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(Vogelgezwitscher)
(Spieluhrklange, Walzermusik)
(Walzermelodie wird von Klavier ubernommen)
(Frau Winkelmann) Sei ein lieber Junge und iss.
Du willst mich doch nicht traurig machen.
- Und halte dich gerade. - Ja, Mama.
Du kannst auch heute Abend hier essen. Es ist genug da.
- Schmeckt dir die Putenbrust? - Wundervoll, Mama. Wundervoll.
Wenn du hier schlafen mochtest,
dein Kinderzimmer ist immer fur dich bereit.
lch mach dir das Puree noch mal warm.
lch komme zu spat.
Erst wird gegessen!
Paul?
Ja, Mama?
Warum hast du dir blo? diese Wohnung genommen?
Andere Jungens wohnen doch auch zu Hause.
Ja, Mama.
- Pussi? - Ja?
Hast du mir deine Hemden mitgebracht?
Ach nein, Mama, das muss wirklich nicht sein.
Liebes Kind, ich wasche seit 50 Jahren deine Hemden,
damit du ordentlich aussiehst.
- Lass dir die Haare schneiden. - Ja, Mama.
Die Kundschaft sieht auf so was.
Du bist jetzt der Chef von Winkelmann und Sohn.
Wie dein Vater und dein Gro?vater.
lch bin stolz auf dich. Du isst ja gar nichts.
lch kann nicht mehr.
Verzeihung. Wissen Sie, wie ich zur Schinkelstra?e komme?
Ja. Schinkelstra?e...
Das ist hier die Schinkelstra?e.
Ja.
(Dezentes Glockenspiel)
Gittertull ist eigentlich keine Ubergardine.
Dann lieber nur `ne Ubergardine.
Sind die... Muster aus England schon da?
- England? . Ahm, ltalien, meine ich.
- Ach nee. Die sind ja... - lch kann lhnen auch was...
Die Herrschaften da druben suchen einen Wascheschrank.
- Also, wenn Sie mehr... - Kann ich lhnen irgendwie...?
Wir suchen einen Schlafzimmerschrank.
Fur Anzuge, wo man auch...
Mit `ner Stange und Fachern fur Wasche.
- U-und Schuhe. - lch wei?, was Sie suchen.
Wo ist der Prospekt fur die danische Kombiserie?
Da in der Kommode.
Der Vorteil der danischen Kombiserie
beruht auf ihren raumsparenden Abmessungen
und ihrer durchdachten lnnenausstattung.
Das Modell Trulleberg musste ich lhnen eigentlich zeigen konnen.
Ja, Trulleberg. Das ist der Trulleberg.
Sehr solide verarbeitet.
- lch wollte nur fragen... - lch komme gleich zu lhnen.
Was hatte ich, ahm...? Ach ja.
Ein weiterer Vorteil ist die Moglichkeit zur Selbstmontage.
- Wenn wir den erst selber... - Das ist gar kein Problem.
Sie heben die Deckplatte aus den Zapfen
und lassen die Seitenteile ausklinken. Sehen Sie?
Und wieder zusammen?
Seitenteile wieder einklinken
und mit dem Scherbolzen fixieren.
Fraulein, ahm, Hagebusch, wo ist denn der Scherbolzen
. fur den Trulleberg? - ..35?/? Polyesterbeimischung.
Wurden Sie das mal halten? Zu zweit geht es ganz einfach.
Vielleicht wenn die gnadige Frau hier...und wenn Sie...?
Sie brauchen die Deckplatte nur leicht abzustutzen.
- lch habe eine... . 1 Sekunde, gnadige Frau.
Wo ist denn der Scherbolzen fur den Trulleberg?
- lm Karton. Aber wenn Sie... - ln welchem Karton?
Neben dem vergammelten Baumwoll-Rips.
- Ein bisschen genauer, bitte. - Kommode, mittlere Schublade.
Oder was Leichtes in creme.
Die danische Kombiserie
ist ubrigens in fast allen Farben lieferbar.
Auch in eierschal.
Eierschal passt ja uberall rein.
Wie sind Sie denn sonst so eingerichtet?
- Ja, bitte? . lch hatte gerne Slips.
. Gro?e 5? . Ahm, 6.
Das ist reine Baumwolle mit 60?/?-iger Polyesterbeimischung.
Das Modell ist gesa?betont, also dafur etwas knapper im...
Oder bevorzugen Sie es etwas knapper im Gesa? und dafur...
- Nein, nein. - lch schau mal rasch ins Lager.
. Gro?e 5? - 6.
Hier wird man wenigstens freundlich bedient.
lch habe Sie nicht unfreundlich bedient.
- Na, ich bitte Sie! - Unfreundlich bedient?
Nein, wir sprachen gerade...
lch war vielleicht etwas unaufmerksam.
Unaufmerksam, wenn ich runter ins Lager gehe?
- Sie sind nicht gemeint. - lch hatte nur gesagt...
Sie haben das missverstanden.
Sie werden hier doch gut bedient.
Meine Kunden sind zufrieden.
- Wenn meine Bedienung... - lch sprach mit der Dame.
Haben Sie kurzarmelige Hausjacken mit Zopfmuster?
(Absolutes Schweigen)
lst irgendwas?
Was war es denn eigentlich? Womit hatte ich lhnen denn...?
lch mochte die Sitzgruppe in meiner Praxis beziehen lassen.
Eine Sitzgruppe.
Und eine andere Sache wollte ich auch noch erfragen.
Aber wenn Sie so uberlastet sind...
Vielleicht konnen wir das jetzt bei einer Tasse Tee...?
Nein, das passt heute schlecht.
Ach nee, ich hab ja auch Vereinssitzung.
Und wenn ich morgen mit meinen Musterbuchern vorbeikame?
Na schon. lch gebe lhnen meine Karte.
Na, wo hab ich sie denn wieder? Vielleicht so gegen 11?
Tja, dann...
- Herr Winkelmann. - Entschuldigen Sie, bitte.
Diplompsychologin?
Diplom... Diplompsychologin.
Manner sind das Primitivste, Mieseste und Dummste, was...
Frau Mengelberg, Sie haben da ein Problem angesprochen.
. Mogen Sie das naher ausfuhren? . Naher ausfuhren!
ln unserem Gro?raumburo arbeiten 2 Damen und 11 Herren.
Jedes Mal, wenn ich von der Kundenregistratur
in die Einkaufsabteilung gehe, muss ich durch die Buchhaltung.
Und da beruhrt mich Herr Wegner von...hinten.
- Das ist das Primitivste... - Wir haben Sie verstanden.
lch wei? dann gar nicht, was ich sagen soll.
Wir wollen den Vorfall...
Man kriegt als Frau dumme Antworten!
- Am besten sagt man nichts. - Also, Frau Mengelberg,
es fallt lhnen schwer, nach der beschriebenen Ungezogenheit
Herrn Wegner gegenuber das auszudrucken,
- was Sie empfinden. - Das ist der primitivste...
Lassen Sie uns den Vorfall hier in der Gruppe spielen,
und Sie sagen ganz angstfrei,
was Sie Herrn Wegner gegenuber immer gerne losgeworden waren.
Herr Dr. Giesebrecht, wurden Sie Herrn Wegner spielen?
Sie haben also gerade Frau Mengelberg von hinten beruhrt.
- Was?! - So, Frau Mengelberg.
Was mochten Sie Herrn Wegner sagen?
Ja...ahm...also...
Dass Sie das nicht noch mal machen.
lch habe Frau Mengelberg noch nie beruhrt!
Herr Dr. Giesebrecht, Sie sind jetzt Herr Wegner
und haben Frau Mengelberg einen Klaps gegeben.
Ach so...
Na ja, die will das ja nicht anders.
Herr Dr. Giesebrecht, Sie sind ja wohl das Primitivste...
Herr Wegner! Frau Mengelberg, Sie sprechen mit Herrn Wegner,
nicht mit Herrn Dr. Giesebrecht.
Sie kriegen gleich eins hinten drauf, Frau Mengelberg.
- Herr Dr. Giesebrecht! - Hinten drauf!
- Frau Mengelberg! - Hinten drauf!
Herr Dr. Giesebrecht...
