Afrikaans
Akan
Albanian
Amharic
Arabic
Armenian
Azerbaijani
Basque
Belarusian
Bemba
Bengali
Bihari
Bosnian
Breton
Bulgarian
Cambodian
Catalan
Cebuano
Cherokee
Chichewa
Chinese (Simplified)
Chinese (Traditional)
Corsican
Croatian
Czech
Danish
Dutch
Esperanto
Estonian
Ewe
Faroese
Filipino
Finnish
French
Frisian
Ga
Galician
Georgian
German
Greek
Guarani
Gujarati
Haitian Creole
Hausa
Hawaiian
Hebrew
Hindi
Hmong
Hungarian
Icelandic
Igbo
Indonesian
Interlingua
Irish
Italian
Japanese
Javanese
Kannada
Kazakh
Kinyarwanda
Kirundi
Kongo
Korean
Krio (Sierra Leone)
Kurdish
Kurdish (Soranî)
Kyrgyz
Laothian
Latin
Latvian
Lingala
Lithuanian
Lozi
Luganda
Luo
Luxembourgish
Macedonian
Malagasy
Malay
Malayalam
Maltese
Maori
Marathi
Mauritian Creole
Moldavian
Mongolian
Myanmar (Burmese)
Montenegrin
Nepali
Nigerian Pidgin
Northern Sotho
Norwegian
Norwegian (Nynorsk)
Occitan
Oriya
Oromo
Pashto
Persian
Polish
Portuguese (Brazil)
Portuguese (Portugal)
Punjabi
Quechua
Romanian
Romansh
Runyakitara
Russian
Samoan
Scots Gaelic
Serbian
Serbo-Croatian
Sesotho
Setswana
Seychellois Creole
Shona
Sindhi
Sinhalese
Slovak
Slovenian
Somali
Spanish
Spanish (Latin American)
Sundanese
Swahili
Swedish
Tajik
Tamil
Tatar
Telugu
Thai
Tigrinya
Tonga
Tshiluba
Tumbuka
Turkish
Turkmen
Twi
Uighur
Ukrainian
Urdu
Uzbek
Vietnamese
Welsh
Wolof
Xhosa
Yiddish
Yoruba
Zulu
* Feierliche Musik mit Blasinstrumenten*
(Erzähler, off) 1657.
Nach dem englischen Bürgerkrieg und
der Hinrichtung Karls I. ist England eine Republik unter
der Herrschaft Oliver Cromwells.
Von der Tyrannei des Königs befreit,
nur um dann unter Cromwells puritanischem Gesetz zu leiden,
wendet sich manch einer
radikalen, neuen Ideen und Untergrundreligionen zu.
In dieser kurzen und gewalttätigen Zeit
wurden unsere modernen Vorstellungen
von persönlicher, politischer und sexueller Freiheit geformt.
* Wind heult. *
(Frau, off) Ihr Name war Fanny Lye,
aber sie war damals noch nicht dieselbe Frau.
* Surren von Fliegen *
(Off) Sie kannte bis dahin nur das Leben auf dem Land,
die Schinderei und den Krieg natürlich,
der wie Feuerwellen über sie hinweg gespült war.
* Düstere Musik *
(Fanny) Scheiße.
Die Grafschaft Shropshire
(Off) Ihr Gemahl, Captain John,
war '46 mit Cromwells Armee hierhergekommen.
Er ersteigerte die Farm ihres Herrn und
besaß bald mehr, als er jemals erwartet hatte.
Es gab so etwas wie Liebe zwischen ihnen,
oder, wie mir scheint, eine Art gegenseitige Zuneigung,
wiewohl die erste Liebe des Captains der Heiligen Schrift galt.
Diese Gewohnheit hatte er schon in jungen Jahren angenommen,
als er für die Holländer auf Abenteuern war.
'49 war der Krieg vorbei, und der König verlor seinen Kopf.
Eine Zeitlang schien es uns, als ob jetzt alles möglich sei.
Für Fanny allerdings kamen und gingen die Jahreszeiten.
Die Blackhill Farm von ihrem östlichen Rand
bis zu dem Wäldchen im Westen war ihre Welt.
* Rascheln *
(Off) Bis der Tag, an dem die Fremden kamen,
diese ganze Welt auf den Kopf stellte,
Fanny Lye von ihrem Leben erlöste ...
* Hufgetrampel *
(Off) ... und ein neues begann.
* Verspielte Musik *
(Off) Captain John hatte eine besondere Frucht
in ihrem Bauch gepflanzt -
einen Jungen, der heranwuchs, wie dieses neue England um uns herum.
Ein hübscher Junge!
(Off) Arthur, seines Vaters Sohn.
Zu jung, um den Krieg miterlebt zu haben,
war er eine sanfte, verspielte Seele.
(John) Wo ist mein Stock? Ich kann ihn nicht finden!
Da, wo Ihr ihn hingestellt habt, Sir!
Arthur,
wo hast du meine Haube hingelegt?
* Verspielte Musik *
* Gurren *
Na los, sputet euch, sonst kommen wir zu spät zum Gottesdienst!
Arthur, geh schon vor! Und vergiss den Kessel nicht!
Ich versteh das nicht.
Ich hab sie ganz sicher auf die Truhe gelegt und ...
Wieso ...?
Aber sie ist schmutzig! Arthur!
Wolltest du mich ärgern, ja? (Arthur) Vater, Vater!
Hey, hey, Schluss damit. Was soll dieser Kinderkram, Frau?
Jetzt spute dich endlich! Geh schon vor.
Lass dir nie von einem Weib was gefallen, Junge.
Habe ich dich nichts gelehrt?!
Der Herrgott verlangt Mut und Stärke von uns, weißt du? - Jawohl, Sir.
* John stöhnt, Hühner gackern. *
Guter Junge.
(Off) Als Fanny sich an jenem Morgen für die Kirche bereitmachte,
konnte sie nicht wissen, dass es das letzte Mal war,
dass ihre Familie gemeinsam am Tag des Herrn
den Hügel hinaufgehen und den Gottesdienst feiern würde.
Fanny!
(Off) Stattdessen wandten sich ihre Gedanken
einem Vers aus der Bibel zu, den sie als Kind gelernt hatte.
"Sie vertraget alles, sie glaubet alles, sie hoffet alles,
sie duldet alles."
* Die Familie singt. *
# Errette mich, mein Gott,
von meinen Feinden
und schütze mich vor meinen Widersachern.
Errette mich von den Übeltätern
und hilf mir von den Blutgierigen ... #
* Gänse schnattern. *
* Hühner gackern. *
* Windrauschen *
* Er klopft an die Tür. *
* Gänse schnattern. *
* Feierliche Musik *
(Off) Die Predigt war von der üblichen Art,
und Fanny dachte auf dem Heimweg mehr daran,
was das Abendessen sein sollte,
als an irgendetwas, was sie gelernt hätte.
Dann kam die Farm in Sicht, und John sagte:
Hast du das Feuer brennen lassen?! Ich glaube nicht!
(Off) Hätten sie kehrtgemacht und den Konstabler aufgesucht,
wie es sich im Nachhinein als klug erwiesen hätte,
wer kann sagen, wie Fannys Leben
dann vielleicht anders verlaufen wäre?
Aber die Gefahr und das Unbekannte
üben eine seltsame Anziehung auf uns aus.
Na, komm, mein Guter.
* Bedrohliche Musik *
* Knistern *
* Rascheln, Flattern *
* Gänsegeschnatter *
* Aufgeregte Klänge * Wer ist da?
(Thomas) Oh, Sir! Bitte vergebt mir, ich will nichts Böses!
Du!
Was zum Teufel hast du in meiner Scheune zu suchen?! Was?
Du herumstreunender Dieb, du hast ja meine Kleider an!
Dir werde ich Manieren beibringen!
* Dumpfer Klang, gefahrenvolle Musik *
Bitte, Sir! Ich bitte um Vergebung! Es ist anders!
Ich werde dich zum Teufel zurück- schicken! - Lasst mich sprechen!
Wir wurden auf der Straße überfallen.
Und da glaubst du, du kannst dich hier häuslich einrichten?
Das Haus eines Mannes ist seine Burg!
Ich habe jedes Recht, dich niederzumachen!
Bitte, mein Weib, Sir! Ihr müsst verstehen.
La... lasst ihn sprechen, Sir!
* Musik wird langsamer, verstummt. *
* Thomas stöhnt und nimmt tiefe Atemzüge. *
Aber hör auf, rumzustammeln. Was ist das mit dem Weib?
