All language subtitles for Versailles.S03E04.German.DL.1080p.BluRay.x264-iND

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Original subtitles

(Ketten klirren leise)

(düstere Klänge)

Auf den Straßen von Paris...

habe ich gehört, wie Ihr Euch "Gerechtigkeit" genannt habt.

(Marchal hustet)

Erst nehmt Ihr unser Geld, dann die Menschen, die wir lieben.

Obwohl die weder Euch was getan haben,

noch dem König.

Deshalb bin ich...

heute die Gerechtigkeit.

(bedrohliche Musik)

(Marchal keucht)

Eine Narbe für jeden Tag, den der König sie eingesperrt hält.

(Louis seufzt)

Euer Hoheit.

Monsieur Marchal hat eine Menge Feinde.

Und viele davon warten darauf, ihm etwas zu tun.

Nein. Er ist nicht das Ziel.

Ich bin es. Das ist Vergeltung für die Gefangennahmen in Paris.

Ich habe drei Möglichkeiten.

Hinrichtung der Gefangenen,

Paris auseinandernehmen, Stein für Stein, bis Marchal gefunden ist,

oder beides.

Mit Verlaub, Euer Hoheit.

Beide sind unverhältnismäßig.

Die haben Euch beinahe umgebracht.

Sie haben den Sicherheitsexperten entführt, das ist unverhältnismäßig!

Nehmt ein paar Männer. Fangt da an, wo wir die Gefangenen machten.

Klopft an Türen, schlagt sie ein, wenn es nötig ist.

Wie können sie es wagen?

Ohne mich würden sie allesamt im Elend leben.

Und wo ist überhaupt mein Bruder?

Das weiß ich leider auch nicht, Euer Hoheit.

(aufreibende Musik)

(düsteres Grollen)

(Philippe) Nein. Nicht. Nicht!

Bruder, deine Abwesenheit wurde bemerkt.

Ich hatte etwas Wichtiges zu erledigen.

Wichtiger als eine Ratsversammlung?

Es geht darum, dass ich den Mann mit der eisernen Maske gesehen habe.

Bevor ich mit ihm reden konnte, griff man mich an.

Wer griff dich an?

Die Männer, die ihn bewachen. Das sind keine normalen Wachen.

Die sind bereit, zu töten.

- Und auch zu sterben. - Wussten die, wer du bist?

Es war keine Zeit, sich formal vorzustellen.

Und? Was wirst du jetzt machen?

Vielleicht kann ich helfen.

In Monsieur Marchals Abwesenheit...

könnte ich Seine Hoheit dahin begleiten, wo sich dies ereignete,

und ihm helfen, die Angreifer zu entlarven.

Bruder?

Ich will Euch nicht von Wichtigem abhalten.

Was könnte wichtiger sein als der Seelenfrieden Seiner Majestät?

Kümmert Euch nicht um meinen Seelenfrieden.

Ich will nur wissen, wer mich umbringen wollte.

(unheilvolle Klänge)

(Titelmelodie von M83)

(melancholische Elektro-Popmusik)

(spannungsvolle Musik)

Hier hat schon lange niemand mehr gelebt, Euer Hoheit.

Außer vielleicht Wilderer. Oder Landstreicher.

Ein Landstreicher mit Leibwache?

Das wohl nicht.

Und er war wo, als Ihr ihn gesehen habt?

Hier, wo ich jetzt stehe.

Ich habe ihn durchs Fenster gesehen, durch das da.

(unheilvolle Klänge)

Wollen wir uns draußen umsehen?

Sehr gute Idee. Ja.

Hier.

Geht zu allen Häusern in der Umgebung.

Befragt die Bewohner. Haben sie jemand Verdächtiges gesehen?

Wer ist der Eigentümer dieses Hauses? Berichtet mir heute Abend darüber.

Ich frage mich, ob ich mir das nicht eingebildet habe.

Euer Hoheit, ich glaube, dass Ihr jemanden gesehen habt.

Die Frage ist wen.

Ich bin so entschlossen wie Ihr, der Sache auf den Grund zu gehen.

Danke.

Darf ich vorschlagen, zum Palast zurückzukehren?

