All language subtitles for Emil.und.die.Detektive.1954.GERMAN.dTV

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Original subtitles

(Musik)

Siehst du, da müssen wir rüber.

Komm!

(Musik)

(beschwingte Musik)

Bleib hier stehen.

Weißt du, warum wir dich hergeholt haben?

Nein.

Der Geheimbund "Störtebeker" hat beschlossen,

dich, Emil Tischbein, in seine Reihen aufzunehmen.

Du hast bei der letzten Schlägerei gegen die Fortbildungsschüler

2 von uns herausgehauen.

Wir geben dir die Chance, in unseren Bund einzutreten.

Nimmst du diese Ehre an? - Ja.

Allerdings musst du, wie wir alle, erst eine Tat vollbringen.

Was für eine Tat?

Jedes Mitglied hat Aufgaben bekommen, die es erfüllen musste.

Erst dann wurde er in den Geheimbund aufgenommen.

Unser Geheimarchiv.

Hier sind alle Taten aufgezeichnet, die die "Störtebeker" begangen haben.

Du machst Augen, wenn du siehst, was wir schon alles angestellt haben.

Tod den Verrätern! - (alle) Tod!

Rache!

(alle) Rache, Rache, 3-mal Rache!

Deine Aufgabe:

Beim letzten Fang hatten Fischer einen jungen Seehund im Netz.

Der Fischhändler Meves in der Claus-Groth-Straße hat ihn gekauft.

Er will ihn an einen Zoo oder an ein Aquarium weiterverkaufen.

Für viel Geld.

Das muss verhindert werden.

Wir beauftragen dich, den Seehund zu befreien und ins Meer zu setzen.

Bist du bereit, diese Aufgabe noch heute Nacht zu erfüllen?

Kann ich das nicht nach den Ferien machen?

Da ist der Seehund längst verkauft. - Weil ich morgen verreisen will.

Vielleicht später eine andere Aufgabe?

Dachte ich mir gleich, er kneift.

Feigling. - Musterknabe.

Das sieht bloß so aus, weil er seiner Mutter keinen Kummer machen will.

Ihr helfen muss. Er kann auch anders.

Das bewies er bei den Fortbildungsschülern.

Er soll es noch mal beweisen, wenn er zu uns gehören will.

Also gut. Ich versuche es.

Jetzt gehörst du zum "Störtebeker"-Club.

Jetzt gehörst du zu uns.

(alle) ♪ Wir sind die Herren der Welt, die Könige auf dem Meer.

♪ Holala, Holala.

♪ La, la, la, lalala.

♪ Wir sind die Herren der Welt, die Könige auf dem Meer.

(Musik)

(Musik)

(Musik)

Fass ihn doch.

(beschwingte Musik)

(Das Seehund-Junge schreit.)

(Das Seehund-Junge schreit.)

(Musik)

Da, dort in die Karre.

Da sind aber Pakete drin. - Egal, du bringst ihn ja doch zurück.

Großartig, damit geht es schneller.

Oh ja.

Los, mach zu.

(Das Seehund-Junge schreit.)

Ab die Post.

(spannende Musik)

(spannende Musik)

(spannende Musik)

Das ist Postraub.

Ich war 10 min drin, um die Pakete für den Nachtschnellzug rauszuholen.

Wann war das? - Eben.

(Musik)

(Musik)

(frohgestimmte Musik)

(alle) Hurra!

Ahoi - Auf Wiedersehen.

Gute Reise!

Los, zurück.

Vorsicht, Polizei. Jeschke mit seinem Hund.

Ruft die Zentrale an. Worauf wartet ihr?

Los, verschwindet.

Such, Hund, lauf!

Such, such!

(Der Hund bellt.)

Wir müssen uns trennen. Du hier, ich da.

(Der Hund bellt.)

(Musik)

(Er atmet schnell.)

Ehe ich euch in die Ferien schicke,

vergebe ich noch, wie üblich, eine Prämie für die beste Zensur.

Emil Tischbein.

Hier, Emil, das ist nicht nur für deine guten Leistungen,

auch für dein lobenswertes Betragen und die 1 in deiner Führung.

Deine Mutter kann stolz auf dich sein.

Grüß sie von mir. - Danke.

(Die Jungs kichern leise.)

Nun ab, gute Erholung. In 5 Wochen sehen wir uns wieder.

Wiedersehen. - Wiedersehen.

Halt, alles zurück! Auf die Plätze!

Erlauben Sie, Herr Kollege.

Da ist noch etwas sehr Betrübliches.

Setzen!

Hinrichsen.

Hasenpfot.

Landahl.

Jarre.

Nevermann.

Gebt mal eure Zensuren zurück.

Ihr bleibt hier. Ihr anderen könnt gehen.

(unverständlich)

Jetzt schicke ich ihn nach Berlin, zum 1. Mal.

Da wird er sich aber freuen. - Und ob.

6 Monate war er alt, als wir damals aus Berlin evakuiert wurden.

Kaum waren wir da, kam die Nachricht, dass mein Mann gefallen ist.

Ich dachte mir, wozu soll der Junge die Ferien hier rumlungern.

Meine Schwester Marta schrieb, er soll kommen.

Ihr Mann verdient anständig.

Ich kann nicht mitfahren, es ist zu viel zu tun.

Er ist groß genug und muss gut aufpassen.

Da bist du ja.

Was ist denn?

Die Zensur?

Ist sie nicht gut?

Guten Tag, Frau Wirth.

Guten Tag, Emil.

Du hast es gut, du fährst nach Berlin, wie ich höre.

Aber Emil, das ist doch ausgezeichnet.

Alles sehr gut!

Singen genügend.

Ach, Singen. Sehen Sie sich mal so ein Zeugnis an.

Großartig.

Und was ist das?

Für lobenswertes Betragen und gute Führung.

Da hat er sich seine Ferienreise aber wirklich verdient.

Mach, dass du fertig wirst. Wir müssen zum Bahnhof.

Pack den alten Anzug in den Koffer, der gute liegt auf dem Bett.

Und zieh dir neue Schnürsenkel in die Schuhe.

Entschuldigen Sie bitte, dass es heute etwas schneller gehen muss.

Noch ein bisschen feucht.

Setzen Sie sich schön in die Sonne, damit Sie keinen Schnupfen kriegen.

Waschen und Legen, 3 Mark.

Gesundheit.

Sie können sich endlich auch mal eine elektrische Trockenhaube anschaffen.

Ja.

2, 3, so. - Dankeschön.

Auf Wiedersehen. - Auf Wiedersehen.

Kannst du mir sagen, wer die guten Anzüge erfunden hat?

Nein, warum?