Mit meinem Weib, Sir, äh ...
Wisst Ihr,
gestern Abend,
da waren wir unterwegs auf der Straße nach Gloucester.
Von dort wollten wir nach Bristol auf ein Schiff in die Neue Welt.
Unser Erspartes trugen wir bei uns, alles, was wir auf der Welt besaßen.
Wir wollten einen neuen Anfang machen, einen Neubeginn.
Aber es war wohl nicht Gottes Wille.
Denn als es dunkel wurde, überfielen uns gemeine Straßenräuber.
Es ist ein wahres Unglück, was uns getroffen hat!
Sie nahmen uns alles, unsere Pferde, sämtliche Ziegen,
bis zu den Schuhen an unseren Füßen und den Hemden auf unserem Rücken.
Wir waren die ganze Nacht unterwegs, ohne zu wissen, wohin wir liefen.
Bis wir auf dieses schöne Haus stießen, ganz durch Zufall.
Nun ja, wenn jemand auf mein Klopfen geantwortet hätte, aber ...
Mein Weib, Sir, sie ... sie war erschöpft und fror, und ...
sie ertrug es nicht mehr, ganz ohne Kleider, Ihr versteht?
Es tut mir leid, dass wir so frei waren, Sir! Tut mir wirklich leid.
Niemals würde ich einem anderen zur Last fallen wollen,
aber angesichts dieser besonders schlimmen Umstände
blieb uns ganz einfach keine Wahl.
Wo ist dein Weib jetzt? Sie, äh ...
sie schläft noch, da oben, auf dem Heuboden. Verzeihung.
Fanny.
* Zarte Klänge *
Aber sieh dich vor!
Kommt und seht, Sir.
Arthur, gib mir meinen Stock.
Wenn du irgendwas versuchst,
schlitze ich dir die Gurgel auf von Ohr zu Ohr,
bevor du einmal Atem holst.
Verstanden, Sir, ich verspreche, meine Absichten sind ehrlich.
Du bist sicher, dass sie nicht krank ist?
Nein, nein! Sie ist nur erschöpft, wie ich Euch sagte!
Nun, sie sieht recht gesund aus, stimmt! - Wie ich Euch sagte.
Nehmt Euch in Acht, woran Ihr Eure Augen weidet.
Pass auf, was du sagst, Frau!
Die Wunden könnten übel werden. Ich gehe und bereite eine Salbe.
Das ist schrecklich gut von Euch. Dafür wären wir sehr dankbar.
Komm mit.
* Gänsegeschnatter *
* John atmet schwer. *
Wie ist dein Name, Junge?
Thomas Ashbury. Erfreut, Euch kennenzulernen.
Neuvermählt, ja?
Oh, nun ja. Wir sind seit vier Monaten vermählt.
* Klappern *
Setz dich!
Also. Woher kommst du, Thomas?
Ich bin in Salisbury aufgewachsen.
Und dein Weib?
Oh, sie ist aus einem Dorf nahe Westchester namens Nettlebred.
Bauer? Handwerker?
Also, ich bin äh ...
Ich war
ein reisender Böttcher.
Und dann Soldat, eine Zeitlang, in General Cromwells Armee.
Oh! Die "Gute Alte Sache".
Ich habe meine Pflicht gegen die Schotten und Iren erfüllt.
Ah! Die Papistenschweine niedergemacht!
Ihr habt auch gedient, Sir?
Captain John Lye für Henry Ireton, Reiterregiment.
Oh! Da sollte ich wohl salutieren!
Arthur! Komm weg von der Tür!
Sieben Jahre ehrlicher Dienst, von Edge Hill bis Drogheda.
Wenn dieses Bein nicht wäre ...
Drogheda, sagt Ihr? Ja, richtig!
Komm her!
Recht bedauerlich gelaufen, wenn ich das richtig sehe.
Ich glaube nicht, dass Gott das auch so sieht.
Setz dich hin und stör nicht weiter, Junge!
Aufgeweckter Knabe!
Ja, nun, man muss sie lehren, Gottes Gebote zu befolgen. Psalm und Gebet.
Die Rute zu schonen birgt Gefahr.
Also,
zu unserer Sache hier.
Wir obliegen Eurer Gnade, Sir.
Gut, da heute der Tag des Herrn ist und mit dem Mädchen,
und da du ein Waffenbruder bist und alles,
erlaube ich euch, zu bleiben.
Bis zum Morgen.
Ich danke Euch vielmals, Sir. Wir sind Euch sehr verbunden.
Natürlich verbringt ihr die Nacht in der Scheune.
Oh, das macht uns nichts.
Danke, Sir, eine Nacht ist alles, was wir begehren.
Und morgen nach dem Frühstück reiten wir nach Ludlow,
das ist acht Meilen östlich von hier,
und ihr könnt euer Unglück dem Konstabler berichten.
Oh!
Vielen Dank auch, Sir, aber ähm ...
Es wäre nicht recht, Euch eine solche Reise zuzumuten.
Wir werden uns morgen früh gestärkt wieder auf den Weg machen.
Für mich ist das keine sonderliche Mühe.
* Thomas räuspert sich. * Also. Offen gesagt, Sir:
Ich weiß nicht, was ein Konstabler für uns tun könnte?
Kann er unser Erspartes zurück zaubern oder
unsere Pferde?
Ich denke nicht.
Und darum sehe ich nicht recht den Nutzen, wenn Ihr versteht?
Aber es geht dabei nicht nur um euch,
es ist eine Frage von Recht und Ordnung!
Und wie der Herr sagt, ein Mann, der Freunde hat,
muss auch Freundschaft erweisen.
Also das ist mein Angebot.
Das wir dankbar annehmen werden.
Danke.
Ja.
* Sakrale Musik *
(Off) Und so kam es, dass Thomas Ashbury und ich,
denn ich war die junge Frau in der Scheune,
wie Ihr vielleicht erraten habt,
die Gastfreundschaft von Mr. und Mrs. John Lye genießen durften.
Ihre Berührungen waren fest, aber sanft und
zogen mich langsam wieder zurück in die Welt.
Ich war wieder ein Kind in den Armen meiner Mutter.
Dann kam die Kälte der Salbe.
Sie verursachte widersprüchliche Gefühle in mir. Etwas stimmte nicht.
War es ein Engel oder ein Dämon, der mich in seinem Griff hielt?
Was ...? Hallo.
Wer seid ...?
Wo bin ich hier?
Du bist in Sicherheit, Liebes. Keine Sorge.
Ihr habt die Schrecken überlebt.
Wo ist Thomas? Dein Gemahl?
Ich ...
Sieh doch! Da kommt er schon. Rebecca?
(Rebecca) Thomas.
Ich lasse euch jetzt allein. Dort hängen Kleider auf dem Balken.
Dank Euch, Ma'am.
Wie geht es meinem Liebling? Müde. - Hm?
Werden sie kommen?
Nein, nein.
Wir sind sie los.
Wir sind jetzt allein, du und ich.
Hm? Wir müssen aufeinander achtgeben.
* Gänsegeschnatter *
Hast du es?
Was?
Oh!
Mach dir keine Sorgen, es ist in Sicherheit. - Zeig es mir.
* Gänsegeschnatter *
Gott sei Dank.
(Arthur) Gibt es wirklich Schutzengel?
(Off) Wir waren schnell entschlossen,
ihre Herzen zu gewinnen und länger zu bleiben.
Der arme brave Junge.
(Off) Zumindest solange, bis unsere Schwierigkeiten beigelegt waren.
Aber Thomas ..., er konnte wohl nicht anders.
Ich erkannte es immer an seinem Blick, wenn er Dummheiten plante.
Könnte ich Euch helfen? - Oh. Das ist sehr freundlich, Sir, aber nein.
Thomas, bitte!
Seid Ihr da ganz sicher?
Nun,
Sir Thomas,
Vielleicht könnt Ihr die Mispeln vom Heuboden holen,
wenn Ihr etwas tun wollt. Sehr gerne. Wie viele?
Nun, nehmt nur die Überreifen.
Und wir brauchen, ich würde sagen, 40 für den Kuchen.
Sehen wir mal, ähm ...
Nein. Nein, nein. Ah!
Die ist richtig! Seht!
* Unbeschwerte Gitarrenmusik *
Ich muss zurück zu meinem Braten.
Gewiss.
(Off) Wir hätten uns verstecken sollen, unsere Flucht planen sollen,
aber wir waren frei in diesem Moment und so ...
