All language subtitles for Der.junge.Messias.2016.German.DL.1080p.BluRay.x264-ROOR

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Original subtitles

(Mädchen) Für ein Kamel brauchst du ein Dreieck wie das hier.

Das ist der Höcker.

Ist doch ganz leicht, siehst du?

Dann ein paar Striche für die Beine. So.

Mein Lehrer hat mir das beigebracht.

Er hat mir auch gezeigt, wie man Elefanten und Katzen malt.

Aber ich habe ihm gesagt, du magst Kamele. Das ist der Hals.

Du guckst gar nicht hin.

Oben kommt noch ein Dreieck hin, das ist der Kopf.

Es hat große runde Augen und einen dünnen Schwanz. So.

Hey, du Baby, spielst du mit Mädchen?

Hör auf, lass ihn sofort los!

(stöhnt)

Bleib stehen!

Rühr sie nicht an.

Er ist tot.

Elieser ist tot.

(Mann flüstert) Da drüben, er hat das getan.

Du, du hast ihn getötet.

Dieser Mann hat dir gesagt, du sollst das sagen.

Welcher Mann?

Der Apfel... Elieser ist über den Apfel gestolpert.

Du hast ihn getötet. Wir alle haben's gesehen.

Er war's, er hat ihn umgebracht. Er hat ihn umgebracht.

(Frau schluchzt) Elieser...

(weint) Elieser.

(Junge) Du hast ihn getötet. Wir haben es alle gesehen.

- Mama. - Komm, komm.

- Da war ein Mann. Er hat behauptet, dass... - Pscht.

Komm.

Geht nach Hause. Geht.

Jakob, schließ die Tür.

Setz dich hin.

Lass mich dein Gesicht sehen.

- Was ist passiert? - Jesus hat Elieser getötet.

Sag nicht so was, er ist dein Vetter. Das könnte er nicht.

Es steckt nichts Böses in ihm.

Aber er hat's getan. Er hat ihn verflucht und Elieser fiel tot um.

(Tür wird geöffnet)

Hört auf zu drohen. Das ist ausgeschlossen. Nicht mein Neffe.

Josef, alle stehen da draußen. Jonathan ben Zakkai und seine Brüder.

Sie sagen, dass er ihren Jungen getötet hat.

Wie denn? Elieser ist doppelt so groß und ein Raufbold.

Es ist der Neid, deswegen schieben sie es ihm in die Schuhe.

- Weil wir die besseren Handwerker sind. - Es reicht.

- Ist der Junge tot? - Unser Sohn ist doch kein Mörder.

(Josef) Ist er tot oder lebt er? Kann mir das jemand sagen?

- Ist der Junge tot? - Er hat sich nicht mehr bewegt.

Du hast mich gerettet.

Ich habe ihm nicht wehgetan.

Tu doch das, was du schon mal getan hast. Bei dem toten Vogel.

(Vogel zwitschert)

(flüstert) Tu es, ich verrate es nicht.

(leises Stöhnen)

Wach auf.

Wach jetzt auf.

(Mann) Du!

Wie kannst du es wagen herzukommen? Verschwinde.

Verschwinde, du gemeiner kleiner...

Oh nein.

Sohn des David. Sohn des David!

Kommt, kommt schnell, helft mir.

Geht.

Wo hast du die Heilkunde erlernt? Bei den Höhlenmenschen in Britannien?

Der Junge war tot, das ist die Wahrheit.

Wie kann dieser Junge tot gewesen sein? Sieh ihn dir an.

(Eliesers Vater) Er war tot.

Wegen ihm.

Und jetzt ist er nicht mehr tot.

Er ist besessen. Er tötete meinen Jungen, dann holte er ihn wieder zurück.

- Nur Satan kann so was tun. - Du beschwerst dich also, dass er lebt?

Geht wieder zurück nach Galiläa.

Nehmt euer Werkzeug, eure Frauen, eure verhexten Kinder und geht.

Sieben Jahre sind zu lang.

Wir haben genug von euch. Wir wollen euch hier nicht.

Elieser ist am Leben. Wofür wir Gott danken.

Wir wollten sowieso zurück nach Galiläa.

Was? Wegen eines kleinen Tumults auf der Straße?

Nein.

Weil Herodes tot ist.

Wir können wieder zurück.

- Ist das wahr? Ist das alles meine Schuld? - Ja.

Er ist nur ein kleiner Junge.

Warte hier auf mich.

Kein anderer kann das tun, was du getan hast. Du weißt das.

Woher sollte ich? Erklär's mir.

- Bitte. - Sie erlauben's mir nicht.

Sie sagen, er hat ihn mit einer Berührung,

einer einfachen Berührung von den Toten auferweckt.

Jetzt ist es sicher, nicht wahr?

- Hast du je daran gezweifelt? - Nein.

Nein, es ist nur...

Es ist so früh.

Woher weißt du, dass Herodes tot ist?

Ich hatte einen Traum.

Noch vor all dem.

Dass er tot ist, oder dass wir zurückkehren müssen?

Beides.

Es war auch ein Traum, der uns hierher brachte.

Und er stellte sich als wahr heraus.

Hätten wir Bethlehem in jener Nacht nicht verlassen, wäre unser Sohn damals gestorben.

Es war dieselbe Art von Traum.

Sind wir zum Umherziehen bestimmt wie alle Juden?

Nicht zum Umherziehen, zum Heimkehren.

Nazareth, nicht Bethlehem.

Nie wieder Bethlehem.

Was sagen wir unserem verängstigten kleinen Jungen?

Wie erklären wir ihm, was heute passiert ist?

Wie erklären wir Gott seinem eigenen Sohn?

Ich kann's nicht. Kannst du es?

Mein Kind, du brauchst dein Essen und deinen Schlaf.

(atmet scharf ein)

- (Josef) Was ist? - Der Mann!

Da ist er. Seht ihr ihn nicht?

- Wen? - Den Mann.

- Wen? - Den Mann!

