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(Wasser plätschert leise)
(Mädchen lacht in der Ferne)
(Wasser plätschert)
(gedämpftes Lachen)
(ausgelassener Schrei)
(gedämpfte unverständliche Stimmen)
(sie schnappt nach Luft und jauchzt)
Ah! Hör auf.
(Stift kratzt über Papier)
(ruhige Klaviermusik)
(Lachen)
(Mädchen) Engelchen, komm auch rein!
(ruhige Klaviermusik spielt weiter)
(tiefes Ausatmen)
(Musik blendet aus)
(Grillen zirpen, Vögel zwitschern)
(Insekt summt)
(Traktormotor blendet aus)
(Schubkarre scheppert)
(Kuh muht, Bremsen quietschen)
(nervöses Atmen)
(Schwalbenrufe und entferntes Hahnkrähen)
Peter!
Reinkommen!
Dem werd ich Beine machen.
(brüllt) Peter!
(nervöses Atmen)
(Kuh muht)
(er hält die Luft an)
(Geschirrklappern und leises Plätschern)
(Fliegensummen)
Wo ich herkomme, erzählt man sich die Geschichte der Mittagsfrau.
Wenn sie kommt, aufs Feld, in der Mittagshitze,
dann muss man mit ihr sprechen, so heißt es,
ihr etwas erzählen, sonst
wird man verrückt.
Was erzählt man der denn, dieser "Mittagsfrau"?
Etwas von sich.
Wer man ist oder...
wo man herkommt.
(Grillenzirpen, sphärische ruhige Musik)
(Mädchen) Hinten die Nierchen
und vorne...
Dreh dich um.
Vorne die Leber.
Hier? - Mhm.
Darunter die Milz und die Bauchspeicheldrüse. - Mhm.
Hier? - Mhm.
Vena cava superior?
Magen?
Dünndarm?
Dickdarm?
Blinddarm?
(atmet erregt)
Weiter unten.
Tiefer.
(erregtes Atmen)
Vulva.
Das ist kein Organ. - Und ob.
Martha! - Au!
Hey! - (beide lachen)
(Uhr schlägt hell klingend)
Wie die wieder aussieht. - Lass Helene, Mutter!
(Löffel klappert)
(wimmerndes Schluchzen)
(lautes Schluchzen)
(leise) Mein Josef.
Mein kleiner Josef.
Deine Söhne sind tot.
Hörst du, Mutter? Aber wir sind hier.
(verächtliches Schnauben)
Widerlich. - (Mutter) Ernst Ludwig...
Ernst Ludwig wird heimkehren.
Wenn er bis jetzt nicht heimgekehrt ist, ist Vater bestimmt tot.
Pscht!
(Mutter brüllt wütend)
Es gehört ihr... Eine Frechheit!
(Martha) Es reicht! - Vernunft gehört ihr eingeprügelt.
Frechheit.
(entfernte Taubenrufe)
Sie hat ein blindes Herz.
Weil sie nicht mit der Mittagsfrau gesprochen hat.
Du glaubst doch gar nicht an die Mittagsfrau.
Wer sagt das?
Hab ich dir nicht erzählt, dass sie mir schon mal begegnet ist?
Ich hab mit ihr gesprochen und ihr alles erzählt.
Von mir,
von Mutter...
und von dir.
Was hast du ihr denn von mir erzählt?
Dass du nicht tust, was ich sage.
So ein Unsinn. Hör auf.
Darf ich dich heute im Krankenhaus besuchen?
Vielleicht kann ich eine Leiche sehen.
Du bist ein seltsames Kind, Engelchen.
(ruhige, sphärische Musik) - Bitte!
(Wasserplätschern, Vogelzwitschern)
Ich will hier nicht weg. - Wieso weg?
(Froschquaken)
Ich heirate nach Berlin.
Was?
Vater sagt, wichtig sei, dass der Mann passe.
Die Liebe könne sich ja dann noch zeigen.
Der ist uralt. Aber steinreich.
Ein Paläontologe. Vielleicht kann ich studieren.
Sei nicht traurig.
Ich brauch dich hier.
Suchst dir auch 'n Berliner. Dann sind wir wieder zusammen.
Und wer kümmert sich um Engelchen? - Ich kümmer mich um mich.
Papperlapapp.
(leises Schniefen und Schluchzen)
(schnieft)
(tränenerstickt) Engelchen.
versprichst du mir, mich niemals im Stich zu lassen?
Die geht einfach nach Berlin und überlässt mich hier meinem Schicksal.
Wenn du auch heiraten willst -
die Männer liegen dir doch zu Füßen.
Eine Heirat ist doch das Allerletzte.
Und außerdem rückt Mutter das Familienbuch in 100 Jahren nicht raus.
Und im Kirchenregister steht sie nicht.
Wieso nicht?
Weil sie Jüdin ist!
Was glaubst du, warum sie nie mit in die Kirche kommt?
Weil die Beichtstühle stinken. - (Martha stöhnt frustriert)
(Martha weint weiter)
(Mutter flüstert) ...sieben. Hier kommt ihr rein.
Eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben.
Und ihr kommt auch nimmermehr.
Verschwunden und nie mehr gesehen.
(Fliegensummen)
(flüstert) Der Erste, der Zweite und der Dritte.
(Schubladenklappern) - Drei seid ihr, nein, neun.
Zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben, acht, neun seid ihr.
(sanfte sphärische Musik)
Sobald ihr wiederkommt,
kann ich die 22 Buchstaben ergänzen und Wege erhellen.
(verzücktes Seufzen)
Ein Vogelschwarm für das Geleit von Seelen.
Ein gemeinsamer Spuk war ein freudiger Erdbewohner.
(verzücktes Lachen)
Menschenwürmer.
Seit Jahrhunderten und Jahrtausenden verbringen sie ihr Leben damit...
(Musik verklingt)
(forsch) Was will sie hier?
Darf ich Sie kämmen?
(ruhige, sphärische Musik)
(Mutter summt eine sanfte Melodie)
Wer schreibt Ihnen Briefe? - (Summen stoppt abrupt)
(sie schreit laut auf)
Frech ist sie, verdorben.
Und so was ernähre ich in meinem Haus.
Martha ernährt uns, Mutter. Sie sind krank!
(lacht spöttisch)
Immer weiß sie mehr als ich.
Wenn ich hier nicht gebraucht werde, gehe ich.
Dann seid ihr mich endlich los.
(Helene) "Liebe Cousine, heute denke ich schon den ganzen Tag an dich.
Hoffst du immer noch, dass Ernst Ludwig aus dem Krieg heimkehrt?
Ich würde mir so wünschen, dass ihr mich endlich besuchen kommt.
Helene möchte doch so gern studieren.
Hier in Berlin gibt es höhere Schulen für Mädchen."
(Tür öffnet und schließt sich)
(atmet aufgeregt)
Kindchen,
der Herr Vater...
Vater hat geschrieben?
Er wird nicht mehr heimkehren.
(schnieft)
(wütendes Brüllen)
Das mit dem Studieren kannst du vergessen.
(Mutter ächzt wütend)
Nichts werd ich vergessen, Martha.
Wir haben eine Tante in Berlin.
Eine Cousine von Mutter.
