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[Meeresrauschen]
[Frau redet spanisch]
[leises Stimmengewirr]
[Möwe kreischt]
[Geschirr klappert, leises Stimmengewirr]
[Wellenrauschen wird lauter]
[mit Akzent] So eine…
…süße Erfrischung.
Meine erfrischende Süße.
[sie lacht]
Auf unser… erstes Date?
-Salud. -Salud.
[mit Akzent] Mmh. Dieser Ausblick.
La vista.
[mit Akzent] Sind Sie öfter hier, Señor Pablo?
Ah, Señorita, mir gehört dieser Laden.
-No! -Sí.
Ich habe… sehr reich geerbt.
Die Bananenplantagen, was Sie sehen, das ist alles mir.
Und in irgendetwas ich musste mit meinem Bananenimperium investieren.
Ah.
Man muss bestimmt sehr, sehr zielstrebig sein,
um so ein Imperium zu verwalten.
Ich liebe zielstrebige Männer.
Sí. Ich bin muy… zielstrebig.
Señor Pablo, Sie sind ganz anders als andere Männer.
Das habe ich gleich gemerkt.
Como…
…anders?
Sie haben ein Imperium.
Mein Exfreund, der hatte nichts… nada.
Er hatte keine Ehrgeiz.
Er hat immer gemacht schlechte Witze.
Er war wie ein Kind. Er…
…war kein Mann, er hatte keine cojones.
Er hat, ähm…
…immer so, so kleine Plastikaugen auf Dinge geklebt und fand das lustig.
[er schnauft]
Señorita, wie konnten Sie bloß auf so einen Idioten hereinfallen?
Aber wissen Sie was, meine Exfreundin, die war auch eine Katastrophe.
Sie hatte nur für ihre Arbeit gelebt. Wie ein Roboter.
Sie… hatte keine Humor.
Keinen Spaß am Leben. Sie…
…war sehr sexy, aber nicht liebevoll.
Sie hatte kein Herz. No corazón.
No corazón.
Zum Glück wir sind diese Menschen los, qué?
["Vida De La Isla" von David Reichelt]
[lebhafte spanische Musik]
♪ Oi! ♪
[Musik endet]
[Rauschen]
[Rauschen wird lauter]
[Rauschen wird lauter]
[dröhnendes Rauschen]
[atmet laut Rauch aus]
[auf Spanisch] Hast du Feuer?
Sí.
[Lautsprecheransage im Hintergrund]
-[auf Spanisch] Danke. -[auf Spanisch] Kein Problem.
-Wo kommst du her? -[auf Englisch] Ich kann kein Spanisch.
-English? -Sí.
-[auf Englisch] Wo kommst du her? -[auf Englisch] Dänemark.
Dänemark?
Cool.
Wo ist Dänemark?
Im Norden Europas. In der Nähe von Deutschland.
-Es liegt am Meer. -Ja?
[Mann auf Deutsch] Die haben die Mietwagenbuchung verschlampt.
-Ciao! [deutsch] Was ist denn? -[deutsch] Ja, keine Ahnung.
Die haben's verschlampt. Nichts im System.
Jetzt musste ich 'n neuen mieten. 356 Euro.
Ich ruf da gleich morgen an.
Urlaub?
[er stöhnt] Ja, du hast recht.
Du hast 'n Auge verloren.
Stimmt.
[Lautsprecheransage]
Und schon… kann ich dir wieder diese Blicke zuwerfen.
Voller Sex und Leidenschaft.
[lacht] Idiot.
["El Viaje" von David Reichelt]
[lebhafte spanische Musik]
[Musik läuft im Radio weiter]
[er seufzt]
[lacht auf]
[sie seufzt]
[Musik geht laut weiter]
[Musik verklingt]
[leise Durchsage]
-Was suchst du denn? -Wasser.
[er seufzt] Ja, da wirste schon eins finden, oder?
Na ja, die schmecken ja alle unterschiedlich.
[leise Werbedurchsage]
Weißt du was, ich hab von 'ner Methode gelesen,
wie man sich entscheiden kann, wenn man nicht weiter weiß.
Man muss 'ne Münze werfen.
Aber nicht das machen, was beim Münzwurf rauskommt,
sondern während die Münze in der Luft ist, entscheidet man sich intuitiv
für das, was man will.
Ist doch spannend, oder?
-[sie seufzt] -Was?
Nichts.
Ja, ist auch wieder Blödsinn.
Was denn? Ich hab doch gar nichts gesagt.
[Auto springt an]
[sie seufzt]
Jetzt guckst du mich wieder an, mit diesem Blick des Todes.
Markus…
Es tut mir leid, wenn die Idee, 'ne Münze zu werfen,
nicht die geilste ist, die ich je gehört hab.
Aber du, ja, vielleicht hast du recht.
Vielleicht sollten wir Münzen werfen, anstatt uns Gedanken zu machen.
Vielleicht sollten wir 'ne Münze werfen, ob ich den Kanzlei-Job annehme.
Oder ob wir zusammenziehen.
Du musst nicht immer alles so wahnsinnig ernst nehmen.
Einer muss die Dinge ernst nehmen, oder?
-Ich wollte dir einfach nur… -Mann, Markus, bitte.
[sie stöhnt]
-Ich bin zu müde zum Streiten. -Ich streit gar nicht.
-Außerdem hast du angefangen zu streiten. -Wir können 'ne Münze werfen, wer anfing.
[sie prusten los]
-[Markus] So funktioniert's aber nicht. -[Sanne] Fahr einfach.
[ein Hund bellt entfernt]
[Grillenzirpen]
Sag mal, wo fährst du eigentlich hin?
Das Navi sagt, wir sind da.
Hast du dich verfahren?
Calle Valencia 4.
-[zieht Handbremse an] -[Motor schaltet ab]
[Grillenzirpen]
[Auto piepst]
[Eule ruft]
[Auto piepst weiter]
[Piepsen stoppt]
Total falsch.
Ach.
Das ist die einzige Calle Valencia auf der Insel.
[er seufzt]
[Hund bellt entfernt]
[er atmet schwer]
[leises Grillenzirpen]
-Markus… -Ja?