(unheilvolle Klänge)

Danke.

Euer Majestät?

Ich dachte, Ihr reist nach Spanien.

Ich habe mich krank gefühlt und bin umgekehrt.

- Geht es Euch wieder besser? - Ja.

Und es ist nicht zu spät.

Ich lasse alles vorbereiten und informiere den Kaiser.

- Nein. - Euer Majestät.

Ich bitte Euch dringend, abzureisen.

Ich habe mich entschieden: Mir ist klar, meine Pflicht liegt hier.

Euer Majestät.

Bleibt Ihr hier, so ist das auch nicht ungefährlich.

Ihr meint wegen des Königs?

Er wird es nicht herausfinden.

Wie Ihr wünscht.

Habt Ihr eine Nachricht von Leopold bekommen?

Nein.

(bedrückende Musik)

(Mann hustet)

Komm jetzt. Du musst essen.

(Tristan hustet)

(Tür wird aufgeschlossen)

(unheilvolle Musik)

(Glockengeläut)

(Jeanne seufzt)

(Jeanne erschrickt) Oh Gott. Mein Gott.

- Du weißt, wer er ist? - Gewiss. Was macht er hier?

- Ich weiß nicht... - Ich habe ihn hergebracht.

- Er nahm meinen Sohn mit. - Und das bringt ihn zurück?

- Ja. - Du verdammter Dummkopf.

Die Musketiere des Königs durchsuchen die Stadt.

Was, wenn sie ihn hier finden?

- Dann lässt er uns hinrichten. - Und was ist mit Tristan?

Es tut mir leid, für dich und für ihn.

Aber er kann nicht meine einzige Sorge sein.

Ja. Was ist deine einzige Sorge? Die Gunst des Königs zu kaufen?

- Bastien. - Hä?

Mein Bruder hat recht.

Das war eine ganz dumme Idee.

Aber unsere Sache ist nicht verloren.

Am besten gehen wir direkt in den Palast

und sagen, wir haben ihn gefunden.

- Du willst mich verraten? - Nein.

Wir geben deinen Namen nicht preis, wir sagen,

dass wir deinetwegen vorsprechen wollen,

um über einen Austausch der Gefangenen zu verhandeln.

Wir?

Du.

(Tür wird geöffnet)

Wie ich sehe, ist Ihre Majestät genesen.

Offenbar seid Ihr enttäuscht.

Nur Euretwegen.

Ich weiß, wie gern Ihr Euren Bruder sehen würdet.

- Was für Beschwerden hattet Ihr? - Nur eine leichte Erkältung.

Wenn sie nur leicht war, warum setzt Ihr die Reise nicht fort?

Ich hatte das Gefühl, sie würde durch die Reise schlimmer.

Ich nehme an, dass Ihr vorhabt, bald wieder aufzubrechen.

Nein, ich habe beschlossen, hierzubleiben.

- Und Euer Bruder? - Warum all diese Fragen?

Seine Majestät bringen mich wieder ins Krankenbett.

Da Euer Bruder wohl nicht mehr lange leben wird,

habe ich angenommen, Ihr wärt entschlossen, ihn zu besuchen.

Er braucht mich nicht mehr. Der Besuch hätte nur mir genutzt.

Ich bin es gewohnt, mich selbst zu verleugnen.

Hat Madame de Maintenon seit der Abreise ihr Schweigen bewahrt?

Ich hörte nichts von ihr und wünsche es nicht.

Eine enge Freundin wie sie zu verlieren, kann schwierig sein.

Außer die Freundin ist nicht so loyal, wie man gedacht hat.

Danke, dass Ihr mich begleitet habt.

Es war mir ein Vergnügen. Und eine Ehre.

Und ich melde mich dann bei Seiner Hoheit, sobald die Nachforschungen beendet sind.

Nein, ich denke, wir sollten sie einstellen.

Euer Hoheit?

Ich habe darüber nachgedacht und...

ich glaube, mein Bruder hat recht.

Es gibt Wichtigeres, als auf einen Mann mit eiserner Maske Jagd zu machen.

Wie Seine Hoheit wünschen.

(unheilvolle Klänge)

(Marchal stöhnt)

Es tut mir leid, dass das passiert ist.