Sag mir die Adresse, und ich erschieße den Kerl.

Andere Kinder wären froh, wenn sie einen guten Anzug hätten.

Siehst du, so hat jeder seine Sorgen.

Das sind die Blumen für die Großmutter.

Und vergiss nicht: Bahnhof Zoo aussteigen.

Großmutter und Ponyhütchen warten auf dich.

Genau.

Ach das Wichtigste, Emil, das Wichtigste.

Das Wichtigste.

Was ist denn das? - Das bringe ich Ponyhütchen mit.

Naja, schön, sehr schön.

Pass mal gut auf, Emil. Das sind 140 Mark.

Ein 100 Mark-Schein und zwei 20 Mark-Scheine.

Die bringst du der Großmutter.

Sie soll bitte nicht böse sein, dass ich das letzte Mal nichts schickte.

Dafür bringst du es dieses Mal selbst.

Gib ihr einen Kuss, verstanden? - Ja.

Verlier das Geld nicht. Wo willst du es hinstecken?

So, da klettert es nicht mehr heraus.

Um Gottes willen, wir müssen zur Bahn.

Aber bitte, Frau Tischbein, den Koffer trage ich selbst.

(Es klopft an der Tür.)

Nanu, wer ist das jetzt noch?

Guten Tag. - Tag.

Nett.

Welche große Freude.

Emils Zeugnis. Alles sehr gut.

Bis auf Singen. Das ist genügend.

Na ja.

Dieses Buch bekam er als Prämie.

Für lobenswertes Betragen und gute Führung.

Emil! Na, so komm doch.

Emil!

Tag, Emil.

Kannst du nicht "Guten Tag" sagen?

Tag.

Gratuliere, Emil, großartiges Zeugnis.

Bravo, Betragen lobenswert.

Da bist du anders als die 5 Strolche aus deiner Klasse.

Welche Strolche?

Ihr Schlupfwinkel war im alten Wrack an der Werft.

Die wollten den Postkarren stehlen. Da steht Zuchthaus drauf.

Versuchter Postraub.

In dem Versteck haben wir ein Lager mit gestohlenen Sachen gefunden.

Die Burschen trugen ihre Schandtaten in ein Buch ein.

Dieselben Bengels haben dem Denkmal vom Bürgermeister

eine rote Nase und einen Bart angeklebt.

Saubere Burschen. - So was.

Das Tollste ist:

Knuth Hinrichs sagte immer, er sei überfallen worden.

Als er Geld von der Bank abholte.

Kein Wort ist wahr, alles ist fingiert.

Kein Mensch überfiel ihn.

Die Polizei führte er an der Nase rum.

Von dem Geld sind die Burschen ins Kino gegangen.

Den Rest haben sie auf dem Schützenfest verknackt.

Dabei waren sie dumm und schrieben alles auf.

Und nun?

In deren Haut möchte ich nicht stecken.

Emil, freust du dich gar nicht, dass du nach Berlin fahren darfst?

Doch, doch.

Wir müssen zum Bahnhof. Entschuldigung.

Ich komme mit, wenn's recht ist. - Ja, das ist aber nett.

Komm mal her, Emil. Ich mache das schon für dich.

Emil, du wirst doch Herrn Jeschke nicht deinen Koffer tragen lassen.

Komm!

Schreib sofort eine Karte, wenn du angekommen bist.

Ja, und du mir auch. - Benimm dich anständig.

Damit es nicht heißt, wir wissen nicht, was sich gehört.

Genau.

Gute Reise, Emil. Und komm mir gesund zurück.

Und das Wichtigste: Verlier das Geld nicht.

Alle Mann an Bord.

Grüß mir Tante Marta und den Onkel, und Großmutter und Ponyhütchen.

Der Junge ist so komisch, gar nicht vergnügt.

Das ist ja auch das 1. Mal, dass er von mir wegfährt.

Nein, das ist es nicht. Er hat was gegen mich.

Hast du ihm gesagt, dass wir heiraten?

Nein, noch nicht. Ich bringe es nicht fertig.

Er spricht immer noch von seinem Vater.

Aber einmal muss er es erfahren. - Ich dachte, wenn er zurückkommt.

Verzeihung, meine Herrschaften, ist der Platz noch frei?

Selbstverständlich, das siehst du ja.

Dann gib mal her, mein Junge.

Dankeschön.

(Zuggeräusche)

Sehr liebenswürdig, junger Freund.

Danke. - Bitte, bitte.

Solche höflichen Kinder findet man heute selten.

Daran könntest du dir ein Beispiel nehmen, Elfriede.

Sind denn schon wieder Schulferien? - Ja.

So gut möchte ich es auch mal haben.

Welche Klasse? - Quarta.

Aha. Wie dividiert man durch einen Bruch?

Man dividiert,

indem man mit dem reziproken Wert des Bruches multipliziert.

Wie viel ist 7 mal 17?

119.

9 mal 37?

333.

Nenne mir die Nebenflüsse der Donau in Deutschland?

Iller, Lech, Isar, Inn fließen zu der Donau hin.

Altmühl, Nab und Regen fließen ihr entgegen.

Guter Junge, setzen.

Wohin geht denn die Weltreise? - Nach Berlin.

Da möchte ich auch mal wieder hin.

Da fährst du ganz allein, nur zu deinem Vergnügen?

Nein, ich muss auch noch etwas Geschäftliches erledigen.

Berlin ist eine Stadt.

Du wirst staunen, wie die sich wieder rausgemacht hat.

Oh ja, die Berliner bauen neuerdings Häuser, 100 Stockwerke hoch.

Zu Fuß braucht man 1 Monat, bis man oben ist.

Mit dem Fahrstuhl geht es schneller.

In jedem ist eine Küche, damit man nicht verhungert.

So ein Quatsch.

Hat es dort jemand eilig und will in einen anderen Stadtteil,

wird er auf dem Postamt schnell in eine Kiste gepackt.

Die kommt in eine Röhre und wird zu dem jeweiligen Postamt geschossen.

Reden Sie keinen Blödsinn.

Wie kann man Kindern solchen Quatsch erzählen.

Schämen Sie sich. - Das ist kein Blödsinn.

Das ist das fortschrittliche Berlin.

Wenn man kein Geld hat, geht man auf die Bank.

Man hinterlegt sein Gehirn als Pfand und kriegt 1.000 Mark.

Der Mensch lebt nur 2 Tage ohne Gehirn.

Er bekommt es erst wieder, wenn er 1.200 Mark zurückzahlt.

Sie haben wohl ihr Gehirn auch gerade auf der Bank.

Weiterhin gute Reise, mein Junge. - Danke.

(Der Zug rattert.)

