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* Eine Frau singt Opernmusik auf Italienisch. *
(Commissario Guido Brunetti)
* Noch Opernmusik *
(Paola Brunetti)
* Immer noch Opernmusik *
(Vice-Questore Patta) (Signorina Elettra)
* Immer noch Opernmusik *
* Opernmusik. Die Tür fällt zu. *
Was willst du hier?
Ich sagte, du kommst nicht mit!
Die Eintrittskarte für dich wäre nur Verschwendung. Du bist ...
... eine Enttäuschung!
Eigentlich hätte ich das schon immer wissen müssen.
Was ... fällt dir ein?
Gib sofort die Karte her!
* Sie schreit. *
* Immer noch Opernmusik *
Wir haben es satt. Wir streiken.
... möchte ich Ihnen gerne diese wunderschönen Menschen vorstellen.
Das sind die Mitarbeiter der Oper von Venedig.
Wir streiken und machen das nicht mehr mit.
Und ich sage Ihnen noch was:
Seit fünf Jahren in Folge steigern wir den Umsatz.
Für mehr Aufführungen, für mehr Premieren. Aber was ist mit
der Qualität, meine Damen und Herren? Und ...
Guten Morgen, Commissario! Das Boot liegt hinter der Oper.
Wie geht's dem Mann, der drauf war? Hat einen Kreislaufschock
und Verbrennungen 2. Grades. Liegt im künstlichen Koma.
Beim letzten Streik haben sie die Kulissen stehenlassen.
Freunde von uns konnten beim
Brahms-Konzert die Krypta des Pharaos aus Aida bestaunen.
Wir können hinten rein.
Wir machen das nicht mehr mit. Deswegen streiken wir.
Wir haben die Schnauze voll.
Mauro liegt im Koma. Furchtbar! Und die da draußen machen weiter,
als wäre nichts passiert. Sauerei ist das!
Wenigstens heute hätten sie diesen Streik aussetzen können.
Der Streik geht uns nichts an.
Zeigen Sie uns das Boot! Machst du weiter, Schatz?
Das Boot ist für unsere Künstler.
Ist günstiger, als ein Wassertaxi zu bestellen.
* Er lacht. *
Können Sie sich vorstellen,
was passiert wäre, wenn das Feuer auf die Oper übergegriffen hätte?
Da, schauen Sie mal!
Flavia Petrelli. Ist seit fünf Jahren nicht mehr
aufgetreten. Und das ist ihr Comeback!
Hier bei uns.
Die ganze Welt schreibt drüber.
Und jetzt das! Ist unfassbar!
Commissario!
Da steht was.
Können Sie das lesen? Nein.
Wir brauchen den Untersuchungs- bericht der Feuerwehr.
Gibt es Augenzeugen?
Signora Petrelli. Da oben ist ihre Garderobe.
Wo ist sie jetzt? Sie ist nicht da.
Wir wollten ihr diesen Trubel da ersparen.
Das ist ...
Die sabotieren die Proben. Letzte Woche haben die
das Bühnenbild beschmiert. Das mit dem Boot waren die auch.
Haben Sie dafür Beweise? Nein. Aber die waren es.
Die lassen den Streik eskalieren kurz vor der Premiere.
Noch mal! Mit dem Streik haben wir nichts zu tun.
Das mit dem Boot klären wir.
Den Tisch in der Aktpause nach links rüber. Schau!
Ja, was ist denn jetzt?
* Pfiffe und Rufe auf Italienisch *
Commissario! Ja?
Sieht aus, als wäre sie nicht älter geworden.
Wie lange ist das her? Zehn Jahre?
Mindestens. Zu Lasten der Qualität.
Heute geschlossen!
Sorry! Wir streiken heute. * Pfiffe *
Schön, dass Sie beide auch gekommen sind!
Wir kamen wegen der Explosion. Und Sie? Was machen Sie hier?
Das da geht uns alle an, Commissario!
Zumindest alle, die ein Interesse an vielfältiger Kultur haben.
Was soll das? Was machst du hier? Das ist meine Sache.
Fällst du mir in den Rücken? Geh nach Hause!
Lass mich in Ruhe! He! Du gehst jetzt nach Hause!
Du gehst nach Hause! Andrea! Andrea!
Du gehst nach Hause! Aua! Du tust ihr ja weh!
(Andrea) Weitermachen! Weitermachen!
Was ist los? Weitermachen! Come on!
Hast du dir schon Karten besorgt
für die Premiere "Tosca"? Ich war zu spät.
Die Premierenkarten sind seit Monaten ausverkauft.
Ich verstehe den Streik nicht. Unsere Oper
ist eins der wenigen Häuser, die Gewinn abwirft.
Doch nur wegen der Touristen und der vielen Aufführungen.
Wie ein Restaurant mit voller Speisekarte.
Quantität ist eben nicht Qualität.
Seit dem letzten Jahr hängt die Höhe der
staatlichen Finanzierung davon ab, wie oft der Vorhang hochgeht.
Gibt es Ärger wegen des Streiks? Ein Boot der Oper ist explodiert.
Wie ist das passiert? Wir wissen es nicht.
Wir befragen morgen Flavia Petrelli.
Sie war wohl in der Nähe. Die wird sich freuen!
Immer wenn du kommst ist was passiert.
Aber die Lebensgefährtin ist jetzt nicht fast umgebracht worden!
Sind die beiden noch ein Paar?
Nee. Sie hatte danach einen Mann.
Ach! Und so was weißt du?
Stand überall, als sie ihr Comeback ansagte.
Aber sie ist kein großer Star mehr. Die anderen
hätten mit aufs Plakat gemusst.
Wie der Tenor Alfonso Bragadin! Er hat über eine Million Likes!
Er ist ein Brad Pitt für Arme. Er hat viele weibliche Fans.
Ein junger Tenor, der alle hohen Töne trifft.
Und deswegen gerne angibt!
Weißt du, warum sie damals aufgehört hat?
Das war genau die Frage!
Und sie hat es nie kommentiert.
