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Bleibt bei mir, Eleonore. Ihr dürft nicht zurückfallen.
Kommt schon.
Wir dürfen nicht haltmachen.
-Ich kann nicht mehr. -Wenn wir anhalten, finden sie uns.
Und wenn sie uns finden, sind wir tot. Kommt.
Kommt schon!
-Kommt schon. -Ich komme ja.
Noch keine Neuigkeiten über den Verbleib der Prinzessin.
Ich vertraue Monsieur Marchal.
Wir müssen reden.
-Deine Augen leuchten, Bruder. -Ich möchte die Jagd besprechen.
Das freut mich.
Majestät, der Kardinal wünschte, Brot zu brechen.
Er soll uns etwas beiseitelegen.
Ich habe die Hebamme gefunden.
Sie lebt einen Tagesritt in südlicher Richtung.
-Lass sie sofort herbringen. -Das ist zu gefährlich.
-Keiner darf wissen, dass wir sie fanden. -Dann such du sie auf.
Ich möchte, dass du das mit eigenen Ohren hörst.
-Wir reiten gemeinsam. -Für Fantasterei gefährde ich mein Leben?
Das... ist die Wahrheit.
Die Ritter von Damaskus schützen einen Gefangenen im Namen des Vatikan.
Die Kirche steckt hinter der Verschwörung, und Kardinal Leto hält die Zügel.
Di Marco wollte mich töten, weil ich es herausfand.
Ich hege keinen Zweifel,
dass der Mann mit der eisernen Maske unser Bastardbruder ist.
Und die Hebamme kann das als Einzige bestätigen.
Und wenn du dich irrst?
Wer sollte er sonst sein? Warum sollte sein Gesicht sonst verborgen sein?
Sie wollen diesen Mann als Thronbewerber in Stellung bringen...
...um mich zu stürzen.
Meinen sie, sie könnten meine Legitimität hinterfragen?
Erkennt die Kirche ihn als unseren älteren Bruder an,
können sie ihn zum wahren König Frankreichs ernennen.
-Wir reiten los. Gib Bontemps Bescheid. -Nein.
Wir geben niemandem Bescheid.
Vor allem nicht Bontemps.
Bereitet Euch auf das Schlimmste vor.
Ein unschuldiges Mädchen trifft unterwegs auf Diebe...
...und Herumtreiber.
Und die Männer des Königs.
Wir müssen für ihre Rettung beten.
Ich fürchte, Gott hat andere Pläne für sie.
Und für mich.
Sollte Gott die Prinzessin in der Tat sicher heimführen...
hat sie wirklich die Größe einer Königin bewiesen?
Sie musste gegen ihren Willen aufbrechen.
Ihre Rückkehr sollte meinen Anspruch auf Spanien sichern.
Das heißt, falls... Louis' Männer sie finden.
-Madame Duvernay. -Was von ihr übrig ist.
Wir sollten einander nicht bestehlen.
Kommt schon.
-Verschwinde. Wir haben Hunger. -Wir hungern alle.
Wir leben in der Scheiße und verhungern. Wessen Schuld ist das?
-Ach, kommt... -Beweg dich.
Der König sagt, Frankreich gehöre uns allen.
Er verspricht uns die Welt. Doch er hat nur Steuern für uns.
Seht doch, was uns noch bleibt.
Ich weiß nicht, wie es dir geht. Aber mir reicht es.
Der Rat möchte alsbald die Frage Eurer Neuvermählung angehen, Majestät.
Mit Eurer Erlaubnis könnte ich mich darum kümmern...
Wenn Ihr wünscht.
Ich hoffe, die Bedürfnisse Seiner Majestät besser zu kennen als sie.
Ich bin eine Weile verhindert.
Der Rat erwartet Euch später, Majestät.
-Ihr werdet sie schon zu führen wissen. -Sie sollten doch wissen, wo Ihr seid.
Sagt ihnen, ich sei auf der Jagd.
Wort von unserem Späher.
Die Ottomanen versammeln ihre Kräfte.
-Sagt mir, wenn sie auf Wien vorrücken. -Sehr wohl.