. Sie sind das Dummste... - Frau Mengelberg!
- Hinten drauf! - Frau Mengelberg!
- Frauen sollten immer... - lmmer hinten drauf!
Oh, entschuldigen Sie!
Guten Abend, Herr Winkelmann.
(Unverstandliche, gemurmelte Unterhaltung)
Ah, Herr Dr. Schmitt! Guten Abend, Herr Winkelmann.
Darf ich mal die Bestellung aufnehmen?
- 1 Bier. - Also wie viel Bier?
- 1 Pils. - 2 Bier.
- 1 Cola. - 1 Hagebuttentee.
- 1 normalen Tee. - Mit Milch oder Zitrone?
Milch.
Verzeihung. Fur mich ein Viertel trockenen Roten.
1 trockenen Roten.
- Und 1 Schlemmerschnitte. - 1 Schlemmer.
Herr Winkelmann, Sie haben heute den Vorsitz.
Ach was? Ja, ahm, ach so.
Ja, dann stelle ich fest, dass wir vollzahlig sind.
Die Herren Politiker und Frau Westphal.
Das konnte ich schon mal...
Ja, das sollten Sie festhalten.
Ahm, in unseren letzten Vereinssitzungen
haben wir Vereinsanliegen und Vereinszielsetzung
unseres Vereins umrissen,
uns aber noch nicht auf einen Vereinsnamen einigen konnen,
der unsere Vereinsinhalte klar zum Ausdruck bringt.
lch glaube, Herr Kempe hatte da...?
Ja. Unser Verein will ja die Begriffe Frau und Umwelt
in den Karnevalsgedanken einbringen.
lch meine, dieses Ziel
sollte ganz klar im Vereinsnamen einge...einbezogen...
- 2 Bier, 3 Tee, 1 Schlemmer? - Und ein Viertel Rotwein.
1 Cola.
2 Bier, 1 Cola, 1 Wein, 1 Schlemmer, 3 Tee.
- 2 Tee. - 1 Hagebutten, 1 normalen.
- 2 Bier, 3 Cola... - 1 Cola.
1 Cola, 2 Bier, 1 Wein, 1 Schlemmer, 1 Hagebutten,
- 1 normalen. - 1 Pils.
- 1 kleines. - 1 Pils, 2 Bier, 1 kleines.
Nur 2. 2 insgesamt.
Herr, ah, Kempe, Sie wollten uns gerade...
Ja, ich hatte da hinsichtlich der Reihenfolge der Begriffe,
der lntegration der Begriffe in die Reihenfolge...
Bitte merken Sie sich, was Sie sagen wollen, Herr Kempe.
Wir sollten davon ausgehen,
dass der Karnevalsgedanke Vorrang hat,
weil ja die Begriffe Frau und Umwelt
in den Karnevalsgedanken einzubringen sind.
Herr Dr. Schnoor.
Der Begriff Frau bietet doch Raum fur Karneval und Umwelt!
Herr Muller!
Also ``Verein fur Karneval trotz Frau und Umwelt``.
- Eben nicht! - Ach so.
- lch nehm das schon mal auf. - Nein, nein.
Wie ware ``Karneval im Gedenken an Frau und Umwelt``?
Also, dazu muss ich...
Die Begriffe Frau, Umwelt und Karneval
- sind 3 ganz hei?e Eisen. . Herr Muller.
- Ganz hei?e Eisen. . Herr Muller.
. Frau Westphal mochte... - Also, hier wird doch...
Ganz hei?e Eisen!
Die Frau hat doch wohl altere Rechte als die Umwelt!
Das muss im Vereinsnamen klar zum Ausdruck kommen!
Herr Winkelmann! Wofur hab ich denn 18 Jahre lang gekampft?!
- Dann formulieren Sie das mal! - Lieber Gott!
lch wurde sagen: ``Verein zur lntegration der Begriffe
``Karneval und Umwelt in die Frau``. Das pragt sich auch ein.
- Und wo bleibt der Gedanke? - Welcher Gedanke?
- Sehr richtig. - Der Begriff Karneval
beinhaltet ja den Gedanken an den Begriff Karneval.
Soll ich das vielleicht schon mal bis hierhin festhalten?
Wir sollten heute noch nichts entscheiden.
Was steht denn bis jetzt im Protokoll?
``Die Vereinsmitglieder sind vollzahlig erschienen.``
(Rhythmisches Klatschen)
Und gleich noch mal, weil`s so schon war.
5, 6, 7, 8!
(Wieder rhythmisches Klatschen)
Danke! Na, das war ja schon Hausfrauen-Sonderklasse!
Was sind wir heute guter Laune!
Herr Romanowski!
Ware es der Frau Dr. angenehm, wenn wir begonnen?
Die Frau Dr. wird gleich sehr ungemutlich.
- Dann gibt`s was hinten drauf! - Nicht hinten drauf!
(Beschwingte Musik)
(Sentimentale Musik)
(Musik wird dramatisch)
(Musik jetzt sehr bewegend)
(Abrupter Schlusstakt)
`Winkelmann?`
. Mama, schlafst du schon? - `Ja.
- Ach so. - `Was ist denn?
- lch wollte nur... . `Schlaf schon, mein Pussi.
- Gute Nacht. - `Gute Nacht.`
So. Das sind jetzt 1,8 m a 2,50 DM.
250 m a 1,80.
Ah...Mark, ah...Meter.
- 250 m? - Ja.
Nein. Das ist nicht korrekt. Ah...ich seh mal nach.
. Fraulein, na...ah... - Hagebusch.
Wo sind die Preislisten fur australischen Baumwoll.Koper?
Da bin ich im Moment uberfragt.
Sie sind 11 Jahre in meinem Geschaft und wissen das nicht?
Bitte ubernehmen Sie diesen Herrn, ich habe einen Termin.
Wie Sie wunschen, Herr, ah, Winkelmann.
(Die Klingel ertont)
. Na, punktlich sind Sie ja. - Ja.
Sie wohnen ja gar nicht weit von Merkel. Dieter Merkel.
Wir gehen am besten gleich in die Praxis.
Das ware hier die Sitzgruppe.
Sitzgruppe?
Entschuldigen Sie, Frau Tietze,
eine Sitzgruppe ist eine Polstergarnitur,
bestehend aus Polstersofa und Polstersesseln.
Sie haben hier 5 Stuhle mit gepolsterter Sitzflache.
Ach?
An was fur Bezuge hatten Sie denn gedacht?
lch war mit den alten sehr zufrieden.
Das ist eine ganz, ganz minderwertige Qualitat.
lch mein, ich kann das naturlich bestellen,
aber da werden Sie keine Freude dran haben.
Dann machen Sie doch einen Vorschlag.
Wir richten uns ganz nach lhren Wunschen.
Wissen Sie eigentlich, dass Sie eine gro?e Verantwortung tragen,
- wenn Sie eine Farbe empfehlen? - Bitte?
Eine alleinstehende Frau, die zu Depressionen neigt,
wurde sich in einer violetten Sitzgruppe vielleicht umbringen.
Auch wenn sie geblumt ist, die Sitzgruppe?
lch berate auch Ehepaare,
die gewisse zwischenmenschliche Schwierigkeiten haben.
Und ich bin sicher, dass man oft durch neue Stoffe und Farben
das Zusammenleben viel harmonischer gestalten konnte.
Ach, Frau Kekse, Frau, ah, Frau Tietze,
Sie haben nicht ein paar Kekse im Haus?
- Kekse? - lst nicht so wichtig.
lch will morgen ein Ehepaar in diesem Punkt beraten.
Die Firma Winkelmann ist seit 63 Jahren...
lch mochte diese Beratung
eben nicht einer Dekorationsfirma uberlassen.
lch will nach modernen psycholo- gischen Erkenntnissen vorgehen.
Nur fehlen mir da eben die Fachkenntnisse der Textilbranche.
ln diesem Herbst ist Schwarz sehr gefragt.
Uberlassen Sie mir doch lieber lhre Musterbucher.
Die Firma Winkelmann macht lhnen ein Angebot.
Wir besuchen zusammen die Kundschaft,
Sie fuhren die Verhandlungen,
wir liefern das Bezugsmaterial und Sie kriegen 10?/?