Aber die ist ganz anders als sie.
Was?
(Mutter schreit weiter, Feuer prasselt)
Sie hat eine Fotografie geschickt.
Sie trägt schillernde Kleider. Bei ihr gehen berühmte Berliner ein und aus.
Dichter und Tänzerinnen.
Wirklich?
Das hast du dir nicht nur ausgedacht?
Wenn du volljährig bist, fahren wir nach Berlin.
Wir fahren nach Berlin?
Ja, nach Berlin. - Ja! Nach Berlin!
(lachend) Nach Berlin.
(Mutter brüllt, Kusslaut)
(Brüllen, treibende Musik)
(Frauen lachen und jauchzen)
(Frau) Ab in die Weiße Maus. - (Frau jauchzt)
(laute sphärische Klänge übertönen die Stimmen und die Musik)
(sphärische Klänge verstummen)
(gedämpfter fröhlicher Trubel)
(sie stellen die Koffer ab)
(Türklingel)
(Frau lacht gackernd)
(Helene atmet tief durch)
(lauter Trubel) - (berlinert) Das müssen die Nichten sein.
Hereinspaziert in die gute Stube.
(fetzige Bigband-Musik) - Eine richtige Feier, Engelchen.
(Hausdame) Bitte hier lang.
Das Zimmer da ist für die Herrschaften gerichtet.
Frau Fanny erwartet Sie.
Hu!
Komm, Engelchen. Komm! Na los.
(Bigband-Musik läuft weiter)
Sie kommt. - Sind das deine Nichten?
Enfin!
Lasst euch ansehen. - (Musik klingt aus)
Wie hübsch.
Ihr geratet ganz nach eurer Mutter.
(Mann) Fanny, Liebling? Wo bleibst du?
(Fanny) Na kommt schon. - (fröhliche Musik spielt an)
(Helene) Aber...
(gedämpfte Musik)
(Martha lacht sanft)
(Mann) Ein Pfeifchen.
(Frau holt scharf Luft)
(sie kichert)
Deine Beine.
Ich hol dir Wasser.
(flotte Musik spielt)
Überraschung!
Leontine!
(berlinert) Das Engelchen in Berlin!
Mensch, sag mal, gut siehst du aus.
Und?
Wo ist dein debiler Paläontologe?
Der ist gar nicht so debil, der ist eher liberal. Zu Hause.
Wo ist sie?
Sie war müde und hat sich hingelegt.
Das klingt aber nicht nach Martha.
(ausgelassenes Lachen)
Na?
Wie alt sind Sie, wenn man fragen darf?
19? Oder 20?
Ich bin 17. Noch.
Nicht Ihr Ernst. (kichert)
Sehr amüsant, deine Nichte.
Was will sie hier?
Studieren. - Was wollen Sie denn studieren?
Medizin. Ich... Ich werd Ärztin.
Haben Sie die Reifeprüfung?
(stammelt) Noch nicht. Aber ich lerne schnell.
Wenn ich Geld verdiene, kann ich die Abendschule bezahlen.
Mein Freund Clemens sucht 'ne Hilfe. Er ist Apotheker.
Eine, die freundlich zu den Kunden und verschwiegen ist.
Apotheker müssen Geheimnisse bewahren können.
Meine, Erichs, die der halben Stadt.
Mein Erich.
Er ist süß, aber manchmal etwas klebrig.
Was interessiert Sie ausgerechnet an Medizin?
Der Mensch, sein Körper,
seine Seele.
Ich hätte nichts dagegen, mich von dir behandeln zu lassen.
(Kusslaute)
(Lied endet, neues Lied spielt an)
Engelchen.
(Musik: "When Your Body Says Goodbye" von Marcus Alexander Milius)
# When your body
# When your body - Jetzt komm!
# When your body says goodbye
# Don't you worry
# Don't you worry
# 'cause your spirit will never die
(Lachen und Grölen)
(Musik endet)
(Küsse und erregtes Atmen)
(Helene seufzt)
(Martha und Leontine kichern)
(undeutliches Flüstern und Kichern)
(liest leise murmelnd)
(Vogelzwitschern)
(sanfte Klaviermusik)
(sanftes Lachen)
(Helene atmet tief durch)
(sie atmet tief aus)
(sanfte Musik spielt weiter)
(Elefant grunzt)
(Elefant trompetet in der Ferne)
(Stift kratzt übers Papier)
(Elefant brüllt)
(Vögel gackern)
(Kinderstimmen)
Die Konsistenz ist zu pastös. Sie müssen noch ein wenig Fett hinzufügen.
Und ganz gleichmäßig rühren, ja?
Wenn Sie möchten, können Sie das ab jetzt ganz übernehmen.
Äh, ich füll noch die Kapseln ab.
Ich überlasse Ihnen das Feld.
(er räuspert sich)
Bis morgen. - Bis morgen.
(Gezeter von draußen, Pferd wiehert)
(Auto hupt)
(Bremsen quietschen)
(Hupen)
(Türklopfen)
Guten Abend! Eine Medizin für die Wachigkeit, bitte.
Tut mir leid, wir haben geschlossen.
Geschlossen? Aber Sie sind doch hier.
Äh... Haben Sie ein Rezept?
Nein. - Was brauchen Sie denn?
Meine Augen fallen zu, aber ich muss studieren.
Was studieren Sie denn? - Die deutsche Literatur.
Ich könnte Ihnen Koffeintabletten geben. - Sie sind ein Engel.
Sie übertreiben. - Doch, doch, Sie retten mich.
(Schubladenklappern, Rascheln)
(Klappern)
Danke. Und schönen Abend. - Und Ihnen aufregende Texte.
(er lacht)
(Leontine) Noch ein Lampion.
Da ist sie ja endlich.
# (alle) Hoch soll sie leben,
# hoch soll sie leben,
# dreimal hoch.
# Klug soll sie werden, nein, bleiben.
# Klug soll sie bleiben,
# dreimal klug.
(Jauchzen und Klatschen) # Stark soll sie werden...
(Gesang verklingt, heitere Musik spielt)
(flüstert) Hast du noch 'n bisschen was da? - Ja.
(Mann) Très belle.
(alle) Uh!
Warte.
Die passen besser.
So, und jetzt kommen die Haare ab.
Schwester Martha, Schere.
Jawohl, Frau Doktor. - Nehmen Sie Platz, Fräulein.
(Kichern)
Trink, Kindchen. Auf ex.
(Anfeuerungsrufe)
(Ekellaut und Husten)
(treibende Musik)
(sphärische Klänge übertönen die Musik)
(fetzige Bigband-Musik)
Ich kann die Grübchen in deiner Schulter sehen.
(er stöhnt lustvoll)
(Erich stöhnt)
(Fanny) Erich?
Fanny.
Lucinde will unbedingt noch in die Weiße Maus. Was ist mit dir?
Ich will da sein, wo du bist.
(sie atmet tief durch)
(Musik läuft weiter)
(Stille)
(Fahrrad nähert sich)
(Poltern) - (Helene) Au! Ah.
Beobachten Sie mich? - Sie haben neue Haare.
Und Sie haben offensichtlich Wachigkeit erlangt.
Wollen Sie tanzen gehen?
Nein?
Spazieren?
