All language subtitles for Versailles.S03E08.German.DL.1080p.BluRay.x264-iND

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Original subtitles

Ich bin Euer Vater.

(schneidende Klänge)

Schafft ihn mir aus den Augen.

(Sprecher) Manche Geheimnisse bringen Befreiung...

Erlösung mit sich.

Andere bleiben am besten tief in der Erde begraben.

Sodass sie niemals entdeckt werden.

Ihr standet im Herzen dieser Verschwörung.

Es war keine Verschwörung, Euer Hoheit.

Als engster Vertrauter des Königs und Leibarzt

hat mein Vater mir diese furchtbare Bürde vererbt.

Und zum Schutz Eurer Familie habe ich sie auf mich genommen,

als meine Pflicht.

Und wer ist er?

Er war ein guter Freund des Königs.

Und der Königin.

Wie Ihr wisst, waren sie 23 Jahre lang verheiratet

und dabei kinderlos geblieben.

Der König ließ sich mit einer anderen Frau ein.

Aber auch dieser Versuch blieb fruchtlos.

Es quälte ihn, dass er offenbar nie einen Erben haben würde.

Aber die Königin war fest entschlossen, eine Lösung zu finden.

Und deshalb haben sie gemeinsam arrangiert,

dass Euer Vater...

mit ihr das Bett teilt.

Und warum wurde er zum Gefangenen?

Ursprünglich war er das nicht.

Aber nach einem Sohn wollten sie sichergehen.

Also wohnte er noch einmal der Königin bei.

Aber dann, mit zwei gesunden Söhnen...

hat es sich der König anders überlegt.

Und sie haben den braven Mann mit dieser Gräueltat belohnt?

Es ist das eine, das Geheimnis zu kennen, etwas anderes ist der lebendige Beweis.

Es wurde beschlossen...

dass niemand je sein Gesicht sehen darf.

Wer weiß noch davon?

Sein Schicksal wurde beschlossen vom König,

der Königin...

meinem Vater...

und dem Vatikan.

Die Kirche war einverstanden, das Geheimnis zu wahren, solange...

Frankreich ihr Verbündeter bleibt.

Aber jetzt will sie mich damit zerstören.

Und was machen wir nun mit ihm?

Er bleibt weiterhin eingesperrt.

(Titelmelodie von M83)

(melancholische Elektro-Popmusik)

Ich habe Dringendes zu erledigen.

- Ihr meidet mich? - Ganz gewiss nicht.

Wann bekomme ich dann eine Erklärung?

Wo ist der Gefangene?

Ihr müsst Euch nicht länger damit befassen.

Ich habe drei Männer für Euch getötet.

Und ich bin Euch dankbar. Wie auch Seine Majestät.

Ihr wisst genauso gut wie ich, dass es Dinge gibt,

zu denen wir keinen Zugang erhalten dürfen.

Lasst mich Euch daran erinnern:

Es ist Eure Pflicht, den Befehlen des Königs Folge zu leisten,

wie es auch meine Pflicht ist.

(unheilvolle Klänge)

Dies ist kein guter Zeitpunkt, Euer Eminenz.

Ja.

Ich nehme an, Seine Majestät hatten eine anstrengende Nacht.

Er fand sie vielmehr sehr aufschlussreich.

So wie ich.

Ich habe gemerkt, wem ich trauen kann und wem nicht.

Wenn Ihr mich entschuldigt?

Ich verlange, den König zu sehen!

Euer Eminenz, aber das Protokoll...

(zweimaliges Stampfen)

Ich habe Euch erwartet, Euer Eminenz.

(spannungsvolle Musik)

Bestimmt gibt es Tage,

an denen Ihr Euch ein Leben in ruhiger Anonymität wünscht.

Wie irgendeiner Eurer Untertanen.

Ganz im Gegenteil.

Gäbe es mich nicht, hätte ich Angst um Frankreich.

Jetzt, wo sich eine Reihe finsterer Mächte gegen es verschworen haben.

