All language subtitles for Tod.eines.Maedchens.Teil.1.2015.GERMAN.dTV

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Original subtitles

(Melancholische Musik)

(Schnelles Atmen)

(Sie ächzt.)

(Lautes Keuchen)

(Sie atmet schwer.)

Lotti? Jetzt komm, Zähne putzen.

Wer hat meinen Autoschlüssel gesehen?

Der ist in der Küche, glaube ich. - Ja, Küche...

(Schnelle Schritte, Zahnputz-Laute)

Beeil dich, Lotti. Hella holt dich gleich ab.

(Lotti) Komme!

(Beklemmende Musik)

Musstet ihr so trödeln? Ihr wisst, wie wichtig dieser Tag für mich ist.

Moin.

Morgen. - Komm, Charlotte, steig ein.

Wir haben's eilig.

Tschüss, Papa. - Tschüss.

Und, heute Kiel?

Mhm. Erster Tag.

Wo ist Jenni? - Die hat bei Julia geschlafen.

Bringst du ihr den Sportbeutel mit? Den hat sie vergessen. - Mach ich.

Toi, toi, toi. - Mal sehen.

Morgen! - Hallo!

(Lotti) Tschüss, Mama!

(Beunruhigende Musik)

(Möwenkreischen)

(Kinder schreien vergnügt.)

Ich hasse dich! (Lachen)

Tschüss! - Tschüss!

Tschüss, Mom.

(Stimmengewirr)

(Beklemmende Musik)

(Möwenschreie)

(Leise Unterhaltung)

Hallo! - Hallo, Frau Christensen.

(Mann) Kommt, Kinder, jetzt gibt's ein Gläschen Sekt.

Du hast Sekt gekauft? - Wenn die die Dienststelle auflösen...

Guck mal, was ich gefunden hab. - (Frau) Das kommt in den Müll!

Das musst du aufheben! - Auf keinen Fall!

(Mann) So, es kann losgehen. Kommt. - (Frau) Auf zum letzten Schluck.

Tja, das war's dann wohl. - Stopp, stopp.

Ich muss doch fahren. - Du musst ja nur nach Kiel.

Ich muss jetzt nach Flensburg. - In Kiel wird's nicht so gemütlich.

Da soll ein rauer Ton herrschen. - Morgen kann ich dir mehr erzählen.

Eine Rede! - Ja, genau!

Och, nee! Was wollt ihr denn hören? Wie scheiße das hier alles ist?

Zum Beispiel. - Bringt doch nichts. Ist eben vorbei.

Strukturreform... Na ja. Also...

Ich hab hier meine Ausbildung gemacht, und ich fand's immer schön.

Prost. - (alle) Prost.

(Ruhige, spannungsvolle Musik)

(Fahrrad quietscht und klappert.)

Guten Morgen! - Guten Morgen!

Heute soll ein Sturm kommen! - Werden wir sehen!

(Schiffshorn)

Moin, Karla. - Moin.

(Handyklingeln) Stimmt so.

Danke.

Na? Ihr wisst aber schon, dass ich heute nicht mehr zuständig bin?

(Düstere Musik)

Ja. Ja, ich bin gleich da. Ja.

Karla? Ich muss gleich wieder mit zurück.

(Sirenen)

(Bedrohliche Musik)

(Lachen, leise Unterhaltung)

Julia?

Habt ihr schon aus?

Nee, Freistunde.

Wo ist Jenni?

Wieso? Geht's ihr schon besser? - Was meinst du?

Ich dachte, sie ist krank. Sie ist doch gestern nach Hause gefahren.

Wann denn?

Kurz nach neun oder so war das.

Sie meinte, dass sie Bauchschmerzen hatte. Mama hätte sie auch gefahren,

aber sie wollte ihr Fahrrad nicht hierlassen.

(Die Mädchen lachen.)

Ach so, das hat sie bei mir liegenlassen. Magst du ihr das geben?

Und sag ihr gute Besserung von mir.

(Beunruhigende Musik)

(Musik wird schneller.)

Hier hinten, Herr Kessler. Aber die sind da noch bei.

(Mann) So geht das nicht. Wir brauchen 'ne Säge oder so was.

Kriegen wir so nicht raus. Die Hand steckt unter Wasser fest.

Wir müssen ein Stück Holz raussägen.

(Mann) Moin. - Moin.

Moin, Rolf. - Moin, Hella.

Danke für den Anruf. - Da nicht für.

Die Kindergartengruppe hat die Leiche gefunden.

Aber wir kriegen sie nicht raus. Dein neuer Chef ist auch schon da.

Vorsichtig. Der beißt. - Danke.

Äh, du, mach doch mal da hinten zu.

Alles klar.

(Wellenrauschen, beklemmende Musik)

Habt ihr was gefunden?

'Nen Schal.

Haben wir aus dem Wasser gefischt. - Wisst ihr, wer's ist?

Jenni.

Jenni!

Oh mein Gott! Jenni!

(Sie schluchzt.)

Mann, vorsichtig!

Hallo.

Hallo! - Oh mein Gott!

Hella, was wollen Sie da unten? - Das ist doch Jenni!

Jenni! - Was willst du denn da unten?

Kommt raus aus dem Wasser, los! - Oh mein Gott!

Bringt die Leiche an den Strand!

(Sie schluchzt.)

Die Wunde am Hinterkopf ist rechtwinklig.

Wahrscheinlich wurde sie geschlagen. - Was sollte das?

Ich kenne das Mädchen.

Sie wohnt zwei Häuser weiter, und... wir sind mit den Eltern befreundet.

Was wollten Sie da unten? Das ist ein Tatort. Ich brauche niemanden,

der da Spuren vernichtet. Schon gar keine Kollegin!

Wie sieht's aus?

Massive Gewalteinwirkung auf den Kopf. Wundränder rechtwinklig.

Anzeichen auf halbscharfe Gewalt. Ob sie daran auch gestorben ist,

kann ich noch nicht sagen. Ich denke, eher nicht.

Ich glaube, dass sie bewusstlos war, als sie ins Meer geworfen wurde.

Sie ist ertrunken? - Da gehe ich von aus.

Danke.

Sie sollten heute bei mir in Kiel anfangen, ja?

Gut, lernen wir uns eben hier kennen. Rufen Sie Ihre Leute her.

