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Original subtitles

Es war vor langer Zeit, im Wisconsin meiner Jugend,

als ein neuer Freund in mein Leben trat und mein Herz eroberte.

Heute, ein halbes Jahrhundert später, denke ich oft an ihn zurück

und an die guten Zeiten, die wir miteinander verbrachten.

Er gehörte so gut wie zur Familie - eine Weile zumindest -

und ich werde ihn nie vergessen.

EIN FRECHDACHS IM MAISBEET

Es kommt mir vor, als wäre alles erst gestern geschehen.

Wie aufgeregt waren wir damals am letzten Schultag vor den Ferien!

Wir konnten es kaum erwarten, aus der Schule zu stürmen

und den langen Sommer zu genießen.

Meine Mutter wird mir zeigen, wie man die Nähmaschine benutzt

und wie man Ananaskuchen backt.

Das wird ja ein interessanter Sommer, Sarah.

Wen haben wir denn noch?

Wen habe ich vergessen?

Lucy. Natürlich.

Ich werde in den Ferien nach New York fahren.

Was du nicht sagst.

Meine Tante wird mit uns nach oben aufs Woolworth-Gebäude fahren

und dann in den Central Park, zu Grant's Tomb und ins Metropolitan Museum.

Das ist sehr aufregend, Lucy. Nun gut...

Und dann fahren wir nach Boston und Bunker Hill.

Verrate lieber nicht alles. Sonst hast du im Herbst nichts mehr zu erzählen.

Gut, Miss Whalen.

Und was ist mit dir, Sterling?

He. Aufgewacht!

Tut mir Leid, Miss Whalen.

Was für aufregende Dinge hast du denn diesen Sommer vor?

Ich werde ein Kanu bauen.

Ein Kanu? Ist es das?

Ja, Madam. Mein Vater hat es entworfen.

Es wird wie ein Indianer-Kanu.

Ich bin beeindruckt.

Die Stunde ist gleich um. Ich wünsche euch allen wunderschöne Ferien.

Und bringt mir alle Bücher, die der Schule gehören.

Ich schicke dir eine Postkarte!

Was wirst du denn noch machen, außer an dem Kanu zu arbeiten?

Wirst du deinen Vater auf einer seiner Fahrten begleiten?

Er fährt allein. Seine Grundstücks- verkäufe sind mal hier, mal da.

Da wäre ich nur im Weg.

Ach so. Aber du bist doch nicht allein?

Deine Schwester Theo kümmert sich doch seit dem Tod deiner Mutter um alles.

Ja, Madam. Aber sie muss morgen wieder nach Chicago.

Wiedersehen. Und einen schönen Sommer.

Ich arbeite den Sommer über in der Bibliothek.

Du kannst ja mal vorbeischauen.

Wowser, na du alter Junge.

Los. Rein mit dir.

Pa! Hi, Pa.

Sterling!

Wie geht es dir, mein Junge?

Gut. Theo hatte Angst, dass du es nicht schaffst.

Wie kommt sie denn darauf? Ich komme doch immer rechtzeitig.

- Steig ein! - Und mein Fahrrad?

Das holen wir später. Ich will dir etwas zeigen, am Koshkonong-See.

- Was meinst du, was es ist? - Ein Rotluchs?

Du bist nah dran.

Du kannst es dir denken, was?

Ein Panther?

- Ein Luchs. - Die leben doch in Kanada.

Dieser lebt aber hier. Momentan zumindest.

Diese Spuren sind noch keine vier Stunden alt.

Muss ein prächtiger Bursche sein.

Da ist er.

Das war ein denkwürdiger Moment.

Hier hat man 40 Jahre keinen Luchs mehr gesehen.

Wieso ist er so weit von zu Hause weg?

Er liebt die Ferne. So wie ich.

Wowser!

- Von wem ist der? - Von einer Farmersfrau in Minnesota.

Hab ihr gesagt, dass mein Junge Apfelkuchen liebt.

Köstlich, was?

Nachtfalken.

Die sind aber fleißig.

Ein schreiender Ziegenmelker?

Ja. Ein ganz besonderer Vogel. Für mich zumindest.

Deine Mutter und ich haben ihnen immer hier zugehört.

Damals dachte ich, wir hätten alle Zeit der Welt.

Hätte ich geahnt, wie wenig uns blieb, hätte ich wohl mehr auf sie gehört.

Sie wollte, dass ich aufhöre,

von einer Farm-Versteigerung zur nächsten zu reisen...

Dass ich ein kleines Büro miete

und jeden Abend zum Essen heimkomme, anstatt alle zwei Wochen.

Ich dachte, irgendwann würde ich es tun.

Weißt du, Sterling,

das weibliche Geschlecht kann einen Mann nur schwer verstehen.

Ich wette, unser Luchs hat eine Frau in den kanadischen Wäldern,

die in diesem Moment beim Essen sitzt

und sich fragt, wieso er nicht zu Hause sein kann.

Pa?

Ja?

- Fühlst du dich nie einsam? - Nein. Dafür hab ich zu viel zu tun.

Ich habe das weite Land und treffe viele Menschen.

Sonntags gehe ich ab und zu angeln.

Einsam ist nur, wer nicht mit sich selbst leben kann.

Die Welt ist groß und wunderschön.

Man geht seinen Weg nur einmal.

Es wäre doch furchtbar, am Ende zu erkennen,

dass man versäumt hat, den Blumen am Wegesrand Beachtung zu schenken.

Der Luchs!

- Was jagt er denn? - Ein Murmeltier vielleicht.

Lass ihn!

Schluss jetzt. Sofort.

Jetzt wissen wir, was sie verteidigt hat.

Geschieht dir ganz recht.

Bei Waschbären kann er sich nicht halten.

Er kommt sonst mit allen aus, sogar mit Stinktieren.

Es wird Zeit, dass wir heimfahren. Komm, Wowser.

Es ist vorbei. Da ist nichts mehr.

Was hast du denn?

Sieh mal einer an, wer da vergessen wurde.

- Wieso hat sie ihn zurückgelassen? - Sie weiß es sicher gar nicht.

Sie wird es erst merken, wenn sie das nächste Mal Halt macht.

Dann ist er verloren.

Ja. Sieht ganz danach aus.

Auch ohne Worte waren Pa und ich uns einig,

dass wir den kleinen Kerl nicht allein lassen konnten -

nicht in seinem Alter und mit einem Luchs in der Gegend.