Jetzt kannst du dich hinlegen, wenn du willst, und bis Berlin schlafen.

Nein, nein.

(Der Zug rattert.)

Entschuldigen Sie, bitte. - Nichts passiert.

Zigarette?

Nein, noch nicht.

Aber ein Bonbon?

Ich bin so frei.

Wie heißt du denn?

Emil Tischbein.

Gestatten, Grundeis.

Hahaha, Grundeis.

Komm mir gesund zurück.

(Die Robbe bellt wie ein Hund.)

Versuchter Postraub!

Zuchthaus!

(Musik)

(Musik)

(spannende Musik)

(Die Lokomotive pfeift.)

(Lautsprecher) Berlin, Bahnhof Roter Damm.

(Straßenbahn-Signal)

Entschuldigen Sie, Herr Inspektor? War das der Interzonen-Zug?

Ja, ja, der ist gerade angekommen. Mach mal Platz hier, los, los.

Großmutter, wir bleiben hier stehen und gehen nicht weg.

Ich werde zu jedem Jungen, der durch die Sperre kommt, Emil sagen.

Mach nur, mach.

Einen richtigen Schacht gruben sie, um in die Bank zu kommen.

Alle Tresorfächer ausgeräumt.

Der Schaden soll sich auf mehrere Millionen belaufen.

Es wird schwer festzustellen sein, was in der Bank alles drin war.

Außerdem darf es das Finanzamt auch nicht wissen.

Mancher sagt, man hätte ihm für 100.000 Mark Brillanten geklaut.

In Wirklichkeit waren es nur ein dutzend Alpaka-Löffel.

Befindet sich hier noch jemand ohne Fahrschein?

Ja?

Darf ich bitten. - Was wollen sie denn von mir?

Sie werden lachen, das Fahrgeld.

Aha, Sie sind wohl nicht von hier? - Wieso?

Sonst wüssten Sie, dass bei uns eine Fahrt 25, nicht 20 Pfennige kostet.

Das können Sie hier durch eine kleine Volksbefragung feststellen.

Ich habe kein Kleingeld. - Schade.

Kann jemand den 100 Mark-Schein wechseln?

Nein, leider.

Das habe ich mir gedacht. Wir sind doch keine Wechselstube.

Aber weil Sie mir sympathisch sind, helfe ich Ihnen mit 5 Pfennig aus.

So, bitte.

Einmal 25.

Bitte, danke.

Bitte das Fahrgeld.

Noch jemand ohne Fahrschein, bitte?

Moment, bitte.

Sind alle Reisenden schon durch? - Ja, natürlich.

Wir warten nämlich auf meinen Vetter Emil.

Ah, freut mich.

Das ist aber ein ulkiger Knabe.

Ich glaube, Großmutter, wir können nach Hause gehen.

Emil kommt nicht mehr. - Was kann da nur passiert sein?

Wenn er nicht abgefahren wäre, hätte uns die Anna ein Telegramm geschickt.

Sicher ist er verkehrt ausgestiegen.

Jungen sind manchmal furchtbar blöd. Aber was sollen wir jetzt machen?

Setz dich auf die Lenkstange, Großmutter.

Ich fahre dich nach Hause.

Was kann mit dem Emil nur passiert sein?

Die Sache gefällt mir nicht. Nein, die Sache gefällt mir nicht.

(Ein Auto hupt.) (Reifen quietschen.)

Bitteschön? - 3 Eier im Glas.

3?

3 Eier im Glas, Schokolade, Toast, Himbeermarmelade, frische Butter.

Zigarren.

(Hupe)

Kipp nicht gleich vom Stühlchen. - Wer hat denn hier gehupt?

(Hupe)

Wer ist das? - Ich, natürlich.

Du bist wohl nicht aus Berlin?

Sonst hättest du längst gewusst, dass ich eine Hupe in der Hosentasche hab.

Ich bin aus Neustadt, komme gerade vom Bahnhof.

Deswegen hast du auch so einen doofen Anzug an.

Nimm das zurück, sonst klebe ich dir eine, dass dir die Hupe platzt.

Das Wetter ist mir zum Boxen zu vornehm.

Wie heißt du denn? Ich bin Gustav mit der Hupe.

Emil.

Du spielst wohl hier mit der Zeitungsbude selbst verstecken?

Ich beobachte einen Dieb. - Ich verstehe fortwährend Dieb.

Siehst du den da drüben mit dem steifen Hut?

Ja, der die Eier isst.

Ja, der die Eier isst, für mein Geld.

Wieso für dein Geld? - Weil er mich im Zug beklaut hat.

Während ich schlief.

140 Mark. - 140 Mark, ist das wahr?

Genau.

Mensch, das ist ja großartig! Das ist ja wie im Kino.

Was willst du nun machen? - Keine Ahnung, immer hinterher.

Sag es doch einem Schupo. Der nimmt ihn gleich hopp.

Nein, ich mag nicht. - Warum nicht?

Ich habe selbst etwas in Neustadt ausgefressen.

Aha, verstehe.

Was denn? - Was denn?

Ich meine, was hast du denn ausgefressen?

Tolle Sache, versuchter Postraub. - Au Watte.

Ich finde die Sache mit dem Dieb knorke.

Das ist eine Wolke. Da mache ich mit.

Da helfen wir dir alle. Ich hole Verstärkung.

Mach schnell, sonst läuft mir der Kerl weg und ich muss hinterher.

Klar, Emil.

Ich freue mich halb dämlich. Das wird eine dolle Kiste.

(Musik)

Schnell, kommt mit!

Alle mir nach!

(beschwingte Musik)

(Gustav hupt.)

Alle hinter mir her.

Los!

Weg da!

Mensch, da kommt Gustav.

Was ist denn?

Kommt mit!

Na hoppla, hoppla, Jungs.

(flotte Musik)

Alle anhalten. Rüber, los.

Na, was sagst du nun?

Kolossal.

Also, Herrschaften, das hier ist Emil aus Neustadt.

Da drüben sitzt der Schweinehund, der ihm das Geld stahl.

Emil, du wirst jetzt hier abgelöst. Wir stellen Stafetten auf.

Dräger, Kosmar, Mecklenburg. Ihr 3 bleibt hier.

Wenn es etwas gibt, gebt ihr Nachricht.

Alle anderen ab ins Hauptquartier.

Das ist endlich mal eine Gelegenheit, richtig Detektive zu spielen.

So, Emil, und jetzt werde ich dir erst mal alle vorstellen.

Das ist der Professor, unser großer Mathematiker.

Das ist der kleine Dienstag. Auf den kannst du bauen.

Das ist Krumbiegel. Er kann nur noch Indianisch.

