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(In Gedanken:) Alle glücklichenFamilien gleichen einander.
Doch jede unglückliche Familieist auf ihre Weise unglücklich.
Kinder, benehmt euch!Nicht im Haus herumrennen!
Grischa, komm herunter!Zieh dich hier unten aus!
Nicht die Treppe hinaufrennen!- Wir wollen die Puppen holen.
Stiwa, Liebling!Wir sind zu Hause.
Ich ziehe zuerst!
Nicht streiten, bitte!
Katia!
Madame!
Er muss sofort ins Bett.Er hat Fieber!
Ich bin gleich zurück.
Du musst schneller schieben!
*Eine Frau lacht vergnügt.*
Teuerste!
Komm her!
Was ist geschehen?
Was ist da drin?
Kinder, raus hier!
Was ist da, Mutter?Darf ich es auch sehen?
Raus hier! Geht fort!
(In Gedanken:)Das Gleiche gilt für Frauen.
Alle glücklichensind einander ähnlich.
Alle unglücklichen Frauen jedochsind unglücklich auf ihre Weise.
Kitty!
Mutter, was ist denn?
Dolly ...
Ich habe gehört,dass Stiwa Dolly ...
Ich habe es geahnt!
Stiwa war unvorsichtig.
Ich bin jedoch sicher, dasssie bald vergessen sein wird.
In seinem Brief schreibt er,dass Dolly ihn verlassen will.
Das wird sie nicht tun.Frauen machen so etwas nie.
Nein, gewiss nicht!
Aber sie müssen wieder zueinanderfinden und miteinander sprechen.
Bist du nicht derselben Meinung?
In welcher Sache?
Warum kommst du nicht mit, Alexej?
Wir haben so lange keineZeit füreinander gehabt.
Anna. Ich soll meineArbeit unterbrechen
wegen der Kapriolen deines Bruders?
Verzeih mir!
Reise zu ihnen! Tu, wasdu für richtig hältst!
Ich habe gewusst,dass du es verstehst.
Herr!Ah!
Ich habe die Liste vervollständigt.
Mama!
Serjoscha!
Annuschka sagt,du willst verreisen.
Ja.
Ich werde aber bald wiederzurück sein, mein Engel!
Schon sehr bald, versprochen!
(In Gedanken:) Was ist dasGeheimnis einer glücklichen Familie?
Damals war ich naiv genugzu glauben, ich wüsste es.
Und ich war überzeugt,um mein Glück zu machen,
müsste ich die Frau heiraten,die ich immer geliebt habe.
Prinzessin KatherinaSchtscherbazkaja.
Meine geliebte Kitty,
deren strahlende Schönheit allesund alle um sie herum erhellte.
Und doch, was hätte siean mir finden können?
Langweilig, schüchtern, ungelenk.
Nein, ich war ihrer nicht wert.
Kostja!
Ich wusste nicht, dassSie in der Stadt sind.
Sind Sie bereits länger hier?
Nein, noch nicht.Erst seit gestern.
Seit heute.Ich bin eben angekommen.
Ich würde Sie gerne besuchen.
Mein Vater wird sichfreuen, Sie zu sehen!
Sie haben sich sehr verbessert.
Danke schön!
Auf den Schlittschuhen, meine ich.
Ja. Wenn Sie durch IhreAbreise vor einem Jahr
den Unterricht nicht beendethätten, wäre ich noch besser.
Verzeihen Sie!
Wir könnten da weitermachen,wo wir aufgehört haben.
Wie lange werden Sie hier sein?- Ich weiß es nicht.
Wie, Sie wissen es nicht?
Nun, es ist so.Ich weiß es nicht.
Es hängt von Ihnen ab.
Kitty!Mutter.
Verzeihen Sie! Ich muss gehen.
Wir sehen uns morgenAbend auf dem Ball.
Ja!
(In Gedanken:) In dem Moment,als sie sich zu mir umdrehte,
traf ich eine Entscheidung.
Am folgenden Abend wollteich ihr einen Antrag machen.
Ich ahnte nicht,
dass schon ein andererin ihrem Herzen war.
Ein Mann, dessen bloße Gegenwartallen Frauen den Kopf verdrehte,
nicht nur Kittys.
Beeilung, der Zug fährt ein.
Sehr wohl, Madame!
Gräfin!
Die dürfte wohl Ihnen gehören.
Sind Sie doch umsichtiger!Was, wenn sie verloren geht?
Verzeihen Sie, Madame!
Danke, Graf Wronskij!Verreisen Sie ebenfalls?
Nein, ich warte.
Wer ist denn die Glückliche?
Meine Mutter. Bon voyage!
Danke schön!
Alexej!
Mutter!
Hatten Sie eine gute Reise?
Ich hatte sehr angenehmeGesellschaft. Anna Arkadjewna.
Karenins Frau.Kennst du ihn zufällig.
Ja.
Da ist sie ja. Wie ich sehe,haben Sie Ihren Bruder gefunden.
Und Sie Ihren Sohn.
Ihren Bruder kenne ich.Wir sind uns noch nicht begegnet.
Aber ich kenne Sie schon.Während der Reise haben wir
nur über Söhne geredet. Ich übermeinen und die Gräfin über ihren.
Das muss sehr langweiligfür Sie gewesen sein.
*Ein Mann schreit.*
Was war das?Was ist passiert?
Er ist heruntergestiegen,um meine Tasche aufzuheben.
Jetzt hilf ihm doch jemand!Ist ein Arzt anwesend?
Und die Tasche?
(In Gedanken:)Ein schlechtes Omen.
Wir wollen nicht übertreiben.
Ich habe einen Fehler gemacht.Ich setze alle Hoffnungen auf dich.
Ich bin überzeugt, dass du mirin meinem Unglück helfen kannst.
Kennst du Graf Wronskij lange?- Ja, schon eine Weile.
Er ist der Schwarmaller Frauen in Moskau.
Aber er ist jetzt so oftbei den Schtscherbazkis,
dass wir bald einen Antragan Kitty erwarten.
Aha! Tatsächlich?- Sie ist ein bezauberndes Wesen.
Nun, erzähl mir von Dolly!
Dolly hat seit Tagen keinWort mit mir gesprochen.
Aber du wirst es schon richten.
Versuche nicht,mich zu trösten
oder mir von christlicherVergebung zu erzählen!
Ich werde Stiwanicht verteidigen.
Ich bin besorgt um euch beide.- Es ist vorbei.
Zwischen deinem Bruderund mir ist es vorbei.
Glaubst du etwa, er schäme sich?
Er ist glücklich und zufrieden.
Nein, teure Dolly!Du irrst dich. Er ...
