All language subtitles for [EMBER] The Deer King (2022) [1080p] [Dual Audio HEVC 10 bits DDP]

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Original subtitles

Das Königreich Akhafa

Vor langer Zeit bemächtigte sich das benachbarte Kaisertum Zol

kraft seiner ungeheuren Armee gewaltsam der Ländereien Akhafas.

Plötzlich brach jedoch eine mysteriöse Krankheit aus und versetzte das

kaiserliche Heer in Angst und Schrecken – Das schwarze Wolfsfieber.

Obwohl Zol das Heiligtum Akhafas, die Stätte der Feuerpferde,

bereits erreicht hatte, brach es seine Invasion schließlich ab.

Seitdem kam es wiederholt zu kleineren Scharmützeln,

bei denen es jedoch beiden Reichen immer wieder gelang,

die eigene Heimat zu verteidigen. Man entschied sich zu

einem friedlichen Zusammenschluss, der bis heute andauert…

Arbeitet gefälligst, als würdet ihr den Morgen nicht mehr erleben!

Nur deswegen lässt man euch überhaupt noch atmen!

Keine Müdigkeit vortäuschen, kapiert?

Was habe ich gerade gesagt, du wertlose Ratte?

Fresse jetzt! Kann einer dem Balg das Maul stopfen?

Hab ich vielleicht gesagt, du darfst dir ein Päuschen gönnen?

Hoch mit dir, sofort!

Muss ich dir erst Beine machen?

Abschaum!

Was zum…

Berghüter!

Weg mit dir, hau bloß ab!

Liebling?

Pass gut auf dich auf.

Hallo liebe Sonne!

Und einmal mehr bin ich mit dem Leben davongekommen.

Mama?

Mama.

Guck mal!

Ein Sprunghirsch!

THE DEER KING

Was für ein grauenerregender Anblick!

Ich kann mir nicht vorstellen, dass radikale Akhafa-Überbleibsel

hinter diesem Gräuel stecken.

Seit wir Akhafaner uns dem Kaisertum Zol unterworfen haben,

sind bereits zehn Jahre in die Lande gezogen.

Unsere Ergebenheit ist also durch nichts und niemanden mehr zu erschüttern.

-Daran hab ich auch keinen Zweifel. -Er ist soeben eingetroffen.

Wie ich hörte, habt Ihr einst das Salzbergwerk beaufsichtigt.

Liege ich da richtig, Thulim?

Jawohl.

Es gäbe da jemanden, der gerne von euch durch das Bergwerk geführt werden würde.

Heda, stehengeblieben!

Der Zutritt hier ist allerstrengstens untersagt!

Unverschämtheit! Dir ist wohl nicht ganz klar, wen du da vor dir hast?

-Dieser ehrenwerte Herr hier ist… -Lass gut sein, Makho-Kan.

Spar dir doch das Tamtam.

Raus mit der Sprache, wer seid ihr?

-Ihr habt vor euch niemand anderen als… -He! Dein Gesicht, dein Gesicht.

Tretet zurück!

Euer Hoheit…

Ich hoffe, die weite Reise hat Euch nicht allzu viele Strapazen bereitet.

So hebt doch Eure Häupter!

Lasst mich Euch den werten Thulim vorstellen.

Er gilt als rechte Hand des Königs von Akhafa.

Mein Name ist Hossal Yugrául.

Es freut mich außerordentlich, Euch kennenzulernen.

Wer hätte gedacht, dass ich einmal Bekanntschaft

mit einem der gebenedeiten Ärzte schließen würde.

Es ist mir eine Ehre.

Die Ehre, da seid Euch gewiss, ist ganz die meine.

Ihr wisst gar nicht, wie lange ich schon tiefste Bewunderung für

Eure sichere Hand in politischen Angelegenheiten empfinde.

Ihr beliebt zu scherzen?

Nichts stünde mir ferner.

Ich will gleich zur Sache kommen, Euer Hoheit.

Ich möchte Euch bitten, die Kremationen vorerst zu unterbrechen.

Und zwar wozu genau?

Damit ich einen Blick auf so viele Verstorbene wie möglich werfen kann.

Aus keinem anderen Grund habe ich

den weiten Weg ja überhaupt auf mich genommen.

Haltet ein!

Nicht hinter die Absperrung!

Das Mukim bitte.

Das ist also Hossal.

Bei ihm können die Heilpriester als Haus- und Hofärzte des Kaisertums

glatt einpacken.

Seine Hoheit Prinz Yotal hat Hossal das Leben seiner eigenen Mutter zu verdanken.

Seitdem scheint man ihn mit allerlei medizinischen Aufgaben zu betrauen.

Ein großer Verdienst - immerhin sprechen wir hier von der zweite Kaisergemahlin.

Mein Herr!

-Ja, bring sie mir her. -Jawohl.

-Dies ist, womit wir es zu tun haben. -Also doch!

Schuld sind die Berghüter, die uns während der Falkenzeremonie angegriffen haben?

So ist es.

Bisswunden wie auch Ausschlag stimmen mit den Symptomen überein,

unter denen auch meine Patienten im Spital leiden.

Mit anderen Worten: Mein Bruder ist also an der gleichen Plage erkrankt?

Wollt Ihr mir das sagen?

Ohne Beweise habe ich es vorgezogen, mich vorerst in Schweigen zu hüllen.

Doch nun lässt es sich nicht mehr von der Hand weisen.

