All language subtitles for Versailles.S03E06.German.DL.1080p.BluRay.x264-iND

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Original subtitles

(traurige Violinenmusik)

Ich habe sie schlecht behandelt, sie missachtet.

Sie hätte einen besseren Gemahl verdient.

Und jetzt, wo sie tot ist...

fehlt sie mir.

Ihr werdet nie wieder einsam sein.

Ihr müsst akzeptieren, dass der Herr sie zu einem Zweck von uns genommen hat.

Es ist Sein Wille, dass Ihr Euren Weg weitergeht.

(düsteres Rauschen setzt ein)

(bedrohliche Klänge)

Ich wusste nicht, was ich tun sollte.

Deshalb habe ich ihn hergeschleppt.

Das war richtig.

- Was macht Ihr mit ihm? - An die Schweine verfüttern.

- Wieso? - Die lassen keine Spur von ihm übrig.

Was genau hat er gesagt?

Er hat gesagt:

"Der König ist nicht von Gott auserwählt."

Er hat also den Thronanspruch Eures Bruders infrage gestellt?

Wie hängt das mit dem Vatikan zusammen?

Die Kirche mag nichts lieber als Geheimnisse,

mit dem sie Macht und Einfluss ausüben kann.

(unheilvolles Rauschen)

Wir müssen in die Aufzeichnungen sehen.

Nicht nur des Hauses Bourbon,

sondern aller, die königlichen Blutes sind.

Jede Familie hat ihre Geheimnisse.

(Titelmelodie von M83)

(melancholische Elektro-Popmusik)

Das entscheidende Spiel hat angefangen.

Der Moment, in dem ich einen Zug machen muss,

obwohl er zu meinem Nachteil ist.

Mein Anspruch auf Spanien und seine Gebiete ist verloren.

Kardinal Leto wird in Kürze für den Papst der Beerdigung beiwohnen.

Euer Hoheit, dass die Königin von uns gegangen ist,

stärkt gewiss Leopolds Einfluss.

(Louis) In der Tat.

Der Kardinal soll der Verbindung

von König Carlos mit meiner Nichte Marie Louise zustimmen.

Er darf nicht abreisen, bevor ich weiß, dass Spanien mir gehört.

Euer Hoheit, es wird nicht gerade einfach, den Kardinal zu überzeugen.

Wir wissen, der Vatikan fürchtet die Ambitionen Seiner Majestät.

Daher muss ich ihm beweisen, dass ich ein Verbündeter bin, keine Bedrohung.

Die Frage ist, wie.

Die Protestanten.

Die Kirche fürchtet die wachsende Gefahr durch die Protestanten in ganz Europa.

Zeigt Seine Majestät dem Kardinal, dass er keine in Versailles duldet,

wird man ihn als die Speerspitze des katholischen Glaubens ansehen.

(Louis) Wie?

Die Protestanten sollten auf spektakuläre Weise bestraft werden.

Bestraft werden? Ohne etwas getan zu haben?

Nun ja, dieses Kreuz müssen sie eben tragen.

(Colbert) Das würde von den Protestanten als weitere Provokation angesehen werden.

Und was werden sie tun?

- Zu den Waffen greifen? - Nein.

Das Land verlassen.

Und die wirtschaftlichen Auswirkungen wären verheerend.

Handel, das Gerichtswesen, die Medizin,

überall dominieren protestantische Familien.

Sollen sie doch gehen.

- Und wie gleichen wir den Verlust aus? - Das Volk wird bezahlen.

Wir sollten die Salzsteuer erhöhen.

Euer Hoheit, wir haben die Salzsteuer zehnmal in genau so viel Jahren erhöht.

Dann kann man uns zumindest keine Inkonsequenz vorwerfen.

Colbert. Ist der osmanische Händler, der sich vorgestellt hatte, noch da?

- Ja, Euer Hoheit. - Bringt ihn zu mir.

(düster dröhnende Klänge)

Es tut mir leid.

Bitte verzeiht mir.

(Schritte nähern sich)

Das muss sehr schwer für Euch sein. Ihr standet Euch ja sehr nahe.

Sie war immer sehr freundlich zu mir.