Außerdem fühlten wir uns für ihn verantwortlich.

Immerhin war es unser Hund gewesen, der seine Mutter vertrieben hatte.

Es war Wowser damals sicher nicht bewusst,

dass er von nun an meine Zuneigung teilen musste.

Und so begann alles.

An jenem Junitag trat ein verwaistes, hilfloses Waschbärenkind in mein Leben.

Ich ahnte nicht, wie sehr es mir ans Herz wachsen

und welchen Ärger es mir machen sollte.

Bald stellte sich heraus, welch temperamentvolles,

ringelschwänziges Wunder wir uns eingefangen hatten.

Ich nannte ihn...

Rascal.

Rascal.

Am Tag, als wir Rascal heimbrachten,

brauste Walt Dabbett in seinem dampfgetriebenen Stanley an uns vorbei.

Pa sagte, er sei ein Angeber, aber im Grunde ein guter Mensch.

Cy Jenkins' Grundstück grenzte hinten an das unsere an.

Er verbrachte mehr Zeit in seinem Maisfeld

als in seinem Laden in der Stadt.

Ist jemand zu Hause?

Das war meine Schwester Theo, damals, in jungen Jahren.

Sie kümmerte sich während ihres Urlaubs um uns.

Aus irgendeinem Grund sah sie es als ihre Pflicht an,

sich mehr um mich zu sorgen, als ich es für nötig hielt.

Unser anderer Nachbar, Garth Shadwick, war Pferdeliebhaber.

Das musste wohl so sein, denn er verkaufte Pferdegeschirr.

Schönen guten Tag, Garth.

Guten Tag!

Beruhige dich, zum Teufel noch mal! Na komm schon.

Er besaß ein Rennpferd namens Donnybrook,

ein ängstliches, störrisches Tier.

Pa sagte, es hätte das Zeug dazu, ein Rennen zu gewinnen,

wenn es einmal alle vier Beine gleichzeitig am Boden hätte.

Wie war die Reise, Will?

Wunderbar. Wir haben ein neues Familienmitglied.

Bring ihn doch mal her und zeig ihn Mr Jenkins.

- Es ist ein Waschbär. - Das sehe ich.

Garth! Das musst du dir ansehen.

Geh schon! Alter Angeber!

Stimmt irgendwas nicht?

Waschbären sind Schädlinge. Sie machen Ärger.

- Ich werde ihn erziehen. - Ihm das Plündern abgewöhnen.

Schön, dass du zurück bist, Willard. Was gibt's denn?

Sieh nur.

Das ist ein Waschbär!

Ja. Er heißt Rascal.

- Und was ist mit meinen Hühnern? - Und meinem Mais?

Ich gewöhne ihm das Plündern ab.

Das habe ich auch gesagt.

Und wir haben noch ein Problem. Hambone ist auf Waschbären abgerichtet.

Ja, aber er wird sich schon zusammennehmen,

solange Wowser in der Gegend ist.

Entschuldigen Sie.

Fakten sind nun mal Fakten, Stirling.

Das wird nicht gut gehen.

Waschbären kann man das Plündern nicht austreiben.

Nie und nimmer.

Das Pferd schreckt schon bei einem Schmetterling auf.

Mich laust der Affe.

Und so was nennt sich Waschbärenhund.

Ich hatte eine wunderbare Reise.

Der Frühling im Norden ist wunderschön.

Das riecht aber gut.

Nun gut.

Sag schon, was du auf dem Herzen hast, Gridley.

Papa... mein Urlaub geht zu Ende. Montag muss ich wieder im Büro sein.

Ich nehme den Morgenzug nach Chicago.

Wo ist denn das Problem?

Was machen wir mit Sterling?

- Wie meinst du das? - Wie ich das meine?

Was wird aus ihm, wenn ich weg bin und du wer weiß wo bist?

Sterling kommt schon allein zurecht.

Er ist noch ein Kind. Soll er sich etwa ganz allein durchschlagen?

Wieso nicht? Ich habe es auch getan.

Man sollte meinen, dass ich mich in all den Jahren an dich gewöhnt hätte.

Ich habe alles aufgeschrieben.

Die Wäsche wird mittwochs geholt,

Mr Pringle liefert zweimal pro Woche Lebensmittel...

Du hättest Offizier werden sollen.

- Und die Haushälterin. - Wozu das denn?

Für den Haushalt. Hier sind die Zuschriften auf meine Anzeige.

Mir bleibt keine Zeit mehr, um sie vorzuladen,

also müssen sie sich bei dir vorstellen.

Diese ist meine erste Wahl. Ich sprach mit ihr am Telefon. Mrs Satterfield.

"Das reinste Gold."

Sie ist Witwe, lebt in Brailsford, kennt die Händler.

Hat eine große Familie großgezogen.

Ich weiß was Besseres.

Gib deine Stelle in Chicago auf und komm wieder zu uns.

Hier gehörst du her.

Das kann ich nicht.

Hängst du wirklich so sehr an diesem Norman?

- Ja. - Ist es was Ernstes?

Ernster kann es wohl nicht werden.

Er will, dass ich seine Familie kennen lerne.

Schnappt der sich so einfach meine Lieblingstochter,

ohne mich zu fragen!

Wie sollen wir ohne dich klarkommen?

Darum versuche ich mich ja gerade zu kümmern.

Du musst eine der Bewerberinnen auswählen.

Sollten wir uns nicht bald mal diesen Herrn ansehen?

Vielleicht. Gleich Montag früh?

Gleich Montag früh.

Du könntest ihn doch zu Thanksgiving mitbringen.

Ich habe mir einen riesigen Truthahn

in Illinois ausgeguckt.

Ein Typ namens McQuade schuldet mir was.

Ich durfte ihn mir aussuchen.

Er hat mir meinen Thanksgiving-Braten markiert.

- Was meinst du? - Ich weiß nicht.

Was weißt du nicht?

Norman kommt... aus einer anderen Welt.

Er mag manches nicht verstehen, Dinge wie Mr McQuade,

Provisionen in Form von Truthähnen und Apfelkuchen

und deine Geschäfte.

Mach dir darum keine Sorgen, Theodora.

Bring den jungen Mann zu Thanksgiving mit.

Wirst du auch sicher hier sein?

Ich habe Thanksgiving nicht verpasst seit...

