isabella.
Der König trifft seine Entscheidungen selbst.
Und wenn er nicht einwilligt,
dann wird er exkommuniziert.
Als tiefgläubige Katholikin
werdet Ihr bestimmt nicht wollen, dass seine Seele und sein Reich...
für immer verdammt sind.
Ich hoffe, ich störe Seine Majestät nicht.
Ihr seid immer willkommen, wie Ihr wisst.
In jüngster Zeit nicht, wenn ich mir die Bemerkung erlauben darf.
Ich war sehr beschäftigt.
Wegen Eurer Vereinbarung mit dem Vatikan?
So ist es.
Er ist mir ein Dorn im Fleisch, seit Jahrzehnten.
Eben aus diesem Grund müsst Ihr Isabella heiraten.
Dann habt Ihr die Unterstützung des Vatikans und große Macht in Europa.
- Aber die Kirche würde mich beherrschen. - Ihr braucht sie und sie Euch.
Die wähnen sich sicher, aber ich gebe nicht auf.
- Das ist keine Schlacht. - Nein, ein Krieg.
Den Ihr nicht gewinnen könnt.
Sie werden Euch exkommunizieren, Louis.
Ihr habt mit Kardinal Leto geredet.
Ihr, die Einzige, der ich wirklich trauen kann.
Die Kirche ist ein fürchterlicher Feind.
Wagt nicht, sie zu bekämpfen.
Ihr verratet mich, mein eigenes Herz?
Überlegt es Euch, Louis. Ihr könnt alles haben.
- Nur Euch nicht. - Ich bin nur ein kleines Opfer.
Dafür, dass Ihr Euch und alles rettet, wovon Ihr je geträumt habt.
- Ich lasse mich nicht erpressen. - Ihr sagtet es selbst.
Ihr müsst tun, was richtig ist.
Für Euch und für Frankreich.
(bedrohliches Dröhnen)
All diese Schönheit.
Und jetzt versagt man mir sogar die frische Luft.
Die vollkommene Unterdrückung.
Ein guter Zeitpunkt, um fortzugehen.
Ich darf nicht mal mein Gemach verlassen.
Bestimmt könnte ich einige unter Druck setzen,
ein paar andere schmieren.
Ihr würdet mich zwingen zu resignieren?
Manchmal wünschte ich, ich hätte Moral.
Jeder von uns hat von Geburt an Moral.
Aber nur manche bewahren sie sich.
Vielleicht liebe ich das an Euch.
Vielleicht kann es deshalb mit uns nie etwas werden.
(Schritte)
- Was macht Ihr jetzt? - Protestieren.
Auf die einzige Art, die wir beherrschen.
Auf Wiedersehen.
(zarte Musik)
Entscheidungen.
Sie definieren uns als Menschen.
Findet Ihr nicht auch, Bischof?
Die Herausforderung unserer Existenz.
Indem wir das eine wählen, müssen wir etwas anderes ablehnen.
Ich bin mein ganzes Leben lang der Kirche gefolgt.
Sie ist eine kluge und liebevolle Mutter.
Meine Mutter war übrigens auch klug.
Sogar in einem unglaublichen Dilemma hat sie verstanden, was ihre Pflicht war.
Mehr als die Welt es je erfahren wird.
Gott gab uns die heilige Kirche,
aber es war der Mensch, der sie in Rom platziert hat, ja?
Der Heilige Paulus selbst.
Aber wenn die Interessen Roms mit unseren nicht vereinbar sind...
wessen Seite würde Gott dann wählen?
Das kann ich nicht beantworten.
Ich kann bloß sagen, dass Ihr als König...
von Gott auserwählt seid.
Und wenn dieser König nun das Oberhaupt unserer Kirche würde,
dann bräuchte er einen Bischof von hoher Autorität.
Einen, der nur dem König unterstünde.
(Bossuet lacht leise)
(geistliche Gesänge)
(Bossuet) Die Autorität des Königs ist heilig.
Gott hat Könige als seine Diener eingesetzt
und herrscht durch sie über das Land.
Der königliche Thron...
ist nicht der Thron eines Menschen,
sondern der Thron Gottes selbst.
Gott segne Euch, Louis.
Oberhaupt seiner Kirche in Frankreich.
(geistliche Gesänge erklingen weiter)
Ihr habt die Zeremonie versäumt.
Ich weiß, warum Ihr Eurem Bruder nicht gegenübertreten könnt.
Es hat etwas mit diesem Gefangenen zu tun.
Er ist nun tot.
Was interessiert Euch das?
Ich habe mir den Schutz Eurer Familie zur Lebensaufgabe gemacht.
Deshalb müsst Ihr mir die Wahrheit sagen.
Der König ist nicht, was zu sein er behauptet.
Nicht wahr?
(treibende Musik)
(Louis) Kardinal.
Ich hoffe, Ihr habt Euren Aufenthalt in Versailles genossen.
Bitte richtet Seiner Heiligkeit nach Eurer Rückkehr meine besten Grüße aus.
Ich werde ihm berichten, was hier passiert ist.