Komm, Kind, du musst dich ausruhen.

(Onkel hustet)

Diese feuchte Luft bringt mich noch um.

Du hast doch gesagt, du willst nicht in der Wüste sterben.

(hustet) Wer stirbt denn?

(Mann) Wir alle.

Aber wahrscheinlich in Jericho oder in Bethlehem

oder in einer anderen Schlangengrube.

- Ich wurde in Bethlehem geboren. - Tatsächlich, Kleiner?

- Wie alt bist du? - Zu jung, um mit Fremden zu sprechen.

Wir leben im Norden, in Nazareth.

In Bethlehem gibt es ja keine Jungen in seinem Alter.

Warum denn nicht?

- Herodes hat dafür gesorgt. - (Onkel) Komm hierher, Salome.

- Reist ihr über Jerusalem? - Die großartigste Stadt der Welt.

Meidet sie.

Pilger, die im Tempel nach Andacht suchen, finden dort nur Aufruhr und Gewalt.

Banditen, Rebellen, Soldaten nehmen sich, was sie wollen.

- Herodes' Soldaten werden geschützt von... - Was ist das?

Das ist das schönste Kamel, das ich je gesehen habe.

Hier...

Ein Geschenk für den Jungen aus Bethlehem.

Für deine Reisen.

Danke.

(Maria) Bald haben wir wieder ein eigenes Haus und eine Küche.

- Darauf freust du dich doch. - (Onkel hustet)

Bleib stehen.

Komm runter, Salome.

Wie soll ich das nur schaffen, Herr?

Mein Gemahl, mit wem redest du da?

Gott.

Er redet mit Gott.

Sag es Josef.

Kleopas.

Onkel Kleopas hustet wieder.

Wir machen eine kurze Rast.

Ich bin nicht müde. Kann ich vorausgehen?

Na schön, aber nicht zu weit.

Nur bis da vorne zum Pass. Und dann warte auf uns.

- Jakob, geh mit ihm. - Er schafft das allein.

(Pferd wiehert)

Psst... Psst...

Geh. Geh weg. Verschwinde.

Bleib hier.

(Röcheln)

Junge.

Mein Sohn, komm her.

Wir haben nichts damit zu tun, Zenturio.

Wir sind keine Rebellen. Wir sind Reisende.

Nächstes Mal gibt's keine Gnade.

Geht.

Komm mit mir.

Gieß ein.

Geh.

(Frau schluchzt)

(Herodes) Es gibt da einen Knaben, der angeblich Wunder wirkt.

In Alexandria hat er ein Kind von den Toten erweckt.

- So sagt man. - Sagt man?

Für dich ist es Pöbel, Severus.

Für uns sind es die Außenseiter.

Hör auf sie. Hör auf die Straße, dann weißt du, was vor sich geht.

(lacht hämisch) Klingt nach jüdischen Spinnereien.

Ein Messias sitzt hinter jedem Baum, unter jedem Stein.

Ich bin Jude. Bin ich auch verrückt?

Du hast meinem Vater gedient.

Wie lange bist du schon in Judäa?

- Acht Jahre. - Warst du auch in Bethlehem?

- Ja, war ich. - Dann verstehst du mich.

Du hast es schon mal getan.

Oh...

(Herodes) Verfluchte Schlangen.

Meine Soldaten kann ich nicht hinschicken.

Juden würden das nicht wieder tun.

Nicht mit einem Kind. Nicht...

Nicht mit dem Messias.

Verschwindet. Ich habe genug von euch Hexen und Echsenfressern. Geht!

Ich weiß, was man über meinen Vater sagte.

Über mich wird man das nicht sagen.

Du kennst jetzt deine Aufgabe.

Zenturio...

Ich habe ihn gesehen. Diesen Mann, der gestorben ist.

- Du hast geschlafen. Es war nur ein Traum. - Es war so wirklich.

(Kleopas lacht)

Du musst gut aufpassen mit deinen Träumen, mein Neffe.

Das liegt in der Familie. (lacht) Ist doch wahr!

Tatsache ist doch, dass wir es Träumen verdanken,

dass wir überhaupt hier sind.

Wenn ich's mir recht überlege, wurde jede wichtige Entscheidung in unserer Familie

in den letzten acht Jahren aufgrund von Träumen getroffen.

- Still! - Was meinst du?

- Das darfst du nicht fragen. - Wieso nicht?

Der Lehrer hatte Antworten auf meine Fragen, der Rabbi auch.

Onkel?

Irgendwann musst du es ihm sagen. (hustet stark)

Ich gehe Wasser holen. Josef!

(keucht und hustet weiter)

Mach ihn gesund. Heil ihn. Ich weiß, dass du das kannst.

Ich kann's nicht. Sie haben es mir verboten.

Ich verstehe das nicht. Hast du ihn nicht lieb? Hm?

Hier.

(metallisches Schleifen)

Du weißt, was man über Herodes den Toten sagt?

Du meinst Herodes den Großen?

Man sagt, er ist erstickt...

am Blut von Kindern.

Du hast auch schon Kinder getötet.

Du genauso.

Und ich werde noch mehr töten.

Und wann sagst du es den Männern?

Ein paar von ihnen wissen es.

Sie werden Ausschau nach ihm halten und wir auch.

- Ich will keinen Aufstand haben. - Nein.

Und wenn wir auf ihn stoßen, erfüllen wir unsere Pflicht.

Die Aufgabe ist nicht schwer.

Es geht um einen kleinen Jungen.

Ich habe einen Befehl. Der Junge muss sterben.

Der Herr sei gelobt. Ich werde ein Loblied singen für Gott.

Aber nicht für die sogenannten Fürsten und Könige,

Steuereintreiber, Banditen und Söldner.

(Kleopas hustet)

- Er macht allen Angst, ich gehe ihn holen. - Lass ihn.

Wenn er sterben soll, dann lass ihn sterben, wie er es will.

