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Fanny Hill?
Was würdest du davon halten, mit mir nach London zu kommen
und dort dein Glück zu versuchen?
Wonach ich zur Zeit suche, ist ein nettes, wohlerzogenes Mädchen,
das mit Anmut und Geschick unsere Herren bedient.
Jetzt sei ein braves Mädchen, dann werde ich dich reichlich belohnen.
Also wird der Gentleman Mrs. Brown dafür bezahlen, dass er mein Schatz sein darf?
Vielleicht begegnen wir uns irgendwann mal wieder.
Madam, ich glaube ernsthaft, ich habe die Liebe meines Lebens getroffen.
Willst du meine Frau werden?
Oh, ja!
Verlasst sofort mein Haus, und zwar ihr beide!
Jeder Penny, den ich habe, kommt von meinem Vater.
Dann musst du eben noch mal zu ihm gehen, Charlie.
Vielleicht wird er dort gegen seinen Willen festgehalten.
Er würde mich niemals verlassen. Ich bekomme von ihm ein Kind.
Er ist auf einem Schiff auf dem Weg in die Südsee, da findest du deinen Charlie.
Aber was soll ich denn jetzt tun?
Ich erinnere mich.
Ich bin sehr froh, das zu hören.
Die Zeit, die große Heilerin aller Wunden, begann die Heftigkeit
meines Kummers über den Verlust meines Geliebten
und meines Babys zu lindern.
Ich erlangte meine Gesundheit wieder, und trotz meiner anhaltenden Verzweiflung
war ich doch begierig zu erfahren, warum dieser nahezu Fremde
wieder in mein Leben getreten war.
Hier nun mein Angebot.
Ich übernehme deine Schulden und werde dir hier eine Unterkunft einrichten,
mit einem eigenen Dienstmädchen.
Und einem Kutscher, der dich fährt, wohin du möchtest.
Ich werde dich zwei- oder dreimal pro Woche besuchen
und die Nacht mit dir verbringen.
Über den Rest deiner Zeit kannst du frei verfügen,
aber du wirst dir keine anderen Liebhaber halten.
Na, sehen Sie, Fanny, Sie haben das Glück auf Ihrer Seite!
Und wenn ich nein sage?
Daran ist überhaupt nicht zu denken, mein Kind.
Dann stimme ich zu.
Gut. Ich glaube, du wirst keinen Grund haben,
deinen Beschluss zu bereuen, Fanny.
Entschuldigung, Madam. - Das macht nichts.
Ich kannte ihn nur als Mr. H. Seinen richtigen Namen weiß ich bis heute nicht.
Er war ein sehr wohlhabender Mann, der Bruder eines Grafen.
Als ich das erste Mal mit ihm schlief, empfand ich gar nichts.
Zu tief saßen Schock und Trauer.
Hätte mir damals jemand gesagt, dass ich mich je mit einem anderen Mann
als Charles einlassen würde, ich hätte ihm ins Gesicht gespuckt.
Aber unsere Tugenden und Laster hängen doch sehr von den Umständen ab.
Auch beim zweiten Mal war ich fest entschlossen,
mir die Lust zu versagen, im Bemühen, Charles weiterhin treu zu sein.
Aber Mr. H. war zu geduldig und kunstfertig für mich,
und ich muss zu meiner Schande gestehen, dass mein Körper mir nicht gehorchte.
Und so lernte ich, dass die Extreme unserer sinnlichen Genüsse
nichts mit wahrer Liebe zu tun haben müssen.
Eine grausame Lektion für ein Mädchen mit einer romantischen Veranlagung,
aber ich glaube, dass die meisten Frauen
diese bittersüße Entdeckung für sich gemacht haben.
Nun aber lernte ich, was es wirklich bedeutet, ein Freudenmädchen zu sein.
Ich nehme an, Sie haben schon mit vielen Frauen Erfahrungen gemacht?
Das habe ich, Fanny. Aber keine war bezaubernder als du.
Ich liebe Sie nicht, wissen Sie. Und das werde ich auch niemals tun.
Meine Liebe gehört meinem Ehemann.
Das weiß ich.
Macht Sie das ärgerlich?
Es amüsiert mich, Fanny, dass ich über deinen Körper verfügen kann,
aber nicht über dein Herz.
Finden Sie, dass ich sehr gemein bin?
Ganz und gar nicht. Du bist, wie du bist, und das gefällt mir.
Du bist genau so, wie ich es mir wünschen würde.
Würden Sie mich unterrichten?
Ich dachte, ich hätte dir schon das eine oder andere beigebracht.
Nein, nicht diese Art von Dingen!
Ich meine das, was man so Bildung nennt,
wie Poesie und Geschichte und Musik und wie man gewählt spricht.
Und wozu möchtest du das alles lernen?
Damit ich Ihnen eine bessere Gefährtin sein kann.
Und weil es mich interessiert.
Ich dachte, junge Damen interessieren sich nur für schöne Kleider und Schmuck?
Oh, die können Sie mir natürlich auch noch gern schenken.
Du sollst beides haben!
In den Monaten, die nun folgten, stand er zu seinem Wort.
Wer Macht zu schaden hat und schränkt sie ein...
Wer Macht zu schaden hat und schränkt sie ein...
Schaden... - Schaden...
Wer das nicht tut, was meist er trägt zur Schau.
Wer andre rührend selber ist wie Stein.
Unrührbar.
Unrührbar. - Unrührbar.
Unrührbar kalt, und bei Versuchung flau.
Der nimmt mit Recht Besitz von Himmels Gaben...
... und spart der Erde Schatz, dass er nicht schwinde.
Der darf sein Gut als Herr und Eigner haben.
Die anderen sind nur seiner Pracht Gesinde.
Oh Gott, ich liebe dich, Fanny.
Aber alles, was du mir gibst, ist dein Körper, aber nicht dein Herz.
Ich dachte, das amüsiert Sie?
Schon längst nicht mehr, Fanny, schon längst nicht mehr.
Aber trotz seiner Großzügigkeit und seiner beachtlichen Talente
und Erfahrenheit konnte ich die Liebe nicht erwidern, die er für mich empfand.
Wenn auch mein Körper willig war, mein Herz blieb doch einem anderen treu.
Charles war immer in meinen Gedanken.
