All language subtitles for Versailles.S03E02.German.DL.1080p.BluRay.x264-iND

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Original subtitles

(Mann stöhnt)

(schneidender Klang, rhythmisches Pochen)

Er sieht furchtbar aus.

(Bontemps) Kein Grund zur Sorge, Euer Hoheit, da bin ich sicher.

Eure Diagnose?

- Eine Gehirnerschütterung. - Verursacht durch den Sturz.

Ich bin nicht gestürzt.

Ich wurde niedergeschlagen.

- Schont Euch. - Euer Hoheit.

Meine Kleider.

Sagt dem König, ich möchte ihn sehen.

Ihr geht nirgendwohin.

Ich muss mit meinem Bruder reden.

Wozu in aller Welt?

Die Maske.

(Liselotte) Welche Maske? Wovon redet Ihr?

(Philippe) Seine Augen.

Einer der Gefangenen... trug eine Maske.

Sorgt dafür, dass er die Ruhe bekommt, die er braucht.

Er hat recht. Ihr braucht Ruhe.

Noch nicht.

Noch nicht.

(gedämpfte verhallende Schreie)

(Titelmelodie von M83)

(melancholische Elektro-Popmusik)

(sie ächzen)

(Louis atmet schwer)

(überraschter Laut)

(Leopold stöhnt auf)

(Leopold lacht keuchend)

(Louis brüllt aggressiv)

(beide atmen schwer)

Es ist üblich, dass man sich nach dem Kampf vor dem König verneigt.

In Österreich verbeugt sich der Verlierer zuerst.

Hier ist nicht Österreich, Euer Majestät, sondern Versailles.

(Louis atmet zitternd)

(nervenaufreibende Musik)

(Musik intensiviert sich)

Eine gute Finte. Ein heftiger Angriff nach dem Vortäuschen von Schwäche.

Die Geschichte erinnert sich an den Sieger, nicht an die Art des Sieges.

Zum Thema "Sieger": Es wird Zeit, dass wir in Verhandlungen eintreten.

In der Tat. Ich habe heute früh Nachricht aus Rom bekommen.

Man sieht Euren Schutz über Straßburg und Luxemburg mit Wohlwollen.

Sehr gut. Dann müssen wir ja nur noch über Spanien reden.

Gibt es da so viel zu reden?

Wir haben uns doch geeinigt:

Nach König Carlos' Tod geht eine Hälfte an Euch, eine an mich.

- Vieles hat sich jedoch seither geändert. - Zum Beispiel?

Ich habe den Krieg gewonnen.

Darf ich fragen, wer gesiegt hat?

Seine Majestät ließen mich gewinnen.

- Seine Majestät... - Das ist nichts.

Ihr wirkt ein wenig erschöpft.

Ein Spaziergang in den Gärten wird mit guttun.

(nachdenkliche Musik setzt ein)

Wie viel von Spanien wollt Ihr?

Ganz Spanien.

(Leopold seufzt)

(Louis) Bruder.

Du solltest wirklich im Bett sein.

Ich habe gehört, deine Fantasie spielt dir Streiche.

Ich habe Seiner Majestät erklärt,

dass Ihr einen bedauerlichen Unfall hattet.

Einen Unfall?

Ihr seid in der Bastille ausgerutscht und gestürzt, hat man mir gesagt.

Unsinn.

Ich war in der Bastille...

um den Gefangenen zu sehen.

- Den Duc de Sullun. - Ja.

Ich kam in seine Zelle...

und wurde niedergeschlagen und bin gestürzt.

Der Gefangene trug eine Maske.

Die war aus Eisen.

Ich habe gehört, sein richtiger Name ist Macquart.

- Was? - Ein kleiner Ganove. Geistesgestört.

Er ist überzeugt, er wäre adlig.

Sie gaben ihm den Titel "Duc de Sullun",

um ihn zu beruhigen.

- Wieso Sullun? - (Louis) Hast du dein Latein vergessen?

"Sullun" ist die Umkehrung von "nullus". Das heißt "keiner".

Der Mann in der eisernen Maske?

(Louis) Den gibt es nicht, der ist nur in deinem Kopf.

Und nun bitte, Bruder, geh wieder zu Bett.

Hm?

(düsteres Rauschen)

(Stimmengewirr)

(ernste Musik setzt ein)

(Leopold atmet schwer)

- Nicht. Nicht. - Warum nicht?

- Ihr werdet bald fort sein. - Genießen wir so lange unser Zusammensein.

Es würde nur den Abschiedsschmerz steigern.

- Kann ich Euch vertrauen? - Ja. Warum?