Wie Ihr auch zu ihr, ohne Zweifel.

Ihr glaubt, sie wäre nicht eines natürlichen Todes gestorben.

Das glaube ich immer noch.

Ihr müsst das verlegt haben.

Die Diener wollten es schon in den Müll werfen.

- Ich danke Euch. - Ein ungewöhnliches Behältnis.

- Wo habt Ihr das her? - Das habe ich geschenkt bekommen.

Von wem?

Das habe ich vergessen.

Hm.

Ich habe viele Mörder kennengelernt.

Es gibt da immer etwas, das ihre Schuld verrät.

Ihre Augen.

Guten Tag.

(bedrohliches Rauschen)

Euer Hoheit.

Ich möchte Euch mein Beileid ausdrücken.

Ihr standet der Königin nahe.

Es gehört zu Gottes Geheimnissen, dass die schönsten Seelen gehen,

während ihre Jugend noch blüht.

Der Verlust eines Menschen ist immer der Gewinn des anderen.

Wie meinen?

Die Königin ist tot.

- Nun habt Ihr den König für Euch allein. - Der König gehört niemandem.

Zumindest so lange nicht, bis er eine neue Verbindung sucht.

Ihr glaubt doch nicht, dass der König unverheiratet bleibt?

Vielleicht habt Ihr gerade sein Herz,

aber bald seid Ihr nur irgendein Name auf einer langen Liste von Eroberungen.

Euer Majestät.

Ich möchte, dass Ihr dieses Dokument, das vor Euch liegt, unterschreibt.

Es ist ein Abkommen,

das mir das Monopol auf die Handelswege im Mittelmeer garantiert.

Und als Gegenleistung?

Wenn Euer Herrscher beschließt, in Österreich einzumarschieren,

stelle ich mich ihm nicht in den Weg.

- Kann ich Seiner Majestät glauben? - Der König hält sein Wort.

Ich kehre sofort heim, um die gute Nachricht zu verkünden.

Reist Ihr auf dem Seeweg?

Ein Schiff steht bei Toulon bereit. Von dort aus fahre ich nach Malta.

(Leto atmet schwer)

(spannungsvolle Musik)

Ich hoffe, Seine Eminenz fand die Reise nicht zu anstrengend.

(keuchend) Nicht so anstrengend wie diese Treppe.

In Euren Gemächern könnt Ihr Euch ausruhen.

Nein. Bringt mich erst zu Seiner Majestät.

Wie Ihr wünscht.

Wie heißt Ihr?

Ich bin Alexandre Bontemps, Euer Eminenz.

Majordomus von Versailles.

Ihr seid also Bontemps.

Wisst Ihr, wer ich bin?

Selbstverständlich.

Wo ist Monsignore di Marco?

Ich hatte erwartet, dass er mich hier begrüßt.

Das kann ich nicht sagen.

Findet ihn.

Er soll zu meinen Gemächern kommen.

Darf ich Euch im Namen Seiner Heiligkeit Papst Innozenz XI.

mein aufrichtiges Beileid ausdrücken?

Sie ist vor ihrer Zeit von uns gegangen.

Danke.

- Sind die Gemächer Seiner Eminenz bereit? - Ja, gewiss, Euer Hoheit.

Haben wir Nachricht von Kaiser Leopold?

Nachricht?

Ich habe erfahren, dass er an der Beerdigung teilnehmen will.

Oh. Er ist mir herzlich willkommen.

Wir werden in schlechtes Licht gerückt.

Das ist vielleicht erst der Anfang.

Bei unseren Leuten wächst die Angst.

Wir müssen stark bleiben, dürfen nicht vergessen, wer wir sind.

Darf ich die Duchesse für einen Augenblick entführen?

Bei unserem letzten Gespräch...

habt Ihr mir gesagt,

Ihr würdet mich nicht heiraten, und wäre ich der letzte Mann.

- Ich hätte meine Gefühle erklären sollen. - Eure Begierde war klar genug.

Bitte ignoriert meine Vergangenheit sowie meinen Ruf.

Tatsache ist, was ich zu sagen versuche...

Ja?

Ich glaube, dass ich Euch liebe.

Ich weiß, dass ich Euch liebe.

