All language subtitles for 07 Geister der Vergangenheit

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Original subtitles

* Melancholische Musik *

Sarah Kohr

Anton Mehringer

Danylo Magraf

Hendrik, zum Übernachten kommst du ja nur hier runter,

wenn es oben mit Mama Ärger gab, oder?

Lecker.

Aber warum gehst du der Mama aus dem Weg?

Sie sagt, es gab gar keinen Ärger. Im Gegenteil.

Sie ist sogar sehr stolz auf dich.

Ich habe gehört, dass du das gestern mit der Reha

alles selbst geregelt hast.

Weil Mama nicht da war, bist du ans Telefon gegangen,

hast alles aufgeschrieben

und den Termin für morgen bestätigt.

Mhm. Ich bin also auch sehr stolz auf dich.

* Düstere Musik *

Aber Hendrik, du hast selbst in der Praxis angerufen,

nicht sie bei dir.

Du hast den Termin vorverlegt. Weil er ja wichtig ist.

Sagst du doch auch immer.

Wichtiger als die Mathearbeit, die du dann morgen nicht schreibst?

Ach, so war es doch gar nicht. Also ich...

Wenn das rauskommt, da sind wir beide erledigt.

* Türklingel *

Mama. Mama.

Ab jetzt, da lernen wir beide immer Mathe zusammen.

Das bleibt unter uns, verstanden?

Danke, Papa.

Das ist die einzige Chance, zu sagen, was ihr wollt.

* Handy klingelt. *

Ja, Mehringer. Morgen.

(Frau) "Bei einem Ausbruch aus der Haftanstalt Fuhlsbüttel

gab es zwei Tote und einen Verletzten.

Der Verletzte ist Artem Lasarew.

Beim Flüchtigen handelt es sich um Lorenz Degen."

* Düstere Musik *

Das kann nicht sein.

* Handy klingelt. *

* Handy klingelt weiter. *

Es regnet Scheiße.

Lorenz Degen.

Ja. Lorenz Degen.

Geister der Vergangenheit, Sarah.

"Er ist aus der Haft."

Seit wann? "In der Nachtschicht."

Wir stehen hier knietief im Blut.

Woher weißt denn du von Degens Flucht?

Er verliert keine Zeit.

Er war schon bei mir. Mit Gefolgschaft.

Ich wusste all die Jahre,

irgendwann fällt uns das auf die Füße.

"Er ist organisiert. Das war keine spontane Flucht."

Es ist noch nicht vorbei. "Wir treffen uns."

Wir müssen uns abstimmen. Klinikum, Notaufnahme, jetzt.

Hey. Hey.

Lorenz Degen ist dein Fall?

Ein Häftling ist auf der Flucht, und wir sind die Fahndung.

Was überrascht dich da? Zwei tote Wachleute.

Ein schwerverletzter Mitinsasse. Lasarew war Degens Mitinsasse.

Seinetwegen bist du hier, richtig?

* Melancholische Musik *

Wie geht's dem Mann aus der JVA?

Ziemlich tiefe Stichwunde im Oberschenkel.

Acht bis zehn Zentimeter tief.

Starke Verletzung der Arteria femoralis.

Aber nicht lebensbedrohlich? Ziemlicher Blutverlust.

Pressverband vor Ort. Operation dann hier im Haus.

Ohne das hätte der Mann nicht überlebt. Verstehe.

Was hast du mit der Messerstecherei zu tun?

Lasarew?

Kennst du den Mann?

Warte, Sarah.

Der Patient hatte starken Blutverlust,

außerdem eine ganz seltene Blutgruppe.

Wir brauchten dringend einen Spender

und haben deswegen seinen Sohn herbestellt.

Und irgendwoher kenne ich den. Ist er noch hier?

Sarah.

Danylo, hey. Hey.

Du...

Du siehst eigentlich aus wie immer.

Was ist passiert?

Ähm, das ... tut mir leid,

das hier, ähm, alles.

Ist okay. Mir geht's gut.

Besser als dir anscheinend.

Ich muss. Ja.

Jetzt erinnere ich mich.

Sie wurden mal von Sarah ans Bett gefesselt.

Nackt. Ja.

Und ich habe Sie erlöst. Ja. Danke, das war...

Nur für mich, ist das öfter vorgekommen, oder...

Geht mich nichts an. Ich muss. * Er räuspert sich. *

War ja klar, dass Sie beide hier aufkreuzen.

Wir machen uns Sorgen. * Lasarew brummt. *

Dem Herrn Staatsanwalt geht der Arsch ganz mächtig auf Grundeis.

Und Sie hat Degen wohl schon besucht.

Was hat Degen vor?

Rache. Was sonst?

Wäre Rache das Motiv, wäre ich längst tot.

Die zwei Kerle, die mich besucht haben,

die wirkten wie aus Ihrem Lager.

Ihre Leute?

Vielleicht so eine Art Joint Venture mit Lorenz Degen?

Bullshit. Benutzt hat er mich, ja?

Ich sollte im Knast krepieren,

damit er bei dem ganzen Alarm

irgendwie flüchten kann, das Arschloch.

Also wissen Sie auch nicht, um was es Degen geht.

Das interessiert Sie.

Was ich von Ihrem Bockmist damals weiß.

Getrickst haben Sie.

Gelogen und gefälscht.

Keine Ahnung, wie.

Nur, dass Sie vor zwei Jahrzehnten

Lorenz lebenslang weggesperrt haben.

Jeden Tag hat er mir die Ohren vollgejault.

König von Hamburg wollte er werden.

Der Jahrtausendwende-King.

Das haben Sie ihm gründlich versaut.

Das ist 20 Jahre her. Was will er jetzt?

Beim nächsten Mal legt ihr ihn besser gleich um.

Anna ahnt jetzt schon, dass da was nicht stimmt.

Degen hat schon immer behauptet, dass er reingelegt wurde.

Wurde er aber nicht, nicht so.

Beim Prozess gab es keine Verbindung zwischen uns.