Das schwarze Wolfsfieber ist zurück.

Was sagt Ihr da?

Bei den Verstorbenen handelt es sich ausschließlich um Zoler?

Zum Tode Verurteilte, so sagte man mir.

Akhafaner empfinden noch immer eine emotionale Verbundenheit mit diesem Ort.

Ich habe sie also bewusst von den Arbeitern separieren lassen.

Der Leichengeruch verflüchtigt sich.

Der Zustand der Toten scheint weiter im Untergrund auch besser zu sein.

Können wir einige der Leichen zurück in die Stadt bringen?

Dafür werde ich mir vermutlich etwas von den Heilpriestern anhören müssen.

In Ordnung. Ich kümmere mich schon irgendwie darum.

Seid unbesorgt. Diese Frau gehört zu meinen Untergebenen.

Ich hatte sie bereits hinuntergeschickt, um vorab Untersuchungen anzustellen.

Was hast du zu vermelden?

Einem Häftling ist es gelungen, lebend aus dem Bergwerk zu fliehen.

Also ich weiß ja nicht. Lassen sich solche Pfeiler echt mit bloßen Händen zerbersten?

Alles deutet darauf hin, dass der Häftling von einem der Hüter gebissen wurde.

Dabei muss er dann gestürzt sein.

Er stand aber ein weiteres Mal auf, zerstörte das Gitter und ging seiner Wege.

Hast du mir zugehört? Niemand kann mit bloßen Händen…

Quak doch nicht dazwischen, Makho-Kan.

Die Spuren in der Erde verraten, dass er seine Kette hinter sich hergezogen hat.

Eine Blutspur ist ebenfalls zu erkennen,

aber anhand der Fußabdrücke lässt sich durchaus feststellen,

dass er nicht von den Berghütern mitgeschliffen wurde.

Er hat sich aus eigener Kraft in Richtung Ausgang begeben.

Und dass er von einem der Biester gebissen wurde, ist wirklich wahr?

An dieser Stelle ist eine große Blutlache in den Boden gesickert.

Der Form nach zu urteilen, kann ich mir nichts anderes vorstellen.

Inwiefern soll das eine Rolle spielen?

Mal angenommen, unser »Jemand« wurde gebissen

und hat die ganze Geschichte trotzdem überlebt…

Dann ist es nicht unwahrscheinlich,

dass er eine gewisse Immunität gegen die Krankheit besitzt.

Dieser Mann könnte uns also dabei helfen, das Wolfsfieber zu heilen?

Genau genommen hilft uns sein Blut.

Wenn alles gut geht.

Finde mir den Namen dieses Sklaven heraus!

Sehr wohl!

Unvergleichlicher Macht rühmte es sich einst - das Zolsche Heer.

Dann wurde es innerhalb nur weniger Tage an den Rand der Zerstörung getrieben.

Und das alleine durch das schwarze Wolfsfieber.

Wir haben den Namen des entflohenen Sklaven herausgefunden.

Ein Mann namens Van aus dem Geschlecht der Gansa.

Van? Bist du dir sicher?

Steht da auch, wo genau er festgenommen wurde?

Ich zitiere: »Festnahme bei einem Aufstand am Ufer des Kashna-Sees«.

Der Hauptmann der »Einhörner«

Van, der Enthörnte!

Prinz Yotal!

Wo ist Prinz Yotal?

Prinz Yotal!

Er ist also am Leben!

Dass sich ein Landsmann untergemischt haben könnte,

habe ich nun wirklich nicht bedacht.

Meine Untergebene wird seine Spur aufnehmen.

Niemand anderes versteht sich auch nur annähernd gut auf die Fährtenarbeit.

Kriegst du das hin?

Ganz zweifelsohne, Euer Hoheit.

Sorgt um jeden Preis dafür, ihn lebend einzufangen.

So soll es geschehen.

Du hast die Herrschaften gehört?

Lass größte Vorsicht walten, damit er nicht zu Tode kommt.

Wenn das mal so einfach wäre.

Wir haben es hier schließlich mit einem Überlebenden

der völlig unberechenbaren Einhörner zu tun.

Hey, Momentchen mal!

Du da!

Wieso und vor allem wie reitest du auf dem Viech?

Nee, also jetzt mal ehrlich: Ich sehe zum ersten Mal mit eigenen Augen

jemanden auf einem Sprunghirsch reiten!

Puh, aber ich war wirklich ganz schön baff.

Kommt da einfach ein Rudel Wölfe wie eine Flutwelle tief aus dem Wald geschossen!

Mein Begleiter hier hat sich dann einfach

von den Zügeln losgerissen und ist davongaloppiert.

Dabei ist der ganze Wagen umgekippt - mit mir drin!

Hast ja gesehen, was dabei rauskam. Aber

ich bin heilfroh, dass er nicht von den Berghütern gebissen wurde.

Je mehr Sprunghirsche ich in die Finger kriege, desto fettere Preise

will die kaiserliche Armee dafür rausrücken, sagen sie zumindest.

War alsogut, nicht lange zu fackeln und in die Sprunghirschzucht einzusteigen.

Nur ist da eben auch der Haken: Sie machen's einem nicht gerade leicht!

Nicht nur sind sie ohnehin schon wild und störrisch,

sie scheinen sich wirklich schnell an mich zu gewöhnen.

Weiß der Geier, warum die Zoler diese anstrengenden Dickköpfe so wertschätzen.

