All language subtitles for Fanny.Hill.2007.S01E01.German.DVDRip.x.Retail

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Original subtitles

Man hat mir im Lauf der Zeit eine Menge nachgesagt.

Manches davon war nicht eben wohlwollend.

Aber nun will ich erzählen, was sich wirklich zugetragen hat.

Dies ist meine eigene wahre Geschichte.

Ich wurde in einem kleinen Dorf geboren, als Kind armer, aber rechtschaffener Eltern.

Ich wuchs ohne Geschwister auf, dennoch war meine Kindheit glücklich.

Alle sagten, wie hübsch ich doch sei. Ich war ein braves Mädchen.

Aber dann passierte mir das Schlimmste, was nur passieren kann:

Beide meiner Eltern wurden von den Pocken dahingerafft.

Fanny Hill?

Ja, Madam, was wünschen Sie?

Erkennst du mich denn nicht, Fanny?

Esther Davis. Wir haben früher zusammen gespielt.

Ich bin nur auf Besuch wieder hier.

Ich habe dich gar nicht erkannt. Du bist jetzt zu einer feinen Dame geworden.

Das mit deinen Eltern tut mir sehr leid, Fanny.

Was willst du jetzt mit dir anfangen?

Um ehrlich zu sein, Esther, weiß ich noch nicht, was ich tun soll.

Ich will dir etwas sagen.

Was hältst du davon, mit mir nach London zu kommen

und dort dein Glück zu versuchen?

Ich habe dort eine sehr guten Stellung als Zofe und Bedienung für die Gentlemen.

Das wäre auch etwas für dich!

Wird die Arbeit sehr hart sein, Esther?

Nun ja, das Leben als Dienstmagd ist manchmal schwer.

Aber für ein hübsches, wohlerzogenes Mädchen wie dich

wird sich wohl ein guter Posten finden, bei dem du anständig auskommst.

Wie soll ich denn das hinbekommen?

Indem du dich gut benimmst und die Wünsche deiner Herrschaft erfüllst.

Und indem du eifrig und respektvoll bist

und dir dabei immer deine Tugend bewahrst.

Vielleicht heiratet dich dein Herr am Ende sogar

und kleidet dich in feinsten Samt und Seide. Ich kenne einige solcher Fälle.

Keine davon war hübscher als du.

Meine liebe junge Dame, dürfte ich vielleicht etwas dazu sagen?

Ja, Sir?

Wir sollten nicht auf irdische Belohnungen hoffen

und uns nur deshalb tugendhaft benehmen. Das ist nicht der Pfad der Wahrheit.

Aber was sollen wir denn sonst tun, Sir?

Uns etwa auf den Rücken legen und der männlichen Willkür ausliefern?

Esther gab mir freimütig ihren guten Rat und ihren Schutz.

Aber gleichzeitig stellte sie mir ihre Dienste in Rechnung,

indem sie mir die Reisekosten für uns beide überließ,

die ich dankbar und freudig übernahm.

Die große Stadt London war so aufregend mit all ihrem Lärm,

der Eile, den vielen Menschen.

Ich spürte, nach all meinem Bangen würde ich dort nun mein Glück

und ein sicheres Auskommen finden.

Esther allerdings ließ mir keine Zeit zum Trödeln

und führte mich gleich ins nächste Arbeitsbüro.

Komm schon.

Wo sind wir denn hier, Esther?

In einem Arbeitsbüro. Wo man hingeht, wenn man eine Stellung sucht.

Ich habe gar nichts vorzuweisen.

Das ist nicht so wichtig. Ich wette, du findest auch so eine gute Anstellung.

Stell dich einfach zu den anderen.

Vielleicht kann ich ein gutes Wort für dich einlegen.

Oh, wir haben wirklich Glück! Mrs. Brown ist hier.

Wer ist denn Mrs. Brown?

Dort drüben. Sie ist für ihre Freundlichkeit bekannt.

Ein Mädchen kann von Glück sagen, wenn sie bei ihr unterkommt.

Du wartest hier, und ich gehe und spreche mit ihr.

Mrs. Brown!

Esther Davis. Wie geht es Ihnen, meine Liebe?

Bestens, vielen Dank, Mrs. Brown.

Sie suchen einem Posten, hab ich recht?

Ganz und gar nicht, Madam, ich bin im Moment sehr zufrieden.

Aber ich habe Ihnen einen kleinen Schatz mitgebracht.

Sie kommt ganz frisch vom Lande. Sehen Sie, dort.

Du meine Güte! Du verstehst dein Geschäft, das muss man dir lassen.

Dann werde ich gleich mal mit ihr sprechen.

Augenblick noch, Madam. Ich habe sie den weiten Weg aus Lancashire hergeholt.

Und sie musste nichts dafür bezahlen.

Sobald ich sie sah, dachte ich, die ist was für Mrs. Brown.

Hier, gib mir deine Hand, Esther.

Herzlichen Dank, Madam.

Fanny, das ist Mrs. Brown, von der ich dir erzählt habe.

Ich verlasse dich jetzt, Fanny. Ich muss zu meiner eigenen Arbeit.

Die werden sich schon fragen, wo ich bleibe.

Aber wann sehe ich dich wieder, Esther? - Na, schon sehr bald, würde ich sagen.

Sei schön brav.

Also dann, Miss, Sie brauchen nicht ängstlich sein. Fanny heißen Sie?

Ja, Madam, Francis Hill, aber man nennt mich Fanny.

Ich weiß, ich bin ein bisschen schmal gebaut,

aber ich bin an schwere Arbeit gewöhnt. - Das glaube ich dir gern, meine Kleine.

Aber ich habe genug Leute für die schweren Arbeiten.

Wonach ich zurzeit suche, ist ein nettes, wohlerzogenes Mädchen,

das mit Anmut und Geschick unsere Herren bedient.

Jetzt nimm einmal deine Haube ab.

Genau so. Schüttel deine Locken.

Oh. Ganz entzückend.

Oh, ja. Ja, ganz reizend. Sehr frisch und lecker.

Danke, Ma'am.

Ich habe Gefallen an dir gefunden, Fanny.

Ich denke, du wirst mein Haus bereichern. Also, was sagst du?

Würdest du gern in meinem Haus arbeiten?

Ja, das würde ich liebend gern machen.

Was für ein süßes kleines Ding du bist, so viel steht fest.

So frisch wie eine kleine Frühlingsblume.

Ich glaube, an dir werde ich meine Freude haben.

Danke, Madam, Sie sind sehr freundlich.

Siehst du, alle meine Töchter sind schon erwachsen und aus dem Haus.

Also muss ich mit meinen Nichten, wie ich sie nenne, vorlieb nehmen.

