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Er sieht furchtbar aus.
Kein Grund zur Sorge, Euer Hoheit, da bin ich mir sicher.
Eure Diagnose?
-Eine leichte Gehirnerschütterung. -Verursacht durch den Sturz.
Ich bin nicht gestürzt.
Ich wurde geschlagen.
-Schont Euch. -Euer Hoheit.
Meine Kleider.
Sagt dem König, ich möchte ihn sehen.
Ihr werdet nirgendwohin gehen.
-Ich muss mit meinem Bruder reden. -Wozu in aller Welt?
Die Maske.
Welche Maske? Wovon redet Ihr?
Seine Augen.
Einer der Gefangenen... trug eine Maske.
Sorgt dafür, dass er die Ruhe bekommt, die er braucht.
Er hat recht. Ihr braucht Ruhe.
Noch nicht.
Noch nicht.
Es ist üblich, dass man sich nach dem Kampf vor dem König verneigt.
In Österreich verbeugt sich der Verlierer zuerst.
Wir sind nicht in Österreich, Euer Majestät, sondern in Versailles.
Eine gute Finte. Ein heftiger Angriff nach dem Vortäuschen von Schwäche.
Man erinnert sich an den Sieger, nicht an die Art des Sieges.
Zum Thema "Sieger": Es wird Zeit, dass wir in Verhandlungen eintreten.
In der Tat. Ich habe heute früh Nachricht aus Rom bekommen.
Man sieht Euren Schutz über Straßburg und Luxemburg mit Wohlwollen.
Sehr gut. Dann müssen wir nur über Spanien reden.
Gibt es da so viel zu reden?
Unsere Ansprüche sind doch gleich.
Nach dem Tod Karls des Zweiten geht eine Hälfte an Euch, eine an mich.
Vieles änderte sich seither.
Zum Beispiel?
Ich habe den Krieg gewonnen.
Wer hat gesiegt?
Seine Majestät ließen mich gewinnen.
-Seine Majestät... -Das ist nichts.
Ihr wirkt ein wenig erschöpft.
Nichts, was ein Spaziergang in den Gärten nicht behebt.
Wie viel von Spanien wollt Ihr?
Alles.
Bruder.
Du solltest wirklich im Bett sein.
Ich habe gehört, deine Fantasie spielt dir Streiche.
Ich habe gerade Seiner Majestät erklärt,
dass Ihr einen bedauerlichen Unfall hattet.
Einen Unfall?
Der Kommandant der Bastille berichtete, Ihr seid ausgerutscht und gestürzt.
Unsinn.
Ich war in der Bastille, um den Gefangenen zu sehen.
-Den Duc de Sullun. -Ja.
Ich kam in seine Zelle...
...und wurde geschlagen und bin gestürzt.
Er trug eine Maske.
Die war aus Eisen.
Ich habe gehört, sein richtiger Name ist Macquart.
-Was? -Ein kleiner Ganove. Geistesgestört.
Er ist davon überzeugt, er wäre adlig.
Sie gaben ihm den Titel "Duc de Sullun", um ihn zu beruhigen.
-Wieso Sullun? -Hast du dein Latein vergessen?
"Sullun" ist die Umkehrung von "nullus".
Das bedeutet "keiner".
Der Mann mit der eisernen Maske?
Den gibt es nicht, der ist nur in deinem Kopf.
Und nun bitte, Bruder, geh wieder zu Bett.
-Nicht. Nicht. -Warum nicht?
Ihr werdet bald fort sein.
Genießen wir so lange unser Zusammensein.
Es würde nur den Abschiedsschmerz steigern.
-Kann ich Euch vertrauen? -Natürlich. Warum?
-Ich brauche Eure Hilfe. -Inwiefern?
Euer Gemahl möchte die Dynastie zerstören,
die unsere Vorfahren in 600 Jahren aufgebaut haben.
Er beansprucht nach dem Tod Eures Bruders ganz Spanien.
Die Habsburger sind bald ausgelöscht.
-Was wollt Ihr unternehmen? -Ich halte ihn auf.
Und wie?
Meine Nichte Eleonore wird Euren Bruder Karl heiraten.
