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Ich bin Euer Vater.
Schafft ihn mir aus den Augen.
Manche Geheimnisse bringen Befreiung mit sich.
Erlösung.
Andere sollten besser tief unter der Erde vergraben werden.
Auf ewig unauffindbar.
Ihr standet im Zentrum dieser Verschwörung.
Es war keine Verschwörung, Euer Majestät.
Als Leibarzt und Vertrauter des Königs
hat mein Vater mir eine furchtbare Bürde vererbt.
Und zum Schutz Eurer Familie habe ich sie auf mich genommen,
als meine Pflicht.
Und wer ist er?
Er war ein guter Freund des Königs.
Und der Königin.
Wie Ihr wisst, waren sie 23 Jahre lang verheiratet
und sind dabei kinderlos geblieben.
Der König wohnte einer anderen Frau bei.
Aber auch dieser Versuch blieb fruchtlos.
Es quälte ihn, dass er vielleicht nie einen Erben zeugen würde.
Aber die Königin war fest entschlossen, eine Lösung zu finden.
Sie haben gemeinsam arrangiert,
dass Euer Vater...
...mit ihr das Bett teilt.
Und warum wurde er zum Gefangenen?
Ursprünglich war er das nicht.
Aber nach einem Sohn wollten sie sichergehen.
Er wohnte der Königin noch einmal bei.
Aber dann, mit zwei gesunden Söhnen...
...hat es sich der König anders überlegt.
Und sie haben ihn mit dieser Ungeheuerlichkeit belohnt?
Es ist das eine, das Geheimnis zu kennen, etwas anderes ist der lebendige Beweis.
Es wurde beschlossen,
dass niemand jemals sein Gesicht sehen dürfe.
Wer weiß noch davon?
Sein Schicksal wurde beschlossen vom König,
der Königin...
...meinem Vater...
...und dem Vatikan.
Die Kirche war damit einverstanden, das Geheimnis zu bewahren, solange...
Solange Frankreich ihr Verbündeter bleibt.
Aber jetzt will sie mich damit zerstören.
Was machen wir nun mit ihm?
Er bleibt weiterhin eingesperrt.
Ich habe Dringendes zu tun.
-Geht Ihr mir aus dem Weg? -Ganz gewiss nicht.
Wann bekomme ich dann eine Erklärung?
Wo ist der Gefangene?
Ihr müsst Euch nicht mehr damit befassen.
Ich habe drei Männer für Euch getötet!
Und ich bin Euch dankbar. Wie auch Seine Majestät.
Ihr wisst so gut wie ich, dass es Dinge gibt,
zu denen wir keinen Zugang erhalten dürfen.
Lasst mich Euch erinnern:
Es ist Eure Pflicht, den Befehlen des Königs Folge zu leisten,
wie es auch meine Pflicht ist.
Dies ist kein guter Zeitpunkt.
Ja.
Ich vermute, Seine Majestät hatten eine aufreibende Nacht.
Er fand sie sehr aufschlussreich.
So wie ich.
Ich verstand, wem ich trauen kann und wem nicht.
Wenn Ihr mich entschuldigt?
Ich verlange, den König zu sehen!
Das Protokoll ist streng, Euer Gnaden.
Ich habe Euch erwartet, Euer Eminenz.
Bestimmt gibt es Tage,
an denen Ihr Euch ein Leben in ruhiger Anonymität wünscht.
Wie jeder Untertan.
Im Gegenteil.
Ich hätte Angst um Frankreich, gäbe es mich nicht.
Jetzt, da sich finstere Mächte dagegen verschworen haben.
Eben deshalb solltet Ihr meinen Vorschlag anhören:
All Eure Bestrebungen können Wirklichkeit werden.
Die Beherrschung Europas,
die Kolonisierung Amerikas,
vielleicht eines Tages...
...sogar die Herrschaft über das Heilige Römische Reich.
Und als Gegenleistung?
Ab sofort...
...trifft Rom die Entscheidung über Eure geopolitische Strategie.
Seht Ihr,
der Vatikan könnte Seiner Majestät der mächtigste Verbündete sein,
wenn er es zuließe.