Unsere Seelen schwebten gemeinsam im Äther.
Wenn man sein Herz und seinen Verstand öffnet,
sind Freude und Glückseligkeit nur einen Wimpernschlag entfernt.
Hey, Junge!
Eine für dich, ja?
Du verpasst etwas!
Thomas, was habe ich gesagt? Sch-sch.
* Thomas lacht. * Upsi, das tut mir leid! Verzeih!
Also. Na, komm schon! Nur zu, zahl es mir heim!
Wirf eine auf mich.
Nur zu. Ja, nur zu.
* Freudige Musik * Komm schon!
Hey! Braver Junge. Komm schon, noch eine!
Ja.
* Rebecca und Thomas lachen. * So ist es richtig!
Ja!
Komm schon.
* Arthur lacht. *
Da!
Nein! Ja!
Oh! Entschuldigt!
Da!
Ich bitte euch, seid leise!
(Arthur) Nein, bitte lass mich! Bitte!
Bitte, lasst mich! Ich bitte euch ...
Seid doch leise.
Arthur!
(Arthur) Nein! Ja.
Nicht! Lasst mich!
Bitte lass mich!
Nein, nicht. - Doch. Bitte. Nein.
Thomas!
Oh!
Arthur! - Eurem Jungen fehlt nichts, kein Grund zur Sorge!
Captain John. Ehrlich, das alles ist meine Schuld. - Du auch, Fanny.
Sir! Ich bitte euch, wenn Ihr einen Schuldigen sucht, dann bin ich es!
Wirklich.
Sir, wenn ich das sagen darf,
seid nicht hart zu dem Knaben für etwas, das ...
* Thomas atmet tief durch. *
* Klopfen * Captain John!
* Klopfen * Captain John, ich ... ich ...
Ich bitt Euch um Vergebung.
* Rumpeln *
(Arthur) 1, 2, 3, 4 ...
* Klopfen *
Misch dich nicht ein! Er hat uns aufgenommen.
Wir wollen keinen Ärger mit ihm.
Lass uns spazieren gehen, ja?
Jetzt du, Fanny!
(Off) Fanny sagte immer,
dass John an den Züchtigungen kein Vergnügen fand und
dass er es für seine göttliche Pflicht hielt,
ihr den rechten Weg zu weisen.
Ich war davon nie überzeugt.
* Trübe Musik *
* Bellen *
(Off) Wir gingen nicht weit weg
aus Angst vor dem, was in den Wäldern lauern mochte,
vor den Bestien, die in Menschengestalt umherstreifen.
Lasset uns beten.
Bitte segne dieses Fleisch, oh allmächtiger Gott.
Dank sei dir für die Speisen, die du auf unseren Tisch bringst ...
* Klopfen *
Herein!
* Tür wird geöffnet. *
Die Wanderer kehren zurück.
Dachte nicht, dass wir euch wiedersehen würden.
Oh nein, Sir, Ihr beliebt, zu scherzen.
Der Gedanke an diesen Braten ...
Wir haben seit Monaten kein Rindfleisch gegessen, nicht, Thomas?
Äh, nein, das stimmt. Hm.
Fanny!
Danke, Ma'am.
Thomas wollte Euch gerne etwas sagen. Nicht wahr, Thomas?
Ja, richtig, ja.
Captain John Lye,
für die Missachtung der Regeln Eures Hauses
und die Vergeudung der Früchte Eurer Arbeit
bitte ich demütig und aufrichtig um Vergebung.
Nicht mit mir musst du das ausmachen, Junge,
sondern mit dem Herrn Jesus Christus.
Gut, ja, das werde ich tun.
Hm. Na, dann kommt. Setzt euch.
* John räuspert sich. *
Lasset uns beten.
Bitte segne dieses Fleisch, oh allmächtiger Gott.
Dank sei dir für die Speisen, die du auf unseren Tisch bringst.
Mögen sie unser leibliches Wohl bewahren,
auf dass wir weiterhin preisen deinen heiligen Namen.
Amen.
(Alle im Chor) Amen.
* Frösche quaken. *
(Off) Die Sonne ging unbemerkt wieder auf.
Man hatte uns Arthurs Dachboden gegeben,
während Fanny und John wie immer in getrennten Betten schliefen.
Schon vor dem Frühstück half Thomas John, Holz zu holen,
während ich meinerseits Fanny bei der Hausarbeit half.
Und Rebecca, wohin geht ihr, nachdem ihr beim Konstabler wart?
Nach Arbeit suchen, denke ich.
Ich war Dienstmagd,
darum kenne ich mich aus mit einem Milcheimer oder einem Paar Hosen.
Euch beiden ist solch ein Unglück widerfahren.
Es macht mich schaudern.
Wir kommen schon zurecht, wie wir es immer tun.
Macht Euch keine Sorgen um mich.
* Plätschern *
Gibt es keine Familie, zu der ihr zurück könnt?
Die euch in eurer Stunde der Not beisteht?
Aber
Mr. Ashbury ist nun mal jetzt dein Herr.
Thomas ist nicht mein Herr!
Kein Mann ist das. Ich geh, wohin ich will, mit wem ich will!
* Melancholische Musik *
* Klacken *
Seltsamer Gedanke,
dass wir damals
in Drogheda Seite an Seite gekämpft haben und nichts davon wussten.
Damals haben wir natürlich Köpfe abgehackt, kein Holz!
Ja, und keinem, der nicht einen Kopf zu groß war, was? Ab mit dir!
Ich wünschte, ich wäre so unerschrocken.
All diese Frauen, Kinder und Alten, die hatten mir nichts getan.
Zertrampelt in einem blutigen Streit, der nicht der Ihre war.
Nun ja, "nur dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren sind,
sondern das ewige Leben haben."
* Klacken *
"Denn Gott hat seinen Sohn nicht gesandt in die Welt,
dass er die Welt richte,
sondern dass die Welt durch ihn selig werde."
Johannes, 3:17.
Ich ...
Ich glaube, ich verstehe nicht.
* Gefühlvolle Musik *
So bist du und Mr. Thomas ...
Ihr seid nicht ver...?
Wieso?
Aber dann lebt ihr ja in der Sünde!
Hast du keine Angst?
Angst wovor? Vor der Größe seines Schwanzes?
Angst vor der Hölle, junge Frau!
V... vor dem Feuer der Hölle und vor der Pein!
Und ganz zu schweigen vor dem Gesetz!
Solche Reden!
Oh, mein ...!
Der Teufel wird mit rasendem Eifer über dich herfallen,
oh, mein armes, liebes Kind!
Ihr sagt es aber nicht Eurem Gemahl, oder?
Ich dachte, wir sprächen im Vertrauen.
Ich muss an deine ewige Seele denken.
Und ich glaube, dass es nie zu spät ist für eine Sünderin.
Mr. Lye könnte dir helfen auf dem Weg zur Rechtschaffenheit.
Ich brauche seine Rechtschaffenheit nicht!
Mrs. Lye, ich bitte Euch.
Schafft uns nicht noch mehr Kummer und Sorgen.
Bestimmt nicht.
Ich wette, Rechtschaffenheit ist nicht das Einzige,
was er zu finden versteht.
Ich ... ich ... Ich weiß nicht, was du meinst.
Nun, Euer Gemahl ...
Er ist recht ansehnlich für einen Mann seines Alters.
Mein John? * Fanny lacht. *
Ich verstehe schon, dass du mich foppen willst, Miss Rebecca.
So ein unartiges Mädchen ist mir mein Lebtag nicht begegnet!
Ich geb mir Mühe.
* Rebecca lacht. *
* Gefühlvolle, erhabene Musik *
(Off) Fanny behielt unser Geheimnis beim Morgenbrei für sich.
Ein kleiner Akt der Auflehnung, der zu Größerem führen sollte.
Sie war ihr eigener Mensch, das wusste ich nun.
* Gänsegeschnatter *
* Grunzen *
Pst!
Ja.
Hallo, Mastschwein!
* Rabe krächzt. *
(Off) Wir warteten darauf, dass John das Pferd bereitmachen würde.
Es war unsere Absicht, ihm auf der Straße nach Ludlow zu entwischen.
Das Schicksal hatte jedoch seine eigenen Pläne.
* Plätschern *
Thomas.
* Unheilvolle Klänge *
Duck dich, Thomas!