- Ich brauche Eure Hilfe. - Inwiefern?

Euer Gemahl will die Dynastie zerstören,

die unsere Vorfahren in 600 Jahren aufgebaut haben.

Er beansprucht nach dem Tod Eures Bruders ganz Spanien.

Die Habsburger sind bald ausgelöscht.

- Was wollt Ihr unternehmen? - Ich will ihn davon abhalten.

Und wie?

Meine Nichte Eleonore wird Euren Bruder Carlos heiraten.

Schreibt ihm, dass Ihr die Verbindung empfehlt.

Warum sollte ich Euch helfen?

Weil Ihr auch eine Habsburgerin seid.

Genau wie ich.

Weil Euer Gemahl Euch immer nur als Mittel der Politik benutzt hat.

Er hat Euch am Tag Eurer Hochzeit verlassen.

(Leopold) Seit damals sind seine einzigen Geschenke an Euch Einsamkeit und Untreue.

(angespannte Musik)

(Maria Theresia) "Mein lieber Bruder Carlos.

Ich schreibe dir wegen deiner Verehelichung."

In Villarceaux heißt es, sie habe die Nächte in Wonne auf dem Rücken verbracht

und ihre Tage auf den Knien voller Buße.

Wenn Euch meine Meinung interessiert...

(Liselotte räuspert sich)

Die Frage ist: Welche Farbe wird es in der kommenden Saison?

Blau oder Grün?

Womöglich haben wir dann die Qual der Wahl.

(Getuschel)

Duchesse.

Sie tritt gerne unschuldig wie ein Engel auf,

aber hinter diesem prüden Getue ist Madame eine ziemliche Hure.

Wenn ich das nächste Mal den König sehe, hätte ich Lust, ihm das zu sagen.

(Kichern)

Über wen mögen die wohl reden?

Über mich.

Aber an den Gerüchten ist nichts Wahres?

Natürlich nicht.

Wenn Ihr mich entschuldigt.

(unheilvolle Klänge setzen ein)

(Maintenon atmet zitternd)

Madame wirken aufgebracht.

Sagt mir, Bontemps...

ist es bezeichnend für den Adel,

den Ruf einer Dame mit üblen Gerüchten und Lügen zu zerstören?

Nein.

Das glaube ich auch nicht.

(Stimmengewirr, Streichmusik)

Wenn es keine Umstände macht, wäre ich Euch sehr verbunden.

Gewiss, Madame.

Madame de Montespan.

Guten Morgen, Françoise.

- Geht es Euch gut? - Ihr steckt doch dahinter.

- Verzeihung, wie meinen? - Hinter den Gerüchten.

- Warum sollte ich etwas Derartiges tun? - Aus Eifersucht.

Auf Euch? Nein, ich glaube eher, dass es umgekehrt ist.

Ich war bereit, alles zu riskieren. Ihr seid es nicht.

Schickt Ihr ihm wirklich andere Frauen ins Bett?

Die Bedürfnisse des Königs müssen befriedigt werden.

Die Frauen bedeuten ihm nichts.

- Ihr scheint Angst zu haben. - Wovor?

Vor Eurer Leidenschaft.

Die Beherrschung zu verlieren, wenn Ihr Euch ihr hingebt.

Ihr flüchtet Euch in Frömmigkeit und Versagung.

Aber hinter dieser Maske schreit Ihr vor Schmerz.

(aufwühlende Musik)

- Gibt es Nachrichten aus Spanien? - Seit heute früh.

König Carlos will, dass wir sofort kommen.

Schreibt ihm, wir brechen auf, sobald die Verhandlungen abgeschlossen sind.

Welchen Ansatz erwägen Seine Majestät?

Den gleichen wie Louis: lügen, feilschen, zugestehen,

nötigen, widersprechen und lächeln.

- Der König ist gefährlich. Ich rate... - Ich brauche Euren Rat nicht.

Dies ist ein Spiel. Der Preis ist Spanien, und ich habe die Trumpfkarte.

Danke.

In den Salons wird geredet.

Ich weiß.

Ist etwas Wahres daran?

Nein, Euer Hoheit.

Es ist niederträchtiges Geschwätz, um meinen Ruf zu zerstören.

Und meinen.

Der König möge wissen, dass ich ihm voll vertraue.

Ich bete nur, dass er mir auch vertraut.

(Louis seufzt)

Kommt mit.

Onkel, darf ich in den Salon gehen?

Nein, du bleibst hier mit deinen Stickarbeiten.

Stickarbeiten sind für alte Jungfern.

Was du wirst, wenn du nicht mehr Demut und Respekt zeigst.

- Freunde dich mit der Königin an. - Wieso?

