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Untertitel: Norddeutscher Rundfunk 2016
* Musikthema: Tatortreiniger *
* St�hnen *
Moin. Moin.
Gra-ut.
Wa?
Geradeaus. Ach so, ja. Immer geradeaus.
Hinten an der Kreuzung, f�hrst du geradeaus weiter.
Gar nicht abbiegen? Nee, geradeaus.
Immer geradeaus.
Dann sieht es aus, als ob der Weg nich weiter geht, ne.
Geht er aber. Ja.
Dann siehst du 'n Schild: Pension.
Ja, pfff, danke.
Woher wei�t du, dass ich da hin muss?
Du bist der F�nfte, dem ich das erkl�r.
Polizei war auch schon da.
Da muss schwer wat passiert sein, ne? Ja.
Sch�nen Tag noch, ne. Bist du auch vonne Polizei?
Geheimdienst.
Ich werd verr�ckt.
Nich weitersagen, ne.
Ich sag nix. Ehrenwort.
Sch�n' Tach noch, ne? Ja.
Na klar ... ist ein Zivilfahrzeug.
* Schnelle, rhythmische Klaviermusik *
* Klaviermusik verklingt langsam *
* Grunzen *
Na, du kleine Drecksau.
Mein Mitbewohner fand sie, er macht die Pension.
Micha war bei den Pferden.
Als er zur�ckkam, war die T�r offen.
Ich hab gestern noch mit denen gefr�hst�ckt.
Die wirkten nicht, als wenn sie sich bedroht f�hlen.
Die waren verliebt.
Er hat gefragt, ob man die M�hle f�r Feste mieten kann.
Die wollten wohl heiraten.
Die Polizei hat ihn schnell erwischt.
Wo kriegen diese Machos die Waffen her?
Als Architekt hat man keinen Revolver unterm Bett.
'ne Waffe ist nicht schwer zu beschaffen.
Wie geht das? Fragt man in der Kneipe:
"Ich muss meine Frau umbringen. Leiht mir jemand 'nen Revolver?"
Dann sagen die: "Klar, wir Kerle halten zusammen.
Frauen, die sich trennen, geht gar nicht.
Du musst die t�ten und ihren Freund mit.
Die war dein Eigentum, das hat er dir weggenommen.
Seine Frau l�sst man sich nicht klauen."
Gut, aber ganz so einfach ...
Manche Frauen t�ten auch ihre M�nner.
Ja, zehn von 100.
Sieben wurden aber jahrelang verpr�gelt.
Das Verh�ltnis ist also 100:3.
Ein Gl�ck, dass Sie grad nicht da waren.
Der h�tte Sie auch erwischen k�nnen.
Oder ich ihn.
Dann w�r das Verh�ltnis 100:4.
Haben Sie auch eine Waffe?
Nee, ich sage das trotzdem gern.
Damit man merkt, dass Frauen sich wehren k�nnen.
Wie wehrt man sich gegen einen, der um sich schie�t?
Das hat mit Mann und Frau nichts zu tun.
Was h�tten Sie in der Situation machen k�nnen?
Das wei� ich nicht.
Es ist besser, mir vorzustellen, ich h�tt ihn matt gesetzt ...
Aauuhh!
Ist alles okay?
Ja, ja.
Wann ist es denn soweit? N�chste Woche.
Und, �h, erstes Mal?
Ja.
Und dann gleich Zwillinge, ne.
Nicht?
Anders als bei Barbie ist das ein echter Bauch mit echtem Baby.
Das braucht Platz.
Deshalb ist Mami etwas dicker als eine Barbie und gereizter.
Kann ich mir vorstellen.
Das ist wahrscheinlich so,
als w�re man ein wandelndes Wasserbett, ne. Nee?
Sie haben keine Kinder, ne? Nicht, dass ich w�sste.
Ich bin dr�ben, wenn Sie was ... Ahhhhhh!
Ganz, �h ... ganz ruhig.
Keine Panik, ich, ich, ich rufe, ich rufe an ...
Ich habe kein Netz. Haben Sie Festnetz?