Sie haben mich schon wieder missverstanden.
. lch konnte Sie ja anrufen. - Nein, ich rufe Sie an.
Oh, Entschuldigung.
Ach, Mutti, das passt mir jetzt uberhaupt nicht.
Und wann passt es dir mal?
Wenn ich nicht sofort losrenne, komme ich uberall zu spat.
War das einer von deinen Bekloppten?
Meine Bekloppten sind nicht bekloppter als du und ich.
Herr Broseke hat mich gefragt, was du eigentlich machst.
lch wei? dann nie, was ich sagen soll.
Diplompsychologin! Gott im Himmel!
. Dein Vater hatte... - Ja, ich wei?, mein Vater
war hoherer Verwaltungsbeamter.
Vati! lhr habt doch bei euch auch Mulleimer.
- Alles durcheinander! - Er macht doch, was er will.
. Da kommen Schroders. - Auch das noch!
- Guten Tag, Frau Tietze. . Guten Tag, Frau Schroder.
- Guten Tag, Frau Tietze. . Meine Mutter, die Schroders.
- Guten Tag. - Alles durcheinander.
Mein Vater, Herr und Frau Schroder.
Knochen, Plastik, Speisereste, Flaschen, Papier...
Mein Vater hat seinerzeit
die stadtische Mullbeseitigung organisiert.
Als Verwaltungsdirektor.
. Dann noch einen schonen Tag. - Auf Wiedersehen.
- Auf Wiedersehen. - Auf Wiedersehen.
Sehr nette Leute.
Das ist alles reine Wolle, mein Herr.
- Und das hier? - Das ist gestreift.
Ach, das ist gestreift?
Nein, wenn wir erst nach dem Essen anfangen, wird es zu spat.
Tag, Frau Winkelmann.
- Was hier alles so rumsteht! - lch schreib lhnen das auf.
- Paul? - Gleich, Mama.
Ein bisschen blass sieht er aus.
Er musste mehr an die frische Luft.
Dafur ist er etwas voller geworden.
3,5 m englische Schurwolle a 182,
das sind insgesamt 637 DM.
Pussi, wie viel wiegst du jetzt eigentlich?
Danke. Meine Frau ruft Sie dann an.
Mama! lch hatte dich so gebeten, wenn ich bediene...
- Ja, ja. - Wir wollen Sie nur erinnern.
lch wei?, heute ist unser Spieleabend.
Denkst du dran?
- Du hast da was. - Und nenn mich nicht Pussi.
E...R...
``Er``. 2 Punkte.
- Viel ist das ja nicht. - Mir reicht`s.
Mechthild, du bist dran.
Moment. Moment!
``Hundnase``. Was soll denn das sein?
Was das sein soll?
Das ist doch kein Wort.
Hundenase ist doch ein Wort.
HundEnase, Tante Mechthild. Es hei?t HundEnase.
- Sag ich doch. - Da fehlt das ``E``.
Hundenase wird mit ``e`` geschrieben.
lch hab nur ein ``E``.
Dann konnen Sie das eben nicht legen.
Aber es ist ein gebrauchliches Wort.
- Du legst jetzt was anderes. . Hundnase! Nie gehort!
Bitte sehr. Bitte sehr.
(Unhorbar)
``Schwanzhund``.
Ja. Das sind 57 Punkte.
Erklaren Sie uns, was ein Schwanzhund ist.
. Was muss man denn da erklaren? - Also ich kenne das Wort nicht.
Ein Schwanzhund ist ein Hund mit einem Schwanz.
Ach nee, Mechthild!
- Jeder Hund hat einen Schwanz. - Beachten Sie die Regeln.
. Das ware ja wie Schwanzkuh. - lmmer legt sie solche Worte.
- Es gibt Hunde ohne Schwanz. - ln meinem Hause nicht.
- Mama hat Recht. - Euer Wortschatz ist zu klein.
- Also, Mechthild! - Ja, ja, ja.
Dann hatte ich auch meine Quallenknodel legen konnen.
Wenn man sich nicht an die Spielregeln halt,
- macht es keinen Spa?. - Bin ich hier in der Schule?
Ruf mich, wenn die Damen sich geeinigt haben.
- Paul? - Ja?
- Gehst du in dein Zimmer? - Ja, Mama.
- Was hat er denn? - Ach, der hat nichts.
Das ist Pauls Gurke!
(Klaviermusik - es klingt, als wurde jemand Klavier uben)
(Bar brummt)
Haben Sie lange gewartet?
lch bin gerne an frischer Luft.
Dann gehen wir mal. Also, damit wir uns nicht missverstehen.
Wichtig ist nur, dass dieses Ehepaar zufriedener lebt.
lch wei?.
(Frau Tietze) Sie haben einen schonen Garten, Frau Melzer.
Ja, er macht viel Arbeit.
Blumen... ein Blumenstrau? kann ein ganzes Zimmer verandern.
. Wir haben mehr Gemuse. . Gemuse...
Gemuse hat so was Frisches.
Bitte?
Und eine frische Farbe ist wie ein neuer Anfang.
Wir wollten ja den Versuch machen,
durch andere Farben im Wohnbereich, ah...
andere Probleme in den Griff zu kriegen.
Wann haben Sie dieses Sofa denn zum letzten Mal beziehen lassen?
Ja, so...23 Jahre durfte es wohl her sein.
- 19. Genau 19. . Das ware eine Moglichkeit!
Ein frisches Gelb, ein Apfelgrun...
Wir waren mit grau eigentlich sehr zufrieden.
- Frau Melzer... - Zufrieden!
lch habe da eine Graukollektion von einer belgischen Firma...
- Herr Winkelmann! - lch wei? schon.
Da haben Sie 28 Grautone in jeder Qualitat.
Sie werden zufrieden sein. Mausgrau, staubgrau,
- aschgrau. - Herr Winkelmann!
Steingrau, bleigrau, zementgrau...
Herr und Frau Melzer wollen was Frisches! Gelb oder grun...
Ja, aber damit waren die Herrschaften eben nicht zufrieden.
lch leg lhnen das mal hier hin, dann konnen Sie es besser sehen.
Verzeihung, ich hatte mich mit Herrn Winkelmann
gern kurz zuruckgezogen. Wollen Sie mich bitte begleiten?
Sie haben nicht verstanden, um was es geht!
Doch, Frau Melzer war mit grau sehr zufrieden!
Vom psychologischen Standpunkt aus
befinden sich Melzers im lrrtum!
Jetzt gehen wir wieder rein und Sie horen nur zu!
- Aber wenn Melzers... . Horen Sie einfach nur zu.
Herr Winkelmann hat noch schone Tone in gelb und mattgrun,
die sich sehr positiv auf die Atmosphare in diesem Raum
und dadurch eben auch auf lhr Wohlbefinden auswirken wurden.
Wir hatten gern das Aschgrau.
Soll ich da mal ein ganz frisches Steingrau empfehlen?
Nein! Wir hatten doch uber die Wirkung von Farben gesprochen.
Ja. Sie sagten, dass Herr Melzer in einer violetten Sitzgruppe
. seine Gattin umbringen wurde. - Was?!
Nur nicht, wenn sie geblumt ist.
- Herr Ober? - Moment.
Es war schon, mit lhnen zusammenzuarbeiten.
Wie Sie den Melzers das alles so klargemacht haben,
seelisch, meine ich.
- Und ich meine... - `n Abend, Herr Winkelmann.
Guten Abend, Herr Dr. Schnoor. Und ich meine,
dass die lnneneinrichtung, also meine Branche,
viel wissenschaftlicher...
Danke. lch mochte eigentlich nur was Kleines.
Leider muss ich gleich in die Sitzung.
lch bin heute Schriftfuhrer.
Aber wenn Sie hinterher noch da waren?
- Guten Abend. - Guten Abend, Herr Kempe.
Wir hatten heute Hirn. Steht nicht auf der Karte.
- Einen gemischten Salat. - Guten Abend.
Guten Abend, Frau, ah...
Wenn Sie hinterher noch da waren,
ich hatte gern mal mit lhnen...
Jetzt ess ich erst mal einen Salat.