Na, bei ihren Stars scheinen sie ja nicht zu sparen.
Ja, solange die die Kassen füllen.
* Automatischer Türöffner *
Commissario!
Signora Petrelli!
Man hat mir gesagt: Sie kommen am Vormittag.
Es ist Vormittag. Und ich dachte, ich bin in Venedig.
Meine Lieben! Das ist meine Kostümbildnerin.
Und ihre Assistentin.
Sie bringen Sie rauf. Kommt!
Ach, das hätte ich auch geschafft.
Vielen Dank!
Wir haben uns lange nicht mehr gesehen, Guido.
Flavia!
Wie geht es Ihnen? Danke gut! Und Ihnen?
Ich komme gleich nach.
Tja! Was für eine Stimme gut ist, ist langweilig fürs Leben.
Besonders vor einer Premiere. Ihr Publikum liebt Sie!
Die Hälfte davon ist von der Oper
und vom Stadtrat. Wichtig ist, wie viele Blumen
nach der 3. oder 4. Aufführung kommen,
nach den Kritiken in den Zeitungen.
Die Gelben sind nicht von der Stadt. Oder?
Nein.
Das ist schon der Vierte und sie werden jedes Mal größer.
Aber Sie sind hier wegen dem Boot.
Nicht wahr? Ja.
Kommt der Stadt nicht ungelegen. Denen ist der Streik ja lästig.
Es wäre die perfekte Gelegenheit, ihn zu beenden.
Falls die Gewerkschaft was damit zu tun hat. Scheitert sie hier,
scheitert sie im ganzen Land. Dann setzen sich die durch,
die Opernhäuser als Kultur-Unternehmen sehen,
die profitabel zu sein haben.
Was spricht denn dagegen, profitabel zu sein?
Open-Air-Events sind profitabel.
Aber ich kenne keinen Sänger, der gern in Fußballstadien auftritt.
Sie waren in der Nähe der Explosion.
Was können Sie uns dazu sagen?
Was soll ich Ihnen sagen?
Ich habe einen Knall gehört und bin zum Fenster gelaufen
und habe um Hilfe gerufen.
Aber das habe ich schon der Feuerwehr gesagt.
Ist Ihnen etwas Besonderes aufgefallen?
Hm ... Besonderes nein.
Ich schaute aus dem Fenster, und das Boot brannte lichterloh.
Ich meine, lief jemand weg? Nein.
Und davor? Da war nichts. Leider!
Ich muss Sie enttäuschen.
Ah, Freddy! Dies sind die Herren von der Polizei.
Das ist Marchese Frederico d'Istria.
Mein Manager. Ich bin davon ausgegangen,
dass wir den Termin absprechen.
Nicht nötig! Doch, das ist es!
Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte vorher an mich!
Bitte! Signora Petrelli hat Termine und ist spät dran.
Flavia! Wir müssen los. Du musst vorher noch diese Bücher signieren!
Für die Präsentation morgen. - Falls Sie
Zeit und Lust haben. Hat mich gefreut, Sie zu sehen!
Mich auch. * Er stöhnt. *
Kommst du? Ja.
Nun! (Laut) Ja!
Also, das hätten wir uns auch sparen können.
Kaffee? Ja gerne.
Commissario! Sollten wir nicht langsam ...
Jetzt!
Hallo! Kann ich Sie kurz sprechen? Ja?
Sagen Sie! Der junge Mann, der Sie gestern festgehalten hat,
wer war das?
Ähm ... Mein Bruder.
Andrea ist sonst nicht so. Er wollte mir nicht wehtun.
Er nimmt das alles persönlich.
Die Oper hat ihn und die anderen ausgeschlossen mitten in den
Verhandlungen und ...
Dieser verdammte Streik, der macht alles kaputt.
Wie soll das weitergehen? Alle schreien sich nur noch an.
Sie werden ihre Forderungen niemals durchkriegen.
Wird ja überall gespart, aber ... Andrea will das nicht wahrhaben.
Und mit dem Boot hatte er nichts zu tun?
Das weiß ich nicht. Und das Bühnenbild?
Ich habe gehört, wie sie darüber geredet haben.
Danke! ... Vielen Dank!
Ah, Commissario!
Ist das dieser Gewerkschaftsführer?
Ja. Gut gemacht, Brunetti!
Er soll nur hier aussagen. Sie machen das schon.
Ich habe eine Karte! Für die Premiere?
Zentrale Loge, 1. Rang. Unbezahlbar!
Ich habe Petrelli vor 10 Jahren in Mailand gehört: "La Traviata"!
Wunderschön! Ich bin so froh, dass sie wieder auftritt. Und dann auch
noch hier bei uns! Was für ein Geschenk!
Äh ... Wenn nicht er, dann einer der anderen.
Sie sind auf dem richtigen Weg, Commissario! Glauben Sie mir!
Alvise! Was soll das?
Wer hat Santello verhaftet?
Darüber weiß ich nichts. Fragen Sie den Commissario!
Ich habe mit dem Brand nichts zu tun!
Wie oft muss ich das sagen?
Wo waren Sie gestern gegen 17 Uhr?
Sie schaffen das auch nicht.
Auch wenn Sie mir das anhängen: Der Streik geht weiter.
"Die Leute haben die Schnauze voll!" "Der Streik ist uns egal."
Wer hat das Boot angezündet?
* Er seufzt. *
Haben Sie das Bühnenbild beschädigt?
Von wem wissen Sie das? Francesca oder was?
Es stimmt also! Sie sind zu weit gegangen, Santello!
"Sie sind selbst dran schuld,
wenn der Streik jetzt für alles verantwortlich gemacht wird."
Commissario? Hier! Der Bericht der Spurensicherung.
Auf dem Boot gibt es keinen
Fingerabdruck von ihm. Und sein Vater sagt,
er war bei ihm! Die wollen ihm das anhängen.
Der Streik soll verhindert werden!
Ah! Na, Leute?
He! Habt ihr was anderes erwartet? Okay!