Ich habe Eurem Neffen versprochen, dass ich helfe.

Zu meiner Schande habe ich versagt.

(Louvois) Mitglieder des Hofadels.

Ich wende mich an die Protestanten unter Euch.

Auf Anordnung des Königs

befehle ich denen von Euch, die in ihrem Besitz

eine Bibel in unserer Sprache haben, sie herauszugeben.

Entweder Ihr händigt diese Objekte der Sünde aus

oder Eure Leiber und Eure Gemächer werden durchsucht.

Delphine.

Gebt sie nicht ab.

Erst sperrt Ihr Monsieur de Puy ein,

dann zwingt ihr uns abzuschwören, und jetzt das?

- Das ist ungeheuerlich. - Nein, Madame.

Das Wort Gottes ist in Latein ausgedrückt.

Es darf nur von Mitgliedern der Kirche interpretiert werden.

Würde man den Menschen erlauben, es ohne Anleitung zu lesen,

würde es sie unweigerlich in Verirrung und Ketzerei treiben.

- Ich möchte mit dem König reden. - Wenn er nur mit Euch reden wollte.

- Warum? - Weil es eine Notwendigkeit ist.

- Glaubt mir, ich fühle mit Euch. - Nein, Françoise.

Ihr fühlt gar nichts.

Ich glaube, die Duchesse hat den Verstand verloren.

Und doch hat sie es geschafft, ihren Mut zu bewahren.

Eure Bewunderung ist deplatziert.

Ich finde das ungeheuerlich.

Ich war selbst Protestantin.

Ich weise den Verdacht zurück, dass diese Menschen nicht loyal wären.

Mein Bruder hat eine Aversion gegen die, die nicht seiner Meinung sind.

Mit wem haben wir die Ehre?

Du erkennst sie nicht wieder?

Nein.

Das ist deine Tochter, Marie Louise.

Und die nächste Königin von Spanien.

Marie Louise, ich bin Liselotte von der Pfalz.

Eure Stiefmutter.

- Ich habe gedacht, Ihr wärt... - ...eine Hexe?

Ich dachte, sie heiratet deinen Sohn?

Du solltest das als enorme Chance sehen.

- Für dich. - Für uns beide.

Heute Abend beim Bankett wird sie Seiner Eminenz Kardinal Leto vorgestellt.

Ist er mit ihr einverstanden, hoffe ich,

dass der Papst dieser Verbindung seinen Segen gibt.

Ich verlasse mich darauf, dass Ihr sie vorbereitet.

Und von nun an gehört Ihr Frankreich.

(Louis) Ich habe eine Aufgabe für Euch.

Wie bringt man einen arroganten...

selbstgefälligen Botschafter des Papstes dazu, zu tun, was man will?

Warum stellt Ihr mir so eine Frage?

Nun ja.

Weil Ihr wisst, wie mächtige Männer denken.

Weil Ihr uns um den kleinen Finger wickelt.

Mit uns spielt.

Uns Eurem Willen unterwerft.

Seine Majestät...

macht es mir schwer, mich zu konzentrieren.

Gewiss.

Konzentrieren wir uns auf das Naheliegende.

(leise klimpernde Musik)

Er ist ein Botschafter des Papstes.

Deshalb ist Macht...

wichtiger als Glaube.

Vermutlich.

Zu seiner Stellung hat er es gebracht...

durch Verrat und Korruption.

Ohne Zweifel.

(beide atmen schwer)

Das Einzige, was ihm wichtig ist...

sind Macht und Status.

(lustvoll keuchend) Daher...

schätzt er Schmeicheleien.

(lautes Klopfen)

Ja?

Darf ich vorstellen? Madame de Maintenon.

Euer Eminenz.

Sind die Gemächer zu Eurer Zufriedenheit?

Sagt mir...

Haltet Ihr Tyrannei für eine gute Sache?

Ihr verlangt Straßburg und Luxemburg.

Ihr wollt die Welt und Kaiser Leopold in die Bedeutungslosigkeit treiben.

Glaubt mir, Euer Eminenz, ich strebe nicht nach Macht.

Ich suche Frieden. Nennt es Tyrannei, wenn Ihr wollt.