Du hast uns aber schon 'nen Flug nach Gran Canaria gebucht, oder?
[lachend] Ja, wieso?
Was hast du denn in die Suche eingegeben?
-Ja… Gran Canaria. -Du hast da Gran Canaria eingegeben?
[stotternd] Ja, Las Palmas de Gran Canaria.
[wütend] Las Palmas de Gran Canaria?
[genervt] Ja, wieso?
-[sie seufzt laut] -[Autotür geht auf, Auto piepst]
[Markus] Was ist denn los?
[leise] Bescheuerter Idiot, ey.
-[Autotür fällt zu] -[Markus] Sanne, was ist los?
Guck mal hier.
Hier sind wir.
Und hier, hier ist Gran Canaria.
Wir sind auf La Palma. Nicht Las Palmas.
[traurige Gitarrenklänge]
[sie schnauft]
-Sanne, bleib ruhig, das… -[sie atmet aus]
Ich…
Vielleicht… ich weiß es nicht, vielleicht haben die am…
…am Flughafen auch was verwechselt, weißt du, dass…
…die was vertauscht haben.
[Sanne] Mann!
[Hund bellt]
Sanne, ich… [er holt tief Luft]
Ich denk mir was aus, okay?
Und ich meine… [lachend] …sieh's mal positiv.
Wenn wir nach Hause kommen, haben wir 'ne krasse Story.
Und zum Glück sind wir nicht auf Malle, oder?
[er seufzt]
["Vida De La Isla" von David Reichelt]
[lebhafte spanische Musik]
[Stille]
Wohin fährst du eigentlich?
Ich such uns 'n Hotel.
Ah, okay.
Und wovon willst du das bezahlen?
-Bist du auf einmal reich geworden? -[er stöhnt]
-Du bist krass eklig gerade, weißt du das? -Na ja.
Vielleicht war das ja auch einfach 'ne saublöde Idee mit uns beiden, Mausi.
Vielleicht geh ich zurück nach Dänemark.
[sie seufzt]
[leise] Markus, ehrlich. Ich hab uns so 'n schönes Hotel gebucht.
[sie stöhnt]
Ich dachte, wir machen uns das mal schön, wir beide.
[sie seufzt] Einfach mal sechs schöne Tage.
Und einmal keinen Streit.
-Wir liegen am Meer… -[Markus stöhnt]
Wo… wohin fährst du?
[Grillen zirpen, ein Windspiel klingelt]
Wo sind wir?
[Sanne ruft leise] Markus! Markus!
[sie stöhnt]
[sie tippt auf dem Handy]
[Freizeichen]
-[Markus] Hallo? -[sie schnauft]
Haha! Leider nur die Mailbox! Leider, leider!
Sprechen nach dem Piep.
Und der kommt…
[langgezogen] Jetzt!
Jetzt.
Jetzt.
Piep.
[flüsternd] Du kommst zurück. Sofort!
[Hund bellt in der Ferne]
[stöhnt genervt]
[schnauft]
[schnauft]
[Hund bellt]
[Tür öffnet sich]
[Tür fällt ins Schloss]
[Schritte nähern sich]
[Klopfen]
-[Markus mit spanischem Akzent] Señorita. -Wo warst du denn?
No Markus.
Äh, perdón, Señorita, ich bin Pablo.
Ich habe Sie hier sitzen sehen, in die Auto.
Vielleicht wollen Sie kommen in meine bescheidene casa?
Kannst du normal mit mir reden? Scheiße, Markus!
No! Scheiße, Pablo!
Wer ist dieser Markus?
[jämmerlich] Oh Mann, ich bin einfach müde.
Oh, Señorita, kommen Sie.
Kommen Sie! Kommen Sie… in meine casa!
Dort… können Sie ausruhen.
-[sie schnauft] -Kommen Sie, Señorita.
Por favor, kommen Sie.
-Mann, Markus, was willst du denn? -[er schnauft]
[ohne Akzent] Sanne, bitte, vertrau mir. Komm einfach kurz mit.
[mit Akzent] Señorita, kommen Sie.
[genervt] Ja, jetzt lass… Ich kann…
Por favor.
Señorita.
Ich habe extra für Sie aufgeräumt.
Wem gehört das Haus?
La casa? Es mia.
Pablo.
Du bist hier nicht ernsthaft gerade eingestiegen?
No, Señorita. Was denken Sie von mir?
Du sagst mir jetzt sofort, was das soll.
-Ich weiß nicht, was Sie meinen. -Markus!
[er seufzt]
[normal] Okay, ganz ehrlich.
Ich wollte schauen, ob hier jemand wohnt.
Off-season stehen die Häuser leer, also bin ich ums Haus,
um zu schauen, ob irgendwo 'n Fenster offen ist, ob ich reinkomme.
-Aber… -Sag mal spinnst du?
Was wenn hier jemand ist?
Hier ist niemand.
Die Schränke sind alle leer.
Der Kühlschrank ist ausgesteckt. Ist nicht mal Klopapier da.
Und der Schlüssel?
Lustige Geschichte, als ich ums Haus bin,
um zu schauen, ob irgendwas offen ist, ob ich reinkomme, dachte ich,
schau mal unterm Fensterbrett.
Meine Oma hat immer ihren Ersatzschlüssel unterm Fensterbrett gehabt.
-Und… -Spinnst du? Du kannst nicht einsteigen!
Ich bin ja gar nicht eingestiegen.
-Außerdem kenn ich doch den Besitzer. -Ach ja? Woher denn?
[mit Akzent] Es mi, Pablo.
-Señorita! -Pst!
[sie atmet heftig]
[Handy vibriert]
[Vogelgezwitscher]
[Vogelgezwitscher, Hundegebell]
[näherkommendes Brummen]
[tippt auf Handy]
[Handy vibriert]
[Wasser plätschert]
-[Freizeichen] -Los, geh ran. Geh ran.
-[Freizeichen] -[leise] Mann.
["Vida De La Isla" von David Reichelt]
[lebhafte spanische Musik]
[Musik wird lauter und schneller]
[Frau schreit, Markus schreit]
[sie redet Spanisch]
-[sie schreit auf Spanisch] -No! No, no, no.