K�nnen Sie mir sagen, wo das Festnetz ist, Telefon?
Wo ist das verdammte Telefon? Wen wollen Sie anrufen?
Notarzt, Rettungswagen, Feuerwehr.
Ach, so ein Quatsch!
Sie, Sie m�ssen ins Krankenhaus.
Ich bin doch nicht krank, ich bin schwanger.
* Klopfen *
Wollen Sie nicht wenigstens jemand anders anrufen?
Ihren, �hm ... Mann?
Freund?
Vater von dem Kind?
Ihre Anfrage ergab null Treffer.
Oh. Nee, nix oh.
Jetzt h�ren Sie mal auf, mich betroffen anzugucken.
Reaktion�re Mitleids-Diskriminierungs-Kacke.
Wa?
Ist doch wahr.
Die arme Frau, schwanger und kein Mann.
Weil jede Frau w�nscht sich ihr Leben
wie in einem 50er-Jahre-Mami-Papi-Kind-Film.
Das ist auch richtig.
Jede Frau, bei der es nicht so ist, soll sich sch�men.
Damit sie das nicht vergisst, erinnern wir sie immer daran,
wie bemitleidenswert sie ist.
Kann es sein, dass Sie Ihre Tage haben?
Nee, das kann nicht sein.
* Lachen *
* Schnaufendes Atmen *
Okay, ruhig, �h ... atmen! Atmen.
Ich ... ich rufe den Notarzt.
Nee, das ist noch keine Wehe. Nicht?
Das sind �bungswehen, der K�rper probt,
wie sich eine Wehe anf�hlt.
Damit er es drauf hat, wenn es losgeht.
Ich f�nde es aber besser ...
Nee, die Hebamme kommt sp�ter. Ich geh in kein Krankenhaus.
Mein Kind kommt hier zur Welt.
Ist das nicht gef�hrlich?
Nee, ist es nicht.
Ich sag Ihnen, was gef�hrlich ist: Krankenhaus.
Ich war dabei, als meine Freundin ihr Kind da kriegte.
Die haben die festgeschnallt und festgehalten.
Der Arzt warf sich auf ihren Bauch.
Das hei�t "Kristellern", ist umstritten.
Damit man mit mechanischer Gewalt das Kind richtig so ...
... rausdr�ckt.
* Hektische Klaviermusik �bert�nt das Sprechen *
* Hektische Klaviermusik �bert�nt das Sprechen *
* Hektische Klaviermusik �bert�nt das Sprechen *
Na ja - und dann ohne Narkose gen�ht.
H�ren Sie auf! Der Arzt sagt: "Ach, Sie sp�ren eh nichts.
Sie sind so voll mit Adrenalin." Ich geh nich ins Krankenhaus.
Ah. Geht's?
Ja, danke, ich, ah ...
... bin nur empfindlich mit Blut und so.
Aber Sie sind doch Tatortreiniger!
Ah, nee, das ist was anderes. Das ist ja denn schon ... tot.
Aha.
* Hektische Klaviermusik *
* Hektische Klaviermusik verklingt *
Oh, danke.
Wissen Sie schon, ob Junge oder M�dchen? �h, Junge.
Und, �h, gibt's schon 'nen Namen? Ja, �zg�r.
Ah, 'n kleiner ...
... �zg�r.
Sch�ner Name. Finden Sie?
Ja, doch, ist, �h, ist sch�n.
H�rt sich, �h, h�rt sich t�rkisch an. Mhm, ist t�rkisch.
Ah, verstehe.
Was verstehen Sie denn da?
Ich, ich geh mal davon aus,
dass der Vater von dem Kind irgendwie t�rkische ... Falsch.
�hm ... Ha-haben Sie irgendwie t�rkische Verwandtschaft?
Nee. H�tt mich auch gewundert.
Und, �hm, sind, sind Sie, ach, nee.
Ja?
Nee, ich wollt fragen, ob Sie Muslimin sind,
aber dann w�ren Sie ja verheiratet und Sie haben auch kein Kopftuch.
Ohh.
Ein Satz, drei Vorurteile.