Die wollten mit dem Brand ...
Das Bühnenbild hat er beschädigt. Wir haben Beweise.
Sachbeschädigung. Das hat mit dem Boot nichts
zu tun. Was ist mit dem Fahrer? Alessio Mauro?
Ja. Wann können wir ihn sprechen? In 2 Tagen, sagen die Ärzte.
Gut! Bis morgen!
Bis morgen, Commissario!
* Opernmusik. Eine Frau singt. *
* Flavia Petrelli singt eine Oper. *
* Immer noch Opernmusik *
* Immer noch Opernmusik *
* Geräusche vom Schlüssel *
Er telefoniert gerade mit Sara.
Ah! Ciao!
Ciao! ... Ach! Sind die ... wieder zusammen?
Na ... Aber sie ist gerade in Paris. Ah!
* Telefon * Hm.
Ja? "Commissario!"
Ich habe vergessen zu sagen:
Die Kriminaltechnik hat angerufen. Und?
"Sie haben jetzt den Spruch auf dem Boot."
"Erstickst du nun im Blut, stirb in Verdammnis! Stirb!"
Was soll das bedeuten? Dummer Scherz?
"Nein. Das glaube ich nicht."
Wir sehen uns morgen. Danke!
"Erstickst du nun im Blut,
stirb in Verdammnis! Stirb!" Ist aus "Tosca".
"Tosca"!
* Sie singen in Italienisch. *
* Sie singt in Italienisch. *
"Ersticke nun in deinem Blut! ... Stirb in Verdammnis!
* Italienisch *
Stirb!" Und Patta glaubt wirklich,
dass ein streikender Bühnenarbeiter "Tosca" zitiert, das auf
ein Boot schreibt und es anzündet? Hm.
Was denkst du denn? Nichts.
Nichts passt zusammen.
Bitte!
Wir haben geschlossen! Nein.
Was kann ich für Sie tun?
Suchen Sie vielleicht ein paar schöne Eheringe?
Oder soll es eher etwas Ausgefallenes sein?
Ich möchte Ihnen gerne etwas zeigen.
Ah!
Sie wurden mir empfohlen.
Bitte! Dann zeigen Sie mal, was Sie da Schönes haben!
Und?
Nicht die alleredelste Arbeit,
ehrlich gesagt. Aber ... die Steine sind
nicht schlecht. Vielleicht so alles in allem,
so wie die Kette verarbeitet ist, 4.000 Euro.
4.000?
Sofort und bar auf die Hand.
Vielen Dank! Ich werde es mir überlegen.
Sie werden heute Abend keinen Kollegen mehr finden.
Na gut! Weil man mich empfohlen hat:
6.000! Keinen Cent mehr. Eigentlich ist das schon fast
kein Geschäft mehr für mich. Ich gehe davon aus,
dass Sie keine Besitzurkunde
oder so was haben!
Ich werde es mir überlegen.
* Er stöhnt. *
* Das Telefon klingelt. *
Ja.
Ja?
Entschuldigen Sie, dass ich Sie wecke! Aber wir haben eine Leiche.
"Ein Boot ist schon unterwegs zu Ihnen."
Ja, ja. Ich komme.
Das Opfer ist eine Frau.
Der Gondoliere war auf dem Weg nach Hause
und hat gesehen, wie sie jemand die Treppe hinuntergestoßen hat.
Das ist der Commissario.
Was haben Sie denn gesehen?
Na ja! Eigentlich fast nichts. Da war nur dieser Schatten.
Hinter der Frau. Und dann sah ich,
wie sie ... gestoßen wurde. Und danach?
Nichts. Ich bin dann auch gleich zu ihr, aber sie hat sich nicht
mehr gerührt. Und der Täter ist weggelaufen?
Den habe ich nicht mehr gesehen.
Moment!
Ciao, Guido!
Sie hat sich das Genick gebrochen.
Jemand hat sie mit äußerster Gewalt gestoßen.
Die Treppe ist zwar steil, aber sie war noch jung.
Sie hätte sich auffangen können.
Signore Santello? Ja? Was ist denn?
Ist Ihr Sohn da? Andrea? Nein. Er wollte eigentlich zum Essen
kommen. Um Gottes willen! Was ist denn?
Bitte sagen Sie doch ...
Ist was passiert? Ihre Tochter
Francesca ... Sie ist bei einer Freundin
und übernachtet dort.
Sagen Sie mir endlich bitte, ist irgendwas passiert?
Dürfen wir ... kurz reinkommen? Bitte!
* Vianello schließt die Tür. *
Entschuldigen Sie!
Es geht darum, dass ...
Wir haben ...
... Ihre Tochter Francesca aufgefunden!
* Nicht mehr zu verstehen *
Guten Morgen, Commissario! Haben Sie das schon gelesen?
Hier! Schlagzeile im Internet. "Opernstreik in Venedig eskaliert.
Gewerkschaftsführer wegen Totschlags
auf der Flucht." Das kann nicht wahr sein!
* Opernmusik von Flavia Petrelli *
Buongiorno, Commissario!
Wo ist Elettra? Äh ... Elettra ist ähm ...
Krank? Nein. Sie ist gekommen
und gleich wieder gegangen. Also aus Protest, weil sie das
im Internet gelesen hat. Recht hat sie!
Sie können da jetzt nicht rein!
Gewerkschaftsführer wegen Totschlags auf der Flucht!
* Musik ist aus. * Wer hat das der Presse gesteckt?
Was soll das? "Gesteckt"? Was reden Sie da?
Das ist eine ganz normale Pressemeldung.
In Verbindung mit dem Streik ist das falsch und unfair.
Glauben Sie, wir können der Presse diktieren, was sie schreiben soll?
Sie wussten, was sie daraus macht. Der Streik ist erledigt!
Sie reden wie Signorina Elettra! Diese Leute sind radikal.
Zuerst das Boot, dann das Mädchen. Die wollen die Premiere
von "Tosca" verhindern. Die Petrelli feiert ihr Comeback in Venedig.