Wir brauchen jeden Mann. Wie weit ist Ihr Büro schon aufgelöst?

Wie? - Ihr Büro.

Ja... Da... ist alles raus.

Muss eben wieder alles rein.

Von da hinten hat man 'nen guten Blick.

Überprüfen Sie, ob jemand was gesehen hat.

Am besten bevor die Leute wieder abreisen.

Hinter die Absperrung, bitte. - Ich schick gleich jemanden hoch.

Wegen des langen Wochenendes war hier Remmidemmi.

Ja.

Kann endlich mal jemand 'nen Sichtschutz um die Leiche bauen?

(Melancholische Musik)

Oh mein Gott.

Silke! Silke, bitte! Silke!

(Verzweifelte Laute)

(Traurige Musik)

(Handyklingeln)

(Leise Gespräche)

Ja?

Hella?

(Vogelzwitschern)

Was ist denn passiert?

(Er atmet schwer.) Hauke.

Mein Name ist Simon Kessler. Ich leite die Dienststelle in Kiel.

Einige von Ihnen sollten in den nächsten Tagen bei mir anfangen.

Woher soll ich das denn wissen. - Moin.

Ich fürchte, wir haben keine Zeit, uns aneinander zu gewöhnen.

Ich hoffe aber, dass die Zusammenarbeit problemlos verläuft.

Gibt's hier eine Karte von Nordholm? - Eingepackt in 'ner Kiste.

(Zeichenstriche)

Jennifer Broder.

Durchgeben.

Jennifer Broder...

...war gestern von 7.45 Uhr bis 13 Uhr...

...in der Schule.

Danach ist sie direkt zum Hotel Seeblick gefahren.

Sie arbeitet dort zweimal in der Woche als Aushilfskraft.

Gegen 18 Uhr

fuhr sie zu ihrer Freundin Julia.

Hier wollte sie eigentlich übernachten.

Gegen 21 Uhr klagte sie über Bauchschmerzen

und wollte mit dem Fahrrad zurück nach Hause fahren.

Dort ist sie nie angekommen.

Bis zu Jennifer nach Hause sind's mit dem Fahrrad zehn, 15 Minuten.

Ein Teil der Strecke geht am Strand entlang.

Wahrscheinlich ist sie da ihrem Mörder über den Weg gelaufen.

Der Fundort der Leiche muss nicht der Tatort sein.

Wir müssen davon ausgehen, dass Jennifer abgetrieben wurde.

Bis dorthin, wo wir sie gefunden haben.

Was ist mit dem Fahrrad?

Ist bisher nicht aufgetaucht. Genauso wenig der Schulranzen.

Das Handy hatte sie bei ihrer Freundin liegenlassen.

Ich möchte eine Liste aller Telefon- verbindungen der letzten Monate.

Wir werden...

...in diesem Bereich nach der Tasche und dem Fahrrad suchen.

Auf dieser Strecke sind viele Hotels und Ferienapartments.

Das lange Wochenende ist vorbei. Die Gäste reisen heute oder morgen ab.

Jeder von ihnen könnte etwas gesehen haben.

Ich möchte, dass Sie mit allen reden. Solange sie noch da sind.

Stellen Sie sich drauf ein, dass Sie heute nicht nach Hause kommen.

Warum besorgen wir uns nicht die Meldescheine?

Und Sie garantieren, dass jeder einen ausgefüllt hat?

Erst wirft man uns hier raus, und jetzt sollen wir strammstehen?

Wir wollen wissen, was mit Jennifer passiert ist,

aber verarschen lassen wir uns nicht.

Ich bin für die Schließung Ihrer Dienststelle nicht verantwortlich.

Letzte Nacht wurde ein Mädchen getötet.

Wenn jemand was gesehen hat, brauchen wir die Info jetzt.

Wenn sie damit ein Problem haben, können Sie gehen.

Wo kann ich mich einrichten?

Hier.

Das war unser Besprechungszimmer.

(Ruhige Musik)

(Sie schluchzt leise.)

(Türklingel)

Papa. Du hättest doch auch über die Terrasse reinkommen... können.

(Traurige Musik)

(Sie schnieft.)

(Telefone klingeln.) Drei Tage. Mhm.

Hast du eine Adresse?

Nein, die sollen bleiben. Ja.

Die reisen nicht ab, bevor wir... - Danke.

Johannes? Warte mal.

"Sag mal, was ist denn los?" - Johannes...

Jenni ist tot.

Aber...

Hatte sie 'nen Unfall, oder was?

Ich... Das kann ich dir nicht sagen. Nicht jetzt...

Ja. Würdest du bitte mit den Jungs reden?

Ja. Klar.

Wir haben Zeugen. - Ja, sofort.

Tut mir leid, dass du das allein machen muss. Ich muss weitermachen.

"Tschüss." - Ja. Ciao.

(Türschloss)

(Beklemmende Musik)

(Schnelle Schritte)

(Tür fällt zu.)

(Melancholische Musik)

Danke, dass ich so spät noch...

(Windrauschen, Vogelrufe)

Warst du bis jetzt im Büro?

Ja.

Ich geh gleich wieder los. Ich zieh mich nur schnell um.

Der Klempner war da. Der kann das Klo erst nächste Woche reparieren.

Dann soll er aber auch nach der Dusche oben gucken

Und dem Wasserhahn hier im Garten. Ich will einen Kostenvoranschlag.

Du hast überhaupt nicht geschlafen.

Es gibt da einen Feriengast, der bei Uwe im Hotel war, und...

...der hat Jenni in der Nacht noch gesehen.

In der Nähe vom Waldheim.

Ist sie vergewaltigt worden?

Wissen wir noch nicht.

(Düstere Musik)

Man hat sie erschlagen und ins Meer geworfen.

'Tschuldige, ich muss.

(Rhythmische, bedrohliche Musik)

Das Waldheim wurde vor Jahren für den Strafvollzug umgebaut.

Die Jugendlichen sind hier in Nordholm nicht sehr beliebt.

Es gab schon oft Ärger.

(Elektrische Säge)

Frau Christensen.

Sie waren ja schon lange nicht mehr da.

Mein Kollege, Hauptkommissar Kessler, Herr Gründling.

Wir ermitteln in der Todessache des jungen Mädchens.