Wärst du auch gerne eine von meinen Nichten, kleine Fanny?

Ja, das wäre wunderbar, Madam.

Oh, gut. Abgemacht.

Ich bin es bloß.

Bring bitte Fannys Taschen nach oben, Susan. Sie wird ab jetzt bei uns leben.

Sie ist meine neue Nichte, ja, das ist sie.

Mrs. Brown hat nämlich ganz schön viele Nichten, Fanny!

Hüte deine Zunge, Susan, und sei nicht so vorlaut.

Und sag Phoebe, sie möchte in den Salon kommen.

Nein! Nein, das mache ich nicht mit, ihr kleinen Ferkel!

Ups, ich bitte um Verzeihung, Ma'am. - Schon gut, Emma.

Sie wollten heute unbedingt, dass Audrey mitmacht, und ich sagte, ich will nicht.

Aber sie haben mich überredet.

Ihren Worten maß ich keine Bedeutung bei, denn dies war ein gepflegtes,

gutbürgerliches Haus, wie es mir damals erschien.

Ich war überzeugt davon, dass ich in eine absolut ehrbare Familie geraten war

und sehr viel Glück hatte.

Setz dich doch, mein Liebes.

Nach der langen Reise musst du ja zu Tode erschöpft sein.

Also, iss dich erst mal ordentlich satt, dann wird dir Phoebe zeigen, wo du schläfst.

Oh, da kommt sie ja schon.

Oh, Mrs. Brown, was für eine hübsche Kleine!

Fanny Hill, sie kommt ganz frisch vom Lande.

Wie würde es dir gefallen, mit ihr dein Bett zu teilen, Phoebe?

Oh, wunderbar, Ma'am, würde ich sagen!

Komm, gib mir einen Kuss, meine Kleine!

Na, siehst du. Jetzt sind wir die besten Freundinnen!

Ich bitte dich, Liebes. - Komm, Fanny, trink aus, meine Süße!

Fanny hat gefragt, ob sie sich um das Wohl unserer Herren kümmern darf, Phoebe?

Würdest du das gern, Fanny?

Ich glaube, du könntest einen Mann sehr glücklich machen,

wenn du erst ein bisschen Übung hast.

Ich gebe alle meine Neuen in ihre Obhut. Sie wird dir alles Nötige beibringen.

Sie hat dafür wirklich Begabung.

Und auch die Lust dazu.

Oh, du meine Güte. Ich glaube, die Kleine ist jetzt wirklich bettreif.

Bring sie nach oben, Phoebe, und mach es ihr gemütlich.

Aber gibt es heute Abend denn keine Arbeit mehr für mich?

Nein, Gott bewahre, Fanny. Phoebe wird sich schon um alles kümmern.

Ab ins Bett mit euch. Und träumt was Schönes, ihr beiden.

Du brauchst dich doch vor mir nicht zu schämen.

Immerhin sind wir beide gleich gebaut. Komm, ich helfe dir.

Was für ein süßes Schätzchen du doch bist, meine Kleine.

Dann mal rein mit dir.

So ist es gut. Schön kuschelig.

Wollen wir die besten Freundinnen sein, Fanny?

Ja, das wäre wundervoll.

Dann gib mir jetzt einen Kuss.

Genau so, und gleich noch einen.

Nun noch ein drittes Mal, beste Freundin.

Was du für ein Gesicht du machst!

Hat dir niemand je gesagt, wie sich beste Freundinnen küssen?

Nein.

Hat es dir gefallen, Fanny?

Ja.

Dann sollst du noch viel mehr Küsse kriegen.

Hast du noch nie einen Mann geküsst, Fanny?

Oh nein!

Würdest du das gern mal tun?

Ja, vielleicht.

Ich glaube, denen würde das auch gefallen.

So ein reizendes kleines Ding, wie du bist.

Was tust du da, Phoebe?

Ich streichele dich nur ein bisschen. Damit du besser einschläfst.

Es ist mir fast peinlich zu gestehen, dass ich nicht versuchte,

ihr Einhalt zu gebieten, sondern einfach nur dalag,

lammfromm und passiv, und mich ihr hingab.

Ihre Freizügigkeit weckte keine anderen Gefühle in mir

als diese seltsamen und bis dahin nie erlebten Freuden.

Tja, was hätte ich denn tun sollen? Was hätten Sie an meiner Stelle getan?

Etwa Mrs. Brown um Hilfe gerufen? Ich war ganz allein auf der Welt.

Phoebe war zärtlich und liebevoll zu mir.

Würden Sie das wirklich als Sünde bezeichnen?

Außerdem glaube ich, Gott hat uns den Körper gegeben,

damit wir Freude daran haben.

Oh, Phoebe!

Oh, du süßes kleines Schätzchen!

Und so zollte ich meinen ersten jungfräulichen Tribut der göttlichen Venus.

Also wirklich, Miss, wer lümmelt sich denn um diese Uhrzeit noch im Bett herum?

Oh Mrs Brown, ich bitte demütig um Verzeihung. Ich habe wohl verschlafen.

Du kannst ruhig liegen bleiben, meine Kleine.

Ich habe nur einen kleinen Scherz gemacht, um dich zu necken.

Phoebe hat mir erzählt, dass sie gestern Nacht sehr viel Freude mit dir hatte.

Und du wohl auch mit Phoebe, wie ich gehört habe.

Das macht doch nichts. Es freut mich, wenn meine Mädchen sich gut verstehen.

Phoebe findet, du bist ein liebenswertes kleines Ding.

Unseren Gentlemen wird das sehr gut gefallen.

Stell dir vor, meine Kleine, es gibt sogar schon einen sehr vornehmen Herrn,

der nur darauf brennt, deine Bekanntschaft zu machen.

Aber vorher müssen wir dich noch ausstaffieren,

damit du in Gesellschaft auch glänzen kannst! Phoebe...

Wie Sie sich vorstellen können, genoss ich es unendlich,

meine schäbigen Dorfkleider abzulegen

und mich von Phoebe neu einkleiden zu lassen.

Ich fühlte mich wie eine Prinzessin.

So, das hätten wir.

Der Gentleman, von dem Mrs. Brown gesprochen hat,

der dich gern treffen möchte, kommt heute zum Tee. Und wenn

du ihm gefällst, hast du vielleicht einen reichen Gatten in Aussicht.

Na, was sagst du dazu, Fanny?

Ich weiß nicht. Ich finde, ich kann mir mit dem Heiraten noch etwas Zeit lassen.

Weißt du, die Männer heutzutage wünschen sich sehr junge Frauen.