Wenn der Papst Euch als König unterstützen würde,
dann wäre das so gut, als wärt Ihr von Gott selbst auserwählt.
Ihr macht einen großen Denkfehler, Euer Eminenz.
Der Papst mag Gottes Stellvertreter auf Erden sein.
Aber ich bin von Gott auserwählt.
Aber wir beide...
...wissen doch, dass das nicht wahr ist.
Ich bin der, den Ihr vor Euch seht.
Ich bin Versailles.
Und ich habe alle Macht, die ich brauche.
Nicht, wenn die Wahrheit herauskommt.
-Ich dachte, wir kämpfen gegen den König. -Tun wir auch.
Aber wir müssen klug sein und erst die Menschen auf unsere Seite ziehen.
Woher weißt du, dass das klappt?
Weil ich Vertrauen in die Menschen habe.
"Das Volk lebt in Armut,
der König in Luxus.
Nein zur Salzsteuer!"
Ihr wollt wohl Ärger bekommen?
-Wir wollen etwas verändern. -Ich verstehe.
Und ich werde ins Gefängnis kommen, gefoltert oder Schlimmeres.
Die werden nie erfahren, wo das herkam.
Das verspreche ich.
Du bringst mich in eine schwierige Lage, junge Dame.
Das tut mir leid.
Aber es ging weit genug, wir müssen etwas unternehmen.
Der König quetscht uns aus, wenn sein Pferd nur einen Stall braucht.
Aber das machen die meisten Könige.
-Deshalb ist es nicht richtig. -Wir wollen nicht reich werden.
Wir wollen nur eine gerechte Chance.
Wir wollen, dass er uns mit Respekt behandelt.
Und dass die Menschen merken, dass sie nicht allein sind.
Hey. Wir alle sind davon betroffen, mein Freund.
Ich muss mehr an Steuern zahlen, als ich für meine Werkzeuge ausgebe.
Schon bald bezahle ich mehr, als ich verdiene.
Na schön.
-Wir werden es dir irgendwie bezahlen. -Nicht nötig.
Manches muss man aus Überzeugung tun.
Ich erkenne mich selbst kaum wieder.
Ich auch nicht.
Ich würde dich überall erkennen.
Du warst ein lautes Kind.
An so viel erinnere ich mich noch.
Gott hat Euch zu uns gebracht.
Und wir sorgen für Eure Sicherheit und Euer Wohlergehen, Ihr habt mein Wort.
Du musst zu ihm gehen, Bruder.
Ich habe Wichtigeres zu tun.
Was könnte wichtiger sein, als dass du mit unserem Vater sprichst?
Er ist hier. Unter deinem Dach.
Du kannst nicht so tun, als gäbe es ihn nicht.
Und wenn es ihn nicht gäbe?
Er soll in die Kolonien.
Mögen seine letzten Tage dort friedlich und behaglich sein.
Das ist das Mindeste.
Er gefährdet unsere Existenz.
Er wurde gefunden. Was, wenn die Kirche ihn noch mal findet?
Er ist unser Vater. Das sind wir ihm schuldig.
Ich will nur das Nötigste besprechen.
Fasst Euch kurz.
Ausgezeichnete Nachrichten, Majestät.
Marie Louises Vermählung mit Karl von Spanien wurde vollzogen.
Meinen Glückwunsch, Euer Hoheit.
Ihr müsst sehr stolz auf Eure Tochter sein.
Natürlich. Es gibt nichts Wichtigeres als die Familie.
Findest du nicht?
Gibt es noch etwas?
Nein?
Eines noch, Euer Majestät.
Ich erfuhr, dass beunruhigend viele protestantische Familien
offenbar Versailles verlassen.
Manche verließen Frankreich.
Die Chavagnacs, Rommillys, Manns, Cavanels...
Wobei sie vermutlich ihr Vermögen mitnahmen.
Und wer hat das genehmigt?
Niemand, Euer Majestät. Sie reisen einfach ab.
Irgendwie kamen sie wohl an Papiere für einen freien Abzug.
Verstärkt die Grenzposten,
mit strengen Kontrollen von jedem, der unser Land verlässt.
Falls jemand hier den Protestanten hilft auszureisen,
will ich wissen, wer.