Ihr wollt Spanien und seine Herrschaftsgebiete.

Ja. Aber nur, um sie zu beschützen.

Was Leopold angeht, so respektiert niemand seine Autorität mehr als ich.

Doch ich glaube, dass die Kirche zu ihrem Schutz jemanden verdient, der stärker ist.

Durch den Tod der Königin ist Euer Anspruch auf Spanien hinfällig.

Das ist keine Frage des Anspruchs, sondern der Pflicht.

Meine Pflicht ist es, die Interessen der Kirche zu verteidigen.

Es ist meine bescheidene Hoffnung,

dass Seine Heiligkeit mein Begehr als das erkennt, was es ist:

als den Wunsch, zu dienen.

Seine Heiligkeit hat bereits

die Verbindung von König Carlos von Spanien

mit Prinzessin Eleonore abgesegnet.

Und wenn ich eine bessere Kandidatin aufzeige?

Wen meint Ihr?

Meine Nichte, die Prinzessin Marie Louise.

(Bontemps) Monsieur Marchal.

- Darf ich Euch sprechen? - Aber gewiss.

Es hat mit seiner Hoheit, dem Duc d'Orléans zu tun.

Der König macht sich Sorgen um seinen Geisteszustand.

Das stimmt mich traurig. Aber was hat das mit mir zu tun?

Ich habe Euch kürzlich im Gespräch mit ihm gesehen.

Ich wüsste gern, ob er irgendetwas gesagt oder damit gedroht hat,

was Euch sehr außergewöhnlich...

vorgekommen ist.

Was meint Ihr?

Seine Hoheit war überzeugt, dass man sich gegen ihn verschworen hätte.

Ich wollte ihm bei der Aufklärung des Mysteriums helfen.

Unsere Suche hat nichts gebracht, und ich meinte,

dass er von der Sache Abstand genommen hätte.

Aber ich fürchte, ich habe mich getäuscht.

Er hat mir gegenüber nichts davon erwähnt.

Aber falls er das tut, informiere ich den König.

Informiert vorher mich.

Seine Majestät hat im Augenblick zu viel zu tun.

Wie Ihr wünscht.

(dissonante schneidende Klänge)

(Leto) Erzählt mir vom Bruder des Königs.

Steckt er noch seine Nase in unsere Angelegenheiten?

Wie ein Hund auf der Fuchsjagd.

Jeden Tag kommt er der Wahrheit näher.

Und weiß der König von seinen Nachforschungen?

Nein.

Wo ist der Gefangene jetzt?

An einem sicheren Ort.

Belasst ihn dort, bis ich ihn brauche.

Euer Eminenz.

Wenn die Identität des Gefangenen herauskäme...

wären die Konsequenzen fatal.

Glaubt Ihr, dessen wäre ich mir nicht bewusst?

Ich werde so etwas nur tun, wenn der König in seinen Forderungen zu weit geht.

(unruhige Klänge)

Was sind in Euren Augen die Pflichten einer Frau?

Ihrem Gemahl zu dienen.

Treu zu sein.

Verschwiegen zu sein.

Und Kinder zu gebären.

Stellt Euch vor, Euer Gemahl sagt, dass die Welt voller Feen und Kobolde sei.

Was würdet Ihr dazu sagen?

Ich würde ihn in seiner Meinung bestärken.

Und...

wenn er Euch befiehlt, nackt durch den Brunnen zu gehen?

Dann würde ich mir Mühe geben, seinem Wunsch zu entsprechen.

Ihr seid wohlerzogen.

Frauen sind nur Figuren in einem Spiel der Männer.

Wir sind ihr Eigentum.

Lasst trotzdem nicht zu, dass sie Euren Geist zerstören.

(Tür wird geöffnet)

- (leise) Ich soll Ihre Hoheit untersuchen. - Nein.

- Es passt jetzt nicht. - Es ist ein Befehl des Königs, Hoheit.

Marie Louise.

Der Arzt muss Euch untersuchen.

- Bitte legt Euch hin und hebt Euren Rock. - Nein.

- Bitte. - Wagt es nicht, mich anzufassen.

Geht und holt Monsieur.