Schreibt ihm, dass Ihr die Verbindung empfehlt.
Warum sollte ich Euch helfen?
Weil Ihr auch eine Habsburgerin seid.
Genau wie ich.
Weil Euer Gemahl Euch immer nur als Mittel der Politik sah.
Er hat Euch am Tag Eurer Hochzeit verlassen.
Seit damals sind seine einzigen Geschenke an Euch Einsamkeit und Untreue.
"Mein lieber Bruder Karl.
Ich schreibe dir, die Eheschließung betreffend."
Es heißt, in Villarceaux habe sie ihre Nächte in Wonne auf dem Rücken verbracht
und ihre Tage auf den Knien voller Buße.
Meine Meinung, die Euch sicher interessiert...
Die Frage ist: Welche Farbe wird es in der kommenden Saison?
Blau oder Grün?
Immer eine verzwickte Entscheidung.
Duchesse.
Sie gibt sich gern so makellos wie frisch gefallener Schnee,
aber hinter diesem prüden Getue ist Madame eine ziemliche Hure.
Wenn ich den König das nächste Mal sehe, hätte ich Lust, ihm das zu sagen.
Über wen mögen die wohl reden?
Über mich.
Aber an diesen Gerüchten ist nichts Wahres?
Natürlich nicht.
Wenn Ihr mich entschuldigt.
Die gnädige Frau wirken aufgebracht.
Sagt mir, Bontemps...
...ist es bezeichnend für den Adel,
den Ruf einer Dame mit üblen Gerüchten und Lügen zu zerstören?
Nein.
Das glaube ich auch nicht.
Madame de Montespan.
Guten Morgen, Françoise.
Geht es Euch gut?
Ihr steckt doch dahinter.
-Verzeihung, wie meinen? -Hinter den Gerüchten.
-Warum sollte ich etwas Derartiges tun? -Aus Eifersucht.
Auf Euch? Nein, ich glaube eher, dass es umgekehrt ist.
Ich war bereit, alles zu riskieren, und Ihr seid es nicht.
Schickt Ihr ihm denn andere Frauen ins Bett?
Die Bedürfnisse des Königs müssen befriedigt werden.
Diese Frauen bedeuten ihm nichts.
-Ihr habt Angst, nicht wahr? -Wovor?
Vor Eurer eigenen Leidenschaft.
Die Kontrolle zu verlieren, wenn Ihr Euch hingebt.
Ihr flüchtet Euch in Frömmigkeit und Versagung.
Aber hinter dieser Maske schreit Ihr vor Schmerz.
-Gibt es Nachrichten aus Spanien? -Seit heute früh.
König Karl erwartet, dass wir sofort zu ihm kommen.
Schreibt ihm, wir brechen auf, sobald die Verhandlungen abgeschlossen sind.
Darf ich fragen, welchen Ansatz Seine Majestät erwägen?
Den gleichen wie Louis: lügen, feilschen, zugestehen,
Druck ausüben, widersprechen und lächeln.
-Der König ist gefährlich. Ich rate... -Ich brauche Euren Rat nicht.
Dies ist ein Spiel. Der Preis ist Spanien, und ich habe die Trumpfkarte.
Danke.
Im Salon wird geredet.
Ich weiß.
Ist etwas Wahres daran?
Nein, Euer Majestät.
Es ist niederträchtiges Geschwätz, um meinen Ruf zu zerstören.
Und meinen.
Der König möge wissen, er genießt mein volles Vertrauen.
Ich bete nur, dass er mir auch vertraut.
Kommt mit.
Onkel, darf ich in den Salon gehen?
Nein, du beschäftigst dich hier mit deinen Stickarbeiten.
Stickarbeiten sind für alte Jungfern.
Was du wirst, wenn du nicht etwas mehr Demut und Respekt zeigst.
-Freunde dich mit der Königin an. -Wieso?
Sie kommt mir so langweilig vor.
Sie ist eine Habsburgerin. Genau wie du.
Auch wenn sie den Titel mehr verdient als du.
-Aber worüber soll ich mit ihr denn reden? -Spanien.
Spanien?
Die Menschen, die Kultur, die Traditionen.