Ich besuchte die Orte, wo wir gemeinsam gewesen waren,
wie auf einer Wallfahrt, und manchmal dachte ich sogar,
ich sähe ihn auf der Straße.
Vielen Dank, William.
Miss, äh...
Was ist denn, William?
Gar nichts, Miss.
Oh, Miss!
Wie konnten Sie nur? - Eine flüchtige Laune.
Ich suchte Ablenkung von meinen Qualen, Fanny.
Mich wundert, dass du dich aufregst.
Wenn ich dir so egal bin, wie kannst du da eifersüchtig sein?
Aber das war ich, oder besser gesagt, ich war gekränkt,
dass er mich mit solcher Verachtung strafte.
Ich beschloss, dass ich mir eine kleine persönliche Rache an ihm gönnen würde.
William! Komm schnell her!
Was ist los, Miss?
Oh William, ich habe so einen Krampf in meiner Wade.
Schließ die Tür und komm her zu mir!
Und was soll ich tun, Miss?
Na, sie reiben, William, was denn sonst?
Entferne den Schuh und den Strumpf.
Jetzt massiere sie mit deinen Händen.
Ist es so gut, Miss?
Langsamer. Fass sie härter an.
So langsam finde ich ein bisschen Entspannung.
Noch höher, William.
Gut so.
Und jetzt noch ein bisschen höher.
William, was ist denn das?
Tut mir leid, Miss. Ich kann auch nichts dafür.
Oh, William, ich glaube, du liebst mich!
Oh ja, das tue ich, Miss, das ist wohl wahr.
Liebster William, ich glaube, du kannst auch ein bisschen Entspannung vertragen.
Sollen wir das Monstrum rauslassen?
Aber Miss, was ist, wenn der Master kommt?
Heute ist gar nicht sein Besuchstag.
Komm, lass mal sehen, welchen Schatz du da im Verborgenen hältst!
Ich sah zu meiner unermesslichen Überraschung
nicht etwa das Spielzeug eines Knaben, oder die Waffe eines Mannes,
sondern einen wahrhaftigen Maibaum, der jedem jungen Riesen
alle Ehre gemacht hätte, dieses Prachtstück aus zum Leben erwachten Elfenbein!
Kurzum, es war ein Objekt des Schreckens und der Lust zugleich,
und mit erheblicher Beklommenheit führte ich diesen
furchteinflößenden Rammbock in meine...
Es ist so schwer, eine elegante Formulierung zu finden,
und derbe Sprache war mir schon immer zuwider.
Ich führte ihn in meinen pulsierenden und nach Erfüllung dürstenden Kanal ein. Ja!
William! Oh, William! Oh! Lieber William!
Miss! Oh Miss, das ist fantastisch!
Oh Gott.
Nun, William, was hast du zu deiner Verteidigung zu sagen?
Es tut mir wirklich sehr leid, Sir. Ich weiß nicht, was über mich gekommen ist.
Es war so, als wäre ein wildes Tier in mir gewesen.
Am Anfang habe ich nur ihr Bein massiert, wie sie mich gebeten hatte,
und schon, ich weiß nicht, wie es kam,
war ich auf ihr und in ihr und auf ihr drauf.
Wie ein Bock in der Brunst. Es tut mir wirklich sehr leid, Sir,
und es kommt auch nie wieder vor, Sir.
Da kannst du dir sicher sein! Du unverschämter Bengel!
Ich würde dich am liebsten auspeitschen lassen und nackt in die Gosse werfen!
Ich bitte Sie, Sir, seien Sie nicht zu hart mit ihm. Es war alles meine Schuld.
Ich wollte es Ihnen heimzahlen für Sie-wissen-schon-was.
William hätte mich niemals auch nur angefasst, wenn ich ihn nicht ermutigt hätte.
Ich muss sogar gestehen, dass ich ihn geradezu verführt habe.
Ich übernehme die ganze Verantwortung, mein guter Sir,
und ich nehme auch die Strafe auf mich.
Was du nicht sagst. Das ist sehr fair und ehrlich von dir, Fanny.
William, bei dir will ich ein Auge zudrücken.
Aber du kannst nicht bei mir im Dienst bleiben,
nach diesem Angriff auf meine Würde.
Ich werde dich zu deinem Vater zurück schicken und ihn bitten,
aufzupassen, dass du nicht auch noch bei den Dorfmädchen Amok läufst.
Geh jetzt und pack deinen Koffer.
Ja, Sir. Danke, Sir. Es tut mir wirklich sehr leid, Sir.
Jetzt geh!
Wiedersehen, Miss... - Verschwinde!
Fanny! Was hast du nur getan? Komm her.
Seien Sie nicht zu hart zu mir. Ich habe nur dasselbe getan wie Sie.
Und was dem einen recht ist, ist dem anderen nur billig, nicht wahr?
Sie haben meinen Stolz verletzt.
Deinen Stolz? Den Stolz einer Hure? Fanny, du hast viel mehr kaputt gemacht.
Siehst du das nicht ein? Ich kann unmöglich noch weiter mit dir zusammen bleiben.
Wieso denn nicht? Wir sind doch jetzt quitt.
Denken Sie, ich habe etwas Schlimmeres getan als Sie?
Sie meinen es wirklich ernst, nicht wahr?
Allerdings, Fanny.
Schicken Sie mich doch nicht fort!
Bin ich nicht immer gut zu Ihnen gewesen, bis zu diesem kleinen Ausrutscher?
Ja, du warst gut zu mir.
Du warst für mich alles, was man sich von einer Frau nur wünschen kann.
Ich wusste, dass du mich niemals lieben würdest.
Aber ich dachte, du hättest ein bisschen Respekt vor mir, Fanny.
Den habe ich! Zuerst konnte ich Sie nicht leiden,
aber Sie sind mir ans Herz gewachsen und jetzt liebe ich Sie fast schon.
Wirklich. Und Sie haben mir so viel beigebracht,
über die Kunst der Liebe und die Poesie und
Philosophie und gehobene Konversation,
sodass ich inzwischen fast als Lady durchgehe.
Ganz recht, das kannst du wirklich.
Ich glaube, Sie lieben mich viel zu sehr, um mich wegzuwerfen.
Da irrst du dich. Eben weil ich dich so sehr liebe, muss ich es tun.
Also, bringen wir es hinter uns.