Ich find's ja schon frech, wenn Sie wegen eingeworfenen Scheiben kommen,

aber jetzt wegen so was? Die Jungs sind keine Schwerverbrecher.

Es gibt 'ne Zeugenaussage.

Das Mädchen wurde in der Tatnacht unten an der Straße gesehen.

Ihre Fahrradkette war kaputt und jemand half ihr, sie zu reparieren.

Wann soll das gewesen sein? - Ich bin fertig.

Gegen 21.30 Uhr. - Dann war das keiner von uns.

Ab 21 Uhr sind alle in ihren Zimmern. Und hier gilt das Vier-Augen-Prinzip:

Einer kontrolliert den anderen.

Der Zeuge sagte aus, dass der Mann 'nen grünen Kapuzenpullover trug.

(Düstere Musik) Grün tragen bei uns nur die Neuen.

Wie viele sind das momentan? - Nur einer.

(Spannungsvolle Musik)

(Dramatische Musik)

Wo warst du vorletzte Nacht? - Im Waldheim. Wo sonst?

Sein Zimmernachbar war im Krankenhaus.

Er hätte rausschleichen können.

Nachts ist alles abgeschlossen. Auch die Fenster.

Der Junge, der vor 'nem halben Jahr abgehauen ist,

hatte der 'nen Zweitschlüssel? - Das war tagsüber.

Du hast Jennifer auf der Straße getroffen

und ihr mit dem Rad geholfen. - Ich red nicht mit den Bullen.

Richtig, ich weiß. Du bist eher der stille Typ.

Du drückst dich anders aus.

Überfall in der U-Bahn. Du hast einen Mann niedergeschlagen.

Und dann so lange auf seinen Kopf eingetreten, bis er bewusstlos war.

Oder...

Angriff auf zwei Jugendliche.

Dem einen hast du eine Bierflasche auf dem Kopf zertrümmert

und seine Jacke abgezogen. Danach hast du seine Freundin gezwungen,

den Rock zu heben, um drunterzuschauen.

Soll ich weitermachen? - Fick dich!

Was wolltest du von Jennifer? Ein Dankeschön? Kleinen Kuss?

Ist ja nicht so schlimm, so was... - Nerv mich nicht!

Aber sie hat sich gewehrt, hm? Hat sie geschrien?

Soll endlich die Klappe halten. Hat dich das auch genervt?

Halt doch mal deine Fresse! Wen interessiert der Scheiß?

Die Eltern interessiert das! Die wollen wissen,

was mir ihrer Tochter passiert ist! Die war erst 14! Jetzt ist sie tot!

(Gründling) Haben Sie irgendwelche Beweise?

Können wir jetzt gehen?

(Beklemmende Musik)

Hermann.

Ist er's?

Der aus'm Waldheim. - Woher weißt du das?

Torben kennt einen der Betreuer.

Der Junge.

Hat er Jenni umgebracht? - Ich darf dazu nichts sagen.

Wir wollen doch nur wissen, was passiert ist. - Hermann.

Ich hab 36 Stunden nicht geschlafen. Ich kann nicht mehr. Bitte.

Bitte geh nach Hause.

(Langsame Musik)

(Telefonklingeln) (Johannes) Christensen?

Hallo.

Nein, die kann dich jetzt nicht sprechen. Die hat sich hingelegt.

Was? Nein, sie kann dir nichts sagen.

Du hörst doch, was ich dir sage. Also tschüss.

(Vogelzwitschern)

(Wiederholtes Türklingeln)

(Er seufzt.)

Christensen!

Christensen!

Was machen Sie hier?

Es ist nicht mal halb sechs!

Wer war das?

Da stehen Details drin, die sich nur aus der Aktenlage ergeben.

Das hat jemand an die Presse weitergegeben. - Das glaub ich nicht.

Mareike Thiel. - Wer ist das? Kennen Sie die?

(Telefonklingeln)

Ich war mit Mareike Thiel nur ein Bier trinken.

Sie können mich doch nicht einfach aus dem Team schmeißen.

Wir müssen unsere Informationen schützen.

Wir waren zusammen in der Schule. Ich hab fast nichts erzählt!

Dann hätte Frau Thiel diese Info nicht bekommen.

Sie sind ja nicht mal dienstfähig!

Ich hab mich informiert. Auf Sie wurde vor sechs Monaten geschossen.

Sie haben mit Kiel telefoniert? Dafür haben Sie Zeit?

Wie weit sind Sie mit den Verbindungen von Jennifers Handy?

40 Touristen wurden noch nicht über- prüft. Jeder könnte der Mörder sein.

Aber Sie haben nichts Besseres zu tun, als mit Kiel zu telefonieren.

Sie können die Tür zumachen.

Von außen. Danke.

Was für ein arrogantes Arschloch.

(Gemurmel)

Wir wissen das und verstehen es.

Aber bitte wartet, bis unser Kollege kommt. Hallo!

Ja. - Setz dich mal hin.

Wir hätten früher mit den Leuten reden sollen. Vor dem Sturm.

Wenn Sie das übernehmen wollen, bitte.

Sie leiten den Fall.

Das erste Mal, dass Sie das sagen. - Fällt mir auch nicht leicht.

Ach, hi, Uwe.

(Stimmengewirr)

Setzen Sie sich, bitte.

Setzen Sie sich, bitte.

Mein Name ist Kessler. Ich leite die Ermittlungen im Fall Jennifer.

Sie alle haben die Zeitung gelesen. Ich kann verstehen,

dass Sie jetzt wissen wollen, was es mit dem Artikel auf sich hat.

(Mann) Wurde der Junge wirklich entlassen?

Wir haben ihn vorgestern vernommen. Aber er wurde nicht entlassen.

Sondern zurück in den offenen Vollzug geschickt.

(Empörtes Stimmengewirr)

(Mann) Seid doch bitte mal ruhig.

Der Junge hat doch schon mal ein Mädchen sexuell belästigt.

Genau. - Der ist gewalttätig.

Wir verstehen alle nicht, warum Sie den einfach wieder laufen lassen.

(aus dem Publikum) Eine Riesensauerei!

Weil wir nichts gegen ihn in der Hand haben.

Ein Zeuge hat ihn identifiziert. - Das ist so nicht richtig.

Der Zeuge hat Jennifer mit einem jungen Mann gesehen.