Ich gebe Euch nicht die Schuld daran.

Ich bin Euch dankbar für Eure Fürsorge.

Wie lange dient Ihr dem König?

Schon mein ganzes Leben.

Macht es Euch nichts aus, immer zu tun, was der König sagt?

Es ist eine Ehre, Seiner Majestät zu dienen.

Meine Loyalität wird anerkannt.

Ist er auch Euch gegenüber loyal?

Selbstverständlich.

Aber wie lange noch?

Es mag ja sein, dass er Euch in edle Stoffe kleidet.

Aber letztlich seid Ihr nicht mehr als ein nützliches Werkzeug.

Und sobald Ihr ihm nicht mehr nützlich seid,

werdet Ihr wie alle anderen ins Armengrab geworfen.

Genau wie wir alle.

Wisst Ihr, wie es ist, arm zu sein?

Jeden Tag von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang zu arbeiten?

Ich habe bittere Armut gesehen.

Sehr viel Leid.

Schrecken jenseits Eurer schlimmsten Fantasien.

Und was ist mit Ungerechtigkeit?

Die überall um Euch herum ist.

Ihr tut nichts, um sie zu beenden.

Ihr seid dumm. Ihr solltet lernen, Eure Zunge im Zaum zu halten.

Und Ihr solltet lernen, Eure Augen zu öffnen.

Und wozu?

Für die Wahrheit.

Ich war in Versailles.

Ich habe den König und seinen Hof gesehen.

Überquellend von Protz und Wohlstand.

Vollgestopft mit Essen und Wein.

Träge durch Glücksspiel und Ausschweifungen.

So sind die Dinge nun mal.

Wir alle müssen lernen, unser Schicksal zu ertragen.

Müssen wir das?

(dissonante Klänge)

Ihr glaubt, Ihr könnt mir Bedingungen diktieren?

Dem König von Frankreich? Ihr wagt es, mir zu sagen, was ich tun soll?

Nein, Euer Hoheit.

- Die, die Monsieur Marchal festhalten. - Gebt mir die Namen.

- Das kann ich nicht, Euer Majestät. - Warum nicht?

- Ich kenne sie nicht. - Das soll ich glauben?

Was geht hier vor?

Marchals Entführer wollen ihn gegen unsere Gefangenen austauschen.

Ich will ihre Namen wissen.

- Er sagt, er kennt sie nicht. - Zeitverschwendung.

Ich kenne den Mann. Wenn er sagt, er kennt sie nicht, ist das die Wahrheit.

Wir danken Euch für Eure Hilfe.

Und ich danke Euch für Eure.

Ein Austausch scheint eine vernünftige Lösung.

- Sie sollen davonkommen? - Wenn Marchal gerettet wird?

- Ich bin nicht in Stimmung für Vernunft. - Deine Sicht ist getrübt.

Geh mit ihnen verbindlich um, und sie respektieren dich.

Behandle sie mit Grausamkeit, und sie wenden sich gegen dich.

Wichtig ist nur, dass wir Marchal zurückbekommen.

Ich werde persönlich den Austausch überwachen.

Meinetwegen.

Aber er muss zuerst freigelassen werden.

Wenn ich ihn mit eigenen Augen gesehen habe, lasse ich die Gefangenen frei.

Wie du möchtest.

Hugues.

Euer Hoheit?

Auf ein Wort, bevor Ihr geht.

Tut mir leid.

Man sollte sich nie dafür entschuldigen, dass man gewinnt.

Ich hatte das Gefühl, Ihr wärt entschlossen, abzureisen.

Ich habe beschlossen, dass ich hierbleibe.

Und was hat Euch dazu bewogen?

Hat der König Euch gebeten, mit mir zu reden?

Warum sollte er das tun?

Weil er so etwas tut, und weil er weiß, dass wir uns sehr nahestehen.

Ich habe Pik ausgespielt, Ihr nur Karo.

Bitte bestätigt, was ich Seiner Majestät schon sagte.

Ich habe mich krank gefühlt, habe beschlossen, umzukehren.

Und hierzubleiben, an der Seite Seiner Majestät.

Verlangt Ihr etwa, dass ich für Euch lüge?