Du warst Zeugin, ich Staatsanwalt.

Du weißt, wie die Fahndung arbeitet.

Anna nimmt sich die alten Akten vor,

und da steht dein Name neben meinem.

Und das sieht heute nun mal

ganz anders aus als vor 20 Jahren, oder etwa nicht?

Wir finden ihn und sperren ihn weg.

Bevor irgendjemand Fragen stellt. Und Lasarew? Was weiß der?

Ist das nicht sein Sohn?

Sarah, wir müssen uns absprechen.

Danylo.

* Unheimliche Musik *

(Mann) Sch.

* Autotür knallt zu. *

Findet die alten Stromanschlüsse und legt neue Kabel.

Sucht einen Raum, schalldicht und abschließbar.

Und besorgt einen anderen Wagen.

Einen Van.

Ohne Fenster.

* Düstere Musik *

Du trinkst ihn schwarz.

Du erinnerst dich.

Ist keine Kunst. Außer Kaffee hast du eh nichts im Haus.

Noch nicht mal Milch oder Zucker.

Oh, sieht so aus, als wäre ich nicht der Einzige,

bei dem du einen bleibenden Eindruck hinterlassen hast.

Du meinst Lorenz Degen.

Der flieht nach 20 Jahren aus dem Knast und kommt direkt zu dir.

Was kann der von dir wollen?

Als der eingefahren ist, warst du doch noch ein Kind.

Hast du mit deinem Vater eben in der Klinik darüber geredet?

Hat er dir was über den Mann gesagt?

Ein Dienstgespräch also, ja?

Sarah, ich habe keinen Kontakt mehr zu meinem Vater.

Nicht heute, nicht morgen, nie mehr. Du weißt, warum.

War blöd von mir, tut mir leid.

Vielleicht ist unser Wiedersehen

ja nicht nur eine Chance für mich, sondern auch für dich.

Du bist eine Chance für mich?

Worauf denn?

Also ich habe außer Kaffee auch noch Kekse im Angebot.

Ich wollte dir nicht auf die Nase hauen.

Ich finde, ich bin punktemäßig ziemlich klar vorn.

Straßenkind und Junkie.

Du kennst deine kleine Freundin seit über 20 Jahren.

Schon vor unserer Ehe.

Als Minderjährige.

Du Arschloch. Das ist nicht wahr.

Nicht so. Wie denn dann?

Erzähl mal, Anton, ist sicher eine schöne Geschichte.

Sarah war ein typisches Ausreißerkind.

Steckte tief in der Szene um Drogen und Partys,

im Dunstkreis von Lorenz Degen.

Reizend. Mit was? 14? 15?

Degen war damals mein erster großer Fall hier in Hamburg.

Menschenhändler, Waffendealer, Totschläger.

Mehrfacher Mörder. Er war aber nie zu greifen.

Und wie kommt die Kohr als Kind in deine Akten und in deinen Fall?

Was hat sie mit Degen zu tun?

Sarah hat damals als Zeugin ausgepackt. Als Kronzeugin.

Degen ist für immer ins Gefängnis,

und die Stadt war wieder ein ganzes Stück sicherer.

Und ja, das ist eine schöne Geschichte, Anna.

Und wie lange ist sie mit so einer Vergangenheit bei der Polizei?

Ihre Akte wurde gelöscht. War eh alles Jugendstrafrecht.

Das war der Kronzeugendeal. Sie war jung.

Ein Teenager. Keine Gefahr für die Gesellschaft.

Okay? Okay was?

Herrgott.

Ich habe Sarah danach etliche Jahre nicht wiedergesehen.

Erst zufällig bei einem Einsatz,

vielleicht zehn, zwölf Jahre später,

da tauchte sie auf einmal wieder auf, als Polizistin.

* Nachrichtensignal *

Hendrik ist mit der Reha früher durch.

Ich mache das. Ich hole ihn ab.

* Düstere Musik *

Ist das nun Mehringers Sohn oder nicht? - Keine Ahnung.

Im Online-Familienkalender von denen stand nur, wann und wo.

Da ist ja kein Bild dabei.

Und der wäre auf jeden Fall eine halbe Stunde zu früh da.

Er wartet, wir warten.

Sobald er abgeholt wird, wissen wir Bescheid.

Sollen seine Eltern ruhig zuschauen, was passiert.

Dann haben wir ja einiges mehr gemeinsam als gedacht.

Eine kriminelle Vergangenheit? Ja. Also in Jugendjahren.

Das kannst du nicht vergleichen.

Dein Vater hat dich benutzt

und euch Jungs für seine Jobs missbraucht.

Ich habe es ja wohl eher freiwillig gemacht.

Warum? Ich war verknallt.

Echt? Mhm.

Ganz toller Typ. Axel.

Große Liebe, dachte ich.

Ich damals 16, er knapp 20.

Unglaublich erfahren. Mit Drogen wahrscheinlich auch.

Hat mich an die Hand genommen.

Das habe ich damals wirklich gebraucht.

Ja, und dann hat er mich Hand in Hand

immer tiefer in die Scheiße gezogen.

Und die Scheiße war, dass er für Lorenz Degen gearbeitet hat.

Einer seiner engsten Vertrauten.

Zuständig für alles, was junge Leute gut können.

Einbruch, Diebstahl und so. Nichts, worauf ich stolz bin.

Am Ende des Tages hast du Degen dafür aber in den Knast geschickt.

Darauf solltest du stolz sein.

Ja.

Und was ist mit diesem Axel? Wo ist der hin?

Den gibt es nicht mehr.

* Handy vibriert. *

Anton. Du musst herkommen. Lorenz Degen ist hier.

"Wo ist hier?" Beim Arzt.

Den du mir für Hendriks Sportunfall empfohlen hast.

Die warten nur noch auf mich. Die haben Hendrik im Visier.

Ruf über die Leitstelle die Kollegen.

Nein, das machen wir. Die warten auf mich, ich warte auf dich.

Anton, dein Sohn.

Hendrik lotse ich da weg. Beeil dich.