Protestantische Winkelzüge wurden jüngst aufgedeckt,
denn viele verlassen Frankreich ohne Genehmigung.
Von diesem Augenblick an
dürfen alle Protestanten bei Hofe
den Palast nicht verlassen...
...ebenso wie seine Anlagen.
Bis auf Weiteres.
Da war jemand unvorsichtig.
Ich war sehr gewissenhaft. Einer Eurer Freunde muss geplaudert haben.
Warum sollten sie das tun?
Und wenn sie etwas von Euch wüssten, hätten sie Euch schon eingesperrt.
Ich bin diejenige, die in Gefahr ist.
Nur ruhig Blut, meine Liebe.
Und habt Vertrauen.
Ich bin sehr versiert darin, Ärger zu vermeiden.
Warum nur flößt mir das kein Vertrauen ein?
Ihr wurdet bei der Frühmesse vermisst.
Ich hatte etwas zu erledigen.
Etwas, das Euch quält?
Wisst Ihr, wer Ihr seid?
Natürlich.
Aber woher wisst Ihr das?
Dass das nicht nur Einbildung ist, eine Erfindung von denen um Euch herum.
Was ist, wenn alles, was Ihr wisst, bloß aus Lügen besteht,
und Ihr nicht die seid, für die Ihr Euch haltet,
sondern die, die man Euch einredet?
Wie kommt Ihr auf derlei Gedanken?
Ich dachte, dieser Ort bedeutet mir alles.
Was, wenn ich mich täusche?
Was ist, wenn er gar nichts bedeutet?
Versailles bedeutet Euch alles.
Daran dürft Ihr nicht zweifeln.
Was ist es, das Euch so bedrückt, Liebster?
Sagt es mir.
Vielleicht.
Im richtigen Augenblick.
Was kann ich für Euch tun, Euer Gnaden?
Ich gebe zu, ich bewundere Eure Loyalität gegenüber Eurem Herrn.
Auch wenn sie fehlgeleitet ist.
Tatsächlich...
...ist es Eure Hingabe, an die ich nun appelliere.
Wie ich annehme, wünscht Ihr,
dass Euer König sich entfalten kann und Erfolg hat.
Das versteht sich von selbst.
Dann...
...redet mit ihm.
Ihr seid womöglich der Einzige, der versteht,
warum er sich in einem tiefen Loch befindet.
Ihr müsst ihn überreden,
dass er die Hand der Freundschaft ergreift, die die Kirche ihm reicht.
Wie ich es sehe, ist nicht Seine Majestät hier in einer Position der Schwäche.
Für was haltet Ihr uns? Etwa für so eine Art Herren-Klub?
Absolut niemand...
...kann der Kirche etwas vorschreiben.
Gewiss, Euer Gnaden.
Ich informierte Seine Heiligkeit über die Ereignisse.
Falls der König nicht einwilligt, hat das die schrecklichsten Konsequenzen.
Louis muss verstehen, dass dieses Spiel noch längst nicht vorbei ist.
Euer Majestät, der Staatsrat wartet.
Lasst ihn warten.
Unsere Truppen haben Straßburg eingenommen.
Das habe ich erwartet.
Aber Ihr müsst den nächsten militärischen Schritt bestimmen.
Ihr dürft ihn nicht dem Zufall überlassen.
Das werde ich nicht.
Louvois wird wissen, was zu tun ist.
Und, Euer Majestät...
...Kardinal Leto drängt Euch, die Unterstützung des Vatikan anzunehmen.
Ihr spracht ohne Erlaubnis mit einem Feind Frankreichs?
-Er hatte mich gebeten... -Ihr.
Ausgerechnet Ihr.
Ich dachte, nach allem könnte ich Euch vertrauen.
Das könnt Ihr, Majestät.
Meine Loyalität wird nie schwanken.
Wäre das nur immer so gewesen.
Das ist doch Eure Unterschrift, nicht wahr?
Auf all den Reisedokumenten der Protestanten?
Völlig unmöglich.
Ich...
Es sieht so aus, ja.
-Aber ich habe die nicht unterschrieben. -Wer dann?