Im Jordan, fluchend auf Könige und Steuern und zum Herrn schreiend.

Oh König Zions,

du sollst auf ewig herrschen, während du mich in deinem lebendigen Wasser wäschst.

Vater?

Vater.

Oh Herr, jeder, der noch geboren wird, soll mich hören.

Ich preise deine Treue, glücklich bin ich...

Schwager der prophezeiten Jungfrau.

Onkel des Erlösers.

Herr, unser Gott, lass ihn bei uns bleiben.

Gott, ich frage dich, ist das zu viel verlangt?

Lass ihn bei uns bleiben, bitte.

So lange wie du es willst.

Seht ihr? Seht ihr das?

Er ist ein Heiler. Ich habe gesehen, wie dieser kleine Junge ihn geheilt hat.

Dieser Mann war krank und der Junge hat ihn gesund gemacht.

Habt ihr das gesehen?

- (flüstert etwas Unverständliches) - Vielleicht war es das Werk Satans.

- Unsinn. Wir sollten jubeln! - Gib ihn mir.

- Es ist alles gut. - Woher willst du das wissen?

Wegen dessen, was er ist.

- Das ist gefährlich. - Es ist ein Wunder.

Hier sind Zeugen.

Scharlatane wollen unseren Glauben erschüttern.

Rabbi, lasst uns lobpreisen.

Gepriesen sei der Herr!

Mein Sohn.

Wann gibt es Essen?

Trink.

(Gelächter)

Es geht ihm besser.

- Bist du böse auf mich? - Wieso sollten wir böse auf dich sein?

Wir haben ihn auch lieb. Wir müssen nur vorsichtig sein.

- Bin ich gefährlich? - Nein, aber andere sind es.

- Und von denen müssen wir uns fernhalten. - Meinetwegen?

Weil ich Dinge tun kann, die sonst niemand kann?

Es waren Engel am Fluss.

Ich konnte sie nicht sehen, aber sie waren da.

Wieso weiß ich das alles?

- Du musst aufhören, diese Fragen zu stellen. - Warum wollt ihr's mir nicht sagen?

- Weil du noch zu jung bist. - Wann bin ich alt genug?

Wenn dein Vater sagt, dass du es bist.

Mutter?

Ich habe gebetet, dass Onkel Kleopas gesund wird.

Und so geschah es.

Komm.

Lass das für heute genug sein.

Wir sind fertig. Geht, verschwindet.

Und?

Sie behaupten, einen Knaben gesehen zu haben, der einen Kranken am Jordan geheilt hat.

- Ein Wunder. - Wo ist der Junge hin?

Das wissen sie nicht.

Sonst noch was?

Namen? Oder Mitreisende in der Gruppe?

Irgendwas Ungewöhnliches?

- Nein, nur Juden. - Wieder dieselbe Geschichte.

- Ja, die ist sehr beliebt. - Die Leute mögen Wundergeschichten.

Es gibt nur ein Wunder.

Den römischen Stahl.

Mutter?

(Stöhnen und Schreien)

Komm mit.

- Josef. - Bleibt hier.

(Messerstich)

(Messerstich, Mann stöhnt auf)

- Bleib weg! Lass mich in Ruhe. - Scht, ist ja gut.

- Ich tue dir nichts. - Bleibt weg, kommt nicht näher.

- Scht. - Bleibt weg.

Ich tue dir nichts.

(Mann stöhnt)

- Du bist... - Was, unrein?

Das habe ich nicht gemeint.

Ich wollte nur wissen, ob er...

Ja, hat er. Und dir hätte er das auch angetan.

Er hat meinen Herrn und seine Frau getötet. Und dann das Haus niedergebrannt.

- Ich suchte Schutz in den Stollen. - In den Stollen?

Unter dem Haus.

Aber er fand mich.

Banditen, sie sind wie Heuschrecken. Vernichten alles, was ihnen im Weg steht.

- Er wollte mich in Sepphoris verkaufen. - Ich bin Sepphoris geboren.

Das ist nicht weit weg von Nazareth.

Ihr seid gute Juden, geht dort nicht hin.

Die Welt dort steht in Flammen.

Hier, die wirst du brauchen, um mit uns nach Nazareth zu laufen.

Ich soll mit euch nach Nazareth gehen?

Josef wird es entscheiden.

Wir sind in Sicherheit. Wir alle.

Er ist begraben. Niemand wird ihn finden.

Vater, kann sie mit uns kommen?

Als eine Schwester.

Ja.

Riecht nach Ägypten.

Jesus, mein Neffe.

Er wurde getötet.

Aber es war kein Mord. Es war seine Schuld.

Nicht ihre, nicht unsere.

Das Wasser...

Ihr macht ein Reinigungsritual.

Gott selbst gab es uns Juden im Sinai.

- Ja, aber jetzt weiß ich wieso. - Das ist gut.

Reich mir das Gewand.

Du solltest bei deiner Mutter sein. Geh.

Geh schon.

- Was sollte das? - Ich habe ihm zugehört.

Das solltest du vielleicht auch.

Siehst du nicht, dass er voller Fragen ist?

Er hat schon viel gesehen für einen kleinen Jungen.

- Eigentlich haben wir das alle. - Worauf spielst du an?

(lacht)

Ich spiele nie auf etwas an. Wenn ich was zu sagen habe, sage ich es.

- Dann sage es. - Er sucht nach Antworten.

- Wir suchen nach Antworten. - Ich habe sie nicht. Er hat sie.

Muss ich dich daran erinnern, dass wir gläubige Männer sind?

Er ist nur ein Kind.

Nein, ich war nur ein Kind und du auch.

Aber er, er ist nicht nur ein Kind.

(fröhliches Lachen)

(leises Weinen)

Komm mit, mein Sohn.

(Maria) Der Herr ist mein Hirte. Mir wird nichts mangeln.

Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zu frischem Wasser.

Er erquicket meine Seele.

Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen.