Ob es der aus dem Waldheim war, wissen wir nicht.

(Rufe) Wer soll es sonst gewesen sein?

Der gehört doch in den Knast! - Moment.

Das Problem ist, dass wir alles aus der Zeitung erfahren.

Jeder hat mitbekommen, dass Sie im Waldheim waren.

Wenn Sie keine Gerüchte wollen, müssen Sie mit uns reden.

Genau!

(Langsame Musik)

Deswegen bin ich hier.

Jennifers Tod macht Sie alle sehr betroffen.

Ich weiß das. Viele von Ihnen kannten das Mädchen.

Ich weiß, Sie machen sich Sorgen um Ihre Kinder.

Ich verstehe Ihre Angst.

Trotzdem kann ich Sie nicht über jeden unserer Schritte informieren.

Der Zeitungsartikel ist unverantwortlich.

Es gibt eine Unschuldsvermutung.

Lassen Sie uns unsere Arbeit machen. Dann finden wir Jennifers Mörder.

Das kann ich Ihnen versprechen. Danke.

(Gemurmel)

(Düstere Musik)

(Tür fällt zu.)

Guten Abend.

Ich brauch ein Zimmer. - Haben Sie reserviert?

Geben Sie mir einfach irgendeins.

Füllen Sie das bitte aus.

Gleich rechts den Gang und die Treppe hoch.

(Beunruhigende Musik)

(Wiederholtes Handyklingeln)

(Läuten verstummt, Handy vibriert.)

(Wasser plätschert.)

(Langsame Musik)

(Geschirr klappert.)

Ich geh schlafen.

Du musst nicht auf mich warten. Ich schlaf hier unten. Gute Nacht.

(Schritte auf der Treppe)

(Tür wird geschlossen.)

(Ruhige Musik)

(Melancholische Musik)

Silke?

(Schritte auf der Treppe)

Hallo. - Hallo.

Na? Oh, ich hab früher auch Tagebuch geschrieben.

Da standen alle meine Geheimnisse drin.

Wo ist denn Mama? - Bei Jenni.

Also... in ihrem Zimmer.

Ich schau mal nach ihr, ja?

(Beunruhigende Musik)

Die anderen warten am Strand auf dich.

Ich kann da nicht hingehen.

(Traurige Musik)

(Sie schnieft.)

Wenn Lotti nicht wär, wär ich schon tot.

Ich wär einfach gestorben.

(Getragene Musik)

(Möwenschreie)

Ich hab die ganze Nacht kein Auge zugetan.

Immerhin kenne ich Jenni, seit sie klein war.

Ich weiß, sie wird uns allen fehlen.

Wie ihr alle wisst, hab ich auch zwei Jungs.

Aber ich würde lügen, wenn ich behaupten würde

zu wissen, was ihr gerade fühlt.

Was ich euch aber sagen kann, ist:

Wir werden alle für euch da sein.

Wann immer ihr uns braucht, werden wir euch helfen.

Die ganze Stadt, ganz Nordholm, steht euch zur Seite.

Das verspreche ich euch.

Wir haben im Stadtrat beschlossen, eine Belohnung auszusetzen.

10.000 Euro für denjenigen, der hilft, Jennis Mörder zu finden.

Wer immer es auch gewesen ist,

er soll ab diesem Moment keine ruhige Minute mehr haben.

(Gemurmel, Telefonklingeln)

Die Stadt hat 10.000 Euro für die Ergreifung des Mörders ausgesetzt.

Alle fragen, ob wir schon was haben.

Die sollen mit der Pressestelle reden.

Warum waren Sie nicht am Strand? Alle anderen nehmen Anteil.

Sie verkriechen sich hier im Büro.

Was soll ich den Leuten denn Ihrer Meinung nach sagen?

Dass der Obduktionsbericht, den ich gelesen hab,

während Sie draußen den Menschen- freund spielen, nichts wert ist?

"Das Jungfernhäutchen weist einen Einriss auf, was ursächlich nicht

auf Geschlechtsverkehr zurückgeführt werden muss." Wir haben nichts.

Kein Sperma, keine DNA. Gar nichts.

Der Junge aus dem Waldheim war draußen, egal was er sagt.

Er ist gewalttätig und hat Jenni in der Nacht...

Jemand hat einen jungen Mann mit grünem Pullover gesehen.

Dass es Dennis Boysen war, können wir nicht beweisen.

Bei Ihnen rufen die Leute auch nicht ständig fassungslos an.

Das müssen Sie dann eben aushalten.

Sie tun so, als wären Sie Jennifers Mutter. Das sind Sie aber nicht.

Sie sind nur eine Polizistin,

die den Mord an diesem Mädchen aufklären soll.

Ich brauche Mitarbeiter, die die Menschen hier kennen,

aber nicht bei jeder Gelegenheit in Tränen ausbrechen.

(Rhythmische, spannungsvolle Musik)

Ganz schön starker Wind und Strömung heute.

Bin vor 'ner Stunde an der Steilküste gestartet.

Dann warste aber schnell! - Aber war trotzdem schön, oder?

(Spannungsvolle Musik)

Bei Wind ist die Strömung viel stärker als sonst.

Wir haben einfach nicht weit genug gesucht.

(Ruhige Musik)

Hier treffen sich Pärchen gern, um alleine zu sein.

Ich lass die Kollegen hier oben alles absuchen.

Vielleicht finden wir ja Reifenspuren oder... Blut.

Vielleicht wurde Jennifer gar nicht auf dem Heimweg überfallen.

Vielleicht war sie hier mit ihrem Mörder verabredet.

(Beunruhigende Musik)

Was habt ihr denn noch gesucht?

Hat Jenni mal erwähnt, dass sie verliebt war?

Sie hat immer mal für jemanden geschwärmt.

Und hatte sie 'nen Freund?

Na, sie war ja noch ein Kind.

Für dich vielleicht.

Hat sie eigentlich Tagebuch geschrieben?

Warum willst du das wissen?

Wir müssen davon ausgehen, dass Jennifer nicht vorhatte,

bei ihrer Freundin zu übernachten. Sie hat sich heimlich verabredet.

Wo?

Spatz, gehst du bitte einen Moment in den Garten?

Wo hat sie sich denn nun verabredet? - An den Klippen.

Dort war ihr Fahrrad.