Wir nennen ihn "Fliegenden Hirsch". - Du sagst es, großer Häuptling.

Schluss mit der Vorstellerei.

Als 1. brauchen wir Betriebskapital, damit wir uns rühren können.

Das ist unser Generalstabschef.

Jeder gibt, was er hat.

Vielen Dank, vorläufig.

Wenn wir den Kerl gefasst haben, bekommt ihr das Geld wieder.

Das kennen wir. - Das ist doch nicht nötig.

5,70 Mark, prima. - Das ist unser Betriebskapital.

Emil, Gustav, Mittenzwei, Gerold und ich.

Wir sind die Chefs von Scotland Yard. Wir allein nehmen die Verfolgung auf.

Ihr anderen wartet auf neue Befehle.

Kann ich meine Kamera mitnehmen? Wir müssen den Kerl fotografieren.

Lauf nach Hause und hole sie.

Vielleicht ich als Polizeihund?

(Alle heulen und bellen.)

Ruhe, Ruhe, ihr benehmt euch ja wie Kinder.

Wer von euch hat Telefon?

(mehrere) Ich.

Du, Dienstag, welche Nummer? - 84 64 45.

Jeder merkt sich die Nummer.

Wenn einer von euch etwas beobachtet, ruft er den kleinen Dienstag an.

Ich wäre aber viel lieber mit dabei.

Keine Widerrede. Geh nach Hause ans Telefon!

Wir brauchen eine Parole.

Ich schlage vor: Parole Emil.

(alle) Parole Emil, Parole Emil!

Los, ab!

Hallo, hallo!

Entschuldigen Sie, mein Herr. Es macht 4,20 Mark.

Ich habe oft genug gerufen. Sie sitzen auf den Ohren.

Hier.

Hier, Mommsenstraße 6, 3 Treppen im Gartenhaus.

Und grüß die Großmutter und Ponyhütchen.

Onkel und Tante sollen sich nicht ängstigen.

Er geht, er geht, er geht. Los, kommt!

(Alle rufen durcheinander.)

Habt ihr denn überhaupt Geld? - Fahren Sie dem Taxifahrer nach.

(spannende Musik)

Du, wie viel macht's?

2,40 Mark.

(spannende Musik)

Los, ab, hinterher!

Da fehlen aber 20 Pfennig. - Verzeihung, hier.

Die Sache gefällt mir nicht, nein, nein.

Die Sache gefällt mir nicht. - Mir auch nicht.

Wäre ich bloß mitgegangen. Hast du genau aufgepasst?

Vielleicht habt ihr ihn übersehen? - Ganz ausgeschlossen.

Wer weiß, was der dämliche Emil angestellt hat.

Was machen wir jetzt?

Wir müssen ein Telegramm nach Neustadt schicken.

Lieber nicht, die Tante bekommt einen Schreck.

Aber Vati muss es wissen. - Das ist eine gute Idee.

Ich rufe ihn gleich im Betrieb an. Oma, pass auf die Makkaroni auf.

Die sollen nicht anbrennen.

Ponyhütchen, dass du mir nicht aus dem Haus gehst, ehe ich wiederkomme.

Nein, nein.

Also dann, tschüs. - Tschüs.

Vielleicht regen wir uns umsonst auf?

Aber wo kann er denn nur stecken, der Junge?

Vielleicht hat er beim Bürgermeister einen Anstandsbesuch gemacht?

Blödes Zeug.

(Es klingelt.)

Das ist er.

Da bist du ja.

Ja, da bin ich.

Die Füße des "Fliegenden Hirschs" sind schnell.

Ja, ist ja schon gut. Komm nur herein.

Komm, setz dich nur, setz dich. Du hast doch bestimmt Hunger?

Der "Fliegende Hirsch" hat immer Hunger.

Na ja, freilich, da musst du gleich etwas essen.

Ponyhütchen, hat die Mutter das Essen in der Röhre stehen?

Schau mal nach. Mein Junge, da bist du ja.

Wir haben auf dich gewartet, stundenlang.

Ich freue mich so.

Guten Appetit.

Der "Fliegende Hirsch" dankt für die Gabe.

Wer bist du nun eigentlich: Emil oder der "Fliegende Hirsch"?

Ich bin der "Fliegende Hirsch".

Großmutter, das ist gar nicht Emil. - Was, das ist gar nicht Emil?

Das Bleichgesicht hat es erraten.

Ja, um Gottes willen, ist denn dem Emil am Ende etwas zugestoßen?

Unbesorgt, der große Manitu schwebt über ihm.

Rede doch nicht so einen Quatsch, sondern sage, was los ist.

Ist er wenigstens gesund, der Emil? - Du sagst es, bleiche Taube.

Wer schickt dich denn?

Der Häuptling der großen Bande. Hier ist der Brief.

Gib doch mal her.

Lass mal.

"Liebe Großmutter! Ich bin in Berlin.

Ich kann aber noch nicht kommen, weil ich noch etwas erledigen muss.

Ich komme, wenn alles geordnet ist.

Herrliche Grütze."

Was?

"Herzliche Grüße."

Hat der Bengel eine Klaue.

"Herzliche Grüße an Onkel, Tante und Ponyhütchen.

Dein treuer Emil."

Sofort sagst du uns, wo Emil steckt.

Auf dem Kriegspfad. - Wo Emil steckt, will ich wissen.

Hugh, ich habe gesprochen.

Keine Squaw in diesem Wigwam wird ein Wort erfahren.

Du willst nicht sagen, wo Emil steckt?

Die Lippen des "Fliegenden Hirschs" sind durch Zauberspruch gebunden.

Verzeihung, ich habe meinen Mustang vergessen.

(Großmutter) Mustang?

Warte einen Augenblick, ich komme mit.

Noch was.

Diese Sterne des Gartens sind Emils Geschenk an die bleiche Taube.

Ponyhütchen!

Warte noch, mein Hütchen.

Ponyhütchen, wo willst du denn jetzt auch noch hin?

Zu Emil. - Zu Emil.

Gut, gut, ja ja.

Ich habe ja so lange auf dich gewartet.

Ich habe nicht geglaubt, dass du dich noch mal meldest.

Anni, was denkst du denn von mir? Dringende Geschäfte.

Aber jetzt bin ich ja da. - Bleibst du?

Ja. - Wie lange?

Na komm, komm.

Los, ab, telefonieren! Lagemeldung.

Jawohl.

Ach Karl, ich habe solche Angst um dich gehabt.

Mir passiert schon nichts, wenn du mich nicht verrätst.

Karl, du weißt doch, dass ich alles für dich tue.

Aber jetzt bitte ich dich, lass die Finger davon.

