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Original subtitles

* Beklemmende Musik *

* Dynamische Musik *

Sarah Kohr July Bastrich Anna Mehringer

* Dynamische Musik *

* Musik wird ruhiger. *

* Entfernter Straßenlärm *

* Unheilvolle Klänge *

* Keuchen *

Hey! * Ächzen *

* Bedrohliche Musik *

* Musik wird beklemmend. *

* Musik verklingt. *

Wenn Sie hier x-mal auftauchen, an mehr erinner ich mich nicht.

Ich habe Ihnen alles gesagt.

Sie sind auch Polizistin, Sie wissen doch, wie das ist.

Manchmal erinnern sich Zeugen Tage später noch an irgendwas.

Es sind aber nicht Tage. Es ist drei Wochen her.

* Entfernte Polizeisirene *

Ich gebe trotzdem nicht auf.

Ich war nur zufällig da. Auf dem Heimweg vom Dienst.

Ich bin da einfach reingestolpert. Das haben Sie doch gesehen.

Reichlich unprofessionell.

Sie haben ihm das Leben gerettet.

Darauf kommt's an.

Wissen Sie inzwischen, was der Oberstaatsanwalt dort wollte?

M-m.

In der Nähe ist sein Lieblingsrestaurant.

Die Reservierung gab's, aber er ist nie da aufgetaucht.

Vielleicht wollte er nur dort parken.

Dann wär's eine zufällige Attacke. Das glaube ich nicht.

* Funksignal *

Wie geht es Mehringer?

* Angespannte Musik *

Unverändert.

Er liegt immer noch im Koma.

Ist seine Verlegung ein gutes oder ein schlechtes Zeichen?

Ich...

Die bringen ihn von der Klinik ins Wachkoma-Zentrum ...

hab ich gehört.

Heute schon?

* Polizeisirene *

Ich bin Ihnen für alles sehr dankbar, Dr. Keuber.

Oft sehen Angehörige in der Verlegung einen Abstieg.

Aber das ist so nicht.

Das Koma-Zentrum ist die Endstation.

Dort wacht man auf oder stirbt.

Patienten werden dort wesentlich genauer beobachtet.

Und gefördert. Aber die meisten sterben dort.

Hab ich recht?

Unsere Klinik ist nicht für längere Pflege.

Das ist der einzige Grund für die Verlegung.

Antons Schädelverletzung war nicht schwer.

Das hätte auch eine Gehirn- erschütterung sein können.

Ja, das ist leider nicht so einfach.

Im Koma-Zentrum sind Experten, die auch Angehörigen helfen.

Man wird Ihnen jede Frage beantworten.

Ich habe nur eine Frage:

Wird Anton aufwachen?

Sprechen Sie mit der Chefärztin. Ich habe Sie angekündigt.

Keuber.

Derselbe Nachname. Dr. Gabriele Keuber.

Meine Mutter.

Ach, sie ist die Leiterin? Chefärztin?

Na ja, mehr als das. Es ist ihre Klinik.

Ihr Lebenswerk.

Meine Mutter hat ihre ganze Laufbahn der Forschung gewidmet.

Ihr Mann ist dort in guten Händen. Ex-Mann.

Äh, aber wir kümmern uns.

Alle. Als Familie, als...

Genau das find ich wichtig.

Geben Sie Halt.

Zeigen Sie Gefühle. Bedienen Sie seine Interessen.

Manche glauben an Düfte, an Gespräche, an ...

äußere Reize, gute Erinnerungen, all das.

Und das hilft zum Aufwachen?

Kann es denn schaden?

Begleiten Sie ihn? Ja.

Ich muss nur erst noch zu meinen Kindern.

Gut, dann alles Gute, Frau Mehringer. Auf Wiedersehen.

* Angespannte Musik *

* Spannungsvolle Musik *

* Krähenrufe *

* Musik wird beklemmend. *

* Krähenrufe *

* Musik verklingt. *

Da haben wir ihn schon: Mehringer, Anton. Neuzugang.

Kommt heute an oder ist schon da. Sind Sie verwandt?

Ähm, erster Stock, Zimmer 2-1.

Sie können auch den Fahrstuhl nehmen, den finden Sie...

Oder die Treppe.

* Klappern *

Oh, sorry, bin gleich weg.

Ähm, das tut mir...

Oh nein, nein, nein.

Mona wird jetzt zu Hause weitergepflegt.

Ihre Eltern haben hier gelernt, was man wissen muss

und sie heimgeholt, endlich.

Verstehe.

Ein Jahr war sie hier.

Mona wird sieben.

Wir pflegen sie zu Hause weiter.

Das ist schön.

Irgendwann muss man hier raus. Sonst sieht man Gespenster.

* Angespannte Klänge *

Wiedersehen. Grüßen Sie die Familie.

* Aufzugsignal *

* Düstere Musik *

Das ist der Staatsanwalt Mehringer.

Wie... Was ist passiert?

Alles in Ordnung?

Kennen Sie sich?

Er hat nicht mehr zurückgerufen.

Ich dachte, da sei nichts dran an der Sache

und ich hätte es mir eingebildet.

Was denn eingebildet? Ich dachte, ich wär verrückt.

Wovon reden Sie?

Mm ...

Ah, schon gut.

Egal. Wir wollten uns treffen und reden.

Hat einfach nicht geklappt.

Wann genau war das?

Guten Tag. Sind Sie Frau Mehringer?

Nein, Sarah Kohr.

Sie gehören zu dem Patienten?

Einen Moment, bitte.

* Spannungsvolle Musik *

Micha? Hör mir jetzt zu.

Was ich dir erzählt hab, ist vielleicht...

Ich weiß nicht mehr, was ich noch glauben soll.

Ruf mich sofort zurück, bitte. Sofort.

Und meine Tasche, die ich dir gegeben habe,

versteck die bitte.

* Motorheulen *

(leise) Scheiße.

* Musik wird ruhiger. *

* Musik verklingt. *

Schädel-Hirn-Traumata

sind mit Abstand die häufigste Ursache für ein Koma.

Das Netz aus Neuronen ist zerstört.

Ein Bewusstsein ist nicht möglich.

Aber Ihre Tochter glaubt, dass Anton fühlt und spürt,

was um ihn herum geschieht.

Sie "glaubt". Ja, das meine ich.

Wieso dann die schönen Farben und die Einrichtung,

als wäre es ein Zuhause?

Für viele Angehörige ist dieser Ort ein Zuhause.

Sie möchten ihren Liebsten nahe sein. Das respektiere ich.

Das ist also alles nur für uns hier?

Frau Mehringer, es gibt das plötzliche Erwachen.

Als medizinische Ausnahme.

Und auch Komapatienten,

die eine partielle Erinnerung an die Komazeit haben.

Es ist also nicht verkehrt.

Sie hat gerade hier Zimmer 21 leergeräumt

und Spielzeug eingesammelt.

Dann hat sie sich von Ihnen verabschiedet.

Herrgott noch mal. Die Patientin heißt Mona.

Wir legen großen Wert auf Datenschutz.

Das geht leider so nicht. - Kann ich helfen?

Wer ist die Frau, die gerade gegangen ist?

Ja, wissen wir das?

* Genervtes Seufzen, Tastaturklappern *

Ihr Name ist Ruth Vollborn, Monas Patentante.

* Auslöserklicken *

Okay, danke.

* Seufzen *

* Gefühlvolle Musik *

Ich hab 'ne Spur.

Ich werd dem nachgehen.

Ob er etwas spürt?

Ob er uns hören kann?

Anna ist hier, hörst du?

Und ich finde den, der dir das angetan hat.

Versprochen.

* Bedrückte Musik, Sarah seufzt. *

* Türquietschen, Telefonklingeln *

* Musik verklingt. *

Frau Mehringer, ich wollte Ihnen noch sagen,

wenn Sie Fragen haben, Sie können sich zu jeder Zeit an mich wenden.