Fuck.

Nein. Sarah, nein, auf keinen Fall. Die ist neu.

Geht schneller.

* Spannungsvolle Musik *

Jetzt geh ran.

"Hallo, hier ist Hendriks Mailbox." Nein.

* Hupen *

Fahr weiter.

Das ist er. Los. - Los geht's.

Hey! Papa!

Papa! Papa!

Hendrik.

* Spannungsvolle Musik *

Raus.

Polizei. Weg von der Maschine.

Sch. Motor aus. Ich will deine Hände sehen.

Hendrik, ich finde dich.

Fahr.

* Handy klingelt. *

(Degen) "Mehringer, du willst deinen Sohn, ich will Axel Thal.

Findet ihn."

Axel Thal? Was soll das?

Der Mann ist seit 20 Jahren tot.

(Degen) Raus.

Willkommen bei mir zu Hause.

Hier ist es auf alle Fälle spannender als in der Schule.

Auspacken und aufbauen. Bring ihn runter.

Los, komm, hier links.

(Hendrik) Du kommst ins Gefängnis. - Und dafür sorgt dein Vater?

Sarah kommt mich holen, hast du doch gehört.

* Kraftvolle düstere Musik *

Menschen werden in drei Metern Tiefe beerdigt, wusstest du das?

Du bist neun Meter tief.

An deiner Stelle würde ich die Klappe halten, Kleiner.

Und dafür soll Hendrik jetzt büßen.

Weil du ein... ein Falschspieler, ein mieser Trickser warst.

Nein, bist. Ich habe Degen hinter Schloss und Riegel gebracht.

So schnell es damals ging. Mit Lügen und Falschaussagen.

Um die Hamburger Unterwelt zu übernehmen,

wollte er 21 Menschen töten.

Fürs Geschäft die Konkurrenz ermorden, alle. 21.

Hier. Leute, die damals seinen Geschäften im Weg standen.

Ihre Familien, Kinder, fein säuberlich notiert.

Eine Todesliste war das.

Ich habe das verhindert. Das rechtfertigt deine Tricks?

Dass unser Kind in den Händen dieses Psychopathen landet?

Du kennst nicht die ganze Wahrheit.

Ich will dir das erklären. Nein.

* Papier raschelt. *

Für die Wahrheit hattest du jeden Tag unserer Ehe Zeit.

Jeden Tag, an dem ich dir geglaubt habe.

Ich habe dir vertraut, Anton.

Lorenz Degen ist verurteilt

für Taten, die er allesamt so begangen hat.

Dann hättest du nicht lügen müssen.

Doch.

Anton hatte einen Spitzel bei Lorenz Degen, einen Kronzeugen.

Axel Thal.

Axel war mein Freund.

Er hätte vor Gericht ausgesagt.

Seine Aussage hätte Degen

lebenslänglich ins Gefängnis gebracht.

Hätte. Und weiter?

Kurz vor dem Prozess war Axel plötzlich verschwunden.

Alle Fakten da und belegt, aber kein Zeuge,

der im Prozess auftritt.

Wo war dein Goldjunge?

Was glaubst du, wo ein Zeuge der Anklage bleibt?

Lorenz Degen ist ein eiskalter Mörder.

Ich habe das übernommen.

Und das ist die einzige Lüge.

Ich habe Axels Aussagen zu meinen gemacht.

Ich denke, das war es wert.

Der Mann hat mein Kind.

Und jetzt raus hier. Haut ab.

Ich verstehe es nicht, Sarah.

Degen will ausgerechnet den Mann,

den er vor 20 Jahren selbst verschwinden ließ.

Was soll das?

Er hat ihn nicht umgebracht.

Axel lebt.

Entschuldigung?

Axel Thal lebt?

Und das verschweigst du mir? Seit mehr als 20 Jahren.

Es gab bis heute nicht wirklich einen Grund,

über damals zu reden, oder?

Sag mal, bist du noch ganz dicht?

Du wusstest sofort, was die wollten,

aber da kamen sie nicht weit, also bin ich dran.

Ich hätte die Wahrheit verdient.

So wie deine Frau von dir? Das ist nicht dasselbe.

Diese Nummer damals war nur nötig, weil Axel Thal tot war!

Du hast mich belogen! Für mich war er tot, verdammt noch mal!

Und du, du hast mir Angst gemacht.

Herrgott, ich war 16 Jahre alt. 17.

Und ein wütender, lauter Staatsanwalt

hat mir gedroht, mich für Jahre wegzusperren.

Ja, weil du kriminell warst, drogensüchtig.

Weil ich Angst hatte.

Vor dir.

Vor der ganzen Welt.

Ich habe dir vertraut.

Du hast mir nicht vertraut.

Du hast meine Angst ausgenutzt.

Karriere machen, das war dein Ziel.

Degen wegzusperren, war unser Ziel.

21 Menschen haben wir gerettet.

Die Liste, Sarah! Die ist heute einen Dreck wert.

Die interessiert Degen heute nicht mehr.

Und mich erst recht nicht.

Sarah. Warte!

Wo ist Axel Thal?

* Sie atmet hektisch. *

Keine Ahnung, nach dem letzten Bruch mit der Beute durchgebrannt.

Nie wiedergesehen.

Und warum bist du dir dann so sicher, dass er noch lebt?

Keine Ahnung.

Ich weiß es einfach.

Und das mit der Beute von damals ist aber diesmal die Wahrheit?

Arschloch.

Ich will nur wissen, ob du mir hilfst.

* Düstere Musik *

Degen.

Hinsetzen.

* Knarzen *

20 Jahre.

20 ... Jahre.

Wir... Wir finden Axel Thal. Ich schwöre.

* Klicken *

Wo ist Hendrik?

Er ist noch ein Kind.

Deine kleine Freundin war damals auch ein Kind.

Und drogenabhängig.

Ihre Falschaussage ist heute verjährt.

Aber du,

du warst damals schon Staatsanwalt und erwachsen.

Dich werden sie zur Verantwortung ziehen.