Ist er denn selbst auch noch sehr jung, Phoebe?

Nein, nicht mehr ganz so jung. Aber er ist ein sehr vornehmer Gentleman.

Ist er ein schöner Mann?

Ein schöner Mann? Nein, ich würde nicht sagen, dass er rasend gut aussieht.

Aber er hat so ein gewisses Auftreten, weißt du?

Und er ist ganz wild darauf, dich kennen zu lernen.

Du kommst jetzt einfach mit mir und siehst selbst, was du von ihm hältst, ja?

Ach, da bist du ja, Fanny.

Ich möchte dir meinen lieben Cousin vorstellen, Mr. Crofts,

der es kaum erwarten konnte, dich zu sehen.

Ist sie nicht eine Schönheit, Mr. Crofts?

Wirklich hübsch. Wirklich sehr hübsch. Komm her, meine Kleine.

Sehr hübsch. Wie ich höre, kommst du frisch von Lande, nicht wahr, Fanny?

Und so unschuldig wie am Tag ihrer Geburt.

Das ist garantiert, darauf gebe ich Ihnen Brief und Siegel, Sir.

Wirklich erstklassige Qualität. Phoebe...

Und unten herum, das garantiere ich Ihnen, ist sie so fest verschlossen

wie ein Sicherheitsschloss im Tresorraum der Nationalbank.

Möchten Sie einen Termin machen, um sich ein bisschen mit ihr zu unterhalten, Sir?

Nein. Jetzt. Sofort.

Na, was hältst du von ihm, Fanny? Gefällt er dir?

Ganz und gar nicht. Er ist alt. Er stinkt ganz furchtbar aus dem Mund,

und ich mag es nicht, wie er mich ansieht.

Ich würde Ihnen raten, noch etwas zu warten, Sir.

Sie ist überhaupt noch nicht darauf vorbereitet.

Womöglich wird sie sich fürchten. - Das Risiko muss ich eingehen.

Er ist sehr charmant, wenn du ihn erst näher kennst.

Alles, was er will, ist sich ein Weilchen mit dir zu unterhalten.

Setz dich doch noch einen Moment hin.

Für so eine herrliche Kleine?

Ich kann Ihnen nicht weiter entgegenkommen als 150 Guineas, Sir.

Einhundert, und nicht mehr.

Ich will wirklich nicht mit Ihnen feilschen, Mr. Crofts.

Wie wär's, wenn wir sagen, 50 um sie auszuprobieren

und dann noch mal 100, wenn alles nach Wunsch geht?

In Ordnung.

Seien Sie bitte behutsam mit ihr, Sir.

Ich habe noch nie ein so unschuldiges kleines Lamm gesehen.

Sie müssen mir versprechen, dass Sie sanft mit ihr umgehen.

Sie hat noch nie gesehen, was ein Mann in seinen Hosen verbirgt.

Erst recht nicht so ein Monstrum wie Ihren, Mr. Crofts.

Ach, red keinen Unfug. Sie ist doch vom Lande.

Das kennt sie doch von den Schafböcke und Bullen und Deckhengsten, oder nicht?

Hier. Ihr müsst ja auch von irgendwas leben.

Wir lassen dich jetzt eine Weile mit Mr. Crofts allein, Fanny.

Du wirst ihm sicher eine gute Unterhaltung bieten. Du bist doch so lieb, Fanny?

Wie Sie wünschen, Ma'am.

Gut, gut. Dann viel Glück. Komm, Phoebe.

Das wird in Tränen enden.

Wie möchten Sie Ihren Tee, Sir?

Das spielt jetzt keine Rolle. Ich bin schließlich nicht hier, um Tee zu trinken.

Mach Platz und lass mich neben dir sitzen. So ist es schon besser.

Jetzt wollen wir uns mal mit den Knospen auf deinem hübschen Busen befassen.

Nein Sir, bitte werden Sie nicht unverschämt, Sir!

Komm, komm, mein Kind, es ist doch nicht nötig, dass du so ein Theater machst.

Da.

Oh ja, wirklich hübsch, wirklich süß, sehr anmutig

und noch niemals von einem Mann berührt!

Bitte, Sir! Nein.

Jetzt sei ein braves Mädchen, du wirst es nicht bereuen.

Hören Sie auf, ich flehe Sie an, Sir!

Nein! Nein, nein Sir!

Aufhören! Ich bitte Sie, Sir, Sie machen mir furchtbare Angst!

Mach auf, mach schon auf, du kleine Schlampe, du kleine Schlampe.

Wirst du mich jetzt wohl ranlassen?

Nein! Nein! Nein, bitte, Sir! Ich sage es Mrs. Brown!

Mrs. Brown ist mir völlig egal, mach die Beine breit, du dummes Luder!

Lassen Sie mich in Ruhe! Verschwinden Sie, Sie schmutziger alter Mann!

Ganz schön wild. Du hast aber Kampfgeist, was!

Hilfe! Hilfe!

Sind Sie tot, Sir?

Nein, ich bin nicht tot. Aber vielleicht wäre das besser.

Das habe ich alles dir zu verdanken, du kokette kleines Betrügerin.

Du presst deine Beine so lange zusammen,

bis man nicht mehr anders kann, als auf halbem Weg zu kommen!

Ich weiß nicht, wovon Sie da sprechen, Sir.

Und ich will mein Geld zurück!

Das mit Ihnen werde Mrs. Brown erzählen! Mrs. Brown! Mrs. Brown!

Oh je! Was ist denn hier passiert?

Oh je. Komm her, meine Kleine. Hat er dich grob behandelt, Schätzchen?

Er ist über mich hergefallen wie ein wildes Tier, Phoebe.

Mr. Crofts, ich bin wirklich enttäuscht von Ihnen.

Hatte ich Ihnen nicht gesagt, Sie sollten es langsam angehen?

Langsam angehen? Sie hat mich ja gar nicht erst rangelassen.

Ich habe doch nicht 50 Guineas gezahlt, damit es in die Hosen geht!

Ich will mein Geld wiederhaben

Das besprechen wir unter vier Augen, wenn ich bitten darf.

Trink doch noch ein Glas Wein, mein Täubchen, das beruhigt die Nerven.

Wer hätte gedacht, dass der Mann so grob und rüde sein würde.

Also, der kommt hier nicht wieder her, das verspreche ich dir!

Ich habe es doch gesagt.

Na ja, es ist ja noch mal gut gegangen.

Er hat dir ja nicht weh getan, nicht wahr, mein Liebes?

Nichts, was der Rede wert wäre.

Nach dem, was er sagt, hast du ihm viel mehr zugesetzt als er dir.