* Vogelzwitschern *
* Beschwingte, finstere Musik *
* Rabe krächzt. *
* Gefahrenvolle Musik *
* Poltern *
(Arthur) Vater, Vater! Schrei nicht so, ich sehe sie.
Bleib ganz ruhig, Rebecca, und nichts verraten.
Freunde von Euch, ja? Wie bitte, Captain?
Bleibt im Haus!
* Bedrohliche Klänge *
* Erhabene, düstere Musik *
Nein. Die habe ich noch nie zuvor gesehen.
Der auf dem Rappen ist ein rechter Geck, was?
Arthur, komm mal her.
Sch.
Komm mal her.
Ist das nicht der Konstabler, der neben ihm geht?
Oh ja, es ist der Konstabler, nicht wahr?
Aber was um Gottes Willen hat er hier zu suchen?
Habt Ihr wirklich keine Ahnung, Mr. Ash ... Mister ...!
Oh, du gemeiner Bandit, du elender!
Bleibt, wo Ihr seid und haltet den Mund.
Es tut mir leid, aber die Männer da draußen wollen uns Böses und
sie dürfen hier nicht reinkommen, versteht Ihr?
Bitte Sir, tut meinem Sohn nichts! Ma'am, das ist nicht mein Begehren.
Aber Ihr beiden reißt euch jetzt zusammen und tut, was ich sage,
dann ist alles bald vorüber.
Ich wusste von Anfang an, dass du ein Schurke bist.
Ich versprach, dich aufzuschlitzen von Ohr zu Ohr, und werde es tun!
John, nein! Bleibt zurück!
Lasst das Messer fallen, sonst stirbt er! - Vater!
Ich will das nicht, aber ich tu's. Dazu fehlt dir der Mumm, Junge!
Ich habe Schlimmeres getan seinerzeit, so wie Ihr auch, Sir.
Bitte, Sir,
tut, was er sagt.
Hört auf Euer Weib, Sir. Sie hat Verstand!
* Gefahrenvolle Klänge *
* John zieht Luft durch die Nase ein. *
* Fanny atmet nervös. *
* Musik wird ruhiger. * Legt es auf den Tisch.
Geht zurück an die Tür. Ihr setzt Euch hin, Mrs. Lye.
Rebecca. Du kommst mir nicht davon.
Und Ihr, Ihr habt uns nicht gesehen. Eure Ohren haben nichts gehört.
Schickt sie einfach wieder ihres Weges.
Und macht sie es glauben, oder Euer Junge stirbt.
Ich werd dich hängen sehen - langsam.
Guten Morgen, Henry!
(Sheriff) Guten Tag Euch, Sir! Sir!
Mit wem habe ich das Vergnügen?
Ich bin der Höchste Sheriff im Dienst des Staatsrats,
betraut mit der Verfolgung
gottloser, blasphemischer und abscheulicher Verirrungen,
die der Ehre Gottes abträglich und
für die Gesellschaft zerstörerisch sind,
ob sie nun durch gotteslästerliche Predigten oder Praktiken
ausgedrückt werden,
auf dass Gott wahrhaftig gerühmt werde und
alle Menschen ermutigt werden zu guten Werken.
Sir, ich ... (Sheriff) Den Haftbefehl!
(Deputy) Sir.
Ihr haltet das falsch rum. (Deputy) Ach, ja? Mein Fehler.
Scheint Hand und Fuß zu haben. (Sheriff) Natürlich!
Nun zu der vorliegenden Sache:
Wir sind auf der Verfolgung zweier zügelloser Ketzer,
eines jungen Mannes und einer jungen Frau,
wegen einer gottlosen Zurschaustellung am letzten Sonnabend
in einer Taverne weniger als fünf Meilen von hier.
(Konstabler) Es gab eine veritable Ketzerorgie im Wirtshaus in Hopton.
(Sheriff) Keine Verderbtheit ist unter der Würde eines Mannes,
der es auf Geld oder fleischliche Lust abgesehen hat.
Das ist meine Erfahrung.
Man hätte diese Lasterhöhle vor Jahren schließen sollen.
Hab ich das nicht gesagt, Henry? (Konstabler) Ja, hast du.
Jetzt ist es so weit gekommen! Ketzerorgie, sagt Ihr?
(Sheriff) Blasphemische Schwüre und Verwünschungen, Trunkenheit,
Zügellosigkeit, Fluchen und Sodomie.
Unvermählte Männer und Huren, die vor jedermanns Augen Unzucht trieben!
Oh, ich bin wie benommen. (Konstabler) Diese Hoffärtigen.
Sie predigen, dass gut böse ist, und böse gut!
Ich habe von Dergleichen in London gehört, aber niemals gedacht,
so was in unserer Grafschaft zu finden.
Es war ein Glück, dass diese Männer auftauchten und
die Sünder in die Flucht schlugen!
Tja, was soll ich sagen? Ich bin schockiert!
(Sheriff) So lasst uns schleunigst
zum Ende dieser unappetitlichen Unterhaltung kommen.
Bei der Verfolgung dieser verdorbenen Flüchtigen stießen wir
auf Fußspuren - Fußspuren, die uns von diesem schrecklichen Wirtshaus
hierher zu Eurem Besitz führten!
Was sagt Ihr dazu, Captain Lye?
Sir, da müsst Ihr Euch irren! Ich habe nichts gesehen, noch gehört.
Hier sind nur ich und Fanny und der Junge,
wir machen uns fertig ...
* Man versteht nicht mehr, was er sagt. *
(Sheriff) Nichtsdestotrotz, ich muss Euch leider bitten,
einen Blick hineinwerfen zu dürfen.
Sir, Ihr habt meine Antwort gehört!
Niemand kommt ohne meine Billigung auf mein Land.
Und ich danke Euch, dass Ihr meinem Wort vertraut.
* Bedrohliche Musik *
* Musik steigert sich. *
* Musik verstummt plötzlich. * (Sheriff) Gut!
Dann haben wir keinen Grund, Euch weiter zu behelligen.
Ich bitte für die Störung um Vergebung.
Nein, keine Ursache!
Ich bete dafür, dass Ihr sie fangt und
in das schwärzeste und tiefste Loch auf Erden werft!
(Sheriff) Oh, das wird das geringste ihrer Leiden sein.
Dessen dürft Ihr versichert sein.
Kommt!
* Erhabene, düstere Musik *
(Off) Lügner, Diebe und Mörder!
Henry! (Konstabler) John.
(Off) Natürlich glaubte John jedes Wort davon,
wie eine Gans, die um Weihnachten bittet.
Hab keine Angst!
Diese Männer, die sind nicht das, wonach sie aussehen.
Wir waren in dieser Schenke,
so viel ist wahr, aber wir haben niemandem etwas getan.
Doch diese Männer
sind über uns hergefallen mit fanatischer Gewalt.
Sie brachten furchtbare Qual, glei- chermaßen über Männer und Frauen.
Unsere Freunde lagen tot und misshandelt.
Nur Rebecca und ich entkamen dem Gemetzel.
Erstunken und erlogen. Sir, es ist die Wahrheit! - Ja?
Und woher haben sie den Haftbefehl? Vielleicht aus einem Hexenkessel?
So was ist das Pergament nicht wert,
auf das es für Narren und Geistesschwache geschrieben wurde.
Du Schuft, ich sollte dich ... Solltet was?
Wollt Ihr mich auch mit der Rute züchtigen?
Ja, ich kenne solche Männer wie Euch.
Sir, wir haben getan, was Ihr verlangt habt.
Und jetzt bitte ich Euch demütig, lasst uns in Frieden.
Nein. Nein, so einfach ist das nicht mehr.
Diese Männer könnten da draußen warten.
Rebecca, nimm den Strick dort und fessle diesen Mann.
Und Ihr bewegt Euch! Dorthin!
Hinknien!
* Traurige Musik *
Dahin!
Mrs. Lye,
wir werden noch ein wenig länger hier sein, ich bitte um Verzeihung.
Binde ihn so, dass er sich nicht losmachen kann.
Geh schon. Geh jetzt zu deiner Mama.
Sch.
* John brüllt, Rebecca stöhnt. *
* Dramatische Musik *
Thomas.
* John stöhnt. * Nein!
Du benimmst dich jetzt wie ein braves, kleines Eheweib!
(Arthur) Nein, lass meinen Vater in Ruhe!
* Marschartige Trommelschläge *
* John jammert. *
Captain John. Ich kann das nicht wieder zulassen. Es tut mir leid.