Eben deshalb solltet Ihr Euch meinen Vorschlag anhören:

All Eure Bestrebungen

können Wirklichkeit werden.

Die Beherrschung Europas,

die Kolonisierung Amerikas,

vielleicht eines Tages

sogar die Herrschaft über das Heilige Römische Reich.

Und als Gegenleistung?

Dass die Entscheidung...

über Eure geopolitische Strategie ab sofort Rom trifft.

Seht Ihr,

der Vatikan wäre der mächtigste Verbündete Seiner Majestät,

wenn man ihn ließe.

Und wenn der Papst Euch als König unterstützen würde,

dann wäre das so gut, als wärt Ihr von Gott selbst auserwählt.

Ihr macht einen großen Denkfehler, Kardinal.

Der Papst mag Gottes Stellvertreter auf Erden sein.

Aber ich bin von Gott auserwählt.

Aber wir wissen doch...

ganz genau, dass das nicht wahr ist.

Ich bin der, den Ihr vor Euch seht.

Ich bin Versailles.

Und ich habe alle Macht, die ich brauche.

Nicht, wenn die Wahrheit herauskommt.

(beunruhigende Klänge)

(zarte Klänge)

- Ich dachte, wir kämpfen gegen den König. - Tun wir auch.

Aber wir müssen klug sein und die Bürger auf unsere Seite ziehen.

Woher weißt du, dass das klappt?

Weil ich Vertrauen zu unserem Volk habe.

"Das Volk lebt in Armut,

der König im Luxus.

Nein zur Salzsteuer!"

(er stößt Luft aus)

Ihr wollt wohl Ärger bekommen?

- Wir wollen etwas verändern. - Ach ja?

Und ich werde ins Gefängnis kommen, gefoltert oder Schlimmeres.

Die werden nie erfahren, wo das herkam.

Das verspreche ich.

Du bringst mich in eine schwierige Lage, junge Frau.

Das tut mir leid.

Aber es ist weit genug gegangen, wir müssen etwas unternehmen.

Der König quetscht uns aus, wenn sein Pferd nur einen Stall braucht.

Aber das machen die meisten Könige.

- Deshalb ist es nicht richtig. - Wir wollen nicht reich werden.

Wir wollen nur eine gerechte Chance.

Wir wollen, dass er uns mit ein bisschen Respekt behandelt.

Und wir wollen, dass die Menschen merken, dass sie nicht allein sind.

Wir alle sind davon betroffen, mein Freund.

Ich muss mehr an Steuern zahlen, als ich für meine Werkzeuge ausgebe.

Schon bald bezahle ich mehr, als ich verdiene.

Na schön.

- Wir werden es dir irgendwie bezahlen. - Nicht nötig.

Es gibt Arbeit, die tut man aus Überzeugung.

Ich erkenne mich selbst kaum wieder.

Ich Euch auch nicht.

Dich würde dich überall wiedererkennen.

Du warst ein unruhiges Kind.

Daran erinnere ich mich noch.

Gott hat Euch zu uns gebracht.

Und wir sorgen für Eure Sicherheit und Euer Wohlergehen, Ihr habt mein Wort.

Du musst zu ihm gehen, Bruder.

Ich habe erheblich Wichtigeres zu tun.

Aber was könnte wichtiger sein, als dass du mit unserem Vater redest?

Er ist hier.

Unter deinem Dach.

Du kannst nicht so tun, als ob es ihn nicht gäbe.

Und wenn es ihn nicht gäbe?

Wir könnten ihn in die Kolonien schicken.

Damit er dort einen ruhigen Lebensabend verbringt.

Das ist das Mindeste, was er verdient.

Er gefährdet unsere Existenz.

Er wurde gefunden. Was passiert, wenn die Kirche ihn findet?

Er ist unser Vater. Das ist unsere Pflicht.

Ich will mich nur dem Nötigsten befassen.

Fasst Euch kurz.