Aber ich schere mich keinen Deut um Kultur und Traditionen.
-Ich will mich amüsieren. -Dazu bist du nicht hier.
Ich habe Verwendung für dich.
Ja, Onkel.
Der König!
Lügen ist eine Sünde.
Verleumdung ist eine Sünde.
Andere durch haltlose Gerüchte vernichten zu wollen, ist eine Sünde.
Eine mir nahestehende Frau, die diesem Hofe zu großer Ehre gereicht,
sieht ihren Ruf beschmutzt durch das Gift böser Gerüchte.
Wer sie verletzt, verletzt seinen König.
Das wird aufhören.
Sofort.
Mademoiselle de Vasseur, Ihr seid nicht mehr willkommen auf Versailles.
Wie peinlich.
Sie tut mir leid.
-Diese junge Frau ist unschuldig. -Niemand hier ist unschuldig.
-Ihr habt diese Gerüchte aufgebracht. -Es sind keine Gerüchte, sie sind wahr.
Sie soll für ihre Vergangenheit bestraft werden, wie einst ich.
Ihr nehmt mich am besten gleich gefangen.
Ich hätte nicht gedacht, dass ich Euch wiedersehe.
Gedacht oder gehofft?
-Wo seid Ihr gewesen? -In Holland.
Ich nahm Zuflucht am Hofe Wilhelm von Oraniens.
Was habt Ihr dort getan?
Thomas hatte mir dazu geraten.
Ich wurde zunächst festgenommen, vor den Statthalter gebracht und verhört.
Sie fragten nach Versailles und dem König,
und ich sagte ihnen alles, was ich weiß, was nicht sehr viel ist.
Und dann?
...fragte er, ob ich für ihn arbeiten will.
Als Spionin.
-Als Spionin, hier in Versailles? -Ja, Euer Majestät.
-Ich habe abgelehnt. -Warum?
Warum sollte ich einem Gescheiterten dienen?
-Habt Ihr ihm das gesagt? -Nein.
-Ich sei dafür nicht geeignet. -Und er ließ Euch frei?
Nein, Euer Majestät. Ich bin geflohen.
Wie?
Die Wache mochte meine Reize.
Ich bin nach Süden geflohen, nahm Zuflucht in Klöstern und Tavernen.
Jetzt möchtet Ihr Titel und Vermögen zurückhaben?
Ich unterwerfe mich Eurer Gnade.
Bravo.
-Für die wunderbare Vorstellung. -Es stimmt, was ich sage.
Sperrt sie ein.
Seine Majestät sind nicht interessiert,
dass die Armee Wilhelm von Oraniens mobil ist?
10 000 Mann marschieren nach Österreich,
um Kaiser Leopold beizustehen.
Woher wisst Ihr das?
General de Salm sagte es mir.
Wieder einer, der Eure Reize mochte?
Warum sollte ich so etwas erzählen, wäre ich eine Spionin für Wilhelm von Oranien?
Ich stelle Nachforschungen an, um ihre Geschichte zu bestätigen.
Bis dahin bleibt sie hinter Schloss und Riegel.
Wie Ihr meint.
Euer Hoheit. Der Arzt besteht darauf, dass Ihr Bettruhe haltet.
Er ist nicht mehr mein Arzt.
Und ich weiß, was ich gesehen habe.
Geht zu Monsieur Jadot bei den Stallungen.
Er möge sofort ein Pferd vorbereiten und einen Boten nach Rom schicken.
Diós mejora las horas.
Diós mejora las horas.
Was heißt das?
Man könnte sagen: "Nach dem Regen kommt die Sonne."
Hübsch.
Und was essen die Spanier?
Nun ja, das Leibgericht des Königs ist "Rabo de Toro".
Was ist das?
Ein Schmorgericht aus den Schwänzen der Bullen,
die ein Matador tötet.
Und der König, Euer Bruder...
Er muss Euch fehlen.
Ja.
Er fehlt mir ganz furchtbar.
Aber ich habe hier sein Porträt, das mich an ihn erinnert.
Er kann nichts dafür, er wurde so geboren.
Sicher, er leidet darunter, aber er hat ein edles Herz.