(spannungsvolle Musik)

(Mann) Schnell, lauft weg! Hier lang!

- Beeilt euch! - (Frau) Schnell!

(aufgeregtes Stimmengewirr)

(spannungsvolle Musik)

Marchal?

Wann bekommen wir unsere Leute?

Lasst den Mann frei!

Nein! Nicht! Nicht!

Sobald Monsieur Marchal dem König gegenübersteht,

werden Eure Leute freigelassen.

Ihr habt das Wort des Königs.

Ihr habt das Wort des Königs.

Monsieur Marchal. Zu mir.

- Alles in Ordnung? - Danke, Euer Hoheit.

Feuer!

Nein! Nicht!

- Geht in Deckung! - (Hugues) Feuer!

(hallend) Feuer!

(Phillipe atmet schwer)

Ich habe diesen Menschen dein Wort gegeben.

Ich habe ihnen eine Lektion erteilt.

Sie werden dankbar sein, dass du ihre Väter und Brüder abschlachtest.

Ich habe getan, was notwendig war.

Sinnloses Abschlachten...

ist niemals notwendig.

Monsieur Marchal. Ich freue mich, dass Ihr wieder da seid.

Ihr müsst sofort zu einem Arzt.

Und die Gefangenen, Euer Hoheit?

Was habt Ihr mit denen vor?

Sie werden mit dem Respekt behandelt, den sie verdienen.

Ja, Euer Hoheit.

(düstere Klänge)

(Husten)

Es wird alles gut.

Bald sind wir hier raus.

Hören Sie, mein Freund, der junge Mann ist krank.

Er braucht einen Arzt.

Wenn Ihr nichts tut, stirbt er. Wollt Ihr das vielleicht?

Mögest du in der tiefsten Hölle verrotten.

Geht es Euch besser?

Durchaus, Euer Hoheit, danke.

Was haben die Euch angetan?

Solche Dinge vergisst man am besten.

Was könnt Ihr mir über dieses Symbol sagen?

Hm...

So eine Waffe habe ich noch nie gesehen.

"Diaboli mors".

Jemand wollte mich damit aufschlitzen.

Jemand könnte uns helfen. Wenn Ihr mitkommen wollt?

Ich komme mit.

Seine Majestät verlangen nach mir?

(Louis seufzt verärgert)

Wie ist die Stimmung der Königin?

Sie ist erleichtert, dass sie von der Reise abgehalten wurde.

Und Ihr glaubt ihr das?

Wenn ich so sagen darf:

Seine Majestät sind unnötig argwöhnisch.

Niemand liebt Euch so wie Eure Frau, sie ist über jeden Verdacht erhaben.

Eure Loyalität gereicht Euch zur Ehre.

Euer Hoheit, Ihr könntet Ablenkung brauchen.

Und an was für eine Art Ablenkung denkt Ihr dabei?

Ein faszinierender Mann ist in den Salons, ein Wissenschaftler und Philosoph.

Monsieur de Puy. Er ist sehr unterhaltsam.

Ich fürchte, seine Ideen sind nicht nach dem Geschmack Seiner Majestät.

Er ist Hugenotte, Euer Majestät.

Ein unterhaltsamer Protestant?

Und nun präsentiere ich Euch das menschliche Gehirn.

Das hervorragendste Werk Gottes, zu den höchsten Künsten fähig.

Als Theologe verbeuge ich mich vor der Erhabenheit Gottes,

aber als Wissenschaftler ist es meine Aufgabe, seine Schöpfungen zu untersuchen,

um Seine Genialität wirklich zu verstehen.

René Descartes, selbst tiefgläubiger Katholik,

hat mir den Sitz der menschlichen Seele gezeigt.

Sie befindet sich genau hier.

In der Zirbeldrüse.

Durch das Lernen fragen wir, bewundern wir, suchen wir.

Und wir kommen immer weiter beim Finden der Antworten

auf die größten Fragen des sterblichen Lebens.

Während Gott die Welt geschaffen hat,

ist es die Wissenschaft, die ihre Geheimnisse und Mysterien

enthüllen kann.

(beeindrucktes Raunen und Applaus)

Das ist eine große Ehre, Euer Hoheit.