Er wird verstehen,
dass niemand aus der eigenen Kirche exkommuniziert werden kann.
Sagt ihm auch, ich danke für sein freundliches Angebot,
aber brauche seine Unterstützung nicht mehr.
Ich erwarte, dass er sofort Verhandlungen mit Kaiser Leopold aufnehmen wird.
Ungeachtet dessen habe ich übrigens vor, Portugal zu übernehmen.
Ihr habt Euch ins Abseits manövriert.
Und da gibt es kein Zurück.
(unheilvolle Klänge)
Heute habt Ihr den Habitus des Siegers.
Aber das könnte sich, wie ich annehme, schon morgen ändern.
- Meine Hände zittern. - Das ist völlig normal.
- Der König ist kein gewöhnlicher Mensch. - Gebt Euch, wie Ihr seid.
Er wird von Euch begeistert sein.
(Liselotte) Euer Majestät.
Isabella Braganza, die Infantin von Portugal.
- Ihr seid tatsächlich entzückend. - Danke, Euer Majestät.
Mein Vater übermittelt Euch seine besten Wünsche,
zusammen mit einem umfangreichen Vertragswerk.
Sagt mir eines: Würdet Ihr einen König heiraten, der sich vom Vatikan gelöst hat?
Für mich zeigt das Charakterstärke.
Ich mag es, wenn ein Mann eigenständig denkt.
Habt Ihr je einem Mann beigewohnt?
Nein, Euer Hoheit.
Wirklich nicht?
Nun ja, vielleicht einem oder zwei.
Das dachte ich mir.
Das bedeutet, dass ich wertvolle Fähigkeiten gewonnen habe.
Gut.
Ich hatte gehofft, unsere Beziehung fängt ehrlich an.
Hat Seine Majestät vor, sich weiterhin Geliebte zu nehmen?
Ihr hattet gesagt, Ihr wünscht Euch Ehrlichkeit.
Eure Aufrichtigkeit ist erfrischend, wenn auch unklug.
Ihr braucht Anweisungen für die Hochzeitsvorbereitungen.
Madame de Maintenon wird sich darum kümmern.
Ja, Euer Hoheit.
Und... damit das geklärt ist:
Die Antwort auf Eure Frage ist Nein.
Wie ich höre, traft Ihr den König in meiner Abwesenheit.
Es war nur eine zwanglose Unterhaltung.
Und was habt Ihr nun vor mit den Protestanten?
Ihr seid viel zu zimperlich, was das angeht.
Ich bin nicht zimperlich.
Ich habe den Mut zur Moral, das ist ein Unterschied.
Der König verlangt, dass wir auf der gleichen Seite sind.
Ich schlage vor, Ihr haltet Euch daran.
Wir haben Euch nicht erwartet, Colbert. Es geht Euch nicht gut, hörte ich.
Es ist meine Pflicht, an allen Staatsratssitzungen teilzunehmen.
Ich machte eine Liste der Protestanten in Paris, die sich noch fügen müssen.
Dann sollte man sie drängen.
Sie drängen, Euer Hoheit?
Die, die noch nicht abgeschworen haben, werden verhaftet,
ihr Besitz zerstört oder konfisziert,
und es wird eine besondere Behandlung für ihre Prediger geben.
Monsieur Marchal, Ihr werdet all Eure Männer zusammenziehen.
Sie schlagen heute Nacht überall in Paris zugleich zu.
Ihr werdet die Reichen, die Armen und alle dazwischen verhaften.
Es wird keine Warnung geben, und keine Gnade.
Habt Ihr Schwierigkeiten damit?
Monsieur Marchal, ich gebe Euch einen Befehl.
(ernste Musik)
Nicht mehr.
(Chevalier) Ich habe damit nichts zu tun.
Ich bin auch sehr froh darüber.
Gewiss werdet Ihr das verstehen.
Verzeiht, ich muss mit Euch reden. Es ist dringend.
Wessen man mich auch beschuldigt, es gibt keinen Beweis.
Ihr seid nicht in Schwierigkeiten.
Aber Eure Freunde... sind in ernster Gefahr.
- Ich werde nicht fortgehen. - Um Gottes willen, wacht auf!
- Ihr müsst Frankreich verlassen. - Dies ist meine Heimat.
Ich war immer loyal und bin genauso französisch wie Ihr.
Louis befahl, heute Nacht alle Protestanten zu verhaften.
- Auch die außerhalb des Palastes? - Um die fürchte ich noch mehr.
- Weiß Gott, was er denen antut. - Ich muss zu meinem Vater.
- Die werden Euch verhaften. - Versucht, mich aufzuhalten.
Na gut.
(spannungsvolle Musik)
(Musik verklingt)
Monsieur Marchal ist nirgends zu finden.
Ich brauche ihn nicht. Louvois überwacht den Einsatz.
Er ist zumindest charakterfest.
- Sind die Truppen bereit? - Ja, Euer Hoheit.
Aber allem Anschein nach hat auch Euer Bruder den Palast verlassen.
In Richtung seines Châteaus bei Saint-Cloud.