Weder Asche noch Tauben haben mir Anmut geschenkt.
Karl. Karl Wertheimer.
Helene.
Helene Würsich.
(Schritte entfernen sich)
Warten Sie!
(Helene) Es ist ein Weinen in der Welt, als ob der liebe Gott gestorben wär.
Und der bleierne Schatten, der niederfällt, lastet grabesschwer.
Komm, wir wollen uns näher verbergen.
Das Leben liegt in aller Herzen wie in Särgen.
Du! Wir wollen uns tief küssen.
(lacht) Sie sagen das so optimistisch, dabei ist es so ein trauriges Gedicht.
Es ist optimistisch.
Es pocht eine Sehnsucht an die Welt, an der wir sterben müssen.
Das ist optimistisch? - Aber ja, es geht um eine Sehnsucht und einen Kuss.
Dennoch sterben wir. Was bedeutet da noch ein Kuss?
Lesen Sie Gedichte immer von hinten?
(entfernte Stimmen)
(Helene) Leid schließt die Vorstellung von Glück ein.
So geht die Vorstellung vom Glück im Leid nie verloren.
Aber die Vorstellung von Glück und das Glück selbst sind verschiedene Dinge.
Warum interessierst du dich ausgerechnet für die Medizin?
Die Chirurgie, das Gehirn, die Nervenbahnen...
Das Herz. - (lacht) Wie konnte ich das vergessen?
Du wärst bestimmt ein fabelhafter Poet.
Wenn ich mich traute, würde ich dich jetzt küssen.
(sanfte Klaviermusik)
(Helene lacht ausgelassen)
(sanfte Klaviermusik läuft weiter)
(sanftes Klacken)
(Tür fällt zu)
(Helene) Was ist mit dir? - (Martha stöhnt leise)
Das Gift ist süß, Engelchen.
Jetzt schau mich nicht an wie 'ne Verdammte.
Bisschen Leben wird ja noch gestattet sein.
Was ist das?
Für dich.
Für "Fräulein Helene".
(Helene liest leise und unverständlich)
Du hast mir schon lang kein Morphium mehr mitgebracht.
Liebst du mich nicht mehr, Engelchen?
Liebst du jetzt diesen Mann?
Wieso hast du es aufgemacht?
Es waren meine Schuhe, die du kaputtgemacht hast.
Ich hab sie reparieren lassen.
Oh, Aschenputtel,
ich möchte dich verführen und bestechen mit diesen Schuhen.
Es war der Schuh der falschen Schwester.
(Martha kichert schadenfroh) - Martha! Martha!
(Kampflaute)
(gespieltes Knurren und Stöhnen)
(Martha) Jetzt hab ich dich. - (Helene kichert)
(Martha lacht triumphierend)
(Fanny) Pass auf, die Vase!
(Fanny) Was ist hier los? - Das Engelchen hat 'n Verehrer.
Ach, sieh an.
Rukedigu, rukedigu,
Blut ist im Schuh.
(Fanny) Martha, mein Freund Richard ist Oberarzt
auf der Sterbestation im Jüdischen Krankenhaus.
Sie haben eine freie Stelle.
Der Oberarzt mag Frauen im "richtigen" Alter.
Der alte geile Bock.
(Schniefen)
(Schniefen)
(Fanny) Du kannst nächste Woche schon anfangen.
Beten wirst du auch noch lernen.
'ne Schabbesfeier kann auch lustig sein.
Dass das schnöde Geld so schnell an Wert verliert!
(Dose klappert, Schublade schließt sich)
(gedämpfte Musik)
Trinken Sie die Milch der Milchstraße.
Die Collagen sind von Hannah.
Willkommen. - Guten Abend!
Herein.
Johannes ist der Oberdada.
Hat dem Kaiser befohlen, mit dem Krieg aufzuhören, da wurde er nicht eingezogen.
Die Medizin, die kann Körper und Seele trennen.
Wir können die Geschwulst von der Leber trennen und die Leber vom Körper.
Aber nicht vom Menschen. Es wird dessen Leber bleiben.
Die Medizin hat der Erkenntnis viel hinzugefügt.
Sie suchen Gott im Menschen.
Ja, aber ein Blick in den Himmel,
die Technik der Flugzeuge, Chlorgas-Einsätze.
Wie vielen Vätern fehlen Gliedmaßen.
Sie leben ohne Arme, ohne Beine... - Da kommt Gott ins Spiel.
Technik und Wissenschaft sind Kinder der göttlichen Erkenntnis.
Der Mensch verursacht die Katastrophen. - Wer glaubt noch an Gott?
Der Glaube an Gott ist das Einzige, was man dieser...
Wir sind uns selbst genug. Hey!
(aufgebrachtes Stimmengewirr)
Ich glaube, die Diskussion ist beendet.
Woher kennst du diese Leute? - Meine Mutter liebt Kunst.
Ich fürchte, mehr als meinen Vater.
Und dich?
Mich schon, aber nicht das, was ich mache und denke.
Was ist mit deiner Familie? - (lacht) Familie bedeutet mir nichts.
Sicherlich bedeutest du ihnen etwas.
Meine Mutter hat ein blindes Herz.
Vielleicht hab ich ja das blinde Herz meiner Mutter geerbt.
(gefühlvoller jiddischer Gesang: "Black Is The Color Of My True Love's Hair")
# Zayn gezikht azoy
# veykh un vunderlekh.
# Di same reynste oygn
# un di shtarkste hent.
# Yo, ikh hob lib di erd,
# oyf velkher er shteyt.
(Musik nimmt Tempo auf)
# Yo, ikh hob lib mayn gelibtn
# un vu er geyt.
# Yo, ikh hob lib di erd,
# oyf velkher er geyt.
# Nokh alts ikh hof,
# s'vet kumen di tsayt,
# ven er un ikh
# veln eyns zayn.
# Black is the color
# of my true love's hair.
# And I love the ground
# whereon he stands.
# Oh, I love my lover...
(Regen prasselt)
(Helene lacht)
(sie keuchen)
(Donnergrollen)
Kommst du mit hoch?
(lacht) Was sonst? Willst du mich hier stehen lassen?
Bist du sicher?
(Wasser plätschert)
(Wasser plätschert)
(Regen prasselt leise aufs Dach)
Ich habe ein trockenes Hemd für dich.
(Kleiderbügel klappern)
Soll ich das Licht löschen?
Ich will dich sehen.
(zittriges Atmen)
(Karl stöhnt sanft)
(fernes Donnergrollen)
(erregtes Atmen)
(Karl stöhnt)
(beide keuchen)
(Karl hält den Atem an)
(Keuchen)
(Helene stöhnt sanft)
(Atmen beruhigt sich)
(leises Weinen)
Was ist mit dir?
Weinst du?
Nein.
Ich denke nur noch an dich,
an nichts anderes mehr.
Ich bin dir ausgeliefert.
Helene, was soll ich bloß tun?
Du fragst mich, was soll ich tun?
Ich sage: Lebe wild... - (beide) ...und gefährlich, Arthur.
Du versteckst dich hinter Worten.
Du fürchtest dich wohl vor nichts?
Aber ja doch.
Vor dem Tod natürlich.
Der Tod kränkt mich.
Ich will nicht sterben.