-No, no… -[sie spricht Spanisch]
-Ähm, Señorina… I am… -Señorina?
-[stotternd] No… -[sie spricht Spanisch]
[auf Spanisch] Señorita, ich… ich bin…
-[auf Englisch] Ich kann das erklären. -[sie spricht Spanisch]
[Sanne] Schatz? Schatz, bist du fertig mit duschen?
Du, sag mal, wem gehört denn der Roller da draußen? Den Nachbarn…
[auf Englisch] Oh, wer sind Sie?
[auf Englisch] Oh, wir wussten nicht, dass heute jemand zum Putzen kommt.
[auf Deutsch] Zieh dir bitte was an.
Oh! [sie lacht erleichtert]
[beide lachen]
[auf Englisch] Tut mir leid. Ich wusste nichts von Gästen.
[er lacht verlegen] No problem.
[auf Englisch] Ähm… Eine Frage. Haben Sie vielleicht Klopapier?
-[auf Englisch] Ja, sicher. -Ja?
[sie lacht verlegen]
[lachen]
[auf Englisch] Brauchen Sie sonst noch etwas?
[Sanne auf Englisch] Nein, nein, alles okay.
[auf Englisch] Es tut mir sehr leid.
[auf Englisch] Tut mir leid, dass Sie das sehen mussten.
[nervös] Kein Problem.
-Bye. -[Sanne] Bye.
[Tür geht auf]
[Tür fällt ins Schloss]
Muchas gracias, Señorita.
[mit Akzent] Ich sage Ihnen eins, dieses Fräulein seinen Staubwedel
auf mich gehalten hat, ay caramba, ich dachte, das wars.
Aber dann kamen Sie, Señorita.
Ganz heldenhaft.
-Ich hab dir den Arsch gerettet. -[normal] Das hast du. Danke.
Jetzt sind wir offiziell Gäste dieses Hauses.
Wobei…
[mit Akzent] Es ist sowieso mi casa.
Du willst ernsthaft hierblieben?
Sí.
Du willst ernsthaft hierbleiben?
-Du willst ernsthaft hierbleiben, ja? -Mhm.
Ist das Pablo?
Sí.
[langsame Gitarrenmusik]
[mit Akzent] Dann bin ich Alba.
Pablo…
Du könntest schon mal unsere Koffer aus die Auto holen.
Mi guapo.
[Musik verklingt]
[Hund bellt]
[Koffer rollt laut davon]
-[Sanne singt unter der Dusche] -[Markus und Mann unterhalten sich]
[Markus] Warum England Spanien? Spanien England?
-[Mann] Spanien… -[Poltern]
[Markus] Ach so, ja, genau. Weil's hier den Tourismus gab.
[unterhalten sich leise weiter]
Mit wem hast du geredet?
-Na, mit Rüdiger, unserem Nachbarn. -Was hast du denn gesagt?
Die Wahrheit.
[mit Akzent] Das ist mi casa.
Oh. Sí.
[mit Akzent] Er hat uns zum Abendessen eingeladen.
[Sanne] Ah. Perfetto.
[mit Akzent] Da kann ich mich schön machen.
Wir sollten eine vino mitbringen.
[Vogelgezwitscher]
[in der Ferne ruft eine Frau auf Spanisch]
[stöhnt vor Schmerz] Ah!
[eingehender Skype-Anruf]
-[Sanne] Hr. Schäfer. -[Schäfer] Guten Tag.
-[Sanne] Hallo. -[Schäfer] Ich hoffe, ich störe nicht.
Ich weiß, dass Sie Urlaub haben. Gran Canaria, stimmt's?
Äh, ja, Kanaren, genau.
Ich möchte Sie gar nicht lange stören.
Sie kennen vielleicht noch Ihre Kollegin, die Fr. Ahrens.
-Ja, ja, klar, ich erinner mich. -Wunderbar.
Fr. Ahrens war mit der Prüfung des Lageberichts
der Karl Meyer AG beauftragt.
-Sie hatte gestern leider einen Skiunfall. -Oh nein.
Jetzt wird sie ausfallen, und ich wollte Sie fragen,
ob Sie sich vorstellen können, die Prüfung zu übernehmen.
Äh, ja, klar. Also… natürlich. Ähm.
Wie kann ich denn helfen?
Wir haben bereits die Unterlagen des Unternehmens bekommen,
und insbesondere die Prognose sollten wir uns noch mal genauer ansehen.
-Ja. -Ich schick Ihnen unsere Checklisten zu…
-[Nachrichtenton] -Damit kennen Sie sich ja aus?
Hr. Schäfer, ich bitte Sie.
[beide lachen]
Ja, in Ordnung. Ich wollte nur sichergehen… Alles klar.
Ähm, es wär natürlich auch großartig, wenn Sie…
[langsame spanische Musik]
Ähm, natürlich wäre es auch großartig,
wenn Sie den aktuellen Bericht mit dem des Vorjahres vergleichen könnten.
-Ja. -Dann… ähm…
…könnten Sie nicht nur den Mandanten besser kennenlernen, sondern…
…würden auch die wesentlichen Veränderungen… ähm…
Frau Kristensen, ist es gerade schlecht bei Ihnen?
-Oh. Entschuldigen Sie… -Nein, nein, nein.
Ich muss… Ich muss mich entschuldigen.
Verzeihung, Sie sind im Urlaub. [er lacht verlegen]
Wir besprechen das hinterher wieder, okay?
Ja, das wär, das wär sehr lieb. Danke. Entschuldigen Sie.
[lachend] Alles bestens. Alles in Ordnung.
-Mhm. -Gute Erholung. Kommen Sie gut zurück.
Danke schön. Tschüs.
[auf Spanisch] Qué pasa?
[Klopfen]
[Schritte nähern sich]
Pünktlich wie die Maurer. Wunderbar.
-Hi, Rüdiger. Das ist meine Freundin. -Alba.
Hallo, ich bin Rüdiger.
Hola!
Das ist aber 'n fester Händedruck. Gefällt mir.
[Rüdiger] Kommt doch rein. Bitte.
[Sanne mit spanischem Akzent] Oh! Wunderschön!
-[Frau] Hallo. -[Sanne] Hola!