Tja, also dann...
lch halte es aus Grunden der Effektivitat fur erforderlich,
uns als Vereinsmitglieder deutlich zu kennzeichnen.
Wieso denn kennzeichnen?
Lassen Sie Herrn Meier-Grabenhorst doch ausreden.
Soll ich das festhalten?
lch sag`s lhnen dann, Herr Winkelmann. Bitte.
lch beantrage, dass wir durch Anlegen eines Emblems
unser gemeinsames Ziel deutlicher zum Ausdruck bringen.
- Also doch ein Abzeichen! . An was hatten Sie gedacht?
lch habe mich da mal mit Werbefachleuten zusammengesetzt,
die schon fuhrende Politiker erfolgreich beraten haben.
Und wir haben da etwas erarbeitet.
. Vielleicht konnte ich... - Ja, bitte sehr.
Tja...
Es ist nicht aufdringlich und doch einpragsam.
Uberparteilich, aber nicht unpolitisch.
Mir gefallt, dass mit dem Abnehmen dieses..., des...
- Nase. . Ah, danke. Dass dadurch
die Demaskierung unserer Gesellschaft symbolisiert werden kann.
- Herr Dr. Schnoor... - Moment.
Als Anliegen der demokratischen Gesellschaftsordnung.
lch erinnere an den Auftrag, den wir als Deutsche haben
im Hinblick auf unsere Geschichte.
Sehr gut. Aber wir sollten auch das von Herrn Muller aufnehmen.
- Also, Herr Winkelmann. - Ja? Wie war das?
Anliegen und die Geschichte, die ganze Geschichte,
- mit der Gesellschaftsordnung? . Nach Ablosung
der Vormachtstellung des Mannes und der Einbeziehung der Frau...
lm Hinblick auf das deutsche Volk als unteilbare Nation...
Und der Einbeziehung der Frau in den...
..bei gleichzeitiger Aktivierung der Feuchtbiotope
und der Einbeziehung der Frau in den gesellschaftlichen
- Aufbauprozess. - Nicht so schnell.
Ablosung des Mannes bei gleich. zeitiger Aktivierung der Frau,
unter Einbeziehung der Feuchtbiotope
in das deutsche Volk als unteilbare Nation.
(Toilettenspulung rauscht)
(Stimmengewirr)
Fruher hatte so was hier gar nicht sitzen durfen.
Wei?t du eigentlich,
wie du aussiehst? Guck mal in `n Spiegel.
Guten Abend. Ach, da sind Sie ja!
lch wollte gerade gehen.
Schonen Abend, Herr Winkelmann.
- Guten Abend. Wiedersehen. - Wiedersehen.
lch bin sonst in keinem Verein.
Aber durch diese gemeinsame politische Arbeit
bekommt man einen Blick fur die gro?en Zusammenhange.
Stehen Sie einer Partei besonders nahe?
Nein, aber ich bewundere an Politikern ganz allgemein
diese geistige und menschliche Uberlegenheit.
Gute Nacht, Herr Winkelmann.
- Gute Nacht. - Gute Nacht.
. Tja, dann, ah... . Ach, ich wollte, ah, schade...
ich hatte die angesprochenen Themen...
lch fande es auch sehr nett, wenn ich Sie zu einer Tasse...
lch fande es nett, wenn ich Sie zu einer Tasse Tee...?
Danke, aber das sieht schlecht aus.
lch backe einen Hefezopf!
Die nachsten 2 Wochen ist da nichts zu machen.
Dann morgen. lch backe morgen einen Hefezopf
und wir trinken eine Tasse Tee. Um 5.
Karl-Ernst-von-Halmackenreuter-Str. 3. 2. Stock.
1 Tasse Tee und 1 Hefezopf.
lch will`s versuchen.
Oh, entschuldigen Sie, bitte.
lch dachte, ich hatte diesmal...
Sie haben naturlich Problemhaar,
aber das vertragt schon mal `ne neue Farbe. Was Frisches!
lch bin mit meiner Farbe ganz zufrieden.
Wenn man hier was wegnimmt, fallt es gleich ganz anders.
Man kann so tolle Sachen machen.
Mit `ner neuen Frisur fuhlt man sich gleich ganz anders.
Guck mal, Frau Tietze, mein Haar trag ich seit 8 Tagen so,
ich fuhl mich wie `n neuer Mensch.
So! Und das hat auch nicht jeder!
Wenn Sie meinen.
- Ciao. - Wiedersehen.
(Es klingelt)
(Es klingelt wieder)
- Frau Tietze? - Ja.
Sie haben mich wohl gar nicht mehr erwartet?
Doch, ich hatte nur... Darf ich lhnen den...
Danke schon. lch habe lhnen was mitgebracht.
- Das ist aber nett, das... - Es ist nur eine Kleinigkeit.
Das ware nicht notig gewesen.
Setzen Sie sich doch schon ins Wohnzimmer.
Hubsch haben Sie`s hier.
Ja, es genugt mir. lch bin ja meistens bei meiner...
Das ist echt Nussbaum furniert. Die konnen Sie auch haben
in Eiche, Mahagoni und Birke, geflammt.
Der Schrank ist ein Trulleberg, zur Selbstmontage.
Auf Wunsch mit Tisch und 2 Stuhlen. Das macht zusammen...
Ach, wie dumm! lch habe die Preise nur in der Liste.
- Macht ja nichts. - Typisch. Wenn man`s braucht.
lst das lhre Frau Mutter?
Ja. Das ist mama-meine Mutter.
Eine ganz, ganz famose Person. Ganz famos.
Und das hier ist ein Sitz. und Schlaf.Kombimobel.
Sehr anstandig in der Farbe. 5 zwo in Wei?polster.
Bitte? Ach so, ja.
Es riecht hier so gut. lst das der Hefezopf?
Ach ja. Bitte nehmen Sie doch Platz.
- Und wo geht es da hin? . ln die Kuche.
- Kochen Sie gern? - Na ja. Mama kocht besser.
Wenn Sie sich einen Moment gedulden wurden?
Bei der Polstergarnitur
konnte ich lhnen etwas entgegenkommen.
Der sieht ja wundervoll aus! lst der selbstgebacken?
Ja. Nach einem Rezept von meiner Mutter.
. Mochten Sie einen Sherry? - Einen ganz kleinen.
(Romantische Musik)
Unsere Zusammenarbeit hat mir gut gefallen.
Na ja, Zusammenarbeit...
Sie hangen sehr an lhrer Mutter?
Ja, schon. Jeder hangt ja wohl an seiner Mutter!
Ja, ja, naturlich.
Ach, mit lhnen kann man wirklich uber alles reden.
Tun Sie das doch einfach.
Dann muss ich lhnen jetzt etwas sagen,
was ich nur einmal im Leben zu einer Frau gesagt habe.
lch wurde mich mit lhnen in einer Tonne
durch die Niagarafalle treiben lassen!
Das habe ich bisher nur zu meiner Mutter gesagt.
Dann sollten Sie doch lieber mit lhrer Frau Mutter reisen.
Wissen Sie... es muss ja nicht in der Tonne sein.
Aber wenn sich lhre Mutter nun schon so drauf gefreut hat.
Wir konnten doch zusammen... warum soll man nicht einfach...
- Zu dritt in dieser Tonne? . Nein, keine Vergnugungsreise.
lch muss demnachst geschaftlich nach Dings, ah, nach Mailand.
Und wenn Sie da nun einfach mitkamen?
Geschaftlich, meine ich?
lch denke ja uberhaupt nicht dran!
Man konnte noch einen Tag dranhangen.
Herr Winkelmann, ich habe einen Beruf!
Aber doch nicht am Wochenende. Frau Tietze!
Wei?t du, Mechthild, ich sage immer,
die jungen Menschen haben ihr eigenes Leben.
Der Jungste ist er ja nun auch nicht mehr.
Paul hat mir immer Freude gemacht.
Er musste nur mal `n bisschen raus.
Er fahrt doch immer zu diesen Stoffheinis nach ltalien.
Und dann hat er dauernd diese Vertreter im Haus.
Heute Morgen wollte er das Rezept von meinem Hefezopf.
Ach, ich wollte ihn deswegen noch anrufen!
Muss das sein?