Ich möchte ewig leben. - Ich auch.
(sie lachen sanft)
(Regen plätschert, ruhige sphärische Musik)
(Helene) Manchmal hab ich so eine unbestimmte Angst.
Wer kann mutig sein, wenn er die Angst nicht kennt?
Es hat aufgehört zu regnen.
Lass uns mutig sein.
Lass uns rausgehen.
(lautes Grölen und Jauchzen)
(treibende Schlagzeugmusik)
(ausgelassenes Schreien)
(Schreien verstummt)
(Musik verebbt, beide keuchen)
(gedämpftes Vogelzwitschern)
(entferntes Krähen)
Und wie ist er so?
Hat er manchmal von mir gesprochen?
(leises Seufzen)
(entferntes Grunzen)
(leises Plätschern)
(sie blättert um)
(sie stöhnt sanft)
Heute nicht.
Mir ist ein bisschen übel.
Ich hätt nichts dagegen, wenn du mir Kinder schenkst.
Könnt's nicht sein, dass dir übel ist, weil du schon... - Nein.
Was macht dich so sicher? - Ich weiß es, ganz einfach.
(sie lacht)
(sentimentales Lied spielt, Tür öffnet sich)
(Helene) Fanny? Martha?
Ich hab die letzte Prüfung bestanden. Ich bin zum Abitur zugelassen.
Das Engelchen macht Abitur.
Nicht, dass uns das überrascht.
Gratuliere, Helene.
Ich bewerb mich für ein Studium.
Im Herbst.
(Helene zieht Luft ein)
Was ist mit dir?
Ich bin spät dran
und mir ist ständig übel.
(Leontine) Wie spät? - Zwei Wochen.
Wann ist die Abiturprüfung? - Die Prüfung? In, äh...
(schnieft) In... in vier Wochen.
Dann sollten wir keine Zeit verlieren.
Aber Karl... - Engelchen.
Karl wird das Kind für dich weder austragen,
noch stillen, noch großziehen.
(Helene schluchzt)
(Martha kichert)
(lacht) Die Engelmacherin kommt zum Engelchen.
(Schritte entfernen sich)
Was sag ich Karl? - Dass du verreisen musst, mit Martha.
An die Ostsee. Zur Kur.
(Besteck klirrt)
(Auto fährt draußen vorbei)
(Schritte)
(Tür schließt sich)
(gedämpftes Vogelzwitschern)
(ruhiges Atmen)
(melancholische Klaviermusik)
(Karl murmelt leise und unverständlich vor sich hin)
(Stift kratzt übers Papier)
Ich hab dich vermisst.
Erzähl mir vom Meer.
Die große Frage:
Ist es blau? Ist es grün oder transparent?
Es trägt alle Farben in sich.
Du bist anders. Was hat das Meer mit dir gemacht?
Ich war nicht an der Ostsee.
Warum nicht?
Hm...
Mir war doch so übel die letzte Zeit.
(entfernte Stimmen, Verkehrsgeräusche)
(er seufzt)
Ich konnte es nicht kriegen.
Warum hast du nichts gesagt? Vertraust du mir nicht?
Ich krieg kaum das Mietgeld zusammen.
Aber meine Eltern hätten uns doch geholfen!
Es ist doch gut so, wie es ist, du und ich. - Du bist nicht allein.
Vielleicht ja doch.
Du bist sehr stur.
(entferntes Pferdegetrappel)
Es ist mir wichtig.
Heirate mich.
Ich will nie mehr ohne dich sein.
(sie lachen)
Heirate mich.
(sie lacht) Ja.
Ja, ich heirate dich.
Aber erst, erst werd ich Ärztin.
(Projektor rattert, undeutlicher Filmdialog)
(Applaus, anerkennende Rufe)
Hey, ich hab ein neues Ende.
(Jazzmusik im Hintergrund)
"Man küsst sich dann und wann auf stillen Bänken..."
Du siehst ja übel aus.
Vor meinem Haus haben die Braunhemden jemanden verprügelt.
Wir müssen uns im Kampf ausbilden lassen.
Und dann? Willst du alle eigenständig erschlagen?
Beginnen wir lieber mit einer Demonstration vorm Reichstag.
"Hat man genug von Weekendfahrt und Küssen,
lässt man's einander durch die Reichspost wissen.
Per Stenografenschrift ein Wörtchen:
aus." - (Zuhörer lachen)
(Applaus) - (Frau) Bravo!
(Applaus verstummt)
(flüstert) Wenn wir heiraten, wirst du meine Letzte sein.
(flüstert) Mein Erster und mein Letzter wirst du sein.
(Karl flüstert) Meine süße Allerletzte.
Können Sie das noch machen?
Ja.
Clemens? Morgen müsste ich früher gehen.
Ich schreib meine letzte Prüfung fürs Abitur.
Sehr wohl, sehr wohl.
Äh, so...
(Schlüssel klimpern)
(Tür quietscht)
Karl?
(sie seufzt)
(es klopft)
(verstärktes Klopfen) - (Frau) Fräulein?
Fräulein? Hallo?
(Schloss klappert)
(Frau berlinert) Mein Telefon hat geklingelt.
Der Professor Wertheimer.
Sein Sohn...
wird nicht mehr kommen.
Welcher Sohn?
Karl.
Es hat einen Vorfall gegeben.
Ach, das tut mir leid.
Vorm Reichstag.
Er ist tot.
Das wollt ich Ihnen gesagt haben.
(Schritte entfernen sich)
(gedämpfte Straßenbahnklingel)
(Straßengeräusche verstummen)
(zitterndes Atmen)
(beklemmende Musik)
(Schritte entfernen sich auf der Treppe)
(Grillen zirpen, Musik läuft weiter)
(Musik klingt aus)
Nehmen Sie ihn mit?
Er gehört mir nicht.
(Frauen singen und lachen)
(kichernd) Etwa so?
(berlinert) Schau mal.
Du auch?
(Tür wird geöffnet)
Der hier.
(metallenes Poltern und Klirren)
Was ist mit Schwester Ruth?
(Tür schließt sich) - Kommst du heute mit in das Strandbad?
Ich kann auch nicht schwimmen. - Wir lernen es alle erst.
Nein.
Danke.
Denkt wohl, sie wär was Besseres mit ihrem Abitur.
Hochmut kommt vor dem Fall.
Das ist kein Hochmut. Traurig ist sie.
Immer traurig.
(leises Schluchzen)
(Schniefen)
(Tür wird geöffnet)
Verzeihung. Ich fürchte, ich habe mich in der Tür geirrt.
Ähm... (sie schnieft)
Wo wollen Sie denn hin?
Ähm...
Ich... ich suche die Toilette.
Nächste Tür links.
Ihre Infusion.
Oh.
Danke.
(Tür fällt zu)
Ich habe es ohnehin nie so recht gemocht.
(Fanny) Der Krempel kommt weg.
Ab ins Pfandhaus damit.
Wer braucht schon zwei Samoware?
Den brauche ich wohl nicht in Brasilien.
Es soll ja sehr heiß sein dort.
Obwohl, im Winter? Wird es wohl kalt im Winter auf der Südhalbkugel?
(tränenerstickt) Den hat Erich dir geschenkt.