Und wir werden nicht mit ein paar Gewerkschaftlern fertig!
Wir dürfen uns in den Streik nicht einmischen!
Sie ließen nach ihm fahnden. Wieso ließen Sie ihn laufen?
Weil wir keine Beweise haben.
Wer soll das denn sonst gewesen sein?
Sie sagten, dass ihn seine Schwester belastet hat.
Er war wütend und stieß sie die Treppe herunter.
Finden Sie den Mann! Dann sehen Sie, dass ich recht habe.
Jetzt will ich nichts mehr davon hören.
* Wieder Opernmusik *
Patta hat recht. Wir sollten ihn finden. Er ist jähzornig.
Vielleicht war es ein Unfall.
Sie hatten Streit. Dann wäre er nicht weggerannt.
Er hätte für seine Schwester einen Arzt gerufen.
Francesca wollte zu einer Freundin.
Da ist sie nie angekommen. 20 Uhr hatte sie Feierabend.
Kurz vor 23 Uhr wurde sie hinter der Oper
die Treppe hinuntergestoßen. Was hat sie
in der Zwischenzeit gemacht?
Wer hat sie zuletzt in der Oper gesehen?
* Alle reden durcheinander. *
La Petrelli!
* Sie schreien aufgeregt. *
Ah! Wie schön! Hallo! * Sie lacht. *
Bitte ein Autogramm! Ja natürlich!
Da kommt er!
* Alle schreien wieder aufgeregt. *
Lass sie! Die haben doch keine Ahnung.
(Flavia) Luigi! Guten Morgen!
Flavia, meine Göttin! Ist das Klavier heute gestimmt?
(Lacht) Ja. Aber ich bitte dich!
Signora Petrelli? Oben im Probenraum.
Danke!
Wohin wollen Sie?
Das geht Sie nichts an!
Sie brauchen einen Termin, wenn Sie Signora Petrelli sprechen möchten!
Geht es um diese Kostüm-Assistentin?
Wo waren Sie gestern Abend? Sie glauben doch nicht,
dass ich dieses Mädchen die Treppe runtergestoßen habe?
Wo? Zu Hause.
Und später noch mit einem Kollegen was trinken.
Wir werden das nachprüfen!
Sie weiß es noch nicht.
Sie weiß noch nicht, dass Francesca Santello tot ist.
Sie weiß es nicht? Nein.
Sie liest keine Zeitung. Bitte! Es würde sie schrecklich
aufregen, wenn sie davon erfährt. Warum?
Sie mochte das Mädchen. ... Ich meine, wir alle. Es ist
schrecklich, was passiert ist. Aber Flavia ...
Signora Petrelli muss sich auf ihre Proben konzentrieren.
Diese Premiere ist wichtig. Sie ist seit 5 Jahren nicht aufgetreten.
Diese Aufführung entscheidet, ob sie weitermacht.
* Flavia Petrelli singt eine Oper in Italienisch. *
Entschuldigen Sie!
Wir müssen Sie kurz sprechen.
Geh das nicht später? Leider nicht!
Riccardo! Bist du so nett und wartest kurz draußen?
Finden Sie das nicht ein bisschen übertrieben? Diesen Zirkus wegen
einem abgebrannten Boot? Das ist es nicht. Es geht um Ihre
Garderobiere! Was? Francesca?
Sie war gestern Abend bis 20 Uhr bei Ihnen. Ist das richtig?
Ja, sie war hier. Sie hat die Änderungen
an dem Kostüm nachgeprüft. Und dann?
Ist Ihnen irgendetwas aufgefallen? Wurde sie von jemandem abgeholt?
Oder hat jemand auf sie gewartet?
Sie ist danach nicht gleich gegangen.
Sondern? Ich gab ihr Gesangsunterricht.
Francesca arbeitet nur im Sommer hier.
Sie studiert Gesang in Rom. Sie hat eine bemerkenswerte Stimme.
Wie oft gaben Sie ihr Unterricht? 4- oder 5-mal.
Normalerweise mache ich das nicht.
Was soll diese Fragerei? Francesca hat
nichts mit dem Streik zu tun. Sie ist tot!
Jemand hat sie gestern Nacht auf der Brücke hinter der Oper
die Treppe runtergestoßen. Sie hat sich das Genick gebrochen.
Wer macht denn so was? Entschuldigen Sie!
Ich muss Sie das fragen.
War nur ihre Stimme der Grund, ihr Gesangsunterricht zu geben?
Was meinen Sie damit?
Sie haben mal mit einer Frau zusammengelebt.
Ach deshalb sind Sie hier!
Sie sind indiskret und taktlos!
Glauben Sie etwa, dass ich sie runtergestoßen habe?
Signora Petrelli!
Lassen Sie mich in Ruhe! Flavia!
Ich will nur wissen, warum Sie ihr Gesangsunterricht gegeben haben.
Einfach so.
Es gab keinen Grund.
Sie hat mich an mich selbst erinnert.
Wenn man jung ist, ist man für jeden interessant. Man macht
Karriere, singt an den großen Häusern.
Aber was fange ich mit meinen Möglichkeiten an? Was will ich?
Jungen Talenten lässt man
keine Zeit mehr, diese Fragen zu beantworten. Man verkauft sie
als Sensation, steckt sie in eine Schublade. Manchmal gibt man 10,
15 Interviews am Tag! Und zwei Jahre später
lassen sie einen fallen, ... weil der Erfolg ausbleibt!
Sie wollten ihr helfen.
Warum sollte ein so junges,
vor Talent strotzendes Ding auf mich hören?
Vielleicht hätte ich ihr einen Impuls
geben können. Einen Stoß in die richtige ...
Oh mein Gott!
Glauben Sie ihr?
(Mann) Los! Playback ab! * Musik *
* Er singt eine Oper in Italienisch. *
Commissario! Finden Sie, dass dieser Bragadin so gut aussieht?
Meine Frau ist verrückt nach dem. * Handy-Piepton *
* Immer noch der Handy-Piepton *
Ja?