Und ob ich schon wanderte im finsteren Tal,

fürchte ich kein Unglück, denn du bist bei mir.

Dein Stecken und dein Stab trösten mich.

Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde.

Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein.

Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen, mein Leben lang.

(Hund bellt)

Und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar.

Geh weiter, Sohn. Bleib nicht stehen.

Geh weiter.

Sieh nach unten. Tu, was ich dir sage. Tu es.

Blick zu Boden.

(Kleopas lacht)

Nazareth, immer noch an derselben Stelle.

- Mutter, sind wir bald da? - Ja. Es ist direkt da vorne.

(Pferd wiehert)

Juden!

Bleibt, wo ihr seid.

Seht euch das an. (lacht)

Alle Nazarener, die es noch gibt. Hier versammelt.

Auf einem einzigen Hof.

Kreuzigen wir sie einfach.

Wir haben uns nichts zuschulden kommen lassen.

Ach was? Kein einziger Rebell unter euch? Kein entflohener Sklave?

Wir können nicht mit leeren Händen zurückkehren.

- Ich gehe mit. Nehmt mich. - Nein.

Dafür wurde ich am Fluss gerettet. Um für die Familie zu sterben.

Nein. Wenn schon jemand gehen muss...

dann bin ich das.

- Nennt mein Vergehen. - Ich möchte gehen.

- Ihr wisst alle wieso. - Mir gefällt ihr Vorschlag.

Verehrte Herren.

Ruhe, eine alte Frau spricht. Scht.

- (lacht) - Verehrte Herren,

ich würde mich ja verbeugen, verehrte Herren, aber ich bin zu alt dafür.

Und ihr seid junge Männer.

Ich biete euch süße Sachen an

und den besten Wein aus den Weinbergen unserer Familie.

Du gibst Soldaten Essen, die dein eigenes Volk kreuzigen?

Ich würde euch Ambrosia von den Göttern des Olymp anbieten.

Und ich würde euch Tänzerinnen herbeizaubern und Waldnymphen,

wenn ihr diese Kinder aus dem Hause meines Vaters verschont.

Wenn du mir versicherst, dass diese Männer

keine Banditen und Diebe sind, dann glaube ich dir.

Sie waren in Alexandria. Sieben Jahre lang.

Sie sind Handwerker.

Ich erhielt diesen Brief erst vor einem Monat.

Darin schrieben sie, dass sie in die Heimat zurückkehren wollen.

Du weißt, wir müssen diesen Aufstand niederschlagen.

Guter Wein. Sogar sehr guter Wein.

Würde ich dir für das Leben meiner Familie schlechten Wein geben?

Der ist für dich.

Nimm ihn mit.

Es sind harte Zeiten, auch für euch.

Ja.

Wir lassen das Dorf so, wie es ist.

Ich danke dir, Großmutter.

- Der Herr segne und behüte euch. - (Soldaten lachen)

Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über euch und sei euch gnädig.

- Der Herr erhebe sein Angesicht über euch. - (Gelächter dauert an)

Und gebe euch Frieden.

(Lachen)

Was weißt du schon über Waldnymphen und Götter, die Ambrosia essen?

Guck doch in das Kästchen mit den Schriftrollen, wenn du so neugierig bist.

Denkst du, mein Vater hatte dort keinen Platz für Homer und Platon?

Wo sind all die anderen Menschen, Sarah?

Sie verstecken sich in Höhlen in den Bergen, mein Kind. Oder in den Stollen.

Aber ich bin schon zu alt, um in die Stollen zu kriechen.

Außerdem fürchten die Römer nur die jungen Leute.

- Beten wir, dass sie nicht zurückkommen. - Es sind doch Römer.

Sie sind überall und sie beschützen einen korrupten jüdischen König.

- Wie können wir das hoffen? - Weil ein Messias geboren wurde.

Der uns retten wird. Sein Stern ist gesehen worden.

Er lebt. Er wird uns erlösen.

(lacht) Amen.

(Josef) Mein Sohn, bist du hier?

Ah, da bist du ja.

Ganz allein.

Ich habe gebetet und gespielt.

Es tut mir leid. Eigentlich sollte ich Jakob helfen.

Er klettert gerade irgendwo einen Baum hoch.

Setz dich.

Es ist hier nicht wie in Alexandria. Vermisst du es?

- Nein, du etwa? - Darüber denke ich nicht nach.

Aber bisher war es dein einziges Zuhause.

Und hier ist es so still und verlassen.

Wir sind hier sicher. Keiner weiß, was ich getan habe.

Und du darfst es auch nicht weitererzählen.

Ich weiß, du hast viele Fragen.

Aber du muss sie noch verbergen in deinem Herzen.

- Vorerst. - Wieso?

(seufzt) Weil deine Fragen die Fragen eines Kindes sind.

Aber die Antworten sind Antworten für Erwachsene.

Das ist eine Brücke, die ich nicht bauen kann.

Ich wüsste nicht wie.

Aber Gott kann es. Und ihm vertrauen wir.

Das tue ich. Ich vertraue ihm alles an.

Mein Junge.

(sanftes Trommeln)

(Trommeln bricht ab)

Setz dich zu mir.

Ja, mein König.

Ich gebe dir einen Auftrag und was tust du?

Schlägst Rebellen ans Kreuz wie ein ganz gewöhnlicher Römer.

Ich bin gefährdet!

Siehst du das nicht?

Ja, mein Herr, ich verstehe.

Es ist schwierig.

Wo ist der Knabe?

(langsamer) Wo ist der Knabe?

Ich kann nicht jeden Siebenjährigen in Israel befragen.

Ich will nicht jeden Siebenjährigen!

Ich will einen Siebenjährigen.

Einen.

Heute kam ein Mann zu mir.

Er erzählte von einem Jungen aus Bethlehem.

- Er hatte gehört, dass wir nach ihm suchen. - Wo ist er?

- Ich ließ ihn kreuzigen. - (Menge lacht)

Seleni.

Komm mit mir, komm.