Ich bezahle, was noch offen ist und und 50 Guineas extra.
Du packst heute noch deine Koffer und verlässt dieses Haus.
Ich will dich niemals wiedersehen.
Wie Sie wünschen. Sie hatten die Wahl. Ich werde Ihnen nicht nachweinen.
Ich habe genug geheult, als ich meine große Liebe verloren habe.
Wegen Ihnen werde ich keine weiteren Tränen vergießen.
Und bilden Sie sich nicht ein, dass Sie mich ruiniert haben,
denn ich werde meinen Weg gehen!
Davon bin ich überzeugt, Fanny.
Aber ich hatte keine Ahnung, wie ich das anstellen sollte.
Wie sollte ich zu einem ehrlichen Leben in Armut zurückfinden,
nachdem ich von Mr. H. so sehr gehätschelt und verwöhnt worden war?
Aber dann erinnerte ich mich an Esther und Mrs. Cole.
Vielleicht war es ja möglich, dass ich dort unterkommen konnte?
Da sind Sie ja endlich, meine Liebe.
Wir haben Sie schon erwartet, und Sie sind uns sehr willkommen.
Mrs. Cole, ich komme, um Ihnen meine Dienste anzubieten.
Oh, Sie brauchen sich nicht zu erklären.
Wir sind schon informiert, nicht wahr, Esther?
Ich habe zu Esther gesagt, dass wir hier immer einen Platz für Sie haben.
Ich muss Ihnen gestehen, ich habe keine Erfahrung im Modegeschäft, Ma'am.
Ich kann ein nur einfache Näharbeiten und auch ein bisschen sticken,
aber nichts Ausgefallenes.
Oh, bist du immer noch so ein Dummerchen, Fanny?
Weißt du denn nicht, dass du auf deiner Erwerbsquelle sitzt, genau so wie ich?
Das genügt, Esther. Du weißt, ich mag keine groben Worte,
besonders nicht im vorderen Trakt.
Ich denke, ich sollte Ihnen sagen, Fanny... darf ich Fanny sagen?
...dass die Modewaren hier nur ein Zweig unseres Geschäfts sind.
Wenn Sie mal einen Blick wagen möchten?
Nein, ich glaube nicht, dass ich das möchte, Ma'am.
Oh, nur einen kurzen Blick.
Hier entlang.
Vielleicht ist das mehr nach Ihrem Geschmack.
Möchten Sie sich kurz setzen, meine Teure?
Sie sind ein bisschen blass um die Nase.
Ich werde es nicht tun. Ich bin wirklich Besseres gewöhnt.
Nun, vielleicht früher mal. Sie waren die Mätresse eines großen Mannes.
Aber haben Sie schon einen Ersatz für ihn gefunden?
Noch nicht. Betrachten Sie das hier doch als eine Art Übergangsmaßnahme.
Machen Sie einfach ein bisschen Gymnastik,
bis Sie wieder laufen können, sozusagen.
Was muss ich tun?
Nichts, was Ihnen zuwider ist, Fanny.
Sie werden merken, dass mein Haus viel besser ist als das von Mrs. Brown.
Wir haben nur niveauvolle Herren zu Gast.
Das sagen Sie doch alle.
Hören Sie sich um, Fanny, dann wissen Sie, dass jedes meiner Worte wahr ist.
Also, wie wäre es, wenn Sie noch einmal eine Jungfrau sein könnten, Fanny?
Es wäre schön, Ma'am, wenn das möglich wäre!
Aber ich hoffe, Sie haben nicht vor, mich einem übelriechenden alten Monster
zum Fraß vorzuwerfen? Nein, haben Sie herzlichen Dank.
Hat Mrs. Brown das etwa mit Ihnen gemacht?
Hier wird Ihnen so etwas nicht passieren.
Nein. Der junge Mann, den ich für Sie vorgesehen habe,
ist so süß und frisch wie ein kleines Lamm.
Er hat auf dem Land Privatunterricht erhalten
und kaum je ein Mädchen zu Gesicht bekommen.
Aber jetzt hat sein Vater beschlossen, dass es an der Zeit ist,
seine Ausbildung abzuschließen.
Sozusagen. Er wünscht sich ein junges, unverbrauchtes Dorfmädchen,
das seinen Sohn zum Mann macht. Denken Sie, Sie könnten die Rolle übernehmen?
Fanny, mein Schatz, das ist Mr. Harding.
Und das ist der ehrenwerte Master Percival Harding.
Er wird später mal ein Lord sein.
Geh und setz dich zu dem jungen Mann, Fanny. Er beißt schon nicht.
Derweil spreche ich mit seinem Vater.
Sie dürfen ihre Hand nehmen, wenn Sie möchten, Master Percival.
Sir, wünschen Sie sich nicht vielleicht doch eher eine
von meinen erfahreneren jungen Damen für Ihren Sohn?
Wissen Sie, ich will ihn nicht verderben.
Und ich will auch nicht, dass er sich irgendwas einfängt.
Die Kleine da sieht sehr gut aus, und sie weiß sicher auch, was wohl wohin passt.
Aber die beiden sind so furchtbar schüchtern.
Ich weiß gar nicht, wie sie das schaffen wollen.
Wie wäre es, wenn vielleicht Sie oder ich oder auch wir beide
hier bei ihnen bleiben würden und ihnen ein bisschen Hilfe
und Anleitung geben würden, wie das Ganze läuft?
Fanny ist ja noch so unerfahren!
Nun, diese Vorstellung hat eine gewisse Pikanterie.
Aber ich denke, wir können ganz getrost der Natur ihren Lauf lassen, Mrs. Cole.
Vielleicht haben Sie recht.
Ja.
Seien Sie sanft mit meiner kleinen Fanny, Sir.
Ich hatte keine Bange wegen Master Percivals Sanftheit,
er war so verängstigt wie ein junges Kaninchen.
Die Schwierigkeit war, wie sollte ich ihn dazu bringen, irgend etwas zu tun,
wenn ich doch angeblich genauso unschuldig war wie er?
Wollen wir jetzt mal lieb zueinander sein? Wärst du denn gern mein Geliebter?
Weißt du auch, was sich lieb haben heißt?
Mein Vater hat gesagt, man macht es genau wie alle anderen Tiere,
der Hund mit der Hündin, die Kuh mit dem Bullen.