Ein faszinierender Vortrag.

Meinen Glückwunsch.

Lasst ihn einsperren.

Was hat das zu bedeuten? Ich bin Wissenschaftler.

Ich möchte Euch abraten. Das wäre sehr unklug.

Ich nenne das feige.

Überlasst das mir. Ich werde mit dem König reden.

Ich werde sehen, was ich für seine Freilassung tun kann.

Ich danke Euch.

(Mann ächzt)

Ihr habt mich belogen.

Ich habe keine Ahnung, wie Euer Hoheit darauf kommen.

Der Mann mit der eisernen Maske ist noch am Leben.

Ich bin der Direktor dieses Gefängnisses, ich kenne jede Wache,

jeden Gefangenen, jede Ratte.

Gäbe es einen Gefangenen mit einer eisernen Maske, wüsste ich davon.

(Direktor ächzt)

- Wer ist er? - Woher soll ich das wissen?

Er existiert nicht.

(Direktor schreit auf)

Ich weiß es trotzdem nicht.

(Phillipe) Was ist hiermit?

- Was ist damit? - Dieses Symbol.

- Was bedeutet es? - Ich weiß es nicht.

Ich habe noch nie so einen Dolch gesehen.

Ihr habt Macquart getötet, stimmt's?

- Er hat sich das Leben genommen. - In wessen Auftrag wurde er getötet?

Der einzige Mensch, der hier Befehle gibt, bin ich.

Und da ich seinen Tod nicht befohlen habe,

muss er sich selbst das Leben genommen haben.

Kann ich Seine Majestät bezüglich des Wissenschaftlers Monsieur de Puy sprechen?

- Ein Freund von Euch? - Nein.

Aber ich bin überzeugt, ihm wurde Unrecht getan.

Ihn einzusperren, weil er seine Meinung gesagt hat, finde ich unverhältnismäßig.

Und das wünscht Ihr Seiner Majestät zu sagen?

Ja, durchaus.

Ich muss sagen, solche Worte aus Eurem Mund zu hören,

hätte ich niemals erwartet.

Also, das nehme ich als Kompliment.

Ich warne Euch, der König ist schlechter Stimmung.

Ich rate Euch, mit Eurem Anliegen zu warten,

bis sich die Wolken verzogen haben.

Ja?

Ich glaube, Seine Majestät haben die Grenzen des Anstands überschritten

bei der Behandlung des Wissenschaftlers de Puy.

Ja, das stimmt.

(Mann) Ja, das sollte man meinen.

(erregtes Stimmengewirr)

(Lachen und freudige Rufe)

Tristan.

Tristan.

Tristan.

Und? Wie geht's dir?

- Wo ist Olivier? - Das weiß ich nicht.

(Bürger) Lasst ihn gehen!

- (Bürger) Unternehmt was! - (Bürgerin) Was haben die vor?

(düstere, dissonante Klänge)

(Bürger) Nein, nein, nein.

(entsetzte Laute)

(Schlag, entsetzte Laute)

(Schlag, langgezogener Schrei)

(Bürger) "Gerechtigkeit"?

(Jeanne wimmert)

(heiser) Findet die Kraft, euch zu wehren.

(düsteres Rauschen)

Ein einarmiger Bettler könnte das besser.

Geht mir aus den Augen.

Ja?

Es gibt Neuigkeiten von unseren Spionen aus Spanien.

Und welche?

Sie betreffen den berittenen Zug von österreichischen Adligen,

die vor ein paar Wochen die Grenze überschritten.

Offenbar sind sie in Madrid eingetroffen und wurden von König Carlos empfangen.

Ich hatte gehört, der König wäre todkrank und auf dem Sterbebett.

Nein, offenbar fühlt er sich wohl,

und man erwartet, dass er den Winter übersteht.

(leiser sirrender Klang)

Dann geht es wohl voran mit den Hochzeitsvorbereitungen.

Sorgt dafür, dass Prinzessin Eleonore mich in den Gärten trifft.

(leise Unterhaltungen)

Madame. Ich habe gute Neuigkeiten.

Wie schön.

Der König hat versprochen, über die Angelegenheit nachzudenken.