Das glaub ich nicht. - Das hätte sie uns gesagt.

Ist es einer von hier,

der sie umgebracht hat?

Aus Nordholm?

Herr Broder, könnten wir einen Moment

mit Ihrem Sohn und Ihrer Schwiegertochter alleine reden?

(Tür wird geöffnet und geschlossen.)

Wo waren Sie beide an diesem Abend?

Was?

Wir müssen das fragen.

Glauben Sie, dass... dass wir... - Ich habe gefragt, wo Sie waren.

Das ist doch absurd! Jenni ist unsere Tochter!

Wir müssen alle überprüfen, die mit ihr Kontakt hatten.

Das ist in Ihrem Interesse.

Ich war im Großmarkt einkaufen, für den Laden.

Wann waren Sie zu Hause?

Acht, halb neun.

Und Sie?

Ich hab einen Unfallwagen nach Mönkeberg geschleppt.

Ich kam etwas später nach Hause. - Wann?

Weiß ich nicht mehr. Gegen zehn.

Können Sie das bestätigen?

Ich hab da schon geschlafen. Mir ging's nicht so gut an dem Tag.

Wo haben Sie eigentlich die Verletzung her? An Ihrer Hand.

(Beunruhigende Musik)

Das ist beim Abladen passiert. Warum?

Wir brauchen eine Liste von Jennifers Freunden, Schulkameraden,

Lehrern, Verwandten.

Ihre E-Mails und Social-Network-Accounts.

Ihren Computer haben wir mitgenommen.

(Beklemmende Musik)

Bevor Sie's aussprechen: Ja, das musste sein.

Ich wollte gar nichts sagen. - Doch, das wollten Sie.

Und es wäre falsch gewesen.

Jaja, ich weiß. Zu nah, zu emotional. Keine gute Polizistin.

Laut Ihrer Akte sind Sie über 50, haben aber nie Karriere gemacht.

Wollten oder konnten Sie nicht?

(leise) Dafür bin ich nicht so 'n Lackaffe.

Hauke Broder hat doch für Sie ein Auto überführt.

Ja. Ja, genau.

Er hat angegeben, dass er sich da...

...dass er sich dabei verletzt hat.

Könnten Sie mir sagen, wie das passiert ist?

An der Hand.

Nicht?

Sind Sie sich sicher?

Mh. Ja, danke. Nein, sonst meld ich mich noch mal. Danke.

(Beunruhigende Musik)

Jenni hat schon im letzten Jahr bei Uwe Hahn im Hotel gearbeitet.

Tische abräumen und so. Hahn nimmt gerne junge Leute.

Er ist unverheiratet, hat keine Kinder.

Die Nachtschicht hat er gemacht.

Ein Zeuge sah ihn gegen 21 Uhr an der Rezeption.

Vom Hotel zum Strand sind es keine fünf Minuten.

Was ist das? Anita Bossen.

Ein alter Fall. Verschwand vor 14 Jahren spurlos.

Hella wollte, dass ich ihn raussuche.

Anita war im selben Alter wie Jennifer.

Ich dachte, wir werfen mal 'nen Blick rein.

Irgendwelche Berührungspunkte?

Nicht dass ich wüsste. Aber ich hab den Fall damals nicht bearbeitet.

Was ist mit Broders Vater?

Hermann Broder war zu Hause.

Er hat zur Tatzeit mit einem Freund telefoniert. Der bezeugt das.

Und der Bruder? - Torben Broder war mit Freunden weg.

Und später zu Hause. - Er ist vorbestraft.

Zwei Jahre auf Bewährung. War ein echtes Handball-Talent.

Hätte Profi werden können. Dann fing er an, mit Drogen zu dealen.

(Ruhige Musik)

(Hupen)

Hast du Vater gesehen?

Seine Haushaltshilfe hat mich an- gerufen. Er sei mit dem Gewehr weg.

(Beunruhigende Musik)

(Düstere Musik)

(Schuss)

(Hauke atmet auf.)

Ich mach das schon.

Bist du verrückt geworden?

Wir machen uns doch Sorgen. Wir haben dich überall gesucht.

Was machst du denn?

Wenn sie ihn haben, bring ich ihn um.

Du machst überhaupt nichts, verstanden? Halt dich da raus.

So wie du?

Du hast nicht mal mitgekriegt, dass Jenni sich nachts rumgetrieben hat!

Wer weiß, was sie sonst noch gemacht hat! - Was soll ich denn machen?

Sie einsperren? - Jenni war 14!

Ein Kind!

Du musst mir nicht sagen, wie alt meine Tochter war.

Du hättest auf sie aufpassen müssen. Schaust immer nur zu!

Wie dir alle auf der Nase rumtanzen.

(Düstere Musik)

Wenn die das Schwein kriegen, schaust du auch wieder bloß zu!

Wenn sie ihn wieder rauslassen, weil er zu jung ist oder

einen an der Klatsche hat!

Tu endlich was!

Danke, dass du Zeit hast für mich. Ich hab 'ne Liste gemacht.

Mit allen, mit denen sie mitgegangen wäre.

Ich glaube nicht, dass Jenni sich verabredet hat. Nicht heimlich.

Das hätte sie nicht gemacht.

Er hat auf sie gewartet, dann hat er sie angesprochen und mitgenommen.

Aber sie kannte ihn. Das glaub ich auch.

Mit denen wär sie mitgegangen. Mit allen.

(Bedrohliche Musik)

(Klappern)

Was ist das?

Was? - Na... das Klappern da.

(Spannungsvolle Musik)

(Metallisches Klappern)

(Wiederholtes Klappern)

(leise) Na komm!

Scheiße.

Komm. Komm.

Das war der Haken. Da hat was geklemmt.

Danke fürs Nach-Hause-Fahren.

Ihr müsst alle auf der Liste überprüfen, hörst du?

(Kinderrufe)

(Beklemmende Musik)

(Johannes) Ach, du bist schon da?

Ja.

Ich wollt grad Abendbrot machen.

Willst du auch was, oder musst du wieder los?

Nein. Ich bleib da. - Gut.

Sonntag soll es eine Gedenkfeier geben.

Ist doch 'ne schöne Idee, oder?

Mhm. Alle Familien sollen was dazu beitragen.

Willst du das nicht machen?

Wieso ich?

