All language subtitles for Die Erl├╢sung der Fanny Lye 2019 HD BluRay.x264.SRTdeutsch

af Afrikaans
ak Akan
sq Albanian
am Amharic
ar Arabic
hy Armenian
az Azerbaijani
eu Basque
be Belarusian
bem Bemba
bn Bengali
bh Bihari
bs Bosnian
br Breton
bg Bulgarian
km Cambodian
ca Catalan
ceb Cebuano
chr Cherokee
ny Chichewa
zh-CN Chinese (Simplified)
zh-TW Chinese (Traditional)
co Corsican
hr Croatian Download
cs Czech
da Danish
nl Dutch
en English
eo Esperanto
et Estonian
ee Ewe
fo Faroese
tl Filipino
fi Finnish
fr French
fy Frisian
gaa Ga
gl Galician
ka Georgian
de German
el Greek
gn Guarani
gu Gujarati
ht Haitian Creole
ha Hausa
haw Hawaiian
iw Hebrew
hi Hindi
hmn Hmong
hu Hungarian
is Icelandic
ig Igbo
id Indonesian
ia Interlingua
ga Irish
it Italian
ja Japanese
jw Javanese
kn Kannada
kk Kazakh
rw Kinyarwanda
rn Kirundi
kg Kongo
ko Korean
kri Krio (Sierra Leone)
ku Kurdish
ckb Kurdish (Soranî)
ky Kyrgyz
lo Laothian
la Latin
lv Latvian
ln Lingala
lt Lithuanian
loz Lozi
lg Luganda
ach Luo
lb Luxembourgish
mk Macedonian
mg Malagasy
ms Malay
ml Malayalam
mt Maltese
mi Maori
mr Marathi
mfe Mauritian Creole
mo Moldavian
mn Mongolian
my Myanmar (Burmese)
sr-ME Montenegrin
ne Nepali
pcm Nigerian Pidgin
nso Northern Sotho
no Norwegian
nn Norwegian (Nynorsk)
oc Occitan
or Oriya
om Oromo
ps Pashto
fa Persian
pl Polish
pt-BR Portuguese (Brazil)
pt Portuguese (Portugal)
pa Punjabi
qu Quechua
ro Romanian
rm Romansh
nyn Runyakitara
ru Russian
sm Samoan
gd Scots Gaelic
sr Serbian
sh Serbo-Croatian
st Sesotho
tn Setswana
crs Seychellois Creole
sn Shona
sd Sindhi
si Sinhalese
sk Slovak
sl Slovenian
so Somali
es Spanish
es-419 Spanish (Latin American)
su Sundanese
sw Swahili
sv Swedish
tg Tajik
ta Tamil
tt Tatar
te Telugu
th Thai
ti Tigrinya
to Tonga
lua Tshiluba
tum Tumbuka
tr Turkish
tk Turkmen
tw Twi
ug Uighur
uk Ukrainian
ur Urdu
uz Uzbek
vi Vietnamese
cy Welsh
wo Wolof
xh Xhosa
yi Yiddish
yo Yoruba
zu Zulu

Original subtitles

Nach dem englischen Bürgerkrieg und der Hinrichtung Karls I.,

ist England eine Republik unter der Herrschaft Oliver Cromwells.

Von der Tyrannei des Königs befreit, nur um dann unter Cromwells puritanischem Gesetz zu leiden,

wendet sich manch einer radikalen, neuen Ideen und Untergrund-Religionen zu.

In dieser kurzen und gewalttätigen Zeit,

wurden unsere modernen Vorstellungen von persönlicher, politischer und sexueller Freiheit geformt.

Ihr Name war Fanny Lye.

Aber sie war damals noch nicht dieselbe Frau.

Sie kannte nur das Leben auf dem Land,

die Schinderei, und den Krieg natürlich,

der wie Feuerwellen über sie hinwegspülte.

Scheiße.

DIE GRAFSCHAFT SHROPSHIRE

Ihr Gemahl, Captain John,

war 1646 mit Cromwells Armee hierher gekommen.

Er ersteigerte die Farm ihres Herrn,

und besaß bald mehr, als er bezahlt hatte.

Es gab etwas wie Liebe zwischen ihnen,

eine Art gegenseitige Zuneigung.

Doch die erste Liebe des Captains galt der Heiligen Schrift.

Eine Gewohnheit aus seiner Jugend,

als er für die Holländer auf Abenteuern war.

1649 war der Krieg vorbei, und der König verlor seinen Kopf.

Eine Zeitlang schien es uns, als ob jetzt alles möglich sei.

Für Fanny allerdings kamen und gingen die Jahreszeiten.

Die Blackhill Farm von ihrem östlichen Rand bis zum Wäldchen im Westen

war ihre Welt.

Bis der Tag, an dem die Fremden kamen...

diese ganze Welt auf den Kopf stellte,

Fanny Lye von ihrem Leben erlöste...

und ein neues begann.

Captain John hatte eine besondere Frucht in ihrem Bauch gepflanzt.

Einen Jungen, der heranwuchs wie dieses neue England um uns.

Hübscher Junge!

Arthur, seines Vaters Sohn.

Zu jung, um den Krieg erlebt zu haben, war er eine sanfte, verspielte Seele.

JOHN: Wo ist mein Stock? Ich finde ihn nicht!

Da, wo Ihr ihn hingestellt habt, Sir!

Arthur?

Wo hast du meine Haube hingelegt?

Beeilt euch!

Wir kommen zu spät zum Gottesdienst!

- FANNY: Arthur, geh schon vor! - Vergiss den Kessel nicht!

Ich verstehe das nicht.

Ich habe sie ganz sicher auf die Truhe gelegt...

Wieso...? Aber sie ist schmutzig!

Arthur! Willst du mich ärgern?

Vater, Vater!

Hey, Schluss damit!

Was soll der Kinderkram, Frau? Beeil dich!

Geh schon vor!

Lass dir von einem Weib nichts gefallen. Habe ich dich nichts gelehrt?

Der Herrgott verlangt Mut und Stärke von uns.

Jawohl, Sir.

Guter Junge.

Als Fanny sich an dem Morgen für die Kirche bereitmachte,

wusste sie nicht, dass ihre Familie zum letzten Mal am Tag des Herrn

Gottesdienst feiern würde.

Fanny!

Stattdessen dachte sie an einen Bibelvers aus ihrer Kindheit:

"Sie vertraget alles, sie glaubet alles, sie hoffet alles,

sie duldet alles."

Errette mich, mein Gott,

von meinen Feinden...

Komm schon, sing!

Die Predigt war wie üblich.

Fanny dachte danach mehr an das Abendessen, als an das Gelernte.

Dann kam die Farm in Sicht und John sagte:

Hast du das Feuer brennen lassen?

Ich glaube nicht.