(Fanny) Ach, der neue Besitzer wird erst in zwei Monaten einziehen.
So lange könnt ihr noch hier wohnen. - Nicht das Grammophon!
Was hört man in Brasilien wohl für Musik? - Jede, die man will.
(Fanny) Glaubst du, das fällt mir leicht?
Ich kann nicht mehr atmen in diesem Land.
Sie hat Leontine.
Dich hält hier niemand.
Du musst ihn endlich vergessen.
Nein.
Ich vergess ihn nicht.
(Wasser tropft)
(leises Murmeln)
(leises Knarren)
Bist du dir sicher mit dem Sanatorium?
Sie wird ihre Balance wiederfinden.
Sie soll sich erholen. Die Gifte müssen ihren Körper verlassen.
Keine Angst. Sie ist da gut aufgehoben.
Lorenz besorgt uns danach ein Zimmer oder eine Wohnung.
Du trennst mich nicht von meiner Schwester, du Niederträchtige!
Du trennst mich nicht!
(Martha) Engelchen, tu doch was!
(wimmernd) Tu doch...
(weint) Engelchen,
tu doch was.
(verzweifeltes Schluchzen)
Hilf mir.
(Tür fällt ins Schloss)
(beklemmende Musik)
(gedämpfte Stimmen)
(Schwester 1) Was ist denn?
Der hat gefragt nach dir. Mehrmals.
Ich find den fesch. Wenn du den nicht willst, ich würde ihn nehmen.
(Schwester 2) Hast du keinen anderen? Mit deiner Figur?
Worauf wartest du denn? Willst du dir einen backen?
(Tür wird geöffnet)
Schwester Helene?
Die Verwaltung wird langsam ungeduldig wegen Ihrem Arier-Nachweis.
Das Haus meiner Eltern ist abgebrannt.
Mit dem Haus alle Papiere.
Wir wollen Sie gerne halten, eine so tatkräftige Schwester wie Sie.
Zwei Wochen kann ich noch warten, aber länger, das geht nicht.
(Kirchenglocken läuten)
(sie atmet tief ein und aus)
(Vögel zwitschern)
(sie pustet)
(Tür quietscht)
Helene.
Kind!
(freudiges Seufzen)
Was tust du denn da?
Wo ist Mutter?
Getobt und geweint hat die gnädige Frau.
Und das mitten am Kornmarkt.
Die ganze Stadt hat's gesehen, wie die Polizei sie mitgenommen hat.
Und ob das Leiden erblich sei, das wollen sie klären.
(beklemmende Musik)
Gott,
wenn es dich gibt,
bitte schick mir ein Zeichen.
(Musik verklingt)
Könnten Sie meinen Puls fühlen? Mein Herz rast.
Seit wann haben Sie dieses Herzrasen?
Seit ich Sie zum ersten Mal gesehen habe.
Glauben Sie, mein Zustand ist bedenklich?
Auf mich wirken Sie sehr gesund.
Nächste Woche werde ich entlassen.
Darf ich Sie dann ausführen?
Bitte, nur ein einziges Mal. Danach sind Sie mich los.
Wenn Sie das dann noch möchten.
Schwester Helene, bitte kommen Sie zu mir, wenn Sie damit fertig sind.
Ja, sofort.
Interessieren Sie sich für Flugzeuge?
(Propellermotoren dröhnen)
Herrlich. So zierlich und doch so robust.
(Flugzeuge entfernen sich)
(fröhliche Kinderstimmen im Hintergrund)
Schade, dass man damit noch nicht über den Ozean fliegen kann.
Wissen Sie, was der Höhenrekord von so kleinen Flugzeugen ist?
9.600 Meter. Stellen Sie sich vor.
Und das mit einem Sechszylinder. Kaum zu glauben.
Ein Doppelsternmotor, bei dem die hinteren Zylinder genügend Luft durchlassen.
Haben Sie schon vom neuen 14-zylindrigen Taunus gehört?
Wollen wir nächstes Wochenende wieder einen Ausflug machen? An die See?
Ich muss nach meiner Mutter sehen. Sie ist im Heim.
In Pirna. - In Pirna?
Mhm.
Ich könnte Sie doch begleiten. Ich fahr Sie.
Wilhelm...
Meine Mutter, sie ist sehr krank.
Sie ist...
(stammelt) Sie ist verwirrt und manchmal, da ist...
Ich bin Soldat. Mir ist nichts Menschliches fremd.
Helene.
Ich fürchte, ich habe mich verliebt.
Sie kennen mich doch gar nicht.
Noch nicht.
Verzeihen Sie.
Dann besuchen wir also am Wochenende Ihre liebe Frau Mama.
(erstickte Rufe einer Frau)
(Tür fällt zu)
(entferntes Frauenkreischen)
(Schlagen, unverständliches Rufen)
(gedämpftes Stimmengewirr)
Solche Kinder hat man nicht.
Sie... (sie lacht leise)
Sie müssten einem aus dem Kopf wachsen.
Von hier nach da.
(Mutter) Zuerst hier raus.
Geschlüpft und entflohen.
(Pfleger) Nicht anfassen!
Ich hab dir was mitgebracht.
(gedämpftes Frauenkreischen)
# Zwischen Berg
# und tiefem, tiefem Tal
# saßen einst zwei Hasen...
Hier wird der Zusammenhang von Geisteskrankheiten
mit der Rasse der Patienten erforscht.
Ach.
Sind das hier Juden?
(Pfleger) Solche und solche.
Die da ist Jüdin.
Das geht jetzt zu weit. - (Glas klirrt)
(lacht)
Komm. - Nein!
Ich möchte den Professor sprechen.
Wollen Sie, dass wir Sie auch hier behalten?
Lass gut sein.
Komm, Schätzchen, wir gehen.
(gequälter Schrei)
(Mutter schreit weiter)
Man weiß heutzutage gar nicht mehr, wem man trauen kann.
Überrascht, mich wiederzusehen?
Du musst dich nicht mit mir abgeben, jetzt, wo du meine Herkunft kennst.
Helene, ich...
Du siehst ihr nicht ähnlich. Nichts an dir sieht jüdisch aus.
Wenn man deinen Kopf vermessen würde...
Du bist doch gar keine richtige...
Jüdin?
Irgendwann muss ich es dir ja sagen, nicht wahr?
Der Flughafen Stettin wird ausgebaut.
Und ich soll das unter meiner Aufsicht entwickelte Funkgerät übergeben.
(gedämpfte Stimmen)
Was sagst du dazu?
Das freut mich für dich.
Komm mit mir, Helene.
Lass uns ein neues Leben beginnen, ein gemeinsames.
(Schwestern kichern)
(Oberschwester) Was gibt's da zu gucken? Marsch, marsch!
Willst du meine Frau werden?
Äh...
(leise) Ich kann dir einen Ahnenpass besorgen,
der keinen Zweifel an deiner gesunden Abstammung lässt.
Du bist verrückt.
Glaubst du mir nicht?
Ich würde alles für dich tun, Helene.
Du würdest dich strafbar machen.
Wilhelm, ich verdiene deine Liebe nicht.
Ich hab ihr nichts zu erwidern.
Das kommt noch. Ganz sicher.
Ich hab hier meine Patienten.