Sie kommt mir schrecklich langweilig vor.

Sie ist eine Habsburgerin. Genau wie du.

Auch wenn sie es mehr verdient als du.

- Aber worüber soll ich denn mit ihr reden? - Spanien.

Spanien?

Die Menschen, die Kultur, die Traditionen.

Aber ich schere mich nicht um Kultur und Traditionen.

- Ich will mich amüsieren. - Dazu bist du nicht hier.

Du bist hier, weil ich Verwendung für dich habe.

Ja, Onkel.

(Lachen, Unterhaltungen)

Der König!

Lügen ist eine Sünde.

Verleumdung ist eine Sünde.

Andere durch haltlose Gerüchte vernichten zu wollen, ist eine Sünde.

Eine mir nahestehende Frau, die diesem Hofe zu großer Ehre gereicht,

ist durch das Gift böser Gerüchte in ihrer Ehre verletzt worden.

Wer sie verletzt, verletzt seinen König.

Das wird aufhören.

Und zwar sofort.

(hektisch pulsierende Musik)

Mademoiselle de Vasseur, Ihr seid nicht mehr willkommen auf Versailles.

(erschrockene Ausrufe)

(Frau, flüsternd) Wie peinlich.

(Mann) Sie tut mir leid.

- Diese junge Frau ist unschuldig. - Niemand hier ist unschuldig.

- Ihr habt die Gerüchte aufgebracht. - Es sind keine Gerüchte. Es ist wahr.

Sie soll für ihre Vergangenheit bestraft werden,

genau wie ich.

(dynamischer Elektropop)

Ihr solltet mich am besten gleich festnehmen.

(melancholische Musik setzt ein)

Ich hätte nicht gedacht, dass ich Euch je wiedersehe.

Gedacht oder gehofft?

- Wo seid Ihr gewesen? - In Holland.

Ich habe Zuflucht am Hofe Wilhelm von Oraniens genommen.

Hm. Warum denn gerade dort?

Thomas hatte mir dazu geraten.

Ich wurde zunächst festgenommen, vor den Statthalter gebracht und verhört.

Sie fragten nach Versailles und dem König,

und ich sagte ihnen alles, was ich weiß, was nicht sehr viel ist.

Und dann?

Fragte er, ob ich für ihn arbeiten will.

Als Spionin.

- Als Spionin, hier in Versailles? - Ja, Euer Hoheit.

- Ich habe abgelehnt. - Warum?

Warum sollte ich einem Verlierer dienen?

- (Louis) Sagtet Ihr ihm das? - Nein.

- Ich sei dafür nicht geeignet. - Und er ließ Euch frei?

Nein, Euer Hoheit. Ich bin geflohen.

- Ja, und wie? - Die Wache mochte meine Reize.

Ich floh nach Süden und nahm Zuflucht in Klöstern und Tavernen.

Nun möchtet Ihr Titel und Vermögen zurückhaben?

Ich unterwerfe mich Eurer Gnade, Euer Hoheit.

Bravo.

- Für die wunderbare Vorstellung. - Was ich sage, stimmt.

Führt sie ab.

Interessiert es Seine Majestät nicht,

dass Wilhelm von Oraniens Armee im Anmarsch ist?

10 000 Mann marschieren nach Österreich,

um Kaiser Leopold zu helfen.

Und woher wisst Ihr das?

General de Salm sagte es mir.

Wieder einer, der Eure Reize mochte?

Warum sollte ich so etwas sagen, wäre ich eine Spionin für Wilhelm von Oranien?

Ich stelle Nachforschungen an, um ihre Geschichte zu bestätigen.

Bis dahin bleibt sie hinter Schloss und Riegel.

Gut, macht das.

(leise unheilvolle Musik)

Euer Hoheit. Der Arzt besteht darauf, dass Ihr Bettruhe haltet.

Er ist nicht mehr mein Arzt.

Und ich weiß, was ich gesehen habe.

Geht zu Monsieur Jadot bei den Stallungen.

Er möge sofort ein Pferd vorbereiten und einen Boten nach Rom schicken.

(spannungsvolle Musik)

(Maria Theresia) Diós mejora las horas.

Diós mejora las horas.

Was heißt das?

Man könnte sagen: "Nach dem Regen kommt die Sonne."

Ein hübscher Spruch.

Und was essen die Spanier?

Das Lieblingsgericht des Königs ist "Rabo de Toro".

Was ist das?

Ein Schmorgericht aus den Schwänzen der Bullen,

die ein Matador getötet hat.

Und der König, Euer Bruder...

Der muss Euch doch fehlen.

Ja.