Danke.

Die junge Frau da eben gehört zu Ihnen?

Zu ihm.

Ähm, beruflich.

Sarah Kohr arbeitet für Anton.

Sie ist bei der Staatsanwaltschaft?

Polizistin.

Eine sehr energische Person auf jeden Fall.

Ja. Entschuldigen Sie das bitte.

Sarah Kohr ... ist eben anders.

Meistens wütend, aber ...

vielleicht ist das jetzt was Gutes.

* Melancholische Musik *

Ich lass Sie mal.

* Musik verklingt. *

* Angespannte Musik *

* Musik wird beklemmend. *

Frau Vollborn?

Hallo?

Hi, hallo.

Ich müsste mit Ihnen sprechen.

Äh, sorry, das geht jetzt nicht.

Ich hab jetzt keine Zeit, okay.

* Beklemmende Musik *

Wann passt es Ihnen denn?

(flüstert) Wie viele?

Gegen eins, zwei oder drei?

Um eins.

Kommen Sie doch zu mir.

Bringen Sie was mit?

Ja.

Okay. Super.

* Türquietschen *

* Verzweifelter Schrei *

* Bedrohliche Klänge *

* Schrei *

* Dramatische Musik *

* Ächzen *

* Bedrohliches Dröhnen *

* Ächzen *

* Knall *

* Hohes Surren *

* Spannungsvolle Musik *

* Wütendes Ächzen *

Laufen Sie. Laufen Sie!

* Ersticktes Atmen *

* Dramatische Musik *

* Musik wird treibend. *

* Ruhige, angespannte Musik *

* Der Motor stottert. *

* Stöhnen, Keuchen *

* Motor springt an. *

* Schuss *

* Sphärische Klänge *

* Angespannte Musik, Klirren *

(flüstert) Scheiße.

* Sie keucht. *

* Getragene Musik, sanftes Wasserplätschern *

* Surren *

* Seufzen *

Danke. - Gerne.

* Sanfte, bedrückte Musik *

* Klopfen *

Hier, bei Ihrem Krankenbesuch? Im Ernst?

Das ist kein Krankenbesuch, das ist eine Lagebesprechung.

Vielleicht nimmt Mehringer uns ja wahr.

Sie wissen doch, was man so sagt, vielleicht hilft es.

Lassen Sie hören.

* Sie seufzt. *

Ruth Vollborns Wohnung wurde durchsucht laut Spurensicherung.

Vielleicht hat der Täter ja was gefunden.

Keine Ahnung.

Und was könnte das sein? Auch keine Ahnung.

Und der Täter?

Die gleiche Größe. Die gleiche Agilität.

Identische Schlagführung wie Antons Angreifer.

Derselbe Mann also? Ja, ich bin mir sicher.

* Räuspern *

Über die Tote gibt es keine besonderen Erkenntnisse.

Freischaffende Künstlerin, Fotografin, keine Familie.

Doch, es gibt so was wie Familie.

Sie ist Patentante.

Wie machen wir weiter?

Wie war das bei Ihnen üblicherweise? Wie...

* Er seufzt. *

Ich hoffe, Sie kriegen mit, dass ich mir Mühe gebe.

Die ist jetzt schon anstrengend.

Kollegin?

Patientin.

Okay, es wird Ihnen nicht gefallen, ich brauch Patientendaten von Ihnen.

Da bewundere ich Ihre Offenheit und Naivität.

Wir haben strenge Bestimmungen. Das geht leider so nicht.

Und Ihr Hobby ist der Datenschutz, ich weiß.

Die Frau ist tot, sie wurde umgebracht.

Wie kann ich Ihnen helfen?

Die Eltern der kleinen Mona: Name, Adresse, Telefon.

Okay.

* Ruhige Musik *

* Entspannte Popmusik *

* Musik spielt gedämpft weiter. *

* Handyvibrieren *

* Mehrfaches Handyvibrieren *

Frau Kohr.

Etwa 1,75 Meter, kurze grau melierte Haare, blaue Augen,

durchtrainiert, Kampfsportler, Rechtshänder.

Passt das auf ihn?

Wie bitte?

"Der Mann, der Mehringer überfallen hat, den Sie gestoppt haben."

Es war dunkel, woher weiß ich die Augenfarbe?

Ja oder nein?

Ja.

Sie wissen also, wer er ist?

Er ist ein Mörder, seit heute Mittag.

* Spannungsvolle Musik *

* Unheilvolle Klänge *

* Bedrohliche Klänge *

Was haben Sie getan?

Zweimal Pommes gekauft. Rot oder weiß, was darf es sein?

Mann, was ist denn, deswegen treffen wir uns ja.

Ich wollt's dir doch sagen.

Sie haben sie umgebracht?

(seufzt) Die Vollborn hätte gequatscht.

* July seufzt. *

Wir sollten nur rausfinden, was sie weiß.

Ist doch egal.

Jetzt kann sie nicht mehr weitertratschen.

Oh Gott.

Jetzt tu mal nicht so, als ob ich alleine schuld wäre.

Ich etwa auch?

Wer ist dazwischengegangen,

als ich den Arsch vom Staatsanwalt dran hatte?

Da war eine verdammte Kamera in der Gasse!

Die hätten Sie sehen müssen.

Mich hätte keiner erkannt.

Aber du musst ja deine Visage vor die Kamera stellen.

Supergeil. Und wen hast du jetzt am Arsch?

Seine Assistentin.

Sie ist keine Assistentin.

Sie ist Ermittlerin.

Sarah Kohr hat einen Ruf.

Und der wäre?

Sie ist ein Bluthund.

(seufzt) Sie spielt nicht nach Regeln.

Ich doch auch nicht. Ich tu alles, was nötig ist.

Das hab ich geschworen, aus Liebe.

Was soll das jetzt schon wieder heißen?

Vielleicht muss die ja auch weg. Wie ist der Name? Kohr?

Sie sind verrückt.

Eine Polizistin umbringen? Eine Kollegin?

Ohne mich.

Ja, war ja klar.

Sie ist Polizistin, verdammt noch mal!

Noch ein Grund mehr, Sie gleich abzufackeln!

Steigen Sie aus.

Machen Sie schon, raus.

Raus, raus, raus!

(leise) Fuck.

* Beklemmende Musik *

* Seufzen *

* Motor startet. *

* Musik verklingt. *

* Schweres Atmen *

Hat Frau Vollborn noch andere Angehörige?

(erstickt) Nein. - Sie hat einen Freund.

Nur ganz kurz, nichts Festes.

Immerhin hat er sie gestalkt. - Das weißt du nicht genau.

Haben Sie einen Namen? Jonathan.

Jonathan ... - Amadeus.

Amadeus.

Er hat in einem Live-Club gearbeitet an der Alster.

Sie hatte Kontakt zu Oberstaatsanwalt Mehringer.

Wissen Sie warum?

Warum fragen Sie das nicht ihn?

Er liegt im Koma.

Hat sie sich irgendwie verändert in letzter Zeit?

Ruth verändert sich dreimal am Tag.

Sie war ein sprunghafter Mensch.

Auf liebevolle Art. Bipolar.

150 Prozent Begeisterung.

Dann schlagartig kein Interesse.

Neue Ideen wechselten sich mit alten.

Wir waren glücklich, dass wir Mona zu uns nehmen konnten.

Und ich hatte das Gefühl, dass sie auch gut damit war.

Sie war sich ihrer Schwankungen bewusst.

Ruth ist die leibliche Mutter von Mona.

Wir haben sie schon deshalb geliebt. Wir sind wie eine Familie.

Mhm.

Ja, also ... wenn Ihnen noch irgendwas einfällt,

was sie mal erzählt hat,

wenn sie mit jemandem Streit hatte oder vor irgendwas Angst,

melden Sie sich, ja?

Okay. Ich bringe Sie raus, ja?

Danke.

