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Wir können diese Welt nie vollends verstehen.
Wir können uns nur ihrer Gefahren bewusst werden.
Und ihrer Geheimnisse.
Manche Geheimnisse bringen Befreiung mit sich.
Erlösung.
Andere sollten besser tief unter der Erde vergraben werden.
Auf ewig unauffindbar.
"Der Herr sprach:
'Ich habe euch Leben und Tod vorgelegt.'"
Die Entscheidung obliegt uns.
Gehen wir einen Handel mit Gott ein?
Oder machen wir Geschäfte mit dem Teufel?
Schön, zu Hause zu sein, Herr.
So würde ich das nicht nennen.
Viel Glück, mein Freund.
Kaiser Leopold von Ungarn.
Erzherzog von Österreich
und Oberhaupt des Heiligen Römischen Reichs.
Ich küsse die Hand des Siegers
und leiste demütig Fürbitte im Namen meines Volkes und meiner Krone.
Der König akzeptiert Eure Wünsche mit Respekt.
Willkommen in Versailles.
Erlaubt mir eine Frage:
Warum bin ich hier, nicht Wilhelm von Oranien?
Ich nahm an, Ihr sprächet vielleicht meine Sprache.
Euer Majestät.
Wisst, dass Eure Schwester ihre letzten Tage mit großer Tapferkeit ertrug.
Unser tiefes Beileid zum Tod Eurer Gemahlin.
Seine Majestät sind sehr gütig.
Ich hoffe, diese Güte spiegelt sich in den Vertragsbedingungen wider.
Es gibt viel zu besprechen.
Du hast Frankreich stolz gemacht.
Du hast mich stolz gemacht, Bruder.
-Wie ich sehe, warst du beschäftigt. -In der Tat.
Und...
...ich habe eine Überraschung für euch.
Ich ließ diesen Palast erbauen
als Symbol der Vorstellungskraft.
Und der menschlichen Errungenschaft.
Doch das genügte nicht.
Jeder Körper braucht ein Herz.
Jede Krone ihre Juwelen.
Versailles brauchte einen solch kostbaren Diamanten,
dass man meinte, er wäre geschaffen vom Schöpfer der Sonne,
des Mondes und der Sterne.
Ein Leuchtfeuer für die Welt,
das Macht und Glanz eines Einzigen spiegelt,
Gott des Allmächtigen.
Der Spiegelsaal.
Nun vollendet.
Voilà.
Du bist dran.
Jetzt rück schon das Geld raus.
Das wird aber auch Zeit.
Guillaume, komm her.
Ich dachte, du kommst nie mehr nach Hause.
Bastien.
Hübscher bist du ja nicht geworden.
Gut, Euch unversehrt zu sehen, Meister.
Hat Jeanne sich in meiner Abwesenheit um euch gekümmert?
Eure Schwester weiß, wie man die Peitsche schwingt.
Nur wenn sie nachlassen, was meistens der Fall ist.
Nun...
Wie war es?
Es ist vorbei.
Mehr ist dazu nicht zu sagen.
Nun denn.
Zieh schnell die Uniform aus.
Wir haben zu tun.
Na los, Männer.
Bewegt euch.
Die Dienerschaft sollte frisch und blütenrein wie Leinen sein,
der Wein perfekt temperiert und die Gläser nie leer.
Diese Blumen sind... welk.
Ich möchte nur Blüten, die vor Lebenskraft strotzen.
Der König hat verfügt,
dass dieses Fest den Höhepunkt von Frankreichs Triumph darstellen soll.
Ich möchte ihn nicht enttäuschen. Hinfort.
Nun.
Sagt mir, wie sehr Ihr mich vermisst habt.
Ich war etwas beschäftigt damit,
Truppen zu befehligen, das Reich zu verteidigen und dem Tod zu trotzen.
Ich selbst war auch nicht untätig.
Das Hüpfen und Saufen muss anstrengend gewesen sein.
Ich will alles über Eure Heldentaten auf dem Schlachtfeld hören.
Doch zuerst haben wir eine Überraschung für Euch.
Sagt Klein-Philippe Hallo, er könnte der zukünftige König Frankreichs sein.
Ein wilder Tiger, wie sein Vater.
Stellt das ab.
Ihr haltet ihn falsch.
Ihr müsst seinen Kopf stützen.