Hätten sie umgedreht und den Konstabler geholt,

wie es im Nachhinein klug gewesen wäre,

wer kann sagen, wie Fannys Leben dann verlaufen wäre?

Aber die Gefahr und das Unbekannte üben eine seltsame Anziehung auf uns aus.

Na komm, mein Guter.

Wer ist da?

Vergebt mir, Sir, ich will nichts Böses!

Du...!

Was zum Teufel tust du in meiner Scheune?

Du Dieb, das sind meine Kleider!

Dir bringe ich Manieren bei!

Bitte, Sir! Ich bitte um Vergebung!

Ich schicke dich zum Teufel zurück!

Lasst mich sprechen! Wir wurden auf der Straße überfallen...

Und du kommst einfach auf die Farm? Das Haus eines Mannes ist seine Burg!

Ich habe das Recht, dich zu töten!

Bitte, mein Weib, Sir! Ich kann alles...

Lasst ihn sprechen, Sir!

Hör auf zu stammeln! Was ist mit dem Weib?

Mein Weib, Sir...

Wisst Ihr...

Gestern Abend waren wir auf der Straße nach Gloucester.

Wir wollten nach Bristol, auf ein Schiff in die Neue Welt.

All unser Erspartes trugen wir bei uns.

Wir wollten einen neuen Anfang machen. Einen Neubeginn.

Aber es war nicht Gottes Wille.

Denn als es dunkel wurde, überfielen uns gemeine Straßenräuber.

Ein wahres Unglück traf uns!

Sie nahmen uns alles, unsere Pferde, alle Ziegen,

unsere Schuhe und unsere Hemden.

Wir liefen die ganze Nacht, Sir, ohne zu wissen, wohin.

Bis wir durch Zufall auf dieses schöne Haus stießen.

Nun ja, hätte jemand auf mein Klopfen geantwortet, aber...

Mein Weib, Sir, sie war erschöpft und fror.

Sie ertrug es nicht mehr, ganz ohne Kleider, Ihr versteht?

Es tut mir leid, dass wir so frei waren, Sir!

Wirklich! Niemals will ich einem anderen zur Last fallen.

Aber angesichts dieser besonders schlimmen Umstände

blieb uns einfach keine Wahl!

Wo ist dein Weib jetzt?

Sie schläft noch. Auf dem Heuboden. Verzeihung!

Fanny?

Aber sei vorsichtig!

Kommt und seht, Sir.

Arthur, mein Stock.

Wenn du irgendwas versuchst, schlitze ich dir die Gurgel auf,

bevor du einmal Atem holst.

Verstanden, Sir. Meine Absichten sind ehrlich.

Sicher, dass sie nicht krank ist?

Nein, sie ist nur erschöpft, wie ich Euch sagte.

Sie sieht recht gesund aus!

Wie ich Euch sagte.

Nehmt Euch in Acht, woran Ihr Eure Augen weidet.

Pass auf, was du sagst, Frau!

Die Wunden könnten übel werden. Ich mache eine Salbe.

Das ist gut von Euch, Ma'am. Vielen Dank.

Komm mit.

Wie ist dein Name, Junge?

Thomas Ashbury. Erfreut, Euch kennenzulernen.

Neuvermählt, ja?

Nun, ja. Seit vier Monaten.

Setz dich.

Also, woher kommst du, Thomas?

Ich bin in Salisbury aufgewachsen.

Und dein Weib?

Aus einem Dorf nahe Westchester namens Nettlebred.

Bauer? Handwerker?

Ich bin...

Ich war...

ein reisender Böttcher.

Dann Soldat eine Zeitlang. In General Cromwells Armee.

Die "Gute Alte Sache".

Ich erfüllte meine Pflicht gegen die Schotten und die Iren.

Die Papistenschweine niedergemacht!

Ihr habt auch gedient, Sir?

Captain John Lye für Henry Ireton, Reiterregiment.

Oh! Ich sollte salutieren!

Arthur! Weg von der Tür!

Sieben Jahre ehrlicher Dienst, von Edge Hill bis Drogheda.

Wenn dieses Bein nicht wäre...

- Drogheda, sagt Ihr? - Ja.

Komm her!

Bedauerlich gelaufen, denke ich.

Ich glaube nicht, dass Gott das auch so sieht.

Setz dich und stör nicht, Junge!

Aufgeweckter Knabe!

Man muss sie lehren, Gottes Gebote zu befolgen.

Psalm und Gebet.

Die Rute zu schonen, birgt Gefahr.

Also...

Zu unserer Sache hier.

Wir obliegen Eurer Gnade, Sir.

Da heute der Tag des Herrn ist, und mit dem Mädchen,

und da du ein Waffenbruder bist und alles,

erlaube ich euch zu bleiben, bis zum Morgen.

Ich danke Euch, Sir.

Ihr verbringt die Nacht in der Scheune.

Oh, das macht uns nichts.

Danke, Sir, eine Nacht ist alles, was wir begehren.

Morgen nach dem Frühstück reiten wir nach Ludlow,

acht Meilen östlich von hier, dort könnt ihr dem Konstabler berichten.

Vielen Dank auch, Sir, aber...

Wir wollen Euch keine solche Reise zumuten.

Wir machen uns morgen früh gestärkt wieder auf den Weg.

Für mich ist das keine Mühe.

Also, offen gesagt, Sir?

Ich weiß nicht, was ein Konstabler für uns tun könnte.

Zaubert er unser Erspartes zurück?

Oder unsere Pferde?

Ich denke nicht.

Darum sehe ich den Nutzen nicht, versteht Ihr?

Es geht nicht nur um euch, sondern um Recht und Ordnung!

Wie der Herr sagt: "Ein Mann, der Freunde hat, muss auch Freundschaft erweisen."

Das ist mein Angebot.

Das wir dankbar annehmen.

Danke.

So kam es, dass Thomas Ashbury und ich,

ich war die junge Frau in der Scheune, wie Ihr vielleicht erraten habt,

die Gastfreundschaft von Mr. und Mrs. John Lye genießen durften.

Ihre Berührungen waren fest, aber sanft,

und zogen mich langsam wieder zurück in die Welt.

Ich war wieder ein Kind in den Armen meiner Mutter.

Dann kam die Kälte der Salbe.

Sie verursachte widersprüchliche Gefühle in mir.

Etwas stimmte nicht.

Hielt mich ein Engel oder ein Dämon in seinem Griff?

- Was...? - Hallo.

Wer seid...?

Wo bin ich?

Du bist in Sicherheit, Liebes. Keine Sorge.

Ihr habt die Schrecken überlebt.

Wo ist Thomas?

Dein Gemahl?

Ich...

Sieh doch! Da kommt er schon.

Rebecca?

Thomas.

Ich lasse euch jetzt allein.

Auf dem Balken hängen Kleider.

Dank Euch, Ma'am.

Wie geht es meinem Liebling?

Müde.

Werden sie kommen?

Nein... Nein!

Wir sind sie los.