Unten auf der Straße.

Vielleicht lebt er noch.

(Herodes) Komm.

Der Junge. Wohin wollte seine Familie gehen?

- Er ist genau wie sein Vater. - Wer? Der Junge?

Herodes.

Ich gebe dir Wasser. Gib ihm Wasser.

(Mann stöhnt)

- Damit ich noch länger leide? - Wohin?

Hä?

Nach Norden.

Das ist alles, was ich weiß. In irgendeine kleine Stadt.

- In Galiläa? - Ja.

Ich habe dem Jungen ein geschnitztes Kamel geschenkt.

- Wieso bist du zu Herodes gegangen? - Die Belohnung.

Blutgeld.

Lass mich nicht länger warten.

Bruder, du hast doch nichts dagegen, wenn auch ich ihm Dinge beibringe, oder?

Schließlich war ich fast ein Schriftgelehrter.

Dein Onkel hatte schon immer eine lebhafte Phantasie.

Das sind unsere Söhne, Rabbi. Es wird Zeit, sie wieder zu unterrichten.

Ich kenne Jakob, deinen Vetter,

den du adoptiert hast, aber wer ist das hier?

Jesus bar Josef. Er ist mein Sohn.

Alle hier erinnern sich an euer Verlöbnis.

Es gibt auch noch andere Dinge, an die wir uns erinnern.

An den Morgen, an dem deine Verlobte, Maria, aus dem Haus trat

und weinte wegen eines Engels.

Das ganze Dorf geriet deswegen in Aufregung.

Ist es nicht Aufgabe seines Vaters, ihm diese Dinge zu gegebener Zeit mitzuteilen?

- Wo ist er geboren? - In Bethlehem.

Die Stadt Davids.

Dann seid ihr nach Ägypten gegangen, wie ich hörte.

(Kleopas) Da gibt es auch sehr gute Rabbiner.

(lacht)

Du hast dich nicht verändert, Kleopas.

Sieh mich an, Jesus bar Josef.

Warum schnitten die Phönizier dem Samson das Haar ab?

Vergib mir, Rabbi,

aber das waren nicht die Phönizier, es waren die Philister.

Sie schnitten ihm die Haare ab, um ihn zu schwächen.

Wo ist Elischa, der im Wagen gen Himmel fuhr?

Es war Elias, der in den Himmel fuhr. Elias sitzt bei Gott.

- Wer ist jetzt im Garten Eden? - Niemand. Es ist niemand in Eden.

Es ist niemand in Eden, der dies und alle Taten der Welt niederschreibt?

Man sagt, es sei Henoch, aber in Eden ist niemand.

Der Herr sagt so lange, bis die ganze Welt wieder ein Eden ist.

Warum brach Gott seinen Bund mit König David?

Der Herr bricht nie einen Bund.

- Der Thron ist noch da. - Und wo ist der König?

Er wird kommen, und sein Haus wird bestehen ewiglich.

(schmunzelt)

Wird es ein Zimmermann bauen? (lacht höhnisch)

Ja, den Zimmermann wird es immer geben.

Sogar der Herr selbst ist manchmal ein Zimmermann.

Wie kann der Herr ein Zimmermann sein? Erklär's mir.

Hat nicht der Herr selbst zu Noah gesagt, "Baue eine Arche",

und dann hat er ihm genau erklärt, wie man das macht?

Und war es nicht der Herr, der die Vision des neuen Tempels

dem Propheten Ezechiel schickte, mit dem Maßen der Galerien,

der Tore und des Altars?

Ja, das hat er.

Und als Gott die Welt erschuf, war da nicht Weisheit wie die eines Handwerksmeisters?

Wenn die Weisheit nicht Gott ist, was ist dann Weisheit?

Als Kyros, der Perserkönig, uns in unser gelobtes Land zurückkehren ließ,

da kehrten auch die Zimmermänner heim, um den Tempel zu erbauen,

- so wie Gott es bestimmt hatte. - (Rabbi lacht wohlwollend)

Das ist ein gutes Kind.

Ich mag dieses Kind.

Schule morgen früh.

(atmet erleichtert aus)

(Männer lachen)

(Kleopas) Ich will dich aufklären.

Während Maria den Schleier für das Allerheiligste in Jerusalem webte,

lernte ich bei den Pharisäern.

Sogar bei einigen der Besten von ihnen.

- Und bei einigen nicht so guten. - Wie einige ihrer Schüler.

Manchmal denke ich, was wohl aus mir geworden wäre,

- wäre ich nicht nach Ägypten gegangen. - Sohn, ist alles in Ordnung?

Deine Hand, sie ist ja ganz heiß.

Jesus, Jesus.

Vielleicht wäre ich sogar ein Prophet geworden.

Josef, was denkst du...

- (stammelt) Ja. Vater... - Oh nein. Mein Junge.

Es ist das Fieber. Riba, hol mehr Wasser und Tücher.

(Maria) Schhh. Alles wird gut. Schhh.

Gott, im Himmel, heile mein Kind.

Lass deine Liebe und deine Barmherzigkeit leuchten

über dein gesegnetes Kind und erspare ihm Leid.

Bitte vergib uns alle unsere Sünden, die wir begangen haben.

Schick uns auf den Weg der Rechtschaffenheit.

(betet leise weiter) Und führe uns zum Licht.

Herr, vergib mir, wenn ich gefehlt habe, und bestrafe nicht mein Kind, sondern mich.

Ich bitte dich, lass mein Kind gesund werden.

Ich will alles tun, was du von mir verlangst, nur lass ihn nicht sterben.

Ich bitte dich. Ich flehe dich an.

Du bist kein Kind.

- Wer bist du? - (Maria) Er darf nicht sterben.

Warum weilst du nicht im Haus des Herrn?

In Jerusalem.

Antworte mir.

Du kennst nicht die Antworten.

Du weißt nicht, was passieren wird. Nicht wahr?

Und du weißt nicht, wie es endet.