Erstens: Nicht alles T�rkische ist religi�s.
Zweitens: Nicht jede Muslima heiratet.
Drittens: Nicht jede Muslima tr�gt Kopftuch.
Viertens: Ich bin keine Muslima. -ma.
Genau.
F�nftens: Mein Sohn hei�t �zg�r, weil das ein sch�ner Name is.
Haben Sie doch selbst gesagt.
Ja, ja, doch. Ist sehr sch�n.
Vielleicht ungew�hnlich f�r ein Kind, was ...
Also wenn so' n Kind gar keine t�rkischen Wurzeln hat. Na und?
Ja, nix. Ich mein einfach nur ungew�hnlich.
�zg�r Hansen. Besonders, wenn es nach Ihnen kommt.
Ach, 'n blondes Kind darf nicht �zg�r hei�en?
Doch, doch, nat�rlich darf das das.
Aber man wird immer fragen, warum dieser Name?
Und ob es t�rkische Eltern hat. Dann antwortet mein Sohn:
Nein, seine Eltern sind keine T�rken und sagen,
dass Leanders Eltern keine Griechen sind.
Dass Jeremy nicht aus England kommt.
Dass Lennox kein Schotte ist.
Kasper urspr�nglich persisch, Daniel trotz seines Namens kein Jude ist.
Evas Eltern sind auch keine Christen.
Annabell spricht kein Italienisch
und Chayennes Eltern sind keine Indianer.
Die s��e Lea sieht auch nicht aus wie 'ne Seekuh,
auch wenn ihr Name das bedeutet.
Lea bedeutet Seekuh! Ja, noch schlimmer:
Es bedeutet: eine Seekuh, die sich abm�ht.
Die Tochter von Freunden hei�t Lea. Ja, genau.
Ist Eltern total egal, was die Namen ihrer Kinder bedeuten?
Wer nennt sein Kind z.B. Klagegesang?
Ha. Wer denn?
Alle, die ihr Kind Linus nennen.
Ah, echt, Linus hei�t ... Ja.
Oder Moritz ...
Das hei�t Mohr, also Mauretanier, also eigentlich Afrikaner.
So viele Moritze bei uns,
als w�r hier das ausl�nderfreundlichste Land.
Jedes zweite Kind hei�t eigentlich Afrikaner.
Und, �h, �zg�r?
Das bedeutet Freiheit. Freier Mensch.
Ach, das ist, ja, das ist schon, schon sch�n, ja. Ja.
Aber glauben Sie nicht,
dass Ihr Sohn Probleme kriegt wegen des Namens?
Weil?
Na ja, weil ...
Weil ... Weil's 'n t�rkischer Name ist.
Genau, deswegen, ja.
Man h�rt �zg�r und schnell denkt man: Migranten-Unterschicht-Kind.
Sie m�ssen ja viele kennen, die �zg�r hei�en.
Nein, �hm, was ich meine ist, �hm ...
Wie viele kennen Sie denn?
Ich will sagen ... Wie viele?
Ich kenn keinen �zg�r.
Aber man verbindet mit Namen doch auch ...
�zg�r, T�rke, Unterschicht. Alexander, deutsch, Oberschicht.
Da wei� man, woran man ist.
Da ist es auch verwirrend, wenn so 'n Kind kommt,
das hei�t �zg�r und ist �berhaupt nicht Migranten-Unterschicht.
Was f�r 'ne Frechheit!
Dann stellt man fest,
dass t�rkische �zg�rs nicht nur Unterschicht sind.
Was nun?
Ich sach ja nich, dass ich so denke, aber es ist doch so ...
Sind immer die anderen, die Rassisten.
Ich bin kein Rassist, weil ich mein Kind nicht �zg�r nennen w�rde.
Sie h�ren �zg�r und haben 'ne negative Assoziation,
obwohl Sie keinen kennen.
Das ist ein Vorurteil und in dem Fall ein rassistisches.
Vor allem, weil Sie den Namen sch�n finden. Ja, nat�rlich.
Pfff, Sie sind schwanger.