Du sagtest selbst beim letzten Mal "Jetzt ist Schluss."

Wir wollen zu deiner Mutter fahren. - Und dabei bleibt es auch.

Aber dieses Mal musst du mir noch helfen.

Nein, Karl, ich tue es nicht.

Ach so, um mir das zu sagen, hast du dich mit mir getroffen?

Es ist zu gefährlich. - Man muss etwas riskieren.

Ach, Karl, wenn ich doch nur in dein Herz sehen könnte.

Dann würdest du nichts weiter finden, als lauter Liebe für dich.

Hast du es mit? - Ja.

Nein, nicht hier. Komm!

(Das Telefon klingelt.)

(Das Telefon klingelt erneut.)

Parole Emil.

Er sitzt im Botanischen Garten mit einem Mädchen.

Wir lassen ihn nicht aus den Augen.

Warte doch mal, wo soll denn Willi mit seinem Fotoapparat hingehen?

Zum Botanischen Garten. - Jawohl, zum Botanischen Garten.

Parole Emil - Parole Emil, Ende.

(Das Telefon klingelt .)

Parole Emil. - Hier ist Willi.

Ach du bist es, Willi.

Du sollst sofort zum Botanischen Garten gehen.

Da sitzt er mit einem Mädchen. - Jawohl, danke, Parole Emil.

Parole Emil, Ende.

So, jetzt kannst du es mir geben.

Schwöre mir, dass es das letzte Mal ist.

Aber Anni, du kennst mich doch.

Heiratsschwindler. - Quatsch, Mädchenhändler.

Willi mit der Kamera.

So, wir sehen uns morgen wieder. - Du willst schon gehen?

Ich muss, dringende Geschäfte.

Noch mal werde ich mich vormittags vom Geschäft nicht freimachen können.

Dann am Abend.

Also gut, morgen Abend halb 8 vorm Geschäft?

Ja. - Ja, gut.

Er hat sie fotografiert. - Los, hinterher.

(beschwingte Musik)

Hast du ihn fotografiert? - Ja, alle beide.

Telefoniere, ab!

(langsame Musik)

Los, kommt.

Das ist unser Hauptquartier für heute Nacht.

Willi, ab nach Hause, die Bilder entwickeln.

Los, kommt.

(Das Telefon klingelt.)

Parole Emil.

Parole Emil. Hier ist Mittenzwei.

Unser Hauptquartier ist in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche.

Er ist im Hotel Stephanie.

Er sitzt in der Falle. Es hat keinen 2. Ausgang.

Die Belagerung hat begonnen.

Hotel Stephanie. Die Belagerung hat begonnen.

Warte doch mal, warte doch mal, Mittenzwei.

Ich wäre so gern mit dabei.

Hallo?

Und was ist bei dir los?

Hier? Hier ist es zum Kotzen langweilig.

Parole Emil, Ende.

Augenblick mal, was denn für eine Belagerung?

(Die Straßenbahn bimmelt.)

Telefongespräch ausgeführt.

Wie lange kann die Belagerung noch dauern?

Was machen jetzt die Stafetten? - Abblasen.

Morgen früh sollen sie den kleinen Dienstag anrufen

und sich wieder zum Bereitschaftsdienst versammeln.

Lauf und sag es ihnen.

Vielleicht müssen wir ein Kesseltreiben machen?

Und wir wollen die ganze Nacht hier sitzen?

Na klar.

Was wird nur meine Großmutter sagen, und mein Onkel und meine Tante?

Jetzt gibt es keine Privatangelegenheiten mehr.

Jetzt muss gehandelt werden. - Wie denn handeln?

Wir müssen das Geld, was er Emil geklaut hat, einfach wieder klauen.

Quatsch, wenn wir ihm das Geld klauen, sind wir auch Diebe.

Der Professor hat recht.

Wenn ich jemand was wegnehme, ganz gleich was, bin ich ein Dieb.

Was mir gehört, kann ich doch gar nicht stehlen.

Was mir gehört, gehört mir, auch wenn es in einer fremden Tasche ist.

Richtig.

Das sind schwer begreifliche Unterschiede.

Das verstehen sogar Erwachsene nicht.

(Musik)

Parole Emil. - Parole Emil, Ponyhütchen.

Das ist meine Cousine. Wie kommst du hierher?

Der weiße Bruder hat ein Gedächtnis wie ein Sieb mit Loch.

Wir haben natürlich mit dem kleinen Dienstag telefoniert.

Wir waren schon ganz verzweifelt.

Da kam der "Fliegende Hirsch" mit deinem Brief.

Netter Kerl, gratuliere. Der Indianer hat mir alles erzählt.

Da dachte ich mir, ich bringe euch was zu futtern.

Prima, der Nachschub klappt.

Sind das die Detektive? - Ja.

Das ist der Professor, das ist Gustav mit der Hupe.

Das ist Mittenzwei. - Sehr angenehm.

Endlich lerne ich richtige Detektive kennen.

Bitte lassen Sie sich nicht stören, meine Herren.

Wie machen Sie das eigentlich, Detektiv?

Wir schleichen ein bisschen rum. - Und wir beschatten den Verbrecher.

Ich würde gern hier bleiben, aber ich habe Angst.

Meine Eltern alarmieren das Überfallkommando,

wenn ich zu spät heim komme.

Um Gottes willen, keine Erwachsenen hier.

Wenn die Großen kommen, dann ist alles aus.

Ich verrate nichts, bestimmt nicht. Ihr könnt euch auf mich verlassen.

Schade, jetzt muss ich wieder zurück.

Ein anständiges Mädchen gehört in die Klappe.

Wiedersehen, meine Herren.

Wiedersehen. - Wiedersehen.

Ach, ich habe was vergessen.

Oh.

Ist ja reizend.

Schade, er ist kaputt gegangen.

Ach was, Scherben bringen Glück, sagt Großmama.

Parole Emil. - Parole Emil.

Donnerwetter.

Gefällt sie dir? - Hm.

Gut? - Sehr gut.

Du, sehr gut darfst du nicht sagen. - Lass, Mann, jetzt nicht.

Das ist dafür, dass du gesagt hast, mein Anzug ist doof.

Der ist nicht doof, ich habe mich schon dran gewöhnt.

Aber ich habe eine Idee. Komm mit!

(Musik)

Siehst du den Hotelboy dort? - Ja.

Pass auf!

(Er hupt.)

Willst du dir ein Trinkgeld verdienen?

Von euch?

Pass auf!

(Er flüstert.)

Kommt!

Hier Portier. Ja, bitte?

Jawohl, ich schicke sie sofort rauf.

Wo steckt Max denn wieder? - Der muss draußen sein.

(beide) Max?