* Bodenknarzen *

* Seufzen *

Ihr Wachkoma unterscheidet sich in solchen Momenten

nicht von einer normalen Nacht für ein kleines Mädchen.

Ich liebe diesen Teil des Tages.

Was ist passiert?

Das war ich.

Micha, hör auf.

Ich habe die Einkäufe aus dem Auto geholt

und vergessen, den Gang einzulegen.

Es war ein tragischer Unfall. - Mhm.

Ich hab Mona nicht mal schreien hören.

* Bodenknarzen *

Wir geben nicht auf.

Es gibt Wunder.

Ja, das hoffe ich.

* Ruhige, bedrückte Klänge *

* Musik wird beklemmend. *

* Schiffshorn *

* Romantische Musik*

* Musik: "Earth Angel" von Marvin Berry & The Starlighters *

♪ Earth angel, earth angel, will you be mine?

My darling dear, love you all the time.

* Kussgeräusch *

I'm just a fool, a fool in love with you. ♪

* Beklemmende Klänge *

Die sagen, das war ganz klar Mord.

Der wird vor der Polizistin nicht haltmachen.

Schulmann ist vollkommen durchgedreht. Null Skrupel.

Die Frau ist also tot.

Hören Sie nicht zu?

"Kopfschuss. Ja, er hat sie umgebracht. Einfach so."

* Metallisches Klappern *

* Seufzen, angespannte Klänge *

Sind Sie noch dran?

Ja, ich bin noch dran, natürlich.

Glauben Sie an unsere Arbeit, Frau Bastrich?

Arbeit, die Mord auf offener Straße rechtfertigt?

Ich glaube, Sie kennen meine Antwort.

Herr Schulmann glaubt an uns, an die Wissenschaft,

dass wir kurz vor dem Durchbruch stehen.

Das war sicher ein Unfall, eine unglückliche Verkettung.

Hören Sie auf damit. Der Mann ist ein skrupelloser Mörder!

Er ist kriminell!

"Ich kenne seine Akte."

Wir befinden uns in einer sehr sensiblen Phase.

"Wir können keine Aufmerksamkeit von Dritten dulden."

Unter keinen Umständen. Dabei wollten Sie beide uns helfen.

Ja, aber nicht so.

* Verzweifeltes Seufzen *

Ich war eine gute Polizistin, verdammt noch mal.

Wir sind so kurz vor dem Ziel, Frau Bastrich.

Wir helfen uns doch gegenseitig.

Sie müssen auf ihn einwirken.

"Das mache ich, versprochen."

Ich rede mit ihm, dann blicken wir nach vorn.

"Wie geht's Ihnen, Frau Bastrich?"

Brauchen Sie Medikamente? Kann ich Ihnen helfen?

* Beklemmende Musik *

* Besetztton *

* Nachdenkliche Musik *

* Angespannte Klänge *

* Geheimnisvolle Musik *

* Weiterhin geheimnisvolle Musik *

* Musik wird spannungsvoll. *

Jonathan Amadeus?

Wer will das wissen?

Ich hab ein paar Fragen.

* Spannungsvolle Musik *

* Erstaunter Ruf *

* Stoßartiges Luftholen *

(mit Akzent) Scheiße! Was soll das?

Warum hauen Sie ab? Verdammt!

Das ist ein Club mit Live-Mucke. Da kiffen die Leute mal.

Das ist doch keine große Sache mehr! Sie sind abgehauen, nicht ich.

Okay, okay. Ich hatte ein bisschen Weed am Abend.

Aber das ist alles. Ich schwör! Das interessiert mich nicht.

Ruth Vollborn.

Ruth? Wieso?

Wir treffen uns drin.

Was?

* Piepen *

* Sanftes Wellenplätschern, Krähenrufe *

Aysches Augen.

Sie blinzelt mehr als sonst, glaube ich.

Ist doch ein gutes Zeichen, oder?

Durchaus möglich.

* Kleiner Seufzer *

* Ruhige, angespannte Musik *

Herr Schulmann, können wir kurz sprechen?

Labern Sie mich auch so voll wie die Polizei-Tusse?

Frau Bastrich macht sich große Sorgen, ich teile diese Sorgen.

Diese Vollborn, sie musste weg.

Sie hätte alles verraten, alles kaputtgemacht.

Wir tun hier für Ihre Freundin alles, was wir können. Das wissen Sie.

Aysche geht es gut bei uns.

Brauchen Sie Geld? Ich kann Geld besorgen. Kein Problem.

Nein, nein.

Es ist nur so, dass die Polizei jetzt hier ein- und ausgeht.

Und es darf ja keine Begegnung zwischen Ihnen geben. Richtig?

Sie haben doch den Staatsanwalt hier einquartiert,

kapier ich sowieso nicht.

Was wollen Sie denn jetzt von mir?

Vielleicht ... vereinbaren wir Besuchszeiten.

Was?

Wir sind so kurz vor dem Ziel, Herr Schulmann.

Aber diese Polizistin ist derart hartnäckig.

Ich bitte Sie inständig.

Sie wollen, dass ich Aysche nicht mehr sehe.

Hast du gehört?

Ich lasse dich nicht allein. Mach dir keine Sorgen.

Aysche braucht mich.

Ich bin alles, was sie hat. Ich bin wichtig für sie.

Ich weiß. Deswegen schlage ich ja vor...

(wütend) Ich bin nicht das Problem!

Ich bin nicht das Problem.

Diese Sarah Kohr ist das Problem.

* Unheilvolle Musik *

* Angespannte Musik, entfernte Krähenrufe *

(Sprachnachricht) "Micha, hör mir jetzt zu."

"Was ich dir erzählt hab, ist vielleicht..."

"Ich weiß nicht mehr, was ich noch glauben soll."

"Ruf mich sofort zurück, bitte. Sofort."

"Und meine Tasche, die ich dir gegeben hab, versteck die bitte."

* Ernste Musik *

Frau Dr. Keuber.

* Spannungsvolle Musik *

* Surren *

* Schritteklappern, Seufzen *

Was machst du?

Ähm, ich mache nur schnell was für einen Kunden fertig.

Ich würde gern reden.

Okay, worüber?

Über Ruth.

Okay. Ähm, ich komme gleich runter, ja?

* Sanfte Musik *

Bis gleich.

* Schritte entfernen sich. *

* Surren, angespannte Musik *

* Musik verklingt. *

Danke.

Ja, ähm, viel gibt's da nicht zu erzählen.

Ruth hat mich verlassen.

Warum? Frage ich mich auch.

Sie hat mich erst angemacht

und nach ein paar Wochen einfach so abserviert.

War am Ende doch nicht so ihr Typ.

Und Sie haben die Trennung nicht akzeptiert

und sie stattdessen gestalkt. Quatsch.

Wurde mir erzählt. Sie hatte noch meine Schlüssel.

Ich habe sie deshalb angerufen, sie hat meine Nummer blockiert.

Ja, ich bin ihr dann hinterher.

Wie war die Beziehung mit ihr?

Sie ... hatte wenig Zeit, war viel in der Koma-Klinik wegen ... Mona.

Mhm.

Ist Ihnen irgendwas aufgefallen?

Hat sie sich irgendwie merkwürdig verhalten?

Sie wirkte manchmal etwas... Keine Ahnung.

Es schien, als würde sie etwas beschäftigen.

Aber was genau das war, das wissen Sie nicht? M-m.

Ich habe meine Schlüssel von ihr gekriegt und einen Arschtritt.

Mehr kann ich nicht erzählen, weil nicht mehr war.

Mit mir hat sie Geheimnisse nicht geteilt.

Mit wem dann?

Einer von den beiden Vätern.

Dem stand Ruth nahe, glaube ich.

Micha oder Alex Herreuther?

Micha. Oh.

Micha, so hieß der.

Ruth und er haben oft telefoniert.

Muss ja nichts heißen.

Hm. Ja.

Danke. Gern.

Den Anzug brauche ich wieder.

Aber es eilt nicht.