* Er singt noch auf Italienisch. *
Ja Moment! Ich rufe ihn.
(Leise) Commissario!
Commissario! Dottore Aurino.
* Er singt noch auf Italienisch. *
Dottore Aurino!
Ja?
Ich bin's, Guido. Ich habe das Gutachten der Feuerwehr hier.
Und? Das war ein Anschlag!
"Der Täter hat Brandbeschleuniger über den Motor gegossen"
und die Batterie kurzgeschlossen.
Beim Starten gab es eine Explosion.
Noch was? "Nein."
Was ist mit dem Fahrer? Er kommt durch. Er hatte Glück.
"Wenn das Feuer den Tank erreicht hätte,"
dann äh ... läge der jetzt
"auf meinem Tisch." Dank dir!
Es war doch ... versuchter Mord!
Und das Boot war für Bragadin reserviert.
* Er singt noch auf Italienisch. *
* Die Musik ist aus. * Wunderbar!
Wir machen äh ... 10 Minuten Pause.
Signor Bragadin! Entschuldigen Sie die Störung!
Wir sind von der Polizei. Wir hätten ein paar Fragen.
Die Probe ging etwas länger und mein Fahrer ist schon mal vorgegangen.
Der arme Kerl! Schrecklich so ein Unfall!
Ist Ihnen an dem Tag irgendetwas aufgefallen?
War etwas anders? Ungewöhnlich?
Na ja! Abgesehen vom Streik eigentlich nichts.
Haben Sie Feinde? Ist das eine von
den Polizeifragen wie im Fernsehen? Haben Sie Streit mit jemandem?
Sie meinen das ernst! Ja.
Also, ich lebe in London und kenne hier niemanden.
Wir denken, dass der Anschlag Ihnen galt.
Das kann nicht sein. Sie irren sich. Sind Sie sicher?
Ja. ... Na ja höchstens ... Ja? Ja?
Da war dieser Anruf. Welcher Anruf?
Viele rufen an. Fans, Verrückte ...
Neulich rief jemand an mit einem Stimmenverzerrer
und schimpfte, ich wäre ein Wichtigtuer. Petrelli ist der Star.
Es war skurril. Ich grinste.
Dann sagte er, ich soll nicht grinsen!
Als würde er mich beobachten.
Wo waren Sie, als der Anruf kam?
Oben, in einem der Probenräume.
Und wo haben Sie gestanden?
Na ja, so ... ungefähr hier.
Ja danke! Wir wollen Sie gar nicht mehr länger aufhalten.
Und was unternehmen Sie? Wir suchen den Anrufer.
Denken Sie, der Anrufer hat auch das Boot
angezündet? Können wir nicht sagen.
Und wenn er noch mal zuschlägt? Wir prüfen noch,
ob da überhaupt ein Zusammenhang besteht.
Wenn Ihnen etwas auffällt oder er noch mal anruft,
melden Sie sich bei uns, okay? Okay! Danke!
Also! Wenn ich jemanden beobachten würde,
dann würde ich es von da tun.
Ja. Hier hat auch Petrelli Francesca unterrichtet.
Der Turm ist seit 5 Jahren wegen Baufälligkeit gesperrt.
Vor 2 Jahren haben sie beschlossen, ihn zu renovieren.
Passiert ist bis heute nichts.
Venedig eben!
* Flavia Petrelli singt eine Oper. *
Ein Paparazzo.
* Schritte *
* Er stößt gegen ein Metall. *
Nichts!
Sehen Sie mal da!
Hoffentlich zeichnet die auch auf!
Commissario! Wenn Bragadin von einem Paparazzo
beobachtet wurde, warum hätte der ihn wegen der Petrelli beschimpft?
Und wenn es gar kein Paparazzo war?
Sondern? Ein Stalker.
Von Bragadin? Nein, von der Petrelli.
Sie ist der Star.
Aber er ist beliebter. Er bekommt den Applaus.
Über ihn wird mehr geschrieben als über sie.
Vielleicht kann das jemand nicht ertragen.
Erinnern Sie sich an ihre gelben Rosen?
Ja. Der Strauß war riesig.
Alvise?
Commissario?
Was geht in Ihrem Kopf vor?
Flavia Petrelli ist eine lebende Legende.
Sie können nicht einfach gegen einen Fan ermitteln!
Ein Fan! Wir denken, er hat das Mädchen die Treppe runtergestoßen.
Wie bitte? Fangen Sie wieder damit an?
Das war der Bruder. Er versteckt sich darum!
Er hat nichts damit zu tun. Der Streik auch nicht.
Es geht hier um einen Psychopathen. Und der will Petrelli nur für sich.
Er beobachtet sie, schenkt ihr Rosen. ... Wacht über sie!
Und der tötet, wenn sich jemand zwischen ihn und Petrelli stellt.
Commissario!
Ich habe bei allen Floristen angerufen.
An weiße langstielige Rosen kann sich
keiner erinnern, dass die gekauft wurden.
Ich war auch auf dem Markt am Rialto.
Gelb! ... Ich hatte Gelb gesagt!
Gelb? ... Oh! Alvise!
Was ist mit dem Anruf, den Bragadin bekommen hat?
Da warte ich auf eine Rückmeldung.
Wann? Morgen.
Und die Aufnahmen von der Kamera vor der Kirche?
Das habe ich noch nicht geschafft.
Alvise! Wo ist Elettra? San Marco.
Danke!
* Nichts zu verstehen *
Ah!
Hier! Damit Sie wissen, um was es geht.
Ich weiß, um was es geht.
Ich brauche Ihre Hilfe. Um Santello zu verhaften?
Wir mussten nach ihm fahnden! Und das in der Presse breittreten!
Das war Patta, nicht ich. Ich halte Santello für unschuldig.
Jemand stellt Petrelli nach. Ein Stalker?
Das wissen wir nicht. Helfen Sie uns!
Geht es um die Kamera-Aufnahmen? Woher wissen Sie davon?
Alvise ruft mich alle 10 Minuten an.