Und hast du den Tieren schon mal dabei zugesehen?
Möchtest du es mal versuchen?
Es sieht so furchtbar roh und grob aus, und es tut bestimmt weh.
Und der Bulle hat so ein großes dampfendes, rotes Ding, das er in die Kuh steckt.
Und meinst du, der Kuh gefällt das?
Ich weiß es nicht! Ich habe so ein Ding, aber es ist ziemlich klein und weiß.
Darf ich es sehen?
Mrs. Cole hat gesagt, wenn wir uns gern haben,
dann sollten wir uns ganz nackt ausziehen
und dann ins Bett gehen und einander festhalten.
Und dann würde die Natur ihren Lauf nehmen.
Meinst du, wir sollten es mal ausprobieren?
Aber es gibt hier gar kein Bett.
Ich glaube, wenn wir durch diese Tür da hinten gehen, finden wir vielleicht eins.
Wollen wir es versuchen?
Ich war mir bewusst, dass ich mich immer weniger anhörte
wie eine schamhafte Jungfrau, aber ich war ganz wild darauf,
endlich zur Sache zu kommen, um zu sehen, ob das kleine, weiße Ding,
von dem er sprach, wirklich standhaft genug wäre, um auch einzudringen.
Aber wie Mrs. Cole schon sagte, die Natur ist eine wundervolle Lehrmeisterin.
Halt mich fest, Percy.
Du bist aber schön warm.
Gibst du mir bitte einen Kuss, Percy?
Soll ich jetzt auf deinen Rücken springen, Fanny?
Ich denke, dass wir uns dabei ansehen sollten.
Wie soll das denn gehen?
Etwa so.
Angenommen, ich lege mein Bein so um dich, und mein anderes Bein...
Komm schon, mein Sohn!
Er ist drin, er ist drin!
Bravo, mein Sohn! Oh, er hat es geschafft! Gut!
Fanny, mein Kind! Ich bin ganz entzückt von Ihnen!
Sie haben ihren Part so gut gespielt, dass der junge Master Percival
sich Hals über Kopf in Sie verliebt hat, und sein Vater auch.
Er war so aufgeregt, ob sein Sohn seine Sache auch gut macht.
Verständlich, Mrs. Cole. Als ich seinen armen kleinen Wurm anfangs sah,
war ich auch ein bisschen nervös.
Aber dann ist er an seiner Aufgabe so hübsch gewachsen und so oft,
dass ich jetzt selbst fast ein bisschen in ihn verliebt bin.
Der Vater wollte, dass ich Ihnen dieses kleine Geschenk überreiche, Fanny.
Über den vereinbarten Preis hinaus.
Und außerdem wünscht er nun einen wöchentlichen Termin
für seinen Sohn und gleich noch einen für sich selbst, zum selben Preis.
Oh Fanny, ich hoffe sehr, dass Sie noch ein Weilchen bei uns bleiben.
Nun, da ich im Moment nirgendwo anders hin kann...
Du wirst es nicht bereuen, Fanny, mein Liebes!
Mrs. Cole und ihre Mädchen waren eine fröhliche kleine Familie,
und ich mochte sie gern.
Aber ich wusste wohl, dass dies nicht ewig so bleiben würde.
Noch waren wir also hier, alle jung, alle standen wir in der Blüte der Jugend,
eine schöner als die andere.
Aber ich fragte mich, was wohl aus uns werden würde.
Alter und Erfahrung sind in den meisten Berufen von Vorteil, aber nicht in unserem.
Wir sind wie Schauspielerinnen auf der Bühne.
Unser Leben im Sonnenschein ist schillernd, aber kurz.
Ein kleines bisschen, aber nicht sehr viel länger als das einer Eintagsfliege.
Aber vorerst waren wir noch voller Zärtlichkeit und bester Laune.
Und Mrs. Cole veranstaltete einen kleinen Ball,
um mich in der Gemeinschaft zu begrüßen und mich mit einigen
ihrer bevorzugten und großzügigeren Kunden bekannt zu machen.
Ladys und Gentlemen, die Party ist eröffnet!
In dieser fröhlichen Runde, diesem Schmelztiegel,
diesem Gewirr aus erhitzten Leibern, gab ich mich völlig der Fleischeslust hin,
denn es war Mrs. Coles Motto, dass leben und leben lassen
das einzig gültige Gesetz sei.
Und da wir alle gleichermaßen den Sinnesfreuden ergeben waren,
konnte auch niemand mahnend den Zeigefinger erheben.
Aber obwohl Mrs. Cole behauptete, dass wir die unschuldigen Freuden
des Garten Eden wieder erschaffen hätten,
bevor Sünde und Tod mit im Spiel waren, spürte ich inmitten des wilden Treibens
doch auch manchmal ein paar heimliche Gewissensbisse.
Wenn ich daran dachte, wer ich einmal gewesen und was nun aus mir geworden war,
eine gewöhnliche Hure, um es ganz unverblümt zu sagen,
ein Objekt, das zur Vermietung stand.
Aber selbst das Leben einer gewöhnlichen Hure kann manchmal seine Tücken haben.
Fanny!
Aber Percy, hast du den Tag verwechselt? Ich erwarte dich erst am Donnerstag.
Nein, ich musste kommen, Fanny. - Du musst dich in Geduld üben.
Bitte, Fanny, ich bin verzweifelt.
Mrs. Cole, würden Sie ihm den Gefallen tun?
Ausnahmsweise, meine Kleine. Dann geh mit ihm nach hinten.
Wieso? Percy, was führt dich hierher? Wo brennt es denn?
Bist du wirklich meine Geliebte?
Das weißt du doch.
Und warum kann ich dich dann nicht jeden Tag sehen?
Weil Mrs. Cole etwas dagegen hätte, Liebling.
Dann verlass ihr Haus und zieh mit mir zusammen.
Du kannst dir mich nicht leisten, Percy!
Außerdem gibt es ja noch meine anderen Schätzchen.
Ich hasse sie. Ich hasse dich, weil du sie dir hältst. Meinen Vater auch.
Oh, Percival, sei doch nicht traurig. Du bist mir von allen der Liebste, wirklich.
Und ich nehme an, du sagst das selbe zu denen?
Zu manchen davon, ja. Zu den Sanfteren wie dir.
