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(Vogelgezwitscher)
Auge um Auge. Das ist eine deutliche Botschaft.
Euer Hoheit, das war ein einzelner Zwischenfall.
Eine kraftvolle Reaktion sorgt dafür, dass es so bleibt.
Der König muss dem Volk als gerecht erscheinen.
Das ist Gerechtigkeit.
(unheilvolle Klänge)
Ein Angriff auf die Obrigkeit wird nicht toleriert.
- Nein, Euer Hoheit. - (Bontemps) Euer Hoheit.
Die Maßnahmen sind bereits im Gange.
(Geschrei) (Mann) Ich habe nichts getan.
Keine Frauen und Kinder!
Tristan!
(bedrückende Klänge)
(Louis seufzt)
(Frau schreit)
(Frau stöhnt und ächzt)
Tristan! Tristan!
(lautes Geschrei)
Mitkommen.
Tristan!
(Marchal) Zieht die Waffen!
(Louis ächzt und schreit)
- Bleibt zurück! - Bastien, nein.
(Louis schreit)
(Louis ächzt und seufzt zitternd)
(zitternd) Das Böse muss ausgemerzt werden.
Wenn man es an der Wurzel packt...
wird es verkümmern.
(Louis atmet zitternd)
(Titelmelodie von M83)
(melancholische Elektro-Popmusik)
Komm her.
Komm.
- Na los. Vorwärts. - Ich bin unschuldig.
Komm her. Da rein.
(ruhige, elektronische Musik)
Geh schon.
(Schreie)
Bleib in meiner Nähe.
Ich passe auf dich auf.
(Bürger) Wir haben nichts getan. Ach, komm.
Was haben wir getan?
Legt meine Kleider neben das Bett, bitte.
Ich bin nicht deshalb hier.
Ich glaube, Ihre Majestät erwartet einen Boten.
Ihr täuscht Euch.
Ich bringe Neuigkeiten.
Vom Kaiser.
Spielt Ihr mit mir, Duchesse?
Ich führe nur einen Befehl aus.
Ein Wort von mir, und Ihr könntet Euren Kopf verlieren.
So wie Ihr.
Woher weiß ich, dass ich Euch trauen kann?
Ich weiß, wer Euch diese Brosche schenkte.
Ihr würdet Euren König verraten?
Ihr würdet Euren Gemahl verraten?
Ihr müsst den König überzeugen, dass er Euch morgen abreisen lässt.
Ich sorge dafür, dass Prinzessin Eleonore zu Euch stößt.
Dann kann sie mit Euch nach Madrid reisen, um Euren Bruder zu heiraten.
(bedrückende Musik)
(Musik wird leiser und ruhiger)
Warum denn nicht? Der Mond steht günstig für uns.
Das glaube ich kaum.
Das ist Eure Pflicht als mein Gemahl.
Noch ein Kind wird Euren Schmerz nicht lindern.
(Klopfen, Tür wird geöffnet)
Die Königin bittet um Eure Anwesenheit.
Ich weiß nicht wie.
Aber Madame de Maintenon hat uns verflucht.
(unheilvolle Klänge)
(irres Lachen)
(Gefangener)...winkt die Sau her. Kain, der Bruder von Abel.
Zwei Brüder, blutgetränkt
und für immer verflucht.
(Maria Theresia spricht spanisch)
Nein, das stimmt nicht, schreib...
(sie spricht spanisch)
Wie darf ich Euer Majestät dienen?
Ich bin froh, dass Ihr kommen konntet.
(bedrohlicher Klang)
Der ist... aus Madrid.
Mein Bruder ist sehr krank.
Ich fürchte, er wird den Sommer nicht überleben.
Das tut mir so leid.
Ich muss ihn ein letztes Mal sehen.
Aber ist das möglich?
Vielleicht können wir heute den König zusammen überreden.
Er hat immer Eure Ehrlichkeit und Freundlichkeit geschätzt.