Wir sind jetzt allein.

Du und ich.

Wir müssen aufeinander aufpassen.

Hast du es?

Was?

Mach dir keine Sorgen, es ist in Sicherheit.

Zeig es mir.

Gott sei Dank.

Gibt es wirklich...

Schutzengel?

Wir waren entschlossen, ihre Herzen zu gewinnen und länger zu bleiben.

Der arme, brave Junge.

Zumindest so lange, bis unsere Schwierigkeiten beigelegt waren.

Aber Thomas... Er konnte wohl nicht anders.

Ich sah es in seinem Blick, wenn er Dummheiten plante.

Könnte ich Euch helfen?

Sehr freundlich, Sir, aber nein.

Thomas, bitte!

Seid Ihr Euch sicher?

Nun, Sir Thomas,

Ihr könnt die Mispeln vom Heuboden holen, wenn Ihr wollt.

Sehr gerne. Wie viele?

Nun, nehmt nur die Überreifen.

Und wir brauchen, ich würde sagen...

40 für den Kuchen.

Sehn wir mal...

Nein... Nein, nein.

Die ist richtig! Seht!

Ich muss zurück zu meinem Braten.

Gewiss.

Wir hätten uns verstecken, unsere Flucht planen sollen.

Aber wir waren frei in diesem Moment.

Unsere Seelen schwebten gemeinsam im Äther.

Wenn man sein Herz und seinen Verstand öffnet,

sind Freude und Glückseligkeit nur einen Wimpernschlag entfernt.

Hey, Junge!

Eine für dich?

Du verpasst was!

Thomas, was hab ich gesagt?

Das tut mir leid! Verzeih!

Also? Na, komm schon!

Nur zu, zahl es mir heim! Wirf eine auf mich!

Nur zu! Ja, nur zu!

Komm schon!

Braver Junge. Komm, noch eine!

So ist es richtig!

Komm schon!

Da!

Nein!

Entschuldigt!

Ich bitte Euch, leise!

Ich bitte Euch!

Arthur!

Ja!

Lasst mich! Bitte!

Thomas!

-Arthur! - Dem Jungen fehlt nichts, keine Sorge!

Captain John. Das alles ist meine Schuld.

Du auch, Fanny!

Sir! Wenn Ihr einen Schuldigen sucht, dann bin ich es!

Wirklich, Sir, wenn ich das sagen darf...

Seid nicht hart zu dem Knaben für etwas...

Captain John?

Captain John, ich bitte Euch um Vergebung...

Eins.

Zwei.

Drei.

Vier. Fünf.

- Misch dich nicht ein! - Sechs.

- Er hat uns aufgenommen. - Sieben.

- Wir wollen keinen Ärger mit ihm. - Acht.

Neun.

- Lass uns spazieren gehen. - Zehn.

Jetzt du, Fanny!

Fanny sagte, John hätte kein Vergnügen an den Züchtigungen.

Eins.

Er hielt es für seine göttliche Pflicht, ihnen den rechten Weg zu weisen.

- Vier. Fünf... - Ich war davon nie überzeugt.

Sechs.

Sieben.

Wir gingen nicht weit weg, aus Angst vor dem, was in den Wäldern lauern mochte.

Vor den Bestien, die in Menschengestalt umherstreifen.

Lasset uns beten.

Bitte segne dieses Fleisch, oh allmächtiger Gott.

Dank sei Dir für die Speisen, die Du...

Herein!

Die Wanderer kehren zurück.

Dachte nicht, dass wir euch wiedersehen.

Nein, Sir, Ihr beliebt zu scherzen.

Der Gedanke an diesen Braten...

Wir haben seit Monaten kein Rindfleisch gegessen, nicht, Thomas?

Nein, das stimmt.

Fanny.

- Danke, Ma'am. - Thomas wollte Euch etwas sagen.

Nicht wahr, Thomas?

Richtig, ja.

Captain John Lye,

für die Missachtung der Regeln Eures Hauses

und die Vergeudung der Früchte Eurer Arbeit

bitte ich demütig und aufrichtig um Vergebung.

Mach das nicht mit mir aus, Junge, sondern mit dem Herrn Jesus Christus.

Gut, ja, das werde ich tun.

Dann kommt. Setzt euch.

Lasset uns beten.

Bitte segne dieses Fleisch, oh allmächtiger Gott.

Dank sei Dir für die Speisen, die Du auf unseren Tisch bringst.

Mögen sie unser leibliches Wohl bewahren, auf dass wir weiterhin

preisen Deinen heiligen Namen.

Amen.

Amen.

Die Sonne ging unbemerkt wieder auf.

Man hatte uns Arthurs Dachboden gegeben,

während Fanny und John wie immer in getrennten Betten schliefen.

Schon vor dem Frühstück half Thomas John Holz zu holen,

während ich Fanny bei der Hausarbeit half.

Rebecca, wohin geht ihr, nachdem ihr beim Konstabler wart?

Nach Arbeit suchen, denke ich.

Ich war Dienstmagd,

ich kenne mich aus mit dem Milcheimer oder einem Paar Hosen.

Euch beiden ist solch ein Unglück widerfahren.

Es macht mich schaudern.

Wir kommen schon zurecht, wie immer.

Macht Euch keine Sorgen um mich.

Habt ihr keine Familie, die euch in eurer Stunde der Not beisteht?

Na gut...

Mr. Ashbury ist nun mal jetzt dein Herr.

Thomas ist nicht mein Herr! Kein Mann ist das.

Ich geh, wohin ich will, mit wem ich will!

Seltsamer Gedanke,

dass wir ohne es zu wissen in Drogheda Seite an Seite gekämpft haben.

Damals haben wir Köpfe abgehackt, kein Holz!

Ja, und keinem, der nicht einen Kopf zu groß war, was?

Ab mit dir!

Ich wünschte, ich wäre so unerschrocken.

All diese Frauen, Kinder und Alten, die hatten mir nichts getan.

Zertrampelt in einem blutigen Streit, der nicht ihrer war.

Naja...

"Alle, die an Ihn glauben, sind nicht verloren,

sondern haben das ewige Leben."

"Gott hat Seinen Sohn nicht gesandt in die Welt, dass er die Welt richte,

sondern dass die Welt durch ihn selig werde."

Johannes, 3:17.

Ich...

Ich glaube, ich verstehe nicht.

So bist du und Mr. Thomas...

Ihr seid nicht...?

Wieso...?

Aber dann lebt ihr ja in der Sünde!

Hast du keine Angst?

Angst wovor? Vor der Größe seines Schwanzes?

Angst vor der Hölle, junge Frau!

Vor dem Feuer der Hölle und der Pein!

Ganz zu schweigen, vor dem Gesetz!

Solche Reden!

Oh, mein...!

Der Teufel wird mit rasendem Eifer über dich herfallen, mein armes, liebes Kind!