Jetzt sehe ich es ein. Du bist nichts weiter als eine Hure!
Und selbst, wenn ich eine bin! Ich bin dir eine gute Hure gewesen.
Wenn das für dich jetzt nicht mehr zählt, kannst du ja deiner Wege gehen.
Mir ist das egal.
Andere Mütter haben auch noch hübsche Söhne. Na, dann geh doch.
Dann geh doch und such dir eine hochgeborene junge Lady und sieh zu,
ob sie dir besser gefällt. Ich komme gut ohne dich zurecht.
Du hast mich verliebt gemacht! Und jetzt brichst du mir das Herz!
Na sieh einer an.
Was hätte ich denn machen sollen?
War es etwa meine Schuld, dass er sich in mich verliebt hatte?
Dummer Junge!
Louisa. Mr. Walters ist hier für dich.
Fanny, meine Kleine, würdest du eben mal auf den Markt gehen
und einen Korb Obst für dich und die anderen Mädchen kaufen?
Sehr gerne, Ma'am!
Dann nimm meine Börse mit.
Ich kann dir doch vertrauen, dass du nicht damit durchbrennst?
Natürlich können Sie das, Ma'am.
Sie sind immer sehr freundlich und gut zu mir gewesen, das muss ich sagen.
Ich will nur, dass du dich hier wohl fühlst, Fanny.
Weidenröschen!
Schönen guten Tag. - Guten Tag, Ma'am.
Ich nehme ein Dutzend Äpfel, sechs von den Birnen
und zwei Pfund Kirschen, wenn Sie so gut wären.
Wie Sie wünschen, Miss.
Sie essen wohl gerne Obst?
Das ist nicht alles für mich, Sir.
Für wen denn noch?
Ich arbeite in einem Modegeschäft, Sir.
Da sind noch sechs andere Mädchen neben mir und meiner Chefin.
Ach, und Sie alle mögen gern Obst?
Das tun wir, Sir. Sie etwa nicht?
Ich habe meinen Appetit auf die meisten Dinge leider verloren.
Aber ich will gern ihr Obst bezahlen, wenn ich Sie nach Hause bringen darf.
Das ist nicht nötig, Sir.
Das Bezahlen oder die Begleitung?
Weder noch. Denn ich bin ein anständiges Mädchen, Sir.
Das sind Sie sicher, und ich bin froh, das hören. Darf ich Ihren Namen wissen?
Nichts für ungut, Sir, aber das geht Sie überhaupt nichts an.
Nein, ganz recht, aber ich wüsste ihn trotzdem gern.
Wenn ich Sie schon nicht begleiten darf,
lassen Sie mich wenigstens in angemessener Entfernung folgen.
Ich würde gern die Bekanntschaft Ihrer Herrin machen,
damit wir uns vielleicht besser kennen lernen können.
Nun, Sir, wenn Sie unbedingt möchten, kann ich Sie wohl nicht davon abhalten.
Mrs. Cole, ein Herr hat mich angesprochen und ist mir gefolgt.
Ich konnte ihn nicht davon abbringen.
Er sagte, er möchte Sie kennen lernen. Und da kommt er schon.
Ich hoffe, ich habe keinen Fehler gemacht.
Kennt er die Wahrheit über dieses Haus? - Nein, ich glaube nicht.
Es wird schon werden, überlass das nur mir.
Guten Tag, Sir.
Madam, dürfte ich Sie mit einer persönlichen Frage behelligen?
Aber natürlich, Sir. Würden Sie mir bitte in den Salon folgen?
Wirklich, Mr. Norbert, Sie überraschen mich.
Meine Fanny ist ein gutes Mädchen und eine meiner Besten
unter den Schneiderinnen, und sie ist mir ans Herz gewachsen
wie eine eigene Tochter.
Mrs. Cole, sie hat mein Herz wie im Sturm erobert.
Soll das etwa heißen, dass Sie jetzt um ihre Hand anhalten wollen?
Ich weiß, was für ein Haus Sie hier führen.
In solchen Etablissements habe ich mein Erbe verschwendet, überall in Europa!
Und jetzt bitte ich Sie um die Gelegenheit, hier aus dieser Welt zu scheiden.
Denn ich habe nicht mehr lange zu leben, und ich möchte glücklich sterben.
Mein guter Herr, das hier ist kein Pflegeheim.
Das weiß ich wohl, Ma'am, und ich erbitte hier keinesfalls Almosen.
Ich habe noch 1000 Pfund aus dem Erbe meines Vaters.
Ich denke, ich werde wohl nicht mehr alles davon verbrauchen.
Ich möchte hier bei Ihnen leben, mit Ihnen und den Mädchen.
Ich gestehe, ich bin schon viel zu geschwächt,
um ihnen noch gefährlich zu werden,
aber ich habe noch einen Funken Hoffnung, dass ich vor meinem Tod
noch einmal imstande sein werde, Amors Gipfel erklimmen.
Also, Sie haben den Wunsch...
Mit Ihnen die Mahlzeiten einzunehmen und zu plaudern
und nett zueinander zu sein, nichts weiter.
Mrs. Cole? - Ja, Liebes?
Wenn er doch nur Gesellschaft und etwas Ablenkung sucht,
dann würde ich ihm diese Chance auf sein Glück nicht verwehren, Ma'am.
Wie süß, mein kleiner Engel! Ich danke Ihnen von Herzen für Ihre netten Worte.
Mrs. Cole?
Was soll ich da noch sagen? Ich glaube, Sie haben unser Herz erweicht, Mr. Norbert.
Und so wurde Mr. Norbert in unsere kleine Gesellschaft aufgenommen
und erfuhr all unsere kleinen Geheimnisse.
Ich sagte: "Oh Sir, aber dafür müssen Sie sich doch nicht schämen."
Und er sagte: "Er ist ziemlich klein, Harriet."
Und ich sagte: "Egal, wie groß er ist, er ist sicher ein Prachtstück.
Sollen wir ihn mal rausholen und das prüfen?"
Aber wisst ihr, was? Ich hatte Schwierigkeiten, ihn überhaupt zu finden!
Aber da war er schließlich doch, dieses winzig kleine Ding.
Er sah aus wie ein Zaunkönig, der aus einem Busch hervorlugt.