-[Frau] Magda. Freut mich. -Alba.
-[Sanne lacht] -[Markus] Ich bin Markus.
-[Magda] Freut mich. -[Rüdiger] Setzt euch doch.
-[Sanne] Gracias. -[Markus] Danke.
-Salute. -Magda.
Salud.
Äh, nehmt euch. Nehmt euch doch.
[Rüdiger] Wir dachten ja, das Haus ist erst ab nächster Woche vermietet.
-[auf Spanisch] Ja, aber… -Ja, aber…
-Ähm. -Ähm.
Diese Woche war's frei, also dachten wir, wir kommen spontan bis Freitag.
Aber ich glaube, ab Samstag ist es wieder vermietet.
Oh, ach, das wisst ihr sicher besser als wir.
[Magda] Woher kommt ihr?
-Stuttgart. -Aus S…
[mit Akzent] Ähm, wir… also ich komme aus Spanien.
Und ähm, wir ziehen aber bald zusammen nach Stuttgart.
[auf Spanisch] Du bist aus Spanien?
Was für ein Zufall!
Ja, ähm…
Wie gefällt dir der Urlaub hier?
Bei deinen Landsleuten? [sie lacht]
[auf Spanisch] Weiß nicht.
[mit spanischem Akzent] Ich möchte das nicht.
Weil der Markus versteht kein Español und so…
Das kann ich gut verstehen.
Ich lebe hier schon seit vier Jahren und kann immer noch kaum Spanisch.
Aber hier ist man ja praktisch unter Landsleuten.
[Magda] Da ist er auch noch stolz drauf.
Ich versuch ihm immer, Spanisch beizubringen, aber…
Er ist ein solcher Sturkopf.
Ein alter Hund lernt keine neuen Tricks mehr.
[er räuspert sich] Und Sie leben seit vier Jahren hier?
Och, Magda lebt schon ihr halbes Leben hier.
Ich wie gesagt, erst seit vier Jahren.
[Sanne] Ah, dann haben Sie sich hier kennengelernt, auf der Insel.
Äh, genau.
Wollen Sie hören, wie Markus und ich uns kennengelernt haben?
[Magda] Ja.
Ähm, erzähl doch mal, Markus.
Ähm, das kannst du ruhig erzählen.
Nein, no. Venga.
-Erzähl. -Erzähl du's.
Markus, du bist der viel bessere Erzähler.
Also, wir haben uns vor etwa… Ähm… Wie lange?
-Drei Jahren? -Trés? Schon?
Ja, fühlt sich zumindest so an.
Ähm, ich war damals auf Städtereise in San Sebastián.
Mit meiner Exfreundin. Ganz schwierige Person.
Ziemlich unangenehm jetzt im Nachhinein. Wir haben uns gestritten und…
So auch an diesem Abend. Und ich musste einfach raus aus dem Hotel.
Bin in die Stadt, mich abreagieren, hab mich an den Strand gesetzt und…
Die Sterne angeschaut und dann hab ich… ja… sie gesehen.
[Sanne] Und was hast du gesagt zu mir?
Ich hab zu ihr gesagt, dass sie der schönste Anblick meines Tages ist.
[Sanne] Und?
-Dass du wunderschönes Haar hast. -No!
Er hat zu mir gesagt, dass ich einen extrem geilen Arsch habe.
[Sanne] Er ist frech, hm? Qué?
Du hast ja auch 'n extrem geilen Arsch.
[Sanne] Ich hatte mal, ja.
[Markus] Nein, Mausi, bitte, du hast immer noch einen extrem geilen Hintern.
Ich finde, er ist ein bisschen fett geworden.
Er hat eine phänomenale Knackigkeit.
Ich finde, er wackelt ein bisschen zu viel.
Mausi, straff wie eh und je.
-[Schlag] -[Sanne] Ah!
-[sie lachen] -Findest du?
-Ja! -Oh, du bist so süß.
[Rüdiger] Die Jugend, was?
Das Essen ist… ähm…
Es ist wirklich sehr gut.
[Grillenzirpen]
[Sanne] Hörst du das?
Hm?
[flüsternd] Die Zeit steht ganz still.
[leise] Das ist schön.
Glaubst du, wir zwei werden auch mal so alt?
Wie die beiden?
Mit Sicherheit.
Ich mein, zusammen.
Man weiß ja nie, was passiert.
Mit uns beiden.
[mit Akzent] Señorita, Sie hatten zu viel vino.
Markus, ne, wirklich. Stopp mal jetzt. Ernsthaft.
Wie lang waren deine Eltern zusammen, als sie sich trennten?
Meine 24 Jahre.
Vielleicht ist die Zeit, in der man mit einem Partner zusammenbleibt,
auch einfach vorbei.
Und man verbringt eben nur 'nen schönen Lebensabschnitt miteinander.
Und Rüdiger und Magda sind nur so glücklich zusammen, weil die…
Die haben vielleicht nicht mehr so viele Lebensabschnitte.
Keine Suche.
Kein Stress.
[sie atmet tief aus]
[Rauschen]
[lautes Meeresrauschen]
[mit Akzent] Ah, perfecto.
[Sanne lacht]
[Sanne] Sí, es muy bonito.
[Straßenlärm im Hintergrund]
Du willst es nicht ernsthaft kaufen, oder?
[langsame Gitarrenklänge]
[Meeresrauschen]
[mit Akzent] Señorita, meine kleine playa privada.
Wir zwei… ganz allein.
Ich massiere dir sanft den Rücken. Ich creme dich überall ein.
No, das nicht.
[sie lachen]
Aber wissen Sie was, Señorita?
Ich habe nicht einmal eine Badehose dabei.
[Mann] Servus!
[Mann] Nicole, wir haben Besuch.
Playa privada, hm?
-Ho… Hola! -[Mann] Hallo!
-[Markus] Hola! -Hola!
Disculpe, wir dachten, wir sind allein.
-Haben wir auch gedacht. Ich bin Niklas. -Hola. Pablo. Encantado!
-Freut mich. -Meine Freundin, Alba.
-Hola. -Niklas. Hola.
-Grüß dich, servus. -Hola.
-Also Pablo und Alba. -[gleichzeitig] Sí.