Wollt Ihr ganz Spanien mit seinen Hoheitsgebieten,
habt Ihr Krieg mit allen Ländern Europas.
Ich gewann soeben einen und bin bereit für einen weiteren.
Das wäre keiner, den Ihr gewinnen könnt.
-Es wäre einer ohne Ende. Wollt Ihr das? -Ich will, was mir zusteht.
Ihr glaubt, Euch stünde alles zu.
Was werdet Ihr tun, wenn die Türken nach Wien vorrücken?
Hoffen, dass es regnet?
Oder zählt Ihr auf das Lumpenpack der Armee Wilhelm von Oraniens?
Die einzige Person, die Euch beschützen kann, bin ich.
Ihr habt ja schon Luxemburg und Straßburg als Gegenleistung für Euren Schutz.
Und ich will Spanien.
Der Papst stimmt nie zu. Nicht einmal Ihr fordert ihn heraus.
Ich nehme 80 Prozent.
Lieber Cousin, Ihr wisst, dass das zu viel ist und ich nicht zustimmen kann.
Dann fangt lieber an, Türkisch zu lernen.
Euer Hoheit sind vollständig genesen?
Was ist da los?
Nichts, Euer Hoheit.
Das ist nur ein... Missgeschick.
Er schnitt sich die Pulsadern auf.
-Sein Name? -Macquart.
Warum brachte er sich um?
Möchten Seine Hoheit den Rest des Lebens hier sein?
-Wer hat mich niedergeschlagen? -Euer Hoheit?
Hey, komm her!
Hört auf, mich für dumm zu verkaufen.
Seine Hoheit sind mit dem Kopf auf dem Boden aufgeschlagen.
Das habe ich selbst gesehen.
Als ich diesen Mann zuletzt sah, trug er eine Maske aus Eisen.
Wir haben keinen Gefangenen, der so etwas trägt.
Andernfalls wüsste ich das.
Bringt ihn weg.
BRINGT MICH UM
Zum Schlafen ins Heu legt sich der Bauer.
Da kommt eine Schlange, und er winkt die Sau her.
Die liegt auf dem Rücken und sagt: "Ich will noch viel mehr."
Armer Dummkopf.
Weißt du, wer ich bin?
Das weiß ich besser als Ihr selbst:
Philippe von Rinnstein, Scheißhaus und Ziegenkot.
Kanntest du den Mann in dieser Zelle?
Den Duc de Sullun?
Macquart?
Den hat jeder gekannt. Aber keiner hat ihn gekannt. Versteht Ihr?
Wer war er?
Seht ihm bloß nicht in die Augen. Er frisst Euch auf.
Ist er noch am Leben?
Er ist untot. Den kann man nicht töten.
-Hatte er eine Maske? -Armes Schwein.
Hatte er eine Maske?
-Er tötet mit seinen Blicken. -Halt's Maul!
Kain, der Bruder von Abel.
Zwei Brüder, in Blut getränkt und auf ewig verflucht!
Kain, Bruder von Abel.
-Guten Morgen. -Guten Morgen, Euer Hoheit.
Darf ich?
Er ist so hübsch.
Danke.
Euer Hoheit, wenn Ihr gestattet.
Ich will nicht anmaßend sein,
aber Ihr macht einen schweren Fehler, indem Ihr ihn hierbehaltet.
Ach, tatsächlich?
Das ist nicht die richtige Umgebung für ein Kind.
Woher nehmt Ihr das Recht, mir zu sagen, wie ich mein Kind aufziehen soll?
-Ich war Gouvernante. -Jedoch nie Mutter.
Leider Gottes nicht.
Dafür hätte einer Eurer vielen Liebhaber sorgen können.
Offenbar habt Ihr Euren Ruf als ehrbar und integer nicht verdient.
Das lief ja wunderbar.
-Es gibt sicher keinen Fehler? -Bestimmt nicht, Euer Majestät.
Das Geld, das wir für die Expansion nach Amerika benötigen,
und für die Sicherung der Grenzen,
steigert unser Defizit um zwei Millionen.
Und die neuen Steuern?
Die gibt es, Euer Majestät, aber das Volk weigert sich, sie zu bezahlen.