Gibt es hier ein Telefon, mein Kind?
- Am Buffet. - Na, dann zahl ich schon mal.
Muss ich hier irgendwas drucken, oder so?
(lmmer noch romantische Musik)
(Rauspert sich)
Wie werden Sie eigentlich von lhrer Mutter genannt?
Mama nennt mich Pussi.
Pussi...
Wissen Sie, an was ich denken muss?
Wenn Sie es mir sagen?
An Herrn Broseke, den Damenfrisor.
(Telefon klingelt)
- Entschuldigen Sie, bitte. - Bitte.
Winkelmann?
Pussi? Du, ich sitz hier gerade mit Mechthild
und da ist mir noch was eingefallen fur deinen Hefezopf.
(Unhorbar)
Bevor du ihn reinschiebst, streich ihn mit Eigelb ein.
Ja, Mama, ja?
- lch muss jetzt gehen. - Moment.
Du konntest ihn auch mit gehackten Mandeln bestreuen.
Mama, wir haben den Zopf schon fast gegessen.
- Sind die Herren denn noch da? . Gerade aus der Tur.
`Hallo?`
Hat den Herren der Hefezopf geschmeckt?
Ja. Das hei?t, gestern war das weniger auf Vertreterebene.
lch mochte die Kundenberatung kunftig mehr
unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten...
Dr. Tietze, Frau Dr. Tietze, ist Psychologin.
Ach, du hattest gestern gar keinen Besuch?
Doch, ich sag ja.
Wer?
Frau Dr. Tietze.
Wie hast du denn den Herren erklart, wer Frau Tietze ist?
Da waren ja gar keine Herren.
Da habe ich mit dir telefoniert, wahrend du mit dieser Person...
Mama, Frau Dr. Tietze ist Wissenschaftlerin.
Wir arbeiten zusammen.
Ja, das willst du deiner Mutter erzahlen.
Mama!
Und wie soll das jetzt weitergehen?
lch habe vor, mich wegen der Beratung der Kunden,
also der Kundenberatung beraten zu...
von Frau Dr. Tietze beraten zu lassen.
Wir konnen also nicht mehr alleine einkaufen?
lch muss ja leider nachste Woche schon wieder nach...
Ach? Da muss die Dame wohl schon mit?
Vielleicht macht man sich auch noch ein paar schone Tage, wie?
- Mama! - lch will dir mal was sagen.
Dann kann sie auch deine Hemden bugeln.
(Schwungvolle Musik)
(Singt) Seine Schwester hei?t...
Schei?e!
- Nein, so hei?t sie nicht. . Mir entfallt immer der Name.
Akademiker sind doch wohl uberschatzt.
Mir wird schlecht, wenn ich daran denke,
worauf ich mich eingelassen habe.
Es ist ja nicht furs Fernsehen.
Du stehst auf einer Kleinkunstbuhne
bei einem Betriebsfest vor 250 Betriebsangehorigen
eines mittleren kunststoffverarbeitenden... Dings...
- ..Betriebes. - Ja.
- Klar? - Klar.
- Kann ich mal telefonieren? - Ja, doch.
Und noch einmal Chorusline.
(Wieder Musik)
(Telefon klingelt)
(Musicalmusik im Hintergrund)
`Hallo?`
- `Hallo?` - Winkelmann.
Hier ist Margarethe Tietze.
lch wollte mich bedanken fur gestern.
`Und fur den Hefezopf.`
Hat er lhnen denn geschmeckt?
Tausend Dank. Bitte?
Es ist hier so laut. Was?
Wie kame ich dazu, mit lhnen nach ltalien zu fahren?
Da fliegen wir zusammen uber die Alpen, landen in ltalien,
die Staatskarosse steht bereit, ich glaube, ich traume.
Haben wir weit zu fahren?
Nein, in 20 Minuten sind wir in Casapulchino.
Das ist Signor Mancini,
- mein italienischer Agent. - Buon giorno, Signora.
Ben arrivati. Prego! Kommen Sie mit.
lch habe einen sehr schonen Leihwagen genommen fur Sie.
Herr Mancini.
Herr Mancini. Herr Mancini?
Wollen Sie vorne Platz nehmen, Signora?
Ach nein, lieber hinten.
Herr Mancini, was ist denn mit diesem Hausrat?
Wir kommen in die Nahe von mein Schwager vorbei,
da halten wir ein Moment. lch bring ihm die Sachen.
Das ist uberhaupt kein Problem.
(Walzermusik)
Norditalien wird vorzugsweise landwirtschaftlich genutzt.
Ach.
(Hupen)
(Huhnergegacker, Hundegebell)
Tonella!
Antonella!
Un momento.
Man sieht wirklich mehr, wenn man die Nebenstra?en fahrt.
(Sprechen italienisch)
Sprechen Sie eine Fremdsprache?
Englisch.
Mit Englisch kommt man ja uberall durch.
(Sprechen immer noch iltalienisch)
Buon giorno.
(Flaschen klirren)
(Flaschen klirren laut)
Nachher esse ich eine Riesenportion Spaghetti Carbonara.
(Flaschen klirren und scheppern)
Und hinterher diesen warmen Ei-eierschaum.
Ahm, ah...Zabaione.
Sie kommen besser nicht mit in die Firma.
Das hier ist ein nettes Cafe.
Trinken Sie einen Espresso. lch erledige das Geschaftliche
und hol Sie dann hier ab.
Machen Sie sich um mich keine Sorgen.
. Tja, dann...bis spater. - Signora.
(Flaschen klirren)
(ltalienisch)
Caffe, Cappuccino?
Alora, Cappuccino.
(ltalienisch)
Prego.
(Tur wird aufgerissen)
(Alle reden auf ltalienisch durcheinander)
(ltalienisch)
(lmmer noch lautes, lebhaftes ltalienisch)
Signora!
Die neuen Kollektionen haben so gar nichts Frisches!
Kein Apfelgrun zum Beispiel. Kein Apfelgrun.
(Ubersetzt ins ltalienische)
Das sind die Farben der Saison dieses Jahr.
Violett ist nicht ungefahrlich.
(ltalienisch)
Warum?
Frauen bringen sich in violetten Sitzgruppen um.
(Ubersetzt)
Alleinstehende Frauen.
(ltalienisch)
ln Turin hat sich ein Fu?baller auf seinem Sofa erschossen,
aber das war gelb.
ln welcher Farbe, ah, Sofafarbe uberleben denn die meisten?
(Ubersetzt)
Frau Tietze!
Das ging ja schneller, als ich dachte.
Das find ich auch.
(Winkelmann) Sie scheinen hier ja gut zurecht zu kommen.
(Tietze) Ein alterer Herr hat mir Schnaps spendiert.
Und da mussten Sie zum Dank Kunststucke machen.
Die haben da alle mit Eiern balanciert.
Mama und ich fahren seit 12 Jahren nach ltalien.
Nie hat ein ltaliener auf einem Loffel ein Ei balanciert.
Donnerwetter, Herr Winkelmann! Sie leben nicht schlecht!
Warten Sie! Frau Tietze! Unser Hotel ist...
..wahnsinnig!
(Walzermusik)
(Musik schwillt an)
(ltalienisch)
Am Wochenende ist immer viel Betrieb.
. Was kann ich fur Sie tun? . lch hatte gern...
(ltalienisch)
lch hatte gern 2 Einzelzimmer bis morgen.
Haben Sie reserviert?
Ah, nein. Es...hatte sich gerade erst so ergeben.
Mit Bad oder Dusche?
. lch meine, es genugt wohl... - Oh ja, mit Bad.
Ja, mit Bad. Eins mit Dusche.
ln welcher Preislage hatten Sie denn da... lch meine, ah...
Mit Bad 320.000, mit Dusche 250.000.
Das sind dann also 490 und 380 Mark.
Och ja, Gott ja, warum nicht?
Oder hatten Sie da noch was... oder ist das mit Vollpension?
Wir sind fast ausgebucht und die Preise verstehen sich
. ohne Fruhstuck. - Klar.
Gut. Wenn man schon unterwegs ist, da will man ja auch mal...
. lhre Passe, bitte. - lhren Pass, bitte.
Wunschen die Herrschaften eine Reservierung fur das Ristorante?