Er fehlt mir ganz furchtbar.

Aber ich habe hier sein Porträt, das mich an ihn erinnert.

(ernste Musik setzt ein)

Er kann nichts dafür, er wurde so geboren.

Er leidet natürlich furchtbar darunter, aber er hat ein großes Herz.

Wenn Ihr ganz Spanien beansprucht,

habt Ihr Krieg mit allen Ländern Europas.

Ich gewann soeben einen und bin bereit für einen weiteren.

Den Krieg könnt ihr nicht gewinnen.

- Wollt ihr einen Krieg ohne Ende? - Ich will, was mir zusteht.

Ihr glaubt, Euch stünde alles zu.

Was werdet Ihr tun, wenn die Türken nach Wien vorrücken?

Hoffen, dass es regnet?

Oder hofft Ihr auf das Lumpenpack der Armee Wilhelm von Oraniens?

Die einzige Person, die Euch beschützen kann, bin ich.

Ihr habt ja schon Luxemburg und Straßburg als Gegenleistung für Euren Schutz.

Und ich will Spanien.

Der Papst wird nicht mitmachen. Und nicht einmal Ihr fordert ihn heraus.

Ich bin mit 80 Prozent einverstanden.

Cousin, Ihr wisst, dass das zu viel ist. Ich kann nicht zustimmen.

Dann fangt lieber an, Türkisch zu lernen.

(spannungsvolle Musik)

(Lachen)

Ich hoffe, Euer Hoheit sind vollständig genesen?

- (Gefangener) Ey. - Was ist da los?

Nichts, Euer Hoheit.

Das ist nur ein... Missgeschick.

Er schnitt sich die Pulsadern auf.

- Sein Name? - Macquart.

Warum hat er sich das Leben genommen?

Würden Seine Hoheit sich wünschen, den Rest des Lebens hier zu sein?

- Wer hat mich niedergeschlagen? - Euer Hoheit?

(Gefangener) Komm her!

Hört auf, mich für dumm zu verkaufen.

Seine Hoheit sind mit dem Kopf auf dem Boden aufgeschlagen.

Das habe ich selbst gesehen.

Als ich diesen Mann zuletzt sah, trug er eine Maske aus Eisen.

Wir haben keinen Gefangenen, der so etwas trägt.

Andernfalls wüsste ich das.

(Schreie und Stöhnen)

(Kommandant) Bringt ihn weg.

(Mann schreit entfernt)

(Philippe seufzt)

(Philippe) "Bringt mich um."

(unheilvolle Klänge)

(Gefangener) Zum Schlafen ins Heu legt sich der Bauer.

Da kommt eine Schlange, und er winkt die Sau her.

Die liegt auf dem Rücken und sagt: "Ich will noch viel mehr."

(feixend) Armer Dummkopf.

- Weißt du, wer ich bin? - Das weiß ich besser als Ihr selbst:

Philippe von Arschloch, Scheißhaus und Ziegenkot.

Kanntest du den Mann in dieser Zelle?

Den Duc de Sullun?

Macquart?

Den hat jeder gekannt. Aber keiner hat ihn gekannt. Versteht Ihr?

Wer war er denn?

Seht ihm bloß nicht in die Augen. Er frisst Euch auf.

Ist er denn noch am Leben?

Er ist untot. Den kann man nicht töten.

- Hat er eine Maske? - Armes Schwein.

(brüllend) Hat er eine Maske?

- Er tötet mit seinen Blicken. - (Mann) Halt's Maul!

Kain, der Bruder von Abel.

Zwei Brüder, blutgetränkt und für immer verflucht!

(Gefangener lacht irre)

(hallend) Kain, Bruder von Abel.

- Guten Morgen. - Guten Morgen, Euer Hoheit.

Darf ich?

Ein hübscher Junge.

(Liselotte) Danke.

Euer Hoheit, wenn Ihr mir gestattet.

Ich will nicht impertinent sein,

aber Ihr macht einen schweren Fehler, indem Ihr ihn hierbehaltet.

Ach, tatsächlich?

Das ist nicht die richtige Umgebung für ein Kind.

Woher nehmt Ihr das Recht, mir zu sagen, wie ich mein Kind aufziehen soll?

- Ich war Gouvernante. - Jedoch nie Mutter.

Das allerdings nicht.

Dafür hätte einer Eurer vielen Liebhaber sorgen können.

Offenbar habt Ihr Euren Ruf als ehrbar und integer nicht verdient.

Das ist ja wunderbar gelaufen.

(Chevalier räuspert sich)

- Es gibt sicher keinen Fehler? - Bestimmt nicht, Euer Hoheit.