Ein Fehler, und deine Machenschaften gehen an die Presse.

Ein zweiter Fehler, und dein Sohn ist tot.

Degen.

* Schneidende Klänge *

Wo ist Axel Thal?

Mehringer. Ich ziehe das durch.

Ich gehe nie wieder ins Gefängnis.

Niemals.

Ich muss Axel finden.

Das ist die einzige Chance, Hendrik zu befreien

und dieses Drecksschwein dranzukriegen.

Einfach die zuständigen Kollegen suchen zu lassen, geht nicht?

Axel ist seit 20 Jahren weg,

war immer kriminell und keiner, der zum Einwohnermeldeamt rennt.

Den findest du nicht.

Was will dieser Degen von ihm?

Ich muss mich erinnern.

Verdammt noch mal, warum erinnere ich mich nicht?

Weil die Scheiße einen sonst auffrisst, Sarah.

Warum bist du von zu Hause weg? Wie alt warst du?

15. Mein Bruder war noch nicht mal acht.

Du hast einen Bruder? Das hast du nie erzählt.

* Einfühlsame Musik *

Er ist in die Regentonne gefallen, kopfüber.

Im Garten ertrunken. Ich habe drinnen ferngesehen.

Ich sollte aufpassen, meine Mutter war arbeiten.

Sie hat mir nie Vorwürfe gemacht, nicht einmal.

Und das war falsch?

Ich bin noch da, mein Bruder nicht.

Und dann bist du irgendwann weg?

Wohin?

Unterschiedlich.

Dann kam Axel.

Ja.

Warum hast du deinem Staatsanwalt

nie von deiner Ahnung erzählt, dass Axel noch lebt?

Weil es meine Geschichte ist und nicht seine.

Und weil ich es doch selber nicht wirklich weiß.

Was will Degen von Axel? Was?

Und warum heute?

Wann hast du Axel zum letzten Mal gesehen?

Bei unserem letzten Bruch damals.

Ich stand wie immer Wache vor der Tür, er ist rein.

Er kam wieder raus

und sagte, dass er diesmal nicht an Degen abliefern wird.

Was? Was nicht abliefern?

Na die Beute. Was auch immer das war.

Große Tasche... Keine Ahnung.

Ist dann aber alleine abgehauen? Ja.

Degen hätte mich umgebracht, hätte er mich gekriegt.

Daher auch der Deal mit dem Staatsanwalt.

Ich hatte keine Wahl.

Aber das war das Beste am Entzug.

Das Ganze hinter mir zu lassen.

Du hast einen klassischen Entzug gemacht?

Der war nicht klassisch, der war kalt.

(Heike) Kann mir einer erklären, was das soll, mitten in der Nacht?

Ich muss mich erinnern.

Kalter Entzug im kalten Keller.

Medizinisch begleitet.

Und das war weiß Gott nicht mein Wunsch und meine Entscheidung.

Was habe ich denn dir über Axel erzählt?

Erinnerst du dich?

Mein erster Freund. Irgendwas?

Ich bin nicht mehr gern hier unten.

Kaffee?

Gerne. Schwarz.

* Beklemmende Klänge *

* Melancholische Musik *

Es war Sarahs Bedingung, nach Hause zu kommen.

Und ein einziger Albtraum.

Aber ich hatte nur diese Chance, meiner Tochter wieder nah zu sein.

Sarahs Weg überrascht nicht wirklich, wenn man sie kennt.

Sie kennen jemanden nicht mehr, der das durchmacht, Herr Magraf.

* Melancholische Musik läuft weiter. *

* Plätschern *

Sarah hat mich verteufelt bei jeder Welle,

die durch ihren Körper zog.

Die hat mich angeschrien, hat mich angefleht,

angespuckt und ...

dann hat sie sich entschuldigt, und ...

dann wieder von vorne.

Wie lange hat das gedauert? Einige Wochen.

Und irgendwann hat sie dann angefangen zu malen.

Sie hatte darüber gelesen.

Sie blieb dann auch eine ganze Weile hier, und das war gut.

* Beklemmende Musik *

* Plätschern *

* Spannungsvolle Musik *

Dass sie dann ausgerechnet auf die Idee kommt, zur Polizei zu gehen.

Das war ja nicht ihre Idee. Und erst recht nicht meine.

Es war einfach ein Geschenk. Zur rechten Zeit.

Ein Geschenk?

Von wem? Sie kennen Mehringer?

Der Staatsanwalt? Mhm.

Der hat mich hier mit meinem Kellerkind unterstützt.

Jeden Tag kam er vorbei und wollte nach ihr sehen.

Das war ihm wichtig.

Sarahs Entzug war nicht ganz so kalt, wie sie das heute glaubt.

Aber dafür machbar.

Unser letzter Bruch.

Ich weiß, was an der Tür von dem Haus stand: Wittgenstein.

Wittgenstein? Ja.

Der Name sagt mir was.

Danylo, Junge. Schön.

Ich freue mich über deinen Besuch.

Was ist, hm?

Brauche ich wieder Blut von der Familie?

Familie.

Was für eine großartige Familie.

Wir haben auf den Familienausflügen

quer durchs Land Bankautomaten hochgejagt.

Ah, Dany.

Vladi und du, ihr hattet doch immer viel Spaß, oder?

Spaß?

Wir hatten keine Ahnung, was wir da tun.

Wir waren Kinder.

Deine Kinder.

Das ist doch alles Schnee von gestern.

Heute ist heute, und jetzt bist du hier.

Ja.

Ich bin hier.

Wo ist Vladi?

Ja.

Manchmal vergesse ich sein Gesicht.

Die Erinnerungen ...

werden weniger.

Wittgenstein.

Wie bitte? Ja.

Wittgenstein. Vladi und ich haben...

Weißt du nicht mehr?

Ich erinnere mich nicht mehr. Das ist zu lange her.

Doch. Wir sollten Feuer legen in irgendeinem Betrieb.

Ihn niederbrennen bis auf die Grundmauern.