Sie k�nnen Ihr Kind nennen, wie Sie wollen.
Aber ein Kind hat es schwerer,
wenn es �zg�r hei�t, als wenn es Linus, Alexander oder Moritz hei�t.
Ganz egal, ob Moritz Mohr hei�t oder Linus Jammerlappen.
Weil bei uns Moritz eben nicht Afrikaner hei�t,
sondern netter, frecher Lausbube mit Humor.
Und Linus ist 'n cooler Junge, der mal Medizin studieren wird.
Und �zg�r ist f�r die meisten im besten Fall Gem�seh�ndler.
Im schlechtesten Fall Autoklauer,
der Frauen einsperrt und aus Ehre die Schwester t�tet.
Das sagt einer, der das Blut einer Frau wegputzt,
die von 'nem deutschen Archi... Ja doch!
Ich wei� auch, dass Vorurteile Vor-urteile sind
und dass sie falsch sind.
Trotzdem gibt es sie.
Ich versteh nicht, wie man einen Namen geben kann,
mit dem die meisten Ungutes verbinden.
Sie w�rden es auch nicht Adolf nennen. Nee.
Nicht Adolf, aber auch nicht Luzifer oder Al Capone.
Aber �zg�r ist kein Verbrechername.
Er ist sch�n orientalisch und bedeutet Freiheit.
Das w�nsche ich ihm:
Frei zu sein, freie Entscheidungen zu treffen und daf�r einzustehen.
Das ist das h�chste Gut, was ich kenne.
Deshalb wird mein Kind so hei�en.
Aber es geht nicht da drum, was Ihnen der Name bedeutet,
sondern wie Ihr Sohn den findet.
Der findet den vielleicht nicht so poetisch,
sondern will lieber ganz normal hei�en.
Wie normal? Wie Jeremy, Maxwell, Orpheus oder Tristan-Friedrich?
Nee, nicht so �berschraubt. Irgendwie normal.
Walter, J�rgen, Heiko, eben normal.
Genau, Heiko Hansen - hat mir noch gefehlt.
Was ist gegen Heiko zu sagen?
Na ja, dass es der totale Spie�ername ist.
F�r mich kommt Heiko noch vor Heinz-R�diger.
So schlimm find ich Heiko auch wieder nicht.
Sie wissen nicht zuf�llig, was der Name bedeutet?
Doch, der bedeutet Hecke.
Aha.
Genau das ist auch Heiko f�r mich.
Einer, der um seinen spie�igen kleinen Garten
so 'ne spie�ige kleine Hecke hat.
Der tr�gt so 'ne geschmacklose Proletenkette,
interessiert sich f�r nichts au�er Fu�ball.
Am Wochenende sitzt er in Jogginghose und Badeschlappen
mit 'nem Kasten Bier vor der Glotze und ist mit allem zufrieden.
Mit dem kommuniziert man besser in Haupts�tzen.
Man denkt, dass mehrsilbige W�rter wie Antananarivo
nicht in seinem Wortschatz sind.
Ist aber egal, was es hei�t.
Ist au�erhalb seiner Hecke und spielt keine Rolle.
Das ist f�r mich Heiko.
Also, das ist nat�rlich 'ne rein, �hm ...
... subjektive Assoziation und hei�t gar nicht, dass das immer, �h ...
Und nicht jeder Heiko hat 'ne geschmacklose ...
* Sie r�uspert sich *
Mm.
Schmeckt super, der bl�ht nicht so, weil, man ist am Ende so ...
... bisschen aufgebl�ht.
Seh ich auch so. Ich bin dr�ben.
* Schnelle Klaviermusik *
Anan ... An ...
An ... Anan ... tan.
Oh!
* Tiefes, langes Atmen *
Moin, ich, hallo?
Hallo?
Was?
Ja. Warte mal, warte mal.
H�rst du mich?
Ja, moin, ich bin's.
Sag mal, hast du Internet?
Ja, wusste ich, ich mein jetzt gerade.
Kannst du was f�r mich nachgucken, bitte?