Ohne Papiere hast du bald gar nichts mehr.
Ist das ein Ja?
(Junge) Ida, hier bin ich!
Alice.
Ich werde dich ab jetzt Alice nennen.
(Helene liest) Alice Schulze.
Bertram und Auguste Schulze.
Wer sind diese Leute?
Die Schulzes waren früher unsere Nachbarn.
Ihre Tochter Alice spielte immer auf der Straße.
Eines Tages sagten ihre Eltern: Alice ist weg.
Wir Kinder haben sie dann überall gesucht, aber Alice blieb verschwunden.
Wir waren uns sicher, dass ihre Eltern sie umgebracht haben.
Ihre Eltern?
Jetzt hast du eine saubere Abstammung, die zu dir passt, nicht wahr?
Jetzt steht uns nichts mehr im Wege. - (sie schnaubt)
Könntest du mich nicht Helene nennen, wenn uns niemand hört?
Das stiftet nur Verwirrung.
Für mich bist du Alice.
Hey.
Willst du die Papiere nicht? - Doch, doch.
Danke.
Mein Schätzchen.
Bitte nenn mich nicht mehr Schätzchen.
Dann lass ich mir eben was anderes einfallen.
(Martha) Du bist verrückt.
Ts! Alice!
Er nennt sie wirklich Alice.
Alice Schulze.
Magst du ihn denn ein bisschen?
Er bemüht sich sehr um mich.
Wie lange könnt ihr hier bleiben?
Und wenn du auch heiratest?
Ts!
(Glas setzt hart auf)
Ich werde arbeiten.
Und dann kann ich euch Geld schenken.
Sieh nur zu, dass du nicht schwanger wirst.
Und sprich mit der Mittagsfrau, damit du nicht verrückt wirst.
Sei nicht albern. Hm?
Wir versuchen rauszukommen.
(Kurbeln stoppt)
Wir sehen uns wieder. Wenn der Spuk vorbei ist.
(Musik: "Black Is The Color Of My True Love's Hair")
# Shvarts iz der kolir
# fun di hor fun mayn libstn.
# Zayn gezikht azoy
# veykh un vunderlekh.
# Di same reynste oygn
# un di shtarkste hent.
# Yo, ikh hob lib di erd,
# oyf velkher er shteyt.
(Musik blendet in den Vordergrund)
# Yo, ikh hob lib mayn gelibtn
# un vu er geyt.
# Yo, ikh hob lib di erd,
# oyf velkher er geyt.
# Un nokh alts ikh hof,
# s'vet kumen di tsayt.
# Black is the color
# of my true love's hair.
# His face so beautiful.
# And, well, he has the sweetest smile
# and the gentlest hands.
# Oh, I love my lover.
# And, well, he knows...
# Di same reynste oygn
# un di shtarkste hent.
# Yo, ikh hob lib di erd,
# oyf velkher er shteyt.
(prasselnder Regen, hektische Rufe, Polkamusik)
(Frau) Paula! Was machst du denn da?
Ungehörig!
(Frau 2) Renn doch nicht so, Kleines.
Schön siehst du aus.
Heute Abend wirst du was erleben.
Was werde ich denn erleben?
Mein Onkel überlässt uns sein Ehebett.
Komm.
(Polka spielt)
(Musik bricht ab)
(Regen prasselt leise)
(Wilhelm) Hier bin ich.
(er flüstert) Hier.
Du musst keine Angst haben. Es tut nicht weh.
(Wilhelm atmet angespannt)
Das musst du nicht.
(bestimmt) Alice!
(beide ächzen)
So geht das.
(Helene stöhnt leise)
(Wilhelm ächzt)
(Bett knarrt) - (Wilhelm) Schön. Schön.
(er stöhnt rhythmisch)
(Wilhelm stöhnt auf)
(Atem beruhigt sich)
(Helene stöhnt)
(außer Atem) Na? Was sagst du jetzt?
(sie ächzt)
(Helene) Nein.
(Helene ächzt)
(er keucht)
(Wilhelm stöhnt kraftvoll)
Ich zeig dir, wie es mir gefällt.
(sie stöhnt sanft)
(sie stöhnt erregt)
Du bist ja ein richtiges Tier.
(Wasserhahn läuft)
(Wasser wird abgedreht)
Darf ich das Licht anzünden?
Natürlich.
Ich muss dich was fragen.
Normalerweise wäre da, also...
Du hast nicht geblutet.
Ich dachte, du bist noch Jungfrau.
Ist das so wichtig?
Machst du dich lustig über mich?
Ich lass ewig die Finger von dir,
und all die Zeit bist du mit anderen...?
So ist es nicht. - Was für eine scheinheilige Schmiere!
Wilhelm... - Ich Dummkopf! Ich Ochse!
Wilhelm...
Ich hab dir Papiere besorgt.
Ich dachte, dir wär klar... - Ich habe mich für dich strafbar gemacht.
Es tut... es tut mir leid.
Wir versuchen es trotzdem.
Ich möchte mich bemühen, deiner Liebe etwas zu erwidern.
Bemühen will sie sich!
(Reifen quietschen)
Mit wie vielen warst du schon zusammen?
Mit wie vielen?
(brüllt) Nun sag schon!
Hier geblieben!
(sie keucht und schluchzt)
(lang gezogener, gequälter Schrei)
(Helene schreit, melancholische Musik)
(Schreie verstummen)
(gedämpftes, hechelndes Atmen)
(leises Schluchzen)
Alice.
(wimmernd) Alice.
(unverständliche Stimmen)
(Stift kratzt über Papier)
(Tür öffnet und schließt sich)
Hast du Hunger?
Mhm.
(Geschirr klappert)
Du solltest deiner Schwester nicht mehr schreiben.
Ich pass auf.
Die Nachbarin hat dich aus dem Laden von diesem Bader kommen sehen.
Herbert Baden. Er hat sehr feine Waren.
Ist dir nicht klar, dass du uns gefährdest, wenn du beim Juden kaufst?
(Gläser klimpern)
(leises Plätschern)
Mm!
(leises Schlürfen)
Ich würde gerne arbeiten.
Meine Frau muss nicht arbeiten.
Aber ich... - (Besteck klirrt)
(Wilhelm atmet tief durch)
(sie hustet)
(Frau singt gedämpft) # ...täten zusammen nicht kommen.
# Das Wasser war viel zu tief.
# Das Wasser war viel zu tief.
(Frau) Paule!
Paule?
Er braucht Stärkung.
Sie müssen doch jetzt Westpreußen für uns zurückholen.
(sanftes Plätschern, flüsterndes Murmeln)
(unverständlich)
(sie kichert)
(leise) Leben.
(Tür öffnet sich)
(Tür fällt zu, Schlüssel klimpern)
(Geschirr klappert)
Kann man das heilen?
Pickel hat man oder hat man nicht.
Na, das sind ja schöne Aussichten. - (Kurbel quietscht)
Lass mich.
(leises Glasklirren)
(Deckel klappert)
Ekelt dir nicht?
Mir ist nichts Menschliches fremd.
Ich hab mich im Krankenhaus beworben.
Ich brauch deine schriftliche Erlaubnis.
Hast du mit dem Haushalt nicht genug zu tun?