Batsch, batsch, batsch! Du hast ihm ordentlich eins auf die Ohren gegeben!

Wie er es sich verdient hatte, nicht wahr?

Ja, das habe ich, nicht wahr?

Geschieht ihm ganz recht, dem alten Teufel,

wenn er ein unschuldiges junges Ding so behandelt.

Lasst uns darauf anstoßen, dass er in der Hölle schmort!

Ich weiß, wie konnte ich bloß so naiv sein?

Aber sie redeten mir nach dem Mund und waren so lieb zu mir,

dass ich mich schließlich wie eine kleine Heldin fühlte.

Man gab mir zu verstehen, dass Mrs. Browns Geschäft eine Art Herrenclub war,

wo die Männer ihre Freiheit hatten und sich mit ihren Liebsten treffen konnten.

Ich fand zwar, dass die Herren sich zu viele Freiheiten mit den anderen Mädchen

herausnahmen, aber mir begegneten sie mit ausgesprochener Höflichkeit.

Du musst keine Angst haben. Von mir hast du nichts zu befürchten.

Wie soll ich dich nennen?

Fanny, wenn es Ihnen gefällt, Sir.

Ja, du gefällst mir, Fanny. Ich habe dich hier noch nie gesehen.

Ich bin seit einer Woche hier und komme aus Lancashire.

Aus Lancashire? Das ist weit weg.

Ich nehme an, du hast viele gebrochene Herzen zurückgelassen?

Nein, das wohl nicht. Ich denke nicht, Sir.

Du spielst die Unschuld vom Lande sehr geschickt, Fanny.

Ich bin ein unschuldiges Mädchen, Sir. Das heißt,...

So unschuldig, dass das jetzt keine Rolle spielt.

Ich glaube dir, Fanny, und frage mich, ob dir bewusst ist,

in was für ein verruchtes Haus du hier geraten bist

und was hier aus dir werden wird?

Nein, gar nicht, Sir. Dies ist kein verruchtes Haus.

Mrs. Brown und die anderen hier sind sehr nett.

Da war ein ekliger alter Mann, der zudringlich werden wollte,

aber Mrs. Brown hat ihn fortgeschickt.

Nun, ich bin froh, das zu hören.

Aber weißt du, irgendwann kommt der nächste, früher oder später.

Na ja, jedes Mädchen erwischt es wohl früher oder später.

Wenn es mich mal erwischt, wie Sie es nennen, Sir,

dann wird das mit meinem geliebten Schatz sein, und mit niemand anderem.

Oh, du hast also einen Geliebten, ja?

Noch nicht, Sir.

Oh Fanny. Du brichst mir fast das Herz.

Zum Glück habe ich kein Interesse daran, deins zu brechen.

Ich weiß nicht, wovon Sie sprechen, Sir.

Von deiner Unschuld. Und ihrem unaufhaltsam nahenden Ende.

Das soll nicht mein Werk sein.

Ich bevorzuge junge Damen,

die schon mehr um die bitteren Seiten des Lebens wissen.

Vielleicht begegnen wir uns irgendwann mal wieder.

Und jetzt wünsche ich dir erst mal viel Glück.

Oh Fanny, wir dachten, du hättest ihn erobert.

Nein, nein, wo denkst du hin. Er hat sich ganz seltsam benommen.

Er ist ein sehr reicher Mann, Fanny. Und etwas ganz Besonderes.

Jede Frau, die er sich aussucht, kann sich beglückwünschen.

Die hat ihr Schäfchen im Trockenen. - Was wollte er denn?

Ich weiß es nicht.

Ach Fanny, du bist so ein kleines Unschuldslamm.

Sie hat mir erzählt, dass sie bis jetzt noch nicht mal dabei zugesehen hat.

Was? Du meinst, du hast noch nicht mal gesehen, wie man es macht?

Sie hat mir erzählt...

Was ist? Jetzt hänselt mich doch nicht!

Wir hänseln dich gar nicht, Fanny.

Würdest du gern mal Mrs. Brown mit ihrem Liebhaber sehen?

Hat Mrs. Brown wirklich einen Liebhaber? - Ja, doch.

Und mehr als nur einen. Aber sie mag einen Soldaten am liebsten.

Seid ganz leise!

Da kommen sie!

Siehst du, Fanny, komm näher.

Sie ist wirklich eine lustige Alte, nicht wahr Fanny?

Er hat alle Hände voll mit ihr zu tun. Hast du je solche Brüste gesehen?

Oh, mein Schätzchen.

Ich sage es ja immer, du bist und bleibst die Beste.

Ach, komm.

Doch, deine Mädchen können immer noch einiges von dir lernen.

Und jetzt wird es gleich spannend!

Oh, Gott! Was für ein Anblick.

Da kann er wohl kaum sein Ziel verfehlen, nicht wahr, Fanny?

Wenn er sich doch endlich mal umdrehen würde.

Jetzt komm schon, Korporal, lass doch mal sehen.

Es geht hier um die Erziehung eines jungen Mädchens.

Miau!

Was war denn das?

Was für ein Knüppel!

Er ist so mächtig!

Er kann ihn gebrauchen, Fanny, für eine Frau von ihrem Format.

Und jetzt sieh genau hin, dann siehst du, wo er reingeht.

Oh, Fanny, wird dir nicht auch ganz warm davon?

Und so versetzte der Anblick von Mrs. Brown und ihrem Freier

meiner ursprünglichen Unschuld ihren letzten Todesstoß.

Und obwohl mir der Soldat äußerlich nicht zusagte,

sehnte ich mich danach zu erfahren, wie es sich anfühlte,

mit einem Mann im Bett zu sein.

Was geht hier vor? Oh, ich verstehe!

Sei mir bitte nicht böse, Phoebe.

Susan und Emma, ihr geht jetzt ins Empfangszimmer.

Da ist eben einer Gruppe junger Männer eingetroffen.

Und was dich betrifft, müsstest du längst im Bett sein.

Oh, lass sie uns doch mitnehmen, Phoebe. Wir kümmern uns schon um sie.

Ich weiß schon, was du vorhast, Susan Johnson.

Aber die kleine Miss hier ist nichts für jeden Hinz oder Kunz.

Und jetzt geht, sonst sage ich eurer Chefin, dass ihr sie ausspioniert.

Oh, das ist gut. Ja. Tiefer. Tiefer, Schatz.

Kann ich wenigstens einen kurzen Blick rein werfen, Phoebe?

Auf keinen Fall, sonst fallen sie noch alle über dich her.

Und jetzt komm mit nach oben.

Jetzt komm, Charlie. Wir sind schon spät dran.

Madam! Erlauben Sie, dass ich mich Ihnen vorstelle.