Er hat Hunger.
Und Euch fehlt die anatomische Ausstattung.
Ihr hättet die Geburt sehen sollen, das reinste Blutbad.
Also...
Hier sind wir nun.
Der Held kehrt zurück.
Euer Gespür für den rechten Augenblick ist erstaunlich.
Eine natürliche Gabe, mein Herr.
Eure sofortige Anwesenheit wird verlangt.
-Ich traf eben erst ein. -Nicht Ihr, Euer Hoheit.
Der Chevalier de Lorraine. Der Zeremonienmeister.
"Es gibt keinen Frieden", sprach der Herr,
"für die Gottlosen."
Wie lange noch, Onkel?
Ich kann das Fest kaum erwarten.
-Ich möchte tanzen. -Geduld, mein Kind.
Du repräsentierst dein Land und deine Familie.
Um an einen angesehenen Gatten zu kommen, bleibst du stumm und trinkst keinen Wein.
Ich dachte, dieser Palast wäre ein Tempel der Freude.
Für die Franzosen vielleicht.
Bleibt abzuwarten, ob sich ein Österreicher amüsiert.
Louis scheint sehr großzügig zu sein.
Bei Louis trügt der Schein immer.
Er wird irgendeinen Weg finden, uns zur Kasse zu bitten.
So.
Euer Schicksal ist zum Greifen nah.
Wenn Ihr euch nur dazu entschließt.
Euer Hofstaat wartet auf Euch.
Wer wäre nicht beeindruckt, mein König?
Schön, zu Hause zu sein.
Schläft er nun mit der Eiskönigin oder nicht?
Das weiß man nicht. Sie scheinen jedenfalls dicke Freunde zu sein.
Manche Frauen sind nicht für die Lust geschaffen.
So scheint es.
Heute ist ein besonderer Tag für Frankreich.
Wir haben ihn zwar auf dem Schlachtfeld bezwungen,
doch grüßen wir Kaiser Leopold nicht als alten Feind...
...sondern als neuen Freund.
Ich habe ihn nicht eingeladen, um Sanktionen,
sondern eine neue Weltordnung zu erörtern,
in der unsere Reiche nebeneinander bestehen.
Ein Bündnis, das allen zugutekommt.
Zu diesem Zweck heißen wir ihn in Versailles willkommen,
dem schlagenden Herzen Frankreichs.
Bei der ganzen Pracht überrascht es, dass das Land bankrott ist.
Dies ist auch eine Zeit der Danksagungen.
Unser Dank gebührt zuallererst Gott.
Ohne Seine Hand gäbe es diesen Frieden nicht.
Und meinem Bruder,
dessen Kraft und Heldenmut uns diesen glorreichen Sieg bescherten.
Zum Wohle.
Entschuldigt mich.
Das muss schwer für Euch sein.
Es geht mir gut.
Ich weiß, wie man überlebt.
Wir sollten mehr Zeit miteinander verbringen.
Wir haben uns seit Ewigkeiten nicht unterhalten.
Ihr seid offenkundig vollauf beschäftigt.
Es ist ein Jammer.
Wir standen einander so nahe.
Doch... gewisse Hindernisse bleiben nicht aus.
Wie geht es dem König zurzeit?
Ich glaube, er kennt sich besser als früher.
Sein Appetit kann schwer zu stillen sein.
Wir haben ein Übereinkommen.
Eine tiefere Verbindung.
Ich sehe Euch in der Öffentlichkeit selten an seiner Seite.
Ich weiß, wo mein Platz ist.
Ich bin nicht die Königin.
Und ebenso wenig eine Hure, die sich straffrei versündigt.
-Euer Hoheit. -Euer Majestät.
Ich hatte gehofft, dass wir uns wiedersehen.
Leider musstet Ihr dafür den Krieg verlieren.
Ihr seid immer noch schön, Maria Theresia.
-Ich bin älter geworden. -Keiner kann der Zeit entfliehen.
Doch im Laufe der Jahre schätzt man die schönen Seiten des Lebens immer mehr.
Das Leben hier ist erfüllt mit der Suche nach Annehmlichkeiten,
außer für die Königin.
Ich würde gern Zeit mit Euch verbringen.
Ich glaube nicht, dass das klug wäre.
-Suzanne? -Ja, Madame?