Nicht sein gutes Bein! * John schreit auf, jammert. *
* Klirren der Metallstange *
* Sakrale, trauervolle Musik *
Bist du verletzt? Mir fehlt nichts.
Also ist alles wahr, oder? Jedes Wort.
Du bist ein verkommener Mensch, ein Unzüchtiger und ein Hoffärtiger.
Sagt dieses Wort noch einmal und ich ...
Ich säbel Euch die Ohren ab! Was? "Hoffärtiger"?
Nun, das bist du doch, oder nicht? Du und deine Ketzerhure da.
Im Reiche Christi wird es kein Erbe für euch geben, das ist sicher.
Schweigt, still! Nein!
(Off) Wo es keine Geheimnisse mehr zurückzuhalten gab,
entschloss sich Thomas, seine Meinung offen zu sagen.
Denn des Propheten Waffe der Wahl ist nicht das Schwert,
sondern Worte von glühender, strahlender Kraft.
Ihr nennt mich einen Hoffärtigen,
aber wahr ist das Gegenteil.
Denn ich schiele nicht auf zu Gott oder auf das Himmelreich.
* Knacken *
Hier!
Hier liegt Euer Schatz.
Gott und der Teufel, sie sind beide meine Diener. Und auch Sie!
Ja, selbst Ihr, großer Captain,
nur müsstet Ihr bereit sein,
Euer Inneres den irdischen Möglichkeiten zu öffnen.
Ich kann nicht mehr tun, als das Tor öffnen und
den Weg weisen zu einem Neuen Jerusalem -
ein Land, wo es die Sünde und jegliches Vergehen
nicht mehr geben wird.
Ein Land, wo jeder Mann und jedes Weib und alle Gaben der Natur
gemeinschaftlich geteilt werden.
Ein Land, wo Christus, der König der Herrlichkeit,
tot und beerdigt in seinem Grab liegt. - Du bist ...
Ja, ja.
Christus ist nicht auferstanden, er starb und verfaulte zu Erde.
Auf dass die Sünde,
auf dass all unsere Sünde auf Ewigkeit vergeben werde.
Und jedes Ding und jede Tat wird aufsteigen
aus der Finsternis und zu Licht werden.
So werden wir lernen, dass Himmel, Hölle
nur irdische Reiche bezeichnen.
Es wartet kein Leben nach dem Tod. Nein.
Oh, ich kenne Eure Gedanken, großer Captain! - Ja?
Ehrliche Worte mögen auch den Stärksten zum Erzittern bringen,
aber habt keine Angst.
Denn auch in Euch leuchtet ein Funke
der hellaufstrahlenden, unbeschreiblichen Herrlichkeit!
Seine grenzenlose Liebe scheint hervor in Euch, in ihr, in mir!
Wenn Ihr nur seiner Stimme lauscht, auf diese innere Stimme der Liebe,
der Einheit hört,
dann werdet Ihr wahre Freiheit finden.
Das Himmelreich auf Erden wird noch heute Euer sein!
Wer aber verneint den göttlichen Impuls,
wer weiter nach dem Gesetz von Priester und Tyrann lebt,
sei gewarnt, denn das große Gleichmachen wird kommen.
Das Schwert des Heiligen Geistes wird kommen
mit Feuer und Vergeltung über alle, die sich dem Gott
der vollkommenen Freiheit und dem Libertinismus widersetzen.
So wie König Karl und die Lords an der Reihe waren,
werden Cromwell und seine Getreuen als Nächste dran sein -
haben sie sich doch zu ebensolchen Tyrannen,
wie's der König war, gemacht.
Jenen, deren Eifer und einzige Sorge allein ihrem Gott, dem Mammon, gilt,
die ihre Börsen füllen
durch Gesetze zur Abgabe des Zehnten und auf dem Rücken der Armen.
Euch allen sage ich jetzt: Euer Gold und Silber werden aufgebraucht sein!
Denn ich, der Herr, werde kommen als Dieb in der Nacht,
mit meinem Schwert in der Hand,
und wie ein Dieb werde ich sagen: "Her mit der Börse. Her damit, Sir!
Her damit, oder ich schneide Euch die Kehle durch!"
Sir, beendet diese Blasphemie, ich flehe Euch an.
Denkt an das Weib und das Kind. Oh, aber ich frohlocke, Sir!
Ich frohlocke, denn ich überbringe die Wahrheit,
wie auch immer sie von Euch aufgenommen wird.
Ich wünsche nur, zu raten und zu warnen, um Euch und die Euren
von der kommenden Pest und dem Feuer zu erlösen!
Aber mit Euren gottlosen Worten kreuzigt Ihr Euren Retter
ein zweites Mal!
Ihr seid ein sehr großer Sünder, Sir.
Und das Feuer und die Pest, von denen Ihr sprecht,
sollen über Euer Haus kommen.
Eure zerschmetterten Knochen sollen verscharrt werden am
Fuße des Berges Eurer Irrtümer.
* John lacht. *
Sünde, sagt Ihr? Sünde!
Das ist nur ein Wort!
Ein Schwindel der Reichen, um die Armen an ihrem Platz zu halten!
Lügen!
Die Gnade Gottes nutzt Ihr zu Eurer Schamlosigkeit.
Alles bloß Ausrede für trunkenen Ehebruch, Diebstahl und alles,
was Christus, Moses und die Apostel gebrandmarkt haben.
Was Ihr Ehebruch nennt, nenne ich Aufrichtigkeit!
Gegenüber der Stimme Gottes hier drin.
Was der Verstand gutheißt, muss erfüllt werden und nicht bekämpft,
wie von den Kirchen und den Heiligen!
Wir müssen aus unserem Schlaf erwachen,
die Hüllen abschütteln,
den Schleier wegnehmen und die Wahrheit entdecken.
Dass nämlich für die Reinen alles rein ist!
Es gibt keine unreine Handlung in Gott!
Liebe ist Gott, und Gott ist Liebe.
Und Ihr seid schön, meine Liebe. Es gibt keinen Makel in Euch.
Durch welche gräuliche, höllische ...
(Off) Es war, als hätte Fanny ihr ganzes Leben
in einem verdunkelten Raum verbracht.
Aber Ihr werdet für diese Sünden ...
(Off) Doch jetzt wurde eine Tür einen Spalt breit geöffnet,
und ein Lichtstrahl fiel hinein.
Ein jeder muss seiner inneren Majestät Rechenschaft ablegen.
Denn, versteht Ihr, was auch immer im Licht und aus Liebe getan wird,
ist hell und liebenswert!
Sei es das, was Ihr
Trunkenheit nennt oder Ehebruch oder dergleichen.
Oh, ja, für Euch, für Euch sind das Sünden!
Und Eure Fantasie wird Euch für diese Sünden
verfolgen und anklagen und
als Trunkenbold verurteilen oder
als Ehebrecher oder als Dieb.
Aber genau dieselbe Tat,
begangen stattdessen ohne ein Gran Furcht oder Schuld,
begangen stattdessen im Licht,
in Aufrichtigkeit,
nun dann zeugt sie für die Wahrheit Gottes.
Und der Geist Gottes offenbart sich in ihr.
* Donnergrollen *
* Vogelzwitschern *
(Off) Ich wurde seither überzeugt, dass nicht alles,
was wir damals glaubten, wahr ist.
Bloß ein normaler Tag, an dem wir unsere Arbeit tun.
(Off) Aber ich bedaure nichts, und ich leiste auch keine Abbitte,
denn besser ein mächtiger Engel flucht,
als dass ein Heuchler predigt und betet.
* Gänsegeschnatter *
* Vogelzwitschern *
* Lachen *
* Drollige Musik *
* Rebecca lacht. *
Was denkst du?
(Arthur) Das sieht schön aus.
Hm, ein bisschen streng für meinen Geschmack.
Das Kleid eines schlichten Weibes.
* Rebecca lacht. * Wie ist das?
Besser? Nicht?
Das gibt einen Hauch von Fröhlichkeit, finde ich.
Ja, du bist ein guter Junge, Arthur.
Gar nicht wie dein Vater, wenn ich das sagen darf. - Was?
Niemand spricht schlecht von meinem Vater!
Er ist der beste Mann auf der ganzen Welt.
Das denkt wohl jedes Kind, glaube ich. Oh, ja.
Ganz egal, ob er dir das Fell versohlt,
weil du dein Sonntagskleid schmutzig gemacht hast.
Und kommt der Freitag, ist er fort und hurt und trinkt wie jeder Mann.