Er möchte nur bestätigen, dass Ihr unberührt seid.

- (Liselotte) Meine Liebe... - Aber das darf er nicht.

Der Arzt erfüllt nur seine Pflicht.

Und Ihr müsst das auch tun. Es dauert keine Minute.

- (Liselotte) Marie Louise! - (Arzt ächzt)

- Was geht denn hier vor? - Der Arzt ist hier zur Untersuchung.

Meine Liebe, du musst verstehen,

dass ohne diese Untersuchung deine Vermählung nicht stattfinden kann.

Bitte verbietet ihm das.

Jetzt leg dich aufs Bett.

(aufwühlende Musik)

(festliche klassische Musik)

(Bontemps) Der König!

Sagt mir, was für Pläne haben Seine Majestät für Seine nächste Hochzeit?

Ich bin noch in Trauer und habe noch nicht darüber nachgedacht.

Ihr werdet Euch ohne Zweifel mit der gegenwärtigen Mätresse vergnügen.

Der Ruf Eures Hofes wird nur vom Ruf Eures sexuellen Appetits erreicht.

Wo ist denn nun die Prinzessin? Ich möchte sie gern kennenlernen.

Sie ist unterwegs hierher.

Da ist sie.

Darf ich vorstellen: mein Bruder, der Duc d'Orléans.

Seine Frau, Prinzessin von der Pfalz.

Und seine Tochter Marie Louise.

Es ist mir eine Ehre.

(Leto) Hm.

Bewegt Euch.

Kommt wieder her.

Erzählt mir ein wenig von Euch.

Wofür interessiert Ihr Euch?

Ich habe wenig von mir zu erzählen, Euer Eminenz.

Ich bin jung und unerfahren in den weltlichen Dingen.

Ich ziehe es vor, zuzuhören.

- Betet Ihr? - Ich gehe zweimal am Tag zur Messe.

- Stickarbeiten? - Mit großer Begeisterung.

Sagt, was ist Eurer Meinung nach in der Ehe der Platz der Frau?

Ich glaube, es geziemt sich für mich, immer loyal und gehorsam zu sein.

Eine bezaubernde junge Dame.

Lasst uns speisen.

(Musik setzt wieder ein)

Nun denn.

(bedrohliche Klänge)

(festliche klassische Musik)

Mesdames et Messieurs, Euer Eminenz.

Erhebt Euch bitte alle und begebt Euch an die Fenster.

(bedrückende Klänge)

(unheilvolles Pulsieren)

- Was verbrennen die? - Protestantische Bibeln.

Sch, tut das nicht.

Meines Wissens gibt es viele Protestanten an Eurem Hof.

Viele haben Ihrem Glauben abgeschworen.

Wie habt Ihr das erreicht?

Durch sanfte Überredung.

Nehmen wir mal an, Seine Heiligkeit stimmt der Verbindung...

Eurer Nichte mit König Carlos zu.

Dass damit gewisse Bedingungen verknüpft sind, ist Euch bestimmt klar.

Ja, gewiss.

(Leto) Straßburg und Luxemburg würden unter der Herrschaft Leopolds bleiben.

Ihr würdet Schutz garantieren für das Heilige Römische Reich.

Für den Fall einer Invasion der Osmanen.

Darauf habt Ihr mein Wort.

Gut.

Darf ich annehmen, dass Seine Eminenz mit der Vermählung einverstanden sind?

Ich habe in dieser Frage noch nichts beschlossen.

Natürlich.

Danke, mein Kind.

Was macht Ihr da?

Ich dachte...

Da habt Ihr falsch gedacht.

(tiefes Dröhnen)

Die Gelüste des Fleisches...

sind für mich von keinerlei Interesse.

Erdbeeren andererseits...

'19.

'22.

'26.

'31.

(geheimnisvolle Musik)

(Marchal) 1619, 1622,

'26, '31.

Vier Kinder bei der Geburt gestorben.

(Phillipe) Und?

Das war sieben Jahre vor der Geburt Eures Bruders.

Was ist in dieser Zeit geschehen?

Nichts. Sie versuchten es, aber ohne Erfolg. Dann kam mein Bruder.

- Ja, vielleicht. - Was gäbe es für eine andere Erklärung?