Lustig, ihr schaut gar nicht spanisch aus.
Ah, no? Sí, pero wir… Wir sind von der Insel.
Okay. Ah, das ist meine Freundin, die Nicole.
-Hola. -Das ist unser Bub, Flori.
-Hola. -Servus.
-Hola. -Sagst du "Grüß Gott"?
Hola!
Wollt's ihr ein Kokswasser?
-Äh… -Habt ihr Sonnencreme da?
Ja, logisch!
[beide] Kommt's mit!
[Niklas] So ein erster Familienurlaub, das muss was ganz Besonderes sein.
Da haben wir uns gedacht, warum nicht mal raus aus Österreich?
Und warum kein Abenteuerurlaub?
Ganz auf uns allein gestellt, auf einer einsamen Insel.
Sí. Und das… äh… Kokoswasser habt ihr selber abgefüllt?
Nein, das haben wir mitgebracht.
Man weiß ja nicht, was es auf einer Insel gibt.
Sí, und am Ende man steht da ohne Kokoswasser.
Genau das wollten wir vermeiden.
Und die Muttermilch reicht ja leider nicht für uns drei.
Er will auch immer zuzeln.
[Baby quiekt]
[Nicole] Ist deine! Ist deine Milch!
Sí, bueno. Wir wollten eh noch ins Wasser.
[Niklas] Das müsst ihr unbedingt machen. Das Wasser hier, das ist traumhaft.
Ach, was sag ich, wenn ihr eh von hier seid.
Übrigens, woher könnt's ihr eigentlich so gut Deutsch?
Ich… ähm…
-Sie… -Das ist…
Hier sind so viele Touristen, man lernt das ganz automatisch.
-Hm. Der Wahnsinn. -Wahnsinn.
-Cool. -Das ist wirklich nahezu flüssig.
Find ich, oder?
Aber ich muss sagen, ich bin richtig neidisch auf euch.
Dass ihr das hier die ganze Zeit habt.
-Das Meer, das Wetter. -Ja.
-Wir sind jetzt seit zwei Tagen da, oder? -Mhm.
Wir fühlen uns sofort richtig relaxt.
-Unglaublich. -[Niklas] Extrem.
-[Nicole] Gell? -Ja.
Wovon relaxt ihr euch? Was macht ihr zu Hause?
Ich studier eigentlich Landschaftsarchitektur in Wien.
Jetzt mach ich halt eine kleine Florian-Pause.
Joa.
Mein Niklas, der hat eine Werbeproduktionsfirma in Salzburg.
Interessant.
Ihr habt also eine Fernbeziehung?
Ja. Jetzt halt nicht mehr, gell?
-Gott sei Dank. -Zum Glück nicht.
Und Schatz, wegen deinem Bachelor, schauen wir, ob du den machen musst.
Ob du den noch brauchst.
Das mit uns passt halt perfekt.
Sie ist Landschaftsarchitektin, ich hab einen großen Garten.
Da kann ich mich dann quasi richtig austoben und…
[Nicole] Einen kleinen Spielplatz brauchen wir.
[Niklas] Einen großen Spielplatz, hab ich gesagt.
-Groß. -Den wirst ganz allein du entwerfen.
Sie macht so tolle Entwürfe, das glaubt ihr nicht, sie ist echt genial.
-Ja. Naturstein, Holz… -Ja.
-Schön, dass ihr schon Kinder habt. -[beide] Ja.
Das war meiner Nicole auch sehr wichtig.
-Darf ich's sagen, Schatz? -Ja.
Also Nicole hatte den großen Traum,
dass ihre Kinder noch ihre Urgroßmutter kennenlernen.
Ich hab meine noch kennengelernt. Das war einfach unglaublich schön.
Meine Oma ist jetzt schon 92.
-Da haben wir uns beeilen müssen, gell? -[Niklas] Ja.
[Baby wimmert]
Da haben wir uns sauber beeilt.
Da haben wir uns beeilt. Und bei euch? Ist da auch schon was unterwegs?
Stört dich das eigentlich gar nicht?
Hm?
Dass wir nie über Kinder reden.
Was?
Ich will schon nach wie vor welche, weißt du?
[Sanne seufzt]
Ich hab keine Oma mehr.
Wir können uns ganz, ganz viel Zeit lassen.
Aber wärst du nicht gern Mutter?
Ich mein… lieber als früher?
Nein.
Ich könnt schon 'ne Familie ernähren.
[sie stöhnt]
[sie ächzt]
[mit Akzent] Aber Pablo…
Du bist doch sowieso reich.
-Und ich wäre bereit dazu. -[sie stöhnt]
[normal] Markus, bitte.
Ich will nur sagen, dass ich genug verdiene.
Dass du nicht arbeiten gehen müsstest.
Okay.
Erstens: Ich will jetzt wirklich keine Kinder.
Und zweitens: Ich will in der Kanzlei erst mal die Probezeit überstehen.
Ich wollte nur wissen, ob du Kinder haben willst.
-Nein! Okay? Nein! -Okay!
[leise] Mann!
Willst du generell keine Kinder oder nur mit mir nicht?
Mann, Markus, nein! Du reichst mir! Ich will nicht noch ein Kind!
[Sanne seufzt]
Ich geh mal ins Meer.
[Sanne] Markus! Deine Hose!
Markus!
Hose!
[er schreit wütend]
[Möwen kreischen]
[Sanne] Guck mal.
Geh doch mal hier drauf.
[Hund bellt]
[Stimmengewirr, Musik]
[fröhliche Musik]
[spannungsvolle spanische Musik]
[ausgelassene spanische Musik]
[lachen]
[Panflöte spielt die Melodie langsam weiter]
[Musik endet, Stimmengewirr im Hintergrund]
[sie lacht]
[Applaus]
[Grillenzirpen]
[Sanne] Lass uns dieses Spiel bitte niemals beenden.
[Markus mit Akzent] Welches Spiel, Señorita?
[Vogelgezwitscher]
Hm?
[Sanne] Ich geh mal joggen.
Mhm.
-Markus? -Hm.
Ich liebe dich.
[auf Spanisch] Ich dich auch.