Ob wir hier im Restaurant essen wollen.
Essen wir doch druben in der Pizzeria.
Oder mochten Sie lieber hier...?
Ach ja. Bleiben wir doch einfach hier.
Hier. Ja.
Dann bitte 2 Platze fur heute Abend im, ah...
- Restaurant. . Wie Sie wunschen.
lhre Zimmer sind gleich fertig.
Vielleicht nehmen Sie noch einen Drink.
lhr Gepack wird sofort in lhre Zimmer gebracht.
Wir sollen uns noch einen Drink bestellen,
bis die Zimmer fertig sind.
Dann hatte ich gern einen Milchshake mit Aprikosen.
lch mach das schon.
Mein Name ist Winkelmann.
lch hatte gern einen Milchshake mit Aprikosen und einen...
lch darf Sie jetzt in lhre Zimmer begleiten.
Ja. Danke schon.
Prego, Signore.
Ach, ich hatte gern gesehen, wie Sie untergebracht sind.
. Vielleicht mochten Sie ja... - Jetzt gucken wir erst mal.
Wie schon.
(Vogelgezwitscher dringt von drau?en herein)
Also, Sie haben schon einen sehr sicheren Geschmack.
lch dachte mir, wenn man schon, da sollte man...
nicht auf den Pfennig sehen.
Und das Gepack ist auch schon da.
Das ist reine Baumwolle.
Mit `ner Beimischung von hochstens 10?/?.
Und das ist der KB 30 mit Eisfach.
Den hab ich zu Hause. Nur der hier ist in Mahagoni.
Es gibt auch das 50-Liter-Modell.
Mit etwas hoherem Stromverbrauch.
Das konnte ich lhnen mit 20?/? Nachlass besorgen.
lch glaube, Sie horen mir gar nicht zu.
Doch. Sie wollen mir was besorgen.
lch konnte lhnen den KB 50 mit 20?/? besorgen.
Ach ja, naturlich. Das ist sehr nett.
Nein, das ist ganz selbstverstandlich.
lch hatte es nur akustisch nicht verstanden.
Macht ja nichts. Es war ja nicht wichtig.
Doch, doch.
Tja, dann gucke ich mal ruber in mein Zimmer.
lch muss ja auch noch auspacken.
- lch rufe Sie an. - Oder ich rufe Sie an.
lch konnte auch vorbeikommen.
Aber dann rufen Sie mich vorher an.
Wir gehen dann zusammen runter.
- Ja. - Wenn es lhnen so recht ist.
Ja, aber ich rufe Sie an, wenn ich fertig bin.
Ja, gut. Gut.
(Macht mit dem Mund Trompetengerausche)
(Flaschen klirren laut)
(Hupen und Verkehrslarm dringt von der Stra?e ins Zimmer)
Herr Ober!
- lch mach das schon. - Prego, Signore.
Wir hatten gern eine gro?e Portion Spaghetti Carbonara
- und Tagliatelle Funghi. . Wir haben franzosische Woche.
- Alles auf der Karte. . Die haben franzosische Woche!
Konnen Sie mir sagen, was eine ``Poitrine de Beau Voyage`` ist?
- Nicht direkt. Herr Ober? - Bitte?
Was ist wohl eine Poitrine de Beau Voyage?
Das ist eine Supreme Chevreuil a la Soubri Gratinat.
Ah ja. Das ist eine Supreme Chevreuil a la Soubri uberbacken.
- So war es doch? - Ja.
Und eine Mousse Rabelais a la Lezanne?
Das ist eine Queue d`Ecrevissage en Sauce Poupoule Courouse.
- Pu-was? - Poupoule Courouse.
Was ist denn das?
Moment.
Das ist eine Timbalette Volaille
aux Fins Herbes avec Pomerolles Dauphinoisettes
du Creme a la Louis Quatorze.
Dann nehmen wir das doch einfach.
Zweimal die Visage de, die Queue de Visage mit der Sauce...
Poupoule Courouse.
Reisen Sie oft ins Ausland?
Ja, Mama und ich kommen viel rum.
lch habe in meiner Praxis verschiedene Herren,
die sich auch gut mit ihrer Mutter verstehen.
- Mit meiner Mutter? - Nein.
ln der Mutter-Sohn-Beziehung bezieht sich ja der Sohn...
die Mutter ist in ihrer Bezugnahme hinsichtlich des Sohnes
auf den Sohn bezogen.
- Herr Ober? . Das haben Sie schon gesagt.
Die Mutter ist ja wohl der Scho?, der Mittelpunkt...
Herr Ober, in dem Kuhlschrank auf unserem Zimmer
befinden sich immer nur halbe Flaschen.
lch werde es dem Etagenservice sagen.
Deutsche!
ln den KB 30 gehen nur halbe Flaschen.
- Bitte? - Verzeihung. Winkelmann.
- Was ist? - Winkelmann.
lch mochte lhnen... ich spreche eigentlich nie daruber,
aber ich habe zu meiner Mutter eine ganz andere Beziehung.
lch glaube, sie hat mich nie besonders geliebt und...
Bitte merken Sie sich, was Sie sagen wollten.
Aber der KB 50 ist fur ganze Flaschen, liegend und stehend.
Das war mir als Kind nicht bewusst.
lch konnte lhnen da Prospekte schicken.
- Entschuldigen Sie. - lst schon gut.
La Queue d`Ecrevissage Poupoule Courouse.
Danke schon.
Oh, vielen Dank.
Das, ah, sieht sehr ubersichtlich aus.
lch habe viele Menschen kennen gelernt,
aber au?er Mama und Tante Mecht- hild nennt mich niemand Paul.
(Lautes Quieken)
(Kichert)
(Kichert ebenfalls)
(Schrilles Gekreisch und Gelachter)
Also, keine Frau, keine fremde Frau hat Paul zu mir gesagt.
Paul hat ja auch was sehr lntimes.
(lmmer noch Gekicher und Gekreisch)
(Lauter Aufschrei)
(lmmer noch Gequietsche)
(Beide) Tja...
Und wenn ich Sie nun bitten wurde, Paul zu mir zu sagen?
Nur, wenn Sie dann auch Margarethe zu mir sagen wurden.
- Tja dann... - Gute Nacht.
Gute Nacht.
(lmmer noch Gekreisch und Gekicher)
(lmmer noch Gekicher)
Kuckuck!
Kuckuck!
Oh, entschuldigen Sie, bitte!
. lch bin irrtumlich... - Zito!
(ltalienisch)
Mein Name ist Winkelmann.
(ltalienisch)
- Guten Morgen. - Guten Morgen.
lch wusste uberhaupt nicht, wie ich mich da verhalten wurde.
- Die waren doch bewaffnet. - Man muss die Leute
durch sicheres Auftreten aus dem Konzept bringen.
Die merken dann sofort, dass man ihnen uberlegen ist.
Aber 20 gegen einen?
lch muss nur aufpassen,
dass ich mich nicht zu Gewalttatigkeiten hinrei?en lasse.
lrren Sie sich eigentlich haufiger mal in der Tur?
Oder wollen Sie vielleicht die richtige Tur gar nicht finden?
Bitte?
Wenn man durch die Offnung des anderen den Weg finden will,
aus der eigenen Mitte in die Mitte des anderen,
zur Verwirklichung des lch, des ganzheitlichen lch,
auf dem Wege der Selbstfindung durch die Tur zum Du,
also vom eigenen lch zum Du des anderen...
zum anderen Du kommt, oder finden, ah, finden will,
das ist dann die Tur,
die offene Tur, die richtige Turoffnung.
lch wei?, was Sie meinen. Ein Blatt hangt neben dem anderen,
wie Sie und ich, so klein und grun.
Eins fallt vom Baum wie ein Fisch.
Oder wie ein Vogel, der an unsere Tur klopft.
Wunderbar ist das alles.
Paul?
Ja, Mama-Margarethe?
lch hatte Sie gerne mit auf dem Bild.
Moment. Hallo?
Scusi. Fotografia la signora e me.
Signor...per favore.
(Schuss, Tauben flattern)
Fliegen heute uberhaupt keine Maschinen?
- Doch, nur nicht in ltalien. - Mein ich ja.