Keine Beute, keine Sprengung. Eine Auftragsarbeit.

Muss um die Jahrtausendwende gewesen sein.

Warum sollten wir das überhaupt machen?

Du interessierst dich für ein paar alte Maschinen

und Geschichten von vor 20 Jahren?

Was für Maschinen?

Wer will das wissen, hm?

Du horchst mich aus.

Ich glaube das nicht.

Lässt du dich immer noch von dieser Frau einspannen?

Danylo. Ich bin dein Vater.

Danylo.

Und?

Maschinen. Es geht um Maschinen.

Wir haben Feuer gelegt mit Lösungsmitteln.

Haben haufenweise Fässer

vom oberen Stockwerk ins untere gekippt.

Lösungsmittel? Ja.

Druckmaschinen. Es waren Druckmaschinen und Wachleute.

Sehr viele Wachleute.

Und die Firma hieß Wittgenstein?

Ja. Wittgenstein.

Und zur gleichen Zeit ein Einbruch in der Villa des Eigentümers.

Warum? Keine Ahnung.

Das muss ja nicht zusammenhängen. Ich bin kein Polizist.

Danke.

(Frau) Sie haben nicht bedacht, dass Sie es

mit Lösungsmitteln zu tun haben, Herr Degen.

Die Räume müssen belüftet sein, unbedingt.

Na, dann halten wir eben beim Drucken die Tore offen.

Ist das Ihr Ernst?

Ja, hierher verirrt sich keiner mehr.

Das ganze Areal gilt als verseucht

und wurde von der Stadt vor Jahren gesperrt.

Ein unmöglicher Ort ist das hier.

Das Papier wäre bei dieser Feuchtigkeit

nach einem Tag hinüber.

Nicht zu bedrucken. Unbrauchbar.

Das...

Das ist einfach dilettantisch.

Wir arbeiten daran.

Die Druckvorlagen kommen morgen, spätestens übermorgen.

Das Papier kommt zum Schluss. Vertrauen Sie mir.

Sie lassen mich beobachten, Herr Degen.

Sie vertrauen mir nicht.

Doch, das tue ich, Frau Wittgenstein.

Darum danke ich Ihnen,

dass Sie sich die Zeit genommen haben, das hier anzusehen.

Einer meiner Mitarbeiter fährt Sie gern nach Hause.

Caspar!

Hier.

Hilft bei Angst und Langeweile.

Kann ich meine Eltern anrufen?

Einmal?

Bald.

Ich hätte auch gerne Eltern gehabt.

So schön still hier.

Ich habe mit dem Oberstaatsanwalt gesprochen,

und der mit deinem Chef.

Wir werden nicht abgezogen. Ich nicht, du nicht.

Du glaubst wirklich, das hätte mich abgehalten?

Mein Sohn ist da draußen.

Unser Kind.

Unser Kind?

Und warum hast du dann mich nicht von der Reha angerufen,

als du Degen da entdeckt hast?

Warum, Anton?

Dein scheißkleines Geheimnis

ist übrigens absolut kontraproduktiv für die Fahndung.

Was hast du den Kollegen gesagt?

Zur Zielperson Axel Thal?

Bisher nichts.

Du hast ihn damals für deine Zwecke aus den Akten entfernt.

Anna. Wir suchen Axel Thal als Entführer von Hendrik.

Offiziell als Komplizen von Lorenz Degen,

der Rache nehmen will an dir.

Zufrieden?

Du wirst dich dafür verantworten. Für alles.

Das schwöre ich dir.

Und Gnade dir Gott, wenn unserem Sohn was passiert.

* Klopfen *

Herr Mehringer, Sie suchen die Kohr, oder?

Sie war gerade beim KDD im Archiv. Aktenrecherche.

Danke.

"Mailbox Sarah Kohr."

* Piepton *

Die Kripo hat mich angerufen und hat mir gesagt,

dass ich mein Motorrad abholen kann.

In Einzelteilen. Nicht mehr fahrbereit.

Überhaupt nie wieder fahrbereit.

Du hast mein Motorrad kaputt gemacht, Sarah!

* Poltern *

* Geheimnisvolle Musik *

Sarah.

Wieso recherchierst du alte Einbrüche?

Was hast du gefunden?

Gar nichts. Gar nichts?

Das ist eine gute Nachricht.

Warum ist das eine gute Nachricht, nichts zu finden?

Wir sind eingebrochen im Februar 2000, Axel und ich.

In ein Haus einer Frau Wittgenstein.

Und? Axel hat was mitgehen lassen.

Wertvoll genug, um damit unterzutauchen.

Wie zur Hölle hilft das Hendrik?

Franziska Wittgenstein, Mittelstand,

Druckereiunternehmerin.

Einen Tag vor dem Einbruch brennt ihr Betrieb ab.

Sie hat den Einbruch aber nie angezeigt.

Was bringt das nach 20 Jahren?

Ich habe Hendrik versprochen, dass ich ihn finde.

Also tue ich das auch.

Muss ich mich wirklich

an einen Einbruch von vor 20 Jahren erinnern?

Kommt drauf an, wie oft bei Ihnen so eingestiegen wird.

Es gab doch nie eine Anzeige.

Wer sagt also, dass es einen Einbruch gab? Ich sage das.

Ich bin damals eingebrochen.

Dann wüssten Sie, was gestohlen wurde.

Ich stand nur Schmiere.

Ich habe mit dem Brandstifter gesprochen.

Das Feuer in Ihrer Firma. Einen Tag vor dem Einbruch.

Einbruch und Brandstiftung, beides verjährt.

Wir bleiben straffrei, Sie und ich.

Frau Kohr, ich verstehe beim besten Willen nicht,

was dieser Unsinn hier soll.

Sie lassen Ihre Firma abfackeln.

Aber um Versicherungsbetrug ging es Ihnen nicht.

Sie haben laut Akte durch den Brand erhebliche Verluste gemacht.

Und wozu dann mutwillige Zerstörung?

Ihr Brandstifter erinnert sich an Wachleute.