Ihr wisst, wie es ist, von der Familie getrennt zu sein.
Oh ja, gewiss.
Ich kann Euch das Spielen beibringen.
Und wann man die Einsätze erhöht.
Wie man sich einen Vorteil verschafft.
Und wie man andere dazu bringt, ihn zu verlieren.
Wie man sich einen Mann angelt.
Und wie man ihn an Land zieht.
Und am Allerwichtigsten:
Wie Ihr die stärkste Waffe nutzt, die Ihr habt.
Diese zarte Blume, die Gott Euch gegeben hat.
Wir sollten miteinander reden.
Wo es keine spitzen Ohren und gierige Blicke gibt.
- Du könntest für ihn um Gnade bitten. - Die würden nicht auf mich hören.
- Aber du arbeitest für den Palast. - Ja, aber...
Um Gottes willen, vielleicht foltern die ihn.
Sie könnten ihn umbringen.
Wir tun, was wir können.
Wir bitten für ihn um Gnade. Auch auf Knien, wenn es sein muss.
Du hast schon einmal den König provoziert und hattest Glück.
Ja, aber Tristan ist ein Kind.
Ich will nicht, dass wir uns einmischen.
Der König wird gnädig sein.
Wir schulden das unseren Arbeitern.
Wir schulden ihnen, dass das Geschäft läuft.
Was nützt es, wenn keine Arbeit da ist?
Damit haben wir uns bereits eingemischt.
(düstere Klänge)
Wir glauben, dass der Mensch eine direkte Beziehung zu Gott haben kann.
Wir brauchen Geistliche,
um uns zu erleuchten und uns den Weg zu Gott zu zeigen.
Aber sie können nicht Gottes Platz einnehmen.
Sie können nicht für uns mit Gott reden.
Das brauchen sie auch nicht, denn das können wir selbst.
Wenn Ihr das sagt, stellt Ihr die Autorität der Obrigkeit infrage.
Nicht nur des Königs, sondern des Papstes.
Niemand respektiert den König oder den Papst mehr als ich.
Und was ist mit den körperlichen Dingen?
Seid präziser, aber nicht zu präzise.
Ermutigt der protestantische Glauben den Verkehr zwischen Mann und Frau?
Werden Katholiken nicht dazu ermutigt?
Ich meine, außerhalb der Ehe.
Ich persönlich halte den Verkehr...
zwischen Mann und Frau zu jeder Zeit für eine gesunde Sache.
- Wer nicht? - Die Kirche.
Sie sieht es nicht ganz so.
Ich glaube, da irrt sie.
- Ihr würdet Euch Eurer Kirche widersetzen? - Nein.
Aber ich habe das Recht, frei zu denken und die Welt infrage zu stellen.
Und niemand nimmt mir dieses Recht.
Bravo.
Bravo!
Wirklich anregend. Eine Herausforderung, um nachzudenken.
Nicht Eure einzige Herausforderung.
Was meint Ihr?
Die unerhört reiche Witwe, die Ihr verführen wollt.
- Macht Euch nicht lächerlich. - Gleichfalls.
Ihr habt nämlich keine Chance.
Warum nicht?
Weil sie Euch durchschaut.
Was ist mit ihm?
- Er ist von etwas besessen. - Oh ja.
Das war er mal von mir.
Im ersten Buch Mose steht, dass Kain Abel getötet hat.
Und dazu verdammt wurde, umherzuziehen.
Brudermord. So viel weiß ich auch.
Aber wieso?
Aus Missgunst. Aus Gier.
Es war die erste wahrhaft böse Tat.
Deshalb gab Gott ihm das Mal.
Welches Mal?
Gott hat Kain mit einem Mal versehen. Als Strafe für seine Tat.
Damit jeder wusste, wer er war.
Und dass er ein Sünder war.
War das... ein Symbol?
Eine Narbe?
Euer Hoheit.