(Colbert) Ausgezeichnete Nachrichten.

Marie Louises Vermählung mit Carlos von Spanien wurde vollzogen.

(verhaltener Applaus)

(Colbert) Meinen Glückwunsch, Euer Hoheit.

Ihr müsst sehr stolz auf Eure Tochter sein.

Natürlich. Es gibt nichts Wichtigeres als Familie.

Findest du nicht?

Gibt es noch etwas Wichtiges?

Nein?

Eines noch, Euer Majestät.

Wie ich erfahren habe,

verlassen beunruhigend viele protestantische Familien Versailles.

Manche haben Frankreich verlassen.

Die Chavagnacs, Rommillys, Manns, Cavanels...

Wobei sie vermutlich ihr Vermögen mitnahmen.

Und wer hat das genehmigt?

Niemand, Euer Majestät. Die reisen einfach ab.

Irgendwie haben sie sich wohl Passierscheine verschafft.

Die Grenzposten müssen verstärkt werden,

mit strengen Kontrollen von jedem, der das Land verlässt.

Falls jemand hier den Protestanten bei der Ausreise hilft,

will ich wissen, wer.

(Stimmengewirr, Lachen)

Protestantische Winkelzüge wurden jüngst aufgedeckt,

durch die viele ohne Genehmigung Frankreich verlassen haben.

Von diesem Augenblick an

dürfen alle Protestanten bis auf Weiteres

den Palast und seine Anlagen nicht verlassen.

Auf Befehl des Königs.

Da war jemand unvorsichtig.

Ich war sehr gewissenhaft. Einer Eurer Freunde muss geplaudert haben.

Warum sollten sie das tun?

Übrigens, wenn sie etwas von Euch wüssten, wärt Ihr schon eingesperrt.

- Ich bin diejenige, die in Gefahr ist. - Nur ruhig Blut, meine Liebe.

Und habt Vertrauen.

Ich bin darin versiert, Ärger zu vermeiden.

Bedauerlicherweise beruhigt mich das gar nicht.

(Tür wird geöffnet)

(Schritte nähern sich)

Ihr wurdet bei der Frühmesse vermisst, Euer Hoheit.

Ich hatte etwas zu erledigen.

Etwas, das Euch zu schaffen macht?

Sagt mir, wisst Ihr, wer Ihr seid?

Natürlich, Euer Hoheit.

Aber wie könnt Ihr sicher sein?

Woher wollt Ihr wissen, dass das nicht nur Einbildung ist?

Eine Erfindung von denen um Euch herum?

Was ist, wenn alles, was Ihr wisst, bloß aus Lügen besteht,

und Ihr nicht die seid, für die Ihr Euch haltet,

sondern die, die man Euch einredet zu sein?

Wie kommt Ihr auf diesen merkwürdigen Gedanken?

Ich dachte, dieser Ort bedeutet für mich die Welt.

Aber was ist, wenn ich mich täusche?

Was ist, wenn er gar nichts bedeutet?

Versailles bedeutet Euch alles.

Das dürft Ihr nicht infrage stellen.

Was ist es denn, das Euch so bedrückt, mein Liebster?

Sagt es mir.

Vielleicht ein andermal.

Wenn der richtige Zeitpunkt da ist.

(düsteres Brummen)

Euer Eminenz, was kann ich für Euch tun?

Ich gebe zu, ich bewundere Eure Loyalität gegenüber Eurem Herrn.

Auch wenn sie fehlgeleitet ist.

Und deshalb...

will ich mich jetzt auf Eure Hingabe berufen.

Wie ich annehme, wünscht Ihr,

dass es Eurem König gut geht, dass er Erfolg hat.

Ja, selbstverständlich.

Dann...

redet mit ihm.

Ihr seid womöglich der Einzige, der versteht,

warum er sich in einem tiefen Loch befindet.

Ihr müsst ihn dazu überreden,

dass er die Hand der Freundschaft akzeptiert, die die Kirche ihm bietet.