Gestern ist er ausgegangen undhat für alle großzügig bezahlt.
Wie immer! Und schau dir an,wie es hier aussieht, Anna!
Du hast recht. Stiwa ist etwaswechselhaft und oberflächlich.
Männer wie er werden untreu.
Das ist beschämend.Verachtungswürdig.
Doch es hat keineBedeutung für sie.
Für diese Männer sindihre Frauen wie Heilige.
Die andere, solcher Art Frauen,werden von ihnen nur verachtet.
Ich kann das nicht verstehen,aber so ist es.
Ich habe sie hier entdeckt, Anna!
In unserem Schlafzimmer.
In unserem Bett! - Anna!
Anna!
Anna! Anna!
Ich erkenne euch kaum wieder.- Ich bin's, Tania!
Wie sehr ihr euch verändert habt!
Ihr seid so gewachsen!
Haben Sie Geschenke für uns?Ja! Bekommen wir Geschenke?
Nur für gehorsame Kinder, die michmit ihrer Mutter sprechen lassen!
Kommt!
Oh bitte!- Aber später!
Denk an sie!
Ich denke immer nur an sie.
Wenn du ihn noch liebst,nur ein wenig,
gerade genug, um ihm zu vergeben,
dann vergib ihm!
Würdest du ihm vergeben, Anna?
Madame!
Trag die Pakete ins Haus!
Tania! - Kitty!
Kitty!
Helfen Sie mir!Wir zeigen es den Jungs.
Wie haben Sie das nur geschafft?
Ich habe meine Schwester und Stiwaunten gesehen. Sie haben geredet.
Ich hätte nie geglaubt, dasseine Versöhnung möglich wäre.
Sie sind noch jung.
Eines Tages werden Sie verstehen,dass die Liebe allmächtig ist.
Sie sind hinreißend!Wissen Sie das auch?
Aber nicht so wie Sie!
Vielleicht vor ein paar Jahren.Jetzt ist Ihre Zeit gekommen.
Ach, du bist ja schon da, Kitty!Sei so gut und störe Anna nicht!
Sie stört mich nicht.
Wir haben uns überdie Liebe unterhalten.
Wolltest du michnicht etwas fragen?
Es geht um einen Rat. Wartet!
Ich bin gleich zurück.- Ja, Madame.
Tante Kitty, ich möchtedas auch sehen!
Welches soll ich nehmen?
Der Ball beginnt bald und ichkann mich nicht entscheiden.
Alle sind bezaubernd schön.Du könntest jedes tragen.
Nehmen Sie das! Zu Ihrem Teintpasst diese Farbe hervorragend.
Graf Wronskij wirdverzaubert sein!
Stiwa hat mir alles erzählt.
Mutter sagt, dass er heute ...
Das wird der schönste BallIhres Lebens werden.
Sie kommen auch, nicht wahr?
Lieber nicht. Ich binohne meinen Mann hier
und ich möchte meinemSohn schreiben.
Serjoscha, wie geht es ihm?Verzeih, ich habe nicht gefragt.
Es geht ihm gut.
Ich habe Fotos dabei.Soll ich sie zeigen?
Ja, ich würde sie gerne sehen!
Ich habe sie unten gelassen beiden Geschenken. Ich gehe schnell.
Wenn Sie bitte hierwarten möchten!
Ich sage der Herrin Bescheid.
Darf ich Ihnenden Mantel abnehmen?
Mach schon!
Schön Sie wiederzusehen,Graf Wronskij!
Möchten Sie zu Kitty?
Nein.
*Kinderstimmen tönendurchs Treppenhaus.*
Entschuldigen Sie mich!
Anna, Sie werden nie erraten,was passiert ist. Er war hier!
Wer?
Wronskij!- Oh, tatsächlich?
Er hat Kitty im Haus unsererEltern nicht angetroffen.
Sie haben ihn hergeschickt
und da Anna hier ist,wollte er nicht stören.
Ja, bestimmt hast du recht.
Und die Fotos?Pardon?
Du wolltest uns Fotosvon deinem Sohn zeigen.
Die habe ich ganz vergessen.
Meine Liebe, du musst müde sein!
Ruh dich aus!
Komm, Kitty!Bist du sehr aufgeregt?
Kommen Sie bitte auch!
Ich sollte es besser nicht.
Bitte! Meine Schwester kann nicht.Es wäre schön, wenn Sie da wären!
Ich weiß nicht ...Wie sehe ich aus?
Ich erinnere mich an den Abend, alsdein Vater um meine Hand anhielt.
Ich war noch ein Kind, so wie du.
*Jemand klopft an.*Ja!
Verzeihen Sie! Unten wartetBesuch auf die Prinzessin.
Graf Wronskij?
Ich bin nicht sicher, Euer Hoheit.Er hat sich nicht vorgestellt.
Vielleicht wollteer dich überraschen.
Die Männer machen ihren Antragbeim Großen Wiener Walzer.
Bestimmt konnte er esnicht erwarten. Geh!
Guten Abend!
Alexej?
Kostja!
Ich komme anscheinendetwas zu früh.
Aber eben das habeich erreichen wollen.
Sie alleine anzutreffen.
Bitte!
Mama wird bald hier sein.Als sie hörte, dass jemand ...
Ich sagte Ihnen, ich weiß nicht,wie lange ich hier sein werde,
dass es von Ihnen abhängig ist.
Katherina,
ich bitte Sie,meine Frau zu werden.
Das ist nicht möglich.
Vergeben Sie mir!
Ja, ich verstehe.
Ich verstehe voll und ganz.
Kitty!
Oh, Konstantin ... Ich werde Siehoffentlich nicht gestört haben!
Nein, gar nicht.
Verzeih, dass ich unterbreche!
Alexej ist hier.Er wartet draußen.
Ich werde ihn bittenhereinzukommen.
Kitty!
Alexej!
Konstantin Lewin.Graf Alexej Wronskij.
Wir waren letzten Winterzum Diner verabredet,
als Sie überraschendaufs Land abgereist sind.
Konstantin verachtetdie Stadt und uns Städter.
Ich bin gern auf dem Land.
Es ist wunderschön,aber man ist sehr allein.
Langweilen Sie sich nicht?
Ich langweile mich nie,wenn ich alleine bin.
Sie hatten mir die erste Quadrilleversprochen, wenn ich nicht irre.
Sie irren sich durchaus nicht!
*Ein Wiener Walzer erklingt.*
Ein origineller Zeitgenosse,Ihr Bekannter!
Er ist nur schüchtern.
Ich hätte schwören können,dass er mich töten will.
Nein, er ist so gütig!
(In Gedanken:)Was war ich nur für ein Tölpel!