Wünschen Seine Majestät, dass er zurückgebracht wird?
Er hat nicht mehr die Nerven, um zu kämpfen. Lassen wir ihn gehen.
(dramatisches Dröhnen)
- So. Jetzt den von da vorne. - Ja.
Ohne Musketiere seid Ihr nicht so groß, hm?
Kenne ich Euch?
Wo ist die Schwester des Schuhmachers?
Keine Ahnung. Hier nicht.
Aber ich richte ihr was aus.
(Jeanne) Hey! Hey!
Halt, hört auf! Hör auf!
- Was wollt Ihr? - Ich bin hier, um Euch zu warnen.
- Was ist passiert? - Habt Ihr Eurem Glauben abgeschworen?
- Nur über meine Leiche. - Dann müsst Ihr verschwinden.
- Ihr seid in Gefahr. - Er arbeitet für den König.
- Hört nicht zu. - Lasst es, wenn Ihr wollt.
Aber ihr solltet wissen: Ein Sturm wird kommen.
Damit hat er recht.
Dem zeigen wir's.
Fragt um Erlaubnis, bevor Ihr Seine Majestät ansprecht.
Wie zu Hause.
Er mag es nicht, wenn man ihn direkt fragt.
Das habe ich verstanden.
Aber Ihr könntet meine Hofdame werden.
Und mich immer beraten.
Fühlt Ihr Euch nicht wohl?
(Maintenon) Ich fühle mich erhitzt.
Womöglich bekomme ich Fieber.
Ihr wisst...
dass Ihr mit mir reden könnt.
Da bin ich mir nicht so sicher.
Die Kirche steckt dahinter.
Bitte macht mir nicht vor, Ihr hättet nichts damit zu tun.
Aber es ist mir gleich.
Das Schicksal war gegen uns.
Der König könnte nie jemanden von so niederer Herkunft wie mich heiraten.
Wir sind doch alle nur Gebrauchsgegenstände.
Wir müssen einfach tun, was man von uns erwartet.
Ich habe nichts anderes getan.
Deshalb tut es so weh.
Ich habe den Mann verloren, den ich liebe, weil es Gottes Wille ist.
Verheiratet sein ist wie der Tod.
Ab dem Zeitpunkt der Vermählung...
kann man nicht mehr entkommen.
(ruhige gefühlvolle Musik)
Ich wünsche nur, was das Beste für mein Land ist.
(Bontemps) Darum tut Ihr das, woran Ihr glaubt.
Dennoch verlor ich Philippe und Marchal dabei.
Zum ersten Mal habt Ihr Macht nur zu Euren Bedingungen.
Ihr habt recht, wenn Ihr das hinterfragt.
Aber Ihr habt gewonnen, Euer Hoheit.
Noch nicht ganz.
(Maintenon betet flüsternd)
(Schritte nähern sich)
(Räuspern)
(Bontemps) Eure Anwesenheit wird gewünscht, Madame.
- Euer Hoheit. - Lasst uns keine Zeit verschwenden.
Ich wünsche, heute Abend zu heiraten.
Ja, gewiss, Euer Hoheit.
- Ich hole Isabella. - Das wird nicht nötig sein.
Ich verstehe nicht.
Françoise.
Möchtet Ihr mich heiraten?
(Gläser klappern)
(unheilvolle Musik)
Macht die Tür auf! (Frau schreit auf)
- Hey! - Raus mit dir. Warte da drüben!
Los, komm her. (Frau kreischt)
Hiergeblieben!
Ihr Schweine schnappt wohl über.
Ich hätte Euch den Hals durchschneiden sollen.
Das heißt, er hat die Wahrheit gesagt.
(Frau) Hilfe!
Kommt!
Ihr Schweine!
Lasst sie in Ruhe!
(Kreischen)
(Soldat) Bewegt euch! Raus da!
(Soldat) Halt!
(melancholische Musik)
Los. Nicht umdrehen.
Beeilt euch!
Verdammt, beeilt euch!
(Soldat) Das ist ein Befehl!
(Musik läuft weiter)
- Komm jetzt! Komm! - Bleib zurück.
Wir wollen nur diese Frau.
Weg hier.
(Soldat) Rauf auf den Wagen! Schneller!
Vater!
(Soldat) Bringt die beiden da rüber.
Delphine!
- Das ist falsch, Louvois! - Das ist rechtens.
Wo ist Euer protestantischer Gott jetzt?
Mein Gott wird Euren König dafür verfluchen!
(Bossuet) Respice, quaesumus.
Domine, super hos, famulos tuos,
et institutis tuis,
quibus propagationem
humani generis ordinasti,
benignus assiste,
ut, qui te auctore junguntur,
te auxiliante serventur.
Per Christum Dominum nostrum.
Amen.
(Maintenon) Amen.
(leise flirrende Musik)
(Musik nimmt dunkleren Unterton an)
(Soldat) Weiter! Rein mit euch.
(Ächzen und Stöhnen)
(Bastien) Man muss den König aufhalten.
Koste es, was es wolle.
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