Ihr sagt es aber nicht Eurem Gemahl, oder?

Ich dachte, wir sprächen im Vertrauen.

Ich muss an deine ewige Seele denken.

Ich glaube, es ist nie zu spät für eine Sünderin.

Mr. Lye könnte dir zur Rechtschaffenheit verhelfen.

- Das weiß ich. - Ich brauche sie nicht!

Mrs. Lye, ich bitte Euch.

Schafft uns nicht noch mehr Kummer und Sorgen.

Bestimmt nicht.

Ich wette, Rechtschaffenheit ist nicht das Einzige, was er zu finden versteht.

Ich... Ich weiß nicht, was du meinst.

Euer Gemahl!

Er ist recht ansehnlich für einen Mann seines Alters.

Mein John?

Ich verstehe schon, dass du mich foppen willst, Miss Rebecca.

So ein unartiges Mädchen ist mir mein Lebtag nicht begegnet!

Ich geb mir Mühe.

Fanny behielt unser Geheimnis beim Morgenbrei für sich.

Ein kleiner Akt der Auflehnung, der zu Größerem führen sollte.

Sie war ihr eigener Mensch, das wusste ich nun.

Hallo, Mastschwein!

Wir warteten, dass John das Pferd bereitmachte.

Wir wollten ihm auf der Straße nach Ludlow entwischen.

Das Schicksal hatte jedoch seine eigenen Pläne.

Thomas?

Duck dich!

Vater, Vater!

Schrei nicht so. Ich sehe sie.

Bleib ganz ruhig. Und nichts verraten.

- Freunde von Euch? - Wie bitte, Captain?

Bleibt im Haus!

Nein, die habe ich noch nie gesehen.

Der auf dem Rappen ist ein rechter Geck, was?

Komm her.

Ist das nicht der Konstabler, der neben ihm geht?

Es ist der Konstabler, nicht wahr?

Aber was um Gottes Willen hat er hier zu suchen?

Habt Ihr wirklich keine Ahnung, Mr. Ash...?

Du elender Bandit!

Bleibt, wo Ihr seid und haltet den Mund!

Es tut mir leid, Euch das anzutun, aber diese Männer wollen uns Böses.

Sie dürfen hier nicht reinkommen, versteht Ihr?

Bitte, Sir, tut meinem Sohn nichts!

Ma'am, das wünsche ich nicht.

Aber Ihr beiden reißt euch zusammen und tut was ich sage.

Dann ist alles bald vorüber.

Ich wusste, dass du ein Schurke bist, als ich dich erblickte!

Ich versprach, dich aufzuschlitzen, und bei Gott, ich werde es tun!

- John, nein! - Bleibt zurück!

- Messer weg, oder der Junge stirbt! - Vater!

Ich will das nicht, aber ich tu's!

- Dazu fehlt dir der Mama! - Ich habe damals Schlimmeres getan.

So wie Ihr auch.

Bitte, Sir, tut, was er sagt.

Hört auf Euer Weib, Sir, sie hat Verstand!

Auf den Tisch.

Zurück an die Tür.

Ihr setzt Euch hin, Mrs. Lye.

- Rebecca? - Du kommst mir nicht davon.

Ihr habt uns nicht gesehen und nichts gehört.

Schickt sie einfach ihres Weges.

Macht sie es glauben, oder der Junge stirbt.

Ich werd dich hängen sehen. Langsam.

Guten Morgen, Henry!

John.

Guten Tag Euch, Sir!

Sir!

Mit wem habe ich das Vergnügen?

Ich bin der Höchste Sheriff im Dienst des Staatsrats,

betraut mit der Verfolgung gottloser und abscheulicher Verirrungen,

die gegen die Ehre Gottes und für die Gesellschaft zerstörerisch sind,

egal, ob durch gotteslästerliche Predigten oder Praktiken,

auf dass Gott gerühmt werde und alle Menschen ermutigt werden zu guten Werken.

- Sir, ich... - Den Haftbefehl!

Sir.

Es ist falsch rum.

Ach ja?

Mein Fehler.

- Scheint echt zu sein. - Natürlich!

Zu der vorliegenden Sache.

Wir sind auf der Suche nach zwei zügellosen Ketzern,

ein junger Mann und eine junge Frau,

wegen einer gottlosen Zurschaustellung am letzten Sonnabend

in einer Taverne weniger als fünf Meilen von hier.

Es gab eine richtige Ketzer-Orgie im Wirtshaus in Hopton!

Keine Verderbtheit ist unter der Würde eines Mannes,

der es auf Geld oder fleischliche Lust abgesehen hat.

Das ist meine Erfahrung.

Diese Lasterhöhle hätte ich vor Jahren schließen lassen. Oder, Vetter Henry?

Ja, das sagtest du, John.

Jetzt ist es so weit gekommen! Ketzer-Orgie, sagt Ihr?

Blasphemische Verwünschungen, Trunkenheit,

Zügellosigkeit, Fluchen und Sodomie.

Unvermählte Männer und Huren, die vor aller Augen Unzucht trieben!

- Ich bin wie benommen. - Das sind diese Hoffärtigen!

Die predigen, dass gut böse ist, und böse gut!

Ich hörte von so etwas in London,

dachte aber nicht, es in unserer Grafschaft zu finden.

Es war ein Glück, dass diese Männer die Sünder in die Flucht schlugen!

Was soll ich sagen? Ich bin schockiert.

Kommen wir zum Ende dieser unappetitlichen Unterhaltung.

Bei der Verfolgung dieser Verdorbenen fanden wir Fußspuren.

Sie führten uns von diesem schrecklichen Wirtshaus zu Eurem Besitz.

Was sagt Ihr dazu, Captain Lye?

Sir, da müsst Ihr Euch irren!

Ich habe nichts gesehen oder gehört.

Hier sind nur ich, Fanny und der Junge, wir machen uns fertig für den Winter.

Wir führen ein einfaches Leben hier auf der Blackhill Farm.

Dennoch muss ich Euch bitten, einen Blick hinein werfen zu dürfen, ja?

Sir, Ihr habt meine Antwort gehört!

Niemand kommt ohne meine Billigung auf mein Land.

Ich danke Euch, dass Ihr meinem Wort vertraut.

Gut!

Wir haben keinen Grund, Euch weiter zu behelligen.

Ich bitte für die Störung um Vergebung.

Nein, keine Ursache!

Ich bete dafür, dass Ihr sie fangt und in das tiefste Loch auf Erden werft!

Oh, das wird das geringste ihrer Leiden sein.

Das versichere ich Euch.

Kommt!

Lügner! Diebe und Mörder!

Henry.

John.

Natürlich glaubte John jedes Wort davon. Wie eine Gans, die um Weihnachten bittet.

Hab keine Angst!

Diese Männer sind nicht, wonach sie aussehen.

Wir waren in dieser Schenke, so viel ist wahr,

aber wir haben niemandem etwas getan.