Das französische Volk muss lernen, das Gesetz zu befolgen.
Aber, Euer Majestät, wie in aller Welt...
Spornt es an.
Ja?
Von den Gerüchten bezüglich Madame de Maintenon...
-Ich habe den Ursprung entdeckt. -Wer ist es?
Bringt sie zu mir.
Wir dürfen das nicht zulassen. Das könnte unser Geschäft schädigen.
Sie können nun mal nicht zahlen.
Natürlich können sie zahlen. Sie wollen nur nicht.
Sagt mal...
Wer von euch hat seine Steuern nicht gezahlt?
Hebt die Hand.
Ihr missachtet euren König.
Ich habe immer meine Steuern gezahlt...
Aber diese nicht. Der König geht zu weit.
Sie sind für das Gemeinwohl.
Wenn du willst, dass wir sie zahlen, gib uns mehr Geld.
Wenn ich euch mehr bezahle, gehen wir bankrott, und ihr habt keine Arbeit mehr.
Ob wir arbeiten oder nicht, die meisten sterben arm und in Lumpen.
Wird der große Louis eine Träne vergießen?
Komm.
Auf dem Tisch liegt ein Stück Papier.
Ihr lest es laut vor und unterzeichnet es.
"Ich, die Marquise de Montespan...
...verzichte hiermit auf meinen Platz am Hofe von Versailles und gebe ihn auf.
Ich verspreche, sämtliche Kontakte, die ich im Palast habe, abzubrechen
und nicht mehr am höfischen Leben teilzunehmen.
Ich widme den Rest meines Lebens dem Gebet und wohltätiger Arbeit.
Ich habe gesündigt, und ich nehme meine Buße an."
Es ist bereits alles vorbereitet.
Eine Kutsche bringt Euch unverzüglich...
...ins Ursulinen-Kloster.
Ihr werdet nie wieder hierher zurückkehren.
Der Verurteilte hat das Recht auf ein letztes Wort,
bevor er abgeführt wird.
Wo ich einst das herzliche Gesicht eines Mannes sah...
...sehe ich jetzt das steinerne Antlitz eines Tyrannen.
Ihr behandelt die um Euch wie Sklaven
und stellt Euch selbst über die Sterblichen.
Denkt an die Geschichte von Ikarus:
Kommt Ihr der Sonne zu nahe, werdet Ihr abstürzen und untergehen.
Der Tanz ist vorbei.
Geht.
Beizeiten werde ich ihr vergeben.
Aber ich werde nie vergessen.
Euer Majestät.
Verzeihung. Hätte ich gewusst...
Wie lange steht Ihr dort?
Ich gebe Euch Euren...
Danke.
Ich möchte Euch dafür danken, was Ihr heute im Salon gesagt habt.
Ihr habt meine Ehre verteidigt.
Es war mir eine Ehre, das zu tun.
Bitte hört auf.
Ich kann nicht.
Warum nicht?
Sagt nicht, dass Ihr es nicht wollt.
Genug.
Seine Majestät nutzen Seinen Rang aus.
Ich weiß nicht, welchen Rang ich bei Euch habe.
Ich möchte Euch bitten zu gehen.
Euer Majestät?
Die Marquise de Quincy erwartet Seine Majestät in Seinem Gemach.
-Ich dachte, Ihr kommt nicht. -Ich überlegte es mir zehnmal anders.
-Habt Ihr den Brief geschrieben? -Ja.
Guten Morgen, Euer Majestät.
Ich hoffe, Ihr hattet eine befriedigende Nacht.
Leistet mir Gesellschaft.
Etwas amüsiert Seine Majestät.
Jeder blickt zu einem König und sagt: "Ich würde alles geben, um er zu sein.
Alles, was er sich wünscht, kann er haben."
Aber sie sehen nur die Oberfläche.
Sie sehen nichts von den Schatten darunter.
Niemand hat alles, was er will, Euer Majestät.
Nicht mal ein König.
Seht.
Aus dem dunkelsten Schatten entspringt das hellste Licht.
Kommt Ihr, um mich zu foltern?
Meine Leute haben sämtliche Einzelheiten Eurer Reise aus Holland überprüft.