"Oh, Mr. Barville, was für ein Monstrum", sagte ich.
Barville? Der war mit mir auf der Schule. Er ließ sich gern auspeitschen.
Das tut er immer noch. Esther ist da sehr sachkundig.
Das stimmt, Mr. Norbert. Sagen Sie mir einfach Bescheid,
wenn Sie mal ein kleines Rendezvous mit der Birkenrute wünschen.
Das ist sehr freundlich, meine Liebe, aber in meinem Zustand
würde ich solche Spielchen wohl nicht mehr verkraften.
Nein, einfach nur hier in Ihrer Mitte zu sein und Ihre Geschichten zu hören,
ist ein wahrer Segen für mich.
Ich wüsste zu gern, warum Sie reizende Geschöpfe alle hier leben.
Sie, Louisa, was zum Beispiel hat Sie hier hergeführt?
Meine Geschichte ist keine sehr erfreuliche, Sir.
Mit 15 bin ich von zu Hause weggelaufen.
Das Leben war sehr hart, und es gab kaum Arbeit.
Ich denke, ich wäre verkümmert oder durchgedreht, wäre Esther nicht gewesen.
Sie hat mich angesprochen und hierher zu Mrs. Cole gebracht.
Ich weiß nicht, was ich getan habe, um eine solche Güte zu verdienen.
Gern geschehen, Louisa.
Und, Fanny?
Oh, ich kam mit einer Freundin nach London, die skrupellos falsch spielte
und mich der Willkür einer Kupplerin namens Mrs. Brown überließ.
Ich traf meinen Liebsten dort bei Mrs. Brown.
Er ging mit mir fort, und wir waren sehr glücklich, bis sein Vater uns entzweite.
Ich werde wohl nie wieder wirklich glücklich sein,
bis ich ihn wiedergefunden habe.
Aber bis dahin lässt es sich hier ganz gut aushalten.
Danke, Fanny.
Also sind wir zwei heute Abend wohl ganz allein miteinander?
Ja, Sir. Eine Gruppe Offiziere ist gekommen, und die anderen sind sehr beschäftigt.
Aber ich habe mir geschworen, Sie hier nicht allein sitzen zu lassen.
Sie sind ein gutes Mädchen, Fanny.
Und ich dachte, dass Sie mir vielleicht heute Abend ein bisschen
von Ihrem Leben erzählen könnten, ohne dass die anderen
dabei kichern und Witze machen.
Nein, Fanny. Das ist keine angenehmes Geschichte.
Ich würde sie aber gerne hören. Waren Sie jemals verliebt, Sir?
Ja, das war ich, Fanny, ich glaube, das war ich.
Es gab da ein junges Mädchen auf unserem Bauernhof, Annette,
die hatte es mir angetan und ich ihr auch,
und wir haben uns gegenseitig entjungfert.
Und sie sagte mir, dass sie mich mehr liebte als ihr Leben.
Und Sie haben sie auch geliebt?
Ja, doch. Ich denke, schon. Was für ein verdammter Dummkopf ich doch war!
Wieso? Was ist passiert?
Ich ließ sie gehen. Sie war zwar reizend, dachte ich,
aber es würde noch viele andere geben wie sie. Das war ein Irrtum.
Haben Sie sie jemals wiedergesehen, Sir?
Manchmal, wenn die Lichter erlöschen, spät in der Nacht.
In einem Haus wie diesem, habe ich das Gefühl,
ich sähe sie oder ihre Doppelgängerin.
Manchmal, Fanny, erinnern Sie mich an meine verlorene Liebe.
Wirklich, Sir?
Deshalb bin ich Ihnen damals nach Hause gefolgt.
Und jetzt, da wir uns ein bisschen kennen,
wollen wir es mal versuchen, Fanny?
Annette! Annette!
Na, sehen Sie. Gut gemacht, Mr. Norbert!
Mr. Norbert?
Oh, Gott.
Mrs. Cole! Mrs. Cole!
Das alles war zu viel gewesen für Mr. Norbert.
Es war ein seltsames und gruseliges Gefühl, dort zu liegen
und das Glied eines toten Mannes noch in mir zu spüren.
Aber dennoch war ich stolz darauf, dass ich ihm die Möglichkeit gegeben hatte,
als glücklicher Mann zu sterben.
Ob seine Seele im Himmel oder in der Hölle gelandet ist,
das mögen nun andere beurteilen.
Jetzt war ich so etwas wie eine Heldin bei Mrs. Cole.
Lasst uns anstoßen. Auf Fanny!
Darauf, dass sie einem Sterbenden noch zu einem Steifen verholfen hat!
Auf Fanny!
Auf Fanny!
Du hältst dich wohl jetzt für die absolute Königin des Gewerbes,
nicht wahr, Fanny Hill?
Ganz und gar nicht, das versichere ich dir.
Du wolltest schon immer etwas Besonderes sein
und hältst dich für etwas Besseres als alle anderen.
Aber nein, Esther, das ist nicht wahr.
Ich glaube, du vergisst, wer dich überhaupt erst nach London gebracht hat.
Na klar, um mich dann in die liebevolle Obhut von Mrs. Brown zu geben!
Nun, du bist doch immerhin ganz gut dabei weggekommen!
Ich will mich nicht weiter streiten, Esther.
Ich bin bereit, die Vergangenheit zu begraben, wenn du es auch bist.
Ich frage mich, ob du das auch noch sagen wirst,
wenn du meinen neuen Verehrer siehst, Fanny.
Wieso? Wer ist es?
Das würdest du wohl gern wissen.
Nein, ich bitte Sie, Sir, wie soll ich mich nur
zwischen zwei solchen Hengsten entscheiden?
Ich habe zwar mal von einer gehört, das zwei Pferde auf einmal reiten konnte,
aber die war aus dem Schaustellergewerbe.
Kommen Sie, meine Herren!
Es irritierte mich, meinen alten Liebhaber wieder zu sehen.
Ich wollte nicht, dass mein neues Territorium
von der Vergangenheit verfolgt wurde.
Aber als er später zu mir kam, war ich gerüstet für einen Kampf mit ihm.
Nun, Fanny? Ich hoffe, es geht dir auch gut?
Hervorragend, wie Sie sehen.
Und du machst es jetzt mit jedem.
Mit jedem, der mir gefällt. Das hat seinen Preis.