Weil er mit dem Computer nicht zurechtkommt.
Ich habe ihm die Nummer geschickt. Welche Nummer?
Von dem Handy aus wurde der Tenor bedroht.
Eine Prepaidkarte. Kein Name?
Nein. Aber es ist an und hat sich vorhin
in einer Funkzelle eingeloggt in San Polo nahe vom Campo San Stae.
Da stellt Petrelli heute ihr ... ihr Buch vor.
Seit vier!
Commissario! Ich gehe mal.
Ja.
Signora Petrelli wird von einem Stalker verfolgt.
Wir müssen das hier unterbrechen. ... Meine Damen und Herren!
Würden Sie bitte rausgehen! Ganz kurze Unterbrechung.
Das ist doch jetzt nicht wahr! Es geht gleich weiter.
Sie können nicht einfach die Leute wegschicken!
Mitten in der Veranstaltung. Das ist geschäftsschädigend!
Was ist denn hier los? Nichts, beruhige dich!
Ich möchte zu Ihrem Vorgesetzten. Er kommt!
Immer wieder neue Aufregung durch Sie!
Das muss ein Ende haben. Was ist denn los?
Hör nicht auf sie! Erst belästigen sie dich wegen Francesca und jetzt
glauben sie, dass du einen Stalker hast!
Nein bitte! Beruhige dich!
Es ist alles in Ordnung. Ich will nach Hause!
Wir können nicht einfach weggehen. Bitte!
(Er seufzt) Ja, aber ...
Sie haben die vorsignierten Bücher. Das muss reichen.
Bitte! Jaja gut! Ich hole unser Boot.
Bravo! Das wird ein Nachspiel haben!
Ist nicht rangegangen.
* Alle reden durcheinander. *
Wa... Warum ... Warum glauben Sie, dass mich jemand verfolgt?
Jemand hat Sie im Probenraum beobachtet.
Dort wurde auch Ihr Kollege von ihm bedroht.
Die Explosion galt ihm.
Bragadin? Ja.
Und Francesca?
* Telefon * Oh Moment!
Ja?
Ich habe die Aufnahmen der Überwachungskamera.
Einen kleinen Moment noch!
Es ist eine junge Frau! Mittelgroß, Was?
schwarze Haare, dunkle Kleidung. Kein Zweifel,
Commissario! Es ist eine Frau! Danke!
Es ist eine Frau! Schwarze Haare, dunkle Kleidung.
Schwarze Haare, dunkle Kleidung? ... Über die Brücke vorhin!
(Ein Mann) Hilfe! Hilfe! Was ist denn da los?
Einen Arzt! Schnell!
Ich laufe da mal hin. Da braucht jemand Hilfe.
Kommen Sie schnell!
Da liegt einer. Er blutet. Warten Sie!
Eine Frau ... Eine Frau mit einem Messer!
Wir brauchen einen Notarzt zum Campo San Stae!
Ich hätte es Ihnen sagen sollen.
Bei den Rosen war ein Brief ...
Aaah ... und eine Kette.
Ich wollte sie verkaufen.
Es tut mir so leid!
* Er stöhnt. *
Er ist stabil. Ich bringe Sie nach Hause.
Dass das alles dazugehören muss.
Die Fans, die Autogramme, die sinnlosen Gespräche.
Nach einer Aufführung sehnt man sich nach ...
... Ruhe, ein Glas Wein und etwas zu essen.
Aber nein! Man muss freundlich sein
zu fremden Menschen, seinen Namen auf CD-Hüllen und Fotos schreiben.
Ich konnte das lange Zeit nicht mehr.
Er ... hat mir Briefe geschrieben.
Über Jahre.
Immer nach großen Aufführungen. Sie waren
klug, charmant. Ich ... hatte das Gefühl, ihn zu kennen.
Dann fragte er, ob wir uns mal nach einer Aufführung
auf einen Drink treffen können.
Ich weiß nicht, warum ich zugestimmt habe.
Ich glaube, es lag am Wetter. ... Es war grau und kalt.
Wir trafen uns in einer Bar. Kaum saß ich, da wusste ich,
dass es ein Fehler war. Er war verrückt!
Man hat es ihm angesehen. Sein Blick!
Er fing an zu schwärmen: Ich sei die Liebe seines Lebens.
Wir seien füreinander bestimmt. Ich wollte gehen.
Da zog er ein Messer und drohte, sich umzubringen.
Der Kellner wollte dazwischen. Er hat ihn niedergestochen.
Einfach so!
Es hat Jahre gebraucht, bis ich darüber hinweggekommen bin.
Eigentlich ... bin ich es bis heute nicht.
Und warum haben Sie dann wieder angefangen?
Wenn ich singe, fühle ich mich lebendig.
Das kann ich nicht aufgeben.
Und ich brauche das Geld. Ihr Manager ...
Will der, dass Sie wieder singen? Also, ich habe das Gefühl,
er will es. Um jeden Preis!
Er wollte, dass ich das Buch schreibe.
Hat er Schulden? Ach, das weiß ich nicht.
Die gelben Rosen in Ihrer Wohnung, wer hat die entgegengenommen?
Das weiß ich nicht. Sie standen in meiner Garderobe.
Und war etwas dabei?
Eine Karte, ein Brief? Nein.
Also! Wenn was dabei gewesen wäre, wer hätte das nehmen können?
Jeder. Die Garderobe ist nicht abgeschlossen.
Was? Sie glauben, es war Freddy?
Bitte schön!
Danke, Signora!
"Meine liebe Flavia! Wenn ich deine Stimme höre, habe ich das Gefühl,
du bist der einzige Mensch, der mich versteht.
Es wäre schön, wenn wir uns mal treffen könnten.
Wir würden bestimmt Freunde werden.
Wir sind uns ähnlich, darum ist sie für dich.
Sie soll dir gehören. Die Kette ist mein Geschenk an dich.
So wie du ein Segen für uns alle bist,
weil wir deine Stimme hören dürfen." Meint die das ernst?