Im Innersten hatteich es immer gewusst:
Kitty war zu gut für mich.
Zu vollkommen.
Unerreichbar.
Ich würde mein Glückniemals finden.
*Die Musik klingt aus.*
Eine Quadrille ist immeramüsant, finden Sie nicht?
Ich bevorzuge denGroßen Wiener Walzer.
Natürlich!
Ah, General Serpuliowsky!
Ich sollte ihm bessermeine Aufwartung machen.
Wenn Sie mich entschuldigen?
Ja.
Prinzessin Schtscherbazkaja,
würden Sie den Großen WienerWalzer mit mir tanzen?
Ich bedaure!Ich bin schon vergeben.
Was ist mit mir, Prinzessin?- Warenka!
Würden Sie mir eineUmarmung gewähren?
Ich hatte keine Ahnung,dass Sie hier sind!
Das verstehe ich sehr gut.Sie hatten nur Augen für ihn.
Und, wie steht es?Hat er sich bereits erklärt?
Er wartet auf denGroßen Wiener Walzer.
Aber ja doch!So verlangen es die Regeln.
Anna!
Seien Sie nachsichtig!
Unsere Bälle halten wohlkaum den Vergleich stand
zu den Festen am Zarenhofin Sankt Petersburg.
In der Tat. Dennoch ist es langeher, dass ich auf einem Ball war.
Warum auch?
Eine Frau wie Sie braucht keinenBall, um beachtet zu werden.
War Ihr Besuch ein Erfolg?
Mein Bruder und seine Frauhaben sich wieder versöhnt.
Gut. Dann verlassenSie uns zufrieden?
Zufrieden? Ja.
Tanzen Sie bitte mit mir!
Wenn ich nicht wüsste, dasser um Ihre Hand anhalten wird,
hätte ich den Eindruck,dass er ihr den Hof macht.
Wie meinen Sie das?Anna ist nur eine Freundin.
Seit wann sind Siewieder in Moskau?
Seit gestern. Doch ichbleibe nur drei Tage.
Es gibt viel zu tun.
Erweisen Sie mir die Ehre,den Walzer mit mir zu tanzen?
Ich bin schon vergeben.Verzeihen Sie!
Ich hasse den Großen Wiener Walzerund ich wäre erfreut,
wenn Sie mich nichtauch auffordern würden!
Wie früh am Abend hatWronskij Sie gebucht,
um Sie diesen Scharen vonVerehrern zu entziehen?
Er hat mich noch nicht gefragt.Aber er wird mit mir tanzen.
Sie sollten näher rücken.Der Große Wiener Walzer
ist der nächste Tanz. Gehen Sie!
Ja.
Ich verstehe.
Dennoch will ich Ihnenfür Ihr Kommen danken.
Das dürfen Sie nicht.
Ich bin mitnichtenIhretwegen hier.
Sicher! Aber eine Hoffnung bleibt.
*Die ersten Takte des GroßenWiener Walzers erklingen.*
Eine Frage noch.
Erinnern Sie sich anden Namen des Mannes,
mit dem Sie zuletzt getanzt haben?
*Noch immer erklingt der Walzer.*
Ich muss gehen.
Bitte bleiben Sie!
Ich kann nicht.
Wann werde ich Sie wiedersehen?- Gar nicht.
Ich reise schon morgennach Sankt Petersburg.
Ich bitte um Verzeihung, Madame!
Lass es liegen!Richte die anderen Sachen!
Darf ich dir helfen?- Ich mache das schon.
Du wirkst sonderbar heute.
So verändert.
Ich bin sehr töricht gewesen?
Töricht? Du?
Du hast meine Ehe gerettet.
Was sonst gewesen wäre,weiß nur der Himmel.
Wronskij hätte nicht mit mirgetanzt, sondern mit Kitty.
Enttäuschungen machen uns reifer.
Es ist mir nicht unrecht, dass eszwischen den beiden zu Ende ist.
Wenn nur ein Tanz ausgereicht hat,dass er sich in dich verliebt.
Es wird Zeit für mich.Bitte, rede mit Kitty!
Ich habe sie mirzur Feindin gemacht.
Zur Feindin? Das istabsolut ausgeschlossen.
*Nebenan wird an die Tür geklopft.*
(Frauenstimme)Kitty, öffne die Tür!
*Es klopft wieder.*
Kitty!
*Sie klopft an die Tür.*
(In Gedanken:)
Nachdem Kitty michzurückgewiesen hatte,
beschloss ich, nicht mehrauf eine Heirat zu hoffen
und eine solche Leidenschaftnicht mehr zuzulassen.
Ich hoffte, die Arbeit aufdem Land würde mich heilen.
Wie das Ziehen eines Zahnes.
Sie sind rasch zurückgekehrt.
Dort konnte mich nichts halten.
Wie geht es Ihrem Bruder?Haben Sie ihn aufgesucht?
Mach das Feuer aus!
Tu es!
Überall in diesem Flügel.
Wir heizen nur die Räume,die wir bewohnen.
Sie haben immer gesagt,
dass es Ihnen das AndenkenIhrer lieben Eltern lebendig hält.
Das ist Unsinn! Sie sind tot.
Und ich werde niemals eineFamilie wie die ihre haben.
Die Hitze ist nichtmehr auszuhalten!
Sag dem Schaffner,er soll das Fenster öffnen!
Das habe ich bereits, Madame.
Er sagt,das Fenster ist zugefroren.
So Gott will, bin ichmorgen zu Hause!
Hast du ihn auch gesehen?
Wen?
Ich meine Graf ...
Niemanden.
Ich brauche frische Luft.Ich ersticke hier drinnen.
Sie werden sich erkälten!
Kann ich Ihnen zu Diensten sein?
Was tun Sie hier?
Ich reise mit Ihnen.
Nein, das müssen Sie vergessen!- Ich bitte Sie um nichts.
Ich muss dort sein, wo Sie sind.
Sie sind wahnsinnig!- Schon möglich.
Aber wenn Sie michbrauchen, bin ich da.
Bitte lassen Sie unsdas alles vergessen!
Können Sie das?
Nichts, was mit Ihnen zu tun hat,
werde ich jemals vergessen.
*Der Zug setzt sichlärmend in Bewegung.*
Madame, wir sind da!
Alexej!
Mein lieber Gatte!
Ich bin so froh, dich zu sehen!
Du warst nur zwei Tage fort.
Verzeih bitte! Du hastmir nur so gefehlt.
Bring mich nach Hause!
Hatten Sie eine gute Nacht?
Ja, durchaus angenehm.
Graf Wronskij,
Seine Exzellenz Karenin,mein Gatte.