Bis dahin muss Euer lieber Monsieur de Puy noch in der Zelle ausharren.

Ich hoffe, er wird nicht misshandelt.

Jemand so Faszinierendes wird ohne Mühe Freundschaften schließen.

Das ist wahr.

Ich kenne den König.

Wenn er Eurem Freund etwas antun wollte, wäre der bereits tot.

Ich bin für Eure Hilfe sehr dankbar.

Ich tue das nicht für ihn.

Ich weiß.

Genießt Ihr Eure Zeit in Versailles?

Sehr sogar.

Ihr müsst Heimweh haben.

Noch nicht.

Aber gewiss bedauert Ihr, dass Ihr nicht nach Spanien gereist seid?

- Um zu heiraten. - Euer Hoheit?

Ich weiß, was Euer Onkel vorhat. Ihr müsst mir nichts verheimlichen.

Wie Ihr wünscht.

Euer Onkel wird enttäuscht sein.

Er wird sich auch ohne mich in Spanien wohlfühlen.

Was gefällt Euch eigentlich am besten in Versailles? Die Gärten?

Nein.

Ich mag Menschen lieber als Blumen.

Jemanden ganz besonders?

Da gibt es einen.

Ich gebe heute Abend ein Fest. Ich hoffe, Euch da zu sehen.

- Ich wüsste nicht, was mir lieber wäre. - Gut.

Sagt der Königin, ich wünsche, sie zu sehen.

Unverzüglich.

Ich wünsche mir Euren Rat.

Aber gern. Zu welchem Thema?

Zum Thema Hochverrat.

Ah ja?

Ich kam kürzlich dahinter,

dass sich jemand, der mir sehr nahesteht, gegen mich verschworen hat.

Nicht nur, um mich zu zerstören.

Sondern auch mein gesamtes Imperium.

Die Frage ist, was ich mit der Person mache.

Was würdet Ihr tun?

Ich kenne die näheren Umstände nicht.

Nein.

Aber Ihr kennt die beteiligte Person.

- Dachtet Ihr, ich würde es nicht erfahren? - Was meint Ihr?

Ihr wolltet mit ihm Eleonore mit Carlos verheiraten.

Mit wem?

Mit dem geschätzten Cousin Leopold.

Ich weiß nichts von so einem Verrat.

- Darum wolltet Ihr nach Spanien. - Ich wollte meinen Bruder besuchen.

Denn sein Gesundheitszustand ist schlecht.

Keineswegs so schlecht.

Ich habe die Bestätigung bekommen,

dass sich Carlos bester Gesundheit erfreut.

Wenn das so ist, dann war Gott ihm gnädig.

Erklärt mir den Zufall, dass meine Frau und ihr Cousin,

beide Habsburger, Versailles verlassen und sich auf den Weg nach Spanien machten.

Erklärt mir das jetzt.

Ach du meine Güte. Ihr habt mit ihm geschlafen?

Warum seid Ihr zurückgekommen?

Weil mir klargeworden ist, dass mein Platz nun mal an Eurer Seite ist.

- Ihr konntet es nicht zu Ende führen. - Ihr zweifelt an meinen Worten.

Bitte vertraut mir wegen meiner Taten. Ich bin zurückgekommen.

Ja, das seid Ihr.

Die Königin wird den Palast nicht mehr verlassen.

So machen wir das mit Vögelchen, die davonfliegen wollen.

(dramatische Musik)

(düsteres Dröhnen)

(Glockengeläut)

Mutter Oberin.

Bitte setzt Euch.

Es ist eine große Ehre.

Ich komme, um zu fragen, ob Ihr Euch hier wohlfühlt.

Aber gewiss. Ich bin hier, um Erlösung zu suchen.

Es ist mein Wunsch, den Rest meines Lebens in Demut mit Gebeten zu verbringen.

Belügt mich nicht.

Das tue ich nicht.

Dieses fromme Aussehen mag viele täuschen, mich aber nicht.

- Ihr stellt meinen Gottesglauben infrage? - Nein.

Ich stelle Euren Glauben an Euch infrage.

Das verstehe ich nicht.