Ich glaube, es war vielmehr ein Fluch.
Euer Hoheit. Die Bibel soll uns Menschen helfen.
Nicht Beunruhigung verursachen.
Durch Gebete könnt Ihr Euren Frieden wiedererlangen.
Das ist eine große Hilfe. Danke.
(spannungsvolle Musik)
- Jeanne, ich habe Nein gesagt. - Du hast keine Gewalt über mich.
- Wehe, du schreist noch mal den König an. - Das tue ich sicher nicht.
- Guillaume. - Euer Hoheit.
Ich sollte beim König erscheinen.
Ich weiß. Ich würde Euch gerne kurz sprechen.
- Aber gern, Euer Hoheit. - Könnten wir...
Geh zum König, aber erwähne nicht Tristan.
Das werde ich klären.
Ihr wirkt irgendwie beunruhigt.
Die Verhaftungen in Paris.
Alle sind beunruhigt. Wir beten, dass der König sie verschont.
Macht Euch deshalb keine Sorgen. Ich werde mit ihm reden.
Folgendes, ich habe ein...
geheimes Treffen in Paris.
Was ist das für ein Treffen?
Das ist schwer zu erklären.
Ich muss wissen, ob es sicher ist.
Ich begleite Euch.
Ich hatte gehofft, dass Ihr das sagt.
Ich muss Seiner Eminenz eine Botschaft bringen.
- Ihr findet sie am Ende des Ganges. - Danke.
Das kommt aus Frankreich, Euer Eminenz.
Demnach spürt der geschätzte Monsieur Bontemps...
dass sich in Versailles Ärger zusammenbraut.
Verdammte Könige, müssen immer Ärger machen.
Wann lernen sie, wo ihr Platz ist?
(Schlürfen)
(Schniefen)
(Schmatzen)
Sagt dem Papst, wir müssen unverzüglich darüber reden.
Warum ist es immer dieser verdammte Franzose?
(Unterhaltungen, Streichmusik)
- Ich will Euch nicht beunruhigen, Hoheit. - Das hoffe ich, Madame.
Ich bin in einer misslichen Lage und brauche Eure Hilfe.
Mein Bruder ist schwer erkrankt.
Man befürchtet, dass er den Sommer nicht überlebt.
Ich ersuche Euch, mir die Reise nach Spanien zu erlauben, um ihn zu sehen.
Vielleicht würde die Königin an der Sonne aufblühen.
Ihre Blässe ist beunruhigend.
Hat sie nicht kürzlich die Quellen von Vichy besucht?
Ja, aber...
Der wärmste Platz ist im Schoße der Familie.
Getrennt zu sein, wenn man sich braucht, ist...
grausam.
(unheilvolle Klänge)
Ihr mögt die Reise unternehmen.
Ich danke Euch, mein König.
Aber unbedingt ohne Aufsehen.
Damit Ihr sicher reist.
Ihr seid so klug wie Ihr gütig seid.
Wenn Carlos stirbt und die Königin in Madrid ist,
haben wir die Chance, die Herrschaft zu übernehmen.
Das würde Eure Macht erheblich stärken.
Eine ungewöhnliche Botschafterin, womöglich erfolgreich.
Euer Majestät.
Verzeihung.
Der Schuh ist hervorragend gearbeitet.
Unser jüngster Lehrling hat ihn gemacht.
Er heißt... Tristan.
Sagt ihm, der König habe sehr gut von seiner Arbeit gesprochen.
Das würde ich gern, Euer Hoheit, aber...
Er wurde von Euren Männern mitgenommen.
Ein Versehen. Vermutlich.
Er hat nichts mit denen zu tun, die den Minister angriffen.
Kennt Ihr die Verantwortlichen?
Oh Gott, aber nein.
Ganz und gar nicht.
Mit solchen Leuten haben wir nichts zu schaffen.
Aber ich kenne Tristan.