Lecker Hamham!

Es heißt »Pham« - isst man in Zol!

Hat meine Alte gebacken. Schmeckt klasse, nicht?

Na ja, wird bestimmt daran liegen, dass die Zoler Meute in der letzten Schlacht

übel von den Hirschreitern aus Akhafa zugerichtet wurde.

Du bist aber auch nicht ohne, hör mal!

Dachte mir halt, dass meine Herde vielleicht ein wenig friedlicher wird,

wenn ich ihnen ein neues Weibchen kaufe,

also hab ich meine letzte Asche für sie hier auf den Kopp gehauen.

Das Tier ist bereits trächtig.

-Nicht dein Ernst! -Doch.

Ich werde aus diesen Tieren einfach nicht schlau.

Aber was beschwer ich mich, hatte ja doch Glück im Unglück.

Hab ich bestimmt deiner kleinen Glücksfee zu verdanken!

-Iff bin 'una! -‘una?

Yuna.

Das ist ihr Name. So heißt die Kleine.

Ich bin Toma!

Und ich Van.

Yuna und Van, also. Freut mich!

Apropos Berghüter, hast du das mitbekommen?

Neulich ist der Zolsche Fürst bei der Falkenjagd

wohl ebenfalls von ihnen angegriffen worden.

Ich weiß ja nicht, was da im Busch ist,

aber langsam läuft es mir echt kalt den Rücken runter.

Es ist also wahr?

Sie alle sind dabei draufgegangen?

Zusammen mit den Sklaven haben ungefähr 600 Menschen ihr Leben verloren.

Und das nur wegen diesen ekelhaften Dreckstölen.

Der Arzt Hossal geht davon aus, dass…

Er glaubt, es handle sich um das schwarze Wolfsfieber.

Der Fluch Akhafas…

Zu Zeiten unseres Großvaters sind die Soldaten

des kaiserlichen Heers in dieses Land eingedrungen

und einer nach dem anderen dem schwarzen Fieber erlegen.

Viele sprachen von »Rache«, von einem Fluch der durch sie getöteten Akhafaner.

Kann man da von Zufall sprechen, dass ausgerechnet kurz

vor der »Herabkunft des Hohen Auges« die Krankheit erneut zu wüten beginnt?

Das Raunen über irgendwelche Flüche ist nicht mehr als böswilliges Geschwätz.

Ganze zehn Jahre sind vergangen, seit Akhafa Zol seinen Gehorsam geschworen hat.

Ist unser ausgezeichnetes Verhältnis denn nicht…

Gab es auch Akhafaner?

Ob unter den Toten im Bergwerk auch Akhafaner waren!

Also… Das…

Nein, keine Akhafaner. Aber hör zu, Bruder…

Thulim…

O rechte Hand des Königs von Akhafa.

Leck es ab.

Indem sich ein Akhafaner mit dem Wolfsfieber ansteckt,

lässt sich ganz leicht beweisen, dass es den Fluch nicht gibt.

Euer Wunsch sei mir Befehl.

Bruder!

Hossal, bitte helft ihm!

Für Behandlung mit Heilkraut ist es bereits zu…

Gibt es nichts, das Ihr sonst tun könntet?

Ein leichtes Toxikum, gemischt aus dem Blute von an der gleichen Krankheit

niedergerafften Kranken könnte ein wenig helfen.

Ausgeschlossen!

Es wäre völlig unerhört, niederes Blut in Seiner Hoheit Körper zu transferieren,

in einen Körper, der von Seiner Majestät höchstselbst abstammt!

Einjeder muss sich letztlich dem Schicksal fügen!

Der Körper ist nicht mehr als ein Gefäß!

Die Seele in ihm darf nicht befleckt werden!

-Das wäre nichts als kontraproduktiv! -Sowas brauch ich nicht!

Ich werde wieder gesund! Und das, ohne auf solchen Unfug zu vertrauen.

Hört, hört! Beeindruckende Worte!

Am allerwichtigsten ist es jetzt, die Reinheit Eurer Seele zu bewahren.

Ich schaff das.

So leicht geh ich nicht drauf!

Dann ist also was an den Gerüchten dran,

dass Zoler am Wolfsfieber erkranken, Akhafaner aber nicht?

So steht es zumindest auch in den Schriften geschrieben.

Stimmt etwas nicht, mein Herr?

Mir will nicht aus dem Kopf, wie gelassen Thulim die ganze Zeit war.

Haha, vergiss das. Eine Krankheit, die zwischen Ländern zu unterscheiden weiß?

Soweit kommt's noch!

Und dann der ganze Wirbel um die Herabkunft des Hohen Auges.

Altes Heiligtum hin oder her, dass sich der Kaiser selbst in eine

so abgelegene Gegend wie die Stätte der Feuerpferde aufmacht…

Es ist eben gleichzeitig auch der Ort, der sie, schon in Sichtweite,

durch die Krankheit zum Rückzug gezwungen hat.

Bestimmt will man die Geschichte neu schreiben,

und die Furcht vor dem Wolfsfieber ein für alle Mal bereinigen.

Wie dem auch sei: Dass das Fieber gerade jetzt wieder ausbricht, ist echtes Pech.

Bezweifle ich. Die Herabkunft wird es förmlich heraufbeschworen haben.

-Was meint Ihr damit? -NBemüh mal deinen Verstand.

Deine Zeit als Schwertfuchtler liegt ja wohl hinter dir.