Was würdet Ihr tun, wenn der König hier nach Euch suchen würde?

Das weiß ich nicht.

Ich glaube, Ihr wisst es, aber habt Angst, es auszusprechen.

- Ihr begehrt den König. - Ja.

Und? Was noch?

- Das ist alles. - Nein, ist es nicht.

- Sagt die Wahrheit. - Das tue ich.

(Mutter Oberin) Nein.

Ihr belügt Euch selbst, mich und Gott.

- Hört auf, mich anzugreifen. - Nicht ich bin es, der Euch angreift.

Es ist der Schatten Eures Zweifels.

Denn was begehrt Ihr wirklich?

- Sprecht es aus. - Bitte hört auf.

- Nicht, bevor Ihr es sagt. - Ich kann nicht.

- Sagt es! - Macht.

Ich will Macht.

Ich will Einfluss.

Freude, Schmerz.

Ich will meine Feinde zerschmettern.

Ich möchte die brennende Liebe unseres Herrn in mir spüren.

(dröhnende Klänge)

Seid willkommen, Bossuet.

Ich hoffe, Eure Reise war fruchtbar.

Ich bringe Grüße und alle guten Wünsche von Kardinal Leto aus dem Vatikan.

- Und einen Besucher. - Monsignore di Marco.

Der Kardinal war so freundlich, mir einen Reisegefährten abzustellen.

Versorgt unseren geschätzten Gast mit Speisen und Unterkunft.

Wenn Ihr "Reisegefährten" sagt, dann meint Ihr in Wahrheit "Spion"?

Der Kardinal bestand darauf, dass er mich begleitet.

Also, gehört nun Spanien nun oder nicht?

Der Kardinal erkennt den Anspruch Seiner Majestät

auf Spanien und seine Hoheitsgebiete an...

Ja?

Er sieht jedoch ebenfalls den machtvollen Anspruch Leopolds.

Demnach habt Ihr es nicht geschafft, ihn auf unsere Seite zu bringen?

Ich fürchte, Seine Majestät unterschätzen die Autorität des Vatikans.

Dort lässt man sich nichts vorschreiben.

Man bestimmt selbst den Kurs in solchen Dingen.

Ihr habt versagt.

Es ist nicht so, dass ich versagt habe, Euer Hoheit.

Ich habe Euch bestmöglich vertreten.

Aber Tatsache ist, dass Eure Position schwach ist.

Gibt es niemanden bei Hofe, auf den ich mich verlassen kann?

(unheilvolle Klänge)

(Feuerwerk zischt und quietscht)

(langsame, rhythmische Trommellaute)

(Gelächter, Unterhaltungen)

Seit sie weg ist, wirkt er wie ein wandelnder Leichnam.

- Sie fehlt ihm. - Also mir nicht.

Mir auch nicht.

Meinen Glückwunsch zu dieser Festlichkeit.

Ich diene, um zu gefallen.

(Diener flüstert unverständlich)

Guten Abend.

Ihr seht... ganz bezaubernd aus.

Danke, Euer Hoheit.

Es muss wunderbar sein, wenn man König ist.

- Wie kommt Ihr darauf? - Alles, was Ihr wollt, gehört Euch.

Vieles, was ich begehre, gehört mir nicht.

Vielleicht müssten Seine Majestät es nur versuchen.

Das hängt davon ab, ob es sich lohnt.

Was wollt Ihr hier? Ich verbot Euch, Kontakt aufzunehmen.

Ich hatte keine Wahl.

Der Duc d'Orléans war bei mir.

Er weiß zu viel. Ich will das nicht fortführen.

Ihr seid hier, um dem König zu dienen.

Ihr solltet die Konsequenzen bedenken,

wenn er herausfindet, dass Ihr an ihm zweifelt.

Weiß der König überhaupt, was wir tun?

Der König weiß alles.

Dann will ich mit ihm reden, und zwar selbst.

Denn ich brauche eine Garantie.

Das wird nicht nötig sein. Wie gesagt, Seine Majestät weiß alles.

Ich glaube, dass Ihr lügt.

Ob das zutrifft, werdet Ihr leider nie erfahren.

(Direktor atmet heftig)

(düstere Musik)

(Musik wird eindringlicher)

Wo gehen wir hin?