Seit letztem Jahr.

Ich habe es nicht verpasst. Ich kam nur zu spät.

Ich weiß.

Wir haben uns ohne dich an den Tisch setzen müssen.

Es war das letzte Thanksgiving mit Mutter.

Diesmal verpasse ich es nicht. Was meinst du?

Mal sehen.

Also vergiss nicht. Diese hier.

Miss Satterly.

Satterfield. Und "Mrs", nicht "Miss". Merk dir das bitte.

Jawohl, Frau Offizier.

Sie müssen mich verstehen,

aber Ihre Tochter hat mit keinem Wort diese Menagerie erwähnt.

Sie wollte sicher nichts verheimlichen...

Natürlich nicht, aber wir müssen ehrlich zueinander sein.

Wir müssen ganz offen miteinander sein.

- Aber natürlich. - Von Anfang an.

Da bin ich ganz Ihrer Meinung...

Manche Menschen mögen Tieren zugeneigt sein,

andere jedoch nicht.

Ich bin es nicht.

Das ist sehr schade.

Ich habe mein Leben lang auf Tiere verzichtet und sie auf mich.

Jetzt ist es wohl zu spät, das zu ändern.

Ein Haus ist für den Menschen da.

Tiere gehören in den Wald.

- Sie sind doch auch nur ein Tier. - Wie bitte?

Auch der Mensch ist ein Tier, zoologisch gesehen.

Tiere sind keine Menschen.

Gut. Da haben Sie Recht. Das ist ihnen sicher auch lieber so.

Ich trete die Stelle sehr gern an,

aber der Waschbär... muss raus.

Alles sonstiges Getier - habe es Fell, Flossen oder Federn...

muss raus.

- Raus. - Raus?

- Raus! - Aber, Pa...

Sterling, gib Rascal und Wowser in der Küche was zu fressen.

- Ja, aber... - Nun geh schon.

Ja, Pa. Auf Wiedersehen, Mrs Satterfield. Komm, Wowser.

Ich nehme die Stellung an - unter den genannten Bedingungen.

Danke, Miss Satterly.

Es ist Satterfield, und nicht "Miss", sondern "Mrs".

Ach ja, es ist "Mrs".

Es war mir ein Vergnügen, Mr North. Ein großes Vergnügen.

- Guten Abend. - Guten Abend.

Sarah, ich muss eine Entscheidung treffen.

Wer soll es sein?

Mrs Satterfield?

Sie würde deinen Jungen unglücklich machen.

Oder Mrs Delaney?

Die Traurige?

Oder Miss Endicott?

Abigail. Guter Einfluss.

Oder Mrs Mc-wie-auch-immer.

Das Problem ist, du hast in diesem Haus Spuren hinterlassen:

leicht, schnell und winzig...

..in die niemand treten kann.

Und so nahmen wir den Haushalt selbst in die Hand.

Vielleicht nicht ganz so, wie Theo es gewollt hätte,

aber uns war es so recht.

Wir hielten es für besser,

dass Theo vorerst nichts davon erfuhr.

Auf dem Herd steht Fleisch für heute Abend.

Cy sagt, du sollst Sonntag bei ihm essen.

Ja, ich weiß.

Dein Kanu entwickelt sich ja prächtig.

Ich weiß noch nicht, wie ich die Rippen biege.

Am besten weichst du sie in Wasser ein.

Ich muss los. Ich habe bis heute Abend noch 100 Meilen vor mir.

Garth!

Pa?

Wie ist es da, wo du hinfährst?

Am Oberen See?

Er ist wie ein Ozean.

Das Wasser ist tief blau, dunkelgrüne Kiefern zieren das Ufer,

Möwen schreien,

man sieht die Apostle Islands in der Ferne.

Es ist wunderschön.

Wenn du erwachsen bist, musst du das unbedingt sehen.

Ja. Wenn ich erwachsen bin.

Übernimm doch mal die Zündung.

Garth!

- Du fährst jetzt schon? - Ich habe einen weiten Weg vor mir.

Und denk dran, wenn irgendetwas ist, geh rüber zu Garth.

- Ja. - Eine Woche, höchstens zehn Tage.

- Mach's gut, Partner. - Mach's gut, Pa.

Willst du heute bei mir schlafen?

Ich komme schon klar.

Er wird dich sicher bald einmal auf eine seiner Reise mitnehmen.

Ja, Sir.

Beim Abendessen dachte ich an Pa und die Apostle Islands,

an den See - so groß wie ein Ozean.

Und ich wünschte mir, dort zu sein, zusammen mit Pa.

Es war das erste Mal, dass ich allein auf mich gestellt war.

Und ich muss zugeben, dass das große Haus irgendwie leer wirkte.

"Lieber Sterling, sicher genießt du das Leben gerade in vollen Zügen."

"Du hast Sommerferien

und Brailsford hat einem Jungen in deinem Alter so viel zu bieten."

"Papa schreibt, ihr hättet das Problem mit der Haushälterin gelöst."

"Ich nehme an, es ist Mrs Satterfield. Sie ist sicher die Richtige."

"Du brauchst jemanden, der dir beim Essen Gesellschaft leistet,

mit dem du reden und dem du dich anvertrauen kannst."

"Papa ist wahrscheinlich schon wieder unterwegs."

"Also muss ich dich fragen."

"Wie geht es so mit Mrs Satterfield?"

"Liebe Theo, danke für deinen Brief."

"Pa ist auf Geschäftsreise und Rascal wird von Tag zu Tag größer."

"Wusstest du, dass Waschbären Rad fahren können? Nicht richtig."

"Ich lenke und trete in die Pedale und Rascal sitzt vorn und gibt Anweisungen."

"Ihm kann es nicht schnell genug gehen."

"Ständig will er, dass ich schneller fahre."

"Liebe Theo, sicher weißt du, dass Waschbären schwimmen können."

"Es ist angeboren."

"Wir waren heute am See."

"Rascal sauste los, als hätte er Schwimmhäute an den Füßen."

"Er würde sogar Wowser davonschwimmen."

"Liebe Grüße von Wowser, von Rascal und von mir."

"In Liebe, dein Bruder Sterling."

"Lieber Sterling, liest du meine Briefe überhaupt?"

"Ich habe dich schon mehrmals etwas gefragt,

aber du gehst einfach nicht darauf ein."

"Wie kommt Mrs Satterfield zurecht?"