Ich fürchte, ja!
Commissario! Darf ich mal?
Boah!
Was mag die wohl wert sein? Wenn die echt ist,
keine Ahnung. So was verschenkt man doch nicht.
Was verschenkt man nicht? ... Oh!
Für mich?
Commissario! Das wäre doch nicht nötig gewesen.
Petrellis Manager hat sie unterschlagen.
Wollte sie verkaufen. Ist sicher von Petrellis Stalkerin.
Sie hat sie ihr geschenkt? Einfach so?
Solche Geschenke würde man auch gern bekommen.
Ich würde nicht Nein sagen!
Schauen Sie mal, was ich gefunden habe!
Eine ... Fansite!
Wissen Sie schon, wer die Seite ins Netz gestellt hat?
Nein. Aber ich könnte was ins Forum schreiben.
Darauf wird sie kaum antworten!
Wenn ich als Flavia Petrelli schreibe ...
Commissario? Ja?
Für Sie! Danke!
Die Carabinieri haben Santello. Ich gehe morgen zu ihm.
Danke! ... Was haben Sie jetzt eigentlich
mit der Kette vor? Hm ... Sie könnte gestohlen sein.
Darf ich mal?
So ein schönes Stück!
Ja! Da ist die Prägung
von einem Goldschmied. Aha!
Vielleicht
kommen wir so schneller ans Ziel.
Na dann!
Bis morgen! Bis morgen!
Ja, was machen wir jetzt damit? Zur Spurensicherung.
Bis morgen! Bis morgen!
Die haben schon Feierabend.
Kollegen!
Schönen Feierabend! Bis morgen, Sergente!
* Eine Tür wird aufgeschlossen. *
Ich habe meine Schwester nicht umgebracht.
Ich könnte ihr niemals was antun.
Ich habe sie diese Treppe nicht runtergestoßen!
Wie geht es meinen Eltern?
Bitte lassen Sie mich zu ihnen!
Ich habe mit niemandem gesprochen, seit ich hier bin.
Warum haben Sie sich versteckt?
Ich hatte Angst, dass man mir das anhängt, um mich mundtot zu machen.
Die beschädigte Kulisse waren Sie? Ja.
Und das Boot? Nein!
Sie müssen schriftlich aussagen!
Ich schicke jemanden. Ich habe ...
Ja. Sie haben Francesca nicht umgebracht.
Sie sind wieder frei.
Ich kümmere mich darum.
Entschuldigung!
Commissario! Elettra hat den Namen der Stalkerin.
Aha!
"Wir haben Glück. Die Prägung stammt"
von einem Goldschmied in Verona. Er ist über 70
und wird nächste Woche seinen Laden dichtmachen.
Er hat die Kette vor über 30 Jahren angefertigt.
Für den Unternehmer Dr. Maurice Lemieux.
Die Kette war vermutlich
für seine Frau Elena Lemieux. Sie haben
drei Töchter: Lucie, Chantal und Anne-Sophie.
Anne-Sophie hat in Mailand Gesang studiert, aber nach
wenigen Semestern abgebrochen. Sie war im Gefängnis.
Weshalb? Sie hat ihre Mutter umgebracht.
17-mal mit einer Schere auf sie eingestochen.
Das Gericht hat ihr mildernde Umstände gegeben.
Weil die Mutter sie terrorisiert hat.
Sie sollte eine Opernsängerin werden.
Sie hat sie gedrillt und mit 14 in ein Musikinternat gesteckt.
Als sie rausgeflogen ist, hat ihre Mutter sie fallen lassen.
Haben Sie ihre Adresse? Ja, in Verona.
Via Achille Forti 14. Die Kollegen sind schon informiert.
Elettra, Sie sind ... Ich weiß!
Ist die eigentlich viel wert?
Ja. Allein diese Steine hier
haben einen Wert von 40.000 Euro.
Pro Stück!
Aha! Ich hole sie dann mal.
Kollegen! Hat von euch jemand
den grünen Ordner mit den Fortbildungskursen?
Hast du ihn? Nein. Nein. Ich auch nicht.
* Er atmet heftig. *
* Schritte *
* Er pfeift. * Hallo!
* Wasser tropft. *
* Türklingel *
* Wieder die Türklingel *
* Es klingelt immer wieder. *
Carabinieri! Machen Sie auf!
Carabinieri! Öffnen Sie! Los!
Nichts!
* Türklingel * (Ein Mann) Hallo?
* Wieder die Türklingel *
Dann komme ich nächste Woche wieder.
* Flavia Petrelli singt eine Oper. *
Guten Morgen, Commissario! Morgen!
Der Intendant hat nachgegeben und in eine Schlichtung eingewilligt.
In allen Nachrichten Thema Nr. 1! Die 1. Etappe ist gewonnen.
Das heißt, die Premiere findet statt.
Und Flavia wird auftreten. Ja.
Und Anne-Sophie Lemieux ist verschwunden.
Sie meinen ...
Aber wenn Sie wissen, wie sie heißt,
kann es doch nicht so schwer sein, sie zu finden.
Sie wird unter falschem Namen in der Stadt sein.
Hotels sind überprüft. Die Premiere wird nicht abgesagt!
Wir machen uns lächerlich. Sie ist unberechenbar!
Wenn sie kommt, haben wir sie. In die Oper passen 1.000 Leute.
Die Vorstellung ist ausverkauft. Sie kriegen viele Polizisten.
(Leise) Commissario! Die Lemieux hat sich gemeldet!
Wie gemeldet? Ach!
Signorina Elettra hat ihr auf ihrer Fansite geschrieben.
Sie hat geantwortet. Ah ja! Hm.
Ich habe geschrieben: "Warum haben Sie
meinen Manager niedergestochen?" Sie schrieb:
"Er hat es nicht anders verdient."
Was soll ich antworten? Fragen Sie, warum!
"Er ist ein Lügner! Er gab dir mein Geschenk nicht.
Er wollte es für sich." Und
Francesca Santello?