Und ich habe mich gefragt, warum wurde Ihre Druckerei bewacht?

Ja, wegen der wertvollen Anlagen. Nein.

Wegen des wertvollen Auftrags.

Jahrtausendwende, Frau Wittgenstein.

Die Euro-Umstellung.

In ganz Europa wurde Geld gedruckt ohne Ende.

Die Zentralbank hat ausgelagert,

um irgendwie zu schaffen, was die EU fordert.

Wilde Zeiten beim Währungswechsel. Sie haben Geld gedruckt.

Fünfziger- und Hunderterscheine. Ganz offiziell. Ganz sauber.

Bis das Feuer Ihren Laden vernichtete.

Unterstellen Sie mir, ich hätte damals Geld gestohlen? Nein.

Gut. Geld wäre endlich und in großer Zahl nicht zu übersehen.

Sie sind Druckerin. Sie stehlen die Druckvorlagen.

Das Feuer war nur dazu da, den Diebstahl zu kaschieren.

Alles vernichtet.

Auch die Plagiate der Druckvorlagen.

Hätte ich die Druckvorlagen,

wäre ich heute Milliardärin mit sprudelndem Geldbrunnen.

Wahrscheinlich.

Aber mein Kollege und ich, wir haben Ihnen die Beute abgenommen.

Mit Verlaub, Sie sehen auch nicht gerade aus wie eine Milliardärin.

Ich suche einen entführten Jungen.

Wie passt das zu Ihren Fragen? Zu Feuer und Einbruch?

Ich suche meinen Komplizen und die Beute von damals.

Ich muss wissen, ob er das noch besitzt, was er Ihnen stahl.

Darum geht es bei der Entführung.

Ein entführtes Kind?

Druckvorlagen. Habe ich recht?

* Knacken *

* Spannungsvolle Musik *

Scheiße.

(Wittgenstein) "Herr Degen, die Polizistin war hier."

Hat ziemlich viele Fragen gestellt.

(Degen) "Das ist gut."

Sie sucht nämlich nach den Druckvorlagen für mich.

Und Frau Kohr ist die einzig Richtige dafür.

Sie sagt, Sie haben ein Kind entführt.

Und? - "Wenn das stimmt, dann..."

* Besetzton * Herr Degen?

Die Soko Geldfälschung schickt uns ihr Ein-Mann-Team.

Maira Schulz, Sarah Kohr. Hallo.

Konnten Sie mit den Infos was anfangen?

Es sind keine klassischen Druckplatten, eher Folien.

Verschiedene Druckverfahren, kompliziert.

Fälschungen werden entweder an den Vorlagen oder am Papier erkannt.

Hier.

Wir suchen also Blüten, perfekt im Druck,

aber auf richtigem Scheißpapier.

Das verstehe ich nicht.

Axel hat originale Vorlagen, aber keine Ahnung.

Und erst recht kein Papier, das sich bedrucken lässt. Hm.

Dada. Bitte?

Na, Dadaismus.

Sie wissen schon, satirische Kunstform,

alles übertrieben dargestellt.

Es ist ein Insider-Witz für einen Verdächtigen,

der über die Jahre immer wieder auftaucht.

Die Qualität ist furchtbar,

die Farben laufen aus, alles ist schräg gedruckt.

Wir nennen den Täter Dada. Viele Versuche auf unmöglichen Trägern.

Mit Trägern meinen Sie Papier? Ja. Die Vorlagen waren super.

Aber das Papier war dabei so schlecht.

Das geht nicht mal als Spielgeld durch. Als wäre der Druck Satire.

Echte Scheine sind aus Baumwollpapier.

Wasserzeichen und Faden, das fehlte alles.

Die waren so schlecht.

Daher waren die Ermittlungen gegen Unbekannt

immer eher halbherzig.

Wann ist dieser Dada zum ersten Mal aufgetaucht?

Unser Dada ist seit 18 Jahren in der Datenbank.

Immer wieder mit neuen Versuchen.

Wo wurde das Geld in Umlauf gebracht?

In verschiedenen Orten in Schleswig-Holstein.

Eine Region stach aber besonders hervor, Dithmarschen.

Das ist circa anderthalb Stunden von Hamburg entfernt.

Das Ein-Frau-Team der Soko.

Super. Danke.

Sarah. Was hast du vor?

Axels bester Freund, Eggert Wilkens,

hat damals bei Wesselburen einen Resthof geerbt.

Das ist in Dithmarschen. Wir waren mal da.

Und du glaubst, er ist dort? Ich glaube es eher nicht.

Aber vielleicht kann Eggert uns ja irgendwie helfen.

Soll ich mitkommen?

* Handy klingelt. *

Hallo? - (Hendrik) "Mama?"

Hendrik. Wo bist du?

"Mein Bein. Es ist geschwollen und tut so weh."

Das kriegen wir hin. Wir kriegen das alles wieder hin.

"Die bringen mich um, wenn ihr nicht helft.

Sie sagen..." - Hör mir zu.

Wir... Wir holen dich da raus.

Ich... - "Die wollen diesen Axel Thal.

Sie geben Sarah zwei Tage."

* Besetztton *

Hallo?

* Spannungsvolle Musik *

Eggert?

* Klospülung rauscht. *

Hallo, Eggert.

Händewaschen war noch nie dein Ding.

* Düstere Klänge *

Sarah?

Wo ist Eggert?

Verreist.

Seit wann?

Vielleicht 20 Jahre.

Wo sind die Druckvorlagen?

Was? Du weißt, wovon ich rede.

Die Beute von der Wittgenstein.

Äh...

Sarah, setz dich doch erst mal. Hier.

Ähm, ähm...

Willst du was trinken?

Meine Kleine hat mich gesucht.

Meine Kleine hat mich gefunden.

Das ist schön.

Du bist schön.

Das feiern wir jetzt.

Ich habe so viele schöne Erinnerungen.

Ich freue mich so.

Scheißerinnerungen.

Ich habe dich gerettet.