Da sind Sie hier falsch, Sir. Die jungen Damen sind alle unten im Empfangszimmer.

Ja, aber ich möchte unbedingt diese junge Dame hier kennen lernen.

Nein Sir, da kann ich Ihnen leider kein Angebot machen. Sie ist schon versprochen.

Kann ich nicht einfach nur bei ihr sitzen,

ein wenig reden, ihr in die Augen sehen?

Madam? Ich glaube ernsthaft, ich habe die Liebe meines Lebens getroffen.

Wie ist Ihr Name? - Das muss Sie nicht kümmern.

Fanny, Sir.

Und nun gute Nacht, Sir. Es gibt jede Menge hübscher Mädchen für Sie beide.

Nehmen Sie Ihren Freund gleich mit, Sir.

Aber ich will niemand anderes! Ich habe mich verliebt!

Komm, Fanny!

Komm, Fanny! Fanny!

Ich fand, er war ein ausgesprochen sympathischer junger Gentleman.

Er war betrunken wie eine Haubitze.

Ich fand, er hatte ein hübsches Gesicht!

Das mag ja sein.

Aber es hat keinen Sinn, sich in irgend jemand zu verlieben.

Nicht in diesem Geschäft. Wir müssen sie nehmen, wie sie kommen.

Weißt du, was?

Mrs. Brown hat veranlasst, dass du einem vornehmen jungen Mann vorgestellt wirst,

der nächste Woche in die Stadt kommt.

Und was ist, wenn ich ihn nicht mag?

Ich glaube, diesen hier wirst du mögen müssen, Fanny,

sonst wird Mrs. Brown ziemlich verärgert sein.

Wir müssen alle mal irgendwo anfangen.

Kann ich mir meinen Schatz denn nicht selbst aussuchen?

Ich bitte dich. Nein, so funktioniert das nicht.

Siehst du, Mrs. Brown hat viel Geld für deinen Unterhalt und deine schönen Kleider

vorgestreckt und dafür erwartet sie jetzt einen Gewinn. Das ist doch angemessen.

Also wird der Gentleman Mrs. Brown dafür bezahlen, dass er mein Schatz sein darf?

Ganz genau.

Und dann macht er es, wie der Soldat mit Mrs. Brown?

Ganz richtig, aber noch viel mehr als das.

Er küsst dich und ist zärtlich und nennt dich seine Herzallerliebste.

Er macht dir Geschenke und gibt dir Taschengeld.

Du hat wirklich großes Glück, Fanny.

Das Ding, das der Soldat hatte...

Hat dir das gut gefallen?

Es war so gewaltig, Phoebe, und es sah gefährlich aus.

Korporal Kite ist ziemlich stark gebaut, wenn ich mich recht entsinne.

Wie soll ein so riesiges Ding nur in mich reinpassen?

Oh, du wirst dich noch wundern, meine Kleine! Das süße Ding,

das du zwischen deinen Beinen hast, ist ein wundervolles Instrument.

Bald schon wirst du dir wünschen, die Männer wären noch besser bestückt.

Tut das denn nicht weh, Phoebe?

Ein bisschen. Das stimmt schon. Beim ersten Mal.

Aber dann, Fanny, ist es das pure Vergnügen!

Und wenn du dein kleines Schatzkästchen nur richtig einsetzt,

kann es dir ein Vermögen einbringen.

Und jetzt sei ein braves Kind und leg deine Hand hier hin.

Mal sehen, ob wir gemeinsam davonschweben.

Oh, das ist gut, Fanny.

Mein Kopf war voll von allem, was Phoebe mir gesagt hatte.

Sollte dies mein Zuhause sein? Sollte dies mein Leben sein?

Ich nehme dich mit.

Was ist das? Fanny?

Ja, Sir.

Oh, ich dachte, ich wäre tot und schon im Himmel.

Bist du ein Engel, Fanny?

Nein. Ich bin aus Fleisch und Blut.

Wieso haben Sie denn hier unten allein übernachtet, Sir? Wo ist Ihr Freund?

Oh, der hat mich verlassen, als ich sagte,

dass ich keine andere wollte als dich, Fanny.

Dann habe ich noch ein Glas Wein getrunken und bin dann bald eingeschlafen.

Und jetzt bin ich darüber richtig froh. Würdest du mich küssen, Fanny?

Ja, Sir. Sehr gerne.

Und wollen wir jetzt ins Bett gehen, um nachzuholen, was wir verpasst haben?

Nein, das, das geht leider nicht. Sonst bekomme ich Ärger mit Mrs. Brown.

Aber warum denn das? Natürlich bezahle ich dich. Und sie auch.

Ich bin schon einem anderen Mann versprochen, Sir.

Der wird Mrs. Brown eine gute Summe zahlen, um mich zu entjungfern.

Das bedeutet, du bist wirklich noch Jungfrau?

Ja, Sir.

Oh, dann verzeih mir bitte meine Voreiligkeit.

Ich hielt dich für eins der Mädchen des Hauses.

Das bin ich ja auch. Zumindest haben sie vor, eins aus mir zu machen.

Ich habe das anfangs nicht verstanden.

Nur meine Jungfernschaft macht mich besonders.

Wenn die weg ist, muss ich mit jedem mitgehen, der kommt.

Und wirst du das gern tun, Fanny?

Ganz und gar nicht, glaube ich. Aber den anderen scheint es nichts auszumachen.

Und ich kann nirgendwo anders hin.

Wärst du nicht lieber nur mit einem Mann zusammen, der dich lieben

und auf dich aufpassen würde und es nicht zulassen würde,

dass irgendjemand dich benutzt?

Ich weiß es nicht. Vielleicht wäre ich das. Es hängt davon ab, wer das wäre.

Und wenn ich es wäre, Fanny? Würdest du es dann wollen?

Ja. Ich glaube schon.

Aber das ist unmöglich. Mrs. Brown wird es nicht erlauben.

Fanny, dein Körper gehört dir und nicht Mrs. Brown.

Du kannst selbst entscheiden, wem du dich hingibst.

Das sieht Mrs. Brown aber nicht so, und auch niemand anders hier.

Für die bin ich doch bloß eine Ware.

Damit wäre sie vor jedem Gericht zum Scheitern verurteilt.

Fanny, willst du mir vertrauen und dich mit mir auf den Weg machen?

Ich kenne ja nicht einmal Ihren Namen.

Mein Name ist Charles, Charles Standing.

Mein Vater ist Kaufmann in der City

und mein Unterhalt reicht für uns beide zum Leben, wenn wir sparsam sind.

Fanny, in dem Moment, als ich dein hübsches Gesicht sah,

wusste ich, dass für mich keine andere in Frage kommt.