Ich wollte dich nicht erschrecken.
Ich wollte nur etwas nachprüfen.
Wie ich hörte, hast du einst im Schloss Villarceaux gearbeitet.
-Ja. -Ja?
Nun, ich habe mich gefragt,
erinnerst du dich noch an einige der Gäste, die da waren?
Madame de Maintenon zum Beispiel?
Es heißt, um herauszufinden, was hinter geschlossenen Türen geschieht,
müsse man nur die Kammerzofe fragen.
Dein Sieg hat mir großen Ruhm verschafft.
Dieser Ruhm sollte meinen Soldaten gebühren.
Bescheidenheit kleidet dich, Bruder.
Ich habe viel gelernt.
Darum möchte ich, dass du an meiner Seite regierst.
Das widerspricht gänzlich der Etikette.
Einer Etikette, die ich vorgebe.
Ich bin kein Kind mehr, das man bei Laune halten muss.
Und ich halte nichts von leeren Gesten.
Ich werde kein weiterer deiner Schoßhunde.
Außerdem ist Versailles fertiggestellt und der Krieg gewonnen.
Was kann sich ein Mann mehr wünschen?
Ihr könnt Euch ausruhen, Euer Majestät...
...und Euren Erfolg genießen.
Ich bin aber noch nicht fertig.
Euer Majestät?
Versammelt den Rat.
Sie sind früh zur Stelle, wie vereinbart.
Sofort.
Wir müssen das nächste Kapitel unseres glorreichen Imperiums schreiben.
Stillstand bedeutet Tod. Wir können nicht warten.
Setzt Euch.
Wir nutzen den Moment, um unser Schicksal zu bestimmen
und unsere Zukunft zu formen.
Vorrang haben nun zwei Dinge:
unser Reich vor ausländischer Bedrohung schützen
und gleichzeitig unsere Überseegebiete stabilisieren.
Zu diesem Zweck habe ich Vauban
mit der Festigung unserer Grenzen beauftragt.
Und de Villiers
mit dem Aufbau einer schlagkräftigen Flotte für Amerika.
Ein bewundernswertes Bestreben, Majestät.
Und eins, das wir auch erreichen können,
wenn Ihr Reparationen als Teil des Vertrags mit Kaiser Leopold festlegt.
Im Krieg geht es um Herrschaftsgebiete, nicht um Geld.
Unsere Mittel sind erschöpft, Majestät.
Dafür sind Steuern da, oder nicht?
Davon profitiert ganz Frankreich, jeder muss bezahlen.
Das wird dem Volk nicht gefallen.
Meine Aufgabe ist es nicht, dem Volk zu gefallen.
Vielen fällt es jetzt schon schwer, die Abgaben zu leisten.
Paris ist geplagt von Elend und Armut.
Krankheiten grassieren, und die Abwässer sind ein Fluch.
"Und er zeigte mir einen lautern Strom des lebendigen Wassers...
...klar wie ein Kristall.
Der ging aus von dem Stuhle Gottes."
Euer Majestät?
Sie brauchen sauberes Wasser, nicht?
Also sorge ich für frisches Trinkwasser, um ihren Durst zu stillen.
Die Dunkelheit der Stadt vertreibe ich mit beleuchteten Straßen zu ihrem Schutze.
Wir erschaffen ein neues Frankreich, eine neue Welt.
Wie kann mich mein Volk lieben, wenn ich kein gütiger Vater bin?
-Danke für Euer Kommen, Guillaume. -Das erlebt unsereins nicht alle Tage.
Ihr werdet sehen, es ist überschätzt.
-Das war sicher ein rauschendes Fest. -Wie immer.
-Und Ihr? -Ich habe dafür keine Zeit.
Aber... es ist schön, wieder da zu sein, wo ich hingehöre.
Ich wünschte, ich könnte das Gleiche sagen.
Nun denn, warum wolltet Ihr mich sehen, Euer Hoheit?
Ich möchte Euch jemanden vorstellen.
Es war wahrhaftiger Heldenmut.
Die Schlacht war vorüber, und das Schlachtfeld versank im Blut.
Ich stieg allein über die zerschmetterten Leichen.
Niemals zuvor fühlte ich mich so leicht.
Der Feind stellte sich tot, und ich lief mitten hinein in den Schlund des Löwen.
Gütiger Gott.