Die Hinreise mit der Mutter,zurück mit dem Sohn. - Ja.
Ich habe Neuigkeiten.
Es gibt Gerüchte, dass der Zar michzum Hochkommissar ernennen wird.
Eine wunderbare Nachricht!
Ich hoffe auf die Ehre,Sie besuchen zu dürfen.
Wir empfangen immer montags.
Ich darf mir nicht den kleinstenFehler erlauben, bis es soweit ist.
Wie geht es Serjoscha?
Ich enttäusche dich ungern,aber du hast ihm nicht gefehlt,
anders als deinem Gatten.
Hab ich dir je gesagt, dass duder beste Junge der Welt bist?
Ja.- Ja?
Warst du traurig ohne mich?- Ein kleines bisschen.
Ein kleines bisschen?
*Anna und Serjoschalachen ausgelassen.*
Erzähle! Wie geht esdeinem Bruder und seiner Frau?
Warte in deinem Zimmer auf mich!Wir machen deine Geschenke auf.
Er bat Dolly um Verzeihung.Sie entschied, es zu vergessen.
Es war äußerst bewegend.
Sie hätte ihm sowieso verziehen.Deine Reise war nicht nötig.
Sie war durchaus nötig.Sie wollte sich von ihm trennen.
Jetzt lieben sie sichmehr als je zuvor.
Anna, Liebe ist etwas,mit dem man Kinder verzärtelt,
aber eine Familie zu erhalten,erfordert mehr.
*Eine Uhr schlägt.*
Es ist Zeit zum Essen.
Bevor ich es vergesse:
Gräfin Iwanownaleistet uns Gesellschaft.
Ich hatte gehofft,wir wären alleine.
Sie braucht mich füreine ihrer guten Taten.
Ich konnte ihr die Einladungnicht vorenthalten.
Wir waren beeindrucktvon Ihrem Engagement!
So viel Zeit und Mühe.Außerordentlich, findest du nicht?
Aber die Anstaltensind unbelehrbar.
Erinnern Sie sichan meinen Vorschlag
zur Unterstützung der Waisen?
Wie könnte ich so einengroßartigen Vorschlag vergessen?
Meine Rede. Aber das Komiteehat ihn vollkommen vergessen.
Ich beginne, es müde zu werden,mich für das Gute einzusetzen.
Keine Sorge, ich sprechemit dem Minister.
Sie werden sehen, alles wird gut!
Alexej, Sie sind ein Heiliger!
Sie müssen stolz sein,
seine Gattin zu sein!Nur dank Männern wie ihm
ist unser Russisches Reichso stark und mächtig.
Mama!
Liest du mir bitteeine Geschichte vor.
Ja, mein Schatz.
Entschuldigen Sie mich!
Sie sind zu nachsichtig!Sie schlagen ihm nichts ab.
Sie haben recht, Gräfin.
Sicher wären Sie einevorbildlichere Mutter.
Gute Nacht!Guten Nacht!
Sollen wir?
Ich verliere den Verstand,wenn ich nicht gehe.
Aber warum in aller Weltnur in ein Lazarett?
Dort bin ich wenigstensMenschen nützlich.
Hier gibt es aber auchviele Krankenhäuser,
wenn du unbedingtwohltätig sein willst.
Warum Deutschland?
Weil mich dort niemand kennt.
Ach!
Ach, ich habe alles versucht.Ich habe ihr gut zugeredet,
sie mit Argumenten überzeugenwollen, alles ohne Erfolg.
Werden Sie mir sagen,was passiert ist?
Deine Schwester will mit Warenkanach Deutschland reisen
um als Freiwillige ineinem Lazarett zu arbeiten.
Du und deine Tanzabende!Das ist das Ergebnis.
Wie hätte ich das ahnen sollen?
Was erwartest du, wenn dudiese Bürschchen zu uns bittest?
Diese Windhunde inunser Haus einlädst?
Dieser Geck spielt für die Kareninaunter meinem Dach den Romeo!
Vater, beruhige dich!- Meine Kitty so zugrunde zu richten!
*Die Mutter schluchzt.*
Komm, auch dir istschwer zumute, ich weiß.
Was sollen wir nur tun?
Ich rede mit Kitty.
Ja, geh zu ihr!
Dein Leid bestürzt mich.- Ich brauche kein Mitleid.
Ich bin viel zu stolz,einen Menschen zu lieben,
der meine Gefühle nicht erwidert.
Wie steht es mit Lewin?
Er hat dich gebeten,seine Frau zu werden.
Warum quälst du mich? Willst du,dass ich so leide wie du?
Ich würde nie bei einem Mannbleiben, der mich betrügt ...
Dich zu kränken warnicht meine Absicht.
Dolly, warte!
Bitte, vergib mir!
Ich habe es nicht so gemeint.Das war sehr dumm von mir.
Du bist jung.
Nur sehr jung.
Welch ein Glück für dich!
Das stimmt nicht. Ich binso abscheulich geworden.
Widerwärtig!
Überzeuge Vater,mich gehen zu lassen!
Ich flehe dich an!
Hier ist mir,
als müsste ich ersticken.
Alexej, ich habe diese Frauschon einmal gesehen.
Wissen Sie, wer sie ist?Wer?
Die Dame in Rot.
Wie lange werden Sie ihr folgen?
Bis ich lächerlich erscheine.- Nicht in diesem Fall.
Als unglücklicher Verehrereiner ungebundenen Frau schon.
Ein Mann, der sein Leben riskiert,
um einer verheiratetenFrau nachzustellen,
hat etwas Majestätisches!
Mein Leben ist für mich ein Spiel.
Sind Sie sicher?- Absolut.
Von allen meinen Liebhabernist mir keiner jemals
im tiefsten Winter von Moskaunach St. Petersburg gefolgt,
und hat seine militärischeLaufbahn riskiert.
Ich habe nur um eineVersetzung gebeten.
Sie machen mir Sorgen,mein kleiner Cousin.
Wie ich schon sagte:es ist nur ein Spiel.
Alles ist ein Spiel.Viel interessanter ist,
was Sie für den Siegeinsetzen wollen.
*Ein Walzer erklingt.*
Danke, Madame!
Bitte schön, Madame!
Seien Sie unbesorgt!
Er schaut Sie niemals an.
Graf Wronskij, wenn ichIhnen Hoffnungen gemacht habe,
vergeben Sie mir!Ich bin eine verheiratet Frau.
Anna, Sie sind ohne Schuld.
Sie haben jedes Rechtauf das Leben.
Bewundert zu werden. Begehrt.
Hier, bitte schön!
Das ist für Sie. Na los!
Um Himmels willen!Habe ich Sie verbrüht?
Der Schmerz wäreeine Wohltat gewesen.