Ich versprech dir... - Das ist mein letztes Wort!
(Sessel schabt über den Boden)
(Besteck klirrt leise)
(sie schnüffelt)
(Tür fällt zu, Schritte)
(Schuhe fallen zu Boden)
(sie ächzt)
(Wilhelm atmet erregt)
(rhythmisches Klopfen)
(er atmet erregt)
Nein, ich möchte nicht.
(erstickt) Nein!
(ächzt) Ich möchte nicht.
(Wilhelm brüllt) Hier geblieben!
(Helene wimmert und keucht)
(kreischt) Nein! - (Wilhelm) Jetzt komm her!
Stopp!
(Helene schreit und ächzt)
(Wilhelm stöhnt, Helene schreit auf)
(Wasser plätschert)
(tiefe Atemzüge)
(unterdrücktes Stöhnen)
(sie stöhnt auf)
(Metallstab klirrt)
(Tür öffnet sich und fällt zu)
(Schlüsselklimpern, Schritte)
Es riecht verbrannt.
(Topfdeckel klappert)
Ich werde demnächst viel in Berlin zu tun haben.
In diesen Zeiten wird man überall gebraucht, nicht wahr?
Das ist eine sehr gute Gelegenheit für mich.
(er schnieft)
(stammelt) Das heißt...
Das heißt, du wirst hier auch mal ohne mich auskommen müssen.
Am Ende freut es dich, mich los zu sein.
Wir bekommen ein Kind.
Das freut mich für dich.
Wieso für mich?
Mutter zu sein, ist eine verantwortungsvolle Aufgabe.
Es wird dir guttun.
Es ist auch dein Kind. Du hast es gezeugt.
Es ist mein gutes Recht, dir beizugehen.
Du bist meine Ehefrau.
(Streichhölzer klappern)
Wir passen einfach nicht zusammen.
Ich lass es wegmachen.
Bitte was?
Mach das, und ich lass dich hochgehen.
Du hast die Papiere gefälscht. - Ich kenn dich als Alice.
Deine Papiere gehen mich nichts an.
Meine Schwester kann das bezeugen. - Deine Schwester?
Du hast keine Schwester, Alice.
Mein Name ist Alice Sehmisch. Als Mutter deines Kindes habe ich das Recht...
(brüllt) Du hast kein Recht. Keins!
Für solche wie euch gibt es keine Rechte.
(Schritte entfernen sich)
(lang gezogenes Brüllen)
(Hebamme) Aufhören!
Aufhören! Hören Sie auf zu pressen.
Sonst reißen Sie noch ganz auf.
(Helene keucht und stöhnt)
(Helene schluchzt) - (Hebamme) Atmen Sie.
Atmen.
Atmen.
(Helene atmet stoßweise aus)
(hält den Atem an) - Los. Jetzt pressen.
(gepresstes Stöhnen)
Ist der Kopf draußen? - (Hebamme) Hände weg.
(Helene jammert) - Sie sollen atmen!
Atmen. Bei der nächsten Wehe pressen Sie.
(sie schluchzt)
Los, jetzt pressen!
(Ächzen)
(Brüllen)
(Metall klimpert) - Lebt sie?
Lebt sie?
Noch einmal pressen für die Plazenta.
(Tür schließt sich)
(gedämpftes Babyschreien)
Wollen Sie ihn stillen?
(Baby quengelt leise) - Ihn?
Hm?
Wenn das überhaupt was wird mit den Brüsten.
Name?
Wie soll Ihr Sohn heißen?
(Baby schreit)
Peter.
Er soll Peter heißen.
Er kann sich ja noch umbenennen.
(Peter schreit)
(Tür schließt sich)
(Peter schreit)
(unterdrücktes Schluchzen)
(schmerzerfülltes Schluchzen)
Schsch!
Schsch!
(leises Quengeln)
(Peter schreit)
Schsch!
(Tür öffnet sich)
Das ist er also?
(leises Quengeln)
(Peter schreit weiter)
Er schreit.
Er ist stark.
Das kräftigt die Lunge.
Ein echter Prachtkerl, nicht wahr?
(Peter schreit weiter)
Du verzärtelst ihn. - Schsch!
Meine Brust ist entzündet.
Gibt's was zu essen?
Ich wusste nicht, dass du kommst.
Wie sieht's denn hier aus?
(Babyschreien verebbt)
(Helene stöhnt schmerzerfüllt auf)
Und er kriegt auch nichts zu essen?
Was bist du nur für eine Mutter.
(Peter schreit)
Du ziehst dich jetzt an und gehst Milch holen.
Ich kann nicht lange bleiben und ich brauch Schlaf.
(sie schluchzt)
(Peter schreit)
(Schreien wird dumpf)
(gedämpftes Schreien, beklemmende Musik)
(Peter schreit weiter)
(Schreien verstummt)
(sie schreit hysterisch, Peter schreit weiter)
(bitteres Schluchzen)
Was trägst du da für einen Fetzen?
(leises Quengeln)
Ist zum Putzen.
(Wilhelm) Setz dich.
Ich werde nicht mehr für dich und dein Kind aufkommen.
Du wirst ihn in Zukunft alleine ernähren müssen.
Du wolltest doch immer arbeiten, nicht wahr?
Wilhelm... - Nur deshalb hast du mich doch geheiratet.
Wil...
(Peter schreit)
Oder ich lass euch doch hochgehen.
Peter und ich, wir werden überleben.
Dafür sorge ich.
Schwester Alice, richtig?
Mhm.
Man sagt, an Ihnen sei eine Chirurgin verlorengegangen. - Wer sagt das?
(Frau stöhnt) - Helfen Sie, Schwester Alice!
(Helene) Was ist?
(Helene) Hier rum. Schsch!
Beruhigen Sie sich. Ruhig, ganz ruhig. Schsch!
(Schwester) Die ist taubstumm. Die hört dich nicht.
(Frau wimmert weiter)
(Bett klappert, Frau stöhnt angestrengt)
Pscht.
(Wimmern verstummt)
Wollen Sie mal ran? Nur zu.
Sie setzen hier an
und durchtrennen dann dieses Stück.
Nur zu.
Es gibt bei ihr keinerlei medizinische Indikation für eine Sterilisation.
Sie durchtrennen diese Eileiter jetzt.
(Chirurg) Da hat sie wohl doch der Mut verlassen. - (alle lachen)
(gedämpftes Frauenlachen)
(Frau) Du kannst doch nicht...
Hast du dich hinter dem Vorhang versteckt?
Warte. Nein, och! Du kannst doch nicht hinter...
(Frau lacht japsend)
(Kind lacht)
(mit Akzent) Frau Sehmisch, wir spielen gerade Verstecken und ich...
Gütiger.
Ich hab ganz die Zeit vergessen.
Peterchen?
Deine Mutter ist da.
Na komm.
Ich will aber noch nicht gehen.
Lassen Sie ihn doch, Frau Sehmisch.
Sie haben doch auch den ganzen Tag geschuftet, hm?
Danke, aber Peter muss früh ins Bett. Morgen ist Schule.
(Helene) Komm. - Morgen kommst du wieder.