Du magst mich doch, nicht wahr, Fanny?

Ja, auf den ersten Blick mag ich Sie sehr.

Aber wir wissen doch noch gar nichts voneinander.

Ich glaube, wir wissen alles, was wir wissen müssen.

Ich habe mich Hals über Kopf in dich verliebt.

Komm doch einfach mit mir mit.

Na gut. Einverstanden.

Na, was halten Sie davon? Würde ich nun vom Regen in die Traufe kommen?

Ich ahnte kaum, welches Risiko ich da einging.

Er hätte ja selbst ein Zuhälter sein können,

der sich einen Stall voller Mädchen hielt.

Aber irgendwie konnte ich das nicht glauben.

Wir Unschuldslämmer erkennen einander auf den ersten Blick.

Und außerdem sah er verdammt gut aus.

Komm her, Schätzchen.

Wer ist da?

Bist du es, Fanny?

Komm sofort zurück, du unverschämte kleine...!

Komm, schnell!

Phoebe! Emma! Aufstehen! Kommt schnell hier runter!

Ich verfluche dich, Fanny Hill! Das werde ich dir noch heimzahlen!

Und so begann für mich wieder einmal ein neues Leben.

Halt!

Gut. Sie brauchen also ein Zimmer für ein verheiratetes Paar, sagten Sie?

Ja. Das ist richtig, Mrs. Jones.

Sie sind wohl schon lange verheiratet?

Äh, nein. Nicht besonders lange.

Nein? Na ja. Sie sehen für mich nach einem netten, ehrbaren jungen Paar aus.

Oh, das sind wir auf jeden Fall.

Aber wir wären Ihnen dankbar, Mrs. Jones, wenn Sie bitte diskret wären.

Ich bin äußerst diskret.

Wir haben die Hochzeit noch nicht bekannt gegeben.

Die Familien, wissen Sie. Probleme mit den Familien.

Wir halten es noch geheim, bis die Familien sich wieder versöhnt haben.

Nun, Sie müssen wissen, dass dies ein sehr anständiges Mietshaus ist.

Im zweiten Stock wohnt ein Herr von der italienischen Botschaft mit seiner Frau.

Das sind sehr nette, ruhige Mieter. Von denen kriegen Sie gar nichts mit,

außer dass sie morgens immer ein bisschen singt.

Arien und so etwas. Sind halt Italiener.

Aber Sie scheinen ja eine sehr ruhige junge Dame zu sein, Mrs. Standing.

Danke, Madam.

Einen halben Guinea pro Woche für diese Zimmer und ein Klosett.

Mein eigenes Mädchen wird sich um Sie kümmern.

Wäsche und andere Dienste nach Absprache

gegen eine kleine zusätzliche Entschädigung.

Wären Sie damit zufrieden, Sir?

Absolut zufrieden, Mrs. Jones.

Wäre sonst noch etwas, das Sie im Moment brauchen, Sir?

Nein. Ich denke nicht, Mrs. Jones.

Na, dann leben Sie sich gut ein und machen Sie es sich bequem.

Danke, Mrs Jones.

Ich habe es gern absolut ruhig in meinem Haus, Mr. Standing.

Oh, das ist ganz nach unseren Wünschen, Mrs. Jones.

Sollen wir?

Fanny? Bist du sicher, dass du es auch willst?

Ja. Phoebe hat gesagt, es wird ein bisschen weh tun, aber nur am Anfang.

Ich werde versuchen, absolut vorsichtig zu sein.

Willst du dich nicht auch ausziehen? Soll ich dir helfen, wie du es gemacht hast?

Deine Haut ist so weich und zart, und du riechst so gut.

Fanny!

Au!

Tut mir leid. Vielleicht sollten wir...

Au!

Soll ich aufhören?

Nein, mach weiter, ich vertrag das schon. Au!

Ich tue dir weh.

Nein, nein, das geht schon. Wenn du nur ein bisschen still halten würdest.

Ich kann nicht!

Oh, Gott!

Oh, Fanny.

Na ja. Und wie war das erste Mal für Sie?

War es ein Feuerwerk der sinnlichen Genüsse?

Nein? Das dachte ich mir schon.

Aber ich liebte meinen süßen, unschuldigen Charles,

gleich von Anfang an, denke ich.

Und als das Brennen meiner Wunden nachließ,

nach der Anwendung von etwas lindernder Salbe

und mehreren Gläsern Portwein, versuchten wir es noch mal,

mit viel größerem Erfolg.

Welche Wogen des Glücks! Welch selige Verschmelzung!

Welche Todesqualen unserer Lust!

Worte allein werden der Sache nicht wirklich gerecht, oder?

Drei Tage lang verließen wir unser Zimmer nicht.

Was für ein riesiges Glück ich habe.

Und, Fanny, was würdest du heute am liebsten tun?

Alles, was du willst.

Ach, weißt du, so reizend du auch aussiehst, wenn du gar nichts anhast,

ich meine, absolut überwältigend,

sollten wir vielleicht doch mal einen Stadtbummel machen

und dir ein paar Kleider kaufen. Na, was hältst du davon?

Maiglöckchen! Maiglöckchen! Frische Maiglöckchen!

Nur 5 Pence!

Haben Sie vielen Dank.

Möchtest du so einen, Fanny? - Wirklich?

Aber natürlich. - Aber dein Unterhalt?

Ich garantiere dir, wenn mein Vater dich sieht, wird er ihn verdoppeln!

Komm, gehen wir rein!

Such dir aus, welchen du möchtest.

Guten Tag, Sir. Madam. Womit darf ich Ihnen denn dienen?

Esther, bist du es wirklich?

Fanny Hill! Was für eine Überraschung!

Also arbeitest du jetzt hier, ja? Ich dachte, du wärst im Haushalt?

Oh, für Mode habe ich mich schon immer interessiert.

Das ist mein Ehemann, Esther.

Oh. Freut mich, Sie kennen zu lernen.

Ganz meinerseits.

Esther und ich kennen uns schon, seit wir klein waren.

Esther, diese Frau aus dem Arbeitsbüro, die hat mir übel mitgespielt.

Sie wollte meine Jungfernschaft verkaufen.

Nein! Oh Fanny! Aber wie es scheint, hast du das ja ganz gut überstanden.

Guten Tag, Sir. Guten Tag, Madam.

Ah, Mrs. Cole, das ist meine alte Schulfreundin Fanny.

Wissen Sie noch, ich habe sie mal erwähnt.

Ich glaube, ja. Aber du hast mir nie erzählt, was für eine Schönheit sie ist.