Lassen Sie! Ich mache das schon.
Gehen Sie!
Geht es?
Wollen Sie nicht hinaus,
wie die anderen?
Und wozu?
Ich weiß es nicht. FrischeLuft tut gut und die Sonne.
Lieber erinnere ich michwie es früher war.
Hoppla. Verzeihung!Vorsicht!
Da kommen Erinnerungen nicht mit.
Können Sie damit umgehen?
Finden wir es zusammen heraus!
Es wird gemeldet,
dass der Krieg zwischen Ihrem Landund Frankreich vorüber ist.
Der Krieg ist niemals vorbei.
Sie und ich liegen nicht im Krieg.
Ich bin ausschließlichwegen des Krieges hier.
Und Sie?
Um zu helfen.
Eine vornehme Dameverlässt ihren Palast,
um für einen Krüppel zu sorgen?
Sagen Sie es mir!
Wovor laufen Sie weg?
Vor einem Unrecht? Schulden?
Der Liebe?
Verzeihen Sie mir!
Nennen Sie mir Ihren Namen?
Katherina. Aber allenennen mich Kitty.
Friedrich.
Aus welchem Grund Sie auch hiersind, ich bin froh darüber.
Zum ersten Mal verflucheich nicht mehr den Tag,
an dem ich zum Krüppel wurde.
Mama!
Warum sitzt du hier?
Ich habe gewartet,dass du aufwachst.
Musst du mich wieder verlassen?
Nein.
Mama würde dich niemals verlassen.
Verzeihen Sie, Madame!
Unten wartet Besuch.
Wenn es Lydia Iwanowna ist,bin ich unpässlich.
Nein. Die Gräfin ist schon da.
Der Besucher ist Graf Wronskij.
Ein Waisenkind braucht vorallem eine feste Bleibe.
Und genau das stellteine Anstalt bereit.
Man sollte auch an die Herzens-bedürfnisse des Kindes denken.
Wenn die Verwandten willens sind,
das Kind mit allem zu versorgen,
ersparen sie dem Staatbeträchtliche Kosten. Ah!
Da bist du.Bitte, Lydia.
Erinnerst du dichan Graf Wronskij?
Graf.
Er weiß den Montag zu nutzen.
Tee, Madame?- Danke!
Wer kennt sichbesser aus als Sie?
Kosten sind immerlangfristig zu sehen.
Ich wüsste gerne, was die Gattinseiner Exzellenz denkt.
Gräfin Iwanowna möchte Waisenin Anstalten unterbringen.
Ihr Gatte hält die überlebendenVerwandten für geeigneter.
Wie lautet Ihre Meinung?
Anna war selbst eine Waise.
Sie kann nicht unbefangen urteilen.
Im Gegenteil. Ihre Erfahrungenmachen sie zu einer Expertin.
Ihre Mutter sagte mir, auch Siehätten Ihren Vater früh verloren.
Aber meine Mutterersetzt zwei Väter.
Wäre sie auch gestorben,
hätte ich über mein Lebengerne selbst bestimmt.
Ich kann Ihnen nicht zustimmen.Nach dem Tod meiner Eltern
wurden mein Bruder und icheiner Tante anvertraut.
Sie hat uns erzogen,mit allem versorgt
und mich meinemGatten vorgestellt.
Eine bessere Wahl hätte ichselbst nicht treffen können.
(In Gedanken:)
Als ich hörte, dass WronskijKitty verschmäht hatte,
fühlte ich michendgültig gedemütigt.
Herr, wird sind fastfertig mit der Aussaat.
Jetzt können wir nur nochauf die Gnade Gottes hoffen.
Gott!
Herr, es regnetseit Wochen nicht.
Ich fühlte mich im Kampf miteiner geheimnisvollen Macht.
Einer Macht, die dieBauern Gott nannten.
Diese Macht hatte mirKitty fortgenommen.
Und ließ jetzt im Frühlingmeine Felder vertrocknen.
Ich beschloss, michdagegen aufzulehnen.
Wenn das Wasser nichtvom Himmel fällt,
nehmen wir es uns aus der Erde.
Wir bauen eine Mühle, um esaus dem Brunnen hochzupumpen.
Damit bewässern wirselbst die Felder.
So gibt es für uns keineschlechten Jahreszeiten mehr
und keine kümmerlichen Ernten.
So müsst ihr und eure Familiennicht mehr hungern.
Wir warten nicht auf Gott,
der uns mit dem versorgt,was wir benötigen. Wassili!
Ja, Herr!
Wir müssen eine Wassermühleneben dem Brunnen bauen.
Ein Programm, Madame?
Ich bin eifersüchtig.
Die haben alle nur Augen für dich.
Nicht für mich. Für die Ehefraudes zukünftigen Hochkommissars.
Danke, Madame!
Vermissen Sie jemanden?
Nein!
Hören Sie, bitte!
Graf Wronskij istmein teurer Cousin.
Ich bin um sein Wohl besorgt.
Ihre Situation istzunehmend skandalös.
Unsere Situation?
Madame, Ihr Mantel!- Danke!
Überall redet manüber Sie und darüber,
dass er Moskau verlassen hat,um Ihnen zu folgen und
dass Prinzessin Schtscherbazkajanach Deutschland geflohen ist.
Kitty?
Sie ist in einem Lazarettals Hilfsschwester.
Überzeugen Sie Alexej,dass es Wahnsinn ist!
Er muss unbedingt nach Moskau undseine Karriere weiterverfolgen.
Er darf sie nicht wegwerfen,verstehen Sie?
Hören Sie auf!Das erfinden Sie alles bloß?
Ich empfange morgenzu Hause. Kommen Sie!
Sie können sich aussprechen.In absoluter Diskretion.
Nein, das geht nicht.- Ich flehe Sie an!
Nur Sie können diesepeinliche Situation beenden.
Es sei denn, Sie sind verliebt.
Wenn das so ist, solltenSie auf keinen Fall kommen.
Verliebt? Ich muss schon sagen!
Dann werde ich Sie erwarten.
Euer Exzellenz!
Fürstin!
Entschuldigen Sie mich!
Natürlich.
*Ein Lied erklingt.*
Schön, Sie zu sehen!
Anna wird nicht kommen.Ich konnte Sie nicht überzeugen.
Vielleicht noch nicht heute.Aber sie wird kommen.
Ich warne Sie! Anna hat schonviele Verehrer enttäuscht.
Ihr Ehemann hatsie nicht verdient.
Aber sie würde ihnniemals betrügen.
Ich weiß nicht,ob ich sie verdiene.
Wenn ich Sie nicht kennen würde,
könnte ich glauben,Sie haben den Kopf verloren.