Na hör mal, du warst mit ihr befreundet.

Ihr seid jeden Tag zusammen zur Schule gefahren.

Wir haben Hallo und Tschüss gesagt. Wahnsinnig tiefgründig.

Wieso tun auf einmal alle so, als hätten sie Jenni gekannt?

Martin?

Wo willst du denn hin?

Martin?

Kann ich auch aufstehen?

Hast du deine Hausaufgaben schon gemacht?

Na dann.

Was ist das?

Er hat gelogen.

Wer? - Hauke.

Er meinte, er wäre um 22 Uhr zu Hause gewesen. Das stimmt nicht.

Das ist aus dem Fahrtenschreiber. Er war nach eins zu Hause.

Vielleicht hat er den Schreiber nicht ausgestellt.

Der stoppt automatisch. - Dann rede mit ihm!

Das kann ich nicht! Offiziell muss ich ihn vorladen.

Ich hätte das hier gar nicht gedurft.

Das sind unsere Freunde! Das ist ein Irrtum! - Was für ein Irrtum?

Er war in der Nacht nicht zu Hause! Er hat uns angelogen!

Außerdem hat er 'ne Liste gemacht.

Mit Leuten, die es gewesen sein könnten.

Du stehst auch mit drauf.

(Beunruhigende Musik)

Ihr habt sie doch nicht mehr alle!

(Möwenschreie)

(Melancholische Musik)

Du musst mit deinem Kollegen reden. Sag ihm, was du rausgefunden hast.

(flüsternd) Dieser Wahnsinn muss aufhören.

Kommen Sie.

Ich kann das nicht.

Wenn Sie das nicht schaffen, gehen Sie nach Hause. Aber das war's dann.

(Sie atmet genervt.)

Was soll das hier? - Bitte setzen Sie sich.

Wollen Sie mich verhören? - (Tür wird geschlossen.)

Ist das dein Ernst? - Wir wollen dir nur ein paar Fragen stellen.

Setzen Sie sich.

Herr Broder, Sie haben angegeben, dass sie am 12. Mai

einen Wagen nach Mönkeberg überführt haben. - Ja.

Und gegen 22 Uhr zu Hause waren. - So ungefähr, ja.

Wir haben Ihren Fahrtenschreiber überprüft. - Wo haben Sie das her?

Spielt jetzt keine Rolle. - Das hast du gemacht!

Das dürfen Sie nicht. - Ist das alles, was Sie dazu sagen?

Wieso machst du das?

Hinter meinem Rücken. Warum... redest du nicht mit mir?

Warum beantworten Sie nicht meine Frage?

Welche? - Warum Sie gelogen haben.

Ich hab nicht gelogen! - Sie waren aber um 1.19 Uhr zu Hause.

Glauben Sie wirklich, ich habe was mit dem Tod meiner Tochter zu tun?

Sind Sie wahnsinnig? Mein eigenes Kind?

Seid ihr alle verrückt geworden?

Warst du schon bei Uwe Hahn? Jenni hat bei ihm gearbeitet.

Warum habt ihr den noch nicht überprüft?

Der steht auf kleine Mädchen! Der hatte noch nie 'ne Frau!

Der fragt jedes Mädchen, ob er sie fotografieren kann.

Wo waren Sie denn zwischen 22 und ein Uhr? - Hab ich geschlafen.

Aber nicht in Ihrem Bett. - Im Wagen hab ich geschlafen.

War's das? - Warum haben Sie uns das nicht erzählt?

Weil ich nicht drüber nachgedacht habe. Meine Tochter ist tot.

Die Verletzung da. An deiner Hand...

Keiner konnte mir sagen, wie das passiert ist.

Das ist ein kleiner, beschissener Kratzer. Ist das denn so wichtig?

Herr Broder.

Haben Sie Ihre Tochter erwischt,

als sie sich nachts mit einem Jungen am Strand treffen wollte?

Sie ticken doch nicht mehr richtig.

Haben Sie sie zur Rede gestellt?

Hat sie Ihnen gesagt, dass sie sich von Ihnen nichts mehr sagen lässt?

Dass Sie sie in Ruhe lassen sollen?

Ist sie frech geworden?

Haben Sie deshalb die Beherrschung verloren?

Oder einfach nur so, wie damals?

Vor...

Vor fünf Jahren.

Ihre Frau musste ins Krankenhaus.

Sie hatte eine Platzwunde an der Schläfe.

Musste genäht werden.

Ihre Frau gab an, dass sie gestürzt ist. Aber wir wissen,

dass Sie sich gestritten haben.

Das hast du ihm verraten, nicht?

(Düstere Musik)

Ich kann nicht glauben, dass du denkst,

ich hätte Jenni so etwas angetan.

Besorgen Sie einen Beschluss für seinen Abschleppwagen und sein Haus.

(Tür wird geöffnet und geschlossen.)

(Ruhige Musik)

(AB) "Erste gespeicherte Nachricht."

"Hi, Papa, ich bin's, Jenni. Kannst du mich abholen?"

"Mein Fahrrad ist kaputt. Das... Ach, ist einfach alles bescheuert..."

"Ich bin in der Telefonzelle, du kannst mich nicht zurückrufen."

"Ich warte an der Kirche auf dich, okay? Ciao."

(Piepton)

(Frauenstimme) "Um die Nachricht zu speichern,

drücken Sie bitte die 2. Um sie zu löschen, drücken Sie die 3."

(Piepton) "Nachricht gelöscht."

(Beklemmende Musik)

Wo warst du heute?

Ich war draußen. Bin rumgefahren.

(Düstere Musik)

(Handyklingeln)

Ja? - "Dennis Boysen ist verschwunden."

Der Waldheim-Leiter wollte ihn ins Gefängnis zurückschicken.

"Er war doch draußen. Sie haben bei ihm Werkzeug gefunden."

Damit konnte er das Fenster öffnen.

"Schreiben Sie ihn zur Fahndung aus." - Hab ich schon.

Christensen? Gut, dass Sie geblieben sind.

(Beunruhigende Musik)

Sagen Sie, die Bilder da hinten, gehören die Ihnen?

Ja, das ist mein Hobby.

Und was fotografieren Sie so?

Kommt immer aufs Motiv an. - Worauf? Jung und hübsch?

Haben Sie Jennifer auch mal fotografiert?