Er ist nur...
ein unschuldiges Kind.
- Denkt Ihr, der König habe sich geirrt? - Nein.
Aber seine Männer vielleicht.
Denn ich glaube,
für sie sieht ein Lehrling aus wie der andere.
Woher wisst Ihr, dass der König die Gefangenen nicht exekutiert hat?
Das hätten wir bestimmt erfahren.
Falls Ihr recht habt...
was meint Ihr, sollte der König mit ihnen tun?
Ich hoffe, dass Ihr sie freilasst, Euer Hoheit.
Damit das Volk sieht, wie gnädig Ihr seid.
Vielleicht mache ich das, wenn das Volk mir mehr Respekt zollt.
Ihr habt seinen Respekt.
Wenn Ihr die Gefangenen freilasst.
(spannungsvolle Elektromusik)
(Musik wird ruhiger)
Ich danke Euch für Eure Offenheit. Und für die Geschenke.
Wir nehmen sie gnädig an.
(Louis seufzt)
Euer politischer Instinkt macht Euch alle Ehre.
Sich selbst beherrschen, heißt, die Welt beherrschen.
Das ist die Bürde der Größe.
Seid aufmerksam.
(unheilvolle Musik)
Ihr wolltet mich sprechen?
Das war ein heftiger Schlag, Euer Hoheit.
Ich war an jenem Abend dabei.
Dann wisst Ihr...
von dem Mann mit der eisernen Maske?
Ich begrub letzte Woche meine Frau und muss drei Kinder ernähren.
Also... Ich weiß nicht, wer er ist.
Aber ich kann Euch sagen, wo er ist.
- Führt mich zu ihm. - Nein. Auf keinen Fall.
Ihr wisst nicht, mit wem Ihr es zu tun habt.
Könnt Ihr ihn mir zeigen, oder nicht?
Dieser Mann...
ist nicht von dieser Welt.
Ich riskiere meinen Hals, weil ich mit Euch rede.
Wie hungrig sind diese Kinder?
(Musik wird intensiver)
Ich wollte Euch fragen, ob Ihr mir einen Gefallen tun würdet.
Mein Neffe handelt mit farbigem Glas.
Mit Genehmigung des Königs könnte er das Gut exportieren.
Glaubt Ihr, Ihr könntet für mich darum bitten?
Ich kann etwas viel Besseres tun. Kommt, wir fragen ihn gemeinsam.
Meint Ihr wirklich?
Der König ist ein verträglicher Mann.
Er weiß, dass er die Herzen aller Untertanen erreichen muss,
unabhängig von deren Glauben.
Und wenn er kein Verständnis hat?
Wenn ihn jemand überzeugen kann, dann Ihr.
Der König bewundert Frauen mit Geist und Intelligenz.
(Frauen kichern und stöhnen)
Ein andermal wäre wohl besser.
Gewiss.
(bedrückter Klang)
(Kichern erstirbt)
Lasst mich allein.
(sie kichern)
Ihr kennt mich.
Ihr wisst, dass ich Frauen habe.
Ihr habt sie geschickt. Ihr habt sie für mich ausgesucht.
Bitte, Euer Hoheit.
Ich habe nur getan, was ich für notwendig hielt.
Warum ist es anders, wenn ich selbst wähle?
Weil Ihr sie ausgewählt habt, nicht ich.
- Wollt Ihr über den König herrschen? - Könnte er sich doch beherrschen.
- Wollt Ihr mich ändern? - Nein.
Aber eine gewisse Selbstbeherrschung muss möglich sein.
Wollt Ihr Eure Triebe nicht eher zügeln, als ihr Sklave zu sein?
- Ihr nennt mich Sklave. - Gewiss nicht. Verzeiht mir, Euer Hoheit.
Was muss ich tun?
- Was werdet Ihr tun? - Ich werde mich nicht der Sünde hingeben.
- Auch wenn mein Körper danach verlangt. - Ich lasse mich nicht herabwürdigen.