[ihre Schritte entfernen sich]
[Meeresrauschen]
[Handy vibriert]
-Hey, Lars. -[Lars] Hey, Sanne!
[auf Dänisch] Endlich! Wie geht's?
[auf Dänisch] Gut, danke.
Störe ich gerade? Bist du beschäftigt?
Nein, ich bin nur joggen.
Okay, also störe ich dich nicht?
Schon okay, du störst nicht.
Cool, hör mal, das ist jetzt spontan.
Aber was sagst du zu St. Moritz? Alle kommen. Thomas, Lone, Christian…
Lars, das hört sich gut an, aber…
Komm schon, sei nicht so.
Alle kommen, nur du fehlst.
Spaß, Skifahren und Party. Sag ja. Bitte.
Lars, ich bin auf La Palma.
Mit meinem Freund.
Ah. Äh. Okay.
Das ist gut. Läuft es zwischen euch wieder besser?
Hmh.
Leider schaffe ich es nicht. Aber umarm die anderen von mir.
Ich vermisse euch alle.
Ich vermisse dich.
Ich meine, wir alle vermissen dich.
Also…
Ich hab ein paar lange, rote Haare gefunden,
als ich Wäsche gewaschen hab.
Möchtest du sie zurückhaben?
Nein, die kannst du behalten.
Sicher? Das waren einige…
[Sanne] Nein…
[lacht]
Alles in Ordnung?
Todo bien?
Ja, es ist alles okay.
-Markus, ich… -Pablo.
Soy Pablo.
-Pablo… -[auf Spanisch] Ja, mein Schatz?
Ich muss dir was sagen.
Aha.
[auf Spanisch] Was?
Ich…
Ich hab…
[mit Akzent] …heute Geburtstag.
[mit Akzent] Señorita hat heute Geburtstag!
Ist es fantástico!
[er singt auf Spanisch Zum Geburtstag viel Glück]
Das müssen wir feiern!
♪ Cumpleaños, señorita ♪
♪ Cumpleaños feliz ♪
[Stimmengewirr, ein Kind schreit]
[Ruhige, nachdenkliche Klaviermusik]
[Sanne spricht leise auf Spanisch]
Mhm. Sí.
[sie lacht]
[nachdenkliche Klaviermusik]
[Musik endet]
[mit Akzent] Es heißt:
Wenn man in den Wellen dieser Bucht ertrinkt,
dann ist man im nächsten Leben ein Pirat.
[mit Akzent] Als Pirat man könnte hier bestimmt gut leben.
Den ganzen Tag auf Schatzsuche gehen.
Niemals Zähne putzen.
Eine Affenzucht aufmachen.
Sí, sí. Oder eine Rumfabrik.
[normal] Und wenn man's irgendwo nicht aushält?
Dann schippert man einfach weiter.
Bis man nicht mehr will.
[sie atmet tief aus]
[mit Akzent] Wärst du lieber ein Pirat?
Wir können Piraten sein. Wir können alles sein, was wir wollen.
Señorita.
Was ist los mit dir?
[Markus keucht]
[Sanne keucht]
[Sanne ächzt]
[Sanne stöhnt]
Hast du den Schlüssel?
Ernsthaft jetzt?
Ernsthaft. Hab ich dir den nicht gegeben?
-Scheiße, da steht keine Nummer. -Scheiße.
[mit Akzent] Qué, Pablo. Was guckst du mich so an?
Ich habe den Schlüssel nicht verloren.
[sie lacht sarkastisch] So típico.
Es kommt mir alles so bekannt vor.
Mein Exfreund, er war genauso.
Er… war ein Versager. Er hat nichts hinbekommen. Nada.
[er schnaubt wütend]
Ich dachte, es wär vorbei, aber…
[Knall, Glas zersplittert]
-[wütend] Geh! -[sie schreit] Bist du bescheuert?
[wütend, mit Akzent] Was? Das wolltest du doch.
[Auto geht auf]
Na los.
[mit Akzent] Fahren wir.
[normal] So fahr ich nicht mit.
[mit Akzent] Sí. Claro. Es ist dein Geburtstag.
Lass dir Zeit.
[Tür fällt zu]
[nachdenkliche spanische Musik]
[Musik geht im Radio weiter]
[Markus gibt Gas]
[Musik stoppt]
[Markus schnauft]
Was ist?
[mit Akzent] Du kannst auch mal fahren. Ich bin nicht dein scheiß Chauffeur.
[Tür öffnet sich]
[Tür knarrt]
[Markus poltert im Haus herum]
[Tür fällt zu]
[Klirren]
[Rascheln]
[Glas splittert]
[Uhr tickt leise]
[mit Akzent] Weißt du, Señorita, wahrscheinlich wird dein Leben mit mir
nicht so, wie du es dir hast vorgestellt.
Gewöhn dich besser daran.
[geht die Treppe runter]
Und, Alba…
Sag nie wieder, ich bin wie dein Exfreund.
Comprende?
[er atmet schwer]
[Poltern]
[Geschirr klappert]
[stöhnt]
[Töpfe klappern]
[Brutzeln]
Hola.
[sie schnauft]
[mit Akzent] Noch eine Spiegelei?
Markus, ich glaube, wir sollten heute was alleine machen.
Ich glaube, das würde mir mal ganz gut tun.
Und dir auch.
Jeder ein bisschen Zeit für sich.
Meinst du nicht auch?
Sí. Bueno.
[mit Akzent] Ich habe noch viel zu tun mit die Bananenplantage.
[seine Schritte entfernen sich]
[langsame, traurige Musik]
[Musik stoppt]
[Wind und Wellen rauschen]
[Möven krächzen]
[traurige Musik geht weiter]
[Sanne schnauft]
[Hahn kräht]
[Hahn kräht]
[Schritte nähern sich]
[Frau] Hola!
-Hola. -Buenas tardes!
Buenas tardes.
-[auf Spanisch] Wie geht's? -[auf Spanisch] Gut, und dir?
[auf Spanisch] Gut, danke.
[sie redet weiter auf Spanisch]
[auf Spanisch] Ja, gut…
[auf Englisch] Tut mir leid, ich spreche kein Spanisch.
Ich komme aus Deutschland.