Dann fielen diese Männer über uns her, mit fanatischer Gewalt.

Sie brachten furchtbare Qual über Männer und Frauen.

Unsere Freunde lagen tot und misshandelt.

- Rebecca und ich entkamen dem Gemetzel. - Lüge!

- Sir, es ist die Wahrheit! -Ja?

Woher haben sie den Haftbefehl? Aus einem Hexenkessel?

So was ist das Pergament nicht wert, auf das es für Narren geschrieben wurde.

- Du Schuft, ich sollte dich... - Was?

Wollt Ihr mich auch mit der Rute züchtigen?

Ja, ich kenne solche Männer wie Euch.

Sir, wir haben getan, was Ihr verlangt habt.

Und jetzt bitte ich Euch demütig, lasst uns in Frieden.

So einfach ist das nicht mehr.

Diese Männer könnten da draußen warten.

Rebecca, nimm den Strick dort und fessle ihn.

Und Ihr bewegt Euch! Dorthin!

Hinknien!

Dahin!

Mrs. Lye, wir bleiben noch ein wenig länger hier, Verzeihung.

Binde ihn so, dass er sich nicht losmachen kann.

Geh schon. Geh zu deiner Mama.

Nein!

Benimm dich jetzt wie ein braves Eheweib!

Lass meinen Vater in Ruhe!

Captain John. Ich kann das nicht wieder zulassen.

- Es tut mir leid. - Nicht sein gutes Bein!

- Bist du verletzt? - Mir fehlt nichts.

Es ist alles wahr, oder?

Jedes Wort.

Du bist ein verkommener Mensch.

Ein Unzüchtiger.

Und ein Hoffärtiger!

Sagt dieses Wort noch einmal und ich Säbel Euch die Ohren ab!

Was? Hoffärtiger? Das bist du doch, oder?

Du und deine Ketzer-Hure da.

Im Reiche Christi wird es kein Erbe für euch geben!

- Schweigt! - Nein!

Wo es keine Geheimnisse mehr zurückzuhalten gab,

beschloss Thomas, seine Meinung offen zu sagen.

Denn des Propheten Waffe ist nicht das Schwert,

sondern Worte von glühender, strahlender Kraft.

Ihr nennt mich einen Hoffärtigen,

aber wahr ist das Gegenteil.

Denn ich schiele nicht auf zu Gott oder auf das Himmelreich.

Hier.

Hier liegt Euer Schatz.

Gott und der Teufel, sie sind beide meine Diener.

Und auch sie!

Selbst Ihr, großer Captain.

Ihr müsstet nur bereit sein, Euer Inneres den irdischen Möglichkeiten zu öffnen.

Ich kann nur das Tor öffnen

und den Weg weisen zu einem Neuen Jerusalem.

Ein Land, wo es keine Sünde und kein Vergehen mehr gibt.

Ein Land, wo jeder Mann und jedes Weib und alle Gaben der Natur

gemeinschaftlich geteilt werden.

Ein Land, wo Christus,

der König der Herrlichkeit, beerdigt in seinem Grab liegt.

- Du bist... - Ja, ja!

Christus ist nicht auferstanden, er starb und verfaulte zu Erde.

Auf dass die Sünde, auf dass all unsere Sünde

auf Ewigkeit vergeben werde.

Jedes Ding und jede Tat wird aufsteigen aus der Finsternis und Licht werden.

So werden wir lernen, dass Himmel, Hölle, nur irdische Reiche bezeichnen.

Es wartet kein Leben nach dem Tod.

Nein.

- Ich kenne Eure Gedanken, großer Captain! -Ja?

Ehrliche Worte lassen den Stärksten erzittern.

Aber habt keine Angst.

Denn auch in Euch leuchtet ein Funke

der hellaufstrahlenden, unbeschreiblichen Herrlichkeit!

Seine grenzenlose Liebe scheint hervor in Euch, in ihr, in mir!

Wenn Ihr nur Seiner Stimme lauscht, auf diese innere Stimme der Liebe,

der Einheit hört,

dann findet Ihr wahre Freiheit.

Das Himmelreich auf Erden wird noch heute Euer sein!

Wer aber verneint den göttlichen Impuls,

wer weiter nach dem Gesetz von Priester und Tyrann lebt, sei gewarnt,

denn das große Gleichmachen kommt.

Das Schwert des Heiligen Geistes wird kommen mit Feuer und Vergeltung

über alle, die sich dem Gott der vollkommenen Freiheit

und dem Libertinismus widersetzen.

So wie König Karl und die Lords an der Reihe waren,

sind Cromwell und seine Getreuen als Nächste dran,

weil sie sich zu solchen Tyrannen machten, wie es der König war.

Jenen, deren Eifer und einzige Sorge allein ihrem Gott, dem Mammon, gilt,

die ihre Börsen füllen durch Gesetze zur Abgabe des Zehnten

und auf dem Rücken der Armen, euch allen sage ich jetzt,

euer Gold und Silber werden aufgebraucht sein!

Denn ich, der Herr, werde kommen als Dieb in der Nacht,

mit meinem Schwert in der Hand, und werde sagen:

"Her mit der Börse. Her damit, Sir!

Her damit, oder ich schneide Euch die Kehle durch!"

Sir, beendet diese Blasphemie, ich flehe Euch an.

- Denkt an das Weib und das Kind... - Aber ich frohlocke, Sir!

Denn ich überbringe die Wahrheit, wie auch immer Ihr sie aufnehmt.

Ich will nur warnen, um Euch von der kommenden Pest und dem Feuer zu erlösen!

Aber mit Euren gottlosen Worten kreuzigt Ihr Euren Retter ein zweites Mal!

Ihr seid ein großer Sünder, Sir.

Das Feuer und die Pest sollen über Euer Haus kommen!

Eure zerschmetterten Knochen sollen verscharrt werden am Berge Eurer Irrtümer.

Sünde, sagt Ihr? Sünde?

Das ist nur ein Wort!

Ein Schwindel der Reichen, um die Armen an ihrem Platz zu halten!

Lügen!

Die Gnade Gottes nutzt Ihr zu Eurer Schamlosigkeit.

Alles bloß Ausrede für trunkenen Ehebruch, Diebstahl

und alles, was Christus, Moses und die Apostel gebrandmarkt haben.

Was Ihr Ehebruch nennt, nenne ich Aufrichtigkeit!

Gegenüber der Stimme Gottes hier drin.

Was der Verstand gut heißt, darf nicht bekämpft werden, wie von den Kirchen!

Wir müssen aus unserem Schlaf erwachen, die Hüllen abschütteln,

den Schleier wegnehmen und die Wahrheit entdecken.

Dass für die Reinen alles rein ist!

Es gibt keine unreine Handlung in Gott!

Liebe ist Gott, und Gott ist Liebe.

Und Ihr seid schön, meine Liebe.