Danke schön!
Anna!
Anna!
Annuschka, Weißt du,wo deine Herrin ist?
Wir müssen uns unterhalten.
Ich warte auf nichts anderes.
Ich bin gekommen,um Ihnen zu sagen,
dass Sie aufhören sollen.
Was meinen Sie? Womit aufhören?Ich habe nur auf Sie gewartet.
Dadurch fühle ich mich schuldig.
Was wollen Sie von mir?
Bitte, reisen Sie zu Kitty,und bitten sie um Vergebung!
Das wollen Sie nicht!
Wenn Sie mich lieben,wie Sie sagen, tun Sie es!
Damit ich Ruhe finde.
Nichts liegt mir ferner als Ruhe,seit ich Ihnen begegnet bin.
Das ist etwas, das ichIhnen nicht geben kann.
Mich selbst ganzund gar. Und Liebe.
Das kann ich Ihnen schenken.
Eine Möglichkeit für uns wäreVerzweiflung oder Unglück.
Oder vielleicht Glück.
Und was für ein Glück!
Ich bitte nur darum,hoffen zu dürfen.
Und zu leiden so wie jetzt.
Aber wenn das ebenfallsunmöglich ist,
befehlen Sie mir zu verschwinden,und ich werde verschwinden.
Aber vertreiben möchteich Sie nicht.
Verändern Sie nichts!
Lassen Sie alles so, wie es ist!
Da ist Ihr Mann.
Euer Exzellenz, welch Ehre!
Ah, das bist du. Es hieß,du wärst bei der Fürstin.
Ich komme, um dich abzuholen.- Dazu besteht kein Anlass.
Oh, ich fürchte doch.
Der Minister kommt zum Souper.Und ich bitte dich um Eile.
Ich verstehe.
Wir verabschieden uns, Fürstin.
Ihre Empfänge sindimmer so farbenfroh.
Gehen wir? - Nein.
Wie war das, bitte?
Ich komme nicht mit dir.
Betsy hat mich bereitszum Souper gebeten.
Bitte, Euer Exzellenz,
nehmen Sie uns Annadoch nicht weg!
Sie haben sie jeden Tag,
wir haben sie so selten hier.
Natürlich.
Wie du willst.
Ich habe mit dir zu reden!
Vergib mir,ich bin unendlich müde!
Der Minister hat deineAbwesenheit bedauert.
Ich werde es bei der nächstenEinladung wiedergutmachen
Lass uns zu Bett gehen!
Es ist spät.
Ich muss dich warnen. - Wovor?
Dein Gespräch mit Graf Wronskijhat Aufsehen erregt.
Bist du eifersüchtig?
Meine Eifersucht wäre beleidigendfür dich und demütigend für mich.
Beleidigend?
Dann beleidige mich!
Beleidige mich! Zeig mir,dass ich dir etwas bedeute!
Ich empfinde das als demütigend.
Es ist nicht demütigend,es ist ehrlich.
Beschreib mir deine Gefühle,was du für mich empfindest.
Wir sprechen über dein Benehmen!
Nicht über meine Gefühle.Nicht einmal über deine.
Sie gehen mich überhaupt nichts an.
Ich bin gezwungen, dich an deine ...- ... Pflichten zu erinnern. Ja.
Zeit, schlafen zu gehen.
(In Gedanken:)
Welcher Mann kannvon sich behaupten,
dass er zufriedenmit seinem Leben ist?
Ich konnte es gewiss nicht.
Also zog ich meine Bauernmit in mein Ringen mit Gott
und machte mir weis,ich täte es nur für sie.
Um die Felder dann fruchtbarerund sie zufriedener zu machen.
In Wahrheit tat iches nur für mich.
Um mich nicht dieser geheimnis-vollen Macht auszuliefern.
Und um Kitty aus meinenGedanken zu verbannen.
Noch immer versuchte ich,
meinen Leidenschaftenzu entkommen.
Doch ein unerlöster Wahnholt uns immer wieder ein.
Einen Moment.
Il y a dans ton coeur.
La douceur sans pareille.
La douceur sans pareille.
Verzeihen Sie, Madame!
Ich bin alleine.
Sag ihm, es gibt keine Antwort.
Sehr wohl, Madame!
Wo waren wir stehen geblieben?
La douceur sans pareille.
La douceur sans pareille.
Et du miel que fait l'abeille.
Et du miel que fait l'abeille.
Anna!
Du hast gerufen.
Bitte bring mir die BiografiePeters des Großen! Den 2. Band.
Aber ja.
Dans le temps qui viendra.
Dans le temps qui viendra.
Et pas à pas m'entrainent.
*Eine Uhr schlägt.*
Et pas à pas m'entrainent. Mama!
Et pas à pas m'entrainent.
Vers le temps qui viendra.
Vers le temps qui viendra.
Um Gottes willen!
Vergib mir!
Meine Liebste, was hast du?
Anna, was hast du?
Fass mich nicht an!
Ich muss sofort gehen.
Ich muss gehen.
Lass mich dir helfen.
Vergib mir!
Werde ich dich wiedersehen?
Ja.
Du bist nun alles für mich.
Verstehst du das?
Ja.
Außer dir habe ichnun niemanden mehr.
Niemanden außer dir.
Vergiss das nicht!
Vergiss das nicht!
Bitte schön! - Danke!
Stimmt etwas nicht?
Ich muss bald von hier fort.
Eine gute Nachricht!
Ihre Frau wartet auf Sie.
Ich will nicht zumeiner Frau zurückkehren.
Seien Sie unbesorgt!
Kitty. Ich habe ein Gut im Norden.Es wirft einen guten Ertrag ab.
Bitte, kommen Sie mit mir!Wir werden dort glücklich sein.
Weit weg von allem,vor dem Sie fliehen.
Hauptmann!
Ich wollte mein altesLeben nicht mehr.
Ich habe mich dafür geschämt.
wie für ein hässliches Kleid,das niemand haben will.
Sie zu pflegen war so wunderschönund hat mir so vieles gegeben,
dass ich Sie getäuscht habe.
Wie ich mich auchselbst getäuscht habe.
Vergeben Sie mir!
Die Liebe war eine Täuschung.Das andere nicht.
Sie sind nie zurückgeschreckt,haben sich um mich gekümmert,
haben mir zugehört.
Keine ausgebildete Schwester,Sie waren das.
Jung und wunderschön,wie Sie sind.
Mit Ihnen habe ichmich wertvoll gefühlt.
Sogar in diesem Zustand.
Als Wrack, das meine Fraunicht wiedersehen will.
Lassen Sie sie das entscheiden!
Danke schön!