Wer bist du?

- Ich verlange, dass du es mir sagst. - Vergehe dich nicht an mir.

Und niemals lege Hand an mich.

Oder was, Engelskind?

Falle ich dann tot um?

Ich zeige dir dein geliebtes Jerusalem.

Das letzte Pessachfest.

(laute Schreie)

(betet leise)

War's das schon?

Ist das alles, was du kannst?

Ich beobachte dich ganz genau, Engelsknabe.

Und nun geh schon.

Lauf wie ein Kind.

Rede wie ein Kind.

Spiel wie ein Kind,

wenn ich dich beobachte.

Ich kenne vielleicht nicht die Zukunft, aber eins weiß ich...

Deine Mutter ist eine Hure.

Dein Vater ist ein Lügner.

Und die Böden deines Hauses

sind nur Staub.

Deine Sache ist aussichtslos.

An jedem Tag und in jeder Stunde ist sie aussichtslos

und das weißt du auch.

Deine kleinen Wundertaten können diese törichten Menschen nicht retten.

Ich sage dir, das Chaos herrscht

und ich bin sein Fürst!

- Warum bist du nicht im Bett? - Es geht mir viel besser.

- Du musst dich noch ausruhen. - Nein.

Ich will nach Jerusalem zum Pessachfest.

(Maria) Es ist zu gefährlich.

Herodes, die Römer...

Jerusalem, der Tempel.

Der Tempel ist geöffnet. Alles ist wieder ruhig.

Wir haben zu wenig Zeit. Wir sind nicht vorbereitet.

Wir kommen schon zurecht.

Das ist nicht alles, was mir Sorgen macht. Ich bin noch nicht bereit.

Dieser Weg, den er gehen soll. Ich weiß nicht, wohin er führt.

Nur dass seine Feinde dort auf ihn warten.

Und solche erbitterten Feinde.

Wieso hat Gott mich erwählt? (seufzt)

Was, wenn ich nicht stark genug bin?

Du bist das tapfere und strahlende Mädchen,

das seinen Sohn vor Soldaten beschützte, die den Auftrag hatten, ihn zu ermorden.

Sie sollten eher dich fürchten.

Du hast so viel auf dich genommen.

Mich geheiratet und Jesus als deinen Sohn angenommen.

Es ist wirklich ein Wunder.

Eins, das nur für Gott erklärbar ist.

Und vielleicht...

auch für mich.

Ich danke Gott dafür, dass er mich erwählt hat, jeden Tag.

Jeden Tag.

Wir gehen, Sarah. Wir gehen nach Jerusalem.

- Zum Pessachfest. - Ja, ja. Das musst du auch.

- Danke. - Komm schon, Bruder.

Lass uns losgehen, bevor ich mein Nickerchen mache.

(Kinder lachen)

(Severus) Habt ihr einen Knaben von sieben oder acht Jahren in der Gegend gesehen?

- Ja, da haben wir. - Wann war das?

Kurz nach dem Aufstand in Sepphoris. Wir stellten dort die Ordnung wieder her.

Ist 'ne blutige Angelegenheit,

- die Ordnung wiederherzustellen. - Ja, Herr.

Und bei dieser Familie, hast du da auch für Ordnung gesorgt?

Mir erschienen sie unschuldig.

Wir ließen sie am Leben.

War das bevor oder nachdem sie dir Wein gegeben haben? Hm?

Nicht mal deine eigenen Männer wollten für dich lügen.

Wir ziehen weiter, vorwärts.

Wollt ihr mehr Kuchen und Wein?

Wir suchen nach der Familie, die aus Ägypten gekommen ist.

Sie sind weg, nach Jerusalem. Zum Pessachfest.

- Ist der Knabe bei euch? - Wir haben viele Knaben in unserer Familie.

Ich meine den Jungen aus Bethlehem, der sieben Jahre alt ist.

Wenn ich mich recht erinnere,

wurden alle Knaben dieses Alters, die in Bethlehem geboren sind,

von den Soldaten des Herodes getötet.

Vielleicht irre ich mich. Vielleicht waren es römische Soldaten.

Vielleicht suchen sie einen Jungen, weil ihnen die Mädchen ausgegangen sind.

Mädchen gibt es reichlich. Reichlich. Und Kinder sterben leicht.

Wie ist der Name? Hm?

Wie ist der Name des Jungen?

(schluchzend) Jesus bar Josef.

Jesus bar Josef aus Nazareth.

Was habe ich nur getan? (weint)

Wer ist dieses Kind?

Sag schon, wer ist er?

Auch ich habe Vater gefragt, ob ich zum Pessachfest nach Jerusalem darf.

Dann fragst du und plötzlich gehen wir alle.

- Das wusste ich nicht. - Es gibt vieles, was du nicht weißt.

Du bist der Einzige, der wirklich wichtig ist.

Das ist nicht wahr. Alle lieben dich.

- Ich bin gemein. - Nein, zu mir nicht.

Doch, bin ich.

Ich hasste dich, als du geboren wurdest.

Ich hasste dich schon, bevor du geboren wurdest.

Alles wurde anders.

Da waren Engel und drei Edelmänner. Sie kamen nach Bethlehem.

Sie waren aus dem Osten angereist, nur um dich zu sehen.

Ganz Bethlehem sah sie kommen.

Die Fremden glaubten an Magie,

konnten die Sterne deuten

und waren Berater der persischen Könige.

Sie sagten, sie seien einem großen Stern am Himmel gefolgt bis zu dem Stall in Bethlehem.

Sie nannten dich König und ihre Diener legten Geschenke vor dir ab.

Gold und andere Dinge, an die ich mich nicht mehr erinnern kann.

Ihr beide habt euch ja viel zu erzählen.

Hier, trink einen Schluck Wasser.

Etwas Regen wäre gut, um uns abzukühlen.

Kommt jetzt, wir müssen weiter.

Und warum mussten wir Bethlehem verlassen?

Frag mich nichts mehr.