Es gibt keinen Makel in Euch.

Durch welche gräuliche...?

Es war, als hätte Fanny ihr ganzes Leben in einem verdunkelten Raum verbracht.

Aber Ihr werdet...

Doch jetzt fiel ein Lichtstrahl durch die Tür.

Jeder muss seiner eigenen, inneren Majestät Rechenschaft ablegen.

Was auch immer im Licht und aus Liebe getan wird,

ist hell und liebenswert!

Sei es das, was Ihr Trunkenheit nennt, oder Ehebruch oder dergleichen.

Oh, ja, für Euch sind das Sünden!

Und Eure Fantasie wird Euch für diese Sünden verfolgen und anklagen

und als Trunkenbold verurteilen.

Oder als Ehebrecher oder als Dieb.

Aber genau dieselbe Tat, begangen ohne ein Gran Furcht oder Schuld,

begangen stattdessen im Licht, in Aufrichtigkeit,

nun, dann zeugt sie für die Wahrheit Gottes.

Der Geist Gottes offenbart sich in ihr.

Ich weiß heute, dass nicht alles, was wir damals glaubten, wahr ist.

Bloß ein normaler Tag, an dem wir unsere Arbeit tun.

Aber ich bedaure nichts, und ich leiste auch keine Abbitte.

Denn besser ein mächtiger Engel flucht, als dass ein Heuchler predigt und betet.

Was denkst du?

Gefällt mir.

Etwas zu streng für meinen Geschmack.

Das Kleid eines schlichten Weibes.

Wie ist das?

Besser? Nicht?

Das gibt einen Hauch von Fröhlichkeit, finde ich.

Du bist ein guter Junge, Arthur.

Gar nicht wie dein Vater.

Was? Niemand spricht schlecht von meinem Vater!

Er ist der beste Mann auf der Welt.

Das denkt wohl jedes Kind, glaube ich.

Oh, ja... Ganz egal, ob er dir das Fell versohlt,

weil dein Sonntagskleid schmutzig ist.

Und ab Freitag ist er fort und hurt und trinkt wie jeder Mann.

Nicht mein Vater.

Mag sein.

Weißt du, Menschen reden das Eine,

und tun dann was anderes.

Das lernt man, wenn man größer wird.

Aber mein Thomas handelt so, wie er es sagt.

Das gibt's selten.

Was tut Ihr mit der Bibel meines Gemahls?

Dieses Buch interessiert Euch sehr, oder?

Nein!

Ich meine, eine Frau darf die Heilige Schrift nicht anfassen.

Frommer Unsinn!

Seht.

Was steht da?

Das weiß ich nicht.

J-

G-

I-I-

I\I-

John.

Der Name Eures Mannes.

Und da?

- Da steht auch John? - Richtig!

Seht Ihr? Gar nicht so schwer, oder?

Ihr vergeudet Eure Zeit, Mr. Ashbury.

Ich bin viel zu fest in meiner Spur.

Ihr seid so, wie Ihr Euch fühlt.

Ihr habt Met.

Ja.

Für besondere Anlässe.

Nur zu.

Euer Gemahl.

Ich mag nicht, wie er Euch behandelt.

Mr. Lye war gut zu mir.

Ich war nur eine Dienstmagd, er hat mich erhoben.

Aber sagt mir,

habt Ihr nicht ein Joch gegen ein neues eingetauscht?

Aber das Neue züchtigt Euch und verlangt fleischliche Dienste.

Wirklich, Sir!

Wahr ist das Gegenteil!

Das Gegenteil?

Ich verstehe.

Ihr meint, er versagt bei Euren Bedürfnissen als Frau.

Sir...

Nun, das ist ein ebensolches Verbrechen.

Aber es überrascht mich nicht.

Sir...

Dies ist kein passendes Gespräch zwischen Mann und Frau.

Schon gar nicht zwischen zwei Fremden, die sich kaum kennen.

Aber ich sage, das ist es doch!

Und zwar weil meine Natur es mir sagt.

- Mr. Ashbury... - Fanny.

Darf ich Euch Fanny nennen?

Mr. Ashbury!

Ich habe das Gefühl, ich muss Euch etwas sagen.

Ihr kommt mir nicht vor wie ein grausamer Mann.

Ich sehe Gutes in Euch,

ich sehe es in Euren Augen.

Was Ihr da seht,

ist die Ewige Majestät in jedem einzelnen von uns.

Davon weiß ich nichts.

Solche Dinge begreifen wir Frauen nicht.

Wer sagt Euch das?

Im Neuen Jerusalem ist der Platz der Frau dem des Mannes gleich.

Oh, Gott!

Manche Frauen schlagen mehr Krach in der Kirche, als ich es je könnte.

Oh, mein Gott!

Was denn?

Ihr verwirrt mich, Mr. Ashbury.

Thomas, bitte.

Ihr macht ein feines Gebräu.

Mr. Ashbury, Thomas...

Ich möchte Euch um einen Gefallen bitten.

Das kommt darauf an, um was Ihr mich bitten wollt.

Nun,

Thomas.

Wir haben unseren Zweck für Euch erfüllt.

Könntet Ihr nicht

von hier weggehen und uns in Frieden lassen?

Noch immer nichts gelernt?

Wir brauchen Wasser zum Schmoren. Oder, Fanny?

Nein, nicht Ihr!

Aber sein Bein! Er kann nicht.

Er kann alles tun, was ich ihm sage.

Nicht wahr, Captain?

Bindet ihn los!

Nur zu.

Ein bisschen frische Luft tut ihm gut.

Ihr werdet nicht wieder Dummheiten versuchen, oder, Captain?

Obwohl ich es eigentlich hoffe.

Etwas Widerstand war zu erwarten gewesen,

deshalb war es jetzt Zeit für den nächsten Schritt.

Das Feuer schüren, den Einsatz erhöhen.

Die Lektion war vielleicht extrem, aber dafür sehr wirkungsvoll.

Fanny sagte später, sie hätte fast sehen können,

wie die Macht aus John abfloss und in den Körper von Thomas überging.

Sein Zauber nahm Besitz von ihr.

John merkte es auch.

Er sah, wie seine Welt sich veränderte.

Durch seine halb geschlossenen Augen warf er

einen letzten, kurzen Blick auf das, was gewesen war.

Gar nicht so schwer, oder?

Die Hostie aus Schweinebraten und Met

vertrieb die Macht der Bibel,

so dass nichts mehr die innere Erleuchtung stören würde.

Der Leib Christi.

Der Leib Christi.

Der Leib Christi.

Der Leib Christi.

Das Blut Christi.

Das Blut Christi.

Trink.

Mehr.

Verschnitten mit Pilzen, um die Wirkung zu steigern.

Rebecca.

Ihr geht zu weit!

Verlangt Ihr nicht nach diesem zarten Fleisch?

"Lass nicht den Weibern dein Vermögen und gehe die Wege des Verderbens nicht."