Ich habe dich aufgefangen.

Du hast mich benutzt.

Du hast mich fallen gelassen. Du bist hier.

Du weißt es.

* Sie atmet zittrig. *

Habe ich nicht mehr verdient, Sarah?

* Waffe wird gespannt. *

Ich schieße dir eine Kugel in den Bauch.

Und dann finde ich Eggerts Leiche hier irgendwo auf dem Hof.

Notwehr.

Ein Formular, erledigt nach Dienstschluss.

Scheiße.

Candy Girl ist ein Scheißbulle geworden.

Ein Scheißbulle geworden.

Wo sind die Druckvorlagen?

Damit kann keiner was anfangen. Du schon gar nicht.

Wo sind sie? In der Scheune.

Im Trecker.

* Gewehr wird geladen. *

Du arbeitest für ihn. Für Lorenz, stimmt's?

Du willst mich erschießen?

Na los.

Was für ein Scheißauftritt!

Wofür willst du mich umbringen?

Dass du dich schuldig gemacht hast vor 20 Jahren?

Halt die Fresse!

Leg die Sachen wieder zurück und dann hau ab.

* Emotionale Musik *

* Schuss *

* Ruhige Musik *

(Anna) "Ja, Mehringer?"

Anna, Axel Thal liegt tot in einer Scheune in Dithmarschen.

Suizid. "Was?"

Schicken Sie noch nicht die Kavallerie.

Halten Sie es eher klein. "Ich verstehe nicht. Und Hendrik?"

Lorenz Degen sollte nicht erfahren, was passiert ist.

Ganz wichtig. Ich habe, was er will.

"Sarah. Was haben Sie vor?"

Ich schicke Ihnen die Adresse per Geolink.

Na, Sie sind ja wirklich eine treue Seele.

Sind Sie bald fit genug?

Fit genug wofür?

Die Flucht aus der Klinik. Ist einfacher als aus dem Bau.

Ah. Das, glauben Sie, habe ich vor.

Ich glaube, Sie haben einen Deal.

Sie haben sich abstechen lassen als Fluchthilfe für Lorenz Degen.

Eine Hand wäscht die andere. Hm.

Und das wollen Sie jetzt mit mir ausdiskutieren?

Ich will keine Zeit verlieren.

Wer ist Ihr Kontakt? Der Krankenpfleger?

Der Beamte vor der Tür? Jemand von der Putzkolonne?

Frau Kohr. Sie haben recht, scheißegal.

Sie werden Lorenz Degen ausrichten,

ich habe, was er von Axel Thal will.

Macht nichts, wenn es schnell geht.

* Bedrückende Musik *

* Musik wird spannungsvoller. *

* Nachrichtensignal *

"Anton, Degen hat mir einen Ort für die Übergabe genannt.

Containerhafen Harburg."

Hendrik ist heute das Opfer

meiner Entscheidung von damals, gegen die Regeln zu spielen, oder?

Sarah, ich weiß nicht.

Hendrik ist dein Sohn. Du entscheidest.

Ich habe Angst.

Einfach Scheißangst.

Anton, SEK oder ich. Beides ist riskant.

Was ist dein Plan?

Was hat sie vor?

Gott, Anna, was soll das?

Ihr habt mich schon mal außen vor gelassen, und es ging schief.

Es geht um Hendrik.

* Düstere Musik *

* Spannungsvolle Musik *

20 Jahre.

20 Jahre.

Candy Girl.

So hat er dich immer genannt.

Wo ist der Junge?

Meine Druckvorlagen.

Dein Clown kann von oben einen Blick drauf werfen.

Bingo.

Gib mir die Tasche. Du kriegst mehr als das.

Hendrik, bleib im Auto.

Runter auf den Boden, mach dich klein.

Wir tauschen Wagen.

Wir machen es so oder gar nicht.

Dein Kerl kommt da oben vom Container runter.

Komm runter.

* Spannungsvolle Musik *

Fuck! Da ist noch jemand! - Polizei.

Los, los.

Scheiße.

Scheiße.

Scheiße!

Das gibt's doch nicht.

Fuck.

Der Schlüssel.

Hallo.

Hallo. - Sch.

Ich weiß, wie Degen tickt, ihr nicht.

Und wo ist er jetzt? Mit unserem Sohn?

Warum haben Sie Degen die Tasche nicht einfach gegeben?

Das bringt doch jetzt nichts.

Frau Kohr wollte besonders schlau sein.

Autos tauschen, große Rochade. Wieso?

Anna. Anton, es geht hier um mehr.

Um alles. Um Hendrik.

Warum ist sie alleine zu Axel Thal auf den Hof?

Vielleicht wusste er ja, wo Degen sich versteckt.

Und warum ist Axel Thal danach auf einmal tot

und kann uns nicht mehr helfen?

Quatsch! Sarah wusste nicht, dass sie Thal auf dem Hof findet.

Ich hab's verbockt, weil ich dir gesagt habe,

wo Sarah Degen treffen wird!

Der braucht Hendrik jetzt nicht mehr.

Degen hat jetzt alles, was er braucht.

* Bedrückende Musik *

Die Kollegin Schulz hat gesagt, Wasserzeichen und Kontrollfaden

sind schon vor dem Druck im Papier.

Degen hat dasselbe Problem wie Axel.

Der hat kein Papier.

* Melancholische Musik *

2013 jedoch wurde die Papierproduktion des Euros

komplett einer Revision unterzogen.

Neue Serie ES2.

Wasserzeichen und Hologramm mit der Königstochter Europa neu.

Der Stahlstich hat nun mehr Tiefe, und die Guillochen sind dominanter.

Plus: grüne Wertziffern mit Kippeffekt.

Das ganze Substratdesign wurde also...

Danke, Frau Schulz. Gerne.

Das heißt, wenn Degen jetzt die alten Druckplatten hat,

kann er die nur in ebenso alte Druckmaschinen legen.

Wenn er das heute gängige ES2-Substrat bedruckt,

wäre das kein richtiges Geld,

sondern wieder nur eine ziemliche Blüte.