Das weiß ich nicht.
-Jemand, der mit ihrer Not Mitleid hat. -Es ist bekannt, dass Ihr auch dazu neigt.
Aber ich bin weder ein Verbrecher noch ein Dummkopf.
Mir missfällt Euer Ton, Monsieur Marchal.
Ich schlage vor, Sie suchen woanders.
Wenn jemand meine Unterschrift fälscht,
visierte ich Männer mit geringer Moral und künstlerischer Neigung an.
Alle Vorbereitungen sind getroffen.
Ich liefere die Papiere heute Abend.
Vielen Dank.
Dann bleibt nur die anrüchige Frage der Entlohnung.
Und das wird Euch lehren, mit dem Meister zu spielen!
Ein weiterer Kunde?
Nur ein weiterer unglücklicher Verlierer im Glücksspiel des Lebens.
Dann sagt mir, wie heißt denn das Spiel?
"Flucht"?
Euer Freund Vanel, wie geht's mit seiner Geschäftsreise?
Der Schokoladenmacher aus Lyon!
Ihr batet mich, ein Ausreisedokument für ihn zu zeichnen.
Gewiss.
Als Letztes hörte ich, dass sein Geschäft floriert.
-Das dänische Volk... -Haltet den Mund!
Es gibt keinen Schokoladenmacher namens Vanel!
Aber es gibt den angesehenen Hugenotten Cavanel,
zuletzt vor einem Monat gesehen, bevor er Frankreich verließ!
Worauf wollt Ihr hinaus?
Was ist, wenn der Name auf dem Ausreisedokument geändert wurde,
von Vanel zu Cavanel?
Und seid Ihr Euch überhaupt der Strafe für Fälschung bewusst?
Aber da gibt es keinerlei Hinweise auf mich.
Stattdessen deutet alles auf den hin, der die Dokumente unterschrieb.
Eure Sympathien für die Protestanten sind bekannt, Monsieur Colbert.
Und Eure Unterschrift ist der Beweis.
Erinnert mich bitte, wie ist die Strafe für Fälschung?
Glaubt Ihr, er sagt es dem König?
Das werden wir bald erfahren.
Wir können jeden Augenblick verhaftet und dafür gehängt werden.
Ihr scheint jedoch nicht im Geringsten beunruhigt.
Nichts geht über den Hauch von Gefahr, damit man sich lebendig fühlt.
Und was machen wir nun?
Ich sehe drei Möglichkeiten.
Erstens:
Wir stellen uns.
Zweitens:
Wir laufen davon.
Und die dritte?
Wir sind zueinander ehrlich.
Und ich sage, was ich empfinde.
Eure Wahl des Zeitpunkts ist weit entfernt vom Ideal.
Aber wir sitzen nun sehr tief in der Scheiße.
Uns bleibt nichts mehr außer uns.
Ihr habt Angst?
Panische Angst.
Ihr wünschtet, mich zu sehen, Eminenz?
Ja, ich mache mir Sorgen um den König.
So ergeht es einigen von uns jeden Tag.
Seht Ihr, ich fürchte um sein spirituelles Wohlergehen.
Das liegt nicht in meiner Zuständigkeit.
Niemand bestreitet, dass der arme Mann
seit dem Tod der Königin nicht er selbst ist.
Und wenn der König instabil ist, ist das auch Frankreich.
Und das wiederum...
...gefährdet die Stabilität ganz Europas.
Eure Logik ist unbestreitbar.
Daher liegt es in unser aller Interesse...
...dass Louis sich wieder vermählt.
Ich selbst habe mich auch schon dafür ausgesprochen.
Es gibt da viele Möglichkeiten.
Er wird die Infantin Isabella von Braganza von Portugal heiraten.
Aha.
Louis hat sich Spanien verschafft.
Dies wird die ganze iberische Halbinsel unter seiner Ägide vereinen.
Aber wird der Vater der Infantin dafür offen sein?
Dafür werde ich selbst sorgen.
Der Vatikan wünscht, dass das passiert.
Um unser Bündnis mit Frankreich zu stärken.
Das hat erhebliche Vorteile für beide Seiten.