Gott hat Euch erwählt, über den Menschen zu stehen!
(Louis seufzt)
Ich möchte ja nur, dass Ihr die Größe erlangt...
die nur Ihr haben könnt.
(leise, eindringliche Musik)
Wie kann ich Euch diesen Schmerz nehmen?
Lasst mich Euch berühren.
Betet mit mir.
(Maintenon betet flüsternd auf Latein)
(Gebet wird unverständlich)
(lautes Krächzen)
- Was ist das? - Das weiß ich nicht.
Irgendwas in den Bäumen.
- (Knacken) - Hört Ihr das?
Ein Fuchs oder Wildschwein.
- Jemand verfolgt uns, ich schwöre es. - Feigling.
Nein, ich habe Angst. Die solltet Ihr auch haben.
Da.
(unheilvolle Klänge)
(Knacken)
(Mann knurrt aggressiv)
(beide stöhnen vor Anstrengung)
(spannungsvolle Musik)
(Phillipe keucht)
(Phillipe ächzt)
(beide keuchen)
(Mann keucht)
Sagt mir, wer Ihr seid, und ich werde Euch am Leben lassen.
Ego descendo ad inferos.
Nein. Nicht. Nicht!
(Streichmusik dringt aus dem Schloss)
Das kommt aus den Kolonien.
Und wirkt offenbar als Aphrodisiakum.
Nein, danke.
- Sind Euch Wasser und Brot lieber? - Ja.
Mir auch.
Vorausgesetzt, das Brot bleibt Brot und verwandelt sich nicht in jemandes Leib.
Ihr habt gelesen.
- Ich habe Interesse entwickelt. - Ja.
Aber Ihr müsstet konvertieren,
wenn Ihr mein umfangreiches Vermögen in die Hände bekommen wollt.
Ich muss nicht konvertieren. Ich bin mit Frauen ebenso erfahren wie mit Männern.
Euer Hoheit?
- Ihr blutet ja. - Was?
Das ist nichts.
(Philippe atmet zitternd)
(atmet heftig)
(unheilvolle Musik)
Schlechte Nachrichten, mein Freund. Ihr müsst wieder woandershin.
Eure Sicherheit ist meine Pflicht.
Was haben sie gesagt?
Dass Tristan noch lebt.
- Das ist alles, was ich weiß. - Sprachst du mit dem Bruder des Königs?
Ich habe alles versucht. Er kann nichts versprechen.
Das ist alles? Bei allem, was wir getan haben?
Ich habe keine Zweifel, dass der König gnädig ist.
Du musst ruhig bleiben und warten.
Ruhig? Wie soll ich das machen?
Er ist nicht nur mein Sohn, er gehört zu uns allen.
Wenn ihr nichts tun wollt, tue ich was.
Ich finde eine Möglichkeit.
- Habt Ihr Euch verlaufen? - Ich fürchte es beinahe.
Ich suche die Prinzessin von der Pfalz.
Dann ist Eure Suche vorbei.
Ich bin der Duc de Blaye.
- Bitte helft mir. - Ich male.
Madame de Montespan sagte, die Prinzessin wünsche ein Porträt.
Nun, wir sind hier nicht alle so eitel.
- Das ist keine Freude für mich. - Ich habe Beispiele mit.
Sie sagte, sie würden Euch gefallen. Bitte.
Ich bin extra aus Villarceaux angereist.
Aus Villarceaux?
Ach, wirklich?
Dann kommt herein.
Ich hoffe, sie sind zu Eurem Gefallen.
Sagt mir, wart Ihr mit dieser jungen Frau in Villarceaux vertraut?
(lachend) Ah.
Die junge Françoise war allen Männern im Château vertraut.
Obwohl sie nie eine der Hübschesten war,
hatte sie einen gewissen Reiz.
Wie ein Geist, der nur im Mondenschein auftaucht.