"Liebe Theo, wenn du nur sehen könntest, wie geschickt Rascal ist."

"Du würdest es nicht glauben. Manchmal ist er wie ein Mensch."

"Am Sonntag habe ich beim Kuchenwettessen gewonnen."

"Aber ich wurde disqualifiziert, weil Rascal mir geholfen hatte."

"Ich hatte ihn nicht dazu angestiftet. Was für ein Gauner!"

"Es hätte einen Preis für den besten Waschbären geben sollen."

"Das mit Rascal, dem Kuchenwettessen

und deinem Kanu ist ja alles sehr schön."

"Aber mich interessiert eher, wie es Mrs Satterfield geht."

"Liebe Theo, Waschbären sind von Natur aus Fischer. Rascal ist einer der besten."

"Manchmal fängt er fünf Krebse,

während bei mir keiner beißen will."

"Es macht großen Spaß, ihm zuzusehen."

"Wenn ich in die Stadt fahre, sitzt er vorn bei mir auf dem Rad."

"Er könnte sicher auch allein fahren."

"Sterling North, wie geht es Mrs Satterfield?!"

Wie geht es Ihnen, Mrs Satterfield?

Gut.

Mir geht es gut.

"Mrs Satterfield geht es gut. Allen geht es gut. Pa auch."

"Dein Sterling, dem es gut geht."

Ich konnte Theo nicht verständlich machen,

dass sie sich nicht um uns zu sorgen brauchte.

Rascal und ich erlebten so viel - ich hatte kaum Zeit, Pa zu vermissen.

Wir waren immer zusammen, als Partner und Kumpane.

Wir erforschten die Gegend und die Wälder

und lernten jeden Tag etwas Neues.

Wir kannten jedes Vogelnest, jeden Fuchsbau

und jedes Kaninchenloch in der Umgebung.

Heute ist mir klar, dass andere sich Sorgen um uns machten.

Aber wir waren zu beschäftigt, um uns zu sorgen.

Es sollte sogar

der beste Sommer meines Lebens werden.

In diesem Sommer geschahen viele Dinge.

Garth machte eines Morgens mit Rascal und mir eine Ausfahrt.

Sie hätten Donnybrook laufen sehen sollen.

Garth meinte, er wollte vor seinem kleinen Freund angeben.

Plötzlich kam Walt Dabbett in seinem lauten Gefährt daher

und brachte Donnybrook aus dem Konzept.

Ruhig!

Trottel!

Und so rauschten die Tage vorbei.

Rascal wurde immer fetter und fauler

und ich kam gut mit meinem Kanu voran.

Ich hatte eine großartige Idee für die Rippen -

die Reifen von Pringles Käsefässern waren perfekt.

In jenem Sommer ergatterte ich jeden verfügbaren Fassreifen,

und mein Kanu nahm langsam Formen an.

Mittlerweile schmiedete Rascal auch eigene Pläne.

Ich weiß nicht, wann er es merkte,

aber irgendwie musste er Notiz davon genommen haben.

In Nachbarsgarten war ein Maisfeld.

Mein Feld! Verschwinde hier!

Schnapp ihn dir, Ham!

Raus aus meinem Maisfeld!

Du elendes Vieh! Schnapp ihn dir, Ham!

Wenn ich dich erwische... Jetzt hab ich dich!

Ich hab dich, du elendes Vieh!

Ich weiß auch nicht, was ihn dazu getrieben hat.

Mein Mais! Der hat ihn dazu getrieben.

- Ja. - Jeder andere würde ihn erschießen.

Das wird auch passieren, wenn du nichts unternimmst.

- Ihn erschießen? - Das ist nicht das einzige Maisfeld.

Bring ihn besser zur Einsicht oder werde ihn gleich los!

Damals wusste ich nicht, dass das nur der Anfang von allem Ärger war.

Dass Cy Jenkins aufgebracht war, war schlimm genug,

aber an diesem Tag sollte noch ein weiteres Problem auftauchen.

Es war meine Lehrerin mit dem neuen Pfarrer.

Das ist doch das Haus?

Ja.

- Sie verstehen mich doch sicher? - Natürlich.

Einmischung und christliche Besorgnis sind nicht dasselbe.

Aber der Junge ist gut in der Schule, er ist gesund und er ist...

- Glücklich? - Es hat den Anschein.

Miss Whalen. Sie halten das doch nicht etwa für angemessen?

Ein Junge in seinem Alter, ohne Eltern?

- Es ist ungewöhnlich, aber... - In der Tat, Miss Whalen.

- Miss Whalen. - Guten Tag, Sterling.

Darf ich dir Mr Thurman vorstellen, den neuen Pfarrer?

- Guten Tag. - Hallo, Sterling.

Das ist Rascal, mein Waschbär.

Ja.

Wir waren in der Gegend und dachten, wir schauen mal vorbei.

Das ist nett. Kommen Sie herein. Ich möchte Ihnen was zeigen.

Danke, Sterling. Wir werden auch nicht lange bleiben.

Ich hatte noch keine Zeit, es sauber zu machen.

Kommen Sie mit in die Küche.

Ist das ein Kanu?

Es ist sein Sommerprojekt.

Ja.

Ich bin gleich fertig.

Ich habe ein Problem.

Rascal hat in letzter Zeit Ärger gemacht.

Ich muss ihn sozusagen... entwaschbären.

Wie bitte?

Rascal darf nicht mehr wie ein Waschbär denken,

sondern wie ein Mensch.

Wir haben schon geübt. Passen Sie auf.

Rascal... Bleib sitzen.

Rascal, komm.

Nein!

So ist es schon besser.

Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach.

So ist es gut.

Gut.

Genau so.

Gut gemacht. Sehen Sie?

- Sehr interessant. - Ein großer Fortschritt.

Er wird der beste Waschbär der Welt.

Du kriegst einen Marshmallow. Da, iss.

Gewöhn dich nur nicht zu sehr an ihn.

Wieso?

Er wird nicht immer jung bleiben.

Eines Tages wird Mutter Natur ihn rufen und ihn dir nehmen.

Dann wird er von dir gehen.

Nein.

Doch. So ist es nun einmal.

Rascal würde mich nie verlassen. Er gehört zur Familie.

Apropos Familie...

Das ist Pa!

- Hallo. Wie ging es so? - Gut. Wir haben Besuch.

Die Fahrt in den Norden war ertragreich.