(Tür fällt zu)
(Nachbarin singt "Es waren zwei Königskinder")
# Es waren zwei Königskinder,
# die hatten einander so lieb. - (Wasser plätschert)
# Die konnten beisammen nicht kommen.
# Das Wasser war viel zu tief.
# Ach Liebster, könntest du schwimmen... - Jetzt hör auf zu singen.
(Wasser plätschert)
# Jude Itzig Lebertran hat geschiss'n Marzipan.
# Marzipan ist ungesund, Jude ist 'n Schweinehund.
Weißt du, was Juden sind?
Menschen?
Na also.
Warum singst du dann einen Spottreim auf sie?
Ich dachte, du magst Gedichte.
Wasch dich.
Das da auch.
(barsch) Erst oben, dann das!
Und dann die Füße.
Entschuldigung, Mutter.
(Helene seufzt)
(Wasser plätschert)
Jetzt weiß ich, warum du mir so bekannt vorkommst.
Du bist aus Bautzen, nicht wahr?
Du hast 'ne ältere Schwester. Magda oder so ähnlich.
Kann mir einer helfen, bitte?
Warte mal...
Deine Mutter war diese Verrückte.
Du verwechselst mich. Ich komm aus Dresden.
(murmelt) Martha. Martha. Martha.
Martha! Martha hieß deine Schwester, nicht Magda.
Ich habe keine Schwester.
Ich bin Alice Sehmisch, geborene Schulze, aus Dresden. - (Sirene heult)
Willst du meine Papiere sehen?
Nö, nö.
(verzweifeltes Schluchzen)
(schluchzt) Ich bin Alice Sehmisch.
Ich bin Alice Sehmisch aus Dresden, ich...
(atmet tief aus)
Ich bin Alice Sehmisch.
(atmet tief durch)
Ich bin Helene Würsich.
Mutter! Wir haben eine Gießerei besichtigt.
Onkel Sehmischs Haus ist so groß!
Ja, deine Mutter kennt Onkel Sehmischs Haus.
Dort haben deine Mutter und ich geheiratet.
Ich habe acht Freunde, Onkels Hasen.
Denen durfte ich Namen geben.
Flocki, Wolki, Tipsi, Tapsi.
Und mein Knie ist verletzt.
Heul nicht rum, Peter. Hm?
Sag deinem Vater auf Wiedersehen.
Auf Wiedersehen, Vater.
Wir werden siegen, mein Sohn.
Die Pflicht ruft.
(Peter) Vater sagt, dass ich groß und stark werden soll.
Das bist du schon.
Vater sagt, ich soll kein Angsthase sein.
Wer kann mutig sein, wenn er die Angst nicht kennt? - (Autotür fällt zu)
(Vögel zwitschern)
(Spechtklopfen)
(zitterndes Atmen)
(Schritt)
Wolltest du dich verstecken?
(Peter) Mutter!
(Pochen und verzweifelte Schreie)
(sie atmet scharf ein)
(Schritte nähern sich)
(ruhige, sphärische Musik)
Mutter, wo bist du?
Mutter!
Mutter, wo bist du?
Mutter!
Mutter!
Mutter, warum bist du weg?
Mutter!
(angespanntes Atmen)
(ruhige, sphärische Musik)
(Musik klingt aus)
(Peter) Erzählst du mir was? Von früher?
Was denn?
Weiß nicht.
(Peter) Bist du ein Gespenst?
Mutter? Sag was.
Ich bin kein Gespenst.
Kommt Vater uns bald besuchen?
Bestimmt. - Wann denn?
(flüstert) Mach die Augen zu.
Vater sagt, dass du ein blindes Herz hast.
Aber das glaub ich nicht.
(verzweifeltes Rufen) - (Mann) Helfen Sie mir!
(beklemmende Musik) - (Frau) Schwester!
(Frau) Bitte, helfen Sie mir.
(Frau kreischt)
Gaze!
Brigitte, Gaze! - Keiner hat mehr Gaze.
Halten Sie das auf die Wunden, ja? Gut festhalten.
Alice, ich brauch eine Klemme. - (Frau jammert)
Weitermachen.
Brigitte? Nierenschale.
Schnell.
Nähst du das? - (Frau) Alice!
Ja.
Hoch.
(Flugzeugdröhnen)
(gedämpftes Jammern und Stöhnen)
(unhörbar)
Dr. Heinrich? - (Strom knistert, Frau schreit auf)
Was ist mit Ihnen?
Es ist vorbei.
Der Krieg ist aus.
Wir haben kapituliert.
(schluchzt) Wir haben kapituliert.
(dumpfe, monotone Musik)
(Schwester) Alice! Alice!
(schrille, pulsierende Musik)
(Musik wird ruhiger)
(Musik klingt aus)
(sie stöhnt auf)
Peter!
Peter?
Peter! - (Scherben klirren)
(leises Rumpeln)
(schnelles Atmen)
(sie lacht erleichtert und schnieft)
Der Krieg ist aus.
Wir verschwinden. - Kommt Vater jetzt nach Hause?
Hör mir jetzt gut zu.
Ich erzähl dir jetzt was.
Was Wichtiges.
Eine Geschichte? - Ja.
(Helene räuspert sich)
Die Geschichte, die handelt von Helene.
Und ihrer Schwester Martha.
Die hatten einen Vater und eine Mutter. - Hatten sie auch Haustiere?
Ja.
Viele Haustiere.
Vögel und...
Maden,
Fliegen.
Das sind keine Haustiere. Ich meine richtige Haustiere.
Als Helene klein war, da wollte sie Ärztin werden.
Die Geschichte ist langweilig.
Kennst du auch Geschichten vom Führer?
Unser Lehrer kennt viele Geschichten vom Führer.
Wenn Vater nicht wiederkommt, dann heirate ich dich, Alice.
(sie atmet zitternd)
(Schienenrattern)
(Rattern, gedämpftes Babyschreien)
(Zischen)
(Bremsen quietschen)
(Stimmengewirr)
(Peter) Warum steigen wir aus?
(Helene) Hier wohnt dein Onkel.
Du wartest hier.
Ich hab Hunger.
Warte hier.
(Schaffner) Achtung!
Ich komm mit. - (Trillerpfeife)
Jetzt lass mich los, Peter. - (Zugpfeife)
(ruhige Klaviermusik)
(ruhige Musik läuft weiter)
(Frau) Name?
Helene Würsich.
(Schreibgeräusch)
Geburtstag? - 30. Juni 1907.
Familienstand? - Ledig.
Kinder?
Nein.
(Vogelzwitschern, Muhen)
(Hahn kräht)
(Helene seufzt)
Ich kann ihn ja nicht zwingen.
(Tür fällt zu, Muhen)
(zaghafte, schwermütige Musik)
(Muhen)
(Handtasche fällt zu Boden)
(sie schreit lauthals) Peter!
(Musik wird lauter)
Peter!
(Musik klingt aus)
(Helene keucht)
(Vogelzwitschern, Grillenzirpen)
(sanfte Klaviermusik)
Erzähl mir eine Geschichte.
(Vogelzwitschern, Grillenzirpen)
(Fliegensummen)
(Musik: "Black Is The Color Of My True Love's Hair")
(Musik: "When Your Body Says Goodbye" von Marcus Alexander Milius)
Untertitel: Subtext Berlin, 2023
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