Hey, ich habe heute Abend übrigens einen ...

Gig.

Oder nicht.

* Spannungsvolle Musik *

"Ersetzen gestörter Stammhirnregionen."

* Weiterhin spannungsvolle Musik *

(Aufnahme Dr. Keuber) "Die neokortikalen Stammzellen

werden kontinuierlich empfänglicher für das gewünschte Genprogramm."

"So treibt die Neurogenese dieser Versuchsperson

das Ersetzen gestörter und hinfälliger Stammhirnregionen

in massiver Form und Geschwindigkeit voran."

* Musik verklingt, Vogelzwitschern. *

* Klopfen, Türquietschen *

* Entfernte Stimmkulisse *

Anton soll eine Magensonde bekommen. Er kaut nicht.

Auch wenn das ein Reflex im Wachkoma ist.

Ist nicht für Anton, ist für dich.

Danke.

* Seufzen *

Warst du die ganze Zeit hier?

Ich bin freigestellt.

Und die Kinder?

Hendrik ist im Austauschjahr.

Und Clara ... ist jetzt bei meinen Eltern.

* Seufzen *

Ich möchte nicht, dass das ihr letzter Eindruck ist,

den unsere Kinder von ihrem Vater bekommen.

* Leise, bedrückte Musik *

Anton macht jetzt seinen Job und wir machen unseren.

Er wird wieder aufwachen, ja?

* Bewegte Musik *

(Micha, flüstert) Jetzt wird alles wieder gut, mein Schatz, okay?

Ich mach alles wieder gut.

* Bewegte Musik *

* Krähenruf, Wasserplätschern *

Die Spurensicherung ist mit der Wohnung von Ruth Vollborn durch.

Sie hatten genug Blut für eine DNA-Analyse.

Ihr Angreifer ist identifiziert: Tim Schulmann.

Seit Langem vorbestraft.

Etliche Gewaltdelikte, Drogenvergehen im größeren Stil,

mehrere Haftstrafen.

Irgendeine Idee, wo wir ihn finden? Untergetaucht, seit Langem.

Seit das Drogendezernat an ihm dran war,

ist er nicht mehr aktiv gewesen.

Scheinbar haben die Kollegen deshalb das Interesse an ihm verloren.

Aber warum geraten die Vollborn und Anton in sein Visier?

Drogen sind nicht das Ressort von Anton,

und auch die Vollborn hatte nichts damit zu tun.

Was ist mit dem Musiker, dem Ex von der Vollborn?

Nicht viel.

Ein paar Vergehen, Kleinigkeiten, alles eingestellt.

Ansonsten ist nichts aktenkundig.

Musiker, sagen Sie? Mhm.

Aber die Fangemeinde ist klein,

er kann nicht mal die Miete von der Musik zahlen. Seine Worte.

Aber er zahlt Steuern.

Er hat einen Zweitjob als Krankenpfleger.

Und wo?

Bei Keuber.

Hier in der Klinik?

Bei Familie Keuber privat.

* Klappern, angespannte Klänge *

* Türquietschen *

Hey. - Hey.

* Lockere Gitarrenmusik *

Schön.

Von euch? - Ja.

* Sie seufzt. *

Kein Text?

Torsten war gerade am Schreiben, aber...

* Weiterhin lockere Gitarrenmusik *

Hast du nicht heute einen Auftritt?

Ja, kommst du?

Wie geht's ihm heute?

* Jonathan stellt die Musik ab. *

Ach, Moment.

* Uhrticken *

* Angespannte Musik *

Hm, ich muss doch noch mal weg.

Probleme? - (leise) Nee.

Sie weiß immer noch nicht, was abgeht, oder?

Ich meine, unser gemeinsames Ding hier.

Nein, meine Mutter würde das nicht verstehen.

Ja. - Ganz im Gegenteil.

Kommst du morgen wieder? - Ja.

Ciao. - Ciao.

* Angespannt-sehnsüchtige Musik *

* Düstere Klänge, Seufzen *

Hey.

* Entfernte Hafengeräusche, Schiffshorn *

* Spannungsvolle Musik *

Was ist das denn für ein Saustall? Wohnen Sie in Ihrem Auto?

Was wollen Sie?

Wir haben ein Problem, das ich galanter lösen möchte,

als es mit Herrn Schulmann möglich ist.

Ein Problem? Was für ein Problem?

Es gibt einen Interessenten an unserem Forschungsprogramm.

Das heißt?

Das heißt weniger Kontrolle, mehr Neugierde.

Ich möchte endlich wieder ungestört arbeiten.

Ich hoffe, ich kann den Mann dazu bringen, sich zurückzuziehen.

Sie haben ein Treffen? Begleiten Sie mich?

Nur zu meinem Schutz, im Hintergrund.

Bitte.

Zum Schutz im Hintergrund.

* Beklemmende Musik *

Okay.

Aber was anderes mache ich nicht.

Und mehr will ich nicht.

* Unheilvoll-getragene Musik *

* Aufgeweckte Stimmkulisse *

* Applaus *

Danke. Danke. Vielen Dank.

Der nächste Song geht um einen Menschen,

der mir sehr am Herzen liegt.

* Lockere Gitarrenmusik *

* Aufgeregte Rufe *

* Klirren *

* Bedrohliche Klänge *

Hände weg von der Waffe!

Wir können uns auch einfach unterhalten.

* Spannungsvoll-treibende Musik *

* Ächzen *

* Er stöhnt. *

* Musik wird dramatischer. *

* Röcheln *

* Er ächzt. *

* Sie röchelt. *

* Musik spitzt sich zu. *

* Beklemmende Musik *

* Wütendes Schnauben *

* Musik schwillt an und verklingt. *

* Entfernte Straßengeräusche *

* Hallende Schritte *

Ich wusste nicht, dass Sie gläubig sind.

Sind Sie?

Nee. Sie?

Ich glaube an die Wissenschaft.

Auf jeden Fall ein ungewöhnlicher Ort für eine Erpressung.

Nein, so ist das nicht. Ich...

Ach so, ich kriege mein Notebook also wieder,

das mir gestohlen wurde von Frau Vollborn.

Was Sie wissen.

Keine Sorge, außer mir hat niemand Ihre Videos gesehen.

* Sie seufzt. *

Sie haben keine Ahnung, was Sie meinen Patienten antun.

Meinem Projekt.

Ich appelliere an Ihre Vernunft. - An meine Vernunft?

So vernünftig, wie Sie das Problem mit Ruth gelöst haben?

Es tut mir aufrichtig leid, das müssen Sie mir glauben.

Sie haben doch selber ein Kind.

Ihr Sohn ist genauso betroffen wie meine Mona.

Warum verstehen Sie mich nicht?

Ich verstehe Sie. Sehr gut sogar.

Keine Nacht, in der ich nicht bete, es ungeschehen zu machen,

was mein Sohn getan hat.

Was ich ihm angetan habe.

Und er mir.

Aber eine Wiedergutmachung, das funktioniert so nicht.

(Micha) Mir ist vollkommen egal,

ob das, was Sie machen, illegal ist oder verboten oder irgendwas.

Ich will meine Tochter zurück. - Das geht nicht.

Mona ist ein Kind, sie wächst noch.

Medizinisch ausgeschlossen. Schon deshalb.

Dann machen Sie, dass es geht!

Ich bitte Sie nicht, ich verlange das.

Wir sind noch nicht so weit.

Ich kann Ihnen auch Geld geben für Ihre Forschung.

Lassen Sie mich in Ruhe arbeiten. Bitte.

Okay.

Ich habe Ihre Festplatte kopiert,

hochgeladen und mit einem Timer versehen.

Alle Protokolle, die da drauf sind, Ihre Videos,

alles geht online, wenn Sie mir nicht helfen.

Sie haben eine bemerkenswerte Art,

mich nicht zu erpressen, Herr Herreuther.

Bitte denken Sie noch mal darüber nach.