Max, wo bleibst du denn?

Hier, bring mal die Abendzeitung auf Nr. 11 rauf.

Jawohl.

Die Abendzeitung, bitte. - Danke, mein Junge.

(Es zischt laut.)

Keine Aufregung, meine Herrschaften.

Der Feuerlöscher ist bloß von der Wand gefallen.

Was soll denn das?

Ach du lieber Gott, ach du lieber...

"Feind hat Nummer 9. Es gehen tolle Dinge vor."

Ab, Nachricht zur Telefonzentrale.

(Das Telefon klingelt.)

(Das Telefon klingelt erneut.)

Parole Emil.

Der Feind hat Nummer 9. Es gehen tolle Dinge vor.

Aha, der Feind hat Nummer 9.

Ja, es gehen tolle Dinge vor.

Parole Emil.

Parole Emil, Ende.

(liest, was er schreibt) Der Feind hat Nummer 9.

(Tür wird geöffnet.)

(In der Tasche scheppert es.)

(Krachen)

Portier, Nummer 9. 8 Uhr wecken.

(Er stößt am Stuhl an.)

Nichts Neues bei Dienstag. Aber jetzt muss ich nach Hause.

Sonst darf ich morgen nicht mehr mitmachen.

Achtung, Emil kommt. - (alle) Emil!

Ich habe sie gerettet. - Bravo, zeig mal.

Ist ja kein Geld drin.

Aber er hatte die 3 Geldscheine doch in der Hand.

Ich habe es gesehen.

Verfluchter Mist.

Was ist denn das? - Ich weiß nicht.

Hast du ihm das weggenommen? - Ja.

Wenn er es morgen nicht findet, heißt es, es wurde ihm gestohlen.

Ich habe dir meine Uniform geliehen. Ich weiß, was mir morgen passiert.

Du musst die Brieftasche zurück bringen, vorher zeichnen wir das ab.

Habt ihr Papier und Bleistift? - Hier.

Er will morgen um 8 geweckt werden. - Dann passiert heute nichts mehr.

Hauen wir ab in unsere Klappen. - Ja, um 8 alle auf dem Lagerplatz.

Mittenzwei, ruf den kleinen Dienstag an.

Er soll die anderen benachrichtigen, die auf dem Lagerplatz sind.

Ja, Herr Polizeipräsident.

Was wird aus mir? - Du kannst bei mir schlafen.

Parole Emil! - Parole Emil!

Du kannst was erleben, wenn du jetzt nicht die Wahrheit sagst.

Raus mit der Sprache! - Es ist eine geheime Sache.

Bitte, jetzt lass mich mal. - Bitte, wie du meinst.

Immer diese Grobheit!

Mein Kind, sag mal deiner Mutter: Wo ist Emil?

Na?

Du willst es nicht sagen? Du siehst, wie wir uns aufregen.

Wenn ich sage, was los ist, regt ihr euch nur noch mehr auf.

(alle) Ponyhütchen!

Wenn Emil was zustößt, sind wir schuld.

Dem stößt schon nichts zu.

Er will die ganze Nacht nicht nach Hause kommen?

Dann kann ich nicht schlafen. - Leg dich hin, Großmutter, schlaf.

(weinend) Das sagst du so.

Ihr könnt euch auf mich verlassen. Ich habe euch noch nie belogen.

Die Sache gefällt mir nicht. Nein, die Sache gefällt mir nicht.

Gute Nacht, Großmutter. - Nacht, Ponyhütchen.

Gute Nacht, Papa.

Gute Nacht, Mama.

Hast du Töne? - Deine Temperatur.

Hätte ich sie verprügelt: Sie hätte nichts gesagt.

Deine Tochter. - Deine Erziehung.

Sie hat deinen Dickkopf. - Und deine Respektlosigkeit.

Soll sie vor dir Respekt haben?

Kinder, das gefällt mir nicht. Das gefällt mir wirklich nicht.

Robert!

(Musik)

Aha!

Berlin ist mächtig groß.

Wenn ich daran denke:

Wenn ich euch nicht gefunden hätte und ganz allein hier wäre.

Da kriegte ich eine Gänsehaut.

Man gewöhnt sich dran. Ich hielte es in Neustadt nicht aus.

Ach, man gewöhnt sich auch an Neustadt.

Aber schön ist Berlin.

Keine Frage, Professor, wunderschön.

Du wirst sehen, morgen jagen wir dem Burschen das Geld wieder ab.

Hast du eigentlich Angst vor deiner Mutter?

Angst? Keine Spur, die erlaubt mir alles.

Aber ich tue es nicht. - Das verstehe ich nicht.

Ihr habt wohl viel Geld?

Ich weiß nicht, wir sprechen zu Hause wenig darüber.

Wer wenig über Geld spricht, hat viel davon.

Schön möglich.

Wir sprechen oft über Geld. Meine Mutter und ich.

Wir haben eben wenig.

Sie muss fortwährend verdienen. Trotzdem reicht es nicht.

Aber wenn wir einen Klassenausflug machen,

gibt sie mir genauso viel Geld, wie die anderen Jungen bekommen.

Manchmal sogar noch mehr. - Wie kann sie denn das?

Das weiß ich nicht, aber sie kann es.

Ich bringe dann die Hälfte wieder mit nach Hause.

Aha, so ist es bei euch. - Jawohl, so ist es.

Wenn sie mir erlaubt, bis 9 Uhr an den Strand zu gehen,

bin ich gegen 7 Uhr wieder zurück.

Warum?

Weil ich weiß, dass sie allein in der Küche sitzt und Abendbrot isst.

Das ist bei uns aber anders.

Wenn ich wirklich mal früh nach Hause komme,

sind sie im Theater oder eingeladen.

Wir haben uns ja auch ganz gern, meine Eltern und ich.

Aber wir machen wenig Gebrauch davon.

Das ist das Einzige, was wir uns noch leisten können.

Aber deswegen bin ich kein Muttersöhnchen.

Da habt ihr euch wohl sehr lieb, deine Mutter und du?

Kolossal.

Jetzt muss ich aber wieder rüber auf meinen Posten.

Gute Nacht, Emil. - Gute Nacht, Professor.

8 Uhr Großalarm? Was ist denn das?

(im Schlaf) Parole Emil.

Parole Emil?

Er träumt.

(Zeitungsverkäufer) Die neuesten Nachrichten.

Die neuesten Nachrichten.

Die neuesten Nachrichten.

(Kirchturm-Uhr schlägt.)

(brummendes Geräusch)

(erneutes Klopfen)

Ja.

Guten Morgen, es ist 8 Uhr. Hier ist das Frühstück.