Weniger Geld, dafür aber eine umso reichere Ernte.

- Wer ist denn da? - Der Herr Pfarrer.

Gut. Welcher Pfarrer?

Thurman. Gabriel Thurman.

- Guten Tag, Herr Pfarrer. - Es freut mich, Mr...

Es freut mich, Mr North. Ich übernehme die Methodistenkirche.

Ich wollte mal bei Sterling vorbeischauen.

Sie kommen gerade richtig.

Und Miss Whalen! Eine zweifache Überraschung.

Sie kommen wirklich gerade richtig.

- Sie bleiben zum Essen. - Aber nein...

- Das ist doch nicht nötig. - Sie müssen.

Es wäre eine Sünde, das ganze Essen verderben zu lassen.

Da kann ich nicht widersprechen.

Heutzutage muss ich viele Tauschgeschäfte eingehen.

Ein Farmer aus dem Norden zahlt seine Provision

in Form von Gänsen und Apfelkuchen.

Setzen Sie doch Wasser auf.

Hol ein paar Rüben und Kartoffeln.

Können Sie gut Gänse rupfen?

- Das weiß ich nicht. - Dann finden wir es raus.

- Draußen steht ein Korb. - Wie bitte?

Für die Federn. Sterling, hol ihn mal.

Ja, Pa. Rascal, ich bringe dich besser raus.

Wir waren nur etwas besorgt,

weil Sterling so lange allein ist, wenn Sie...

Die Dame, die diesen Apfelwein macht, hat ihre Obstbäume bei Duluth.

Prächtige McGreevys.

- Wenn sie verreisen... - Nur prächtige McGreevys.

Ich hab es mir zur Gewohnheit gemacht, ihr zu helfen.

Die Kirche könnte eine Hilfe...

- Mc-was? - Prächtige McGreevys. Zu 100%.

Ich will damit sagen... Danke... Ich will damit sagen...

- Ich bringe deine Tasche nach oben. - Danke.

Wir haben einen Ausschuss...

So was trinkt man nicht alle Tage.

- ..dessen Aufgabe es ist... - Sehen Sie sich die Farbe an.

Wenn man einen McGreevy richtig auspresst,

ihn sorgfältig abfüllt

und ihn lang genug im Keller lagert...

Kommt man zu diesem Ergebnis.

- Das ist doch alles... - Rechtens?

Wenn Sie wüssten, was für eine nette Seele die Dame ist.

Auf die nette Seele.

Auf die nette Seele!

Die besten Kanugewässer in der ganzen Welt.

Unglaublich.

Mann kann 100 Meilen unterwegs sein, ohne über Land zu reisen.

- Was macht der Kuchen? - Gleich fertig, Pa.

Rascal, das ist nicht für dich.

- Noch etwas Wein? - Nein, danke.

- Bitte. - Nur einen kleinen Schluck.

Außergewöhnlich gut.

Ja?

Pschächtige McGarveys.

Was zeichnet einen Apfel aus,

dessen Saft so...

- So spritzig ist? - Sehr gut. Genau das meinte ich.

Sogar äußerst spritzig.

Anfangs war es nur ein Sämling.

Er wuchs im Obstgarten eines gewissen McGreevy.

Der Baum trägt auch heute noch Früchte, 70, 80 Jahre später.

- 80 Jahre. - Und immer noch kräftig.

Auf den ersten prächtigen McGreevy.

Bravo!

Sehr spritzig.

Dem Kuchen müssen Sie besondere Beachtung schenken.

In der Eisbox ist ein Stück Käse.

Hol es uns doch bitte.

Cheddar-Käse aus Wisconsin verwandelt Apfelkuchen in etwas Besonderes.

Bitte sehr, Miss Whalen.

Das ist ein ganz besonderer Apfelkuchen.

Von einer Farmersfrau in Minnesota.

Er ist unübertrefflich.

Bitte sehr.

Nehmen Sie sich ein Stück Käse dazu.

Mit dem Kuchen hatten Sie 100-prozentig Recht, Mr North.

Sagen Sie ruhig Willard zu mir.

Will. Er war einfach himmlisch!

Sie haben heute eine Vorführung verpasst.

Von Sterling und dem Waschbär.

Ich habe ihn so weit, dass er keinen Maiskolben mehr ansieht.

Das wäre zu hoffen.

Ich habe ihn vollkommen entwaschbärt.

Entwaschbärt?

Ja, das Wort hatte ich auch noch nie gehört.

Vielleicht sollte es "entschädlicht" heißen.

Das ist mir alles neu.

Dieses Wort gibt es in Indianapolis nicht.

Da könnte man jede Menge spekulieren.

Ganz genau.

Wer von uns hat eine Entschädlichung nötig?

Für den Menschen sind Waschbären schädlich,

aber der Waschbär erachtet den Menschen als schädlich.

Hätten Waschbären die Macht, würden sie Menschen aus ihren Maisfeldern jagen?

Und Mützen aus Menschenhaut tragen?

- Genau. - Was ist Gerechtigkeit?

Sei still!

- Was ist da los? - Keine Ahnung.

Es wurde von Tag zu Tag schlimmer.

Erst Mais und nun auch noch Eier.

Wo würde Rascals Appetit aufhören?

Der junge Priester hatte es gut gemeint.

Vielleicht hatte er gehofft, Pa oder mich zu reformieren.

Aber mit welch großem Sünder er es bei Rascal zu tun hatte,

wusste er sicher nicht.

Nacht für Nacht begab er sich auf Entdeckungsreise.

Er öffnete Schlösser und war uns immer einen Schritt voraus.

Eines Nachts ertappte Mrs Folger einen Dieb in ihrer Vorratskammer.

Einen Einbrecher mit einer schwarzen Maske.

Am Tag darauf schloss ich seinen Fluchtweg für immer.

Da gelangte er von nun ab nicht mehr hinaus...

Dafür aber über den Dachboden... Ein einfallsreicher Einbrecher.

Sein nächster Coup war Operation Sirup in der Küche von Mrs Krause.

Der einzige Hinweis waren Fingerabdrücke,

Waschbär-Fingerabdrücke, die vom Tatort wegführten.

Es war, als ob man die Scheune vernagelte, nachdem das Pferd weg war.

Rascal fand einfach einen neuen Fluchtweg.

Wieder

und wieder.

Und wieder. Man konnte ihn nicht einsperren.