Wie ich es sehe, ist nicht Seine Majestät hier in einer Position der Schwäche.

(leise, bedrohliche Musik)

Für was haltet Ihr uns? Etwa für so eine Art Debattierklub?

Absolut niemand...

kann der Kirche etwas vorschreiben.

Gewiss, Euer Eminenz.

Ich habe Seine Heiligkeit über die Ereignisse hier informiert.

Falls der König nicht einwilligt, hat das die schrecklichsten Konsequenzen.

Louis muss verstehen, dass dieses Problem längst nicht gelöst ist.

(Louis seufzt)

Euer Hoheit, der Staatsrat wartet.

Lasst ihn warten.

Unsere Truppen haben Straßburg eingenommen.

Das habe ich erwartet.

Es ist wichtig, dass Ihr den nächsten Schritt bestimmt.

Ihr könnt es nicht dem Zufall überlassen.

Das habe ich nicht vor.

Louvois wird wissen, was zu tun ist.

Und, Euer Hoheit...

Kardinal Leto drängt Euch, die Hilfe des Vatikans anzunehmen.

Ihr habt ohne Erlaubnis mit einem Feind Frankreichs geredet?

- Der Kardinal bat mich... - Ihr...

habt mit ihm geredet.

Ich dachte, nach allem könnte ich Euch vertrauen.

Das könnt Ihr, Euer Hoheit.

Meine Loyalität wird nie schwanken.

Wäre das nur immer so gewesen.

(melancholische Musik)

(finsterer Unterton setzt ein)

(Marchal) Das ist doch Eure Unterschrift.

Auf den Reisedokumenten der Protestanten?

Völlig unmöglich.

Ich...

Es sieht so aus, ja.

- Aber ich habe die nicht unterschrieben. - Wer dann?

Das weiß ich nicht.

- Jemand, der Mitleid hat. - Es ist bekannt, dass Ihr auch dazu neigt.

Aber ich bin weder ein Verbrecher noch ein Dummkopf.

Ich verbitte mir Euren Ton, Monsieur Marchal.

Ich schlage vor, dass Ihr woanders sucht.

Wenn jemand meine Unterschrift fälscht,

würde ich nach Männern mit zweifelhafter Moral und künstlerischer Neigung suchen.

(Colbert seufzt)

(Chevalier) Alle Vorbereitungen sind getroffen.

Ich liefere die Papiere heute Abend.

Vielen Dank.

Dann bleibt nur die anrüchige Frage der Entlohnung.

Und das wird Euch lehren, nicht mit dem Meister zu spielen!

Ein weiterer Kunde?

Nur ein weiterer unglücklicher Verlierer im Glücksspiel des Lebens.

Dann sagt mir, wie heißt denn das Spiel?

"Flucht"?

Euer Freund Vanel, wie geht's mit seiner Geschäftsreise?

Der Schokoladenmacher aus Lyon!

Ihr batet mich, ein Ausreisedokument für ihn zu zeichnen.

Gewiss.

Als Letztes hörte ich, dass sein Geschäft floriert.

- Er hat in Dänemark... - Haltet den Mund!

Es gibt keinen Schokoladenmacher namens Vanel!

Aber es gibt den angesehenen Hugenotten Cavanel,

zuletzt vor einem Monat gesehen, bevor er Frankreich verließ!

Worauf wollt Ihr hinaus?

Was ist, wenn der Name auf dem Reisedokument geändert wurde,

von Vanel zu Cavanel?

Ähm...

Und seid Ihr Euch überhaupt der Strafe für Fälschung bewusst?

Aber da gibt es keinerlei Hinweise auf mich.

Stattdessen deutet alles auf den hin, der das Dokument unterschrieben hat.

Eure Sympathien für die Protestanten sind bekannt, Monsieur Colbert.

Und Eure Unterschrift ist der Beweis.

Erinnert mich bitte, wie ist die Strafe für Fälschung?