Und wenn Euer Vater Zweifel gehabt hat, dass er je einen Sohn zeugt?

Seine Frau konnte ihm keinen gebären.

Das ist für jeden König ein Albtraum.

Dann wäre ihm nur eine Möglichkeit geblieben.

- Mit einer anderen einen Erben zeugen. - Genau.

Einen Erben, der vielleicht noch am Leben ist.

Und eine Maske trägt, um seine Identität zu verbergen.

Ja.

Das hieße, mein Vater hätte eine Mätresse gehabt.

Ich weiß nicht, ob mein Vater Affären hatte.

Ich kenne jemanden, der es wissen muss.

(Phillipe) Ich sah ihn seit zehn Jahren nicht im Salon.

(Marchal) Das Leben in Versailles gefällt ihm nicht.

(Phillipe) Seid Ihr sicher, er lebt?

(Marchal) Monsieur?

Monsieur.

Was ist denn? Brennt es etwa?

Oh.

Guten Abend, Euer Hoheit.

Bitte entschuldigt, dass wir Euch so spät noch stören.

Gewiss habt Ihr gute Gründe dafür.

Ich habe eine Frage an Euch. Ihr kanntet doch meinen Vater.

Ich hatte die Ehre, ihn "Freund" zu nennen, ja.

Hatte er Mätressen?

Euer Vater war ein hingebungsvoller Ehemann.

Hatte er irgendwelche Mätressen?

Nein, nicht dass ich wüsste.

Ihr lügt.

Ihr wart mit dem Comte de Soissons befreundet, nicht wahr?

(Marchal) Hm?

- Ich habe ihn nur flüchtig gekannt. - Nur flüchtig?

Doch Ihr habt Euch mit ihm verschworen,

um Euren Freund, den König, zu stürzen.

Es wäre doch ein Jammer, wenn der gegenwärtige Monarch

von Eurem Verrat gegenüber seinem Vater erführe.

Erzählt mir von seinen Mätressen.

Mag sein, dass es Euch hier nicht gefällt,

aber eine kalte Gefängniszelle gefällt Euch sicher noch weniger.

- Es gab da ein Gerücht. - Ihren Namen.

Louise de la Fayette.

Sie war eine Trauzeugin der Königin.

Was ist aus ihr geworden?

Nach ihrer Liaison mit Eurem Vater...

verließ sie den Hof

und ging in ein Kloster in Chaillot.

Ich glaube, Euer Vater hat sie bis an sein Lebensende

dort immer wieder besucht.

Diese la Fayette könnte ein Kind geboren haben,

das mein Vater legitimiert hätte, wenn Mutter keinen Erben geboren hätte.

So wird es gewesen sein.

Und als Euer Bruder geboren wurde,

hat la Fayette den Hof lieber verlassen.

Ihr seid mir böse.

(Maintenon) Nein.

Ich ärgere mich über mich selbst.

Warum?

Ich verstehe, Ihr habt Pflichten, die Ihr nicht vernachlässigen dürft und...

Ich weiß, es ist naiv und kindisch von mir, aber ich kann nichts machen.

Das verstehe ich.

Wirklich?

Ich habe von Anfang an geträumt, ich wäre mit Euch zusammen.

Jetzt bin ich es und erlebe, wie man Euch mir wegnimmt.

Ihr habt mir gesagt, ich würde nie wieder einsam sein.

Und jetzt...

sage ich Euch das Gleiche.

(sanfte Musik)

(Pferde schnauben angestrengt)

Steh auf.

- Was ist denn? - Mach dich fertig.

- Wofür? - Um einen Kardinal zu treffen.

Beeindrucke ihn mit deiner Intelligenz

und mit allem, was du ganz bescheiden aufbringst.

Warum?

Weil du mit seiner Hilfe Königin von Spanien wirst.

Ich schulde Euch Dank.

Dass Ihr vor mir steht, heißt,

Ihr habt Eure Aufgabe mit Mut und Originalität gelöst.

Danke, Euer Hoheit.

Allerdings...

muss ich Euch warnen:

Ich stehe unter Verdacht.

Der Leiter der Polizei des Königs ist überzeugt,

dass die Königin ermordet wurde.