Wir müssen wissen, wohin Ihr reitet.
In Viroflay wurde ein Wildschwein gesichtet.
Eine Bestie von solcher Größe, dass nur ein König sie zu töten vermag.
-Ich sollte Euch begleiten. -Das wird nicht nötig sein.
Der Stoff für eine Königin.
Ich bete darum, dass er nie getragen wird.
Irgendwer hat sicher Verwendung dafür.
Lorraine? Haltet den Mund.
Befreie mich von missmutigen Frauen.
Was soll ich nur tun? Warten?
Euer Schicksal liegt in den Händen des Königs.
Dass er mich noch nicht nach Spanien entsendete,
heißt sicher, dass es noch Hoffnung gibt.
Gut möglich.
Ihr sagt das nur, um meine Laune zu heben, oder nicht?
Ihr glaubt, dass er mich noch entsendet.
Wenn das sein Wille ist...
...werdet Ihr gehen.
In meinen Tod.
-Man sagte mir, Ihr reist ab. -Hier gibt es keine Zukunft für uns.
Monsieur Cavanal, unsere Gemeinschaft ist nur zusammen stark.
Wie viel nahm er von unserem Vermögen?
Wie viele mussten abschwören?
Unsere Bibeln wurden verbrannt, unsere Herzen gebrochen.
Wann wird uns der König nach dem Leben trachten?
Dann müssen wir ihm vereint entgegentreten.
Treten wir an ihn heran, so lange der Kardinal in Versailles ist.
-Er wird zuhören müssen. -Und wenn seine Ohren taub bleiben?
-Wir müssen uns wehren. -Und wie stellt Ihr Euch das vor?
Denkt Ihr an Widerstand? Gewalt?
Ich für meinen Teil werde nicht warten, bis er sich gegen uns wendet.
Ich gehe nicht länger auf Zehenspitzen, um ihn nicht zu verärgern.
Monsieur Cavanal?
Mir wurde die Abreise verwehrt.
Ich dachte mir, dass Ihr euch hier verlustiert.
Ich erfreue mich gern an den einfachen Gelüsten.
Ich brauche Eure Hilfe.
Ist das der strenge Duft der Demut, den ich da rieche?
Ich stand Euch nie feindselig gegenüber.
Genauso wenig wie wohlwollend.
Und nun wollt Ihr was genau von mir?
Entgegenkommen?
Nicht für mich.
Cavanal wurde die Reise in die Niederlande verwehrt.
Der Exodus des auserwählten Volkes hat begonnen.
Ihr habt einigen Einfluss.
Nicht mehr, Delphine.
Ihr habt mehr Zugang als ich.
Er braucht nur eine Unterschrift auf ein entsprechendes Dokument.
Dafür bräuchte es allerdings Großmut meinerseits.
Hinter dieser glänzenden Fassade...
...und der Spöttelei...
...steckt ein Mann, der das Richtige tun will, da bin ich mir sicher.
Das Risiko ist zu groß.
Auf Fälschung steht eine hohe Strafe.
Ich wusste schon, dass Ihr ein Gernegroß seid.
Aber für einen Feigling hätte ich Euch nicht gehalten.
Bin ich ein Feigling?
Ja.
Hättet Ihr nicht zögern können?
Wozu die Mühe, wenn es so offenkundig ist?
Wa... Ich stifte ungern Aufruhr, das ist wahr.
Ich halte mich für einen Pragmatiker.
Die Erfahrung lehrte mich, die Culotten möglichst anzubehalten.
Das ist ein Überlebensinstinkt, keine Feigheit.
Werdet Ihr nun das Hehre tun, oder nicht?
Das Hehre...
Es ist nicht meine Aufgabe, die Protestanten zu schützen.
Ich habe Angst um sie.
Zuerst brennen Bücher, am Schluss brennen Menschen.
Und Madame de Maintenon hält die Fackel in der Hand.
So könntet Ihr Euch wieder Delphines Gunst erschleichen.
Womöglich sogar unter ihr Plumeau.
Bitte, das habe ich überwunden.
Ich habe wichtigere Dinge zu tun.