(Colbert schnaubt)

(unheilvolle Klänge)

Glaubt Ihr, er sagt es dem König?

Das werden wir bald erfahren.

Wir können jeden Augenblick verhaftet werden und dafür gehängt.

Und Ihr scheint jedoch nicht im Geringsten beunruhigt zu sein.

Nichts geht über den Hauch von Gefahr, damit man sich lebendig fühlt.

Und was machen wir nun?

Ich sehe drei Möglichkeiten.

Erstens:

Wir stellen uns einfach.

Zweitens:

Wir laufen davon.

Und die dritte?

Wir sind zueinander ehrlich.

Und ich sage Euch, was ich empfinde.

Eure Wahl des Zeitpunkts ist weit entfernt von ideal.

Aber wir sitzen ziemlich tief in der Scheiße.

Wir haben nichts mehr außer uns.

Ihr habt Angst?

Panische Angst.

(zarte Musik)

(Chevalier stöhnt auf)

(schneller Elektrobeat setzt ein)

(Tür wird geöffnet)

Ihr wünschtet, mich zu sprechen, Eminenz?

Ja, ich mache mir Sorgen um den König.

Dann ergeht es Euch wie jedem von uns jeden Tag.

Ich fürchte einfach um sein seelisches Wohlergehen.

So etwas ist außerhalb meiner Zuständigkeit.

Niemand kann bestreiten, dass der arme Mann

seit dem Tod der Königin nicht mehr er selbst ist.

Und wenn der König instabil ist, ist das auch Frankreich.

Und das wiederum...

gefährdet die Stabilität ganz Europas.

Eure Logik ist unbestreitbar.

Daher ist es im Interesse von uns allen...

dass Louis sich wieder vermählt.

Ich selbst habe mich auch schon dafür ausgesprochen.

Es gibt da viele Möglichkeiten.

Seine Frau wird die Infantin Isabella Braganza von Portugal.

Aha.

Louis hat sich Spanien verschafft.

Dies wird die ganze iberische Halbinsel unter seiner Ägide vereinen.

Aber wird der Vater der Infantin dafür zugänglich sein?

Dafür werde ich selbst sorgen.

Der Vatikan wünscht, dass das passiert.

Um unser Bündnis mit Frankreich zu stärken,

was erhebliche Vorteile für beide Seiten hat.

(Guillaume) "Das Volk in Armut, der König in Luxus."

Bis morgen.

Hast du das gesehen?

Die haben Mut, das muss man ihnen lassen.

Diese Dummköpfe. Daraus kann nichts Gutes werden.

Das wird nur bewirken, dass das Volk noch mehr leidet.

Also noch schlimmer kann es kaum werden.

Sag mir, dass du nichts damit zu tun hast.

Um Gottes willen.

Im Moment geht es uns besser denn je. Das kann unser Geschäft gefährden.

Ist das alles, woran du denken kannst? An dein Auftragsbuch?

Ich mache mir Sorgen um dich.

Ich kann auf mich selbst achten.

(bedrohliche Musik)

(Lachen)

Monsieur Colbert, welch Überraschung. Darf ich Euch zu Croquet herausfordern?

Sehr freundlich. Aber dies ist kein Geselligkeitsbesuch.

Ich muss Euch vertraulich sprechen, denn es gut um...

ein heikles Thema.

Die Sache betrifft den König.

Nun habt Ihr wahrhaft mein Interesse geweckt.

Er ist nicht...

zufrieden.

Das ist noch untertrieben.

Während wir beide die Absicht teilen, ihn glücklich wieder zu verheiraten...

glaube ich, dass wir unsere Pläne weiterentwickeln sollten.

Habt Ihr eine andere im Sinn?

Isabella Braganza von Portugal.

Wir haben uns nie kennengelernt,

aber offenbar sind wir entfernte Cousinen.

Eben deshalb möchte ich mit Euch darüber reden.

Ich halte das für eine wunderbare Idee.

Aber ich fürchte, Seine Majestät sind gerade nicht in Stimmung dafür.