Ihr habt offenbar die Wahrheit gesagt.
Ihr klingt beinahe enttäuscht.
Der König hat Eure Freilassung genehmigt.
Ihr seid nun wieder die Duchesse de Cassel.
Aber Ihr traut mir noch nicht.
Nein.
Ihr mögt frei sein.
Aber was Ihr auch tut...
...mit wem Ihr auch redet, wohin Ihr auch geht.
Ich beobachte Euch.
Sogar in meinen Gemächern?
Lächle mal.
Ja. Da.
Na also.
Philippe, er hat eben gelächelt.
Kommt und seht. Er ist bezaubernd.
Und seht Euch diese blauen Augen an, die sind wunderschön.
Was habt Ihr gesagt?
Ich habe gesagt: "Seht Euch diese blauen Augen an."
Wo wollt Ihr denn hin?
Euer Hoheit.
-Sagt Euch der Name "Macquart" etwas? -Nein. Sollte er das?
Vermutlich nicht. Ein Dieb, der in der Bastille festgehalten wird.
Als ich ihn zum ersten Mal gesehen habe...
...war sein Gesicht hinter einer eisernen Maske verborgen.
Als ich gestern wieder dort war,
trug man eine Leiche aus seiner Zelle.
-Macquart? -Das will mich jemand glauben machen.
Gleiche Kleidung, etwa die gleiche Größe.
Aber der erste Mann, den ich gesehen habe, hatte blaue Augen.
Der Mann gestern hatte braune Augen.
Und warum wenden sich Seine Hoheit damit an mich?
Damit Ihr helft, der Sache auf den Grund zu gehen.
Das würde ich gern.
-Allerdings... -...dient Ihr nur dem König.
Genauso ist es.
Dann seht das nicht als Arbeit.
Seht es als eine Freizeitbeschäftigung.
Es reizt Euch, ich sehe es in Euren Augen.
Länge: 22,8.
Spannhöhe: 9,9.
Erzählt mir von der Stimmung der Pariser.
Sie sind sehr froh, Euer Majestät.
Dass ihr Monarch so großzügig ist.
Sie haben ein schweres Leben.
Ich hörte, sie sind unzufrieden wegen der Steuern.
Das kann durch harte Arbeit kuriert werden.
Sicher gibt es welche, die ihren König verachten.
Solche gibt es immer.
Aber sie sehen nicht den Ruhm Frankreichs. Sie denken nur an sich.
Sie haben Hunger.
Hütet Eure Zunge.
Ist schon gut.
Ich freue mich über das Gespräch.
Ihr müsst wissen, dass ein König dazu da ist, seinem Volk und Land zu dienen,
das Land zu verteidigen, den Handel zu entwickeln, für Bauwerke zu zahlen.
All diese Dinge erfordern Geld.
Und Geld kann man nur durch Steuern einnehmen.
Ist das so falsch?
Das ist es.
Wenn es die Menschen ausblutet.
Die, denen Seine Majestät angeblich dienen...
...glauben, dass er nur seinen persönlichen Zielen dient.
Meine Schwester meint, manche sind gierig und selbstsüchtig.
Nein. Was ich sagen wollte, habe ich gesagt.
Aber Ihr täuscht Euch.
Ich strebe nicht nach Ruhm für mich selbst, sondern für Frankreich.
Euer Volk interessiert sich wenig dafür.
Es ist dankbar für sauberes Wasser und Licht.
Aber beides füllt ihre Mägen nicht.
Danke für Eure Ehrlichkeit.
Hast du den Verstand verloren?
Hast du deine Herkunft vergessen?
Du warst ein Freund des Volkes,
jetzt bist du ein geldscheffelnder Feigling, wie du ihn verachtet hast.
Der König hat unserer Familie und unserem Geschäft Ehre erwiesen.
Und du schlägst es ihm um die Ohren?
Er hat mich gefragt, was ich denke, und das habe ich ihm gesagt.
-Hätte ich lügen sollen? -Ja.
-Wieso? -Weil er der König ist!
Weil man den König immer belügen sollte?
-Euer Hoheit. -Habt Ihr Neuigkeiten?