Zuerst die Falkenzeremonie, dann das Bergwerk.

Sieht so aus als hätte alles im Großen und Ganzen gut geklappt.

Sollte nun Yotal die Nachfolge antreten,

dürfte sich Zol von nun an als wesentlich leichter zu bändigen erweisen.

Die Zeichen stehen äußerst gut.

Ich glaube allerdings,

dass wir unseren nächsten Schritt nicht überstürzen sollten.

Du willst doch nicht etwa kneifen?

Schon im Frühling wird das Hohe Auge die Stätte der Feuerpferde erreicht haben

und die Herabkunft vollenden.

Übereil es nicht.

Unter den Gefangenen des Salzbergwerks war auch ein Akhafaner.

Sie dürfen unter keinen Umständen Verdacht schöpfen.

Setze die Dinge also mit genug Bedacht in Gang!

Ich habe nicht vor,

mich an die Anweisungen eines Landesverräters zu halten.

Orfan!

Wenn du einen bestimmten Grund zur Eile hast, will ich ihn wissen!

Äußerst lästig.

Ob er sich wirklich unseren Erwartungen entsprechend verhalten wird?

Letztendlich sind er

und die seinen für uns kaum mehr als eine Handvoll Spielsteine.

Auch in der Stätte der Feuerpferde weiß man,

dass das Wolfsfieber die allerletzte Rettungsleine ist.

Er wird sich also nicht leisten können, irgendwelche Dummheiten zu begehen.

Und was ist mit dem Kerl, der das Salzbergwerk überlebt hat?

Ich habe eine Fährtensucherin auf ihn angesetzt.

Um was genau zu tun?

Lasst das nur meine Sorge sein.

Entscheidet Ihr Euch lieber für das Leben eines einzelnen Landsmannes

oder für die Zukunft ganz Akhafas?

Schachmatt.

Natürlich für die Zukunft dieses Reiches.

So sei es also.

Der Mann dürfte möglicherweise auch ein kleines Kind bei sich haben.

Ja, da gab es einen, er war in Begleitung eines jungen Mannes,

der klang, als stamme er aus Oki!

Ah, der mit dem Sprunghirsch!

Yooo!

Yooo, bin wieder daheim!

Toma!

Kiya!

Er bedankt sich dafür, dass du mir den Hintern gerettet hast!

Entschuldige, bevor er mit jemandem nach altem Brauchtum

auf Freundschaft getrunken hat, kann er kein persönliches Gespräch führen.

Stimmt. Eine klasse Idee!

Wenn du dich bei uns ein bisschen nützlich machst, bekommst du ein Zelt

und auch Lebensmittel für eine Weile. Das kriegen wir schon hin, sagt er.

Super, dann machen wir das so!

Unser Gast ist nämlich ein echter Sprunghirsch-Experte!

Mit Van in unserer Mitte wird unser Leben bestimmt um einiges bequemer.

So, damit haben wir die Förmlichkeiten auch hinter uns gebracht.

Jetzt wird getrunken!

Köstlich!

Na hopp, trink schon!

Hat doch keiner die Zeit, all die ollen Bräuche abzuarbeiten!

So ein argloser kleiner Spatz.

Und ähnelt dir so ganz und gar nicht, Van.

Dann schlägt sie wohl nach deiner Frau?

Nanu?

Ach so, von wegen »Ehefrau«. Wo hast du sie eigentlich gelassen?

Entschuldige, hätte ich das nicht fragen sollen?

Na, kommst du zu mir, Kleine?

Verstehe, der lieber Papi hat natürlich einen viel gemütlicheren Schoß!

’appi?

He, da wirst du keinen Tropfen Milch rausbekommen!

Lass sie an deinem Finger saugen!

Hast du auch Durst auf Milch bekommen?

So, dann wollen wir mal schön langsam einen Happen essen!

Er hat wieder Fieber bekommen!

Und seit vorhin ist sein Atem…

Ich bin ja da.

Kriegst ja nichts als Heilkraut, also…

Oh, ihr Götter, rettet mein Leben!

Ist soweit alles in Ordnung?

Ja.

»Kenne aller Herren Länder, kenne dich selbst und kenne, was krank macht.«

Das Geschlecht der Yugrául ist den Machthabern

mit unserer Heilkunst seit Generationen zur Seite gestanden.

Das Schicksal der Reiche Zol und Akhafa ist verflochten wie ein dichter Wald.

Und ich? Ich sehe vor lauter Bäumen die Krankheit nicht.

Ah, ich hab einen Bärenhunger.

Komm, wir gehen jetzt erstmal ein schönes Hasenragout essen!

Seine Hoheit Prinz Utal ist…

Prinz Yotal. Wäre es nicht besser, die Herabkunft aufs Erste zu verschieben?

Der Tod meines Bruders ist bereits vermeldet.

Der Kaiser jedoch hat bereits die Reichsgrenze passiert.

Ich sehe die Krankheit einfach nicht. Was weiß ich über das Wolfsfieber?

Sag es mir, Mann aus dem Salzbergwerk!

Du! Wo ist 'appi?

Puh, den hab ich schon seit einer Weile nicht mehr gesehen!

Da ist ja welches.

Es ist Ashimi.

-Vater! -’appi!

Was?

Hab ich dich, 'appi!

Was machst du hier?

Ist doch klar, ich kann dich eben sehen!

Wie hübsch!