Das Geld, das wir für die Expansion nach Amerika benötigen,

und für die Sicherung der Grenzen,

steigert unser Defizit um zwei Millionen.

Und die neuen Steuern?

Die gibt es, aber das Volk weigert sich, sie zu bezahlen.

Das französische Volk muss lernen, das Gesetz zu befolgen.

Aber, Euer Hoheit, wie in aller Welt...

Spornt es an.

Ja?

Von den Gerüchten über Madame de Maintenon

habe ich den Ursprung entdeckt.

Wer war es?

(Louis seufzt) Bringt sie zu mir.

(ernste Musik)

Wir dürfen es nicht zulassen. Das könnte unser Geschäft schädigen.

Sie können nun mal nicht zahlen.

Natürlich können sie zahlen. Sie wollen nur nicht.

Sagt mal...

Wer von euch hat nicht seine Steuern gezahlt?

Die Hand heben.

Ihr missachtet euren König.

Ich habe immer meine Steuern gezahlt...

Aber diesmal nicht. Der König geht zu weit.

Sie sind für das Gemeinwohl.

Wenn du willst, dass wir zahlen, gib uns mehr Geld.

Wenn ich mehr zahle, gehen wir bankrott, und ihr habt keine Arbeit mehr.

Ob wir arbeiten oder nicht,

die meisten sterben arm und in Lumpen.

Wird der Sonnenkönig eine Träne vergießen?

Komm.

(dunkles Brummen)

(unheilvolle Klänge)

Auf dem Tisch liegt ein Dokument.

Ihr werdet es laut vorlesen und dann unterschreiben.

(Montespan seufzt)

"Ich, die Marquise de Montespan...

verzichte hiermit ab sofort auf meinen Platz am Hofe von Versailles.

Ich verspreche, sämtliche Kontakte, die ich im Palast habe, abzubrechen

und nicht mehr am höfischen Leben teilzunehmen.

Ich widme den Rest meines Lebens dem Gebet und wohltätiger Arbeit.

Ich habe gesündigt und ich nehme meine Strafe an."

(Bontemps) Es ist bereits alles vorbereitet.

Eine Kutsche bringt Euch unverzüglich...

ins Ursulinen-Kloster.

Ihr werdet nie mehr hierher zurückkehren.

Der Verurteilte hat das Recht auf ein letztes Wort,

bevor er abgeführt wird.

Wo ich einst das liebenswürdige Gesicht eines Mannes sah...

sehe ich jetzt das steinerne Antlitz eines Tyrannen.

Ihr behandelt die um Euch wie Sklaven

und stellt Euch selbst über die Sterblichen.

Aber denkt an die Geschichte von Ikarus:

Wenn Ihr der Sonne zu nahe kommt, werdet Ihr abstürzen und ertrinken.

Der Tanz ist vorbei.

Geht.

Beizeiten werde ich ihr vergeben.

Aber ich werde es nie vergessen.

(düsteres Rauschen)

(melancholische Musik)

(Musik läuft weiter)

Euer Hoheit.

Ich bitte um Verzeihung. Hätte ich gewusst...

Wie lange seid Ihr bereits hier?

Ich gebe Euch Euren...

Danke.

Ich möchte Euch dafür danken, was Ihr im Salon gesagt habt.

Ihr habt meine Ehre verteidigt.

Es war mir eine Ehre, das zu tun.

(sie atmen zitternd)

(Maintenon) Bitte hört auf.

Ich kann nicht.

Warum nicht?

Sagt bloß nicht, dass Ihr nicht wollt.

Genug.

Seine Majestät nutzen Ihren Rang aus.

Ich weiß nicht, welchen Rang ich bei Euch habe.

Ich möchte Euch bitten zu gehen.

Euer Hoheit?

Die Marquise de Quincy erwartet Seine Majestät in Seinem Gemach.

(Louis seufzt)

(melancholische Musik)

(Musik läuft weiter)

- Ich dachte, Ihr kommt nicht. - Ich überlegte es mir immer wieder anders.

- Habt Ihr den Brief geschrieben? - Ja.

(sanftes Geigenspiel)

(Vogelgezwitscher)

Guten Morgen, Euer Hoheit.

Ich hoffe, Ihr hattet eine befriedigende Nacht.

Leistet mir einen Moment Gesellschaft.

(Louis schnaubt)

Etwas amüsiert Seine Majestät.

Jeder blickt zu einem König auf und sagt: "Ich würde alles geben, um er zu sein.

Alles, was er sich wünscht, kann er haben."

Aber sie sehen nur die Oberfläche.

Sie sehen nichts von den Schatten darunter.