Wozu dann die Ausflüchte?
Ich ziehe andere strategische Ziele in Betracht.
Vielleicht sollte ich das auch tun.
Ich warne dich ein letztes Mal, Bastien.
Komm noch mal zu spät, und ich kürze deinen Lohn.
Ich habe den Toten die letzte Ehre erwiesen.
-Du hast für Aufruhr gesorgt. -Nein, ich...
Ich habe nur ausgesprochen, was einige dachten.
Meine Arbeiter sind zufrieden.
Einen Streit mit dem König gewinnt nur einer.
Wenigstens würde ich es versuchen.
Wozu eine Schlacht kämpfen, die man nie gewinnt?
Du weißt, was unseren Leuten nach dem Angriff auf Monsieur Colbert geschah.
Oder Olivier.
Es gibt einen Grund, warum Gott die Welt so erschuf.
Wer das ändern will, ist ein Narr.
Die Leute werden sich erheben.
Nicht in meiner Werkstatt.
Wenn sich so etwas herumspricht, macht uns der König den Laden dicht.
Und jetzt alle zurück an die Arbeit.
Du hältst dich für was Besseres, was?
-Du hältst dich für einen von ihnen. -Du vergisst dich, Bastien.
-Lass gut sein, Guillaume. -Nein.
Respektlosigkeit erlaube ich hier nicht.
Ich weiß noch genau, wo du herkommst.
Ich weiß, wer du bist, doch du senkst nur den Kopf.
-Kuschst wie eine Schindmähre. -Raus.
-Wie diese Blutsauger im Palast. -Komm nie wieder.
Bitte, Guillaume.
-Er meint es nicht so. -Doch. Raus!
Behalt deine Arbeit und schieb sie dir in den Arsch.
Lieber fresse ich Ratten, als dem länger zu dienen.
Komm mit, Sohn.
Lahmt sie?
Verdammt.
-Steht auf. -Nein.
Wir müssen mein Pferd nehmen.
Aber ich kann nicht.
-Ich muss schlafen. -Gut.
Wir ruhen uns eine Weile aus.
Ich nehme nicht zurück, was ich gesagt habe.
Das sollst du auch nicht.
Dein Bruder würde seine eigene Mutter verkaufen.
Er schickt dir deinen Lohn.
Blutgeld.
Ich weiß, dass du es brauchst.
Was wirst du jetzt tun?
Ich sage, was ich denke, wie immer.
Und wenn sie nicht zuhören?
Ich kann nicht länger stillhalten.
Ich muss etwas tun.
So wie ich.
Wird mich das verdrießen?
Es gehört sich, um Audienz zu bitten.
Es gehört sich, dass man dem Wort eines Königs Glauben schenken kann.
Meine Truppen trafen auf einen Händler auf dem Weg nach Malta.
Und der hatte mehr als nur Gewürze dabei.
Louis unterzeichnete ein Abkommen mit den Ottomanen, das Millionen wert ist.
Das ist Geschäft.
Die Räder des Handels müssen in Schwung kommen dürfen.
Aber warum gerade jetzt? Was erhalten sie im Gegenzug?
Die Ottomanen versammeln Truppen an meiner Grenze.
Dann musst Ihr Euch darauf vorbereiten, sie zurückzuschlagen.
Und wenn Louis auf ihrer Seite steht?
Das ist eine kühne Anschuldigung.
Das ist eine unverfrorene Kriegshandlung.
Er hat den Ungläubigen Rom vorgezogen.
Er hat mich hintergangen und sich Euch widersetzt.
So sicher wie der Tag auf die Nacht folgt,
will der Mann Eure Macht an sich reißen.
Ihr vergesst Euch, Kaiser!
Niemand auf dieser Welt...
...gebietet über die Kirche.
Da drin schlafe ich nicht.
Wir haben keine Wahl.
Es sieht entsetzlich aus.
-Kommt schon, hier entlang. -Das ist ein Unterschlupf für Tiere.
Ja.
Und wenn da nun Spinnen sind?
Spinnen sind Eure geringste Sorge. Kommt jetzt.