Nicht mein Vater. Mag sein.
Weißt du, Menschen reden das Eine und
tun dann was Anderes.
Das lernt man, wenn man größer wird.
Aber mein Thomas, der handelt so, wie er es sagt. Das gibt's selten.
* Melancholische Musik *
Was tut Ihr mit der Bibel meines Gemahls?
Dieses Buch interessiert Euch sehr, nicht wahr? - Nein!
Ich meine, eine Frau darf die Heilige Schrift nicht anfassen.
Frommer Unsinn!
Seht her.
Was steht da?
Oh, ich weiß es nicht.
J
O
H
N.
"John" - der Name Eures Mannes.
Und da?
Da steht auch "John", nicht wahr? Richtig!
Seht Ihr? Es ist gar nicht so schwer, oder?
Ihr vergeudet Eure Zeit, Mr. Ashbury.
Ich bin viel zu fest in meiner Spur.
Ihr seid so, wie Ihr selbst Euch fühlt.
Ihr habt doch sicher Met.
Hm? In der Tat. Für besondere Anlässe.
* Sanfte Klänge *
Nur zu.
* Quietschen des Hahns *
Euer Gemahl.
Ich mag es nicht, wie er Euch behandelt.
Mr. Lye ist gut zu mir gewesen.
Ich war nur eine niedere Dienstmagd, und er hat mich erhoben.
Aber sagt mir, habt Ihr nicht ein Joch gegen ein neues eingetauscht?
Nur dass das Neue Euch züchtigt und
auch noch fleischliche Dienste verlangt. - Wirklich, Sir!
Wahr ist das Gegenteil von dem, was Ihr sagt! - Das Gegenteil?
Wow.
Oh, ich verstehe.
Ihr meint damit, er versagt bei Euren Bedürfnissen als Frau!
Sir, ich ... - Nun, das ist ein ebensolches Verbrechen.
Aber es überrascht mich nicht.
Sir, dies ist kein passendes Gespräch zwischen Mann und Frau.
Und schon gar nicht zwischen zwei Fremden, die sich kaum kennen.
Aber ich sage, das ist es doch!
Und zwar, weil meine Natur mir genau das sagt.
* Gefühlvolle Musik *
Mr. Ashbury ... Fanny. Darf ich Euch Fanny nennen?
Mr. Ashbury! Ich habe das Gefühl, ich muss Euch etwas sagen.
Ihr kommt mir nicht vor wie ein grausamer Mann.
Ich sehe Gutes in Euch, ich sehe es in Euren Augen.
Was Ihr da seht,
ist die Ewige Majestät in jedem Einzelnen von uns.
Nun, davon weiß ich nichts.
Solche Dinge begreifen wir Frauen nicht. - Wer sagt Euch das? Hm?
Im Neuen Jerusalem gibt es einen Platz für die Frau,
der dem des Mannes gleich ist. Oh, Gott!
Ich habe Frauen in der Kirche aufstehen und
mehr Krach schlagen sehen, als ich es jemals könnte! - Oh, mein Gott!
Was ist denn?
Ihr verwirrt mich, Mr. Ashbury, das ist alles. - Thomas, bitte.
* Blubbern *
* Quietschen des Hahns *
Oh.
* Thomas rülpst. * Oh, Ihr macht ein feines Gebräu.
Mr. Ashbury, T... T... Thomas ...
Ich möchte Euch um einen Gefallen bitten, wenn es recht ist.
Nun, das kommt darauf an, um was Ihr mich bitten wollt.
Nun,
Thomas,
wir haben doch unseren Zweck für Euch erfüllt.
Könntet Ihr Euch nicht dazu durchringen,
von hier wegzugehen und uns in Frieden zu lassen?
* Tür öffnet sich quietschend. *
* Fanny und Thomas stöhnen vor Anstrengung. *
Noch immer nichts gelernt, was?
Wir brauchen Wasser für das Schmoren. Nicht, Fanny?
Nein, nicht Ihr!
Aber er kann das nicht! Sein Bein. Er kann alles tun, was ich ihm sage.
Nicht wahr, Captain?
Bindet ihn los!
Nur zu.
Ein bisschen frische Luft tut ihm gut.
Ihr werdet doch nicht wieder Dummheiten versuchen, oder, Captain?
* John stöhnt. * Obwohl ich es eigentlich hoffe.
(Off) Etwas Widerstand war zu erwarten gewesen,
deshalb war es jetzt an der Zeit für den nächsten Schritt.
Das Feuer schüren, den Einsatz erhöhen.
* Rascheln *
* Scharren *
(Off) Die Lektion war vielleicht extrem,
aber dafür sehr wirkungsvoll.
Fanny sagte später,
sie hätte beinahe sehen können, wie die Macht aus John abfloss und
in den Körper von Thomas überging.
Sein Zauber nahm mehr und mehr von ihr Besitz.
* Vogelzwitschern *
* John stöhnt. *
* Gefühlvolle, erhabene Musik *
(Off) John erging es ähnlich.
Er konnte zusehen, wie seine Welt sich veränderte.
Oder vielmehr durch seine halb geschlossenen Augen
einen letzten, kurzen Blick auf das werfen, was gewesen war.
* John stöhnt. *
Doch gar nicht so schwer, oder?
* Majestätische, sakrale Musik *
(Off) Die Hostie aus Schweinebraten und Met vertrieb nach und nach
die Macht der Bibel,
sodass nichts mehr die innere Erleuchtung stören würde.
Der Leib Christi.
Das Blut Christi.
Das Blut Christi
Trink.
Mehr!
* Fanny hustet. *
(Off) Verschnitten mit Pilzen, um die Wirkung zu steigern.
* Thomas atmet laut. *
* Fanny und Rebecca erschrecken. *
* Rebecca und Thomas lachen. *
* Martialische Musik *
Rebecca.
* Empörter Laut * Ihr geht zu weit!
Spürt Ihr nicht den Drang, Euch mit diesem zarten Fleisch zu vereinen?
"Lass nicht den Weibern dein Ver- mögen und gehe die Wege nicht ..."
Ihr müsst Euch erheben, großer Captain!
Erheben aus dem Fleisch und in den Geist begeben!
Raus aus der Form und auf in die Kraft.
Heraus aus den Zeichen und hinein in das Bezeichnete!
Solange Ihr Eure Sünde nicht gelebt habt,
werdet Ihr nicht von ihrer Macht erlöst werden und
müsst furchtsam erschaudern vor dem Makel Eures Körpers.
Ihr betet einen doppelgesichtigen Janus an! - Willigt ein!
Denn es ist der Herrgott in Euch, der an seinem geheimen Platz wohnt!
Arthur, wende deine Augen ab! Hör nicht auf diesen Teufel!
Junge, öffne dich für Gottes Ewige Majestät in dir.
Wende deine Augen ab! Aber er ist fast ein Mann.
Er ist nichts dergleichen!
Und darum sollte er seine eigene Wahl treffen!
Bedecke seine Augen, sage ich!
Arthur.
Was sagst du, Arthur, hm? Was sagt deine innere Stimme dir?
(Arthur) Ich?
Arthur!
Du musst deine Entscheidung treffen. Verdecke deine Augen, sage ich!
Ich ...
Ich glaube, es ist längst Zeit für den Jungen, ins Bett zu gehen. - Ja!
Ja.
Ja, das glaube ich.
Ja, ja, wir müssen unseren teuren kleinen Jungen schützen
vor all den schlimmen, schmutzigen Dingen,
die seiner werten Frau Mutter durch den Kopf gehen.
* Tür knarrt. *
* Ruhige, sakrale Musik *
Geh schon,
geh zu ihr.
Und nimm an die Ewige Majestät in dir.
Untersteh dich.
Ich wusste immer, dass du eine verdorbene Hure bist.
Ich bin nicht im Geringsten überrascht!
Komm her, Liebste.
* Kusslaut *
Gutes Kind.
Es entzückt dich, nicht wahr?
Es fühlt sich richtig an.
Meint Ihr, die Verderbtheit eines Weibes sei mir unbekannt?
Ihr könntet mich irgendetwas lehren? Ich will Euch nicht lehren!
Und wenn ich es wollte, könnte ich es nicht.
Küsse sie auf die Lippen.
Vereinigt euer Fleisch.
Ja,
ja.
Sag Ja zu der Ewigen Majestät in dir!
Ohne diesen Akt
gibt es kein Leben!
Und ohne Leben
keine Vollkommenheit.