Ich sprach mit meinen Agenten in Paris.
Dieser Macquart war offenbar der Polizei wohlbekannt.
Zehn Fälle von kleinen Diebstählen, zwei von Erpressung.
Aber im Großen und Ganzen
ein harmloser Kerl, der nur seine Familie durchbringen wollte.
Wieso ist er dann in der Bastille gelandet?
Er war nicht in der Bastille.
Er war in Clichy im Gefängnis.
Jemand muss ihn in die Bastille verlegt haben.
Der Papst sieht die Verbindung mit Wohlwollen?
Ja, Euer Majestät.
Er möchte nur, dass das Gleichgewicht der Macht erhalten bleibt.
Wenn Louis Spanien übernimmt, dann wird ganz Europa folgen.
Darum muss er sich nicht sorgen.
Louis.
Ich habe gute und schlechte Nachrichten.
Die guten?
Ich habe alles geprüft und komme zu dem Schluss,
dass Euer Vorschlag, 80 Prozent von Spanien und seinen Hoheitsgebieten
nach Karls Tod zu übernehmen, das Beste ist.
-Eure Großzügigkeit überrascht mich. -Es ist nicht großzügig.
Ich habe genug vom Krieg.
Meine Armee ist erschöpft, mein Volk will Frieden und Stabilität.
Das ist die beste Möglichkeit, ihm das zu geben.
Die schlechten Neuigkeiten?
Ich muss Euch verlassen. Mein Volk braucht mich.
Ihr werdet mir fehlen.
Kommt, eine Umarmung.
Als Cousins und als Verbündete.
-Morgen kehre ich nach Wien zurück. -Natürlich.
Und heute Abend feiern wir die Unterzeichnung des Abkommens.
Nein.
Bitte.
Nehmt ihn mir nicht. Lasst mich zum König!
Es ist Gesetz im Palast, Euer Hoheit. Ich bedaure.
-Hände weg von ihm! -Euer Hoheit!
Nehmt ihn mir, und Ihr reißt mir das Herz raus.
Dies ist kein Ort für Kinder, Euer Hoheit.
Es ist besser so.
Bürger von Paris!
Ich bin hier, um euch an die gemeinsame Vision zu erinnern...
...die uns alle verbindet.
Und an das Wunder unseres Königs Louis.
Ihr stellt seine Autorität infrage.
Unser großer König lebt nur für ein Ziel:
den Ruhm Frankreichs zu mehren.
Aber wir alle müssen Opfer bringen, ganz genauso wie er!
Wir müssen glauben, wie er es tut,
träumen, wie er es tut,
leiden, wie er es tut!
Und ob wir leiden.
Wir müssen ihm vertrauen,
so wie er uns vertraut!
Warum sollten wir ihm vertrauen? Damit er uns leichter bestehlen kann?
Der König bestiehlt niemanden!
Er erhebt Steuern, die er jedoch seinem Volk wiedergibt.
Seht euch seine Gaben an!
Bildung, Straßen, sauberes Wasser, Straßenbeleuchtung, Ruhm!
Und Armut!
Auf den Ruhm scheiß ich!
Hört zu!
Wir müssen alle unsere Pflicht tun,
genau wie er es tut!
Leopold bot 80 Prozent von Spanien und seinen Hoheitsgebieten an,
aber ich brauche das Gewicht des Vatikans dahinter.
Ihr reist nach Rom, um die Unterstützung zu sichern.
Wie Ihr wünscht, Euer Majestät. Aber...
Erinnert den Papst, wo seine Loyalität liegen sollte,
und daran, dass die Bastion der katholischen Kirche Frankreich ist,
nicht Wien.
Euer Majestät, ich weiß nicht,
wie viel Einfluss ich hoffen darf, auf Seine Heiligkeit zu haben.
Wenn Ihr der Überzeugung seid, die Reise wäre Zeitverschwendung,
dann bleibt hier.
Macht Euch nützlich, indem Ihr eine Liste geeigneter Nachfolger für Euch aufstellt.
-Der König muss informiert werden. -Nein.
Wenn Ihr mit ihm darüber redet,
befiehlt er, die Untersuchung einzustellen.