Erinnerst du dich, als wir das das letzte Mal taten?
Nur wir zwei.
Wir konnten uns noch kaum die Nasen putzen.
Du hattest Angst vor der Dunkelheit.
Ist das "Zwillinge"?
Der Gürtel des Orion.
"Zwillinge" ist weiter östlich.
Kastor und Pollux, die zwei hellsten Sterne.
Die Zwillinge.
Unfassbar, dass du dachtest, ich stecke hinter dieser Täuschung.
Mein Vertrauen in dich hat Risse bekommen.
Du denkst, ich intrigiere gegen dich, lasse Männer ermorden und dich verprügeln?
Ich wusste es nicht.
Ich wusste, es gab eine Verschwörung, die an die Spitze führte.
Ich nahm an, keiner sei mächtiger als du.
Das ist auch keiner.
Die verdammte Kirche macht nur Ärger.
Was plant Leto wohl?
Er will Kontrolle über mich.
Erlangt er die nicht, will er mich vernichten.
Mit unserem Bruder. Dem rechtmäßigen König.
Sollte der Vatikan siegen, wird das hier unser Leben sein.
-Unser? -Darum brauche ich dich, Bruder.
Wegen meines sanften Gemüts und analytischen Denkens?
Wegen deines Instinkts.
Und deines Herzens.
Welcher Man tötet eine unschuldige Frau?
Ihr seid schuldig wie die Sünde selbst.
Ihr habt mich benutzt. Genau wie Eure Mutter.
-Schließt die Augen. -Nein.
-Schließt sie! -Das werde ich nicht tun.
Ihr könnt mich nicht töten, wenn Ihr in meine liebenden Augen schaut.
-Lügnerin. -Ja.
Ich war ein Spitzel für Kaiser Leopold.
Ja, ich schmiedete Intrigen gegen Louis.
Und ja, ich liebe Euch.
Ich weiß, Ihr fühlt es auch.
Sagt mir, dass meine Gefühle für Euch nicht umsonst waren.
Ihr seid ein besserer Mann, als es der König vermeint.
Ihr seid kein herzloser Hund in seinem Besitz.
Es ist nicht an mir, meine Befehle zu hinterfragen.
Wenn ich meine Pflicht nicht erfüllen kann...
...was bleibt dann noch?
Ihr habt Euer Herz.
Und Euer Gewissen.
Nein!
Wartet eine Stunde im Inneren.
Reitet dann nach Westen, haltet nicht an.
Was werdet Ihr dem König sagen?
Ich habe Angst um Euch.
Ihr dürft jetzt nur an Euch denken.
Sollte ich Euch je wiedersehen...
...werde ich meine Pflicht erfüllen.
Für so etwas habe ich keine Zeit.
Es geht mich nichts an, wenn Bedienstete mit dem Schicksal hadern.
-Das sollte es aber. -Ihr vergreift Euch im Ton.
Ich bitte demütigst um Vergebung.
Wenn der König nichts tut, um sie zu beruhigen, kommt ihn das teuer zu stehen.
Die Salzsteuer fordert ihren Tribut. Die Stimmung im Volk schlägt um.
Was genau wollt Ihr damit sagen?
Ich befürchte, dass sich das Volk gegen Seine Majestät erhebt.
Ist es kein Verrat an Euren Leuten, dass Ihr mir das sagt?
Ich bin dem König gegenüber loyal.
Dann gebt mir Namen und Adressen.
-Und sie werden gefangengenommen. -Das dürft Ihr nicht verlangen.
Ich bin hier, um den König zu warnen.
Ich möchte nicht, dass das Volk leidet.
Dann beende ich Euren Vertrag,
und Ihr steht nicht länger in den Diensten des Königs.
Wie ich sehe, habt Ihr schwer an der Last des Staatsdefizits zu tragen.
Könnte ich doch nur helfen.
-Leider war die Mathematik nie... -Warum seid Ihr hier?
Um mich zu entschuldigen.
Für den Tod meiner Nichte?
Ja.
Der Zeitpunkt Eurer Entschuldigung ist verdächtig.
Was wollt Ihr?