Wer hat denn Frühstück bestellt? - Ich dachte, Sie müssen frühstücken?

Ab!

(Telefon)

Ja. Bin doch schon aufgestanden.

Machen Sie mir eine Verbindung mit 91 99 99, aber schnell.

Ich warte.

Ja, guten Tag, Fräulein.

Nein, ich bin selbst am Apparat.

Ja, ja.

Ist schon gut.

Ja, Alfred?

Ich bin es.

Seit gestern Abend.

Ja, ich weiß.

Was soll denn los sein?

Was ist denn für ein Betrieb bei dir?

Bei mir?

Nein, alles in Ordnung.

Ich möchte nur hören, wie es weitergehen soll?

Was?

Unsere Sache natürlich. Deswegen bin ich ja hier.

Ja, die Tasche ist hier.

Den Schlüssel? Habe ich aber nicht.

Ja, ich bringe alles mit.

Das ist alles?

Glaube mir, kein Mensch ist hinter mir her.

Wer soll mich denn beobachten?

Kann ja gar nicht. Nein, nein, keine Sorge.

Wenn alle so vorsichtig sind wie ich...

(Tür schlägt zu.)

Max, was machst du denn da? Das darfst du doch nicht.

Herein?

Guten Morgen.

Guten Morgen.

Haben Sie eine Uhrzeit? - Es ist 8 Uhr durch.

Elisabeth, der verdammte Wecker hat wieder nicht funktioniert.

Ich darf nicht zu spät kommen. Wo ist mein Manuskript?

Schon gut, Sie können gehen. - Mein Manuskript.

Wenn ich nicht pünktlich da bin und die Rede nicht halten kann,

wissen die Leute nicht, um welche Einweihungsfeier es sich handelt.

Wir können noch in Ruhe frühstücken. - Dazu haben wir keine Zeit mehr.

Hochverehrte Anwesende, sehr geehrter Herr Oberbürgermeister.

Wir haben uns hier zu Hunderten versammelt, weil...

Hochverehrte Anwesende, sehr geehrter Herr Oberbürgermeister.

Wenigstens eine Tasse Kaffee. - Was denn, ach so.

Ja, hochverehrte Anwesende, sehr geehrter Herr Oberbürgermeister.

Wir haben uns hier zu Hunderten versammelt, weil...

Hochverehrte Anwesende, sehr geehrter Herr Oberbürgermeister.

Du bist allein? Wo sind denn die anderen?

Der muss gleich aus dem Hotel kommen.

(Alle rufen durcheinander.)

Wünschen der Herr einen Wagen? - Ab!

Er ist schon aus dem Hotel.

Achtung, zuhören! Er ist schon aus dem Hotel.

Gruppe Mittenzwei, ihr lauft ihm nach.

Die motorisierte Gruppe unter dem "Fliegenden Hirsch"

stößt auf Kommando "Pfui".

Los, ab!

(alle) Ja.

Die auf Nummer 11 melden sich nicht. Da muss was passiert sein.

Wir gehen mal rauf.

(Klopfen an der Tür)

Herr Professor, das Festkomitee ruft ständig an.

Sie müssen aufwachen.

Es ist höchste Zeit.

Sehr verehrte Anwesende, zu Hunderten...

(spannende Musik)

(flotte Musik)

(Fahrrad-Klingeln)

(beschwingte Musik)

(beschwingte Musik)

(lautes Johlen und Klingeln)

Gustav und ich, wir gehen hinein. Emil, du bleibst hier.

Wenn Gustav hupt, ist es soweit.

(Schalterbeamter) Was willst du denn?

Bitte, der Herr ist vor mir dran. - Sie wünschen, mein Herr?

Wollen Sie mir bitte einen 100-Mark-Schein wechseln?

Wie möchten Sie es haben? - 2 Fünfziger.

Einen Augenblick. Das Geld ist gestohlen.

Das Geld hat er meinem Freund gestohlen.

Er will es wechseln, damit ihm keiner was nachweisen kann.

Was sagst du da? - Frechheit, ich kenne die nicht.

(Hupe)

(Hupe)

Was ist hier los?

Die Jungs behaupten, ich hätte ihnen Geld gestohlen.

Einen 100-Mark-Schein, zwei 20-Mark-Scheine.

Gestern Nachmittag im Interzonenzug.

Kannst du das beweisen? - Ich war gar nicht verreist.

Verdammter Lügner! Es ist mein Geld.

Ruhe, Ruhe! Wir behalten das Geld vorläufig hier.

Darf ich um Ihren Namen bitten? - Grundeis heißt er.

Das ist eine Verwechslung. Ich heiße Müller.

Im Zug sagte er, dass er Grundeis heißt.

Ich schwöre, meine Herren, es ist mein Geld.

Das genügt leider nicht. Ein Schein sieht aus wie der andere.

Ich erkläre auf mein Ehrenwort: Das ist mein Geld.

Ich werde doch nicht kleine Kinder ausrauben.

Ich steckte mir das Geld mit einer Sicherheitsnadel im Jackett fest.

Die Nadelstiche müssen noch zu sehen sein.

Stimmt.

Au!

Und hier sind die anderen 40 Mark. Auch mit Nadelstichen.

(Schreie und Hupen)

(Alarm)

(Polizei-Sirene)

(Polizei-Sirene)

Wie heißen Sie?

Herbert Kiesling.

(Kinder lachen laut.)

Erst heißt er Grundeis, jetzt Müller, und dann heißt er Kiesling?

Ganz ruhig, das kriegen wir schon raus.

Sie haben also seit 1 Woche Berlin nicht verlassen?

Nein. - Wo waren Sie gestern Nachmittag?

In Steglitz. - Wo in Steglitz?

In der städtischen Lesehalle. - Er war im Botanischen Garten.

Hier ist der Beweis. Wir haben ihn fotografiert.

Schön, setzt euch wieder hin.

Wer ist die Dame neben Ihnen?

Gut, das kriegen wir noch raus.

Ist das dieselbe Tasche wie auf dem Foto?

Ob das dieselbe Tasche ist?

Es sieht so aus.

Sie haben keinen Schlüssel dazu? Sie wissen nicht, was drin ist?

Nein.

Und diesen Herrn kennen Sie auch nicht?

Öffnen, feststellen, wer der Mann und diese Frau ist.

Die Bonbons ins Labor, und feststellen, wo das ist.

Du erinnerst dich genau an die Telefon-Nummer?

Das war ganz leicht zu behalten.

91 99 99.

Also, Herr Kiesling, haben Sie Emil Tischbein 140 Mark gestohlen?

Ja.

Ich weiß auch nicht. Das kam so plötzlich.

Der Junge lag in seiner Ecke und schlief.