Sie waren hinter unserer Linie, todgeweiht. Sie griffen wie besessen an.
Ich tötete zwei, doch der Dritte erwischte mich mit voller Wucht.
Und dann kam dieser furchtlose Soldat aus dem Nirgendwo
und mähte einen nach dem anderen um.
Es war, als hätte Gott ihm sein Leben allein zu diesem Zweck geschenkt.
Er riskierte sein Leben...
...um meines zu retten.
Ihr, Guillaume, seid Frankreichs wahres Herz.
Wie können wir Euch das lohnen?
Ich brauche keine Bezahlung, Euer Majestät.
Rechtschaffen und tapfer.
Was ist Euer Handwerk?
Ich bin ein Gerber, Majestät, ich mache Schuhe.
Meine Schwester und ich.
Wie läuft Euer Geschäft?
Die Zeiten sind heutzutage für alle Gewerke hart, Majestät.
Dann soll das Euer Lohn sein.
Ihr werdet alleiniger Hoflieferant für Versailles.
Findet das Eure Zustimmung?
Gut.
Ich bin im Himmel auf Erden.
Ich wünschte, ich könnte für immer hier leben.
Langsam scheint es, als wäre es unumgänglich.
Wer hätte gedacht, dass Niederlagen so vergnüglich sein können?
Wilhelm von Oranien verliert erneut.
Erstaunlich wie Ihr mit dem Oberhaupt der protestantischen Welt kämpfen konntet.
Kriegskunst zieht einen Zweck nach sich.
Trotz des Segens des Papstes gingt Ihr eine unheilige Allianz
gegen ein katholisches Reich ein.
Ihr habt an Eurem Hofe auch viele Protestanten.
Jeder ein ergebener Untertan.
Sie sind kaum zu unterscheiden.
Ihr erfreut Euch ihrer Anwesenheit,
seid aber Anhänger des katholischen Glaubens.
Ob Protestant oder Katholik, wir alle hier sind Franzosen.
Wir sind gemachte Leute, Jeanne.
-Ich habe den König getroffen. -Du hast was?
Du hättest das Gold sehen sollen. Der schönste Ort auf Erden.
Und wir werden ein Teil davon.
Das... Nein, das kann nicht wahr sein.
-Leuten wie uns passiert so etwas nicht. -Hol uns Becher.
Hört mal alle her. Legt eure Arbeit nieder.
Gute Neuigkeiten für uns alle.
Der König lässt uns die Gnade zuteilwerden,
als Hoflieferanten den Adel von Versailles auszustatten.
-Ja! -Das bedeutet härtere Arbeit.
Wir brauchen mehr Platz, mehr Zulieferer.
Gott weiß, wie umfangreich das wird.
-Kommt bitte alle her. -Ja, kommt schon.
-Auf den König. -Auf den König!
Ihr wart schon immer exzellent im Tratschen.
Seid Ihr denn nicht an den Gesprächen im Salon interessiert?
Ihr haltet mich für ein Klatschweib.
Nein, für jemanden, der sich gern amüsiert.
Das Pech anderer ist für mich nicht amüsant.
Ihr wollt also nichts über die fromme Favoritin des Königs erfahren?
Es heißt, sie hätte eine anrüchige Vergangenheit.
Unsinn.
Ich weiß aus sicherer Quelle,
dass sie einen ganzen Sommer im Schloss Villarceaux verbrachte.
Und?
Nun, ihre Aufgabe war es ausdrücklich,
Zugang zum Adel zu erlangen und dessen Gunst zu gewinnen,
indem sie ihren Körper verkauft.
Humbug. Mit ihrem verkniffenen Arsch kann sie Flaschen entkorken.
Wie viele Protestanten halten sich wohl hier bei Hofe auf?
Schwer zu sagen, Majestät. Ich nehme an, einige hundert.
Beunruhigt Euch das?
Reine Neugier.
Heutzutage erkennt man sie schwerlich.
Sind sie eine Bedrohung?
Einige Hugenotten verschworen sich gegen mich.
Zusammen mit katholischen Adligen.
Wenn ich alter Mann mich recht entsinne.
Und französische Protestanten kämpften mit Euch gegen Wilhelm von Oranien.
Ich habe per se gar nichts gegen sie...
Erinnern sich Seine Majestät noch an die Weisheit Seines Großvaters
und dessen Großmut?