Bin ich für Euch wirklich so hoffnungslos?
Die Indizien stehen gegen Euch.
Dann tut es mir leid, dass Ihr die menschliche Natur so geringschätzt.
Ich wünsche einen guten Tag.
Der eigentliche Grund Eures Besuchs?
Ich wollte Euch um einen kleinen Gefallen bitten.
Meiner Ansicht nach könnte dieser den königlichen Kassen guttun.
-Aber es ist nichts. -Worum handelt es sich?
-Sicher kennt Ihr Monsieur Vanel. -Nein.
Wer ist das?
Ein Chocolatier aus Lyon. Er hat Talent.
Er würde seine Waren gern nach Übersee ausführen.
-Sehr lobenswert. -In der Tat.
Nächste Woche setzt er die Segel von Calais nach England.
Leider hat sich die Ausstellung seiner Papiere verzögert.
Er bat mich, Euch um Hilfe zu ersuchen.
Warum sollte ich das tun?
Weil er ein treuer Diener der Krone ist und Euren Glauben teilt,
dass Frankreichs Zukunft in Handel und Wirtschaft liegt.
Was soll ich tun?
Ganz einfach, seine Identität bestätigen...
...und eine sichere Überfahrt garantieren.
Und ich habe Euer Wort...
...was immer es wert ist,
dass seine Geschäfte absolut ehrlicher Natur sind?
Was immer es wert ist.
Ja.
Ich danke Euch.
Und wie durch Zauberei...
...wird aus Vanel Cavanel.
Voilà.
Wie kann ich Euch danken?
Indem Ihr mich bezahlt.
Wie viel?
Der Preis der Freiheit?
Sagen wir...
...2000, nein, sagen wir lieber drei.
Ich lasse Euch das Geld in Eure Gemächer bringen.
Seid Ihr sicher, dass Ihr nicht mitkommt?
Ja.
Ich gehöre hierher.
Viel Glück in Eurem neuen Leben.
Ihr verlangt Geld, wenn Ihr Menschen in Not helft?
-Dachtet Ihr, ich sei der gute Samariter? -Nein, aber...
Ich verlange Geld, um zu überleben.
Sollte einer Eurer anderen Freunde Hilfe benötigen...
...wisst Ihr, wo Ihr mich findet.
Madame Secretan?
Ich sehe Euch nicht.
Bitte.
Bleibt sitzen.
Doch die Stimme des Königs erkenne ich.
Wie die Eures lieben Vaters.
Es ist mir eine Ehre, Euch in meinem Haus zu begrüßen.
Mein Bruder und ich möchten Euch Fragen stellen.
Erinnert Ihr Euch an Louise de La Fayette?
Vergebt mir, Majestät.
Ich hatte eine Sonderstellung.
Ich schwor, Stillschweigen über einige Dinge zu bewahren.
Und wenn es Euch Euer König befiehlt?
-Der König war sehr von ihr angetan. -Ja.
Wir wissen, dass sie ein Kind hatten.
Bewahrt Euren Frieden.
Lasst Euch Zeit.
Eines Tages...
...gingen wir zusammen spazieren, um die Erntezeit herum.
Louise stand kurz vor der Niederkunft, aber noch war es nicht ganz so weit.
Sie stieß einen leisen Schmerzenslaut aus.
Und Blut tränkte den Saum ihres Rockes.
Wir betteten sie ins warme Gras.
Sie weinte leise.
Doch sie widersetzte sich nicht, obwohl sie Angst hatte.
Und dann wurde er geboren.
Der kleine Robert.
Auf seinem Gesicht war ein Geburtsmal.
Das Kainsmal.
Ich kann sein zartes Stimmchen immer noch hören,
wie es zum Himmel schrie.
Doch es nützte nichts.
Das war der einzige Atemzug, den er tat.
-Er ist gestorben? -Oh ja.
Ja, natürlich.
Sonst wäre Robert heute König.
Ohne die Hand des Schicksals...
...würden wir ihm huldigen.
Warum hat er kein königliches Begräbnis erhalten?
Aber Euer Hoheit, das hat er.