(leise) Ja, äh...

Sie hat mich gefragt, ob ich ein paar Aufnahmen machen kann.

Wann war das?

Vor zwei Wochen. - Warum?

Wozu hat sie die Bilder gebraucht?

Keine Ahnung. Einfach so, wahrscheinlich.

Kann ich die Aufnahmen mal sehen?

Jetzt? - Wenn's keine Umstände macht.

Nein.

Sie sind im Keller.

(Bedrohliche Musik)

Das war mal 'ne Dunkelkammer. Früher hab ich noch selbst entwickelt.

War Jennifer auch mal hier? - Nein, warum sollte sie?

Ich bearbeite hier bloß meine Fotos. Dafür ist oben zu wenig Platz.

Kann ich die Bilder sehen?

(Ruhige, spannungsvolle Musik)

(Wiederholtes Klicken)

Gibt's noch andere?

Wie, andere?

Andere Bilder.

Die man besser nicht auf seinem Computer speichert.

Nein, um Himmels willen! Wer sagt denn so was?

Danke.

Sagen Sie...

Waren Sie an dem Abend auch da?

Ja, ich hatte Nachtschicht. - War viel Betrieb?

Nach 21 Uhr nicht mehr so viel, nein.

(Ruhige, düstere Musik)

(Türklingel)

(Räuspern)

Wir haben einen Durchsuchungsbeschluss für Ihr Haus

und den Wagen Ihres Mannes. - Was?

Die wollen das Haus durchsuchen. - Wir brauchen Ihren Wagenschlüssel.

Ist offen.

Hella, was soll das?

Das soll er dir selbst erklären.

(Spannungsvolle Musik)

Das sind die Daten vom Fahrtenschreiber.

Die stimmen mit dem Ausdruck überein.

Wir brauchen Abdrücke vom Profil. - Okay.

(Beunruhigende Musik)

Sie durchsuchen unser Haus! Was hast du gemacht?

Entschuldigen Sie! Unterlassen Sie das bitte?

Hauke, was hast du gemacht?

In der Nacht, als Jenni starb, war ich um eins zu Hause, nicht um zehn.

Ich war müde und hab mich unterwegs hingelegt.

Jetzt sagen sie, ich hätte gelogen.

(Er seufzt.)

Was ist?

Glaubst du, ich hab was damit zu tun?

Hast du?

Nein!

Bist du verrückt? Ich...

Ich hätte Jenni doch nie was antun können!

Glaubst du, ich hätte sie umgebracht und ins Meer geworfen?

Glaubst du das?

Was...

Ich will, dass ihr verschwindet. Jetzt.

Hauke. - Leg die Sachen weg.

Hauke! - Pack sie weg, bitte!

Du machst alles noch schlimmer! Jenni ist tot, reicht dir das nicht?

Müsst ihr auch noch rumspionieren? - Du hast gelogen.

Du hast auch nicht im Auto geschlafen!

Du warst zehn Minuten von zu Hause weg und konntest nicht mehr fahren?

Ja! - So ein Schwachsinn!

Warum überprüft ihr nicht die auf meiner Liste?

Zum Beispiel Johannes, ja? - Ja, zum Beispiel.

Warum nicht? Weil es dein Mann ist? Oder Uwe Hahn.

Uwe Hahn, du spinnst doch! - Weißt du, was der für Fotos macht?

Meine Güte, der fotografiert Hunde und Strandkörbe...

Und Mädchen! - Ich hab sie mir angesehen.

Es stimmt, er hat Jennifer fotografiert.

Ja. - Sie hat ihn darum gebeten.

Das ist Quatsch. Sie ist gezwungen worden!

Nein, sie wurde nicht gezwungen. Die Bilder sind harmlos.

Woher wissen Sie, dass das alle sind?

Ihr müsst Hahns Scheißhotel durchsuchen,

ehe ihr hier alles durchwühlt!

Gegen Hahn liegt nichts vor, was eine Untersuchung rechtfertigt.

Im Gegensatz zu Ihnen.

Sie wollen, dass ich das war, ja? Aber ich war's nicht.

Ich habe mit der ganzen Sache nichts zu tun. Ich war das nicht.

Irgendjemand hat meine Tochter an den Strand gelockt und erschlagen!

Den müsst ihr finden!

(Düstere Musik)

(Lotti) Mama.

Mama!

Ich bin da, mein Schatz. Was ist denn los?

Oh. Du hast Fieber.

Mir ist kalt. - Komm mal her.

Wir müssen erst mal messen, ja? - Mama?

Ja?

Warst du böse auf Jenni?

Was? Nein! Wie kommst du denn darauf?

Sie... Sie war so... komisch.

In letzter Zeit.

Was meinst du denn damit?

Ich hol das Thermometer, ja? Bin gleich wieder da.

(Ruhige Musik)

(Handy vibriert wiederholt.)

Ach...

Ja, ich bin's. Lotti geht's ganz schlecht. Sie hat über 40 Fieber.

Kannst du zur Apotheke gehen?

Ja.

Hier. - Komm rein.

So, mein Schatz.

Und jetzt schläfst du dich gesund.

Morgen ist alles besser.

Du kannst ihn ja morgen Früh zurückbringen.

Mach ich. Schlaf gut, ja? - Ja.

(Sie atmet schwer.)

(Ruhige Musik)

(Düstere Musik)

Entschuldige.

Ich kann das nicht mehr.

Tut mir leid.

(Unheilvolle Musik)

(Er atmet schwer.)

(Düstere Musik)

(Klappern)

(Flaschen klirren.)

(Bedrohliche Musik)

Wo warst du?

Nicht jetzt. - Was hast du heute Nacht gemacht?

Ich weiß, dass du das nicht warst.

Du hättest ihr nie wehtun können.

Hm. - Hauke!

Hauke, ich brauch dich! Ich... Ich schaff das nicht alleine!

Und Lotti braucht dich auch. Bitte geh nicht weg!

Egal was du machst, Jenni kommt nicht zurück!

(Autotüren werden geschlossen.) Was wollt ihr denn noch?

Hier. Das mit den Fotos hat sich aufgeklärt. - Was ist das?

Für dich. Zum Geburtstag.

Das ist... in zwei Wochen.

Sie hat das Foto von Uwe Hahn machen lassen.