- Hat er einen Beweis dafür? - Nein.

Aber ich habe Angst vor ihm.

Ohne Beweise gibt es keinen Grund für Angst.

Ihr werdet bleiben und bis zu ihrer Abreise ein Auge auf meine Nichte haben.

Wie Ihr wünscht.

Was könnt Ihr mir über Louis sagen? Was hat er vor?

Der König regelt seine Angelegenheiten vertraulich.

In den Salons wird kaum über Politik geredet.

Irgendetwas gibt es immer.

Hatte er vielleicht Besuch?

Gestern war ein ausländischer Händler hier.

Im Gespräch mit Monsieur Colbert.

Ein Händler.

Was für ein Händler? Woher kam er?

Das weiß ich nicht.

Er sah aus wie jemand aus dem Orient.

Aha.

Er sagte, er würde mit dem Schiff von Toulon nach Malta fahren.

(beunruhigende Klänge)

- Sucht den Händler. - Ja, Euer Majestät.

Bitte akzeptiert mein tiefes Beileid.

Ihr Tod ist tragisch, sie war eine wunderbare Frau.

Ich danke Euch für Eure Gedanken.

Ihr müsst einsam sein ohne sie.

In meinem Herzen ist sie bei mir.

Im Herzen ist sie bei uns allen.

Habt Ihr gedacht, ich käme nicht dahinter?

Dahinterkommen?

Sie sollte nach Spanien gehen,

um zu helfen, Eure Nichte mit König Carlos zu verheiraten.

- Ihr habt sie benutzt. - Da war ich nicht der Einzige.

Warum seid Ihr hierhergekommen?

- Um zu trauern. - Das war doch nicht der einzige Grund.

- Nein? - Ihr wolltet den Kardinal sehen.

Um ihn wegen Spanien auf Eure Seite zu ziehen.

Ihr lest in mir wie in einem Buch, Louis.

Wie ich in Euch lese.

- Aber ich werde Erfolg haben. - Nein, das glaube ich kaum.

Er wird Euch nach dem Munde reden,

aber er weiß, dass Ihr ein schwacher Dummkopf seid.

Ach, übrigens, Eure Frau war eine wunderbare Liebhaberin.

So viel Leidenschaft.

So viel Fantasie.

(aufreibende Klänge)

(düster pochende Klänge)

- Kann ich helfen? - Ja. Indem Ihr verschwindet.

(Phillipe seufzt frustriert)

- Hattet Ihr Glück? - (Marchal) Vielleicht.

Die Vorstellung, einen Halbbruder zu finden,

erschreckt mich.

Wir werden es bald wissen.

Darin sind alle Geburten und Todesfälle in der Gemeinde in den letzten 50 Jahren.

Geht man am Rande einer Klippe und springt nicht freiwillig,

kann man sicher sein, dass Louis einen schubst.

Vielleicht ist sein Wunsch aufrichtig, das Heilige Römische Reich zu schützen.

Das ist meine Aufgabe.

Aber seid Ihr dazu überhaupt noch in der Lage?

Louis dient niemandem außer sich. Er hält sich für Gott.

Er hat Stärke und Autorität,

die Euch vielleicht fehlt.

Der Papst hat der Verbindung Eleonores mit König Carlos zugestimmt.

Womöglich.

Nach dem Tod der Königin hat er keinen Anspruch.

Seid Euch da nicht so sicher.

Auch nichts.

Gar nichts.

Monsieur Marchal, Seine Majestät wünschen, Euch zu sprechen.

Monsieur Marchal, ich habe eine Aufgabe für Euch.

Stets zu Diensten.

Sie betrifft Kaiser Leopolds Nichte, Prinzessin Eleonore.

Sie ist zu einem Störfaktor in meinen Plänen geworden.

Und ich mag keine Störfaktoren.

Bei allem Respekt, Euer Hoheit.

Hat die Prinzessin so ein Schicksal verdient?

- Sie ist jung. - Aber gefährlich.

(bedrohlicher Klang)

- (lautes Klopfen) - Ja?

Guten Tag.

Wie ich sehe, seid Ihr offiziell hier.