* Schnelle Klaviermusik *
Die, �h, Bettw�sche und Pl�mos? Waschen oder wegschmei�en?
�hm ... waschen, und, �h, die Pl�mos in die Reinigung.
Oder ist das unhygienisch? N�. Reinigung ist kein Problem.
Anders als in Antananarivo.
(Summt) Wie bitte?
Ich glaub nicht, dass es 'ne Reinigung gibt in Antananarivo.
Obwohl man denken sollte,
dass es in jeder Hauptstadt 'ne Reinigung gibt, ne.
Sogar in Antananarivo.
Was ja die Hauptstadt von Madagaskar ist.
Ohhhhh ...
Die Stadt der 1000 genannt.
Weil das, ja, das bedeutet ja der Name, ne.
Antananarivo.
Oh, Gott! Was ist denn jetzt?
Ist, �h, Rohrbruch, oder was?
Hier, abdichten, schnell, �h, sch�n draufhalten!
Ich glaub, das ist 'n ... �hm - Blasensprung.
Die Blase ist geplatzt? * Sie lacht *
Ich wusste, dass das 'ne Katastrophe gibt.
Die sollen 'nen Hubschrauber schicken!
Ich geh nicht ins Krankenhaus!
* Freizeichen *
Moin, Schotte, ich hab 'n Blasensprung.
Also nicht ich, sondern, sondern sie.
Nicht Sie jetzt, ich meine sie hier.
Wir brauchen 'n Rettungswagen, besser 'n Hubschrauber.
Die sa� aufm Ball, dann ist sie geh�pft, und dann - wie ausgelaufen!
Hallo.
Silke Hansen, ich bin die mit dem Blasensprung.
Kein Rettungswagen, mein Mann hat �berreagiert.
�berreagiert? Hier ist alles unter Wasser. Okay, tsch�ss.
Das gibt's nicht. Entschuldige, was?
Nein, es zieht 'n bisschen, sonst geht's mir gut.
Nee, da war so 'n Schleimpfropf.
Ja.
Okay.
Bis sp�ter.
Ja, tsch�.
Sie ist bei 'ner anderen Geburt, aber sie kommt dann.
So, jetzt sind's zehn.
Machen Sie bitte 20, besser noch 30.
Es ist eigentlich alles im gr�nen Bereich.
Sieht nur aus, als ob der kleine �zg�r nicht mehr warten will.
So, jetzt sind das 25.
Ist das nicht zu viel? Nee, nee.
Nee, die sind f�r Sie.
F�r mich? Ja.
Mund auf ...
... und runterschlucken.
* Schnelle Klaviermusik *
Ja, aber trotzdem.
Und, �hm ...
Muss ja nu auch nicht Heiko sein, ne.
Zwischen Heiko und �zg�r gibt's jede Menge tolle Namen.
Aber ich kann nicht fragen, wie er hei�en will.
Vielleicht mag er es, dass er nicht Leander hei�t, sondern �zg�r.
Kleiner �zg�r, was sagst 'n dazu?
Der strampelt!
Das hei�t "Ja".
Wenn ich gestrampelt hab, hie� das "Nein".
Ja, und �zg�r Hansen, das ist 'ne Steilvorlage.
�zg�r, bissu T�rke, oder was?
Ja, und wieso bist du so blond?
Du sprichst gar nicht t�rkisch, ne?
�zg�r, du isst ja Schweinefleisch!
�zg�r, �zg�rt�rk, �zg�- �zg�rki.
Kotzeg�r.
D�ner-Hansen, willst du D�rum mit scharfe So�e, oder was?
Jetzt reicht's aber mal. Was f�llt Ihnen ein?
Aber das ist nur das, was mir spontan einf�llt.
Was wohl Kindern einf�llt, die's drauf anlegen?
Die finden zu jedem Namen 'ne Gemeinheit.
Ich wei�, dass der Name Angriffsfl�che bietet f�r Rassismus.
Also. Aber es kann nicht sein,
dass ich ihn deswegen nicht �zg�r nenne!
Nat�rlich kann das sein.
Weil Sie ihm Probleme ersparen w�rden.