Es freut mich sehr, Ihre Bekanntschaft zu machen.

Ich hoffe doch, dass meine Esther Sie gut beraten hat?

Ja, danke sehr, Ma'am.

Suchen Sie etwas Ausgefallenes? Esther führt sie nach hinten.

Hier entlang, Sir.

Mach's gut, Fanny, Wiedersehen, Sir!

Esther! Ich hatte gehofft...

Na, dann wollen wir mal sehen, ob wir nicht eine schöne Haube

für die schönste Frau hier finden!

Fanny Hill!

Sieh sie dir an! Frech wie Oskar, das undankbare kleine Flittchen.

Geh sie holen, Phoebe. Du kommst jetzt mit mir mit, Mädchen!

Da bist du ja. Du bist immer noch ein süßes kleines Schnuckelchen.

Du hast mich doch nicht vergessen, Fanny,

und all den Spaß, den wir zusammen hatten!

Diese Lady ist meine rechtmäßige Ehefrau.

Oh, so nennt man das heutzutage!

Nun, Sir, wenn Sie sie wollen, müssen Sie mir eine Kompensation

für all meine Auslagen zahlen.

Ich würde sagen, 200 Guineas würden die Kosten decken.

Das ist eine Unverschämtheit, Ma'am! Sie sollten sich wirklich schämen.

Sie verlangen Kompensation?

Ich hätte große Lust, Sie mit einer Klage vor Gericht zu bringen,

wegen Kuppelei und Verführung unschuldiger Minderjähriger!

Komm, Phoebe.

Oh, mein tapferer Held!

Ich war tapfer, nicht wahr? Nicht, dass ich das Geld gehabt hätte.

Der Rest von meinem Unterhalt ging für den Hut drauf.

Tapfer und nett

und gutaussehend und süß und gut...

Und mittellos.

Wir waren mittellos, oder doch sehr nahe dran. Aber wir waren jung und verliebt.

Und ich war naiv genug, zu glauben, dass man von Liebe leben kann.

Charles war das Universum für mich.

Es war eine sehr glückliche Zeit. Jeder Tag war eine neue Quelle der Freude.

Und so wurden aus Tagen Wochen und Monate.

Fanny?

Heute gehen wir meinen Vater besuchen.

Ich habe vor, ihn um etwas zu bitten. - Was denn?

Um seine Zustimmung zu unserer Heirat. Willst du meine Frau werden?

Oh ja!

Charles, mein Junge!

Was soll dieser unverschämter Streich?

Ich verstehe nicht, Sir. Was meinen Sie?

Hast du die kleine Hure hergebracht, um mich zu verspotten?

Die kleine Hure? Da muss wohl ein Irrtum vorliegen.

Dies ist Miss Fanny Hill, meine Herzensdame!

Ach ja! Das war ihr Name! Fanny Hill!

Die verdammte kleine verlogene trickreiche Hure!

Ich sage Ihnen, Sir, das ist nicht wahr.

Fanny, ich entschuldige mich für das Verhalten meines Vaters.

Die Entschuldigung kannst du dir sparen. Sie ist eine Hure, Charles!

Und du hast sie in einem Bordell gefunden! So sieht es doch aus!

Das ist jetzt nicht von Belang, Sir.

Nicht von Belang? Ich werde dir sagen, was von Belang ist!

Du hast in einem Bordell herumgehurt und dir eine mit nach Hause genommen

und denkst jetzt, du kannst sie der Familie unterschieben!

Oder du hast sie von der Straße aufgelesen,

wo sie sich dir als unschuldiges Mädchen vom Lande ausgegeben hat.

Also, wie war das? Bist du ein Schuft oder ein Dummkopf?

Weder noch, Sir.

Ich kann dir sagen, eines von beiden bist du sicher.

Kommen Sie, Miss, Sie sind doch eine diebische Hure, nicht wahr?

Nein, Sir. Das bin ich nicht und bin es auch nie gewesen,

wie Sie wohl wissen dürften. - Was ist das hier?

Fanny, woher kennst du meinen Vater?

Das sollte er dir sagen. Woher kennen wir uns, Sir?

Wag es ja nicht, mich zu erpressen oder falsch zu spielen, Mädchen!

Ich weiß, was ich weiß, und damit hat es sich!

Und ich weiß auch, was ich weiß, Sir.

Wollen Sie, dass Ihr Sohn es zu hören bekommt?

Verlasst sofort mein Haus, und zwar ihr beide!

Vater, ich bitte dich! Sicher lässt sich dieses Missverständnis aufklären.

Hier liegt kein Missverständnis vor. Du bist auf eine Hure hereingefallen!

Sieh zu, dass du sie loswirst, sonst siehst du keinen Penny mehr von meinem Geld!

Nein Sir. Das tue ich nicht. Ich liebe sie und wir werden uns vermählen,

mit oder ohne Ihren Segen!

Dann geh! Ich werde dich verfluchen!

Wie Sie wünschen, Sir. Komm, Fanny.

Und alles, was sie dir über mich erzählt, sind Lügen!

Verdammte kleine Hure!

Es tut mir sehr leid, dass du solchen Beleidigungen ausgesetzt warst.

Wäre er nicht mein eigener Vater, hätte ich ihn auf der Stelle getötet!

Worte können mich nicht verletzen, Charles.

Aber es tut mir leid, dass du mit deinem Vater Streit hast.

Wie konnte er dich nur für eine Hure halten?

Er hat sich eben geirrt.

Nein. Er kannte dich ja. Woher kannte er dich, Fanny?

Vielleicht hat er mich mal ins Haus gehen sehen

und wusste, dass es ein Bordell war. - Nein, da ist noch mehr gewesen.

Du sagtest, du könntest erzählen, was du über ihn weißt.

Was weißt du über ihn? Sag mir die Wahrheit, Fanny.

Wir sollten keine Geheimnisse voreinander haben.

Was auch immer es ist, ich werde dir bestimmt nicht böse sein.

Sie sagten, sein Name sei Mr. Crofts. - Ja. Und?

Er gab Mrs. Brown 50 Guineas, um mir die Unschuld zu nehmen.

Aber ich habe ihn zurückgewiesen.

Der alte Bock!

Und so kriegte ich aus Liebe, was er sich für Geld nicht kaufen konnte.

Kein Wunder, dass er wütend war.

Also bist du mir nicht böse?

Wie könnte ich dir das übel nehmen?

Wir werden schon einen Ausweg finden.

Schönen guten Tag. Wenn ich Sie um die Miete bitten dürfte, Mr. Standing.

Sie sind jetzt schon ein oder zwei Wochen im Rückstand, nicht wahr?