Folgt dem Hügel des Angers bis zum Fuße des heiligen Kreuzes.
Ein heiliger Ort für Pilger und Betende.
Lasst Euren Blick nach Westen schweifen. Da geht die hohe Mauer um eine Ecke.
Senkt Euren Blick genau dort zur Erde, von alten Steinen geschützt.
Dort ruht in Frieden Euer armer Bruder.
Louis de Bourbon und Louise de La Fayette weinten in Eintracht,
als sie ihn dort aus Scham heimlich vergruben.
Es sollte keine Fragen geben, ob der König in der Lage sei, einen Erben zu zeugen.
Louise zog sich sofort ins Kloster zurück.
Doch der König und die Königin besuchten sie jeden Monat zum Gebet,
um den Schmerz ihres Verlustes zu teilen.
Madame?
Wer wusste noch davon?
Niemand außerhalb des nächsten Gefolges des Königs.
Der Leibarzt Ihres Vaters leitete alles in die Wege.
Mit allergrößter Sorgfalt und Güte.
Er stand ihm am nächsten von allen.
Jean-Baptiste Bontemps.
Bontemps Vater hat alles vertuscht.
Dein bester Freund wusste die ganze Zeit von der Sache.
Man sollte ihm Beifall zollen, dass er das Geheimnis bewahrte.
Das kann nicht alles sein.
Der König bekam ein Baby, und es starb.
-Das Rätsel ist gelöst. -Wer ist hinter der Maske?
Wer auch immer er ist, er kann mich nicht stürzen.
Jetzt wissen wir auch nicht mehr.
Wir wissen, was wir wissen müssen. Dass ich der rechte König bin.
-Wie passt der Vatikan da hinein? -Vielleicht gar nicht.
Und vielleicht weiß Bontemps gar nichts.
Wer hat uns von Macquart erzählt?
Wer hat am meisten mit dem Kardinal und di Marco zu tun?
Wer sagte uns, dass der Mann mit der Maske reine Einbildung sei?
Es gibt einen Grund, warum der Gefangene vor uns versteckt wird.
Und Bontemps kennt ihn.
Warum um alles in der Welt sollten wir die Kreatur in die Kolonien schicken?
Es ist das Beste, um sich dieses Problems für immer zu entledigen.
Er muss hierbleiben.
Wo wir ihn beschützen und behüten können.
Solange er in Europa bleibt, wird er eine Gefahr sein.
Eine sehr nützliche.
An welchen Nutzen hattet Ihr gedacht?
Falls Louis ein bisschen... überzeugt werden muss.
Ich schließe mich keiner Verschwörung gegen den König an.
Was habt Ihr ein Leben lang sonst getan?
Ich habe den König beschützt.
Nennt es, wie Ihr wollt.
Ihr fahrt fort wie bisher.
Außer der König soll erfahren,
dass der Diener, dem er am meisten vertraut,
in Wahrheit ein Verräter ist.
Nun.
Wo genau wird der Gefangene festgehalten?
Lasst uns anhalten. Ich muss mich ausruhen.
-Sind wir fast da? -Nein.
Wenn Ihr Euch beeilt, erreicht Ihr die holländische Grenze in wenigen Tagen.
-Was meint Ihr damit? -Ich muss zurück.
-Ich habe etwas zu erledigen. -Was?
Den König vernichten.
-Was? -Meine Mutter rächen.
-Sie töten Euch, wenn Ihr zurückkehrt. -Diesen Preis zahle ich.
Sophie, hört mich an. Wenn Ihr zurückkehrt, ist alles verloren.
Ihr seid zu jung zum Sterben. Kommt mit mir.
Beginnen wir gemeinsam ein neues Leben.
Ich schaffe diese Reise nicht ohne Euch.
Nur Gott weiß, was die Zukunft bringt, aber wenigstens gäbe es Hoffnung.
Und wir hätten einander.
Sprecht, und der Herr wird Euch erhören.
Ich klage mich der Lüge an.
Bereut Ihr diese Lüge?
Nein.
Aber Lügen ist eine Sünde.
Ist Loyalität eine Sünde?