- Danke, dass du mir das erzählt hast. - Lass es nicht regnen.

Ich weiß, dass du das kannst.

- Ich habe doch gesagt, tu es nicht. - Ich war's nicht, ich war's nicht.

Kommt weiter.

(Gesang)

Vater, ich habe eine Höhle gefunden.

Reisende...

Wir suchen eine Familie aus Nazareth mit einem siebenjährigen Knaben

namens Jesus bar Josef.

Wenn ihr diese Familie und dieses Kind kennt,

dann sagt es.

Und Rom wird euch belohnen.

(Maria) Sie wissen, wer wir sind und woher wir kommen. Sie bieten Geld.

- Wir müssen umkehren. - (Kleopas) Nein.

Wenn sie uns in Jerusalem nicht finden, gehen sie nach Nazareth.

- Wir können dort in Höhlen leben. - Ich hasse es, in Höhlen zu wohnen.

- Sie hat recht, wir können nicht weiter. - Sie ist doch nur eine Frau.

Und sie hat recht.

Morgen kehren wir um. Die Essener werden uns helfen.

- Wir finden schon einen Weg. - (Kleopas) Nicht zu den Essenern.

Mit den Römern kann man wenigstens noch verhandeln,

aber die Essener,

die leben in der Wildnis mit Hyänen und Verrückten.

Vielleicht liegt es am wenigen Wasser oder der vielen Sonne,

die ihren Verstand aus den Köpfen gebrannt hat.

Herr, Vater im Himmel, geleite mich auf diesem Weg.

Behüte meine Familie und beruhige ihre Herzen.

Wenn ich deinen Tempel betrete, bitte erhöre meine Fragen,

damit ich deine Antworten erhalten kann.

Dein Wille geschehe. Amen.

Und?

- Er ist weg. - Weg?

- Ob ihn jemand entführt hat? - Unmöglich.

Wir waren doch hier.

(weint leise)

Es war mir klar, dass er weggeht.

Weil ihr euch entschieden hattet umzukehren.

Er will Antworten. Ihr gebt ihm einfach keine.

Deswegen will er dorthin zum Pessachfest.

Wir müssen ihn finden. Maria und ich gehen voraus.

Ihr anderen kommt mit den Packtieren nach.

Du da mit dem Esel! Name?

- Eli. - Woher kommst du?

Aus Jericho.

Wie ist dein Name?

Dein Name.

Er... Er kann nicht sprechen.

Er ist stumm seit seiner Geburt.

Geh. Geh in deinen Tempel.

Bist du allein?

Mehr kann ich dir nicht geben.

Gott sei mit dir und beschütze dich.

Danke.

Dieser Vogel taugt nichts. Ich sage euch, er taugt nichts.

Der Priester wird ihn nicht annehmen. Er ist unrein. Ich habe kein Geld mehr.

- Bitte, ich will ihn eintauschen. - Verschwinde von hier.

Wie könnt ihr mich im Angesicht Gottes betrügen? Ich muss ein Opfer darbringen.

Kleiner, willst du diesen Vogel? Einen unreinen Vogel?

- Hä? Willst du ihn? - Ja.

Das reicht nicht.

Aber er taugt nichts.

- Er kann fliegen. - Erzähl das einem Rabbi.

- Wo sind sie? - Da drüben. In Salomons Vorhof.

Diesmal will ich einen haben, der tadellos ist. Verstanden?

Er ist hier.

Er ist im Tempel.

(Männer singen)

(Rabbi) Der Geist des Herrn wird mit ihm sein.

Er wird ihm Verständnis schenken, Weisheit und Erkenntnis.

Er wird mächtig sein...

(beide zusammen) Und er wird Gott erkennen und ehren.

(Jesus allein) Seine größte Freude wird es sein, dem Herrn zu gehorchen.

(lacht)

Ja, wir haben hier einen guten Schüler.

Ist das nicht wundervoll? Komm, setz dich.

Sag mir, was kann ein Knabe von mir wollen?

Hm?

- Rabbi. - Mm-hm?

Vor ungefähr sieben Jahren...

wurde ein Junge in einem Stall geboren, in Bethlehem.

Drei Magier kamen aus dem Osten und brachten Geschenke.

- Ja, diese Geschichte kenne ich gut. - Was ist mit dem Jungen weiter geschehen?

Niemand spricht darüber.

Warum willst du das wissen?

Ich bin aus Nazareth gekommen, weil ich an nichts anderes denken kann.

Es ist, wie du sagst.

Diese drei Magier besuchten den alten Herodes,

den man auch Herodes den Großen nannte.

Er sagte zu diesen drei Magiern,

dass sie zu ihm zurückkehren sollten, sobald sie das Kind gefunden hätten.

Aber sie kehrten nicht zurück.

Als jedoch...

Herodes herausfand, dass er getäuscht worden war

und sie das Kind gefunden hatten,

bekam er einen Wutanfall, einen rasenden Wutanfall.

Noch in der Nacht schickte er seine Soldaten los.

Sie sollten jedes Kind unter zwei Jahren töten.

Nein, nein. Nicht mein Kind. Nein!

(Rabbi) Kein Kind überlebte, nicht eines.

Stell es dir vor, ein Heer von Soldaten, das kleine Kinder abschlachtete.

Mein Junge, es ist ja vorbei.

Es ist schon eine ganze Weile her.

Ich hätte es nicht erzählen sollen.

Ich hatte vergessen, du bist noch ein kleiner Junge mit einem großen Herzen.

Hier, mein Junge, nimm das.

- Er ist hier. - Wo?

- Was hast du gesagt? - Nichts.

Der Knabe, er ist hier.

Er gehört dir.

Da, beim blinden Rabbi. Siehst du?

Geh.

Danke, Rabbi.

Ich werde dich nie vergessen.

Hier?

Draußen.

Wir tun es unauffällig.

(Rabbi schreit)

Ein Wunder! Es ist ein Wunder. Ich kann wieder sehen.