Irgendwohin, wo wir ungestört sind.

Habt Ihr Angst?

Das wäre ja absurd.

Dann sagt mir, was gefällt Euch an mir?

Ohne Zweifel vermutet Ihr,

dass ich vor allem angezogen wurde von Eurem...

...Reichtum?

Ja.

Aber inzwischen habe ich Euch kennengelernt.

Und ich finde Euch bezaubernd.

Intelligent...

geistreich.

Wart Ihr schon mal mit einer Frau intim?

Ja, gewiss.

Viele Male.

Einmal.

Halbwegs.

Was passiert nun, wenn Ihr mit einem Mann zusammen seid?

Normalerweise?

Einer von uns kniet sich hin.

Das ist wohl Euer erstes Mal?

Ist das so offensichtlich?

Offensichtlich.

Aber äußerst bezaubernd.

Lasst mich Euch sehen.

(sanfte Musik)

(unheilvolle Untertöne)

Monsieur Marchal.

Ich hörte, man hat Euch grausam behandelt.

Es geht mir gut. Die Ärzte haben mich zusammengenäht.

Vielleicht solltet Ihr einen Berufswechsel erwägen.

Oder findet jemanden, der auf Euch aufpasst.

Für dieses Spiel habe ich nichts übrig.

Ich spiele keine Spielchen.

(Sophie atmet zitternd aus)

Kommt her.

Näher.

Darf ich etwas fragen?

- Versprecht mir, nicht zu lachen. - Was wollt Ihr wissen?

Liebt Ihr mich?

Habe ich etwas Falsches gesagt?

Nein. Es liegt viel mehr an mir.

Zieht Euch an.

- Gefalle ich Seiner Majestät nicht? - Es ist nicht Eure Schuld.

Geht wieder in Eure Gemächer.

Ihr seid ja noch ein Kind.

Aber Ihr könntet mich lehren.

Jemand anderes wird diese Ehre haben.

Ich bedaure.

(leise, bedrohliche Klänge)

Was habt Ihr? Was ist passiert?

Ihr wart beim König.

Was ist passiert?

Er hat gesagt, ich wäre noch ein Kind.

Und ich weiß, dass er recht hat.

Ich bin ein Kind, das so tut, als wäre es erwachsen.

- Was habt Ihr getan? - Kommt jetzt.

Ich begleite Euch zu Euren Gemächern.

(unheilvoll donnernde Klänge)

Könnt Ihr nicht schlafen, Euer Hoheit?

Mein Körper ist müde, aber mein ist Geist rastlos.

Kann ich etwas für Seine Majestät tun?

Eure Gesellschaft genügt mir im Augenblick.

- Darf ich meine Meinung äußern? - Ja.

Die jungen Frauen, deren Gesellschaft Ihr genießt...

Was ist mit ihnen?

Ich fürchte, diese Frauen sind nicht die Lösung, Euer Hoheit.

Vielleicht ist das Problem eine andere Frau.

Nicht eine von denen, die Ihr habt, sondern die, die Ihr nicht habt.

Sie ist auf eigenen Wunsch fortgegangen.

Ihr sagtet, es war richtig, sie gehen zu lassen.

Wir haben uns wohl beide geirrt.

Und wenn ich nun zu ihr gehe...

ist das nicht ein Zeichen von Schwäche?

Ganz im Gegenteil.

(düsteres Dröhnen)

(Maintenon betet leise auf Latein)

Ihr habt mir gesagt, ich müsse mich ändern.

Und das akzeptiere ich jetzt.

Denn ohne Euch...

bin ich unvollständig.

Ich habe Trost gesucht bei anderen Frauen, im Genuss.

Aber das war ein schales Vergnügen.

Mein Urteilsvermögen hat versagt.

Ich brauche Euren Rat.

Ich möchte, dass Ihr zurückkehrt.

Es ist mir gleich, wer Ihr früher wart.

Ich liebe Euch.

Die, die Ihr jetzt seid.

Ihr werdet nie wieder vor mir knien.

(unheilschwangere Klänge)

(düsteres Dröhnen)

(nervenaufreibende Klänge)

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