Weshalb wir es ihm nicht sagen sollten.

Noch nicht.

(klassische Musik aus dem Schloss)

(Colbert) Damit Ihr es wisst:

Wir haben die volle Unterstützung des Vatikans bei der Sache.

- Ach ja? - Mhm. Des Kardinals persönlich.

- (Liselotte) Des Kardinals? - Mhm.

(Liselotte) Und Ihr würdet nie erraten...

was ich bereits...

- Madame? - Monsieur Colbert.

Wenn Ihr mich entschuldigt?

Euer Hoheit.

Wie wäre es mit einer Partie?

Nein, danke, aber ich fürchte,

ich habe Euch bei Eurer Unterhaltung gestört.

Nein, überhaupt nicht.

Wir haben über dies und jenes geredet.

Um genau zu sein:

Wir haben über eine Vermählung des Königs geredet.

Obwohl das nicht Eure Angelegenheit ist?

Des Königs Zukunft sollte uns allen am Herzen liegen.

Gewiss. Aber solche Dinge sollten auf den angemessenen Wegen diskutiert werden.

Dabei gibt es vieles zu erwägen.

Das ist ein Prozess, der womöglich mehrere Monate dauert, Jahre sogar.

Nicht in diesem Fall.

Wir haben bereits die ideale Frau im Kopf.

Die portugiesische Infantin,

vorgeschlagen von Kardinal Leto persönlich.

Darf ich daran erinnern,

dass Seine Majestät mir die Verantwortung in der Sache übertrug?

Oh ja.

Aber als Katholikin

würdet Ihr nie den Wunsch des Vatikans infrage stellen.

Natürlich nicht.

Aber wir dürfen nichts überstürzen.

Vielleicht könnte ein Gesandter prüfen,

ob der König Portugals die Verbindung gutheißt.

Nein, seine Majestät sollte sie treffen und dann selbst entscheiden.

- Nun... - Ich habe sie nach Versailles eingeladen.

Guten Abend.

(unheilvolle Klänge)

Damit Ihr besser lesen könnt.

Was seht Ihr?

Das Wort der Wahrheit.

Und einen guten Mann.

Wann kann ich den König sehen?

Ich glaube, er hat Angst vor Euch.

Er will mich nicht besuchen?

- Nein. - Überzeuge ihn bitte.

Er lässt sich nur schwer überzeugen.

Dann...

Könntest du ihm eine Nachricht überbringen?

Ja, natürlich.

Fällt es Euch schwer, einzuschlafen?

Ich schlafe besser mit Euch an meiner Seite.

Es gibt Gerede...

über Eure erneute Vermählung.

Haben die nichts Wichtigeres im Kopf?

Aber es ist Eure Pflicht.

Ihr müsst über diese Angelegenheit nachdenken.

Nicht, wenn es mich nicht interessiert.

Das passt nicht zu Euch, Louis.

Irgendetwas quält Euch.

Es schmerzt mich, dass Ihr über etwas nicht mit mir reden wollt.

Lasst mich in Ruhe.

Ich wollte nicht, dass es so weit kommt.

Aber...

es ist so.

Ihr werdet auch heute wieder allein schlafen.

Dann wünsche ich Seiner Majestät eine gute Nacht.

(Louis seufzt)

- Guten Abend. - Guten Abend.

(Tür wird geschlossen)

(spannungsvolle Musik)

Ihr habt das einzig Richtige und Ehrenhafte getan.

Ich will, dass meiner Schwester nichts geschieht.

Sie ist jung und weiß nicht, worauf sie sich einlässt.

Ihr braucht keine Angst um sie zu haben.

Der König wird Eure Wünsche respektieren.

Und ich werde dafür sorgen, dass Eure Loyalität belohnt wird.

(Louvois) Ist die Unverschämtheit weit verbreitet?

Schwer zu sagen, aber ich sah es an verschiedenen Stellen in Paris.

Das muss im Keim erstickt werden.