Und ich bin ein sehr gefragtes Mädchen.
Davon habe ich gehört.
Kein Wunder. Liest du immer noch Gedichte, Fanny?
Da sind Sie ja. Es tut mir so leid, dass ich Sie vernachlässigt habe.
Danke, dass du dich um ihn gekümmert hast, Fanny.
Aber du hättest dir doch keine Umstände machen müssen.
Ich frage mich, wie du nur so töricht sein konntest, ihn zu verärgern, Fanny.
Wo er doch so großzügig ist und so ein leidenschaftlicher Liebhaber!
Schön, dass er dich glücklich macht, Esther.
Oh, das tut er. Aber ich glaube, ich gefalle ihm noch viel besser als er mir.
Oh, ich musste neulich so lachen,
als er von dem naiven kleinen Bauerntrampel sprach,
mit dem er früher zusammen war.
Die war noch so unerfahren, dass sie nicht einmal gewusst hat,
was ein Cunnilingus ist! Wen kann er damit wohl gemeint haben?
Vielleicht meinte er mich, Esther?
Weißt du, ich glaube, das stimmt sogar. Aber jetzt hat er seine Lektion gelernt.
Er sagt mir 50mal am Tag, dass er es mit mir so viel besser hat.
Tatsächlich? Weißt du, du kannst ihm von seinem
naiven kleinen Bauerntrampel ausrichten, wie es mich freut,
dass er seine Liebe gefunden hat. Aber ich will nichts mehr von ihm!
Nein, das tue ich nicht. Ich werde ihm sagen, was ohnehin jeder weiß.
Dass du es überhaupt nicht erträgst, mich mit ihm zu sehen
und ihn am liebsten wiederhättest.
Ach, wirklich, Sir?
Ja, wenn Sie das gern möchten.
Nur nicht so stürmisch, Sir.
Na, gefällt dir das?
Aber ja.
Lassen Sie die Lady los, Sir.
Was soll denn das, ich denke gar nicht daran!
Sie sollen sie loslassen!
Wollen wir dieses Spiel nicht beenden, Fanny?
Welches Spiel, Sir? - Du weißt ganz genau, welches Spiel.
Uns gegenseitig zu quälen und uns eifersüchtig zu machen.
Tun wir das wirklich?
Ich habe genug davon. Komm zurück zu mir, Fanny. Ich vermisse dich.
Ja. Lass uns vergessen, was war. Ich will dich wiederhaben.
Tut mir leid, Sir. Dafür ist es jetzt leider zu spät.
Ich bin zufrieden mit dem, was ich habe.
Hör mir zu, Fanny. Ich liebe dich. Ich kann ohne dich nicht leben.
Ich flehe dich an, Fanny. - Ich will Ihre Liebe nicht.
Sie wissen, wen ich liebe, und ich werde Sie niemals lieben.
Da bleibe ich lieber eine ehrliche Hure und behalte meine Gefühle weiter für mich!
Dann scher dich doch zum Teufel!
Zum Teufel mit dir, dass du nur eine miese, hinterhältige,
ausgekochte kleine Hure bist und sonst nichts!
Ich dachte, du wärst anders als die anderen.
Ich hatte sogar vor, dich aus dem Dreck und der Gosse zu ziehen
und wollte eine Dame aus dir machen.
Aber wie ich sehe, suhlst du dich lieber weiter im Schmutz!
Zum Teufel mit dir, Fanny!
Zum Teufel mit dir und deiner ganzen verdorbenen Brut.
Von mir aus könnt ihr alle in der Hölle verrotten!
Seine Worte hatten mich zwar verletzt,
aber ich wusste, seine Wunde war die größere.
Nichts, was er sagte, erreichte mein Herz.
Und alle seine Worte entsprangen seiner Eifersucht und Liebe.
Ehrlich gesagt, hatte ich sogar Mitleid mit ihm,
aber nicht genug, um ihn zurück zu nehmen.
Ich war gut aufgehoben und glücklich in Mrs. Coles Haus,
das ich mittlerweile fast als mein Zuhause empfand.
Ma'am, Ma'am, die Polizei!
Wir verlangen Einlass, im Namen des Gesetzes!
Das ist ja wirklich unerhört!
Auf Befehl des obersten Richters müssen Sie alle vor Gericht erscheinen:
Aufgrund vorliegender Beweise, dass Sie hier ein Freudenhaus führen, Mrs. Cole.
Mit einem Stall voller stadtbekannter Huren, Fanny Hill, Louisa Martin,
Harriet Blackstone, Esther Davis...
Verriegeln Sie die Tür dort. Keiner verlässt den Raum.
In einer Reihe aufstellen.
Ganz ehrlich, Sir, ich führe hier nur ein bescheidenes Modegeschäft.
Könnten wir nicht zu einer Einigung finden?
Lassen Sie mich sofort los, Sir!
Und sagen Sie Ihren Leuten, sie sollen ihre dreckigen Pfoten
von meinen Mädchen nehmen!
Bringen Sie sie vor Gericht, Sir. Und den Rest auch.
Schafft sie mir aus den Augen!
Ich bin noch nie in meinem Leben so grob behandelt worden!
Mrs. Cole hatte mich bis zum Ende beschützt und meine Flucht vertuscht.
Jetzt war ich wirklich ganz allein.
Ich hatte nichts mehr, und keine Menschen- seele war mehr da, um mir zu helfen.
Oh mein Gott! Nimm die Pfoten weg!
Lassen Sie mich gehen, Sir, lassen Sie mich durch!
Ach komm, jetzt hab dich nicht so, Mädchen.
Ich bin drei Monate lang auf See gewesen!
Haben Sie was an den Augen, Sir?
Sie halten mich wohl für eine gewöhnliche Straßenhure?
Scheißegal, was du bist, Hauptsache, du hältst jetzt endlich mal still, Schätzchen!
Jetzt wusste ich, was es heißt, auf der Straße gelandet zu sein,
allem und jedem schutzlos ausgeliefert.
Wie hatte ich, die ich immer so viel auf mich gehalten hatte,
nur so tief sinken können?
Doch in meinem Herzen wusste ich, dass dies nichts grundlegend anderes war
als mein lustiges Leben bei Mrs. Cole.