[auf Englisch] Verstehe. Okay. Ich komme aus Holland.
[auf Englisch] Oh, wirklich? Cool.
-Hi, ich bin Claire. -Markus. Freut mich.
Igualmente.
[auf Englisch] Möchtest du was trinken?
[auf Deutsch] Äh. Ja.
[auf Englisch] Ich habe refrescos, aber auch guten, hausgemachten Saft.
[auf Englisch] Äh, ja, ein Saft wäre toll.
-Bitte. Ja. -Okay. Ich habe da was Besonderes.
-Okay. -Einen Moment.
Setz dich einfach, ich bringe dir dann den Saft.
Okay. Danke.
[Klappern]
[sie spielt eine ruhige Melodie]
[Tür fällt zu]
[sie spricht Spanisch] Hallo, Rüdiger. Wie geht's?
[er spricht Spanisch] Gut, danke. Und dir?
Sí. Bien.
[mit Akzent] Möchtest du ein Bier?
[Rüdiger] Ah, das tut gut.
[sie seufzt] Sí.
Magnífico.
Du kannst das mit dem Spanisch ruhig lassen, wenn du möchtest.
Qué?
Also nur, wenn dir das leichter fällt. Markus ist ja nicht da.
[sie atmet aus] Das ist so'n Spiel, das wir spielen.
Alles gut.
Magda und ich dachten uns schon, dass das 'n Spiel ist.
Aber wir wollten halt keine Spielverderber sein.
Das ist mir jetzt wirklich peinlich.
Ich bin Sanne.
Schön, dich kennenzulernen, Sanne.
Ebenso.
Wer hat bei eurem Spiel denn gewonnen?
Ich weiß gar nicht, ob man das so sagen kann.
[Hund bellt]
[auf Englisch] Hier, bitte. Das ist Kaktussaft.
-[auf Englisch] Kaktus? -Ja, Kaktus.
Die ganzen Kakteen hier, die großen grünen.
Die haben eine Art Feige. Rote.
Daraus mache ich Saft.
-Okay. -Mal sehen, ob es dir schmeckt.
Wow, ja, das… das ist sehr lecker.
-Ja? Es schmeckt dir? -Ja, sehr.
-Toll. -Es ist…
Es muy rico.
[auf Spanisch] Ja, das ist es.
[beide lachen]
Sí.
[auf Englisch] Du hast hier einen wirklich schönen Laden.
-[auf Englisch] Ja, oder? -Ja.
Ja, ich liebe ihn auch.
Warum bist du hergezogen?
Ich war letztes Jahr im Urlaub,
zum ersten Mal auf La Palma.
Und da
habe ich mich in die Insel verliebt.
Und vor allem in diesen Ort. Der ist wie das Ende der Welt, oder?
Dann fand ich heraus, dass ich diesen Laden mieten konnte.
Ich konnte Geld verdienen. Also kam ich her.
Ja, wow, das klingt wie ein Traum.
Hier auf der Insel zu sein…
Allein. Kein Ärger, keine Streits…
[lachend] Ja, es ist… es ist sehr ruhig.
Aber es wäre schon nett,
wenn mir jemand helfen würde, mit dem Laden oder…
Ja, nein, es stimmt. Es… es ist hier sehr schön ruhig.
Aber hattest du keine Angst, hier ganz isoliert und allein zu sein?
Ja… Doch, ich hatte schon Angst. [räuspert sich]
Darüber habe ich mir vorher Gedanken gemacht.
Der Unterschied zwischen der Stadt und diesem Ort ist riesig.
Aber…
Ich weiß nicht…
[stotternd] Die Angst war weg, als ich dann den Schritt gewagt hab.
Als ich es tat. Ich fühlte, dass ich es tun musste.
Ich hatte zwar Angst, aber als ich es tat, war die Angst weg.
-[Frau] Hola. -[Claire] Hola.
[unterhalten sich auf Spanisch]
[Klopfen]
Wieso gehst du nicht vorne rum?
[Markus] Ich dachte, du bist auf der Terrasse.
[Markus schnauft]
Ja, mein Tag war auch wunderschön, danke.
Tschuldigung.
Wo warst du?
[mit Akzent] An einem wunderschönen Ort, Señorita.
In rauer Natur…
Menschenleer.
[Geschirr klappert, Wasser rauscht]
[Mark mit Akzent] Eine kleine Laden mit nur eine Sorte Wasser.
Oh, Señorita, Sie hätten es geliebt.
[Sanne] Hast gut was erlebt.
[Mark] Und du?
[Sanne] Nö, war nicht so viel los. War ruhig.
-War auch mal schön ohne dich. -[Markus schnauft]
[Markus schnaubt]
[Sanne] Es war nicht so gemeint.
Redest du nicht mehr mit mir?
[mit Akzent] Warum sollte ich nicht mit dir reden?
[Wasser plätschert]
["Decídete" von David Reichelt]
[Flamenco-Musik]
[Frau singt auf Spanisch]
[Sanne] Ne… Lass es bitte. Hör auf.
Markus, ich möchte das jetzt nicht. Mann! Jetzt lass mich doch mal!
[Musik stoppt]
Ich hab keine Lust mehr zu spielen.
[mit Akzent] Oh, Señorita, welches Spiel?
Markus, wirklich, hör auf damit jetzt.
[auf Spanisch] Tut mir leid, aber ich verstehe dich nicht.
-Pablo. -Sí.
[mit Akzent] Willst du unbedingt bescheuerte Spiele spielen?
Reiche ich dir sonst nicht?
Soll ich deine Alba sein?
[normal] Dann ziehst du wenigstens nicht immer so 'ne Fresse.
[sie stöhnt]
-Gefall ich dir so besser? -Hör auf.
-Sanne, hör auf. -Das willst du doch.
Das ist krass eklig!
[normal] Merkst du, wie lächerlich das ist?
Ich bin keine Alba. Du bist kein Pablo.
Du bist kein starker Mann.
Weißt du was, wenn du dich jetzt auskotzen willst, dann ohne mich.
Wenn du bereit bist, wie Erwachsene zu reden, sag Bescheid.
Ich hab mit Lars geschlafen.