DAS VOLK IN ARMUT, DER KÖNIG IN LUXUS. NEIN ZUR SALZSTEUER!
Bis morgen.
Bis morgen.
Hast du das gesehen?
Die haben Schneid, das muss man sagen.
Diese Dummköpfe. Daraus kann nichts Gutes werden.
Das wird nur bewirken, dass das Volk noch mehr leidet.
Also noch schlimmer kann es ja kaum werden.
Sag mir, dass du damit nichts zu tun hast.
Um Gottes willen.
Im Augenblick geht es uns besser denn je. Das könnte unser Geschäft gefährden.
Ist das alles, woran du denken kannst? An deine Umsätze?
Ich mache mir Sorgen um dich.
Ich kann auf mich selbst aufpassen.
Monsieur Colbert, welch Überraschung.
Darf ich Euch zu Croquet herausfordern?
Sehr freundlich. Aber dies ist kein Geselligkeitsbesuch.
Ich möchte gern ein Thema ansprechen,
das etwas heikel ist.
Die Sache betrifft den König.
Nun habt Ihr mein Interesse geweckt.
Er ist nicht... zufrieden.
Das ist noch untertrieben.
Und während wir beide die Absicht teilen, ihn glücklich wieder zu verheiraten...
...glaube ich, wir sollten unsere Pläne rasch weiterentwickeln.
Habt Ihr eine andere im Sinn?
Isabella von Braganza von Portugal.
Wir begegneten uns nie,
aber offenbar sind wir entfernte Cousinen.
Deshalb möchte ich mit Euch darüber reden.
Ich finde die Idee grandios.
Aber ich fürchte, Seine Majestät sind im Augenblick nicht offen.
Weshalb wir es ihm nicht sagen sollten.
Noch nicht.
Damit Ihr es wisst:
Wir haben die volle Unterstützung des Vatikans bei der Sache.
-Tatsächlich? -Mhm. Des Kardinals persönlich.
-Des Kardinals? -Mhm.
Und Ihr werdet es nie erraten...
Ich habe bereits...
-Madame? -Monsieur Colbert.
Wenn Ihr mich entschuldigt?
Euer Hoheit.
Wie wäre es mit einer Partie?
Nein, danke.
Aber ich fürchte, ich habe Euch bei Eurer Unterhaltung gestört.
Nein, überhaupt nicht.
Wir haben über dies und jenes geredet.
Um genau zu sein:
Wir sprachen über eine Vermählung des Königs.
Obwohl das nicht Eure Angelegenheit ist?
Des Königs Zukunft sollte uns alle bewegen.
Gewiss. Aber solche Dinge sollten auf den angemessenen Wegen diskutiert werden.
Dabei gibt es vieles zu erwägen.
Das ist ein Prozess, der womöglich mehrere Monate dauert, Jahre sogar.
Nicht in dem Fall.
Wir haben bereits die ideale Frau im Kopf.
Die portugiesische Infantin, vorgeschlagen von Kardinal Leto persönlich.
Darf ich daran erinnern,
dass Seine Majestät mir die Verantwortung in der Angelegenheit übertrug?
Oh ja.
Aber als Katholikin
würdet Ihr doch nie die Wünsche des Vatikans infrage stellen.
Natürlich nicht.
Aber wir dürfen nichts überstürzen.
Vielleicht könnte ein Gesandter sehen,
ob der König Portugals so eine Verbindung gutheißt.
Nein.
Seine Majestät sollte ihre Bekanntschaft machen und selbst entscheiden.
Also...
Daher habe ich sie bereits nach Versailles eingeladen.
Guten Abend.
Damit Ihr besser lesen könnt.
Was seht Ihr?
Das Wort der Wahrheit.
Und einen guten Mann.
Wann werde ich den König sehen?
Er hat wohl Angst vor Euch.
Er will mich nicht sehen?
-Nein. -Überzeuge ihn bitte.
Er lässt sich nur schwer überzeugen.
Dann...
Könntest du ihm eine Nachricht überbringen?
Natürlich.
Könnt Ihr nicht einschlafen?
Ich schlafe besser mit Euch an meiner Seite.
Es gibt Gerede...
...über Eure Wiedervermählung.