Das Edikt von Nantes gewährte Bürgerrechte
für Franzosen aller Glaubensrichtungen.
Ihr habt recht.
Großmut.
Stirnrunzeln steht Euch nicht, meine Teure.
Ich ärgere mich, Majestät.
Einige kamen ohne eigenes Verschulden als Protestanten zur Welt.
Ja.
Doch dann saht Ihr das Licht.
Ich sehe es jeden Tag.
Vergebt mir, Majestät.
Ich fürchte, dafür bin ich nicht geschaffen.
Man könnte meinen, Ihr würdet mich necken.
Diese Art von Liebe ist uns verboten, da Ihr verheiratet seid vor Gott.
Das Wasser und die Straßenbeleuchtung stürzen uns in eine Krise.
Durch diese Kosten übersteigen wir unseren Etat um mindestens 30 Prozent.
Ich rate Seiner Majestät dringend, es zu überdenken.
Eine exzellente Idee.
Die Menschen in Paris versinken im Elend.
Das ist das Mindeste.
Meine Herren, ich präsentiere Euch unser neues Ratsmitglied.
Er bringt frischen Wind herein.
Und Gegenwind.
-Nun, wo waren wir? -Knietief in einem Schuldenberg, Majestät.
Dann erhöhen wir die Steuern, um die Verluste auszugleichen.
Ich beschäftige Tausende Menschen.
Sie werden dankbar sein.
Sehr wohl, Majestät.
Dürfte ich die Aufmerksamkeit Seiner Majestät
auf ein neues Problem in Amerika lenken?
Unsere ersten Siedler erwiesen sich als untauglich.
Die Überlebenden der Reise
sahen sich mit Krankheit und wilden Eingeborenen konfrontiert.
Wir brauchen 400 Männer robuster Verfassung.
Sie müssen stark sein, aber dennoch verzichtbar.
-Schicken wir doch Soldaten. -Das ist kaum gerecht.
Sie haben im Kampf für uns Leben und Glieder riskiert.
Durchaus, aber irgendjemanden müssen wir entsenden.
Was ist mit verurteilten Verbrechern?
Die Kerker sind überfüllt und kosten ein Vermögen.
Damit schlagen wir zwei Fliegen,
und das äußerst geschickt, meint Ihr nicht?
Die Logik ist unbestreitbar.
Einen Hauch Verlass muss auf die Entsandten dennoch sein.
Ergo wählt der Duc d'Orléans höchstselbst geeignete Kandidaten aus.
Unter besonderer Berücksichtigung der Giftmörder.
Mit Vergnügen.
Ich freue mich, dass du mein Angebot annimmst.
Das ist nicht wahr. Sagt mir, dass es sich um ein Gerücht handelt.
Liebe Delphine, ich kann Euch nicht folgen.
Angeblich ist uns der König nicht sehr zugetan.
Absurd, was sollte er gegen Protestanten haben?
Ich habe gesehen, wie er uns angesehen hat.
Ich versichere Euch, dass der König ausschließlich an sein Volk denkt.
Ja, aber welchen Teil davon? Vor Gott sind wir alle gleich.
Könntet Ihr um Audienz bitten?
Ich möchte ihn an die Gedankenfreiheit unseres Glaubens erinnern.
Das ist unnötig, der König hat kein Problem mit Euch.
Das ist nur eine kleine Bitte, Françoise.
Wir wissen, dass der König Euch erhört.
Womöglich in vielerlei Hinsicht.
Der König und ich haben eine Übereinkunft.
Unsere Herzen und Seelen sind verbunden.
Ihr macht Euch das Leben wirklich schwer.
Man darf sich durchaus amüsieren. Ab und an.
Gott missbilligt übermäßige Genüsse.
-Sagte man das im Schloss Villarceaux? -Bitte?
Geht es Euch gut?
Das hitzige Gespräch brachte mein Blut in Wallung.
Entschuldigt mich, ich brauche frische Luft.
Wann habt Ihr das letzte Mal von Herzen laut gelacht?
Meine Schwester war für ihr Lachen bekannt.
Ja, das war eines der Dinge, die ich an ihr mochte.
Im Laufe der Jahre hörte ich es immer weniger.
Das liegt daran, dass sie Euch hasste.
Geschieht das nicht in allen Ehen?