Das ist Verrat, Euer Hoheit.

Verrat?

Oder die Wahrheit?

Tut, was Ihr für angemessen haltet.

Ich bin in meinen Gemächern, falls Ihr mich braucht.

Bitte entschuldigt mich.

Was in Gottes Namen ist in Euch gefahren?

Ihr vergesst, dass Ihr Euren König redet.

Der Mann, den ich eben erlebte, ist nicht mein König!

Was ist mit Euch geschehen?

Wo ist der König, der einfach entscheidet?

Der ein Imperium aufbaut? Der von Gott auserwählt wurde?

Vielleicht bin ich ein anderer, als Ihr dachtet.

Seht mich an.

Ich weiß nicht, was Ihr vor mir geheim haltet, und es ist mir egal!

Nicht egal sind mir Eure Träume, Eure Ambitionen!

Vielleicht habt Ihr sie vergessen, aber ich ganz gewiss nicht!

(bedrohlicher Klang)

Marchal.

Der Drucker der Schmähschrift wurde ausgemacht.

Der Ruf des Königs steht auf dem Spiel. Unternehmt sofort etwas.

Das wird erledigt.

- Bis später. - Wo gehst du hin?

Einen Bekannten besuchen.

Nein. Nicht heute Abend.

- Ich will, dass du hierbleibst. - Was?

Der König hat Wind von diesen Plakaten bekommen.

Das kann für die Beteiligten Ärger bedeuten.

- Woher soll er wissen, wer sie sind? - Tu einfach, was ich dir sage!

Um Himmels willen.

Was hast du getan?

(Soldat) Weg da!

(Drucker) Was soll denn das?

Das könnt Ihr nicht machen!

Dazu habt Ihr kein Recht!

Ihr werdet des Verrats beschuldigt.

Ich habe nichts gemacht.

Nennt Ihr das hier "nichts"?

(Soldat) Runter damit!

- Zerstört alles! - Das ist mein Lebenswerk!

(Drucker) Nicht! Das könnt Ihr doch nicht machen! Hört auf!

Ihr Schweine! Nicht!

Ihr Schweine!

Nicht!

Nicht!

- Lasst ihn laufen! - Ihr verteidigt die Aufwiegler?

Das könnt Ihr doch nicht machen!

Das sind anständige, hart arbeitende Menschen!

Sie sind des Verrats schuldig!

Sie haben ein Gewissen. Das ist alles!

Und was ist mit Euch? Wo ist Eures?

Wir sind uns schon mal begegnet.

Wenn ich mich nicht täusche.

Ich war freundlich zu Euch.

Und jetzt bitte ich Euch, dass Ihr das auch seid.

Bringt sie weg!

Dann verhaftet mich auch!

Ich bin genauso schuldig wie sie!

Geht auf der Stelle hier weg.

Ihr verbrennt die Wahrheit!

Wollt Ihr das wirklich?

- Du musst hier weg! - Du hast hier nichts zu suchen!

Daran bist du schuld!

Jeanne. Bitte.

Du bist für mich gestorben.

(Bürger) Verräter!

- Das hätte ich nicht von dir gedacht. - Verschwinde!

(wütende Rufe)

- (Bürger) Verschwinde! - (Bastien) Hau ab!

Wir lassen uns das nicht bieten.

(Bürgerin) Wir wollen dich hier nicht mehr haben.

Wenn du nicht über Vaters Schicksal entscheiden willst...

dann entscheide ich für dich.

Er reist morgen ab.

Eine Eskorte bringt ihn nach La Rochelle.

Ein Schiff nach Louisiane legt da in zehn Tagen ab.

Und du musst...

Wir...

müssen uns seinetwegen keine Sorgen machen.

Darum geht es dir doch.

Den Gefangenen wegschicken ist keine Lösung des Problems.

Es verschiebt sich nur der Ort.

Du musst ihn gehen lassen.

Es gibt keine andere Möglichkeit.