(Lebhaftes ltalienisch)
Scusi. Bagaglio?
Nix.
ll treno per Germania. Treno per Brennero, Zug nach Deutschland.
3 Uhr 50. Tre cinquanta.
Das liebe ich am Sudlander.
Seine Einstellung zur Arbeit ist locker.
Nicht so verbissen wie bei uns. Nicht mal Geld wollte er.
Seine Freunde sind ihm wichtiger als seine Arbeit.
Davon konnen wir noch was lernen.
Der Zug musste langst da sein.
Dove e il treno?
Heute nix treno. Sciopero. Come se dice? Streik.
Moment. Moment! Wer oder was streikt denn nun?
lch will lhnen mal was sagen, guter Freund.
Mein Name ist Winkelmann
. und ich habe keinen Sinn fur... - Regen Sie sich nicht auf.
Fahren wir jetzt erstmal zum Flughafen.
(Singt voller Hingabe)
Na, dem hatte Mama was erzahlt!
Stecken Sie sich doch bitte lhre Mutter an den Hut.
Nicht an den Hut, Frau Tietze. Nicht an den Hut!
Es wird empfohlen, das Flugzeug uber eine Rutsche zu verlassen.
Wieso, wir sind doch eben erst eingestiegen.
Mama sagt immer, dass Materie an sich nicht fliegen kann.
Ach ja?
Dieser Polstersessel ist absolut unfahig zu fliegen.
- Er fliegt aber doch. - Das ist ja eben der Wahnsinn.
150 fliegende Polstersessel
mag man sich nicht mal im Traum vorstellen.
Mama?
Mama?
Mama?
(Wieder holprige Klaviermusik)
Mama!
Ach, du! Hat deine Frau Dr. dir freigegeben?
Da ist ein Herr in meinem Zimmer.
Du brauchst dich nicht zu entschuldigen.
- Mama, da ist ein... - Du bist erwachsen.
lch freue mich immer, wenn du was vorhast.
- Wer ist dieser Herr? - Das ist Herr Weber.
- Herr Weber? - Ja.
Herr Weber! Mein Sohn mochte Sie gerne begru?en.
Das muss jetzt wirklich nicht sein.
Das ist Herr Weber, mein Sohn.
- Guten Tag. - Setzen Sie sich, Herr Weber.
Vielen Dank, aber ich mochte nicht storen.
Herr Weber ist Musiker. Wir wollen zusammen musizieren.
Papas Bild steht auf dem Flugel.
Mein Mann ist vor 8 Jahren gestorben.
lch hatte da noch die Hemden.
Herr Weber hat freundlicherweise deine Hemden gebugelt.
Er hat da was herausgefunden. Erzahlen Sie doch mal.
Man muss den Kragen, also den Hemdkragen,
von hinten, von der Mitte aus zu den Seiten bugeln,
damit die Offnung nicht enger wird am Hals.
Herr Weber ist mir eine gro?e Hilfe.
- Ach? - Ja, dann...
Herr Weber, soll ich lhnen heute Abend etwas Puree aufbraten?
Wenn`s nur `ne Kleinigkeit sein durfte?
Und ohne Sauce, bitte.
Wieso bugelt er meine Hemden und kriegt was aufgebraten?
lch habe dich auch nicht nach Frau Tietze gefragt.
lch habe Frau Tietze nichts aufgebraten.
Und was war mit dem Hefezopf?
lch habe Herrn Weber in meinem Bett uberrascht!
Herr Weber ist mein Untermieter.
(Dose rollt laut scheppernd weg)
Entschuldigung, finde ich hier die Kunstler
von der Veranstaltung der Firma Kunststoff-Meier?
(Musicalmusik)
(Singen) Die Firma Kunststoff-Meier
Legt Kunststoff-Eier
aus Polyvenyl-Chlorid.
Herr Meier hat da schon den richtigen Dreh
Er sagt, die Welt wird schoner durch PVC!
Sie hat ihn gefragt, ob sie ihm Puree aufbraten soll!
. Puree? - Ja.
- lhr Auftritt! . Wieso Puree?
Meine Mutter hat einen Untermieter.
(Singt) Meine Schwester hei?t Polyester
Die lutscht nun schon bald 9 Jahre
lmmer denselben gelben Plastikbonbon.
Das ist eben Spitzenware!
Ja, meine kleine Schwester, die Polyester
die Po.ly.a.thy.len!
Ha!
Herr Piesanelli! Herr Piesanelli!
Meine Mutter kann Untermieter haben, soviel sie will!
Wo ist denn der Mann mit der Zwergziege?
- Wer? - Herr Piesanelli!
Sie ist ein erwachsener Mensch. Aber nicht so. So nicht!
(Singen) Wir pflegen unseren Korper mit Styropor
Mit echtem Polyplast und Polyamid.
Und ob mich einer oder keiner liebt, mir egal.
Mama war fruher Sangerin.
Seine Schwester hei?t Polyester
Die lutscht nun schon bald 9 Jahre
lmmer dasselbe gelbe Plastikpuree
Das ist eben Spitzenware!
Ja, seine kleine Schwester, die Polyester
Die P...V...C!
Ha!
(Vereinzeltes Klatschen)
``Verklemmte Diplompsychologin tanzt sich frei``.
Ha-ha-ha!
Mama singt mit ihm und kocht ihm jeden Tag.
Margarethe!
lch hore genau zu. lhre Mutter singt und kocht.
Wie finden Sie denn das?
(Singt) Meine Schwester hei?t Polyester...
Guten Tag, Frau Tietze.
- Ach, guten Tag. - Guten Tag.
Das ist Herr Winkelmann, Herr und Frau Schroder.
- Ja, dann...auf Wiedersehen. - Auf Wiedersehen.
- Auf Wiedersehen. - Auf Wiedersehen.
(Rauspern)
Darf Herr Winkelmann eine Tasse Tee?
Mochten Sie eine Tasse Tee?
Ja, gern. Und etwas hei?es Wasser, bitte.
Warum soll er denn keinen Tee durfen?
Er konnte ja gerade etwas eingenommen haben.
Was eingenommen?
lch wei? ja nicht, wie diese Dinge heute behandelt werden.
Bei der einen Cousine von mir, der Schwester von Onkel Hoppe,
keine direkte Verwandtschaft, die kriegte damals Kalteschocks.
Mutti, Herr Winkelmann...
Und sehr schwere Beruhigungsmittel.
Die gar nicht geholfen haben.
Wir haben sie ja besucht, bevor sie in die Geschlossene kam.
Die durfte uberhaupt keinen Tee oder Kaffee.
- Und keinen Alkohol. - Mutti!
Herr Winkelmann ist nicht bei mir in Behandlung.
Das ist sehr vernunftig.
Bitte verstehen Sie mich nicht falsch,
aber meine Tochter macht so was auch nur nebenbei.
Mein Gott! Er ist uberhaupt nicht in Behandlung!
Das finde ich unverantwortlich.
- Aber heutzutage... - Gerda?
- Ah! Tag, Margarethe. - Das ist Herr Winkelmann.
Tietze. Gerda, wei?t du, wo diese Zahnpastatube lag?
lch mochte das im Moment bitte nicht wissen.
Wasch dir die Hande und setz dich zu uns.
(Frau Tietze rauspert sich)
- Tja... - Herr Winkelmann ist lnhaber
eines Mobel. und Dekorationsgeschaftes.
Ach, Sie haben einen Laden?
Was hat Herr Winkelmann?
Er ist nicht in Behandlung, aber er hat einen Laden.
Vielleicht krieg ich trotzdem `ne Tasse Tee.
Damit das klar ist: Herr Winkelmann ist kein Patient von mir.
Er ist nicht ``bekloppt``, wie du dich auszudrucken pflegst.
- Aha... - Der Tee ist alle.
Du wei?t ja, wo er ist.
Und vielleicht mag dein Bekannter ein paar Erdnusse!
Kekse.
(Ersticktes Husten)
Er hat ``Kekse`` gesagt.
Kekse waren fruher einfach in einer Pappschachtel.