Wir wollen doch dasselbe.

* Beklemmende Musik *

* Nachdenkliche Musik *

(laut) "Wir sind noch nicht so weit?"

Mir erzählen sie was ganz anderes!

* Sie seufzt. *

Jetzt auch noch Erpressung.

Das wird doch niemals gut ausgehen. Verdammte Scheiße!

Verdammte Scheiße!

* July seufzt. *

* Bedrückte Musik, Polizeisirene *

* Klopfen *

Frau Kohr, ich soll ausrichten,

Ihre Mutter ist in ein paar Minuten hier, ja?

Danke.

* Jonathan räuspert sich. *

Kaffee?

Ähm...

Danke. Nicht dafür.

Ich mein, ähm ...

dass du mich hierher gefahren hast.

Du schuldest mir eine Gitarre.

Und du schuldest mir eine Erklärung.

Du hast mich nicht nach Torsten und seinem Wachkoma gefragt.

Dass dich ausgerechnet das interessiert,

kann ich doch nicht wissen. Jetzt weißt du's.

Und warum das Interesse an ihm?

Schnittmengendenken.

Deine Ex-Freundin Ruth hat eine kleine Komapatientin betreut.

Du betreust einen Komapatienten.

Ausgerechnet den Sohn der Ärztin, die die kleine Mona behandelt.

Hast du mit ihr darüber gesprochen?

Ähm...

Ja, auch. Ähm ... nicht oft.

Torsten und ich sind beste Freunde.

Wir haben zusammen Musik gemacht.

Was ist passiert?

Äh ... Selbstmordversuch.

Er wurde rechtzeitig gefunden und zurückgeholt.

War er depressiv?

Sicher, ja. Wäre ich auch bei der Mutter.

Ihr gefiel nicht, dass ihr Sohn Lyriker sein wollte.

Künstler statt Forscher oder Nobelpreisträger.

Hm. Klingt nicht schön.

Nein.

Und ... trotzdem bist du oft bei den Keubers zu Hause.

Mit unseren Songs, mit unserer Musik für Torsten, ja.

Ich spiele ihm vor. Ich reize seine Sinne.

Meinst du, das hilft?

Kommt ganz drauf an, wenn du mich fragst.

Die alte Keuber, sie glaubt nur an Messdaten, Zahlen, Wissenschaft.

Anders als Sonja.

Sonja? Die Tochter.

Die Schwester von Torsten.

Sie ist brav das, was ihre Mutter von ihr zu sein verlangt:

auch Ärztin.

Umso mutiger, mich dort zu Hause einzuschleusen als ... Tagespfleger.

Ach, du bist heimlich da?

Nein, ganz offiziell mit Schlüssel und so.

Die Alte darf nur nicht wissen,

wer ich wirklich bin und was ich mache.

Wusste Ruth davon? Ja.

Also Ruth wusste, wo du bist und was genau du machst.

Und sie hatte deinen Schlüssel, den Schlüssel da.

* Angespannte Musik *

Sie war mit dem Schlüssel in dem Zuhause der Keubers.

Ruth hat sich an mich rangemacht für den Scheißschlüssel?

* Er seufzt ungläubig. *

* Klopfen *

Was ist los ... schon wieder?

Ich glaub, ich geh jetzt besser. Ja.

* Klimpern, Räuspern *

Wir sehen uns, ja?

* Sanfte Musik *

Hm, das ist ... das ist in Ordnung.

Okay.

* Musik verklingt. *

Worum geht es dir, mein Kind?

Um Aufklärung oder um Ablenkung?

Was meinst du?

Antons Wachkoma natürlich, Sarah, was denn sonst?

Ist schon okay, Mama. Nein, es ist nicht okay.

Ein Wachkoma ist kein Sonntagsschlaf.

Es ist die aufgeschobene Entscheidung zwischen Leben und Tod.

Mama... Genau da steht Anton jetzt.

Du musst dich damit auseinandersetzen, mein Kind.

Alles ist gut. Anton wird aufwachen.

Bei einem Locked-in-Syndrom vielleicht,

nicht bei einem Schädel-Hirn-Trauma.

Warum erzählst du mir das alles?

Drei Wochen ist eine sehr lange Zeit.

Nach drei Monaten ist die Chance von Anton gleich null.

Die Chance auf ein normales, selbstständiges Leben.

Es bringt nichts, wenn wir hier alle durchdrehen.

Ich muss mich konzentrieren. Anton sollte umgebracht werden.

Er wurde gerettet, er lebt,

weil diese July Bastrich ihn gerettet hat. Ich...

July ... was? Wie? Bastrich?

Ja, July Bastrich. Wieso, kennst du die?

Ja, von einem Einsatz. Ein Unfall.

RTW und wir als NRW.

Warum erinnerst du dich an einen Einsatz?

Ja, es war ein Unfall auf dem Schießstand.

Bei der Polizei?

Schlimm?

Ja, die hat sich ins Knie geschossen.

Innenmeniskus sah schlimm aus.

Die Schmerzen wird die Frau wohl gar nicht mehr los.

Wie lange ist das her?

Muss ich im Einsatzbuch gucken. Drei, vier Monate bestimmt.

* Angespannte Musik *

* Sanftes Wasserplätschern *

* Vogelzwitschern, Türklappern *

Wieso zitieren Sie mich hierher?

Dann kommen Sie mal raus.

Sie machen im Moment ja nur Innendienst. Büroarbeit.

Warum eigentlich?

Wollen wir uns setzen?

Sportverletzung.

Sie haben sich auf dem Schießstand angeschossen. Ich weiß.

Was geht Sie das an?

Ihr Knie tut weh.

Deswegen nehmen Sie Tabletten, hartes Zeug. Richtig?

Das ist nicht Ihr Problem.

Der Amtsarzt

hat eine Medikamentenabhängigkeit diagnostiziert.

Ihr Doc verschreibt Ihnen nicht mehr das, was Sie möchten.

Was wollen Sie von mir?

Sie haben geklaut. Schmerzmittel in der Apotheke.

Keine Anzeige, aber seitdem schieben Sie Innendienst.

Guter Deal, dank Ihres Vorgesetzten.

Was wollen Sie mir eigentlich sagen?

* Sarah seufzt. *

Sie nehmen es mit der Wahrheit nicht so genau.

Ich bin deswegen Ihre Aussage noch mal durch.

Die Gasse lag nicht auf Ihrem Heimweg.

Was?

Die Gasse, in der Anton Mehringer überfallen wurde.

Sie haben gesagt, Sie sind zufällig in die Situation gestolpert.

Das ist alles?

Ja, es reicht.

Sie haben erst mal nicht zur Dienstwaffe gegriffen,

wie es der erste Instinkt von uns allen wäre.

Ja, das hatten wir schon. Ich war aufgeregt.

Ja, das glaube ich. Da war eine Kamera.

Das war nicht geplant.

Hier erklären Sie das Schulmann.

Und hier fällt Ihnen auf, dass es so aussehen muss,

als würden Sie ihn bedrohen.

In Wahrheit haben Sie aber Ihrem Komplizen Schulmann geholfen

und ihn laufen lassen.

Wie kommen Sie auf so einen Schwachsinn?

Woher wussten Sie,

dass Anton Mehringer hier ins Koma-Zentrum verlegt wird?

Seine Ex-Frau hat es niemandem gesagt.

Ich wusste es nicht. Sie schon.

* Unruhige Musik *

Von wem?

Guten Morgen.

Kann ich etwas für Sie tun?

"Und nachdem die Bösewichter verhaftet waren,

eilte die junge Prinzessin schnell zurück in ihr Königreich

und fiel ihren Eltern glücklich in die Arme."

"Und sie feierten das größte und schönste Fest ihres Lebens."

Na, ihr beiden?

Ich hab das Laptop gefunden.

* Angespannte Musik *

* Micha seufzt. *

Hast du reingeguckt?