Ihr müsst Euch erheben, großer Captain, aus dem Fleisch und in den Geist!

Raus aus der Form, in die Kraft.

Raus aus den Zeichen, hinein in das Bezeichnete!

Wenn Ihr Eure Sünde nicht lebt, werdet Ihr nicht von ihr erlöst

und müsst erschaudern vor dem Makel Eures Körpers.

Ihr betet einen doppelgesichtigen Janus an!

Willigt ein!

Der Herrgott in Euch lebt an seinem geheimen Platz!

Arthur, wende deine Augen ab! Hör nicht auf diesen Teufel!

Junge, öffne dich für Gottes Ewige Majestät in dir!

- Wende deine Augen ab! - Er ist fast ein Mann.

- Ist er nicht! - Darum sollte er selbst wählen!

Bedecke seine Augen, sage ich!

Arthur.

Was sagst du, Arthur?

Was sagt deine innere Stimme dir?

Ich...

Arthur!

- Es ist deine Entscheidung. - Verdecke deine Augen!

Ich glaube, es ist Zeit für den Jungen, ins Bett zu gehen.

Ja!

Ja.

Ja, das glaube ich.

Ja...

Wir müssen ihn schützen,

den kleinen Jungen, vor all den schlimmen, schmutzigen Dingen,

die seiner werten Mutter durch den Kopf gehen.

Geh schon. Geh zu ihr.

Nimm an die Ewige Majestät in dir.

Untersteh dich!

Ich wusste, dass du eine verdorbene Hure bist.

Ich bin nicht überrascht!

Komm her, Liebste.

Braves Mädchen.

Es entzückt dich, nicht wahr?

Es fühlt sich richtig an.

Die Verderbtheit des Weibes ist mir bekannt!

Ihr könnt mich nichts lehren!

Das schert mich nicht!

Ich könnte es auch nicht.

Küsse sie auf die Lippen.

Vereinigt euer Fleisch.

Ja! Ja!

Sag ja zu der Ewigen Majestät in dir!

Ohne diesen Akt gibt es kein Leben!

Ohne Leben, keine Vollkommenheit.

Ohne Vollkommenheit, keinen ewigen Frieden

und keine Freiheit in deiner immerwährenden Majestät.

Denn sie herrscht, erobert

und tanzt ganz tief in deinem Herzen

und ohne Ende, immerdar.

Amen.

Der Teufel wird Euch in der Ewigkeit bestrafen!

Eure Knochen zerschmettern,

um Euch wieder zusammenzusetzen und Euch tausendmal zu zerschmettern!

Tausende von Teufeln durchbohren...

Der letzte Schritt.

Alle Hemmungen fallenlassen.

Ich hauche dir den Geist Gottes ein.

Eine heilige Reliquie unseres Ordens, über 1.000 Jahre alt.

- Sie ist wunderschön. - Oh ja.

Mehr als das.

Dies ist der Beweis für die Weltlichkeit Christi.

Sie straft den Mythos der Auferstehung Christi Lügen.

Du magst es, deine Frau zu schlagen, oder, John?

Alles zu seiner Zeit.

Auf die Knie, Captain!

Komm! Erhebe dich.

Hab keine Angst!

Ich...

Mein Geschenk an dich.

Jahrelange Schulden, die zurückgezahlt werden müssen.

Ermanne dich, Frau! Brich aus deinen Fesseln aus!

Gut! Noch mal!

Braves Mädchen! Fester!

Weiter!

Und weiter! Ja! Ja! Ja!

Gott spricht.

Weiter! Ja!

Jetzt wirst du zusehen, wie ich dein Weib ficke!

Hey, was denn? Was ist mit dir?

Was ich zuvor gesagt habe...

Ich habe mich geirrt.

Einem grausameren, selbstsüchtigeren Mann bin ich nie begegnet!

Macht nur weiter.

Nehmt mich.

Tut, was Ihr wollt.

Noch nie habe ich ein Weib gewaltsam genommen.

Nie zuvor hatte ich Thomas besiegt gesehen.

Es war ein widersprüchliches Gefühl.

Nach einigem Schmollen beschloss er, jenen Ort zu verlassen

und nie wieder von Fanny zu sprechen.

- Können wir ihnen entfliehen? - Wir können es versuchen.

Ich kämpfe bis in den Tod, wenn ich muss.

Sie werden nicht Hand an dich legen.

Warte!

Fanny verbrachte den Rest der Nacht und den Morgen von Schande überwältigt.

Weder Arthur noch John sahen ihr in die Augen.

Ihre Stimmung hob sich ein wenig, als Arthur sich befreit hatte.

Thomas Ashbury!

Wirf dein Schwert weg und knie dich hin!

Niemals!

Tu, was ich sage! Oder ich Schlitze diese Hure auf wie ein Schwein!

Du wirst sie vor deinen Augen verbluten sehen!

Gott ist mein Zeuge!

Behalte dein Schwert, Thomas!

Also gut!

Also gut.

Tut ihr nichts.

Thomas!

Junge!

Jetzt hatte der Dreckskerl uns.

Rebecca!

Nur eine Fleischwunde! Du wirst nicht sterben!

Du musst nur ganz still liegen.

Nein, John!

Hure!

Mit dir befasse ich mich später!

Versuch es, wenn du dich traust!

Fessle sie, Junge.

Haltet ihre Hand!

Genug! Der Konstabler wartet.

Wenn Ihr sie bewegt, verblutet sie!

Das hätte sie bedenken sollen, bevor sie sich dem Satan verschrieb!

John.

Ihr seid ein guter Mann!

Bitte zeigt ein wenig Gnade!

Oh! Eine Hure verteidigt die andere!

Du hast deine wahre Natur gezeigt, die ich schon vorher kannte.

Das ist nicht wahr!

Ich tat, was die von mir verlangten!

Ich hatte Angst!

Also gut.

Lass sie nicht aus den Augen!

Ich komme mit dem Wundarzt zurück.

Und einem Strick, um sie zu hängen, wenn er fertig ist.

Steh auf!

LOS!

Hilf mir, sie aufzusetzen.

Arthur, hilf mir!

Geh schon!

Sie ist nur ein Mädchen, wisst Ihr?

Ein dummes Mädchen aus einer armen Familie, sie wusste es nicht besser.

Wenn Ihr Euch an mir rächt, ist das nur gerecht.

Aber Rebecca hat keiner Fliege je etwas getan.

Ihr habt ja auch Fehler gemacht in Eurem Leben.

Dinge getan, die den Herrn erzürnt haben!

Was wäre diese Welt ohne eine zweite Chance?

Ihr wollt, dass sie sie hängen, ja?

Wirklich?

Denn das werden sie machen.

Ohne jeden Skrupel.

Nicht weil es Recht ist,

nicht weil das Gesetz es verlangt.

Wisst Ihr, warum?