Mochten die Schauspieler und das Bühnenbild auch ausgetauscht sein,
so spielte ich doch noch dieselbe Rolle.
Ich sehnte mich danach, das alles hinter mir zu lassen
und endlich nach Hause zu kommen.
Aber wo sollte ich dieses Zuhause jetzt noch finden?
Hilfe! Helfen Sie mir!
Was ist los, Sir?
Ach, Straßenräuber, ein Überfall, ich kriege keine Luft mehr.
Bitte, Miss, ich bitte Sie.
Ich helfe Ihnen, Sir.
Danke. Sie sind sehr freundlich.
Ach was. Kann ich Sie nach Hause bringen, Sir?
Es ist nicht weit.
Anthony? Polly?
Ja, Sir? Was ist?
Nehmen Sie mir den Mantel ab, ja?
Was ist mit Ihnen passiert, Sir?
So, jetzt wird Ihnen Polly erst mal zeigen,
wo Sie sich ein bisschen frisch machen können.
Und dann müssen Sie noch mit mir zu Abend essen,
dann schicke ich Sie in meiner eigenen Kutsche nach Hause.
Es klingt vielleicht seltsam, aber von dem Moment an,
als ich Mr. Goodyears Haus betreten hatte, fühlte ich mich ganz friedlich.
Danke schön.
Ich hoffe, Ihre Familie ist nicht besorgt, dass Sie so spät abends
noch nicht zu Hause sind.
Mein liebes Kind, was ist denn?
Ich habe keine Familie, Sir. Und auch kein Zuhause.
Mein Mann ist gestorben, vor nicht mal zwei Monaten,
und da ich die Miete nicht aufbringen konnte,
hat man mich vor die Tür gesetzt, ohne einen Penny.
Was für eine schreckliche Sache! Nicht zu fassen.
Damit treibt man eine ehrbare junge Witwe doch nur in die Sünde, nicht wahr?
Denn wie soll eine mittellose junge Frau heutzutage noch überleben,
wenn sie nicht ihren Körper verkauft?
Das würde ich niemals tun, Sir. Da würde ich lieber verhungern.
Es fiel mir schwer, dem alten Mann eine solche Lüge aufzutischen,
aber ich befürchtete, dass die Wahrheit ihn schockieren könnte
und er mich sofort wieder auf die Straße schicken würde.
Wissen Sie, es gibt ein altes Sprichwort, man soll Gutes mit Gutem vergelten.
Sie müssen also hier bei mir bleiben,
bis Sie wieder festen Boden unter den Füßen haben.
Und wie darf ich Sie nennen?
Mein Name ist Fanny. Fanny Hill.
Sie sind mir herzlich willkommen, Fanny.
Es dauerte nicht lange, zwei Wochen vielleicht,
da war ich schon als Haushälterin angestellt und bekam die Schlüssel
zu jeder Kommode und jedem Schrank im ganzen Haus.
Ich hätte ihn berauben und mit all seiner Habe abhauen können,
aber er vertraute mir.
Und ich fand bald heraus, dass auch die Tugend ihre Annehmlichkeiten hat,
nicht nur das Laster.
Hier, bitte sehr, Sir.
Fanny?
Ich möchte dich etwas fragen. - Ja, Sir?
Sie haben so viel Licht in mein Leben gebracht, dass ich mich freuen würde,
wenn Sie für immer bei mir bleiben. Nur als meine Gesellschafterin.
Vielen Dank, Sir.
Und so versuchte ich während der nächsten drei Monate,
mich der Liebe würdig zu erweisen, die er mir entgegenbrachte.
Ich war geschmeichelt und überglücklich,
dass er mich um meiner selbst willen wollte und nicht nur meinen Körper.
Das hatte ich schon seit meiner Kindheit nicht mehr erlebt.
Leider war es nicht von Dauer.
Er starb so, wie er gelebt hatte, friedlich und ruhig.
Ich wusste, dass er glücklich war, und ich war wirklich traurig, ihn zu verlieren.
Er hinterließ mir alles, was er hatte.
Ich war nun eine sehr wohlhabende junge Frau.
Ich verließ London Richtung Norden.
Es zog mich in mein heimatliches Lancashire, denn wie mir schien,
würde ich nur dort ein Zuhause finden können.
Noch hatte ich keine Ahnung, wohin mich mein Leben führen
oder was mich hinter der nächsten Weggabelung erwarten würde.
Stopp!
Stopp!
Halten Sie den Wagen an!
Anhalten!
Halten Sie den Wagen an!
Halten Sie dort an, Sir!
Charles!
Fanny, meine Liebste!
Wenn du wüsstest, wie lange ich nach dir gesucht habe! Oh, mein Liebling!
Wir begaben uns in das nächstgelegene Gasthaus,
und dort erzählte er mir seine Geschichte.
Ich dachte, ich würde dich nie wiedersehen, Fanny.
Ich wurde von meinem Vater gefangen genommen,
gewaltsam verschleppt und zur Arbeit auf seinen Plantagen gezwungen.
Es gelang mir zu entkommen, aber wir kenterten an der irischen Küste,
und ich verlor alles, was ich hatte.
Aber ich habe dich gefunden.
Ich habe dich gefunden!
Du wirst mich jetzt nicht mehr lieben.
Du ahnst ja nicht, was mir alles passiert ist...
Doch, Schatz. Ich habe auf meiner Suche viel über dich erfahren.
Du hast dir nichts vorzuwerfen.
Was hättest du unter den Umständen denn sonst tun sollen?
Lass uns jetzt an die Zukunft denken und bald heiraten,
wie wir es damals vorhatten.
Das musst du nicht tun. Ich würde mich damit abfinden, deine Mätresse zu ein.
Aber ich kann nur mein Glück finden, wenn du meine Frau wirst.
Oh Charlie!
Und so bekräftigten wir unsere Liebe auf die köstlichste Weise.
Und da sehen Sie es.
Wir haben uns ein schönes Haus gekauft und sind sehr glücklich miteinander.
Vorläufig.
Was die Moral von meiner Geschichte angeht, muss es immer eine Moral geben?
Ich für meinen Teil finde das Leben sehr kompliziert,
und wir müssen alle immerzu unser Bestes geben.
Tugend ist natürlich immer empfehlenswert,
aber wir haben nun mal nicht immer die Wahl, nicht wahr?
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