Ich kann sehen.

- (Frau) Gelobt sei der Herr. - Mein Gott, ich kann sehen!

Der Junge...

Wo ist der Junge? Wo ist er?

Bist du das? Oder du?

Zur Seite.

(Rabbi) Er war hier. Er war hier neben mir.

Bitte helft mir, den Knaben zu finden. Er war eben noch hier.

- Hast du das getan? - Ja.

- Wer bist du? - Du hast mich schon einmal gerettet.

Das warst du?

Du warst auch in Bethlehem.

Woher weißt du das?

- Ist er das? Ist das der Knabe? - Nein, nein, nein, er ist es nicht.

Sucht weiter, sucht weiter. Geht zurück. Er ist es nicht.

Severus, Severus.

Zurück, zurück, zurück!

- Geht zur Seite. Los. - Er ist es nicht.

- Zurück. - Macht Platz, los.

(laute Rufe)

- Mein Junge. - Es ist mein Sohn.

Jesus!

(Maria) Jesus.

Ich werde ihn nach Hause bringen.

(Frau) Lasst uns raus. Lasst uns raus.

Geht weg!

(Mann) Römer, verschwindet aus unserem Tempel!

Geht.

Geht alle.

Geht.

(Severus) Er ist tot.

- Ich habe ihn getötet. - (Herodes) Du hast ihn getötet?

Ich wollte diesen Wundertäter kennenlernen.

Den Menschensohn, den... den Wunder...

den Wunder-Ratgeber, den Friedensfürst.

Den Jungen, der Wunder vollbringt, die Toten wieder atmen lässt und die Blinden sehen.

Warum hast du ihn getötet, Zenturio?

Euer Befehl.

Euer Auftrag.

Ihr sagtet, es sei wie in Bethlehem.

Wie hast du es getan?

Ihn erdrosselt? Ein Messer ins Herz gestoßen?

Den Schädel eingeschlagen?

War da ein Donnergrollen?

Hat der Himmel geweint?

(leises Zischen)

Hörst du das?

- Was, Herr? - Das. Kannst du das nicht hören?

- Hören? Was? - Dieses Zischen. Es ist eine Schlange.

- Eine Giftschlange. - Hier ist keine Schlange.

Doch, hier ist eine!

(Herodes) Natürlich ist hier eine.

Ich brauche Männer, die mir von Nutzen sind!

(Maria) Ich war 14, als du zur Welt kamst.

Fast noch ein Kind.

Erzähl mir von dem Engel.

Natürlich. Ich wusste, dass du das fragst.

Hör gut zu, denn ich erzähle es dir nur dieses eine Mal.

Ich war noch ein Mädchen,

streng erzogen und mit Josef verlobt.

Und...

eines Morgens war mein Zimmer von Licht durchflutet.

Es war weißes Licht,

wie das der Sonne, aber ohne Hitze oder Schmerz.

Es war völlig rein.

Als würde die Luft strahlen.

In dem Licht sah ich eine Gestalt,

größer als ein Mensch, aber einem Menschen ähnlich.

Und sie sprach zu mir: "Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade.

Der Herr ist mit dir."

Der Herr hatte Gefallen an mir gefunden und ich war gebenedeit unter den Frauen.

Der Engel sagte, dass ich einen Sohn gebären würde.

Dich...

mit Namen Jesus.

Das ist schön. Du bist schon groß geworden.

Lange werden wir das nicht mehr so machen können.

Erzähl die Geschichte weiter.

Ich... Ich sagte: "Ich war noch nie bei einem Mann."

Und er sagte, der Heilige Geist würde über mich kommen.

Und ich würde ein heiliges Kind gebären.

Ich antwortete: "Ich bin die Magd des Herren. Es soll so geschehen."

Was hat Josef dazu gesagt?

Ja, darüber war ich in Sorge.

Aber ein Engel kam auch zu ihm und erklärte ihm alles.

Dann ist der Engel...

Nein.

Nein, der Engel ist nicht dein Vater.

Gott ist es.

Gott ist dein Vater.

Aber wir alle sind Kinder Gottes.

Ja, ja, das sind wir.

Aber du...

du wurdest von Gott gezeugt.

Deswegen kannst du tote Vögel wieder fliegen lassen,

Kranke heilen,

Blinde sehen lassen.

Und Elieser wieder lebendig machen.

Er hat aus dir ein Kind gemacht, dessen Weisheit heranwächst.

Genau wie alles andere an dir.

Bewahre deine Macht in deinem Inneren,

bis dein Vater im Himmel dir sagt, dass die Zeit gekommen ist.

Er gab dich keinem Schriftgelehrten,

(schnieft) keinem Rabbi oder König.

Er gab dich Josef bar Jakob, dem Zimmermann,

und mir, seiner Verlobten.

Auf dass wir dich großziehen bis zu jenem Tag.

(Jesus) Ich habe so viel gelernt, seit wir Ägypten verlassen haben.

Ich weiß alles, was ich jetzt wissen darf.

Ich weiß sogar, dass ich sterben werde.

Früher fragte ich mich, ob Engel zu mir kommen würden,

ob sie mir vorsingen würden.

Ob sie meine Träume erfüllen würden.

Es gibt immer noch so vieles, das ich nicht weiß.

Aber eines weiß ich:

Ich bin nicht hier, um Engel zu sehen oder sie singen zu hören.

Und ich bin nicht hier, um für Regen zu sorgen

oder für Sonne oder sonst etwas in der Art.

Ich glaube, ich bin nur hier, um zu leben,

um alles zu sehen, zu hören,

zu spüren,

einfach alles.

Auch wenn es wehtut.

Eines Tages wirst du mir erklären, warum ich sonst noch hier bin.

Ich weiß nicht, wann das sein wird. Aber du wirst es wissen.

Das weiß ich genau.

Denn, Vater...

ich bin dein Kind.

Untertitel: Christina Schönfeldt www.iframe.nl

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