Was soll das? Woher haben Sie die?

Aus Ihrem Auto auf dem Parkplatz.

Verschreibungspflichtige Medikamente haben eine Seriennummer.

Die ist rückverfolgbar.

Ganz einfach, mit einem Anruf.

Jetzt raten Sie mal, woher dieses Fläschchen stammt.

* Beklemmende Musik *

Sie stecken unter einer Decke.

Ruth Vollborn trifft auf den Staatsanwalt.

Hier auf dem Flur.

Er im Koma, sie in Panik.

Sie wussten nicht, dass sie sich an ihn gewandt hatte.

Bis sie auf Ihren Patienten Mehringer trifft,

und das haben nur Sie gesehen.

Tut mir leid, ich verstehe kein Wort.

Das macht nichts.

Hetzen Sie mir Ihren Handlanger Schulmann auf den Hals.

Der beantwortet mir meine Fragen sicher.

Wiedersehen.

* Angespannte Musik *

(leise) Sie müssen das Projekt abbrechen

und alles vernichten, sofort.

Frau Bastrich, hm?

Ganz ruhig.

Alles gut.

"Zwischen Medikation und Erwachen

lagen bei Versuchsperson 11 74 Stunden."

"Die Neuronen sind aktiv,

der Transfer, die Zellerinnerung ist erwartungsgemäß zunächst schleppend"

"Wissen Sie Ihren Namen?"

"Ich... Ich will nach Hause."

(Alex) Wo ist das?

Wahrscheinlich im Koma-Zentrum irgendwo.

Sie ersetzt geschädigte Hirnregionen.

Anscheinend macht der Körper das ganz von selbst.

Und sie sagt dem Kopf einfach nur wie.

Also, mit Medikamenten.

Ihre Patienten wachen auf?

* Angespannte Musik *

* Beklemmende Musik *

"Die Mortalitätsrate beträgt weiter 100 Prozent."

"Die Überproduktion neuronaler Zellen erhöht den Hirndruck,

übersteigt den Blutdruck und führt leider nach wie vor zum Hirntod."

"Die Stammzellenproduktion am Hippocampus zu regulieren,

bleibt die große Herausforderung,

der wir uns vorrangig stellen müssen."

Sie bringt Patienten um.

Aber nur Patienten, die eh keine Chance haben.

Alex, guck dir die Unterlagen an.

Das sind alles Leute, die schon ewig im Koma liegen.

Das ist Mord.

Nein.

Liebster, das ist gut.

Das... Das ist Forschung. Das hilft allen.

Und das ist gut für uns.

Du willst damit nicht zur Polizei?

Das hat Ruth das Leben gekostet.

Ja, aber das kann uns auch das Leben von Mona zurückbringen.

* Schwermütige Musik *

* Alex seufzt. *

* Sanfte Musik *

* Musik wird leiser. *

* Musik schwillt an. *

* Klopfen *

Anton muss verlegt werden.

Was?

Wieso? Er ist doch hier gut aufgehoben.

Nein, ist er nicht.

Ich glaube, er ist hier nicht mehr sicher.

Du musst das organisieren, Anna, bitte.

Kannst du so lange bei ihm bleiben? Ja, natürlich.

Danke.

* Gefühlvolle Musik *

* Musik wird ruhiger. *

Das gibt's doch nicht!

Sie haben den Ermittlungsstand mit den Hauptverdächtigen diskutiert?

Sie werden nervös. Dann machen sie Fehler.

Wo haben Sie diesen Quatsch her?

Wir sollten einen Durchsuchungs- beschluss beantragen.

Für das Koma-Zentrum? Nein, für Keubers Privatbereich.

Mit welcher Begründung?

Ruth Vollborn hat da was gesucht.

Was sollen wir jetzt dort finden?

Ich will die zwei Frauen nur aufscheuchen.

Diese Allianz wirkt brüchig.

Vielleicht knickt eine der beiden ein.

Vergessen Sie das, und zwar schnell.

Einen solchen Beschluss kriege ich niemals.

Das ist alles viel zu dünn.

Ruth Vollborn hat sehr viel Zeit in diesem Koma-Zentrum verbracht.

Vielleicht hat sie was mitbekommen, was beobachtet.

Sie fängt an, nachzuforschen.

Sie steigt in die Wohnung der Keubers ein.

Gut, laden wir die Ärztin vor. Klassische Vernehmung.

Bessere Vorschläge sind immer willkommen.

Vielleicht zur Abwechslung mal was mit Rechtsstaatlichkeit.

Okay, ähm, konzentrieren wir uns auf den Mörder.

* Verschlafenes Vogelzwitschern *

Tim Schulmann.

In welchem Verhältnis steht er zur Prof. Keuber und zu July Bastrich?

Wer ist das?

Aysche Kowalski. Damalige Freundin von Schulmann.

Die hab ich schon mal gesehen. Gerade erst.

Okay, und wo?

Auf einer Geburtstagstorte im Koma-Zentrum.

Ist sie Patientin dort?

Das ist die Schnittstelle.

Er ist untergetaucht, seit Langem.

Vielleicht lebt Tim Schulmann im Leben seiner Partnerin.

Er lässt alles weiterlaufen. Miete, Rechnungen.

Da hätten die Kollegen doch zuerst nach ihm gesucht.

Er dealt nicht mehr, das haben Sie selber gesagt.

Er ist für die Polizei uninteressant.

Wissen wir, wo sie gemeldet ist?

Das kriege ich raus.

* Spannungsvolle Musik *

* Musik verklingt. *

Solche übersteigerten Reaktionen kennen wir nur allzu gut.

Das ist normal.

Ähm, was meinen Sie damit?

Ihnen widerfährt ein großes Unglück.

Emotional ein signifikantes Trauma.

Unser Gehirn arbeitet mit Freund-Feind-Mustern.

Ich verstehe nicht, was Sie mir damit sagen wollen.

Frau Kohr muss das Geschehen kanalisieren, einordnen.

Es muss einen Schuldigen geben.

Solche Denkmuster drängen sich einer Polizistin

sicher besonders stark auf.

Ah ja.

Zeigen Sie Verständnis.

Aber lassen Sie sich nicht beirren.

* Vogelzwitschern *

* Gespannte Musik, Krähenrufe *

Sieht bewohnt aus.

Tim Schulmann macht sicher nicht auf. Oder wird nicht zu Hause sein.

Oder er bringt uns um.

Sehr witzig.

* Spannungsvolle Musik *

* Musik wird ruhiger. *

* Türquietschen *

* Bedrohliches Dröhnen *

* Knarzen *

Wie war das eigentlich mit Mehringer?

War sicher auch viel mit draußen, oder?

Können Sie bitte nicht von ihm in der Vergangenheitsform sprechen?

* Angespanntes Atmen *

* Unheilvolle Klänge *

* Uhrticken *

Ich bin nach wie vor für die Magensonde.

Dann hättest du diesen Ärger nicht.

Geschmack zählt zu den positiven Reizen.

Der Schluckreflex wirkt auf das Nervensystem.

Das kann nicht verkehrt sein.

Viele Erlebnisse hat Torsten ja nicht.

Na ja, von mir aus.

Deine Polizistin hat mich angerufen.

* Entfernte Krähenrufe *

Frau Bastrich ist nicht "meine Polizistin", red nicht so.

Sie hilft unserer Sache.

Ich glaub, nicht mehr.

Sie will mit mir sprechen.

Wegen der Erpressung.

Aha. Du weißt Bescheid?

* Angespannte Musik *

Du wirst alles einstellen, oder? Du hörst auf sie.

Das ist so typisch. Beim kleinsten Widerstand aufgeben.

Mama... - Als hätte ich euch so erzogen.

(brüllt) Mama! Eine unschuldige Frau ist tot!

Von deinem Psychopathen ermordet!

Deine Patienten sterben.

Die Polizei ermittelt, und sie sagen es euch ins Gesicht!