"Du hast ihr Gesangsunterricht gegeben. Das ist lächerlich!
Sie ist keine Sängerin. Sie hat kein Talent."
Warum mischen Sie sich
in mein Leben ein?
Ich brauche Ihre Hilfe nicht! Ja.
"Du brauchst mich. Alle haben dich vergessen. Ich sorge dafür, dass
deine Premiere unvergessen bleibt. Für immer!"
Fragen Sie, was sie damit meint!
* Sie atmet heftig. *
Ich bin schuld, dass ... Francesca tot ist?
Wie heißt diese Frau? Anne-Sophie Lemieux.
Und sie hat in ...
... Mailand Gesang studiert? Ja.
"Ich sorge dafür, dass deine Premiere unvergessen bleibt.
Für immer!" ... Das klingt wie eine Drohung.
Nach allem, was passiert ist,
müssen wir das ernst nehmen. Ja. Soll ich
die Premiere absagen?
Das würde jeder verstehen.
Wozu Verlangen führen kann!
Guido? ... Guido!
Ich werde singen!
Wenn ich es nicht tue, ist es vorbei.
Die Bühne ist mein Leben.
Das lasse ich mir von niemandem nehmen.
* Nichts zu verstehen *
Ja, okay! ... Commissario?
Alle Eingänge gesichert. Wenn es um die Kultur geht,
lässt sich der Vice-Questore nicht lumpen.
Besonders weil sonst seine Premierenkarte verfällt.
Ah, Commissario!
Sie haben genug Leute? Ja.
Ich will keine bösen Überraschungen!
Sie sagen immer: "100%ige Sicherheit gibt's nicht."
Sie sehen immer alles so schwarz! Aber das schätze ich an Ihnen.
Ich vertraue Ihnen. Zur Not konnte ich mich
immer auf Sie verlassen. Passen Sie auf sich auf, Brunetti!
Salute! Salute!
* Flavia macht Stimmübungen. *
* Jemand klopft. * Ja bitte?
Sie sehen großartig aus.
Sie sind ein Lügner! Aber ein charmanter.
Wir haben alles unter Kontrolle!
Signora Petrelli? In 15 Minuten.
Danke!
Alles in Ordnung?
In "Tosca" sind alle Polizisten schlechte Menschen.
Toi, toi, toi!
* Sie seufzt. *
* Langer Klingelton *
Nichts!
Entweder sie ist nicht gekommen, oder wir haben sie übersehen.
Sind alle gleichzeitig gekommen. Über 1.000 Leute.
* Langer Klingelton *
Toi, toi, toi!
Hallo!
* Immer noch Applaus *
Ich kontrolliere den 2. Rang.
* Bragadin singt. *
* Flavia Petrelli singt. *
* Bragadin singt. *
* Er singt in Italienisch. *
Bravo!
Bravo!
* Immer noch Applaus *
(Flavia) Wo ist der Commissario? Hier vorne!
Haben Sie schon was rausgefunden? Nein.
Aber machen Sie sich keine Sorgen!
Ich bringe dich zur Garderobe. Ja.
* Sie singt in Italienisch. *
Commissario! Das ist der Requisiteur.
Und? Er fand dieses Messer im Müll!
Ein Theatermesser. Damit wird auf der Bühne zugestochen.
* Sie singen in Italienisch. *
* Sie singen in Italienisch. *
* Sie singen in Italienisch. *
* Applaus *
Das Messer ist echt!
Das Messer ist echt! Was?
Ich habe es am Gewicht gemerkt. Ich habe nur
so getan, als ob ... Das Messer ist echt!
Wie kommt das auf die Bühne? Wie kommt das auf die Bühne?
Kommen Sie, Flavia! Wir müssen von der Bühne.
Ich verstehe das nicht. Wie ist das möglich?
Wenn ich das nicht gemerkt hätte, ich hätte ihn umgebracht! Ich hätte
ihn töten können! Flavia!
Ich habe das nur für dich getan.
Alles! Du hättest nicht so lange wegbleiben dürfen.
Jetzt ist es zu spät!
Die Leute reden schlecht über dich. ... Bleiben Sie stehen!
Du bist nur von Menschen umgeben, die dich ausnutzen.
Und sich hinter deinem Rücken über dich lustig machen.
Legen Sie das Messer weg!
Bitte!
Es ist schon zu viel passiert. Bitte!
Diese Premiere sollte dein absoluter Triumph werden.
Niemand hätte dich jemals vergessen,
wenn du Scarpia wirklich erstochen hättest!
Du ...
Du hast so eine einzigartige Stimme.
Aber die Leute hören das nicht.
Die sehen nur die Oberfläche. ... Die Menschen sind so dumm!
Es ...
Es ist egal, ...
... was die anderen denken.
Wenn man ein Künstler sein will, dann ...
... muss man zuerst vor sich selbst bestehen.
Sie ... waren im Konservatorium in Mailand.
Nicht wahr?
Woher weißt du das?
Es ist der beste Ort, um Gesang zu studieren.
Es ist unglaublich hart.
Ich habe es versucht.
Ich weiß!
(Leise) Ich weiß!
Nur die wenigsten halten durch.
(Anne-Sophie) Ich hatte alle Möglichkeiten.
(Leise) Ich habe ... alle enttäuscht!
(Leise) Nein.
Nein, das hast du bestimmt nicht.
Aber du musst dein eigenes Leben leben!
Ich habe kein Leben.
Ich habe nur für dich gelebt!
* Flavia atmet heftig. *
Flavia!
Ich bin mir ganz sicher, ... Sie schaffen das!
Ja, was steht ihr denn alle rum?
Umbau! Der dritte Akt!
* Opernmusik. Ein Chor singt. *
* Flavia Petrelli singt. *
* Applaus *
Ah, Brunetti! Na? Was habe ich gesagt?
Es ist doch nichts passiert.
Sie immer mit Ihrer Schwarzmalerei! ... Bravo!
Bravissimo! ... Bravo!
Untertitelung 2017: Untertitel-Werkstatt Münster
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