Das war… Ich…
Bei der Abschlussparty bin ich mit ihm mitgegangen.
Ich weiß nicht, warum, aber ich wollte das.
Ich wollte gucken, was passiert, wie…
…er mich anfasst. Ich weiß es nicht, Markus.
Immer noch nicht. Ich hab keine Ahnung.
Und dann sitzen wir hier, und wir reden über zusammenziehen…
Und da muss mehr sein.
Danke, dass du's mir gesagt hast.
Glaubst du, ich wusste das nicht?
Glaubst du, ich hab nicht gemerkt, dass irgendwas mit dir nicht stimmt?
Nicht gemerkt, dass Lars dauernd anruft?
Ich wollte, dass du's mir sagst.
Und das hast du jetzt. Also… Danke.
Also war der Urlaub 'n Test.
-[spannende Musik] -Was?
[Sanne] Dieses beschissene Spiel die ganze Zeit…
-Das hat nichts mit dem Spiel zu tun. -Natürlich!
-Soll ich deswegen deine Alba sein? -Ich hab das Spiel nur für uns gespielt!
-Du undankbare… -Undankbare was?
Fotze? Schlampe? Wie willst du mich nennen, Pablo?
Erbärmlich.
Du bist einfach nur erbärmlich.
[aggressive spanische Musik]
[gedämpfte spanische Partymusik]
[laute spanische Partymusik]
[kaum hörbar] Qué tal?
Ich kann dich nicht verstehen!
[kaum hörbar] Do you speak English?
[auf Spanisch] Ich verstehe nichts.
[auf Englisch] Ich bin Alba. [auf Spanisch] Ich bin Alba.
Marco.
Marco?
Marco.
[Unterhaltung wird von der Musik übertönt]
[Stille]
[sie stöhnt] Was für ein Abend.
Was für ein Abend, ich sag's dir.
[er spricht spanisch]
Ja, was immer du sagst.
Ich geb's auf mit dem Spanisch.
-Alba. Alba. -Sí?
Sí.
[er redet spanisch]
[er spricht spanisch]
Linda. Das hab ich verstanden. Das heißt niedlich, ne?
Niedlich.
-[auf Spanisch] Gehen wir zu mir? -Klar, gehen wir zu deinem casa.
Ist das weit von hier? Ich muss mal auf Toilette.
[er redet spanisch]
Wenn das so weit ist, gehen wir mal in die Büsche.
-Hey! [er spricht spanisch] -Wo ist dein casa?
Sí, por aquí.
Vamos a dein casa. Wo ist die casa? Casa?
[Tür wird aufgesperrt]
Okay. Wo ist die Toilette? Toilette. El baño. Baño?
[auf Spanisch] Das Bad ist da.
[sie stöhnt]
[Plätschern]
[Tür knarrt]
Alter, Marco, wie alt bist du denn?
[auf Spanisch] Ich verstehe nichts.
Ich dachte irgendwie, du wärst Mitte 20, aber du bist ja höchstens 18.
Oh Gott, ist das alles scheiße.
[stöhnend] Das ist so ein Scheiß-Tag.
Scheiß-Woche. Ist einfach alles scheiße. Hör mal auf jetzt.
[er spricht spanisch]
[sie seufzt]
Warum versau ich's immer wieder neu?
[leise] Warum?
Drei Jahre ist doch nicht nichts.
[er spricht Spanisch]
[er spricht Spanisch]
Ich sollte doch mittlerweile wissen, was ich will, oder?
-[Tür öffnet sich] -[Mann spricht spanisch]
-[auf Spanisch] Musst du nicht arbeiten? -[auf Spanisch] Papa! Bitte!
[er spricht spanisch]
Ich hab nichts verstanden.
[sie diskutieren auf Spanisch]
[sie sprechen spanisch]
[Tür fällt zu]
[stöhnend] Oh Mann.
Hey, hey, hey. Pst.
[er flüstert, sie schnieft]
[langsame spanische Musik]
Hey! Alba! Alba!
[traurige Klaviermusik]
[Musik geht weiter]
[Musik geht weiter]
[Möwen kreischen]
[Musik geht weiter]
[Musik verklingt]
[atmet aus]
[Mann] Schau mal, Schatz, die Tür ist schon auf.
-[Frau lacht] Merkwürdig. -[Mann] Das ist richtig?
-[Schritte auf Treppe] -[Frau] Vielleicht ist jemand da?
[Mann auf Englisch] Tut mir leid. Ist das die Calle de Aniseto?
[Mann] Hablar inglés? Do you speak English?
Welcome! Hola!
[Englisch mit Akzent] Ich habe Sie später erwartet.
Ich habe eben das Zimmer gereinigt.
Es ist also perfecto.
-[Mann auf Englisch] Toll! Danke! -[Frau] Wir dachten, wir sind falsch.
Oh, no,no,no, es perfecto! Timing is perfecto!
Hola! Welcome to La Palma! Hola!
[Sanne] La vacaciones! Sí!
[Sanne] La Baño. Ba… bathroom.
[auf Englisch] Ich nehme die schmutzigen Handtücher mit.
[Schritte nähern sich]
[Markus] Weißt du, was verrückt ist?
Als ich dich zum ersten Mal gesehen hab,
und du hast am Handy telefoniert, du hast gestritten mit deinem Exfreund,
auf Dänisch…
Ich hab gar kein Wort verstanden.
Aber ich hatte sofort zwei Gedanken im Kopf.
Der erste war:
Wow, wie schön muss es sein, mit dieser Frau streiten zu dürfen.
Bescheuert, oder?
Was war der zweite Gedanke?
Der zweite war: Hoffentlich hat sie keinen Penis.
[lachend] Was?
Na ja, ich dachte: "Die ist so schön, da…
Da muss irgendwo 'n Haken sein."
Klingt noch bescheuerter.
Findest du?
-[nachdenkliche Musik] -[Markus] Weißt du…
Was willst du mehr?
[Markus] Was soll da mehr sein?
Ich bin Sanne.
Markus.
[schluchzend] Bitte geh nicht weg.
Bitte bleib bei mir.
["Decídete" von David Reichelt Feat. AnnaLu & Shavez]
Untertitel von: Jessie Dietz
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