Haben die nichts Wichtigeres im Kopf?
Aber es ist Eure Pflicht.
Ihr müsst über diese Angelegenheit nachdenken.
Nicht, wenn es mich nicht interessiert.
Das passt nicht zu Euch, Louis.
Irgendetwas quält Euch.
Es schmerzt mich, dass Ihr über etwas nicht mit mir reden wollt.
Lasst mich in Ruhe.
Ich wollte nicht, dass es so kommt.
Aber...
...es ist so.
Ihr werdet auch heute allein schlafen.
Dann wünsche ich Seiner Majestät eine gute Nacht.
-Guten Abend. -Guten Abend.
Ihr habt das einzig Richtige und Ehrenhafte getan.
Ich will nur, dass Jeanne nichts geschieht.
Sie ist jung und weiß nicht, worauf sie sich einlässt.
Ihr braucht keine Angst um sie zu haben.
Der König wird Eure Wünsche respektieren.
Und ich werde dafür sorgen, dass Eure Loyalität belohnt wird.
-Ist die Unverschämtheit weit verbreitet? -Das ist schwer zu sagen.
Aber ich sah sie an verschiedenen Stellen in Paris.
Das muss im Keim erstickt werden.
Das ist Verrat, Euer Majestät.
Verrat?
Oder die Wahrheit?
Tut, was Ihr für angemessen haltet.
Ich bin in meinen Gemächern, falls nötig.
Bitte entschuldigt mich.
Was bei Gott stimmt nicht mit Euch?
Ihr vergesst, dass Ihr mit Eurem König sprecht.
Der Mann, den ich eben erlebte, ist nicht mein König!
Was ist mit Euch geschehen?
Wo ist der König, der Entscheidungen trifft?
Der ein Imperium aufbaut? Der von Gott auserwählt wurde?
Vielleicht bin ich ein anderer, als Ihr dachtet.
Seht mich an.
Ich weiß nicht, was Ihr vor mir geheim haltet, und es ist mir egal!
Nicht egal sind mir Eure Träume, Eure Ambitionen!
Vielleicht habt Ihr sie vergessen, aber ich werde das nicht!
Marchal.
Der unverschämte Drucker wurde ausgemacht.
Der Ruf des Königs steht auf dem Spiel. Unternehmt sofort etwas.
Das wird erledigt.
-Bis später. -Wo gehst du hin?
Einen Bekannten besuchen.
Nein. Nicht heute Abend.
Ich will, dass du hierbleibst!
Was?
Der König hat Wind von diesen Plakaten bekommen.
Das gibt Ärger für die Beteiligten.
-Woher soll er sie kennen? -Tu einfach, was ich dir sage!
Oh Gott!
Was hast du getan?
Weg da!
Was soll denn das?
Das könnt Ihr nicht machen!
Dazu habt Ihr kein Recht!
Verdacht auf Aufwiegelung und Verrat.
Wir haben nichts falsch gemacht!
Nennt Ihr das hier "nichts"?
Nehmt das runter!
-Zerstört alles! -Das ist mein Lebenswerk!
Bastard! Nein!
Bastarde!
Nein!
Nein!
-Lasst sie laufen! -Ihr verteidigt die Widerständler?
Das dürft Ihr nicht machen!
Das sind anständige, hart arbeitende Menschen!
Sie sind des Verrats schuldig!
Sie haben ein Gewissen. Das ist alles!
Was ist mit Euch? Wo ist Eures?
Wir sind uns schon mal begegnet...
Oder nicht?
Ich habe Euch Freundlichkeit gezeigt.
Und jetzt bitte ich Euch, dass Ihr das auch tut.
-Bringt sie weg! -Nein.
Vorwärts!
Dann verhaftet auch mich!
Ich bin genauso schuldig wie sie!
Geht auf der Stelle hier weg.
Ihr verbrennt die Wahrheit!
Wollt Ihr das wirklich?
-Du solltest nicht hier sein! -Du aber auch nicht!
Daran bist du schuld!
Jeanne. Bitte.
Du bist für mich gestorben.
Verschwinde!
Ja!
Ja! Hau ab!
-Lauf weg! -Weit weg!