Ihm fiel etwas aus der Tasche. Ich wollte sehen, was das ist.

Na, also. - Dann kriege ich mein Geld wieder.

Lass es dir nicht wieder stehlen. - Ausgeschlossen.

Dann bin ich jetzt überflüssig?

Ja, danke schön. Falls wir Sie brauchen, rufen wir an.

Kann ich auch gehen, Herr Kommissar?

Ich habe doch den Diebstahl zugegeben.

Ich wohne im Hotel Stephanie und habe geschäftlich in Berlin zu tun.

Ich müsste noch ein paar Gänge tun. - Dass ich nicht lache.

Nein, nein, mein Lieber. Sie bleiben hier.

(Hupe)

Hier sind wir, die ganze Familie. - Da ist er ja.

Da ist er ja.

Entschuldigen Sie, Herr Polizeipräsident,

ich bin nämlich die Großmutter.

Das haben die Jungen großartig gemacht, wie richtige Detektive.

Einen schönen Gruß von Mutter.

Nicht böse sein, dass sie dir letztes Mal nichts schickte.

Dafür bringe ich es diesmal selbst. - Ja, Emil!

Wenn du mal Eisenbahn fährst, lass dir keine Bonbons schenken.

Bonbons?

Taro, machen Sie keine Geschichten. Kommen Sie mit.

Da, schau her. Wie geht es denn, Herr Meier.

Wir sind doch alte Bekannte.

(Jahrmarkt-Musik)

Das Bayerische liegt Ihnen nicht. - Na, dann, Mahlzeit!

Kriminalpolizei.

Haben Sie das hier gezeichnet?

Ja.

Das ist dieses Zimmer hier mit dem Geldschrank.

Warum haben Sie das alles so genau aufgezeichnet?

Kommen Sie mal mit.

Ich habe ihn doch so lieb gehabt.

(Fahrzeug-Sirene)

Halt, stehen bleiben!

Hände hoch, Hände hoch!

(Schuss)

Siehst du, nun hast du dein Leibgericht.

Makkaroni mit Schinken und Parmesankäse.

Mahlzeit!

(Türklingel)

Was ist denn jetzt?

Guten Tag, ich komme vom Kriminalamt. Ist Emil Fischbein zu sprechen?

Sie meinen wohl Tischbein? Ja, der ist hier.

Guten Tag, entschuldigen Sie bitte, bist du der Schüler Emil Holzbein?

Tischbein. - Ist auch ein schöner Name.

Du kannst dir gratulieren. - Wer hat denn Geburtstag?

Der Kerl, den Emil Holzbein hat festnehmen lassen,

ist das Mitglied einer großen Einbrecherbande.

Was?

Sie konnten alle hopsgenommen werden. - Nein.

Eine internationale Bande. 1.000 Mark Belohnung sind ausgesetzt.

Die bekommst du jetzt, weil du uns auf den richtigen Weg geführt hast.

Oh!

Eine ganze Reihe von schweren Einbrüchen konnte aufgeklärt werden.

Den Kerl suchten wir schon lange. Johnny mit den Schlafbonbons.

Der Polizeipräsident lässt dich grüßen und lädt euch alle ein.

Zum Polizei-Sportfest im Stadion.

Ich gratuliere dir, mein Junge, großartig!

Bitte noch mal: Wie hoch ist die Belohnung?

1.000 Mark.

Ja, ja, die Sache gefällt mir.

Die Sache gefällt mir.

Ich sagte mir, wozu soll der Junge in den Ferien hier herumlungern?

Weil meine Schwester Martha schrieb, er soll kommen...

Anna!

Anna, der Emil... - Was ist denn mit ihm?

Eben wurde eine wichtige Nachricht durchgegeben.

Um Gottes willen, ist was passiert? - Nicht aufregen.

Er ließ in Berlin eine ganze Verbrecherband hochgehen.

1.000 Mark Belohnung.

Verbrecherbande? Ihm ist nichts passiert?

Nein.

Frau Tischbein, sehen Sie mal!

Lasst sie mal durch.

Seid doch mal ruhig.

Da steht es.

12-Jähriger stellt gefährliche Diebesbande.

Oh, das ist er ja.

Es ist mein Junge.

Ein toller Junge. Hut ab, Frau Tischbein.

Behalten Sie den Hut ruhig auf, Herr Direktor.

Wie er wieder dasitzt.

Das Jackett schlägt Falten.

(Lachen)

Er soll es doch aufknöpfen beim Sitzen, aber er hört ja nicht.

Na, wenn er sonst keine Fehler hat.

Ein Telegramm für Familie Tischbein. Sind Sie der Vater?

Nein, noch nicht. Aber ich hoffe, es bald zu werden.

Nein, mach du es auf.

"Gratulieren zu diesem Sohn, stopp.

Erwarten Sie mit nächster Maschine in Berlin, stopp.

Hin- und Rückflug bezahlt. Redaktion Morgenpost."

Fliegen?

Ah!

Mutti!

Emil!

Mein Junge.

Hallo, Emil.

Was hast du denn?

Ach so.

Die Sache mit dem Seehund hat sich erledigt.

Er schrieb mir eine Karte. Er fühlt sich im Meer sehr wohl.

Ich komme nicht ins Zuchthaus?

Wir stecken doch so einen guten Detektiv nicht ins Gefängnis.

Und die anderen? - Bewährungsfrist.

(Oma) Was sagt man dazu?

Das ist meine Mutter. - Wo hast du deinen Sonntagsanzug?

Der hängst ausgebürstet im Schrank. Wir bekamen alle einen neuen Anzug.

Von den Igniz-Werken, weil wir den Einbruch verhindert haben.

Ich soll Sie recht herzlich bitten, mit zum Polizei-Sportfest zu kommen.

Zu dem Emil und wir Detektive auch eingeladen worden sind.

(Militär-Musik)

Das Erste, was wir von der Belohnung kaufen:

Eine elektrische Trockenhaube. Du kannst dir aussuchen, welche.

Das Neueste weißt du noch gar nicht. Ich werde deine Mutter heiraten.

Ist dir das recht?

Mensch, Emil, da bekommst du ja wieder einen Vater.

Hier.

Für mich? - Für wen denn sonst?

Es geht los!

(Militär-Musik)

(Ansage) Meine Damen und Herren, wir wollen nicht versäumen,

einen kleinen Gast, der heute unter uns weilt, zu begrüßen.

Er hat mit seinen Freunden vorbildlich gezeigt,

wie Polizei und Publikum zusammenarbeiten müssten.

Emil Tischbein.

(Militär-Musik)

Die Sache gefällt mir großartig.

Copyright Untertitel: MDR 2017

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