Und ohne Vollkommenheit
keinen ewigen Frieden und
keine Freiheit
in deiner immerwährenden Majestät.
Denn sie herrscht, erobert und
tanzt
ganz tief in deinem Herzen und ohne Ende,
immerdar,
Amen.
* John brüllt. *
* Aufgeregte, düstere Musik *
Der Teufel wird Euch in der Ewigkeit bestrafen!
Zerschmettern wird er Eure Knochen,
nur um Euch dann wieder zusammenzusetzen und
Euch 1000-mal aufs Neue zu zerschmettern!
* Man versteht ihn immer schlechter. *
(Off) Der letzte Schritt.
Alle Hemmungen fallen lassen.
* Thomas atmet schwer. *
Ich hauche dir den Geist Gottes ein.
* Fanny stöhnt. *
Eine Heilige Reliquie unseres Ordens, über tausend Jahre alt!
Sie ist wunderschön. Oh, ja. Doch sie ist mehr als das.
Dies hier ist der Beweis für die Weltlichkeit Christi.
Sie straft den Mythos von der Auferstehung Christi Lügen.
* Kusslaute *
* Schweres Atmen *
Du magst es, deine Frau zu schlagen, nicht wahr, John?
* John schnaubt. *
* Fanny stöhnt. * Alles zu seiner Zeit, nicht wahr?
* Hoffnungsvolle Musik *
Auf die Knie, Captain!
* John stöhnt. *
Komm!
Erhebe dich.
Hab keine Angst!
Ich kann nicht.
Mein Geschenk an dich.
Jahrelange Schulden, aber nun werden sie zurückgezahlt.
* John stöhnt. *
Na los, ermanne dich, Frau! Brich aus aus deinen Fesseln!
Hm.
* Dumpfes Geräusch * Gut! Noch mal!
* Dumpfes Geräusch * Braves Mädchen! Fester!
* Dumpfes Geräusch * Und weiter.
* Dumpfes Geräusch * Und weiter! Ja! Ja!
Ja, ja!
Ja, ja, ja!
Ja, ja, ja.
Weiter! Ja.
ja, ja.
* Dumpfes Geräusch * Gott spricht.
Und weiter!
Ja!
* Sie stöhnt. *
* John stöhnt. *
* Poltern *
Und jetzt wirst du mir zusehen, wie ich dein Weib vögle!
* John stöhnt. *
Na, komm.
Hey! Was hast du denn? Was ist mit dir?
Was ich zuvor gesagt habe ...
Ich habe mich geirrt.
Einem grausameren, selbstsüchtigeren Mann bin ich nie begegnet.
* Thomas atmet stoßhaft. *
Dann nur zu,
nehmt mich.
* Kusslaut *
Tut, was Ihr wollt.
Mein Lebtag habe ich nie ein Weib gewaltsam genommen.
Nein.
* John stöhnt. *
Sch.
* John stöhnt, Fanny schluchzt. *
* Vogelzwitschern *
(Off) Nie zuvor hatte ich Thomas besiegt gesehen.
Es war ein widersprüchliches Gefühl.
Nach einigen Tagen des Schmollens beschloss er,
jenen Ort zu verlassen und nie wieder von Fanny zu sprechen.
(On) Glaubst du, wir können ihnen entfliehen, falls sie uns finden?
Wir können es versuchen.
Ich kämpfe bis in den Tod, wenn ich es muss.
Sie werden nicht Hand an dich legen.
Hey!
* Rabe krächzt. *
Warte!
(Off) Fanny hatte den Rest der Nacht und den Morgen
von Schande überwältigt verbracht.
Weder Arthur noch John sahen ihr in die Augen.
Ihre Stimmung hob sich ein wenig, als Arthur sich befreit hatte.
Thomas Ashbury!
Wirf dein Schwert weg, komm heraus und knie dich auf den Boden!
Niemals! Du wirst tun, wie ich dich heiße!
Oder ich schlitze diese Hure auf wie ein Schwein im Herbst!
Du wirst sie vor deinen Augen verbluten sehen!
Gott ist mein Zeuge, das wirst du!
Behalte dein Schwert, Thomas!
Also gut!
Tut ihr nichts.
Thomas!
* Finstere Klänge *
Junge!
(Off) Jetzt hatte der Dreckskerl uns.
* Unheilvolle Klänge, erschrockener Laut *
Rebecca!
Es ist nur eine Fleischwunde, nur eine Fleischwunde,
du wirst nicht sterben.
Du musst nur ganz still liegen.
Nein, John! Nein.
Hure! * Schlaggeräusch *
Mit dir befasse ich mich später!
Versuch es, wenn du dich traust!
Fessel sie, mein Junge.
Haltet ihre Hand. Ihre Hand.
* Rebecca stöhnt vor Schmerzen. *
* Trauervolle Musik *
Genug, der Konstabler wartet.
Ihr dürft sie nicht bewegen, sie wird verbluten!
Das hätte sie bedenken sollen, bevor sie sich dem Satan verschrieb!
John.
Ihr seid ein guter Mann!
Bitte zeigt ein wenig Gnade.
Oh, eine Hure verteidigt die andere.
Du hast deine wahre Natur gezeigt,
als hätte ich sie nicht schon vorher gekannt. - Das ist nicht wahr.
Ich tat, was die von mir verlangten! Ich hatte schreckliche Angst!
Also gut.
Lass sie nicht aus den Augen, verstanden?
Ich komme mit dem Wundarzt zurück und
einem Strick, um sie zu hängen, wenn er mit ihr fertig ist.
Steh auf.
Geh schon.
Hilf mir, sie aufzusetzen. Arthur, komm und hilf mir!
Geh schon.
* Hoffnungslose Musik *
Sie ist nur ein Mädchen, wisst Ihr?
Nur ein armes, dummes Mädchen aus einer armen Familie,
sie wusst es nicht besser.
Wenn Ihr Euch an mir rächen wollt, ist das nur gerecht.
Aber Rebecca hat keiner Fliege je etwas getan.
Und Ihr hab ja auch Fehler gemacht in Eurem Leben.
Dinge getan, die den Herrn erzürnt haben!
Was wäre diese Welt ohne eine zweite Chance, hm?
Ihr wollt, dass sie sie hängen, ist es nicht so?
Das wollt Ihr, oder?
Denn das werden sie machen, und zwar ohne jeden Skrupel.
Nicht, weil es Recht ist, nicht weil das Gesetz es verlangt, nein.
Wisst Ihr warum?
Sie werden es zum Spaß tun.
Weil es sie erfreut, eine junge Frau baumeln und leiden zu sehen.
Und wie sie sich vollscheißt, bevor sie stirbt.
Ein wundervolles Spektakel.
Wisst Ihr, dieser Sheriff ist der Lügner - nicht wir, nicht Rebecca!
Er ist kein Sheriff, darauf setz ich mein Leben.
Er ließ alle in der Schenke töten, wisst Ihr das?
Oh, ja. Männer wie Frauen.
Hat sie zuerst missbraucht.
Genau wie in Drogheda.
Oh, ja.
Er muss sich vor niemandem verantworten, er nicht.
Weder vor dem Staatsrat noch vor einer höheren Macht.
Wollt Ihr den Teufel?
Er ist es!
Wartet nur ab!
* Bedrohliche Klänge *
Gott!
Ich habe es Euch gesagt, Sir.
Ihr Leben ist in großer Gefahr!
Lasst mich aufsteigen, wir müssen zurück!
* Bedrohliche Klänge *
* Klopfen *
* Diabolische Klänge *
* Gefahrenvolle Klänge *
* Aufgewühlte Musik *
Du lieber Gott!
Hoh!
* Musik wird ruhiger. *
Bindet mich los.
Oh, Gott.
Na los!
* Diabolische Klänge *
Oh, nein.
Du bleibst auf dem Pferd. Arthur!
Arthur, mein Junge!
Oh, Gott, nein.
Mein Junge!
Oh, Gott, bitte nicht.
Arthur, mein Junge, mein Junge.
Arthur. Oh Gott, nein!
Bindet mich los, Captain! Oh nein!
* Musik steigert sich. *
Bindet mich los, um der Liebe Christi!
* Knall *
* Poltern *
(Sheriff) Oh, hallo!
* Erhabene, düstere Musik *
* Schuss *
* Unheilvolle Musik *
John! John, wir sind hier drin!
* Fanny schreit. *
Fanny?
* Schreie aus dem Inneren des Hauses *
* Schuss, gefahrenvolle Klänge *
Nein! Nein!