Die weiß nichts, sie tappt im Dunkeln.

* Beklemmende Musik *

* Entfernte Vogelrufe *

(flüstert) Was hast du vor?

Das, was euch fremd ist:

Ich löse Probleme, wenn ich welche bekomme.

* Musik verklingt. *

Jedenfalls ist das hier sein Versteck.

Wird ihm nicht gefallen, dass wir hier waren.

Wütende Menschen machen Fehler. Vielleicht hilft uns das.

* Handyvibrieren *

* Weiterhin Handyvibrieren *

Weg, weg, weg!

* Treibende Musik *

* Er keucht. *

* Treibende Musik *

* Musik verklingt. *

(keucht) Alles klar?

Passiert so was öfter?

Täglich.

* Angespannte Klänge *

* Düstere Klänge *

Torsten hatte nie diese Ehrfurcht vor Medizin und Wissenschaft.

Er wollte Gedichte schreiben.

Sie hat ihn verlacht.

(sanft) Ich schieb dich zum Fenster.

Er wollte gehen.

Sie hat ihn aufgehalten.

Sie geben Ihrer Mutter die Schuld an seinen Zustand?

Ihre Mutter wird Ihren Bruder doch retten.

Ja.

Das auch.

Für den Beweis.

Was für einen Beweis?

Ja, dass ihre Wissenschaft so viel mehr wert ist

als seine alberne Lyrik.

Es geht um das letzte Wort, Frau Bastrich.

Und das muss meine Mutter haben.

* Seufzen *

Das glaube ich Ihnen nicht. So kalt ist doch niemand.

* Sonja lacht. *

Sie wird sich nicht aufhalten lassen.

Von niemandem.

Auch nicht von mir.

Meine Mutter weiß um ihre Schuld.

Um ihren Anteil an all dem.

Aber diesen Teil blendet sie aus.

Das kann sie ganz gut.

Sie ist eine gute Ärztin, eine Koryphäe in der Forschung.

So viel Wissen.

So viel Tatendrang. So viel Energie.

Ja, kriminelle Energie.

Ja, es ging ihr zu langsam.

Medizinische Forschung ist ein schleppender Prozess.

Mit endlosen Verordnungen. Mit ganz klaren Regeln.

Meine Mutter konnte nicht warten.

Warten worauf?

Na ja, auf Forschungszulassung, auf Anträge.

Das dauert Jahrzehnte, bis eine Idee umgesetzt werden kann.

Weil es um Menschen geht. Ja eben. Um das Leben.

Meine Mutter wollte nicht warten.

Sie versteht ihr Handeln, ihre Abkürzung als Notwehr.

* Angespannte Musik *

Als Torsten dann regungslos vor uns lag,

hat sie ihre Entscheidung getroffen.

Ihrer beider Entscheidungen, meinen Sie.

Ja, ich bin da mit eingebunden. Genauso wie Sie.

Ich hab damit nichts zu tun.

Ich sollte... Ich sollte nur recherchieren,

wer hier eingebrochen war und das Notebook hat.

Ich wollte helfen.

Sie wollten Ihre Schmerzen betäuben. Sie wollten Ihre eigene Abkürzung.

Das ist nicht dasselbe.

Nein, aber meiner Mutter war Ihre Not ganz willkommen.

Und?

Werden Sie sie anzeigen?

(lachend) Auf keinen Fall. Nee.

Nicht, solange dieser Verrückte für sie arbeitet.

* Angespannte Musik, Uhrticken *

Dann auf Wiedersehen.

* Bedrückte Musik *

* Musik verklingt. *

Sie machen das mit Ihrer Tochter schon sehr gut, denke ich.

Sind Sie wegen Mona gekommen?

Ich wollte unser Gespräch fortsetzen.

Ich sollte doch nachdenken.

Und?

Sie müssen sich noch etwas gedulden.

Aber ich werde Sie miteinbeziehen.

Ich werde für Mona auch eine Lösung finden.

Versprochen.

Echt?

Das ist groß-... Danke. Vielen Dank.

Das ist großartig.

Sagen wir es Ihrem Mann?

Ähm ...

Alex ist gerade auf Dienstreise.

Ähm, er kommt erst morgen wieder.

Und ich habe ihm nichts gesagt.

Ich dachte, es ist vielleicht besser so.

Soweit ich den Kram verstehe, hat er nichts hochgeladen.

Das war gelogen.

Was wollen Sie? Wer sind Sie?

* Keuchen *

Herr Schulmann, sein Ehemann weiß nichts.

Das glauben Sie ihm einfach so, hm?

Herr Herreuther ...

Herr Herreuther... * Er keucht. *

Wir müssen jetzt besprechen, wie wir miteinander umgehen ab hier.

Meine Forschung, unser Ziel ist so viel größer als Sie oder ich.

Es geht mir nur um Mona.

* Bedrohliche Musik *

* Micha ächzt. *

Wie sieht's aus, hm?

Lust auf 'nen kleinen Ausflug? Hm?

Hm?

* Beklemmende Musik *

* Musik wird ruhig. *

* Entfernte Polizeisirene *

Oh.

* Er räuspert sich. *

Muss ich wieder ins Wasser? Keine Sorge.

Okay. Aber du bist nicht hier wegen der schönen Aussicht, nehme ich an.

Ich würd mir gerne was von dir ausleihen. Okay.

* Angespannte Klänge *

* Schlüsselklimpern *

Herrgott, Mann! Wer sind Sie?

Sarah Kohr, LKA.

Wie sind Sie hier reingekommen?

Wie Ruth Vollborn. Das ist illegal.

Ich könnte Sie anzeigen.

Warum haben Sie Frau Vollborn nicht angezeigt?

Was hat sie hier gesucht?

Sie wollen mich erschrecken? Ich will mit Ihnen reden.

Ja? Worüber?

Sie haben Anton Mehringer in der Klinik erstversorgt und behandelt.

Und sie haben sich danach ziemlich für ihn eingesetzt.

* Angespannte Klänge *

* Handyvibrieren *

Ja?

"Frau Kohr, mein Mann ist weg."

"Sein Handy ist aus. Hier ist Blut."

Mona geht's gut, aber er würde sie niemals alleine lassen. Niemals.

Okay, ganz ruhig.

Der Laptop, von Ruth, ich mein von der Keuber, der Ärztin...

"Micha hat den von Ruth bekommen. Er ist weg."

Wir haben einen Fehler gemacht.

Sie müssen uns helfen.

Bitte, schnell.

* Spannungsvoll-treibende Musik *

(Sebastian Kiemen) "Experimente mit Komapatienten?"

Über Jahre.

"Details sind auf dem Laptop."

Micha Herreuther hat die Keuber damit erpresst.

"Wir müssen ihn finden."

Wir orten ihn übers Handy. Es ist aus.

Versuchen Sie's über das Handy von July Bastrich.

Die Kollegin von der... "Sie hängt da mit drin."

Shit. Okay. Okay alles klar.

"Frau Kohr, ich kümmere mich drum."

Vielleicht eine überflüssige Frage: Brauchen Sie Verstärkung?

Ich schau's mir vor Ort an.

Was haben die vor?

Die räumen auf.

Es hat Komplikationen gegeben heute Nacht.

Ich habe all meine Hoffnungen in Sie gesetzt.

Sie haben alles getan, was Sie konnten. Und wir auch.

Ich hab seiner Verlegung widersprochen.

Sarah wollte, dass ich ihn...

Aber ich habe... Ich habe Ihnen vertraut.

* Bedrückte Musik *

Die Beatmung ist nun maschinell.

Es sind keine Hirnaktivitäten mehr messbar.

Was wir sehen, sind nur vegetative Funktionen.

(hallend) Er stirbt.

Er ist tot, das sagen Sie?

* Gerätepiepen *

Sie haben mein Mitgefühl.

(hallend) Aber ja, es ist Zeit, Abschied zu nehmen.

Können wir warten, bitte?