Es war also nicht überraschend,

dass der lange Arm des Gesetzes nach mir griff.

- Sterling. - Guten Tag, Mr Stacey.

Dich habe ich gesucht. Wir müssen uns unterhalten.

Ja?

Es sind Beschwerden eingegangen.

Es magst dir nicht bewusst sein,

aber wir haben es mit einem Delikt zu tun.

- Mit einem was? - Mit einem Delikt.

Das ist ein Verstoß gegen das Gesetz.

Ist dieses Tier registriert?

Nein, Sir. Aber er ist angebunden. Er ist an einer Leine.

Meine Aufgabe ist, das Gesetz durchzusetzen.

- Aber Mr Stacey... - Das hier drin festgeschrieben ist.

Hier. Gemeindeordnung, Abschnitt 14.

"Öffentliches Ärgernis."

Paragraph 5... "Haltung von Tieren."

"Die Haltung von Tieren, ausgenommen Nutz- und Haustiere,

ist nicht gestattet, es sei denn in einem Käfig."

"Verstöße werden mit..."

Vorsicht!

- Dabbett, du Wahnsinniger! - Reg dich nicht so auf, Cy.

Was? Ihr hättet mich fast überfahren.

- Was ist Ihr Problem? - Sie haben es doch gesehen.

Ich wurde praktisch überfahren.

Ein kleines Navigationsproblem.

Bei solchen Idioten ist kein Bürger in dieser Stadt mehr sicher.

Was ist hier los? Mein Pferdeposten!

Seht euch meine Posten an.

Beide sind handgeschnitzt.

Wozu stehen diese Dinger da auch rum?

Die gehören eh in ein Museum.

- Was? - Du willst es nicht wahr haben.

Aber das Zeitalter des Pferdes ist vorbei.

- Vorbei? - Zu Ende.

- Ach ja? - Ganz bestimmt.

Mein Pferd ist schneller als deine Dampfkutsche,

selbst wenn es einen Wagen mit eckigen Rädern zieht.

Du willst ein Pferd haben, dass es mit meinem Auto aufnehmen kann?

Ich werde es dir gerne beweisen, Barney Oldfield!

Ein Rennen könnte gegen die Gemeindeordnung verstoßen.

Ein Rennen? Garth!

Tretet an, wenn ihr den Mumm dazu habt.

Ich habe den Mumm und auch das nötige Geld.

Was wettest du? 10? 20?

Fünf... oder 100.

500?

Sagen wir 2 zu 1, damit ich dich überzeugen kann.

Einverstanden!

Morgen 14 Uhr auf Millers Picknick-Wiese.

- Guten Tag, Mr Pringle. - Einen kurzen Augenblick.

- Keine Eile. - Noch etwas, Mrs Folger?

Das war alles.

- Guten Tag, Mrs Beck. - Was für ein schöner Tag.

- Das war es also? - Ja.

Das macht $1,65.

Wir haben Küchengeschirr im Angebot.

Danke. Ich habe genug davon.

Ich möchte Ihnen nichts andrehen,

aber das sollten Sie ausnutzen, denn die Preise werden steigen.

Danke schön. Und nun zu Ihnen, Mrs Beck.

Sind die Stoffe schon eingetroffen?

- Ja, auch die Muster. - Gut.

Werfen Sie noch einen Blick auf das Geschirr.

Alles ist reduziert. Bitte sehr.

Das macht $1,46.

Das Geschirr ist im Angebot.

- Sind diese Kohlköpfe frisch? - Von heute Morgen.

Der Blumenkohl auch?

- Er kam mit dem anderen Kohl. - Und die Süßkartoffeln?

Alles ist frisch. Das ist unser Grundsatz.

Rascal, komm zurück!

Fangen Sie dieses Ding!

Gar nicht so schlecht, so auf die Schnelle.

Morgen machen wir es ihm noch etwas gemütlicher.

Wir sollten jetzt zu Bett gehen, Sterling.

Sterling.

Ja.

Mach dir um ihn keine Sorgen. Lass uns zu Bett gehen.

- Du bist so weit, Pa? - Ja.

Willst du ihn nicht noch mal zu Cy, Garth und Donnybrook bringen?

Sie sind schon los zum Rennen.

Stimmt. Das Rennen.

Wir könnten doch hinfahren und ihn hinterher freilassen?

Nein.

Bist du dir auch wirklich sicher?

Er ist noch nicht ausgewachsen.

Er mag noch nicht allein zurechtkommen.

Er wird es lernen.

Weißt du was?

Wir fahren sowieso an Millers Wiese vorbei. Also können wir kurz halten.

- MILLERS PICKNICK-WIESE - Nur zu!

Wer hat noch den Mut, auf Garth Shadwick

mit seinem Einer-Gespann zu setzen?

2 zu 1. Was ist mit Ihnen, Mr Pringle?

Was hat er denn? Weiß er nicht, dass die halbe Stadt auf ihn gesetzt hat?

Es ist dieser elende Waschbär.

Ruhig! Wo stecken Willard und der Junge überhaupt?

Es wird Zeit für den Start.

Offizielle Startzeit ist 14 Uhr.

Es ist Ihre letzte Chance.

Die Strecke kennen Sie ja.

Runter bis zur Kreuzung, an Millers Farm vorbei,

dann rechts runter zum See, an Otto Wagners Fütterstelle vorbei

und dann die Landstraße entlang über die überdachte Brücke

zurück zur Startlinie.

Gut. Dann los.

Der Dampfwagen vier Runden. Donnybrook zwei.

Ja. Fangen wir endlich an.

Donnybrook, wenn du je rennst, dann tu es bitte heute.

Alle zurücktreten. Damit auch keiner verletzt wird.

Sind die Herren so weit?

Auf die Plätze.

Fertig!

Los!

Ich sagte "Los". Also fangt schon an.

Komm, Donnybrook. Hüa!

Ganz ruhig, mein Junge.

Hör endlich auf zu pfeifen.

Ruhig, mein Junge.

Vorsicht!

Runter, Donnybrook!

Noch irgendwelche Wetten auf Donnybrook? 2-1? 3-1? 5-1?

- Das Rennen ist noch nicht vorbei! - Ganz richtig!

Seht doch!

Was ist denn los?

Wo bist du gewesen? Komm, schnell!

- Was werden wir tun? - Ein Rennen daraus machen.

Garth, halte an!