Verschwinde!
Verräter!
Wenn du Vaters Schicksal nicht entscheidest...
...entscheide ich für dich.
Er reist morgen ab.
Eine Eskorte bringt ihn nach La Rochelle.
Ein Schiff nach Louisiana legt da in zehn Tagen ab.
Und du...
Wir...
...müssen uns keine Sorgen machen.
Darum geht es dir doch.
Den Gefangenen wegschicken ist keine Lösung des Problems.
Nur der Ort verschiebt sich.
Du musst ihn gehen lassen.
Es gibt keine Alternative.
Wenn der Vatikan ihn wieder kriegt, wird er ihn gegen mich verwenden.
Und das wird mein Untergang.
Dann musst du mit ihm sprechen.
Vater schickt dir eine Nachricht.
Er sagt, er kann deine Frage beantworten.
Ist das ein Scherz?
Die Angelegenheit ist nicht zum Lachen.
Ich kann das nicht unterzeichnen.
Ich überließe die Kontrolle über mein Imperium dem Vatikan.
Exakt.
Warum in aller Welt sollte ich?
Wegen der Konsequenzen, wenn Ihr es nicht tut.
Die Kirche kann mir nicht mit Krieg drohen.
Nein.
Viel schlimmer.
Mit Exkommunikation.
Seine Heiligkeit hat das bereits gebilligt.
Ihr müsst die Bedingungen akzeptieren...
...oder man schließt Euch aus der Kirche aus.
Wir könnten der Welt sagen...
...dass Ihr ein Hochstapler seid.
Und die Demütigung wäre...
...vollkommen.
Louis, der Große, wäre ein Ausgestoßener.
In den Augen der Welt und...
...auch vor Gott.
Ihr würdet nicht einmal mehr existieren.
Versailles würde kollabieren.
Und alles, was Ihr aufgebaut habt...
...bräche in sich zusammen.
Euer Majestät.
Woher wusstet Ihr, dass ich es bin?
Ihr geht wie ein König.
Bin ich einer?
Ihr seid das Kind einer Königin.
Dadurch bin ich noch kein König.
Ihr wart von dem Augenblick an König, als Ihr Eure ersten Schritte machtet.
Ihr habt mich als Kind gekannt?
Ihr wart wie ein junger Hengst.
Wenn Ihr stürztet und die Diener Euch helfen wollten,
habt Ihr sie weggestoßen.
Mein Bruder möchte Euch in die Kolonien schicken.
Eine Kutsche bringt Euch morgen weg.
Seid Ihr bereit, das zu riskieren?
Er sagte, Ihr könntet meine Frage beantworten.
Ja.
Was soll ich mit Euch machen?
Seht in Euer Herz.
Wenn Ihr wisst, wer Ihr wirklich seid...
...wisst Ihr, was zu tun ist.
Ich weiß nicht mehr, wer ich bin!
-Ihr seid mein König! -Ich bin nichts!
Ich bin seit vielen Jahren an Eurer Seite und ich weiß es.
Ich habe es gesehen.
Ein König sein heißt mehr als sterbliches Streben,
und Ihr seid zweifellos ein König.
Louis XIV., König von Frankreich und Navarra!
Ich bin nichts weiter als ein Bastard!
Ihr seid von Gott auserwählt.
Und Euer Schicksal ist gottgegeben.
Niemand kann Euch das wegnehmen.
Glaubt Ihr das wirklich?
Bei allem, was Ihr wisst?
Das tue ich.
Wie könnt Ihr Euch so sicher sein?
Ich glaube fest daran.
Und das solltet Ihr auch tun.
Ich brauche einen Beweis.
Blicket auf das Reich Gottes.
Falls jemand einen Beweis für die Macht Gottes bräuchte...
...brächte ich ihn her.
Alles stirbt...
...und alles wird wiedergeboren.
Ist nicht Christus selbst der Beweis dafür?
Euer Majestät.
Vielleicht kehren wir zum Palast zurück.
Ihr habt gesagt, mein Schicksal sei gottgegeben.
Finden wir es heraus.
Euer Majestät!
Euer Majestät!
Untertitel von: Anne Panier
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