Was, wenn beim Feuer nicht das ganze Papier verbrannt wurde?

Und was, wenn Degens Kerl nicht wegen mir,

sondern wegen Frau Wittgenstein an der Villa war?

Das könnte bedeuten, Wittgenstein hat das Papier,

hat es aber Degen noch nicht geliefert.

Die Frage ist nur, ob Degen weiß, wo das Papier lagert.

Maira, wie lagert man so ein Papier am besten?

Bitte kurze Antwort.

Baumwollpapier lagert man am besten konstant bei 19,5 Grad Celsius

und einer relativen Luftfeuchtigkeit von 35 Prozent.

Danke.

* Es knallt zweimal. *

Hier ist es.

Ein kleiner Schritt für die Menschheit.

Ein großer Schritt für uns vier.

Aufmachen. Witzbold.

* Emotionale Musik *

Polizei! Hände hoch!

* Gebrüll *

Auf die Knie! - Hände an die Wand. Runter.

Ganz ruhig!

Sie mieses Schwein.

Das war eine Superidee.

Was war eine Superidee?

Das Papier in der Garage zu vermuten

und Degen hier in Empfang zu nehmen.

Das war nicht meine Idee.

Wir haben ihn. Er wird uns zu Hendriks Versteck führen.

Er kann ihm jetzt nichts mehr tun.

Anton, wie lange kennst du Lorenz Degen?

* Bedrückende Musik *

Das ist schön zu hören.

Ja. Danke.

Nein, nein. Ich danke Ihnen.

Auf Wiederhören.

Wo ist mein Sohn?

"Sie werden reden."

Alles, was Sie mir anbieten, sind ein paar Tränen.

Drohen Sie mir doch mit lebenslänglich.

Habe ich ja schon.

* Er lacht trocken. *

Ich will mein Kind zurück.

"Ich will, ich will, ich will."

Und ich will in Patagonien Schäfchen zählen.

Oder noch besser, ein Baumhaus in Kanada.

Frieden.

Stille.

Ruhe.

Hallo? Hören Sie mich?

Hallo.

Ich bin hier.

Antworten Sie!

Du bist einfach gegangen?

Und kommst jetzt einfach hierher?

Damals rettest du mehr als 20 unbekannte Gesichter,

und heute gibst du einen Jungen auf, den du kennst.

Der dir vertraut, dem du ein Versprechen gegeben hast.

Nur um deinen Staatsanwalt zu bestrafen

oder seine Ex-Frau oder was weiß ich, wen.

Sarah!

Was hast du vor?

Dieses Schwein wird uns dabei zusehen,

wie aus Angst Gewissheit wird.

Der Mann war schon immer so.

Menschenleben interessieren ihn nicht.

Alles ist ein Geschäft.

Also wird Hendrik sterben.

Du kannst ihn nicht zwingen zu reden.

Das sind die Regeln, nach denen wir spielen.

Alles ist ein Geschäft.

* Tür wird geöffnet. *

Herrgott noch mal, da seid ihr ja endlich.

Wieso hat das so lange gedauert?

Was soll das werden? Lasst mich los.

Wisst ihr nicht, wer ich bin?

Ihr sollt mich umbringen. Degen, dieser Drecks...

Anna, Waffe her.

Beide Handys raus.

Los.

* Unverständliche Laute *

Hört mir genau zu.

Es muss nicht vorbei sein.

Ich weiß, wo Degens Maschine steht.

Ich weiß, die Druckvorlagen sind schon eingespannt.

Wir können das zusammen machen. Ich weiß, wo.

Ein Bunker. Tiefbunker.

Ehemaliges Militärgelände, Kellinghusen.

Ich kann euch hinführen.

* Spannungsvolle Musik *

Herr Lasarew hält sich für transportfähig.

Zurück in die JVA.

* Melancholische Musik *

Du bist mein Held. Danke.

(Degen) Anhalten.

Hendrik?

Hendrik!

Mama!

(entfernt) Mama!

Mama!

Mama!

Mama!

Mama!

Mama!

Mama!

Mama! Mama!

Fuck!

Wir haben einen Deal. - Autoschlüssel.

Degen, das ist... Mehringer.

20 Jahre.

20 Jahre.

Du bist mir was schuldig.

Nein, Degen, das bin ich Ihnen nicht.

Los, Anton, gib ihm den Schlüssel.

Mache ich nicht.

* Waffe wird gespannt. *

* Maschine knackt und surrt. *

* Ruhige Musik *

Candy Girl.

Trau dich.

Sarah.

Trau dich.

Die Kohr ist verrückt.

Sie ist wirklich verrückt.

Aber ich war noch nie so froh darüber.

* Es läuft lässige Soulmusik. *

Anton, ich wusste nicht... Schon gut. Schnee von gestern.

Du hast mir geholfen damals.

Im Keller. Bei meinem Entzug.

Meiner Mutter, bei meiner Ausbildung. Das wusste ich nicht.

Wenn du es gewusst hättest, wärst du abgehauen.

Die alten Geschichten, Sarah, begraben wir.

Aber so, wie wir zusammenarbeiten, du und ich...

Irgendwann kostet uns das den Kopf.

Wir hören auf.

Ja.

Ali.

Wisst ihr, wer das ist?

Das AL steht für Artem Lasarew.

Dieser Ali da, das ist mein Vater.

Und Söhne, das sind mein Bruder Vladimir und ich.

Ihr habt mir das Leben gerettet, kapiert ihr das?

Es bleibt hypothetisch, Herr Magraf. Das zählt nicht.

21 Mal. Hypothetisch, ja?

Peter Scharach, Schwester und drei Kinder.

John Maibach, Vater und Bruder.

Martin Lehmann und Frau, Sohn, Sohn und Schwiegersohn.

Memet Karadeniz, Schwestern und Eltern.

* Bewegende Musik *

Ali und Söhne.

Das zählt.

Nur das zählt.

Untertitel im Auftrag des ZDF, 2022

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