Es geht nicht darum, seinem Kind Probleme zu ersparen.
Wa?
Es geht darum, ihm genug Selbstbewusstsein zu geben,
dass er damit umgehen kann.
Aber er kriegt genug Probleme,
warum wollen Sie ihm eins zus�tzlich machen?
Es geht nicht darum, dass er Probleme mit dem Namen haben soll.
Aber es kann nicht sein, dass ich ihm einen Namen geb,
damit er in die heile Welt der Vorurteile passt.
Der soll nicht reinpassen, sondern dem was entgegensetzen.
Weil Sie die Welt ver�ndern wollen,
kleben Sie ihm 'n Plakat auf die Stirn.
Damit muss er sein Leben lang rumlaufen.
Dann hei�t �zg�r nicht mehr freier Mensch, sondern arme Socke,
die das politische Programm von Mami erf�llen soll.
Ham Sie sich mal �berlegt ...
Uahh!
Was jetzt? Noch 'n Blasensprung? Nee.
Jetzt reicht mir das.
Ich ruf 'n Notarzt. Nein. Die sollen 'n Hubschrauber schicken.
Ich geh nicht ... Schluss mit den Faxen!
Du h�rst auf mit dieser �bergriffigen Macho-Kacke!
Das ist meine Sache, du hast mir da nicht reinzureden!
So charmant hat mir noch nie 'ne Frau das Du angeboten.
* Schnelle Klaviermusik *
Silke.
Aber Silke ist doch okay, ist doch normal.
Und wie, das ist Normalit�tsextremismus.
Das Wichtigste war f�r meinen Vater: keine Emanzen-Namen.
Wobei f�r den drei Viertel der M�dchennamen welche sind.
Meine Mutter sagt: "Ich fand Stephanie sch�ner."
Aber dann muss man sich merken, ob mit f oder ph.
Will man keinem zumuten.
Und Silke passte besser in die Formulare.
Auch wenn dein Mann mal 'n langen Namen hat,
vielleicht noch mit 'nem "von".
Das ist das Programm, was auf meinem Namensschild steht.
Silke Hansen: bescheiden, gut erzogen,
Silke, du sollst Durchschnitt sein.
Das Aufregendste f�r dich ist 'ne Einbauk�che in Pastell.
Jetzt zahlst du's ihnen heim mit �zg�r. Nee.
Meine Eltern sind mir egal. Das stimmt ja nicht.
Das �zg�r-Programm hei�t genau das Gegenteil.
Hauptsache, der wird nicht normal. passt nirgendwo rein.
Hauptsache besonders.
Das stimmt nicht!
Ich muss ihm doch irgendwas beibringen:
Besser Vorurteilen was entgegensetzen als sie zu bedienen.
Klar w�nsch ich mir, dass er was macht aus seinem Leben,
dass er sich interessiert f�r die Welt.
Dass er sich sich nicht abfindet
mit dieser menschenverachtenden Gesellschaft.
Was ist so schlimm an Erwartungen!
Es hei�t nur, dass man dem Kind was zutraut.
Ja, �zg�r, zieh dich mal warm an, du, Mama hat gro�e Pl�ne mit dir.
Ich hoffe, dass ich ihm alles mitgebe,
dass er sich traut, gro�e Pl�ne zu machen.
Und wenn er kleine Pl�ne machen will?
Vielleicht den Bauplan f�r 'n H�uschen mit Garten
und 'ner Hecke drumrum?
Ich werd ihn trotzdem lieben, wof�r hat man Oxytocin?
Wenn nicht, kannst du ihn versto�en und enterben. Genau.
Pfuuuh ...
Oooooohhhhh ...
* Scharfes Einatmen *
* Langes Ausatmen *
* Seufzer *
Da.
Gib mal deine Hand.
Oh, ja!
Ganz deutlich jetzt.
Richtig getreten, ne.
Toll.
Du, sag mal.
Wieso hast du vorhin am Telefon gesagt, ich w�r dein Mann?
Weil das einfacher war.