Hübsch?

Das Ashimi?

So hübsch!

Und warum bauen wir so was nun hier hin?

Das ist doch kein Hindernis für einen Sprunghirsch!

Jetzt aber… Das ist doch gefährlich, Junge!

Warte, ich pack mit an!

So bleibt nur der Geruch der Ashimi-Blätter zurück.

Das da ist Oraha.

Heißt wohl »Der im Morgengrauen Geborene», oder so.

Dass er langsam echt alt wird, hat ihn eigentlich nur störrischer gemacht.

Ist einfach nicht zu bändigen.

Du, ich mein das schon ernst. Mit dem ist nicht zu spaßen!

Der will doch nicht…

Seht ihr das? Unfassbar, oder?

Wenn nun alles fein klappt,

verdienen wir uns am Zolschen Heer bald ein goldenes Näschen!

Ist doch albern!

Mein Bein!

Van!

Er kommt zu dir rüber!

’appi!

Klasse, Van!

-Das war nun echt eine reife Leistung! -Wahnsinn!

Was hast du denn vor?

-Will Milch trinken! -Also ob man die einfach trinken kann.

Oha, du bist ja richtig gut!

Weiß ich!

Hab das immer für Mama gemacht!

Ah ja, so so!

Die Milch einer Sprunghirschkuh…

Das erinnert mich an meine Kindheit.

Damals hab ich mit meinen Geschwistern darum gezankt,

wer als Erstes davon trinken darf.

Ich muss all das völlig vergessen haben!

Zur gleichen Zeit hat das Zolsche Armee in dieser Gegend

für allerlei Unruhe gesorgt, sodass die Sprunghirsche irgendwann

völlig verschwunden waren.

Auch wir Menschen brauchten den Namen »Zol« nur hören,

und versteckten uns zitternd in den Schatten.

Und dann, vor etwa zehn Jahren, ja, so lange müsste das her sein,

da hat sich eine Gruppe Sprunghirschreiter - die Einhörner -

dem Schutze Akhafas angenommen und erbitterten Widerstand

gegen das Kaisertum geleistet.

Ohne sie hätte es keinen Frieden mit Zol gegeben; und damit ich verdanke ihnen,

dass mir nun eine so liebe Schwiegertochter leckeres Pham bäckt.

Du auch, Tantchen!

Für mich nicht. Aber trotzdem lieben Dank!

Wer die Milch eines wilden Tieres trinkt, wird selbst eines!

Das sagt man bei uns zuhause in Zol immer.

Vor vielen Jahren bin ich bei der Jagd einmal einer Herde Sprunghirsche begegnet,

die gerade von Wölfen angegriffen wurden.

Einem Kalb gelang es auf der Flucht jedoch nicht,

mit den älteren Tieren mitzuhalten.

Es wurde vor den hungrigen Wölfen zurückgelassen.

Doch dann sprang ein etwas älterer Hirsch hevor und begann kampflustig damit,

einen Tanz aufzuführen. Wohl, um die Wölfe damit zu provozieren.

Dem Verhalten nach würde man ein solches Tier einen 'Hirschkönig' nennen.

Er hat das Kalb gerettet und ist verletzt im Wald verschwunden.

War der Hirsch nun also ein Held?

Oder hat er sich einfach in seine Berufung gefügt –

getan, was getan werden muss, weil er die stärksten Läufe hatte?

So hat es jedenfalls für mich ausgesehen.

Bedauerlich, dass von den Einhörnern heute kein

einziger Reiter mehr am Leben zu sein scheint.

Willst du alleine losziehen?

Yuna.

Reitest du mit?

Hüah!

Was ist das denn?

Das sind Kuhschellen.

Und das da?

Eine Laubheuschrecke.

Und das da oben?

Ein Seeadler.

Und was ist dann das hier?

’appi!

Und das?

Yuna!

Du weißt echt alles!

Gefällt es dir hier?

Hier?

Hast du Onkel Toma und die anderen denn gern?

Ja, voll! Und Tantchen!

Na denn.

Und dich hab ich auch gern!

Ich schnitz dir bald mal eine Hirschpfeife.

Ist das ein Sprunghirsch? Sieht man nicht allzu oft.

’appi hat gesagt, er will mir bald mal eine Hirschpfeife schnitzen!

Sag bloß!

Komm, Yuna. Wir gehen.

Okay!

Wohin geht die Reise?

In ein Land, das auch elternlosen Kindern ein schönes Leben erlaubt.

Endlich habe ich dich gefunden.

Hopp, hopp!

Na los, Beeilung!

Sonst holt uns Van vielleicht noch ein!

Hm? Das kommt aber auch nicht alle Tage vor.

Wir haben Besuch aus Zol!

Anhalten!

Was ist passiert?

Wölfe…

Schwarze Wölfe!

Was ist denn los?

Keinen Schritt weiter!

In einer weiteren Zoler Siedlung ist also das Wolfsfieber ausgebrochen.

Erzähl.

Da wurden weder Obduktionen noch sonst viel gemacht.

Die Heilpriester haben alle Leichen einfach verbrannt

und drei Tage lang durchgebetet.

Wie kann man nur glauben, eine Krankheit sei ein Fluch?

Denk scharf nach, Hossal.

Was für einen Unterschied sieht das Wolfsfieber zwischen Zol und Akhafa?

Mein Herr!

Man hat ihn gefunden!