Sie werden es zum Spaß tun.

Weil es sie erfreut, eine junge Frau baumeln und leiden zu sehen.

Wie sie sich vollscheißt, bevor sie stirbt.

Ein wundervolles Spektakel.

Dieser Sheriff ist der Lügner, nicht ich. Nicht Rebecca!

Er ist kein Sheriff, darauf setze ich mein Leben.

Er ließ alle in der Schenke töten.

Oh, ja. Männer wie Frauen.

Hat sie zuerst missbraucht.

Genau wie in Drogheda.

Oh, ja.

Er muss sich vor niemandem verantworten.

Weder vor dem Staatsrat noch vor einer höheren Macht.

Wollt Ihr den Teufel?

Er ist es.

Wartet nur ab.

Gott...

Ich habe es Euch gesagt.

Ihr Leben ist in Gefahr! Lasst mich aufsteigen, wir müssen zurück!

Oh, lieber Gott!

Bindet mich los.

Oh, Gott!

Na los!

Oh, nein!

Du bleibst auf dem Pferd. Arthur!

Arthur, mein Junge!

Oh, Gott, nein!

Mein Junge!

Gott, bitte nicht!

Arthur, mein Junge!

Mein Junge!

Arthur, Gott, nein!

Bindet mich los, Captain!

Oh nein...

Bindet mich los, um der Liebe Christi...!

Oh, hallo!

John!

John, wir sind hier drin!

Fanny?

Hey, kleiner Soldat!

Ich dachte, du möchtest vielleicht wissen, dass dein Junge beim Sterben

geheult hat wie ein Weib.

Geweint hat er vor Schmerzen.

Er dachte, es würde niemals enden.

Aber natürlich hat es geendet, wie alles irgendwann endet.

Dein Weib ist die nächste.

Ich denke, das weißt du.

Ketzer zu beherbergen ist ein schweres Vergehen,

dafür muss sie bestraft werden!

Aber für sie wird es nicht so schnell vorbei sein. Oh nein!

Wenn ich mit ihr fertig bin,

dann werde ich sie verkaufen!

Hörst du?

Jeder Seemann, Landstreicher und Leprakranke in Bristol

wird an dieser Landfotze rumschnüffeln dürfen.

Binnen eines Jahres stirbt sie an den Pocken.

So läuft das gewöhnlich.

- Wir sollten ihn aufscheuchen! - Nein, das ist es nicht wert.

Du siehst doch, er blutet aus wie ein Schwein.

Wir lassen einfach der Natur ihren Lauf.

Fick mich, hier ist es!

Gefunden!

Weidet Eure Augen daran.

Wenn das nicht ein Zehennagel von Christus selbst ist!

Der bringt uns sieben Jahre Glück, keine Frage!

Hat ihm nicht viel genützt, oder?

Ja, nun...

Seine sieben Jahre waren wohl um.

- Solange du glücklich bist... - Oh ja!

Und verdammt fröhlich bin ich auch!

Gut, gut.

Werfen wir sie ins Feuer.

Fanny erzählte mir in der Nacht vom Tod meines Thomas.

Die Trauer, die ich empfand, war überwältigend,

sie bleibt als stumpfer Schmerz in meinem Herzen.

Als ich wieder zu mir kam, waren wir in den Klauen der finstersten Kreaturen.

Fannys Gesicht verriet mir alles, was ich wissen musste.

Sie sprach nie darüber, was vor ihren Augen mit ihrem Jungen geschehen war.

Sir...

Sagt mir.

Was wird aus uns werden?

Ihr werdet in den Tower geworfen, bis Ihr abschwört.

Oder verdient Euch die Freiheit.

Ich habe mir meine Freiheit öfter verdient, als ich zählen könnte.

Ich würde diese Einstellung ablegen, Ma'am.

Ist das so?

Sie ist nicht gut für die Gesundheit, wisst Ihr das nicht?

Oh, das weiß ich nur zu gut.

Ich war 17, als der Krieg begann.

Hier zogen öfter Soldaten durch, als ich mich erinnern kann.

Vor und zurück, vor und zurück...

Jeder "Sieger" beanspruchte seine Beute.

Mein John wusste das.

Wir sprachen nie darüber.

Ihr könnt mir also nichts antun,

was ich nicht schon erlitten hätte.

Gut.

Dann müssen wir keine Zeit mit Nettigkeiten vertun.

Bist ein hartnäckiger Scheißkerl.

Komm endlich!

Ich habe mir auf die Hose gepinkelt!

Sieh, was ich hier habe.

Was machen wir mit dem?

Hängen, strecken, vierteilen, vielleicht.

Dieser hinterhältige Hurensohn verdient nichts weniger.

Wenn ich es recht bedenke...

Vielleicht...

Binde ihm die Hände und leg seinen Kopf auf den Block!

Mach schon!

Hol eine Axt!

Mit Arthurs Tod,

und ihre Augen auf das Licht dieses Neuen Jerusalems gerichtet,

gab es für Fanny nichts mehr auf der Blackhill Farm.

Fanny.

Fanny.

Während Johns klägliche Rufe wie eine ferne Erinnerung nachklangen,

erblickte sie schließlich die Quelle all unserer Kümmernisse.

Es war nicht das, wofür wir es gehalten hatten.

Nur wertloser Plunder in einem hübschen Kästchen.

Sie wusste nicht, wohin wir gehen würden,

noch, welche Gefahren die Straße säumten,

nur, dass ihr inneres Licht sie führen würde.

Und so entstand die Fanny Lye der Legende.

Wir sollten in jeden Winkel dieser launischen Insel reisen,

jedes Wort über die Natur der Welt und die Natur Gottes hören,

bevor wir uns der Gesellschaft der Freunde anschlossen,

auch bekannt als die Quäker.

Fanny begann zu predigen und senkte ihre Wahrheit in viele Herzen,

sogar noch großartiger als Thomas es vorausgesehen hatte.

Über das Recht eines Eheweibes, Eigentum zu besitzen,

gleiche Ehegelöbnisse zu sprechen und frei von der Peitsche ihres Gemahls zu sein.

Fannys Stimme ertönte klar und wahrhaftig.

DIE ERLÖSUNG DER FANNY LYE

Als 1660 wieder ein König den Thron bestieg,

wurde Fanny gefangen gesetzt und in die Kolonien nach Amerika gebracht.

Ich folgte ihr und endete hier in Rhode Island.

Wir sind uns nicht wieder begegnet.

Manchmal höre ich jedoch Geschichten über dieses grimmige und aufrichtige Weib,

bei deren Wiedergeburt ich vor all den Jahren Zeugin war,

in einem England, das jetzt ein Traum ist.

Für Joe

DIE ERLÖSUNG DER FANNY LYE

Ende

Untertitel von Till Rudolph

Can't find what you're looking for?
Get subtitles in any language from opensubtitles.com, and translate them here.