Wenn der Vatikan ihn wiederkriegt, wird er ihn sicher gegen mich verwenden.

Und das wird mein Untergang.

Dann musst du mit ihm sprechen.

Unser Vater schickt dir eine Nachricht.

Er sagt, er kann deine Frage beantworten.

Ist das ein Scherz?

Die Angelegenheit ist nicht zum Lachen.

Ich kann das nicht unterzeichnen.

Ich würde die Herrschaft über mein Imperium dem Vatikan überlassen.

Darum geht es.

Warum in aller Welt sollte ich?

Wegen der Konsequenzen, wenn Ihr es nicht tut.

Die Kirche kann mir nicht mit Krieg drohen.

Nein.

Viel schlimmer.

Mit Exkommunikation.

Seine Heiligkeit hat das bereits gebilligt.

Ihr müsst unsere Bedingungen akzeptieren...

oder Ihr werdet aus der Kirche ausgeschlossen.

Wir könnten der Welt sagen...

dass Ihr ein Hochstapler seid.

Und die Demütigung wäre...

uferlos.

Der Sonnenkönig wäre ein Ausgestoßener.

In den Augen der Welt...

und auch vor Gott.

Ihr würdet nicht einmal mehr...

existieren.

Versailles würde kollabieren.

Und alles, was Ihr aufgebaut habt...

würde sich in Nichts auflösen.

(Tür wird geöffnet)

Euer Majestät.

Woher wusstet Ihr, dass ich es bin?

Ihr geht wie ein König.

Bin ich ein König?

Ihr seid das Kind einer Königin.

Dadurch bin ich aber noch kein König.

Ihr wart von dem Augenblick an König,

als Ihr Eure ersten Schritte gemacht habt.

Ihr habt mich als Kind gekannt?

Ihr wart wie ein junger Hengst.

Wenn Ihr gestürzt seid, und die Diener versuchten, Euch zu helfen,

habt Ihr sie weggestoßen.

Mein Bruder möchte Euch in die Kolonien schicken.

Eine Kutsche soll Euch morgen wegbringen.

Seid Ihr bereit, das zu riskieren?

Mein Bruder sagt, Ihr könnt meine Frage beantworten.

Ja.

Was soll ich mit Euch machen?

Seht in Euer Herz.

Wenn Ihr wisst, wer Ihr wirklich seid

wisst Ihr, was Ihr zu tun habt.

(Metall knirscht)

(bedrückende Klänge)

(Louis schreit auf)

Ich weiß nicht mehr, wer ich bin!

- Ihr seid mein König. - Ich bin nichts!

Ich bin seit vielen Jahren an Eurer Seite und ich weiß es.

Ich habe es gesehen.

König sein geht über sterbliches Streben hinaus,

und Ihr seid ohne Zweifel ein König.

Louis XIV., König von Frankreich und Navarra!

Ich bin nichts weiter als ein Bastard!

Ihr seid von Gott auserwählt.

Und Eure Bestimmung ist göttlich.

Niemand kann Euch das wegnehmen.

Glaubt Ihr das wirklich?

Trotz allem, was Ihr wisst?

Ja, natürlich.

Wie könnt Ihr Euch da so sicher sein?

Ich glaube fest daran.

Und das solltet Ihr auch tun.

Dann brauche ich einen Beweis.

(melancholische Musik)

Br!

Blicket auf das Reich Gottes.

Falls je einer einen Beweis für die Macht Gottes braucht...

würde ich ihn hierherbringen.

Alles stirbt...

und alles wird wiedergeboren.

Hat nicht Christus selbst uns das bewiesen?

Euer Hoheit.

Vielleicht sollten wir zum Palast zurückkehren.

Ihr habt gesagt, meine Bestimmung wäre göttlich.

Gleich werden wir es wissen.

(dramatischer dröhnender Klang)

Euer Hoheit!

(Blubbern)

Euer Hoheit!

(gedämpft) Euer Hoheit!

(intensive Musik)

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