Du weißt schon, wo wir gerade sind?

Was denn gefunden? Einen Weg, das Fieber ein für alle Mal zu heilen?

Ja… Äh, Nein.

Den Mann von den Einhörnern…

also den, der im Bergwerk überlebt hat, den haben sie wohl gefunden!

Was?

Kurz nachdem er von seiner Fährtensucherin Kunde darüber erhielt,

brach der hohe Herr Thulim selbst mit seinen Soldaten auf.

Höchstpersönlich?

Triff sofort sämtliche Reisevorkehrungen!

Wir folgen dem Alten.

Mir schwant Übles…

Zurzeit kommen einem ja immer häufiger Klagen und Ängste der Zoler zu Ohren.

Die Götter selbst, so sagen sie, hätten die Berghüter entsandt.

Auch der Tod des Zolschen Fürsten sei demnach eine Strafe, mit

der vergolten werden sollte, wie sehr man auf Akhafa herabblickte.

Ob Akhafa oder ob Zol, wen interessiert's?

Wir alle sind eine Familie!

So ist es.

Das hier ist unsere Heimat.

Wir haben uns dazu entschlossen, auf diesem

Fleckchen Erde unser Leben zu verbringen.

Ist was?

Kümmert euch bitte um Yuna.

Was denn nun?

Ihr habt mir nur Zuflucht gewährt, weil ich euch dazu gezwungen habe,

das werdet ihr sagen, kapiert?

Hey! Van!

Du bist Van von den Einhörnern, richtig?

Die Bewohner dieses Dorfes wissen von nichts.

Wenn ihr versprecht, ihnen nichts zu tun, werde ich Gehorsam leisten.

Gut.

Von den Einhörnern…

’appi?

Wo ist ’appi?!

’appi!

Bleib, wo du bist!

Du Wicht!

’appi!

Van, erklär das mit den Einhörnern!

Was soll der Unfug, Van?

Was das? Für einen Moment hat das Holz irgendwie…

’appi!

Gehorche gefälligst und komm mit!

Wann kommst du heimiheim?

’appi, sag mir, wann du wieder heimiheim kommst!

Jetzt gehörst du mir!

Es sind Hüter!

Verliert jetzt nicht die Beherrschung!

Das Wolfsfieber kann uns Akhafanern nichts anhaben!

Orfan!

Wieso kämpfst du dagegen an?

Akzeptiere dein Schicksal!

’appi!

’appi?

Yuna!

Yuna!

Van!

Yuna!

Du Dummkopf!

Zol!

Toma!

-Gib das Van! -Okay!

Wir zählen auf dich!

Was zum Geier war das nun eigentlich?

Reiß dich zusammen, Van.

Ich bin niemand anderes…

… als ich selbst!

Yuna!

Aus dem Weg.

Für Akhafa!

Yuna…

Das reicht!

Bleib stehen!

He! Stehenbleiben, sag ich!

Heda!

Mein Herr! Bringt Euch in Sicherheit!

Verflixt und zugenäht, was ist das eigentlich für ein Kerl?

Makho-Kan, ich möchte, dass du Thulims Häscher abschüttelst.

Wir dürfen nicht zulassen, dass er diesen Mann tötet!

Das kapierst du doch, oder?

Na ja, nur…

So ganz kapier ich’s nicht, aber ja, ich hab ja kapiert!

Dass Ihr ja Acht auf Euch gebt!

Willkommen zurück!

Nun haben wir dich endlich wieder, Liebling.

Warum wehrst du dich?

Akzeptiere dein Schicksal!

Spürst du denn nichts?

Das Rauschen des Windes,

Gräser und Blumen,

Vögel,

Wildtiere!

Du erfühlst jedes noch so kleine Lebewesen, bist mit ihm verbunden!

Du durchläufst einen »Umbruch«.

Einen »Umbruch«?

Genau.

Eine in dir angelegte Begabung.

Yuna!

Komm! Komm und finde mich!

Mein Name ist Kenoi.

Für deinen Herrn und Meister Thulim stellt das Blut dieses Mannes

ein lästiges Problem dar, richtig?

Er ist fest davon überzeugt,

dass das Wolfsfieber nicht auf Akhafaner übertragbar ist.

Vermutlich hat er also auch etwas mit dem neuerlichen Ausbruch der Krankheit zu tun.

Sein Wunsch wird es daher sein, ähnlich, wie schon vor 80 Jahren,

Zol mittels der Krankheit auf Abstand zu halten und dem Königreich Akhafa

den Traum von Unabhängigkeit zu erfüllen.

Nur kann er sich nicht darauf verlassen,

dass das Wolfsfieber auf ewig sein Verbündeter bleibt.

Meine ganze Familie wurde von Zol getötet.

Diese Plage ist nichts als gerechte Vergeltung am Kaisertum Zol.

Und deswegen ist es in Ordnung, diesen Mann zu töten?

Lass es.

He! Du bist schwer verletzt, wie hältst du dich überhaupt schon auf den Beinen?

Na eben!

Mit einer solchen Verletzung herumzuturnen ist nämlich schlicht unmöglich.

Ich bin Arzt. Also sei nicht so stur und ruh dich ein Weilchen aus.

Ich pass schon darauf auf, dass diese Frau dir nichts zuleide tut.

Hörst du? Wenn du mir wegstirbst, stecke ich in großen Schwierigkeiten!

Ich danke Euch.

Den Verband habt also Ihr mir angelegt.