Ich liebe meinen Gemahl.
Aber er ist ein Bourbone.
Obwohl er von all dem umgeben ist,
weiß er wahre Schönheit immer noch nicht zu schätzen.
Haltet mich nicht zum Narren, Leopold.
Was wollt Ihr?
Ich möchte mit dem König sprechen, aber er lässt mich warten.
Ich kann es ihm nicht verübeln, ich täte das auch.
Ich soll ihn überzeugen, Euch zu empfangen? Ist das alles?
Nein.
Ich bat um alle Gefängnisakten, Bontemps.
Bringt mir alles, was es gibt.
Das wäre ein wahres Gebirge aus Papier.
Dann erklimme ich es.
Gute Arbeit will anständig erledigt werden.
Danke.
Kommt schon, Françoise.
Nicht jede Frau ist eine Bedrohung.
Wozu ist Freundschaft gut, wenn wir nicht ehrlich zueinander sind?
Es ist der König.
-Er behandelt Euch respektvoll. -Ja.
Aber er ist...
...ungeduldig geworden.
Wie ist das möglich? Ihr erfüllt ihm jeden Wunsch.
Nicht jeden Wunsch.
Ihr habt das Bett nicht mit ihm geteilt?
Nein.
-Aus Angst, ihn zu verlieren. -Ihr seid auf bestem Weg dahin.
Das wäre der Anfang vom Ende.
Louis hat jede Frau zerstört, mit der er geschlafen hat.
Gut möglich.
Aber Herz und Seele bringen Euch nicht sehr weit.
Ihr könnt unsere Natur nicht verleugnen.
Jeder Mann hat seine Bedürfnisse.
Und jede Frau weiß, wie sie die befriedigt.
Und wer weiß, vielleicht gefällt es Euch ja.
Madame?
Mir scheint, Seine Majestät wünscht Gesellschaft.
Ihr habt dem König einen Dienst erwiesen.
Aber Ihr dürft nie wiederkommen.
Und Ihr dürft ihm nie wieder nahekommen.
-Habt Ihr das verstanden? -Aber... Madame...
-Ich dachte, Ihr wolltet... -Ihr schaut ihn nie wieder an.
Habt Ihr das verstanden?
Ja, Madame.
Ihr habt einen herrlichen Abend im Salon versäumt.
Hier finden wir uns nun wieder.
Allein.
Endlich.
Sprecht Ihr nur das Offensichtliche aus?
Und wenn ich eine bessere Idee hätte?
Nein.
Ich habe Nein gesagt.
Nehmen...
Nehmen wir das nun ernst, oder nicht?
Ich weiß es nicht.
Womöglich seid Ihr jetzt mehr an Schuhmachern interessiert?
Guillaume war nur ein Freund.
Warum darf ich Euch nicht berühren?
Ihr seid wie ein Fremder.
So seid Ihr jedes Mal, wenn Ihr heimkehrt.
Habt Ihr Euch etwas eingefangen?
Sagt der Kuckuck im Nest.
Vielleicht habt Ihr es nicht bemerkt.
Aber in Eurer Abwesenheit hat sich vieles geändert.
Da kann ich Euch nicht widersprechen.
Wir vergeuden also unsere Zeit.
Hört zu...
Ich habe mich darauf gefreut, Euch wiederzusehen.
Und dann...
Ich...
Ich wünsche eine gute Nacht.
Ich dachte mir, dass ich Euch hier finde.
Ich habe meine Sünden gebeichtet.
Sind Seine Majestät zufrieden?
In der Tat.
Wie lange noch darf ich des Königs Gastfreundschaft genießen?
Bis wir Freunde werden.
Denn nur dann werden wir zusammenarbeiten können.
Ihr habt meine Aufmerksamkeit.
Ihr steht dem muselmanischen Osmanischen Reich schutzlos gegenüber.
Ich unterstütze Euch uneingeschränkt.
Ich entsende Truppen zur Verteidigung Wiens.
Und als Gegenleistung?
Gestattet Ihr mir, die Territorien von Straßburg und Luxemburg zu beanspruchen.
-Ich wusste, es ist nicht so einfach. -Es ist eine Zeit der großen Ideen.
Und der mutigen Herrscher.
Die Territorien gehören dem Vatikan, man hat sie mir nur anvertraut.