Loyalität wem gegenüber?
Jemand Nahestehendem.
Den ich liebe.
Und verehre.
Und den ich beschützen wollte...
...vor einem Geheimnis, das ihn vernichten würde.
Es gibt Menschen, die das Geheimnis gegen meinen Herrn wenden würden.
Liebt Ihr Euren Herrn wirklich,
findet Ihr einen Weg, um sie aufzuhalten.
Welchen Weg ich auch gehe...
der Untergang ist sicher.
Habt Ihr sie gefunden?
In einem Kloster auf dem Weg nach Aachen.
Und?
Das gehörte Prinzessin Eleonore.
Und die Duchesse de Cassel?
Sie wird Euch keinen Ärger mehr bereiten.
Ich wusste, ich kann Euch vertrauen.
Sag Bontemps, wir möchten ihn sprechen.
Habt Ihr Euren Bruder gefunden?
Ja.
Auf einem Feld.
Euer Hoheit?
Er wurde vor langer Zeit zwei Meter unter die Erde gebracht.
-Und der Mann mit der eisernen Maske? -Ist immer noch ein Rätsel.
Bontemps ist der Schlüssel.
Davon seid Ihr überzeugt.
Er weiß etwas.
Findet ihn.
Ich versichere Euch, dass alles getan werden wird,
um die Schuldigen zu finden, zu foltern und hinzurichten.
Das sollte nicht allzu schwierig sein.
Warum nicht?
Weil sie Eure Männer sind.
Ihr haltet mich für fähig, eine junge Frau ermorden zu lassen?
Ich halte Euch für zu allem fähig.
Ihr legt mir eine Tragödie zu Lasten, die Ihr verschuldet habt.
Nicht ich habe sie entkommen lassen.
Nicht ich habe sie den Gefahren vagabundierender Banditen ausgesetzt.
-Wie könnt Ihr es wagen, Ihr kleiner... -Meine Herren.
Euer Majestät.
Dürfte ich vorschlagen, dass Ihr Eure Gemächer aufsucht?
Ich möchte etwas mit dem König besprechen.
Nach dem Tod der Prinzessin...
...wünscht Ihr zweifellos,
dass ich die Verbindung zwischen König Karl und Eurer Nichte absegne.
Natürlich nur, wenn es Euch schicklich scheint.
Tut es nicht.
Euer Anspruch auf Spanien ist hinfällig.
-Ihr habt den Vatikan verraten. -Unsinn.
Wir wissen von Eurem Abkommen mit den ottomanischen Ketzern.
Abkommen?
Ein Handelsabkommen, das ihnen den Angriff auf Österreich erlaubt.
Was geht es den Vatikan an, wenn die Ottomanen Österreich angreifen?
Stellt meine Geduld nicht auf die Probe.
Österreich ist die Passage zum Heiligen Römischen Reich.
Wenn die muselmanischen Horden Wien einnehmen, halten sie nicht dort.
Euer Eminenz, Ihr habt mein Wort,
dass kein Moslem je ein Land betritt, das dem Vatikan gehört.
Euer Wort hat an Gewicht verloren, Louis.
Dann handle ich fortan ohne Eure Unterstützung.
Ihr widersetzt Euch der Kirche?
Ja.
Das ist eine Kriegserklärung.
Ich rate Euch davon ab, Krieg gegen mich zu führen.
Und ich rate Euch davon ab,
mich gegen Euch aufzubringen, Louis, König von Frankreich.
Ihr habt vielleicht eine Armee.
Doch ich habe eine Waffe, die Euer Reich zerstören wird,
bevor es überhaupt vollendet ist.
Droht Ihr mir?
Nicht ich bin es, der Euch bedroht.
Wer dann?
Das werdet Ihr bald sehen.
Sucht Monsieur Bontemps.
Sagt ihm, ich wünsche, ihn zu sehen. Unverzüglich.
Herr.
-Habt Ihr ihn? -Er wurde auf dem Weg zum Stall gesehen.
Seit ich den Thron bestieg, wurde ich von vernünftigem Rat geleitet...
...und besonnener Strategie.