Deinen Dank kannst du dir gern sparen.

Ich will einfach nur dein Blut.

Ich darf keine Zeit verlieren.

Moment. Hallo!

Ich muss Yuna folgen.

Ich heiße Hossal Yugrául.

Und ich schlage dir einen Handel vor. Ich werde dich auf deinem Weg begleiten.

Dafür kümmere ich mich aber auch um deine Verletzung.

Ich kann nicht verantworten, dass du dein kostbares Blut weiter so verschwendest.

Sobald du also deine Angelegenheit erledigt hast,

wirst du zu mir aufs Spital kommen und mir dein Blut geben.

Verstehen wir uns?

Fährtensucherin!

Deine Expertise werde ich dabei auch brauchen.

Diese Yuna aufzuspüren, sollte für dich ja ein Leichtes sein!

Dann ist ja alles klar.

Van, ich lege dir einen neuen Verband an.

Runter vom Sprunghirsch.

Und du lässt mich mal besser nach deiner Schulter sehen.

Die krieg ich schon wieder hin.

So begab es sich also, dass ich mich der Reise desjenigen Mannes anschloss,

der den Schlüssel zum Wolfsfieber besaß.

Und wer war dabei unsere Reiseführerin?

Natürlich genau die Frau,

die ihm vermutlich noch im Schlaf die Kehle durchschneiden würde.

Wollen wir nicht ein wenig verschnaufen?

Bis wir es in den nächsten Wald geschafft haben, müssen wir weiterreiten.

Die Schneedecke in dieser Gegend sitzt zu locker und könnte sich lösen.

Wirklich kaum zu glauben.

Deine Wunden haben sich bereits geschlossen.

Ich werde uns etwas zu essen erjagen.

-Bitte kümmert Euch um das Brennholz. -Wie jetzt. Ich?

Damit werdet Ihr nichts anfangen können.

Feuchtes Holz fängt nur schwer Feuer.

Loses Brennholz sollte am besten direkt vom Baum geklaubt werden.

Hiermit sollte es aber funktionieren, oder »Meister«?

Ihr wollt also mein Blut?

Ja.

Warum?

Nun ja…

Dieses Land wird von einer Krankheit bedrängt,

der man den Namen »schwares Wolfsfieber« gab.

Die Berghüter übertragen und verbreiten diese Krankheit.

Du wurdest im Bergwerk doch von einem der Hüter gebissen, ja?

Weil du das Fieber überlebt hast, glaube ich nun an die Möglichkeit,

dass dein Blut als Arznei dagegen fungieren könnte.

Mein Blut könnte die Krankheit also heilen?

Anderes Beispiel: Wenn jemand von einer Giftschlange gebissen wird,

injizieren wir dem Patienten Blut einer anderen Person,

die auf diese Weise vergiftet wurde.

Warum tun wir das?

Das gespendete Blut hat sich gemerkt, wie das Gift am besten zu bekämpfen ist

und schwächt seine Wirkung im Körper des vergifteten Patienten ab.

Dein Blut, und das ist der springende Punkt,

hat das Wolfsfieber bereits überwunden

und stellt im Kampf gegen diese Krankheit eine äußerst mächtige Waffe dar.

Und genau das möchte ich tun: Mit dieser Waffe die Krankheit bekämpfen.

Überlebt habe ich, das stimmt.

Aber statt von mir »überwunden« worden zu sein,

lebt das Wolfsfieber in mir einfach weiter.

Ich glaube sogar eher, dass es mich einfach weiterleben lässt.

Er sagt, die Krankheit würde ihn am Leben lassen.

Was für eine merkwürdige Betrachtungsweise.

Hat doch das Wolfsfieber vor meinen eigenen Augen

das Leben so vieler Menschen geraubt.

Ich bekam plötzlich Lust, die Krankheit, beinahe andächtig, zu begutachten.

Mit was für einem Gesicht

würde die »Kreatur« im Inneren des Mannes wohl zurückschauen?

Van?

Du setzt dein Leben aufs Spiel, um dieser Yuna zu folgen. Ist sie deine Braut?

Meine Frau ist an einer Seuche gestorben.

Genauso wie auch mein Sohn.

Yuna ist also was genau für dich?

Meine Tochter.

Es ist mehr als überraschend, wie schnell die Wunden des Mannes abheilen.

Vielleicht bringt das die Kraft eines Einhorns mit sich.

Oder sorgt dafür etwa auch das Wolfsfieber in ihm?

Da sitze ich nun: Hossal Yugrául, ein gebenedeiter Arzt,

der von jedermann verehrt und geachtet wird.

Und muss durch und durch von Parasiten befallenes Fleisch runterwürgen.

Dürfte ich mir das wohl ausborgen?

Sucherin! Wo ist Van?

Er lässt seinen Sprunghirsch grasen.

Dem Menschen ist es unmöglich, in sich selbst hineinzusehen.

Doch du, du bist im Umbruch und wirst es längst bemerkt haben.

Du hast erkannt, dass Seele und Leib getrennt voneinander existieren.

Alle Lebewesen sind seit jeher miteinander verbunden!

Dein Leib, deine äußere Schale dient nur einem einzigen Zweck,

als Behältnis für dich selbst.

Was hast du gesehen, als du von den Hütern gebissen wurdest?

Fürchte dich nicht vor dem Licht.

Dein Leben bedeutet »Freiheit«!