Sie war mein Lieblingsmotiv.
- Auf meinen besten Gemälden. - Mein Gott.
Madame de Maintenon.
Ich hoffe, Ihre Hoheit wird einen Auftrag erwägen.
Ihr solltet die Bilder wegpacken und schnell aufs Land zurückkehren.
- Habe ich Euch beleidigt? - Nein.
Es ist nur für alle... das Beste, wenn Ihr sofort verschwindet.
(Klopfen)
Ich dachte, Ihr solltet wissen, dass die Königin sofort abreist.
Bringt ihn weg, nehmt das hintere Treppenhaus.
Wirke ich etwa wie ein Diener?
Ich vertraue Euch in dieser Sache.
Er ist ein Libertin, Maintenon wäre nicht erfreut.
- Klingt ja richtig sympathisch. - Lasst ihn bitte nicht aus den Augen.
Sehe ich da Nippel?
Beeilung, ich will nicht im Dunkeln reisen.
(Liselotte) Ich will mich verabschieden.
Warum? Ich bin vor Himmelfahrt zurück.
Ich wollte Euch alles Gute wünschen.
Es wird hart. Euer armer Bruder.
Aber es wird schön, die spanische Sonne zu sehen.
- Ich würde Euch gerne begleiten. - Danke für Eure Freundschaft.
Ihr macht es hier erträglicher für mich. Das vergesse ich Euch nie.
(Zofe spricht spanisch)
(unheilvolle Musik)
(Musik läuft weiter)
(Leto betet auf Latein)
Amen.
Dass man Euch,
einen erfahrenen Kleriker, als Botenjungen schickt...
haltet Ihr nicht für respektlos gegenüber der Kirche?
Ganz im Gegenteil.
Der König schickte mich als Zeichen seiner Wertschätzung.
Das würde bedeuten,
Louis muss eine Bitte von gewisser Wichtigkeit haben.
Keine Bitte, Euer Eminenz.
Er ersucht nur den Papst um Zustimmung.
Und wofür?
Er möchte darauf hinweisen,
dass Kaiser Leopold seine wahre Schwäche gezeigt hat,
indem er den Krieg verloren hat.
Der Krieg, bei dem der Papst ihn unterstützt hat.
Durchaus.
Aber infolge seines Sieges hat der König von Frankreich
einen großzügigen Vertrag ausgehandelt bezüglich Spaniens.
Nach dem Tod von König Carlos
wünscht König Louis...
80 Prozent von Spanien und seinen Hoheitsgebieten zu übernehmen.
(Leto lacht auf)
Spanien zu beherrschen wäre kühn. Selbst für Louis.
(Bossuet) In der Tat.
Deshalb fragt der König demütigst, ob Seine Heiligkeit, der Papst,
Frankreich als wahrer katholischer Nation seinen Segen gibt.
Wir haben das Gefühl,
dass der König einen permanenten Vertreter des Vatikans am Hofe brauchen könnte.
Das ist meine Rolle, Euer Eminenz.
Wir fürchten, dass die Dinge um Vieles schwieriger für Louis werden können.
In den kommenden Tagen.
Und das ist unsere Art, zu helfen.
(bedrohliche Musik)
Es ist also nicht die Frage, wie man sich dem hochwohlgeborenen Herrn nähert?
Nein, es geht darum,
auf welche Art Ihr ihm zur Verfügung steht.
(düstere Musik)
Ja, aber sollte ich direkt seine Blicke erwidern?
Niemals. Nein.
Das würde bedeuten, dass Ihr ihm ebenbürtig seid.
(unheilvoller Klang)
Haltet sofort an!
Hoh!
Gehen wir zurück.
Es wird spät.
(düstere Klänge)
Ich dachte, Ihr wärt abgereist.
Es geht mir nicht gut.
Die Reise erschien auf einmal beschwerlicher, als ich vertragen konnte.