(Louis seufzt)

Niemand hat alles, was er will, Euer Hoheit.

Nicht mal ein König.

Da, seht.

Aus dem dunkelsten Schatten entspringt das hellste Licht.

(elektronische Musik mit dunklem Unterton)

(Musik verklingt)

Kommt Ihr, um mich zu foltern?

Meine Leute haben sämtliche Einzelheiten Eurer Reise aus Holland überprüft.

Ihr habt offenbar die Wahrheit gesagt.

Ihr klingt beinahe enttäuscht.

Der König hat Eure Freilassung genehmigt.

Ihr seid nun wieder die Duchesse de Cassel.

Aber Ihr traut mir noch nicht.

Nein.

Ihr mögt frei sein.

Aber was Ihr auch tut,

mit wem Ihr auch redet, wo Ihr auch hingeht...

werde ich euch beobachten.

(bedrohliche Klänge)

Auch, wenn ich mich in meine Gemächer zurückziehe?

(Liselotte) Lächel mal.

Ja. Lächel.

Na also.

Philippe, er hat eben gelächelt.

Kommt und seht. Er ist bezaubernd.

Und seht Euch diese blauen Augen an, die sind wunderschön.

Was habt Ihr gesagt?

Ich habe gesagt: "Seht Euch diese blauen Augen an."

(zufriedenes Babygebrabbel)

Wo wollt Ihr denn hin?

(Tür knallt zu, Baby schreit)

Euer Hoheit.

Sagt Euch der Name "Macquart" etwas?

Nein. Sollte er das?

Wahrscheinlich nicht. Ein Dieb, der in der Bastille sitzt.

Als ich ihn zum ersten Mal gesehen habe...

da war sein Gesicht hinter einer eisernen Maske verborgen.

Als ich gestern wieder dort war, trug man eine Leiche aus seiner Zelle.

- Macquart? - Das will mich jemand glauben machen.

Er trug die gleiche Kleidung, hatte etwa die gleiche Größe.

Aber der erste Mann, den ich gesehen habe, hatte blaue Augen.

Der Mann gestern braune Augen.

Und warum wenden sich Seine Hoheit damit an mich?

Damit Ihr helft, der Sache auf den Grund zu gehen.

Das würde ich gern.

- Allerdings... - Dient Ihr nur dem König.

Genauso ist es.

Dann seht das nicht als Arbeit an.

Seht es als eine Freizeitbeschäftigung.

Es reizt Euch, ich sehe es in Euren Augen.

(Guillaume) Länge: 23,5.

Spannhöhe: 9,9.

Erzählt mir von der Stimmung der Bürger in Paris.

Sie sind sehr froh...

dass ihr Monarch so großzügig ist.

Sie haben ein schweres Leben.

Ich hörte, sie sind unzufrieden wegen der Steuern.

Das kann durch harte Arbeit kuriert werden.

Sicher gibt es welche, die ihren König verachten.

Solche gibt es wohl immer, Euer Hoheit.

Sie sehen nicht den Ruhm Frankreichs. Sie denken nämlich nur an sich.

Sie haben Hunger.

Hütet Eure Zunge.

Ist schon gut.

Ich freue mich über das Gespräch.

Ihr müsst wissen, dass ein König dazu da ist, seinem Volk und Land zu dienen,

das Land zu verteidigen, den Handel zu fördern, die Städte zu vergrößern.

All diese Dinge erfordern Geld.

Die einzige Möglichkeit, Geld einzunehmen, ist mit Steuern.

Ist das so falsch?

Das ist es.

Wenn es die Menschen ausblutet.

Die, denen Seine Majestät angeblich dienen...

glauben, dass er nur Seinem eigenen Ehrgeiz dient.

Meine Schwester meint, manche sind gierig und selbstsüchtig.

Nein. Was ich sagen wollte, habe ich gesagt.

(bedrohliche Musik)

Aber Ihr täuscht Euch.

Ich strebe nicht nach Ruhm für mich selbst, sondern für Frankreich.

Euer Volk interessiert sich wenig dafür.

Es ist dankbar für sauberes Wasser und Licht.

Aber das füllt beides nicht ihre Mägen.

Ich danke Euch für Eure Ehrlichkeit.

- Hast du den Verstand verloren? - Hast du unsere Herkunft vergessen?

Du warst ein Freund des Volkes.

Jetzt bist du ein geldscheffelnder Feigling, wie du ihn verachtet hast.

Der König hat unserer Familie und unserem Geschäft Ehre erwiesen.

Und du schlägst es ihm um die Ohren?

Er hat mich gefragt, was ich denke. Das habe ich gesagt.