Nein!
Nein! Nein!
* John stöhnt. *
* Musik verstummt. *
* John atmet durch. *
* Sakrale, trauervolle Musik *
* Deputy stöhnt. *
(Sheriff) Hey, Captain John!
Ich dachte, du möchtest vielleicht wissen,
dass dein Junge beim Sterben
geheult hat wie ein Weib.
Geweint hat er vor Schmerzen.
Er dachte, es würde niemals enden.
Aber natürlich hat es geendet, wie alles irgendwann endet!
Dein Weib ist die Nächste, ich denke, das weißt du!
Das Beherbergen von Ketzern ist ein äußerst schweres Vergehen,
und dafür muss sie bestraft werden!
Aber für sie wird es nicht so schnell vorbei sein. Oh, nein!
Denn wenn ich mit ihr fertig bin, dann werde ich sie verkaufen!
Hast du gehört?
Jeder Seemann, Landstreicher und Leprakranke in Bristol
wird an dieser Landfotze rumschnüffeln dürfen.
* Deputy lacht dreckig. *
Binnen eines Jahres stirbt sie an den Pocken,
so läuft das gewöhnlich.
(Deputy) Wir sollten ihn aufscheuchen! - Nein.
Das ist es nicht wert.
Du siehst doch, er blutet aus wie ein Schwein.
Wir lassen einfach der Natur ihren Lauf, nicht wahr?
* Glockenschlag *
* Bedrückende Musik *
(Deputy) Fick mich, hier ist es! Gefunden!
* Sakrale Musik *
(Deputy) Weidet Eure Augen daran.
Wenn das nicht ein Zehennagel von Christus selbst ist!
Das Ding hier bringt uns sieben Jahre Glück, gar keine Frage!
(Sheriff) Hat ihm nicht viel genützt, oder?
(Deputy) Nun, ich ... Seine sieben Jahre waren wohl um.
(Sheriff) Solange du glücklich bist ...
(Deputy) Oh, ja! Und verdammt fröhlich bin ich auch, ja!
(Sheriff) Gut, gut.
Jetzt mach schon.
Werfen wir sie ins Feuer!
* Musik steigert sich. *
(Off) Fanny erzählte mir in der Nacht vom Tod meines Thomas.
Die Trauer, die ich empfand, war überwältigend,
und sie bleibt als ein stumpfer Schmerz in meinem Herzen.
Als ich wieder zu mir kam,
waren wir in den Klauen der finstersten aller Kreaturen.
Fannys Gesicht verriet mir alles, was ich wissen musste.
Sie sollte nie darüber sprechen,
was vor ihren Augen mit ihrem Jungen geschehen war.
S... Sir,
sagt mir,
was wird aus uns werden?
(Sheriff) Ihr werdet in den Tower geworfen, bis Ihr abschwört oder
verdient Euch die Freiheit.
* Schmatzen *
Ich habe mir meine Freiheit öfter verdient, als ich zählen könnte.
Ich würde diese Einstellung ablegen, Ma'am.
Ist das so?
Sie ist vielleicht nicht gut für die Gesundheit,
wisst Ihr das nicht? Oh, das weiß ich nur zu gut, Sir.
Ich war 17, als der Krieg begann.
Hier zogen öfter Soldaten durch, als ich mich erinnern kann.
Vor und zurück, vor und zurück.
Jeder "Sieger" beanspruchte seine Beute.
* Klappern von Besteck *
Mein John wusste das.
Auch wenn wir nie darüber sprachen.
* Fanny lacht. * Ihr könnt mir also nichts antun,
was ich nicht schon erlitten hätte.
(Sheriff) Gut!
Dann müssen wir keine Zeit mit Nettigkeiten vertun.
* Schmatzen *
* Deputy stöhnt lustvoll. *
* Stöhnen des Deputys *
* Stöhnen des Deputys und Rebbecas *
* Schwere, frustrierte Musik *
* Rascheln *
* Stöhnen *
* Schläge *
* John röchelt. *
(Sheriff) Bist wirklich ein hartnäckiger Scheißkerl.
Kommst du endlich!
* Stöhnen *
(Deputy) Ich habe mir auf die Hose gepinkelt!
(Sheriff) Sieh, was ich hier habe.
(Deputy) Und was machen wir mit dem?
(Sheriff) Hängen, strecken, vierteilen vielleicht.
Dieser hinterhältige Hurensohn verdient nichts weniger.
* Röcheln *
(Sheriff) Wenn ich es recht bedenke,
Du bindest ihm die Hände und legst seinen Kopf auf den Block.
* Röcheln *
(Sheriff) Jetzt mach schon!
* Kämpferische Musik *
(Sheriff) Und hol eine Axt.
* Fanny schreit. *
* Dumpfes Stoßen, Schreien *
* Fanny hyperventiliert. *
* Fanny schreit, Sheriff röchelt. *
* Sheriff stöhnt. *
* Schrei *
* Fanny hustet. *
* Sheriff jammert. *
Sch. Sch-sch.
Ja.
Ja, ja, ja.
So. * Röcheln *
* Vogelzwitschern *
(Off) Mit Arthurs Tod und
ihre Augen auf das Licht dieses Neuen Jerusalems gerichtet,
gab es für Fanny nichts mehr auf der Blackhill Farm.
* Ratschen *
Fanny.
* Zarte Klänge *
Fanny.
(Off) Während Johns klägliche Rufe
wie eine ferne Erinnerung nachklangen,
erblickte sie schließlich die Quelle all unserer Kümmernisse.
Es war nicht das, wofür wir es gehalten hatten,
nur wertloser Plunder in einem hübschen Kästchen.
* Lyrische Musik *
(Off) Sie wusste nicht, wohin wir gehen würden,
noch welche Gefahren die Straße säumten -
nur, dass ihr inneres Licht sie führen würde.
Und so entstand die Fanny Lye der Legende.
Wir sollten in jeden Winkel
dieser wetterwendischen, launischen Insel reisen,
jedes Wort über die Natur der Welt und die Natur Gottes hören,
bevor wir uns der Gesellschaft der Freunde anschlossen,
allgemein bekannt als die Quäker.
Fanny begann, zu predigen und senkte ihre Wahrheit in viele Herzen,
sogar noch großartiger, als Thomas es vorausgesehen hatte.
Über das Recht eines Eheweibes, Eigentum zu besitzen,
gleiche Ehegelöbnisse zu sprechen und
frei von der Peitsche ihres Gemahls zu sein.
Fannys Stimme ertönte klar und wahrhaftig.
* Friedvolle, hoffnungsvolle Musik *
DIE BEFREIUNG DER FANNY LYE
(Off) Als 1660 wieder ein König den Thron bestieg,
wurde Fanny gefangen gesetzt und
in die Kolonien nach Amerika gebracht.
Ich folgte ihr und endete hier in Rhode Island.
Wir sind uns nicht wieder begegnet.
Manchmal höre ich jedoch Geschichten
über dieses grimmige und aufrichtige Weib,
bei deren Wiedergeburt ich vor all den vielen Jahren Zeugin war -
in einem England, das jetzt ein Traum ist.
* Vogelzwitschern *
Für Joe
* Abspannmusik *
DIE BEFREIUNG DER FANNY LYE
Deutsche Synchronfassung: logoSynchron GmbH
Dialogbuch und -regie: Klaus Terhoeven
Synchroncutterin Atelier: Claudia Herrendorf
Synchroncutter Schnitt: Leon Sieland
Mischtonstudio: Torus Filmtonpostproduktion
Mischtonmeister: Malte Zurbonsen
Studio Sprachaufnahmen: S+T Synchronatelier
Tonmeister Sprachaufnahmen: Philipp Prehn
Aufnahme- & Produktionsleitung Bernd Lutzer
Es spielten und sprachen:
Fanny Lye: Maxine Peak (Kordula Leiße)
John Lye: Charles Dance (Thomas Balou Martin)
Thomas Ashbury: Freddie Fox (Arne Obermeyer)
Rebecca Henshaw: Tanya Reynolds (Milena Karas)
Arthur Lye: Zak Adams (Niklas Hilt)
The High Sheriff: Peter McDonald (Robert Steudtner)
The Sheriff's Deputy: Perry Fitzpatrick (Vittorio Alfieri)
The Constable: Ken Collard (Tom Jacobs)
Untertitel: OMNIMAGO GmbH 2020
Can't find what you're looking for?
Get subtitles in any language from opensubtitles.com, and translate them here.