Dann sprecht mit dem Papst.
Er wäre sicher erfreut über meinen katholischen Rückhalt gegen den Muselmann.
Ich werde Euer Angebot angemessen erwägen.
Zu dünn.
Zu alt.
Zu...
Scheiße.
Marquis de Chevret.
Hat Frau vergiftet,
um seine Cousine des Geldes wegen zu heiraten.
Euer Durchlaucht, wie wäre es,
wenn Ihr die wilden Kannibalen Amerikas besucht?
Vortrefflich.
Nun zum Duc de Sullun.
Zum Teufel, nein.
Wo ist er?
Er wurde vor Jahren verlegt.
Wo ist er jetzt?
Weiß nicht, war immer weggeschlossen. Wir durften nicht mal sein Gesicht sehen.
Wird er Straßburg und Luxemburg abtreten?
Er muss.
Wir haben den Krieg gewonnen. Um den Frieden zu gewinnen...
Ich traf eine Schurkenauswahl für die Ausfuhr nach Amerika.
Doch einen Gefangenen kann ich nicht genau orten.
Wer ist der Duc de Sullun?
Sagt mir nichts.
Mir auch nicht, Majestät.
Dachte ich mir. Wie kommt es, dass keiner von ihm hörte?
Er ist adlig, muss eine gewisse Bedeutung haben.
Und doch gibt es keine Aufzeichnung seiner Verbrechen,
seiner Familie oder der Strafe.
Als gäbe es ihn nicht.
Finde den Elenden und verschiffe ihn nach Amerika.
Sehr wohl.
Wie steht es mit unserer Stadt aus Wasser und Licht?
Nun ja, die Ingenieure heben einen Abwassergraben aus,
für das rechte Seineufer.
Er soll in die Bièvre umgeleitet werden.
-Gut. -Aber...
Unser größtes Hindernis bleiben die Geldmittel, Majestät.
Das Eintreiben der Steuern wird immer schwieriger.
Dann brauchen wir eine effiziente Lösung.
Du bist Tischler? Das trifft sich gut.
Jeder in guter Verfassung melde sich zur Arbeit.
Und für die, die arbeiten wollen,
bietet der König Möglichkeiten an.
Abwassergräben müssen gegraben werden.
Laternen müssen hochgezogen
und Steuern bezahlt werden.
Beeilung. Alle in eine Reihe!
Komm.
Es gibt keine Gerechtigkeit in dieser Stadt.
Ich bin die Gerechtigkeit.
Und du wirst deinen Beitrag leisten.
Ich dachte, der Gefangene wäre vermisst.
Nicht mehr. Die richtige Akte war gut verborgen.
Ich sollte sie nicht finden.
Ist das wirklich klug, Euer Hoheit?
Was wäre das Leben öde, wenn wir immer klug wären.
Das ist kein gewöhnlicher Gefangener.
In der Bastille sind die gefährlichsten Verbrecher und die Irren.
Hier ist etwas faul. Ich möchte den Duc de Sullun mit eigenen Augen sehen.
Wartet doch wenigstens bis morgen.
Und nehmt Musketiere mit.
Meine Königin.
Von König Leopold.
-Was soll ich tun? -Was sagt Euer Herz?
"Gott sah die Erde an, und siehe da, die Erde war wüst...
...und leer.
Und es war finster auf der Tiefe.
Und der Geist Gottes schwebte auf dem Wasser."
Ihr dürft Eure Augenbinden abnehmen.
"Und Gott sprach: Es werde Licht!
Und es ward Licht."
Wie kann ich Dir danken,
oh Herr und Heiland?
Ich habe die Macht über meine Feinde.
Ich habe die Bewunderung meines Volkes.
Ich bin bereit, Deine Wünsche zu empfangen.
Ich spüre Dich in meinen Adern.
Ich widme mein Leben der Erfüllung Deines Willens auf Erden.
Ich werde Liebe zeigen und Gnade.
Ich feiere die Tugendhaften
und bestrafe die Sünder.
Für all Deine Gaben gebührt Dir mein Dank.
Wie konnte ich jemals an Dir zweifeln?
Du gabst mir den Reichtum des König David
und Macht, die meine kühnsten Wünsche übersteigt.
Und nichts...
...kann mir das nehmen.
Untertitel von: Susann Fahle-Christensen
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