- Hätte ich lügen sollen? - Ja.

- Wieso? - Weil er der König ist!

Weil man den König immer belügen sollte?

- Euer Hoheit. - Habt Ihr Neuigkeiten?

Ja, von meinen Agenten in Paris.

Dieser Macquart war offenbar polizeibekannt.

Zehn Fälle von Diebstahl, zwei von Erpressung.

Aber im Großen und Ganzen

ein harmloser Kerl, der nur seine Familie durchbringen wollte.

Wenn er nur kleiner Lump war, wieso kam er in die Bastille?

Er war nicht in der Bastille.

Vielmehr war er in Clichy im Gefängnis.

Jemand muss ihn in die Bastille verlegt haben.

(spannungsvolle Musik)

Der Papst verspricht, das mit Wohlwollen zu sehen?

Ja. Er möchte nur, dass das Gleichgewicht der Macht erhalten bleibt.

Wenn Louis Spanien übernimmt, dann wird ganz Europa folgen.

Davor muss er keine Angst haben.

Louis.

Ich habe gute und schlechte Nachrichten.

Die guten?

Ich habe alles geprüft und komme zu dem Schluss,

dass Euer Vorschlag über 80 Prozent von Spanien nach Carlos' Tod das Beste ist.

- Eure Güte überrascht mich. - Es ist nicht gütig.

Ich habe genug vom Krieg.

Meine Armee ist erschöpft, mein Volk bankrott, es will Frieden und Stabilität.

Das ist die beste Möglichkeit, ihm das zu geben.

Die schlechten Neuigkeiten?

Ich muss Euch verlassen. Mein Volk braucht mich.

Ihr werdet mir fehlen.

Kommt, eine Umarmung.

Als Cousins und als Verbündete.

- Morgen kehre ich nach Wien zurück. - Natürlich.

Und heute Abend feiern wir die Unterzeichnung des Abkommens.

(Tür wird geöffnet)

(bedrohliche Klänge)

Nein.

Bitte.

Nehmt ihn mir nicht. Lasst mich zum König!

Es ist Gesetz im Palast, Euer Hoheit. Ich bedaure.

- Hände weg von ihm! - Euer Hoheit!

(Baby weint)

Nehmt ihn mir, und Ihr reißt mir das Herz raus.

Dies ist nun mal kein Ort für Kinder, Euer Hoheit.

Es ist nur zum Besten.

(dramatische Musik)

(Liselotte schluchzt laut)

(Colbert) Bürger von Paris!

Ich bin hier, um euch an die gemeinsame Vision zu erinnern...

die uns alle verbindet.

Und an das Wunder unseres Königs.

Louis.

Ihr stellt seine Autorität infrage.

Unser großer König lebt aber nur für ein Ziel:

den Ruhm Frankreichs zu mehren.

Aber wir alle müssen Opfer bringen, ganz genauso wie er!

Wir müssen glauben, wie er es tut,

träumen wie er,

leiden, wie er es tut!

- Ja, ja. - Und ob wir leiden.

Wir müssen ihm vertrauen,

so wie er uns vertraut!

Warum sollten wir ihm vertrauen? Damit er uns leichter bestehlen kann?

(Gelächter)

(Colbert) Der König bestiehlt niemanden!

Er erhebt Steuern, die er jedoch seinem Volk wiedergibt.

Seht euch seine Gaben an!

Bildung, Straßen, sauberes Wasser, Straßenbeleuchtung, ein prächtiges Reich!

Und Armut!

Auf die Pracht scheiß ich!

Hört zu, wir müssen alle unsere Pflicht tun,

genau wie er!

(aufgebrachtes Stimmengewirr) (dumpfer Schlag)

Leopold bot 80 Prozent von Spanien und seinen Hoheitsgebieten an,

aber ich brauche das Gewicht des Vatikans dahinter.

Reist nach Rom, um die Unterstützung zu sichern.

Wie Ihr wünscht. Aber...

Erinnert den Papst, wo seine Loyalität liegen sollte,

und daran, dass die Bastion der katholischen Kirche Frankreich ist,

nicht Wien.

Euer Hoheit, ich kann nicht sagen,

wie viel Einfluss ich auf Seine Heiligkeit haben werde.

Wenn Ihr der Meinung seid, die Reise wäre Zeitverschwendung,

dann bleibt hier.

Macht Euch nützlich, indem Ihr eine Liste geeigneter Nachfolger für Euch erstellt.

- Der König muss informiert werden. - Nein.

Wenn Ihr mit ihm darüber redet,

befiehlt er, die Untersuchung einzustellen.

Warum?