(In Gedanken:)
Während ich das Getreide mähte,verlor ich jedes Zeitgefühl.
Nicht ich führte die Sense,sondern die Sense führte mich.
Es war mein glücklichsterAugenblick seit Monaten.
Zum ersten Mal schien sich mir
diese geheimnisvolle Machtnicht entgegenzustellen.
Im Gegenteil: Sie schienmich anzutreiben.
Ich muss gehen.
Bitte komm und lies mireine Geschichte vor!
Du bist alt genug,um selbst zu lesen.
Bitte!
Sei brav, mein Kind!Geh wieder ins Bett!
Das ist das erste Mal,dass du ihm etwas verweigerst.
Ist es so?
Ich finde nur, dass er nunalt genug ist. Mehr nicht.
Ja. Allerdings.
*Eine Uhr schlägt.*
Alexej.
Gute Nacht!- Gute Nacht!
Nun sind wir so glücklich.
So glücklich miteinander.
Anna, beruhige dich!
Du hast geträumt.
Bist du glücklich?
Was für eine Frage!- Antworte mir!
Was kann das sein,wenn nicht pure Glückseligkeit?
Wirst du dabei sein?
Beim Offiziersrennen?
Ich halte es füreine barbarische Sache.
Da haben Sie absolut recht.Eine Parade nutzloser Bestien.
Schauen Sie, wer andem Rennen teilnimmt:
Machotin, Kuzlowlew.
Graf Wronskij.
Aber der gesamte Hof wird da sein.
Für Anna und mich eine Pflicht.
Wenn ich zu Hause bleibe,wäre es dir eher möglich,
die für dich so wichtigenGespräche zu führen.
Wichtig ist mir eigentlich nur,meine treue Ehefrau dabeizuhaben.
Entschuldigen Sie mich!
Ich habe mich verspätet, verzeih!
Morgen ist das große Rennen, undes gibt noch viel vorzubereiten.
Serjoscha!
Halt mich mal fest!
Erzähl mir von den Vorbereitungen!
Es ist immer dasselbe:Die Hufe, das Zaumzeug.
Ist es gefährlich?
Nein. Wir probierendie Strecke aus ...
Ich bin schwanger.
Ich erwarte dein Kind.
Es ist besser so.
Besser?
Die Beziehung ist kein Spiel mehr.
War sie das jemals?
Ich liebe dich. Verlass Kareninund vereine dich mit mir!
Wie könnte ich mich mitdir mehr vereinen als jetzt?
Für alle Welt sichtbar,ohne Lügen.
Und wie?- Sag ihm die Wahrheit!
Wenn er das erfährt,muss er dich freigeben.
Du kennst ihn nicht.
"Ich habe dich gewarnt",wird er mir sagen.
"Man will mich zumHochkommissar befördern.
Ich werde nicht zulassen, dassmein Name in Schande versinkt."
Seine Name! Das einzige,was ihn kümmert.
Lass uns von hier fliehen!- Damit würde ich alles zerstören.
Es geht nur um uns beide.Um wen sollte es sonst gehen?
Serjoscha!
Mama, ich habe einKleeblatt gefunden.
Was für ein Glück!Gut gemacht, mein Schatz!
Sag dem Grafen guten Tag.- Guten Tag, Graf!
Wirst du zusehen, wenn ichmorgen das Rennen gewinne?
Danach darfst du aufmeinem Pferd reiten.
Nein, mein Vater sagt, es wärenur eine Parade nutzloser Bestien.
Dein Vater hat recht.
Warte bei Annuschka auf mich!Ich komme gleich zu euch.
Ich weiß, du hasst es zu lügen.Aber bitte überlass die Sache mir!
Ich hasse es zu sehen,wie unglücklich du bist.
Ich und unglücklich?
Kann ein Hungriger,dem zu essen gegeben wird,
unglücklich sein?
Du bist mein Glück.
Wann?
Morgen. Nach dem Rennen.
Serjoscha!
Kommen Sie auch baldnach Moskau zurück?
Wenn Sie heiraten.- Das werde ich nicht tun.
Dann komme ich auch nicht zurück.- Dann heirate ich nur dafür.
Lewin wartet immer noch auf Sie.
Ich fand immer, dass Sie wiefüreinander geschaffen sind.
Jetzt werden wir eswohl nie erfahren.
Dreh dich! Dreh dich!
Fertig. Wen fange ich jetzt wohl?
Hier, Onkel Kostja!Hier!
Fang mich, Onkel Kostja!
Ich hab einen!
Es kommt mir vor wie gestern,als wir uns kennenlernten,
damals im Haus Ihrer Eltern.
Wir waren unzertrennlich:
Mein Bruder, Sie,meine Schwester und ich.
Kommen Sie!
Wir trinken Tee.
Wie geht es auf dem Gut voran.Wie ist die Ernte ausgefallen?
Mager. Ein viel zutrockener Sommer.
Aber ich habe große Pläne.
Ich werde mit den Bauerndie Abläufe umstrukturieren.
Interessant!
Und ich werde ein Buch schreiben.Ich will es Ihnen erläutern.
Bisher haben wir esimmer so gemacht ...
Kitty kehrt ausDeutschland zurück.
Sie ist auf dem Weg hierher.
Deshalb haben Sie mich eingeladen.
Sind Sie denn noch böse auf sie?
Ich habe um sie angehalten und siehat abgelehnt. Das war ihr Recht.
Es ist spät. Bitte grüßenSie die Kinder von mir!
Geben Sie ihr noch eine Chance!
Ich kann nicht.- Doch, das können sie.
Sie müssen es!
Wie sollte ich meineKinder großziehen,
wenn ich nicht verzeihen könnte?
Haben Sie nie einenFehler gemacht, Kostja?
Sie war verwirrt.
Wronskij hatte siejeden Tag besucht.
Sie waren Monate verschwunden.Natürlich sagt sie Nein.
In so einer Lagebeweist das gar nichts.
Warum quälen Sie mich? Es ist alshätte jemand seinen Sohn verloren
und man sagt ihm,wie wundervoll er war,
wie glücklich sie hättenwerden können.
Aber er ist tot.
Tot.
Sie lieben sie noch.
Ich werde Sie nicht besuchen,wenn Sie darauf hinaus wollten.
Igor!
(In Gedanken:)
Ich hatte gehofft,Frieden gefunden zu haben,
aber als ich Kittys Namen hörte,
fühlte ich mich wieder sounglücklich und gedemütigt,
wie an dem Tag, als siemich abgewiesen hatte.
Ich gelobte, sienie wiederzusehen.
Hopp, hopp, hopp!
*Das Pferd wiehert.*
Offenbar beruht meine Abneigunggegen sie auf Gegenseitigkeit.