- Ich nehme ihn aus dem Rennen. - Er ist da!

Sterling, bring ihn her!

Da rein!

Los geht's!

- Was ist los? - Du kommst in Bedrängnis.

Donnybrook ist in der letzten Runde.

Lauf!

Komm schon, Donnybrook.

- Meinen Glückwunsch! - Rascal, du Tausendsassa!

Mein Liebling! Von nun an kannst du haben, was dein Herz begehrt.

- Mais, so viel du willst. - Und Eier - Tag und Nacht.

Die Marshmallow-Dose wird immer offen sein.

Und was Abschnitt 14 der Gemeindeordnung angeht...

Und so wurde Rascal zum Helden der Stunde.

Er hatte unser aller Gunst wieder, abgesehen von Walt Dabbett.

Der schönste Sommer meines Lebens ging nun dem Ende zu.

Ehe wir es uns versahen, war Thanksgiving,

Zeit für Theo, nach Hause zu kommen.

Norman, was Vater angeht, muss ich dich vorwarnen.

Mach dir keine Sorgen. Du hast ihn mir ja beschrieben.

Vater kann man nicht beschreiben, man muss ihn kennen lernen.

Ich freue mich jedenfalls schon.

Die Sache ist die: Ich möchte, dass du ihn magst.

Das lässt sich machen. Gut, dass du's gesagt hast.

Nun ja, ich möchte auch, dass er dich mag.

Das ist schon schwieriger.

Was soll ich nur mit dir machen?

Ich habe dich jedenfalls gewarnt.

Gut, du hast mich gewarnt. Sei nicht mehr aufgeregt.

Ich muss noch etwas an mein Büro durchgeben.

Kann man hier irgendwo ein Telegramm aufgeben?

- Bin gleich zurück. - In Ordnung.

TELEGRAFENAMT

Mrs Satterfield!

Hallo.

Ich bin Theo North.

Ach. So was!

- Sie waren mir gegenüber im Vorteil. - Wie geht es denn?

Ich wollte Ihnen eigentlich schreiben. Sterling hat mir berichtet.

Ich kann nicht klagen. Ab und zu macht mir das Rheuma zu schaffen.

Ich meinte, wie geht es mit Sterling und Vater?

Es scheint gut zu gehen.

Natürlich haben sie eine ungewöhnliche Lebensweise.

Jetzt muss ich aber. Es ist Thanksgiving. Viel zu tun.

Warten Sie. Wir können Sie mitnehmen.

Es ist zwar nur ein Zweisitzer, aber es wird schon gehen.

Das wäre ein zu großer Umweg für Sie.

Unsinn... Wieso Umweg?

Ich muss auf die andere Seite der Stadt, zur Menomene Avenue.

Mrs Satterfield,

wer kümmert sich um den Laden?

Den Laden?

Ja. Wer kümmert sich bei Vater und Sterling um den Haushalt?

Niemand, so weit ich weiß.

Wie schon gesagt: Ihre Lebensweise ist ungewöhnlich.

Sehr, sehr ungewöhnlich sogar. Schönes Thanksgiving.

Theo!

Schön dich zu sehen. Wo ist denn dein junger Mann?

Später, Mr Jenkins.

Theo, wo willst du denn hin?

Sie müssen Theos junger Mann sein.

Das dachte ich zumindest.

Heiliger Bimbam.

Wieso ist sie denn schon da?

Du bist früh dran. Kennst du Rascal noch?

Siehst du, wie sehr er gewachsen ist?

Wie konntest du nur?

Was? Ach, du meinst mein Kanu.

Es ist fertig. Ich und Pa wollen es später in die Garage bringen.

Ich rede nicht von deinem Kanu!

Wie konntest du mich so hinters Licht führen, was Mrs Satterfield angeht?

Es war nicht direkt gelogen. Zumindest war es nicht böswillig.

Eine erforderliche Notlüge, sagt Pa.

- Wo ist er? - Er holt den Truthahn vom Metzger.

Den musst du sehen. Es ist der größte Truthahn...

Wechsele nicht das Thema.

- Ein Farmer schuldete Pa Geld. - Sterling North, antworte mir!

McQuade.

Es war meine Schuld.

Ich hätte es dir sagen sollen.

Aber wir konnten es einfach nicht.

Wieso nicht? Was ist denn so schwer daran, eine Haushälterin einzustellen?

Sterling, ich rede mit dir.

Was ist so schlimm an Mrs Satterfield?

Sie ist eine nette, saubere und anständige Frau.

Was ist so schlimm an regelmäßigen Mahlzeiten?

An gestopften Socken und an polierten Möbeln? Was?

Gut, wenn du es wissen willst...

Sie wäre nie so wie Mom gewesen.

Oder wie du. Das ist das Schlimme daran.

Sterling, Mutter ist tot und ich habe eine Arbeit.

Gut, du hast eine Arbeit.

Es ist leicht für dich, in Chicago zu sitzen und Briefe zu schreiben.

Aber was ist mit Pa und mir? Pa ist die halbe Zeit weg.

Mrs... Mrs Satter... Mrs Satterfield...

Weißt du, was das Erste war, was sie tun wollte?

Sie wollte Wowser und Rascal rauswerfen.

Ganz recht. Sie hasst Tiere.

Sie wollte sie rauswerfen, als wären sie völlig einerlei.

Ich verstehe.

Gleich als sie hereinkam, fuhr sie mit dem Finger über Mutters Möbel.

"Raus mit ihnen. Tiere sind keine Menschen."

Das mag stimmen, aber für mich sind sie mehr als Tiere.

- Sie sind... - Ja.

Ich lasse nicht zu, dass irgendwer sie rauswirft.

Niemals.

Es tut mir Leid.

- Ich muss noch aufräumen. - Warte doch mal.

Theo?

? Über den Fluss und durch den Wald

Ich weiß, was du gleich sagen wirst.

Mea culpa.

Lateinisch für: "Hier herrscht Chaos, aber du bist drei Stunden zu früh."

Lass Sterling und mich das machen,

dann ist hier alles im Handumdrehen tipptopp.

- Was sagst du dazu? - Schön.

Es gibt da einen Farmer in Illinois...

Namens McQuade. Er ist dir die Provision schuldig.

Du durftest dir einen Truthahn aussuchen, den größten in ganz Illinois.

Richtig, das wusstest du ja schon.