Findet Ihr das merkwürdig?
Sind nicht alle Frauen darin versiert, ihre Meinung zu ändern?
Sie schien sich so sicher zu sein.
Erzählt uns mehr von Madame de Maintenon.
Aha, Françoise.
Ich sage nur: magisches Dreieck.
(Gelächter)
Wieso ist er hier?
Ein Provinzler ist immer willkommen.
Montespan schickte ihn, um Maintenons Ruf zu zerstören.
Geschieht ihr recht nach dem, was sie Euch angetan hat.
Françoise...
ist eine Gefährtin des Königs?
Ich weiß. Kaum zu glauben, wie das Schicksal sich dreht und wendet.
Ich wurde... offenbar getäuscht.
Ich mache nicht mit bei Eurem Plan, ja?
Wem verdanken wir diese Heiterkeit?
Etwas Unpassendem für die Anwesenheit des Königs.
Ich werde es zerstören.
(düsterer Klang)
Wer von Euch hat das gemalt?
Seid Ihr an dieser Abscheulichkeit schuld?
- Wollt Ihr Madame demütigen? - Die Schuld liegt nicht bei ihnen.
Euer Hoheit.
(Maintenon) Ich habe gelitten.
Ich hatte meinen Gemahl verloren.
Ich war unschuldig und einsam.
Ich konnte nirgendwo hingehen.
Ich konnte mich an niemanden wenden.
Und in Villarceaux bot sich eine Chance.
Aber es war das reinste Gomorrha.
Damit es einem gut ging, musste man...
sich fügen.
Ich brauchte Geld.
Ich brauchte Schutz.
- Deshalb... - Deshalb wurdet Ihr eine Hure.
Ich habe Sünden begangen, die ich bereue.
Aber ich wollte diesen Schmerz nicht mehr.
Genauso wenig wie ich je meinen König verletzen wollte.
Könnt Ihr mich verstehen, Euer Hoheit?
Nein.
Nein, das kann ich nicht.
Ihr habt mich belogen.
Um Gottes willen, ich habe immer an Euch geglaubt.
Habe ich kein Urteilsvermögen? Bin ich ein Idiot?
Ihr habt mich angesprochen, meine Seele berührt wie nie jemand zuvor.
Ihr habt mir in die Augen gesehen und mir etwas versprochen.
- Ich weiß, ich habe Euch erniedrigt. - Ich bin der König!
Deshalb kann kein Mensch mich erniedrigen.
Ich habe das Gefühl...
Ihr habt mich hintergangen.
Auf die schlimmstmögliche Weise.
Dieses Leben...
Dieses Leben war nie meine Entscheidung.
Es war Eure Entscheidung, es zu verschweigen.
Ihr habt mich glauben lassen, die Welt böte mir jemanden, der...
irgendwie besser ist.
Etwas, worauf wir...
Jemanden, auf den man hoffen kann.
Jeden Tag bitte ich Gott um Vergebung.
Genug jetzt von Gottes Wort.
Ich rede von uns. Von Euch und mir!
Dass wir ehrlich miteinander umgehen.
Ganz und gar!
Also?
Wohin flüchten wir uns jetzt?
Ich sollte Euch verlassen.
Ich werde mich aus dieser Welt zurückziehen.
Euch aus den Augen bleiben.
Ich muss für meine Sünden büßen.
Ihr könnt nicht dafür büßen, was Ihr mir angetan habt.
Das geht nicht.
Dann bete ich um Eure Gnade, Euer Hoheit.
(düsterer Klang)
Dafür kann es keine Gnade geben.
(Klänge werden intensiver)
(unheilvolle Musik)
(Louis seufzt zitternd)
(Louis weint)
(Räuspern)
Euer Hoheit?
Lasst mein Pferd bereitmachen. Ich will ausreiten.
Aber...
- Die Stallburschen schlafen noch. - Dann weckt sie auf.
Natürlich, Euer Hoheit.