Zum Teil deshalb, weil er es für ein Hirngespinst von mir hält.

Und?

Gebt uns ein paar Tage, bevor Ihr ihn informiert.

- Euer Hoheit, Ihr kompromittiert mich. - Dann sagt es ihm.

Ein paar Tage dann.

Wusstet Ihr, dass das spanische Wort für "Kavalier" Caballero ist?

Und das Wort für "Locken" Cabellera?

Sie erzählte mir alles über die Männer.

Offenbar sehr leidenschaftlich.

Müssen wir nach Wien zurück?

Können wir nicht nach Spanien?

- Wir reisen nach Spanien. - Fantastisch.

Solange ich nicht den König treffen muss.

Ihr solltet sein Porträt sehen.

Du wirst ihn treffen.

Aber wieso?

Weil du ihn bald heiraten wirst.

Deine Mutter ist auf dem Weg nach Madrid.

In drei Wochen treffen wir sie dort. Wir brechen morgen auf.

Ich weigere mich.

Wenn Ihr glaubt, dass ich den hässlichen...

Du wirst Königin von Spanien.

Du solltest dankbar sein.

Euer Hoheit. Es gibt etwas, das Euch interessieren könnte.

Wir haben eine Meldung aus Perpignan bekommen.

Berittene österreichische Adlige wurden auf dem Weg nach Spanien gesehen.

- Wissen wir weshalb? - Nein, Euer Hoheit.

Vielleicht ein Familientreffen.

Und warum treffen sich Familien?

Zu Beerdigungen.

Und zu Hochzeiten.

(aufgeregtes Getuschel)

Euer Hoheit.

Wie erleichternd, das Gesicht einer Freundin zu sehen.

- Wo seid Ihr denn gewesen? - In einem Kloster.

Nun denn, ich freue mich, dass Ihr wieder da seid.

Als ich Euch das letzte Mal sah, habt Ihr ein Kind erwartet.

Darf ich fragen...

Ein Sohn. Philippe.

Und wo ist er jetzt?

Er wurde mir weggenommen.

Auf wessen Befehl?

(aufwühlende Musik)

(Bontemps) Der König!

Louis.

Die ganze Welt beneidet Euch um Eure Gastfreundschaft.

Ich danke Euch.

Ihr werdet sehen, dass alles korrekt ist.

Es ist alles, wie wir vereinbart haben?

Ach, da fällt mir gerade noch etwas ein.

- Eure Nichte. Eleonore. - Ja?

Ich möchte, dass sie in Versailles bleibt.

Bestimmt möchte sie lieber zu ihrer Familie nach Wien zurück.

Und dahin reist sie auch bald zurück.

Aber bis dahin lasst sie bei uns hier.

Wir zeigen ihr die Wunder von Versailles.

Ein freundliches Angebot, aber...

Meine Frau ist sehr angetan von der Prinzessin.

Sie würde ihre Gesellschaft genießen.

Würde Euch das gefallen?

Ja, Euer Hoheit.

Dann wird es so sein.

Ihr habt mein Wort, dass wir auf sie aufpassen.

Und wer weiß? Vielleicht finden wir sogar einen Gemahl für sie?

Wie Ihr wünscht.

(spannungsvolle Musik)

Verehrte Mitglieder des Hofes.

Morgen verabschieden wir uns von jemandem, der noch vor zwei Wochen ein Feind war.

Blut wurde aber durch Wein ersetzt, Krieg durch Frieden.

Wir sind jetzt Verbündete.

Und Freunde.

Einen Freiwilligen bitte!

Jemanden, der bereit ist, sich zum Narren zu machen.

Es geht um eine Lieblingsbeschäftigung des Duc d'Orléans,

wäre er nicht leider abwesend.

Louvois!

Ähm, wenn ich es mir überlege...

(imitiert Hupen)

Vielleicht jemand, der etwas beweglicher ist.

Ich nehme seinen Platz ein.

(lang gezogen) Uh.

Ein tapferer Vorschlag des Königs.

Und muss ich nun Seine Majestät an die Regeln erinnern?

Nein.

Olé!

(Gelächter)

(fröhliche Menuett-Musik)

(Chevalier) Euer Hoheit?

- Ihr habt gehört, was der König sagte? - Und was macht Ihr nun?

Nicht ich, Ihr.

Was erwartet Ihr von mir?

Courage.

(tonlos)

(Lachen und Jauchzen)

(Gelächter mit düsteren Untertönen)

(Gelächter verstummt)

(unheilvolle Klänge)

Mein Gott.

Wer hat Euch das angetan?

Das war das französische Volk, Euer Hoheit.

(Klänge intensivieren sich)

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