Warum?
Teils, weil er es für ein Hirngespinst von mir hält.
Und?
Gebt uns ein paar Tage, bevor Ihr ihn informiert.
-Euer Hoheit, Ihr kompromittiert mich. -Dann sagt es ihm.
Ein paar Tage.
Habt Ihr gewusst, dass das spanische Wort für "Ritter" Caballero ist?
Und das Wort für "Haarpracht" Cabellera?
Sie erzählte mir alles über die leidenschaftlichen Männer.
Müssen wir nach Wien zurück?
Können wir nicht nach Spanien?
-Wir reisen nach Spanien. -Fantastisch.
Solange ich nicht den König treffe.
Ihr solltet sein Porträt sehen.
Du wirst ihn treffen.
Aber wieso?
Weil du ihn heiraten wirst.
Deine Mutter ist auf dem Weg nach Madrid.
In drei Wochen treffen wir sie dort. Wir brechen morgen auf.
Ich weigere mich.
Wenn Ihr glaubt, dass ich diesen hässlichen...
Du wirst Königin von Spanien.
Du solltest dankbar sein.
Euer Majestät. Es gibt eine Kleinigkeit, die Euch interessieren könnte.
Wir haben eine Meldung aus Perpignan erhalten.
Berittene österreichische Adlige überquerten die spanische Grenze.
-Wissen wir weshalb? -Nein, Euer Hoheit.
Vielleicht ein Familientreffen.
Und warum treffen sich Familien?
Zu Beerdigungen.
Und zu Hochzeiten.
Euer Hoheit.
Wie schön, das Gesicht einer Freundin zu sehen.
-Wo seid Ihr denn gewesen? -In einem Kloster.
Nun denn, ich freue mich, Euch wieder hier zu sehen.
Das letzte Mal habt Ihr ein Kind erwartet.
Darf ich fragen...
Ein Sohn. Philippe.
Wo ist er jetzt?
Er wurde mir weggenommen.
Auf wessen Befehl?
Der König!
Louis.
Die Welt beneidet Euch um Eure Gastfreundschaft.
Ich danke Euch.
Ihr seht, alles ist korrekt.
Es ist alles, wie wir es vereinbart haben.
Ach, da fällt mir gerade noch etwas ein.
-Eure Nichte. Eleonore. -Ja?
Ich möchte, dass sie in Versailles bleibt.
Bestimmt möchte sie lieber zu ihrer Familie nach Wien zurück.
Dahin reist sie auch bald.
Aber bis dahin lasst sie hier bei uns.
Wir zeigen ihr all die Wunder von Versailles.
Ein freundliches Angebot, aber...
Meine Frau ist sehr angetan von der Prinzessin.
Sie würde ihre Gesellschaft genießen.
Würde Euch das gefallen?
Ja, Euer Majestät.
Dann wird es so sein.
Ihr habt mein Wort, dass wir auf sie aufpassen.
Und wer weiß? Vielleicht finden wir sogar einen Gemahl für sie?
Wie Ihr wünscht.
Verehrte Mitglieder des Hofes.
Morgen verabschieden wir uns von jemandem, der noch vor zwei Wochen ein Feind war.
Blut wurde durch Wein ersetzt, Krieg durch Frieden.
Wir sind jetzt Verbündete.
Und Freunde.
Einen Freiwilligen bitte!
Jemanden, der bereit ist, sich zum Narren zu machen.
Es geht um eine Lieblingsbeschäftigung des Duc d'Orléans,
wäre er nicht bedauerlicherweise abwesend.
Louvois!
Ähm, wenn ich es mir noch mal überlege...
Vielleicht jemand, der rüstiger ist.
Ich nehme seinen Platz ein.
Ein tapferer Vorschlag des Königs.
Muss ich nun Seine Majestät an die Regeln erinnern?
Nein.
Euer Majestät?
Ihr habt gehört, was der König sagte.
Und was macht Ihr nun?
Nicht ich, Ihr.
Was erwartet Ihr von mir?
Mut.
Mein Gott.
Wer hat Euch das angetan?
Das französische Volk, Euer Majestät.
Untertitel von: Anne Panier
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