Ach, wirklich? Danke, dass Sie mich darauf hinweisen, Mrs. Jones.

Ich erledige das. Bei Gelegenheit.

Und bitte vergessen Sie nicht die Nebenkosten.

Sie haben ziemlich viel Wäsche gewaschen, Mr. Standing. Da kommt was zusammen.

Ja, Mrs. Jones, ich kümmere mich darum. Bei Gelegenheit.

Ich höre immer nur "bei Gelegenheit", Mr. Standing. Mr. Standing!

Diese Frau!

Das wird sich schon einrenken.

Fanny! Jeder Penny, den ich habe, kommt von meinem Vater.

Er hat mir nie eine Ausbildung zukommen lassen.

Ich habe nichts außer dem Unterhalt, den er mir gibt.

Und zwar unter der Bedingung, dass ich später sein Geschäft übernehme.

Wenn er mich hängen lässt, sind wir ruiniert.

Dann musst du eben noch mal zu ihm gehen.

Sag ihm, dass ich ihm nichts Böses will und wir die Vergangenheit begraben sollten.

Und sag ihm, du willst sofort in sein Geschäft einsteigen,

es erlernen und hart daran arbeiten. Das wird ihn freuen.

Und dass er sich auf dich verlassen kann, weil du jetzt mich hast,

die dir den Rücken stärkt. Sag ihm das.

Und sag ihm, dass sein Enkelkind unterwegs ist, Charlie.

Das wird ihn auch freuen.

Ein Enkelkind? Ist das auch wirklich wahr?

Ich glaube schon, Charlie.

Mr. Standing!

Bei Gelegenheit, Mrs. Jones!

Es geht nicht um die Miete, Mr. Standing.

Ich habe hier eine wichtige Mitteilung für Sie.

Ein Bote Ihres Vaters war eben hier.

Sie sollen sofort wieder zu Ihrem Vater kommen.

Dort werden Sie etwas sehr Vorteilhaftes erfahren, sagt er.

Da! Er hat seine harten Worte jetzt schon bereut.

Ich gehe sofort zu ihm. Und was für wunderbare Neuigkeiten ich für ihn habe!

Ich bin bald wieder da.

Dann bringe ich Ihnen mal ein schönes Glas Wein nach oben, ja?

Nein, danke, Mrs. Jones.

Bitte, ich habe es doch nur gut gemeint, Mrs. Standing.

Ich bin es nur.

Oh je, so ganz allein in der Dunkelheit?

Ich dachte, ich bringe Ihnen mal ein bisschen Abendessen.

Danke, Mrs Jones.

Ich hoffe, er hat keinen Unfall gehabt.

Nur keine Sorge, Mrs. Jones.

Ich nehme an, er hat mit seinem Vater eine Menge zu besprechen.

Ja, wahrscheinlich. Aber haben Sie keine Bange, meine Liebe.

Im Notfall würde mir schon etwas für Sie einfallen.

Er ist immer noch nicht wieder da? Ich hoffe, er ist nicht durchgebrannt!

Ich werde ihn bei seinem Vater suchen gehen.

Halten Sie das wirklich für klug? - Ist mir egal, ob es klug ist oder nicht.

Vielleicht wird er dort gegen seinen Willen festgehalten.

Er würde mich niemals verlassen. Ich bekomme von ihm ein Kind.

Dann komme ich besser mit Ihnen.

Was wollen Sie denn schon wieder, Miss?

Und diesmal haben Sie auch noch Ihre Kupplerin mitgebracht.

Aber leider gibt es für Sie hier kein Geschäft zu machen.

Ich bitte Sie, Sir, verspotten Sie mich nicht.

Ich wollte Sie fragen, ob Sie wissen, wo Charlie ist.

Ja, ich weiß sehr wohl, wo Charlie ist.

Er ist auf einem Schiff auf dem Weg in die Südsee, da finden Sie Ihren Charlie.

Er hat beschlossen, die Ärmel hochzu- krempeln und ins Geschäft einzusteigen.

Das glaube ich Ihnen nicht. Er würde mich nie und nimmer freiwillig verlassen.

Freiwillig oder nicht, er ist jetzt fort, Miss.

Und Sie werden ihn niemals wiedersehen.

Fanny!

Schaffen Sie sie raus. Und Sie verschwinden jetzt auch!

Raus mit Ihnen beiden! Was macht Sie da auf dem Fußboden?

Sie bringt Ihren Enkel zu Welt, Sir, das macht sie auf dem Fußboden!

Nicht in meinem Haus, gute Frau!

Schaffen Sie sie raus, bevor ich noch die Hunde Sie beide ansetze!

Können Sie stehen, wenn ich Ihnen aufhelfe?

Raus mit ihr! Raus mit ihr! Raus mit ihr! Raus mit ihr! Raus mit ihr!

Na, endlich. Das wurde aber auch Zeit.

Sie waren so geschwächt, dass ich dachte, das wird nichts mehr.

Das Baby haben Sie natürlich verloren.

Aber im Nachhinein muss ich sagen,

dass das unter diesen Umständen fast schon ein Segen war.

Und jetzt müssen wir uns überlegen, wie es weitergeht.

Sie haben überhaupt kein Geld, nicht wahr, mein Liebe?

Und es haben sich ziemlich viele Schulden angehäuft.

Es fängt an mit den Mietschulden und der ganzen Wäsche,

bis hin zum Arzt und dem Apotheker und der Pflege,

bis Sie wieder auf den Beinen waren.

Ich frage mich ernstlich, wie Sie das alles bewältigen wollen.

Denn wenn Sie nicht bezahlen können,

sind Sie ein Fall für das Schuldnergefängnis.

Dann muss ich dort halt hingehen.

Mein Herz ist gebrochen, und es ist mir ziemlich egal, was aus mir wird.

Sie wissen nicht, wovon Sie da reden, mein Kind.

Es würde mir das Herz brechen,

eine so zarte junge Frau an einem solchen Ort zu wissen,

wo alle Schurken Londons schon auf Sie warten

und die Gefängniswärter auch nicht viel besser sind.

Es gibt arme Frauen, die dort landen

und für den Rest ihres Lebens nicht mehr rauskommen.

Aber was soll ich denn sonst tun? Was soll ich denn nur tun?

Obwohl sich meine Gesundheit langsam stabilisierte,

verzehrte ich mich vor Kummer über das verlorene Baby

und meinen geliebten Charles.

Ich verließ mein Zimmer kaum noch, aus Sorge,

er könne zurückkommen und ich ihn verpassen.

Fanny? Hier möchte dich jemand sprechen.

Ja, bitte?

Oh, ich erinnere mich.

Ich bin sehr froh, das zu hören.

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