Wir haben den Abholschein im Wohnzimmerschrank gefunden.

(leise) Das ist alles meine Schuld.

Nein. Das ist nicht deine Schuld.

Es ist meine Schuld. Ich war nicht da, als sie mich brauchte. - Nein.

M-m.

Sie hat mich angerufen in der Nacht. Von der Telefonzelle aus.

Ich...

Ich hab's nicht gehört. Ich hab's... einfach nicht gesehen.

Erst am nächsten Morgen. Ich...

Dann hab ich's...

Was wollte sie?

Dass ich sie abhole.

Warum hast du das nicht gesagt?

Wo warst du?

Ich war bei 'ner Frau in der Prinzenbar.

Du warst im Puff?

Ich... Ich wollte da nicht hin!

Ich bin so bescheuert und bin da einfach...

Du hast sie nicht abgeholt, weil du ficken wolltest?

(Langsame Musik)

(flüsternd) Es tut mir so leid! Silke, bitte...

(Sie keucht.)

(Er schluchzt.)

(Traurige Musik)

(Leise Unterhaltung im Hintergrund)

(Frau) Ja, gern. - (Uwe Hahn) Zahlen Sie bar, oder...

Mit Karte, bitte. - Ja, bitte sehr.

Danke schön. - Ich wünsche eine gute Rückreise.

Entschuldigung, Herr Kessler...

Da wartet jemand auf Sie im Speisesaal.

Schön, dass wir uns endlich mal persönlich kennenlernen.

Wer sind Sie?

Mareike Thiel.

Ich hab den Artikel über den Jungen aus dem Waldheim geschrieben.

Und was wollen Sie von mir?

Was ist das?

Chat-Protokolle. Aus Jennifers MyFriends-Account.

Sie haben ihr Passwort? - Sie nicht?

Woher?

Ich hab's rausgefunden.

Sie hätten nur fragen müssen, wie ihre Katze heißt.

Viele Leute verbinden so was mit dem Geburtsdatum oder der Hausnummer.

Schroeder99.

Sie hat mit einem "De la Vega" geschrieben, über mehrere Wochen.

Dann haben sie sich verabredet. In ihrer Todesnacht.

De la Vega.

Das ist ein Fake-Account.

Das wissen Sie... woher?

Das kennen Sie nicht?

De la Vega, das ist doch Ihr Jahrgang.

Zorro.

Der schwarze Rächer, der so flott die Peitsche schwingt.

Sie waren in eine dubiose Schießerei verwickelt. Davon weiß hier niemand.

Sie brauchen mich.

Sie werden froh sein,

wenn Sie bei der Presse jemanden auf Ihrer Seite haben.

Was wollen Sie dafür?

Ich tu Ihnen einen Gefallen, Sie tun mir einen Gefallen.

Ich will Einblick in die Ermittlungsakten.

Das können Sie vergessen.

Die Chat-Protokolle. Als kleine Anzahlung.

Die IP-Adresse müssen Sie sich dann aber alleine besorgen.

(Unheilvolle Musik)

(Sie atmet tief.)

Wir...

'Tschuldigung. - Ist schon okay.

Wir haben die Liste mit den Telefon- verbindungen von Jennifers Handy.

Nichts Auffälliges. Freundinnen, Familie...

Die Telefonzelle?

Der Anruf ließ sich nicht zurückverfolgen.

Ist es in Ordnung, wenn ich jetzt nach Hause gehe?

Meine Familie weiß langsam nicht mehr, wie ich aussehe.

Ja, gehen Sie nach Hause. - Danke.

Wie ist das passiert?

Bei einem Einsatz.

Davor hab ich am meisten Angst.

Nicht mal, dass auf mich geschossen wird, sondern dass ich muss.

Ich hab meine Waffe noch nie benutzt.

Wir machen heute Schnüsch.

Was machen Sie?

Schnüsch.

Ein Eintopf. Mit Gemüse.

Ja, dann wünsch ich Ihnen einen schönen Abend.

Vielen Dank.

Bis morgen.

(Tür wird geschlossen.)

Was ist denn los?

Was hat er dir erzählt, woher er das hat?

Dass jemand auf ihn geschossen hat. - Gegen ihn wurde deswegen ermittelt.

Er war einen Monat suspendiert. - Woher weißt du das?

Er hat sich nach Kiel versetzen lassen,

weil die Kollegen in Frankfurt nicht mehr mit ihm arbeiten wollten.

Er muss da ganz schön was versiebt haben.

Der große Hauptkommissar.

(Beklemmende Musik)

Ja?

Ich weiß jetzt, wem die IP-Adresse gehört.

Oooooh! Hallo!

Hallo! - Hallo.

Ui! - Wir sind fast fertig.

Was würd ich nur ohne euch machen? - Verhungern?

(Sie lacht.)

Hey. - Hey.

(Türklingel, Schritte)

Hallo.

Ach!

Sie kommen ja doch!

Na los. Hereinspaziert!

So, jetzt mal alle die Finger aus der Nase. Das ist mein Chef.

Und das sind Sven, Martin und mein Mann.

Schön, Sie endlich kennenzulernen.

Nach allem, was man gehört hat, sind Sie ja ein richtiger Schleifer.

Wollen Sie 'n Bier? - Ja, gerne.

Räum mal auf. Du auch.

Kommen Sie!

Ähm...

Brauchen Sie noch was?

Ja, die Toilette.

Oben links. Hier unten ist die Spülung kaputt.

(leise) Danke.

(Düstere Musik)

(Leises Klirren von Geschirr und Besteck)

(Spannungsvolle Musik)

(Musik wird lauter.)

Dann brauchen wir noch Weingläser, oder?

Ja.

(Beunruhigende Musik)

(Melancholische Klaviermusik)

Nein.

Das...

(Dramatische Musik)

(Lautlos)

(Düstere Musik)

(Möwenschreie)

(Melancholische Musik)

(Gesang) "Recall the shape of my face, my eyes and smile."

"Could this be the one?"

"Just a moment in the sun."

"We'll spend our lives

chasing a few seconds of light."

"You're in every heartbeat."

"You're in every heartbeat."

"I don't mind to wait."

"Home by the darkness."

"Rocked asleep gently by the sea."

"No, I don't mind."

"Waves pull us apart."

"You're in every heartbeat."

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