- Wo ist denn der junge Mann? - Im Telegrafenamt.

Sei doch so nett und hol ihn von dort ab

und fahr mit ihm zum Koshkonong, die Eisboote beobachten oder so.

Eisboote? Das Wasser gefriert vor nächstem Monat nicht.

Dann fahrt ihr eben hin und wartet solange.

Was soll denn das Ganze?

Nichts.

Wieso sagst du nicht, was dich bedrückt? Dann fühlst du dich besser.

Ich habe alles gesagt und finde keine Worte mehr.

Hol einfach Norman ab. Sag ihm, es tut mir Leid.

Ich war durcheinander.

Meinst du nicht, dass du aus einer Mücke einen Elefanten machst?

Wie kannst du das sagen?

Wir leben, wie wir es wollen. Was ist so schlimm daran?

Papa, du hast schon immer so gelebt, wie du es wolltest.

Was ist falsch daran?

Daran ist falsch, dass jemand anderes dafür bezahlen muss.

Augenblick, junge Dame. Jetzt mal ganz langsam.

Und das Schlimmste daran ist,

dass ich gerade erkannt habe, dass ich Norman nicht heiraten kann.

Ich bringe es nicht übers Herz, Sterling allein aufwachsen zu lassen,

während du dem Regenbogen nachjagst.

Weil du zu selbstsüchtig bist, um Verantwortung zu übernehmen

und dem Jungen der Vater zu sein, den er verdient.

- Jetzt mal langsam... - Nein Papa!

Das muss einmal ausgesprochen werden.

Papa, für jede lebenslustige, unbekümmerte freie Seele,

für jeden ausgelassenen Schelm, muss jemand bezahlen.

Jemand, der sich um die Rechnungen kümmert,

darum, dass die Bilanzen stimmen.

Dass die Kinder bekleidet und die Schularbeiten gemacht sind

und dass Essen auf dem Herd steht.

Irgendjemand muss sich um diese Dinge sorgen.

Meist ist das Aufgabe des Vaters.

Und wenn der Vater Träumen nachjagen will...

Darum geht es jetzt nicht.

Ich fürchte doch. Denn ich werde deine Aufgabe übernehmen müssen.

Weil ich weiß, was mit Sterling passieren wird...

Was mit ihm bereits geschieht.

Ich spüre, wie einsam er ist.

Er hat nie was gesagt.

Nein, Papa, das würde er nie tun.

Er ist zu stolz, dir zu sagen, dass er mehr in seinem Leben braucht,

als einen Hund und einen Waschbären.

Papa... Sieh den Tatsachen ins Auge.

Sei ehrlich mit dir selbst.

Fahr nicht mehr davon, in die Wälder von Wentworth

oder rüber nach Minnesota.

Jag nicht dem größten Truthahn

im Staate Illinois hinterher.

Komm einmal zur Ruhe und überlege dir,

ob das dem Jungen gegenüber fair ist.

Ich sah das Licht und dachte, es wäre vielleicht Theo.

Sie konnten auch nicht schlafen?

Gratuliere! Ich auch nicht. Kaffee?

Danke.

Könnten Sie mir bitte sagen, was los ist?

Zuerst lässt Theo mich mitten in der Stadt stehen

und jetzt spricht sie kaum mit mir.

Sind wir nun verlobt oder nicht? Und wenn nicht, warum?

Setzen Sie sich, Norman.

Norman, je älter ich werde,

desto mehr bin ich davon überzeugt...

Nein, desto weniger bin ich davon überzeugt,

dass ich auf irgendetwas eine Antwort habe.

Liebling, was hast du?

Das Biest hier. Ich schlief und plötzlich hatte ich...

Was ist passiert? Wo ist Rascal?

- Unten. - Rascal!

- Was ist denn? - Rascal will wieder ausreißen.

Wie oft muss ich dir noch sagen...

Er hat mich gebissen.

Ich hole mal das Jod.

Sterling, gewöhn dich nicht zu sehr an ihn.

Er wird nicht immer jung bleiben.

Eines Tages wird Mutter Natur ihn rufen und ihn dir nehmen.

Dann wird er von dir gehen.

Komm her, mein Junge.

Lass mich die Wunde behandeln.

Er hat es nicht absichtlich getan, Pa.

Er möchte nur herumstrolchen.

- Tut es weh? - Es beißt nur ein wenig.

Ich werde ihn gehen lassen müssen.

So ist das Leben.

Die Dinge ändern sich.

Es kann nicht immer alles so bleiben, wie wir es uns gern wünschen.

Wir alle müssen irgendwann erwachsen werden,

auch Waschbären und junge Burschen.

Selbst Väter, schätze ich.

Er wird eine Weile umherstreifen.

Das liegt manchen Menschen in der Natur.

Aber er wird davon loskommen. Das wird er.

Er wird vernünftig werden und sich niederlassen,

vielleicht sogar das Büro über Pringles Laden mieten.

Miss Whalen hatte Recht gehabt. Die Zeit war gekommen.

Mutter Natur hatte Rascal ihre Botschaft ins Ohr geflüstert.

Rascal vernahm und beherzigte sie.

Ich wusste, ich musste ihn in die Welt zurückbringen, in die er gehörte.

Kurz vor dem Ufer vernahm ich einen leisen Ruf,

ein Trillern, wie von einem Vogel.

Es war ein Waschbärweibchen, das uns begrüßte.

Weniger mich als Rascal.

Ich fragte mich, ob er sie gehört hatte. Ein Teil von mir hoffte, nicht.

Aber er hatte es vernommen und konnte es kaum erwarten, an Land zu kommen.

Obwohl es mich schmerzte, ihn gehen zu sehen,

half es zu wissen, dass er nicht allein in der Welt sein würde.

Einmal sah er zurück, um zu sehen, ob ich noch da war.

Ich glaube, damit wollte er sich von mir verabschieden.

Ich sah, dass mein kleiner Waschbär nun allein zurecht kam.

Daran bestand kein Zweifel.

Und so verließ ich ihn.

Unser schöner Sommer war vorüber.

Rascal schien es spüren zu können,

denn er nahm noch ein letztes Mal Abschied von mir.

Ein temperamentvolles, ringelschwänziges Wunder.

Das alles liegt nun schon viele Jahre zurück.

Es war eine andere, ruhigere Zeit -

und wenn ich heute zurückblicke - auch meine glücklichste.

ENDE

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