Ich habe Nachbarschaften und Bündnisse gepflegt,
Abkommen unterzeichnet und den Vatikan ins Vertrauen gezogen.
Diese Zeiten sind vorbei.
Spanien, Straßburg, Luxemburg. Alle werden mir gehören.
Sofort.
Majestät, Ihr sprecht da von uneingeschränktem Krieg.
Ja.
Ich bewundere...
...die Kühnheit Seiner Majestät.
Und Seine Ziele.
Wäre es nicht weise, diese Ziele mittels Bündnissen zu verfolgen?
-Diplomatie... -Die Diplomatie hat ausgedient!
Ab jetzt kämpft Frankreich allein.
Unsere einzigen Verbündeten sind Tapferkeit und unbedingte Schlagkraft.
Hör auf, dir Sorgen zu machen.
Fabien wird ihn finden und zurückbringen.
Nun.
Wo ist die Braut?
Meine Nichte ist noch keinen Tag tot.
Mesdames und Messieurs am Hofe.
Erweist meiner Nichte Marie Louise die Ehre.
Die zukünftige Königin Spaniens.
Bravo!
Ich hörte, dass die ottomanische Armee bereits vorrückt.
Ihr müsst zur Verteidigung Eures Landes eilen.
Unterschätzt ihn nicht.
Und Ihr, unterschätzt die Macht der Kirche nicht.
Euer Eminenz. Vetter.
Begleitet mich doch zur Messe.
Danke für Euer gütiges Angebot, aber ich reise ab.
Ich werde in gewissen Angelegenheiten zu Hause gebraucht.
Natürlich. Ich hoffe, dass unser nächstes Treffen fröhlicher wird.
Das bezweifle ich.
Lebt wohl, Louis.
Es sieht aus, als reise jeder ab.
Ich nicht.
Kommt Ihr, um mich zu töten?
Wäre das der Fall, wärt Ihr längst tot.
Reizt mich nicht.
Tollkühnheit kleidet Euch nicht, Bontemps.
Legt das Messer nieder, und wir reiten nach Versailles zurück.
Das ist unmöglich.
Warum? Was wollt Ihr hier?
-Den König hintergehen? -Nein. Ihn zu beschützen.
Ihr beschützt allein Euch selbst.
Hört mich an.
Dunkle Kräfte agieren hier.
Sie würden die Krone vernichten.
Ihr haltet mich wirklich für einen Narren?
Haltet Ihr mich wirklich für einen Verräter?
Wir kennen einander seit vielen Jahren, Marchal.
Doch was auch immer zwischen uns vorgefallen ist,
eines hat sich nie verändert.
Unsere Loyalität gegenüber unserem König.
Habt Ihr ihn gefunden?
Nein, Euer Eminenz.
Richtet meine Kutsche her.
Wer wünscht Einlass?
Alexandre Bontemps.
Wir überbringen dem Gefangenen eine Botschaft vom Kardinal.
Seid Ihr hier, um mich zu töten?
Eure Reise neigt sich ihrem Ende.
-Das ist nicht nötig, Hoheit. -Was zur Hölle ist Euer Spiel?
Ihr habt gelogen.
-Ihr habt Euren König verraten. -Lass ihn sprechen.
Alles, was ich tat, war zu Eurem Wohle, Majestät.
Jetzt kehren sie meine guten Taten ins Gegenteil.
Wer?
Die Kirche?
Es war ein Geheimnis. Und jetzt ist es ein Fluch.
Ich will die Wahrheit wissen.
Sofort.
Es tut mir leid, Euch enttäuschen zu müssen.
Habt Ihr einen anderen erwartet?
Ist das ein Traum?
Euer langgehegter Wunsch wird endlich wahr.
Nehmt die Maske ab.
Wer seid Ihr?
Man nennt mich den Duc de Sullun.
Den Mann ohne Namen.
Wie lautet Euer wahrer Name?
Nicht mein Name...
...sondern wer ich bin, ist von Bedeutung.
Wer seid Ihr?
Ich bin Euer Vater.
Untertitel von: Susann Fahle-Christensen
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