Jetzt ist Plastik drum. Das macht die Sache kompliziert.
lch glaube, das interessiert Herrn Winkelmann nicht so.
lst lhnen Regierungsdirektor Grober ein Begriff?
lch hatte Herrn Grober im Herbst `77 schon auf meiner Seite,
aber stattdessen haben sie ein Kulturzentrum gebaut.
Und uns steht die Schiete bis zum Hals.
. Konnen wir das nicht... - Nicht bei Tisch!
- Margarethe, hol noch Kekse. - lch wei? nicht, wo die sind.
Muss man denn in diesem Haus alles allein machen?
Sag mal, was hast du uns denn da angeschleppt?
lch dachte, es interessiert euch, mit wem ich zusammen bin.
Mit wem du was?
Wir reisen und arbeiten zusammen.
(Hohnischer Lacher)
Fruher waren das wenigstens Fachleute.
Wissen Sie, was ich meine?
Die verstanden was von ihrem Fach.
Das waren Fachleute mit Fachverstand.
Tja, es war wirklich ganz besonders nett bei lhnen.
Wollen Sie schon gehen?
lch glaube, ich muss jetzt wohl.
Warten Sie!
Meine Mutter wurde sich sehr freuen,
wenn Sie auch mal zu uns kamen in den nachsten Tagen.
(Singt) Wie ist doch die Erde so schon, so schon,
Das wissen die Vogelein...
Danke, Frau Winkelmann. Und jetzt vielleicht noch mal
``Sie heben ihr leicht Gefieder``. Und...
(Singt) Sie heben ihr leicht Gefieder
Mama?
Sie heben ihr leicht Gefieder
Und singen so frohliche Lieder
Und singen, und singen...
Mama!
- ln den lauen... - F, Frau Winkelmann, F.
- Ja, und? - Sie haben ein As gesungen.
- Mama! - Und ``bl``, Frau Winkelmann.
- ``Blauen Himmel``. Und... - Mama! lch finde es wunderbar,
dass du mit Herrn Weber musizierst,
aber wir haben gleich Gaste.
Wir? Du hast Gaste.
lch habe Tietzes gesagt, du wurdest dich freuen...
(Singt) Das wissen die Vogelein
Das wissen die Vogelein.
Wir hatten doch alles besprochen!
- lch darf mich dann wohl... - Sie bleiben wo Sie sind.
Was haben wir besprochen?
Dass ich Tietzes einladen sollte. ln deinem Namen!
ln Gottes Namen, hab ich gesagt.
(Es klingelt)
(Es klingelt wieder)
Hallo! Treten Sie doch, ah, kommen Sie doch naher...herein.
lch, ah...Mama!
Legen Sie doch schon mal ab.
Und gehen Sie ins Wohnzimmer. lch bin dann gleich da.
(Quietschen)
- Soll ich lhnen helfen? - Nein, danke, das geht schon.
Mama lasst sich entschuldigen.
Sie ist bei einem Kind.
Einem kranken Kind.
2 kranken Kindern.
Von einer Freundin.
Einer kranken Freundin.
- Paul? - Mama?
Du hattest unseren Gasten
wenigstens einen Platz anbieten konnen.
Das ist Mama. Frau, ah, Winkelmann. Das sind...
- Tietzes. - Ja.
Oh, wie entzuckend. Bitte, Paul, sei so gut.
Setzen Sie sich doch.
(Frau Winkelmann) Schones Wetter haben Sie mitgebracht.
(Frau Tietze) Ja.
Letztes Jahr um diese Zeit waren wir in Fischbach.
(Frau Winkelmann) Fische sind ja heute alle vergiftet.
Bei Bensberg.
Fruher ist mein Mann viel geschwommen.
- Bensberg. - Mein Mann starb vor 8 Jahren.
Vor 14 Tagen ist Regierungsdirektor Grobe gestorben.
Dr. Krakebusch ist letzte Woche gestorben.
- Kannten Sie den? - Nein.
Er war Ehrenprasident vom Hundezuchterverband.
Es gab einen Pudel im Nebenhaus...
Paul, Frau Dr. Tietze hat noch keinen Tee.
Ohne ``Dr.`` bitte.
- Ach? - Meine Tochter ist Psychologin.
Diplompsychologin.
lch dachte, Frau Dr. Tietze ist Wissenschaftlerin.
Mama, Frau Tietze behandelt vor allem...
Das kann sie mir erklaren.
lch berate Menschen, die in ihrem Privatleben
- oder auch beruflich... . Mochten Sie noch ein Tasschen?
Nein, danke. Meine Tochter hat in Hamburg studiert.
. Sie tanzt auch sehr hubsch. - Ach, Mutti!
- Sie tanzt! - Mama hat Gesang studiert.
lst lhr Sohn noch berufstatig?
Seit ich mich zuruckgezogen habe,
ist mein Sohn Geschaftsfuhrer unseres Unternehmens.
Und Grunder der Abteilung fur Dekorationsstoffe.
Gro?handel oder schneidet er mehr so Stucke vom Ballen ab?
- Mutti! - Und Mama hat Gesang studiert.
Ach, Sie singen?
Oh ja. Aber als dann der Junge kam...
Eine Mutter muss bereit sein, Opfer zu bringen fur ihr Kind.
Nicht wahr, mein Pussi?
lhre Frau Mama hat eine sehr schone Stimme.
Und was hat lhr Sohn studiert?
Er hat sich jedenfalls nicht in den Hochschulen
mit diesen sogenannten ``Studentinnen`` rumgetrieben,
die dann spater irgendwo einen Massagesalon aufmachen
und behaupten, sie hatten Patienten.
Meine Tochter?!
Was ist los?
Nehmen Sie doch, es sind noch Tietze drau?en. Kekse, mein ich.
- Herr Tietze. - Frau Winkelmann,
Sie wurden uns sehr erfreuen, wenn Sie fur uns singen wurden.
Mein Gott, ich habe jahrelang keine Note mehr gesehen.
Denk nur, Mama, wie das Herrn Weber freuen wurde.
Aber nur was ganz Kurzes.
lch mochte Frau Winkelmanns Gastfreundschaft
. nicht langer strapazieren. - Mutti!
Frau Winkelmann bringt ein Lied von Johannes Brahms zu Gehor.
- Es ist sein Opus 6... - Ja doch!
Es ist sein Opus 6, Nummer 4
in C-Dur und tragt den Titel ``Juchhe!``
Johannes Brahms schrieb dieses Lied im Alter von 19 Jahren
und eben mit jener Zuversicht, die in jungen Menschen,
aber auch in uns reiferen Menschen,
als heitere Erfahrung, Lebenserfahrung,
anklingt.
(Singt) Wie ist doch die Erde so schon, so schon
Das wissen die Vogelein
Das wissen die Vogelein.
- Mir wird ganz... - Scht!
. Mir wird ubel. - Was ist?
Gar nicht ubel, was?
Sie heben ihr leicht Gefieder
Und singen so frohliche Lieder.
Wollen Sie nicht die Fenster zumachen?
- Und singen, und singen! - lch meine, wegen der Nachbarn.
ln den lauuuuu...
Das hat uberhaupt keinen Zweck.
Mama, Frau Tietze sagte gerade, es ware gar nicht ubel.
. Die hat gar nicht hingehort. . lch habe sehr wohl gehort,
. was Sie uber meine Tochter... - Mutti!
- Paul! - Mama!
Dein Besuch mochte sich sicher verabschieden.
. Das war wunderschon! . Ganz wunderschon.
lch entsinne mich nicht, diese Leute eingeladen zu haben.
- Wenn es nach mir ginge... - Mutti, ich bitte dich!
Wir haben doch irgendwo unsere Garderobe...
Jetzt wird es doch erst gemutlich!
Wir waren schon langst daheim!
Obwohl ich ungern darauf verzichtet hatte,
Frau Winkelmann singen zu horen.
lch finde, es war ein netter Abend,
- so im Ganzen... - Kommst du, Margarethe?
lch mochte mich noch verabschieden.
Das ist nicht mein Hut.
- Paul? - Ja?
(Frau Winkelmann) Ach!
lch werde hier wohl nicht mehr gebraucht.
(Romantische Walzermusik)
Pussi!
(Unheilschwangere Musik)
Untertitel von mothes text & ton
und Warner Home Video GmbH
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