Meine Kinder, ich möchte...

Ich möchte, dass sie von ihrem Vater Abschied nehmen.

Das verstehen Sie doch?

Natürlich. Gehen Sie nur.

Bevor Sie die Beatmung abstellen.

(hallend) Ja, sicher.

(hallend) Ich werde dann telefonieren.

Danke.

* Bewegte Musik *

Es tut mir leid.

Aber Sie sind Teil von etwas sehr Großem.

* Musik verklingt düster. *

* Gurgeln, leise romantische Musik *

* Micha stöhnt. *

* Er röchelt, hustet. *

* Tim summt die Melodie mit. *

Schönes Lied, oder?

Aysches Lieblingslied.

* Romantische Musik *

Hey, hey, hey.

* Micha stöhnt. *

Aysche ist ein arabischer Name. Weißt du, was das bedeutet?

Bedeutet lebensfroh.

Lebensbejahend, lebensnah. Hm.

Ja, so war meine Aysche.

* Er seufzt. *

Ich hab niemandem was gesagt, okay?

* Verklingende Musik *

Bitte.

Bitte.

Wir haben immer alles zusammen gemacht.

Es war ein schönes Leben, perfekt war das.

Ich war schon clean.

Wollten ein neues Leben anfangen.

Aysche, die wollte es sich noch ein letztes Mal geben.

Ein letztes Mal.

Dann haben sie uns diesen Scheiß verkauft.

Aysche ist einfach umgekippt.

* Schniefen *

Ist nie wieder aufgewacht.

* Beklemmend anschwellende Klänge *

Ich weiß, was deine Freundin Ruth bemerkt hat.

Ich hab das auch bemerkt.

Sie haben immer die Patienten geholt ohne Angehörige.

Für ihre Experimente.

Wenn die gestorben sind, hat es keine Sau interessiert.

* Micha stöhnt. *

Ich fand's gut.

Ich seh das als Chance für Aysche, verstehst du?

Ich will, dass sie wieder aufwacht. - (tonlos) Okay.

Dafür tu ich alles.

Dafür ertrag ich sogar dein Gejammer.

Hm? Ist mir egal. - Bitte, bitte!

* Gefährliche Musik *

Wir sind uns ähnlich, ja? Du verstehst mich, ja?

Okay.

* Handyklingeln *

(Tim) "Ja?"

* Spannungsvolle Musik *

* Metallisches Klopfen *

* Erneutes Klopfen *

* July keucht. *

* Panisches Luftringen *

Ich konnte ihn nicht aufhalten.

Schulmann bringt ihn um.

Ich wollte das nicht, er hat mich gezwungen.

Eigentlich bin ich... Verhaftet.

* Spannungsvolle Musik *

* Knirschen *

* Weiterhin spannungsvolle Musik *

* Quietschen *

Ja, Sie hatten recht. Hat niemand was erzählt.

Ja, haben Sie ihn jetzt dann... - "Ich ruf gleich zurück."

* Besetztton *

Herr Schulmann?

* Unheilvolle Musik *

* Pulsierende Klänge *

Sie können schießen.

Aber mir bleibt genug Zeit, um ihn zu töten.

* Micha wimmert. *

Kein Schritt weiter.

Waffe runter.

Waffe runter!

Schieb sie zu mir.

* Beklemmende Musik *

* Spannungsvoll-treibende Musik *

* Sie ächzen. *

* Spannungsvoll-treibende Musik *

* Sarah schreit. *

* Bedrohliches Dröhnen *

* Rascheln *

* Sie ächzt. *

So sieht man sich wieder, hm?

Wer war denn das mit dir im Haus von meiner Aysche?

Hm?

* Sie keucht. *

Hm? Er weiß es nicht.

Ich tipp, das war der Nachfolger vom Staatsanwalt.

Wie ist denn der Name?

Name!

* Angespannte Musik *

* Freiton *

(Dr. Keuber) "Ja?" - Ich denke, wir liegen richtig.

War die Kohr mal mit einem Staatsanwalt in der Klinik?

"Ja, einem Dr. Kiemen."

"Der Vertreter von Mehringer, glaube ich."

Fast.

* Tim atmet schwer. *

Dann haben wir's ja. Was ist mit Mehringer?

"Das Zytranophat stellt ihn noch ruhig."

Ich mach es dann mit Kanophol.

(seufzt) "Meine Fresse, worauf warten Sie denn noch?"

* Beklemmende Musik *

* Er seufzt. *

Eine Adresse von diesem Dr. Kiemen hast du nicht für mich, hä?

* Tim atmet schwer. *

(leise) Fick dich.

* Schmerzensschrei *

* Angespannte Musik *

* Sie keucht. *

Können Sie laufen?

* Düstere Klänge *

* Gerätepiepen *

Ich weiß nicht, irgendwas mit, ähm ...

Zytro-... Zytra-... Zytram-... Zytranophat.

Zytranophat! (Heike Kohr) "Zytranophat?"

Das ist ein starkes Hypnotikum, ist längst nicht mehr zugelassen.

Anton hat das bekommen, was macht das?

Überdosiert? Das sperrt ihn ein in seinen Körper.

Was?

Du, das ist kein Koma.

Das sieht nur genau so aus.

Der ist gefangen.

* Dramatische Musik *

Anton ist ruhiggestellt.

Er hat keine Kontrolle.

Und... Und Kanophol?

"Damit setzt langsam Atmung und Herz aus."

Ich schick dir 'nen Streifenwagen. Ich brauch Hilfe.

Die bringen ihn um.

* Musik verklingt abrupt. *

* Beklemmende Klänge *

* Entspannte Gitarrenmusik, Krähenrufe *

* Handyvibrieren *

(flüstert) Entschuldigung.

Hallo?

Sie beseitigen alle Spuren. Du bist eine Spur.

Sonja Keuber, die hängt da mit drin.

Sie hat dem Staatsanwalt in der Notaufnahme ein Mittel gespritzt,

um ihn ruhigzustellen.

Okay, und jetzt? "Verschwinde da, sofort!"

* Beklemmende Klänge *

Ich soll schnell vor dir weglaufen.

Ich soll dich aufhalten.

Wirst du das versuchen?

* Gefühlvolle Musik *

* Uhrticken *

* Gerätepiepen *

* Tür wird geöffnet. *

* Beklemmende Musik *

* hallendes Gerätepiepen *

* Leiser werdende Musik. *

* Gerätepiepen *

* Alarmierendes Piepen *

* Treibende Musik *

Weg da!

Runter vom Bett!

Eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben, acht, neun, zehn.

(flüstert) Kein Puls.

Mach weiter.

* Sie zählt leise. *

Weiter!

* Bewegte Musik *

* Röcheln, Seufzen *

* Musik wird gelöst. *

* Musik wird ruhig. *

* Ruhige bewegte Musik *

* Sanfte Musik *

Danke.

* Entspannte getragene Musik *

* Musik verklingt. *

Ruth Vollborn wollte keinen offiziellen Termin.

Ich hatte den Eindruck, dass sie die Geschichte selber nicht glaubt.

Koma-Experimente, das klang doch sehr weit hergeholt.

Deswegen hast du im Koma-Zentrum nachgefragt?

Und alle aufgescheucht.

Keuber hat dann Schulmann...

Ein schwerer Fehler, ich weiß.

* Sanfte Musik *

* Möwenrufe, Windsäuseln *

* Anton seufzt. *

Na?

Na ...

sag's ruhig.

Was denn?

Was ich dir jedes Mal sage,

wenn es grade noch mal gut gegangen ist.

* Sanfte gefühlvolle Klänge *

Ich hatte Angst um dich.

Sag es.

* Musik wird belebter. *

Zieh nie wieder alleine los.

Nie.

* Gefühlvolle Musik, Möwenrufe *

Lust auf Chinesisch?

* Musik verklingt. *

* Belebte Musik *

Untertitel im Auftrag des ZDF, 2024

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