Ihr sucht nach einem Beweis.

Aber irgendetwas stört Euch dabei.

Was ist es?

Ich beginne, alles infrage zu stellen, woran ich glaube.

Alles, was ich getan habe.

Dinge, von denen ich wünschte, ich hätte sie nie erfahren.

(sanfte Musik)

(beide atmen schwer)

(Sophie) Danke.

Wofür?

Dass Ihr mir vertraut.

Sehen wir uns denn bald wieder?

Oder bin ich nur eine flüchtige Affäre?

(Marchal seufzt)

Ich besuche Euch heute Abend wieder,

wenn ich darf.

Ihr dürft.

Ich möchte...

dass Ihr inzwischen etwas für mich tut.

Das ist nun der wahre Grund für Euren Besuch?

Nein.

Und, was soll ich machen?

Wie Ihr vielleicht wisst,

empfindet der König eine gewisse Sympathie für die Prinzessin Eleonore.

Ja, das ist mir auch aufgefallen.

Ihr steht der Prinzessin nahe.

Seine Majestät möchte die Prinzessin wiedersehen.

Allein.

Ohne dass ihr Onkel das erfährt.

Wann?

Und wo?

Unmittelbar vor der Beerdigung.

In der Orangerie.

- Vertraut Ihr mir jetzt? - Ja.

(unheilvoller Klang)

- Wo ist Euer Onkel? - Keine Ahnung.

- Ihr seid in Lebensgefahr. - Ich bin verdammt, falls Ihr das meint.

Nein. Hört zu.

Hört mir zu.

Ich glaube, jemand will Euch umbringen.

- Und wer? - Leute des Königs.

Wir müssen Euren Onkel warnen. Ihr müsst sofort nach Spanien.

- Ich will aber nicht nach Spanien. - Ihr könnt nicht hierbleiben!

Und was soll ich jetzt tun?

- Schnellstens fliehen. - Und wie?

- Ich werde Euch helfen. - Warum sollte ich Euch vertrauen?

- Weil ich Euch begleite. - (Leopold) Eleonore?

- Wann? - Unverzüglich.

Bist du bereit?

Wenn Seine Majestät mir verzeihen, bleibe ich in meinen Gemächern.

- Warum? - Ich fühle mich nicht wohl, Onkel.

Eine Frauensache.

Ach so.

Verstehe.

Wie du meinst.

(bedrohliche Musik)

- Seid Ihr sicher? - Ich habe nichts zu verlieren.

(Phillipe) Ich habe recht.

"Geboren an diesem Tag

im Jahre des Herrn 1637,

ein Sohn, Robert.

In Gegenwart von Hochwürden Martin, dem Gemeindepriester,

und Madame Secretan, Hebamme."

"Louis de Bourbon, König von Frankreich."

Und Louise de la Fayette.

(getragene geistliche Gesänge)

Was ist mit Euch?

Nichts.

(Gesang klingt aus)

(Bossuet) Wir haben jemanden verloren...

der uns ans Herz gewachsen war.

wir weinen ihretwegen.

Wir weinen unseretwegen.

Wir spüren unser eigenes Leid.

Und wir stellen das Mysterium unseres himmlischen Vaters infrage.

(Bossuet) Aber was ist das Leben des Menschen...

wenn nicht ein kurzer Augenblick im Licht...

auf allen Seiten umgeben...

von den endlosen Schatten der Finsternis?

Wir haben Angst vor dieser Finsternis.

Wir kennen sie nicht.

Aber wir sollten sie nicht fürchten.

Wir sollten sie annehmen.

Denn es ist überhaupt keine Finsternis...

sondern ein Licht, das bis in alle Ewigkeit strahlt.

Es ist das Licht des Glaubens.

Der Herrlichkeit.

Es ist das Licht Gottes.

Eine wunderbare Zeremonie.

(Phillipe) Bruder.

Bruder.

(leise) Ich muss dich sofort sprechen.

Sofort.

Sprich.

Sag mir, was du getan hast.

Ich habe nichts getan.

Was ist passiert? Worum geht es?

- Um die Wahrheit. - Die Wahrheit?

Wir haben einen älteren Bruder.

(dramatisches Dröhnen)

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