Und weckt Lorraine. Er soll ein Fest organisieren.
Etwas absolut Außergewöhnliches.
Ein wunderschöner Tag für einen Ausritt.
Wenn Ihr das sagt.
Da entlang!
Euer Hoheit, da ist kein Weg.
(Louis) Dann machen wir uns einen. Folgt mir.
Hüa!
Lauf! Hüa!
Euer Hoheit!
Schneller! Hüa! Hüa!
Euer Hoheit.
(Pferd wiehert)
Seid Ihr verletzt?
Er hat Schmerzen.
Vielleicht kann man ihn wieder kurieren.
Gebt mir eine Pistole.
(Pferd wiehert und keucht)
(düstere Klänge werden intensiver)
(Maria Theresia holt zitternd Luft)
(Maria Theresia) Mein liebster Leopold.
Ich konnte es nicht tun, mein Liebster.
Bitte verzeiht mir.
Ich kann Euch nur mein tiefes Bedauern ausdrücken...
meine Entschuldigung von ganzem Herzen.
Und meine heißeste Liebe.
(Chevalier zwitschert wie ein Vogel)
Lasst uns nun die Medizin der Azteken probieren.
Sehen, was die Heiden im Gegensatz zu uns gewusst haben.
Hochverehrte Freunde.
Dieser Nektar aus... Schokolade...
wird garantiert die Sinne stärken...
und die Libido erhöhen.
Genießt ihn.
(beschwingte Flötenmusik)
Könnt Ihr ihn nicht um Gnade bitten?
Das habe ich versucht.
Dies ist meine Entscheidung. Ich habe beschlossen zu gehen.
- Aber Euer Leben ist hier. - Ich habe keine Wahl.
Man hat immer eine Wahl. Die ist von Gott gegeben.
Ich muss das tun.
Ich kann nicht so tun, als verstünde ich Euch, Françoise.
Ihr seid strenger zu Euch, als Gott es je wäre.
Lebt wohl, liebe Freundin.
- Also. Gehen wir. - Warte. Warte. Das ist zu gefährlich.
Das ist mir gleich.
- Wir kehren nicht um. - Bist du verrückt?
(angeregte Unterhaltungen)
(Mann) Los, los, Beeilung. Ist der Fasan fertig?
Ich brauche die Soße.
(spannungsvolle Klänge)
(Mann) Hier habe ich etwas zu essen für dich.
Mehr hat er nicht bei sich.
Da kommt dieser Bastard.
(sie ächzen und keuchen)
(Bastien) Los, zurück.
(Stimmengewirr)
Eure Hand zittert.
Ach ja?
Zittert Ihr etwa vor mir?
Euer Hoheit.
Ich habe Euch im Unklaren gelassen.
Es war Madame de Montespan, die de Blaye mit dem Bild schickte.
Ich hätte ihn gleich wieder wegschicken sollen.
Aber das habe ich nicht getan.
Ich war daran schuld, Euer Hoheit.
Für kräftige Frauen gibt es immer Bedarf in den Kolonien.
(düsteres Rauschen und Pochen)
Ihr steht der Königin nahe.
Ja, gewiss. Das ist wahr.
Warum hat sie ihre Pläne geändert?
- Das... Das weiß ich nicht. - Findet es heraus.
Kommt ihr näher.
Ich muss wissen, ob in ihrer Welt alles in Ordnung ist.
(dramatisches Dröhnen)
Offenbar wurden wir im Stich gelassen.
Wenn wir der Königin nicht trauen können,
müssen wir Louis' Anspruch anders unterminieren.
Schickt unserem Spion an seinem Hof diese Nachricht.
(Leopold) Der Plan, Carlos zu verheiraten, ist gescheitert.
Es wird Zeit für die radikalere Lösung.
Wir müssen schnell und ohne Skrupel handeln.
Ich erwarte die Nachricht, dass die Königin tot ist.
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