Statt zu sagen: Ein mit unbekannter Tatortreiniger,
der das Blut von ... Doppelmord ...
Ja, und weil es mit diesem ...
... Hormoncocktail, der mich in Besitz genommen hat ...
Da gibt es auch 'n Mami-Papi-Kind-Hormon,
das mir einredet, �hm ...
Dass es sch�n w�re, wenn mit der Geburt nicht nur
'n Kind auf der Welt w�re, sondern 'ne Familie.
Ja, weil es vielleicht doch in mir was gibt,
was sich 'n H�uschen mit 'ner Hecke w�nscht.
Und 'n Mann, zu dem mein Sohn Papi sagt.
F�r 'n Moment warst du das.
Dann hab ich gesehen, wie �zg�r dir in die Arme l�uft.
Und sagt: "Guck mal, Papa, ich hab 'n Fu�ball."
Und dann ...
... wir Fu�ball gespielt h�tten.
Ja, du w�rst im Tor.
Dann w�rden wir zusammen Abendbrot essen als Familie.
Und du h�ttest Spaghetti Bolognese gekocht.
Ja, wieso h�tte ich gekocht?
Weil ich ja den ganzen Tag gearbeitet h�tte.
Ja, ja, aber ich auch.
Nee, das m�sstest du nicht mehr.
Ich k�nnte meine Familie schon ern�hren.
Aber ich w�rde trotzdem arbeiten.
Ja, Blumen pflanzen, das Haus in Ordnung halten und ...
... Marmelade einkochen.
Und mit �zg�r aufn Spielplatz gehen.
Wenn ich abends nach Hause komm,
dann w�rde meine Frau auf mich warten und mein Sohn ...
Und du, wie w�rdest du, �h, dein Kind nennen?
Also f�r 'n M�dchen f�nd ich Merle sch�n.
Und f�r 'n Jungen:
Maserati.
Das hab ich noch nie geh�rt. Ist ja sch�n. Italienisch, ne? Ja.
Hei�t �bersetzt ... Vollkommenheit.
Ah.
Ja. Maserati Schotte.
Boah, das w�r schon geil.
Hast du mal �berlegt, ob du 'n anderer Mensch w�rst,
wenn du 'n anderen Namen h�ttest?
Auaaa!
* Schnelle jazzige Musik *
* Schnelle jazzige Musik *
* Romantisch Jazzmusik *
* Imitierte S�uglingsschreie *
Danke, Doktor, Sie haben mir das Leben gerettet.
Nennen Sie mich Rafael.
* Klopfen *
(Verf�hrerisch) Ja? Was denn?
Hallo. Ich bin die Hebamme.
* Hektische Klaviermusik *
* Hektische Klaviermusik *
* Hektische Klaviermusik verklingt *
* Melodisches St�hnen *
Ich br�ucht noch 'ne Unterschrift,
dass ich alles ordnungsgem�� ausgef�hrt hab.
Jetzt nicht. Doch, das schaff ich noch.
Geht schnell.
Ja, ich, �hm, ich werd dann mal, ne.
Ja.
* St�hnen *
Ja, ich, �hm, ich w�nsch euch viel Gl�ck, ne. Ja.
Ach so, und �hm, gr�� �zg�r von mir. Unbekannterweise. Ja, mache ich.
Sag mal, angenommen, �zg�r h�tte 'nen Doppelnamen -
�zg�r-Heiko, f�ndest du das gut?
Kann ich mir vorstellen. Ja, doch, klingt gut.
Ohhh!
Ohh, Leute, Platz, Platz, jetzt kommt �zg�r-Heiko Hansen!
* Sanfte Klaviert�ne *
Ja, ist schon merkw�rdig.
Da kommt ein Junge auf die Welt, der auch Heiko hei�t.
Meinetwegen.
Gut, ist nur Zweitname und ich werde ihn vermutlich
nie kennen lernen, aber es ist schon merkw�rdig.
Also, ja, ist ein bisschen so, als ob ich ...
Ja, ist sch�n.
Wei�t, wie ich mein?
* Schnarchen *
Copyright Untertitel: NDR 2016
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