Nein. Kein Pferd ist liebens-würdiger als Frou-Frou.
Du begegnest den Dingenmit zu viel Leidenschaft.
Das habe ich dirschon immer gesagt.
Zu viel Leidenschaftgibt es nicht.
Genau darüber möchte ichgerne mit dir sprechen.
Ich bin um dich besorgt, mein Sohn.
Es ist nicht unser erstes Rennen,
auch nicht auf schnee-bedecktem Boden.
Meine Hauptsorge gilt einemanderen Tier, dass du verehrst.
Du lehnst eine Beförderung ab,nur um in ihrer Nähe zu sein.
Ich entscheide selbstüber meine Karriere. - Nein.
Nicht solange duvon meinem Geld lebst.
Wollen Sie mich erpressen?
Hüte dich, mich so anzusehen!
Immer lächeln!Wir haben Zuschauer.
Eine Liaison mit einer Frauaus den höchsten Kreisen
verleiht einem jungen Manngesellschaftlichen Schliff.
Aber das wirkt wie eineverzweifelte Leidenschaft
und dient dir überhaupt nicht.
Du musst es beenden.
Anna ist mir sogar noch mehrwert als das Leben selbst.
Alle Reiter zum Sattelplatz!
Ich muss jetzt gehen.
Wünschen Sie mirGlück für den Sieg!
Alles mit Ruhe und halten Sie sievon den Hindernissen nicht zurück!
Treiben Sie sie nicht an!Sie müssen ihr nur folgen.
Eine Sache noch:
Lassen Sie alle Gedankenhinter sich!
Alexej!
Beeilen Sie sich, wenn Sie nichtals letzter am Start sein wollen!
Schon gut, Frou-Frou!
Herr Oberst!
Reiten Sie nicht mit, Karenin?
Ich habe schwierigereWettkämpfe zu bestehen.
Wir nehmen unsere Plätze ein.Entschuldigen Sie uns!
Dann wollen wir mal sehen.
Hier sitzen wir.
Ich begrüße kurz den General.
Herr General!
Euer Exzellenz Karenin.
Fassen Sie Mut!
Niedergeschlagene Augensind ebenso verräterisch,
wie ihn weiter anzustarren.
Hat Ihnen dasSchwarze Meer gutgetan?
Oh ja, sehr!
Hier, damit sehen Sie ihn besser.
Er gewinnt!
Alexej!
Haben Sie das gehört?
*Das Pferd wiehert*
Machen Sie Platz!
Wie geht es ihm?Ist er verletzt?
Er ist nicht verletzt.
Es tut mir leid!
*Ein Schuss kracht.*
Anna!
Ich befürchte, du bist unpässlich.
Entschuldigen Sie uns, Fürstin!
Anna!
Du hast dich zum zweitenMal unziemlich verhalten.
Ich hatte dich gebeten,keinen Klatsch zu verursachen.
Nichts schadet meinerBeförderung mehr. Bitte!
Versprich mir, dass essich nicht wiederholt!
Ich höre dir zu und binin Gedanken nur bei ihm.
Ich liebe ihn.
Ich bin seine Geliebteund ich erwarte sein Kind.
Ich fürchte mich vor dir.
Ich fürchte mich vor dir.Ich hasse dich!
Ich gehe jetzt zu ihm.
Tu mit mir, was du willst!
Nun weiß er alles.- Auch von dem Kind?
Auch davon.- Was hat er gesagt?
Mich kümmert nur, was du sagst.
Ich sage, dass du im Recht warst.
Ich bin froh darum. Jetzt weiß er,
dass du mir gehörst, dass dumein Kind unterm Herzen trägst
und bei mir sein willst.
Er wird einer Scheidung zustimmen.- Bist du davon überzeugt?
Ansonsten könnte er michnur zum Duell fordern.
Es wäre mir ein Vergnügen,ihn zu töten.
Deinetwegen.
Serjoscha?
Er wird ihn freigeben,weil er ihn nicht liebt.
Geh zurück, hol deine Sachenund dann komm zu mir!
Wir werden glücklich sein.
Bitte!- Ja, Madame!
Pack Serjoschas Koffer!- Ja.
Wohin willst du?
Es kann nicht so weitergehen.
So wie es steht, wirst dudich scheiden lassen wollen.
Niemand hat das Recht,
die Bande zu zerreißen,durch die wir verbunden sind.
Eine Familie kann man nichtdurch eine Laune zerstören.
Eine Laune?Ja.
Oder eher nein.
Durch die Verfehlungeines der beiden Gatten.
Du ...
Du hast alles,was in mir atmet,
acht Jahre lang erstickt.
Nicht ein Mal hast du in mireine lebendige Frau gesehen,
eine Frau die Liebe braucht.
Ich habe mich gezwungen, dich zulieben, aber es gelang mir nicht.
Dann schenkte ich meinemSohn meine ganze Liebe.
Aber ich kann michnicht selbst betrügen.
Ich bin lebendigund nicht schuldig!
Ich muss lieben und atmen!
Dir bleiben zwei Möglichkeiten.
Du kannst mit diesem Mann weglaufenoder hier im Haus bleiben,
zusammen mit Ehemann und Sohn.
Du kannst mir Serjoschanicht wegnehmen.
Du empfindest nichts für ihn.
Das tust du, um mich zu quälen.- Ich dich quälen?
Quälst du mich etwa nicht?
Ich habe dich geheiratet,um deiner Familie zu helfen.
Dein Bruder verdanktmir seine Stellung.
Ich habe dich immer mit Respektbehandelt und du kommst mir mit ...
Du willst, dass ich michin mein Unglück füge?
Damit du dich mit ihmamüsieren kannst?
Wenn du in meinem Haus bleibst,
dann bestehe ich darauf,
dass ich diesen Mannniemals sehen muss.
Und gleich, welcher Natureure Beziehung ist,
soll dich niemand irgendeinesVergehens beschuldigen können.
Mama! Ich habe Annuschka gefragt,
aber sie weiß es nicht.Wohin reisen wir?
Du kannst dich entscheiden.
Lass uns Tee trinken!
Mit ganz viel Zucker.
Einverstanden?
Die Dame des Hauses erwartet mich.
Du empfängst deinen Liebhaberhier in unserem Heim?
Ich lasse mich scheiden,und du verlässt dieses Haus.
Bitte lass mir Serjoscha.
Wie wollen Sie sie nennen?
Anna.
Wir warten auf Sie.Kommen Sie, wir spielen!
Ich hab nie aufgehört,Sie zu lieben.
Gebt euch die Hand!
Jetzt ist alles bereit.
Ich bin jetzt ganz dein.
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