Van!

Alles in Ordnung? Schmerzen die Wunden?

Nein.

Manchmal kann ich die Stimme des Mannes hören, der Yuna verschleppt hat.

Der Klang seiner Stimme fühlt sich irgendwie fast schon angenehm an.

Und das macht mir Angst.

Wir müssen weiter.

Yuna wartet sicher schon.

Jawohl.

Wir sind nun im Begriff, den Westen zu erreichen; in diesem Gebiet halten sich

noch immer hartnäckig gegen das Kaisertum gerichtete Aufstände.

Verstehe.

Das heißt bestimmt, dass du ursprünglich aus dieser Ecke stammst.

Euer Hoheit, wünscht Ihr gewiss nicht,

Seiner Majestät dem Kaiser Eure Aufwartung zu machen?

Nein.

Der Kaiser wird für meinereiner jetzt keinen Sinn haben.

Gehen wir.

Ich werde meine Pflicht als Seiner Majestät Sohn erfüllen.

Dass auch wir den Befehl zum Kriegsdienst bekommen, kommt nun unerwartet.

Gewiss will man die Rebellion nicht nur einfach unterdrücken,

sondern auch zeigen, dass wir damit einverstanden sind.

Wie hinterhältig. Wer hat gleich nochmal behauptet,

ein Zol unter Yotal sei viel leichter zu bändigen?

Ich bitte vielmals um Verzeihung.

Also, was tun wir?

Lasst uns dem Befehl gehorchen.

Es darf um keinen Preis geschehen, dass der Kaiser sich nun gegen uns wendet.

Himmel nochmal.

Wie konnte es dazu kommen?

Ich bin untröstlich und Eurer Vergebung nicht würdig.

Solange es uns jedoch nur gelingt, die Berghüter am Leben zu halten,

ist es nur eine Frage der Zeit, selbst wenn wir dabei

die Stätte der Feuerpferde einbüßen.

Klingt, als bräuchte man dafür einen langen Atem.

Nur weil ich das Beste für Akhafa im Sinne habe,

kann ich mir eine solche Zukunft überhaupt ausmalen.

Was stellen wir mit Hossal an?

Wenn es ihm gelingt, eine Heilung für die Krankheit zu finden,

kannst du noch so viel malen, die Zukunft ist dahin.

Der einzige Anhaltspunkt dafür ist der Mann aus dem Salzbergwerk.

Man müsste ihn also nur irgendwie beseitigen…

Die Gerüchte vom Ausbruch des Wolfsfiebers haben die durch die Wiederaufnahme

der »Herabkunfts des Hohen Auges« ohnehin schon schwelenden Gemüter

der Dorfbewohner letztlich zum Lodern gebracht.

Dieses Gebiet gehörte ursprünglich Akhafa alleine.

Mit dieser Vergeltung war zu rechnen.

Der Hausherr und auch seine Frau waren herzensgute Menschen.

Das ganze Dorf hat von ihrem Anwesen profitiert und nun…

Wie töricht.

Du, wo ist denn meine Mama?

Man spricht vom »Fluch Akhafas«,

nennt das Wolfsfieber eine göttliche Strafe, aber…

Na, komm.

Man kann nur hoffen, dass das Kämpfen keine Ausmaße annimmt

wie der Konflikt unserer Väter.

Warum habe ich nur überlebt?

Es muss einfach einen Grund dafür geben,

weshalb das Wolfsfieber bei Zolern kein Erbarmen kennt, Akhafaner aber verschont.

Eine Krankheit würfelt nicht.

Man muss nur etwas genauer hinsehen und wird endlich erkennen,

dass Ursache und Wirkung miteinander verwoben sind.

Indem man das Gewebe aufdröselt, können zahllose Menschenleben gerettet werden.

Seinen Glauben daran nicht zu verlieren, das ist Medizin.

Weißt du, Van…

Auch für dein Überleben gibt es garantiert einen Grund.

Was genau rettet die Medizin eigentlich? Den Körper eines Menschen?

Oder seine Seele?

Erfährt sein Körper Rettung, so tut es auch seine Seele, findest du nicht?

Meine Seele wurde von Yuna gerettet.

Die Seele…

Was der Mann unter einer »Seele« versteht, klingt so fundamental anders

als die »Seele«, von denen die Heilpriester sprechen.

Ein Signal, das dem Luftschiff des Kaisers den Weg weisen soll.

Für die Herabkunft?

Wir sind also ganz in der Nähe?

Ja,

Wir sind auf bestem Wege in die Stätte der Feuerpferde.

Einst wurde es durch die Wolfskrankheit beschützt.

Und nun ist das Heiligtum wohl auch in das Gewebe aus Ursache und Wirkung verstrickt.

Kann ich die Stimme mittlerweile nicht einmal mehr hören?

Sieht ganz so aus, als wären wieder Kinder gebissen worden.

Ja…

Sie haben sich des nachts wohl in den geweihten Bereich hineingeschlichen.

Dabei sollten sie doch wissen, dass jemand ohne die geeignete Veranlagung

dadurch keine Kräfte entwickeln wird.

Sie hofften, sich so bei Euch revanchieren zu können.

Diese Hohlköpfe…

Was wird es kosten, dem König einen Nachfolger zu finden?

Bitte steigt von Euren Pferden.

Vorsicht, Langbeine!

Oben links!

Warum tut ihr das? Wir sind genauso Akhafaner wie ihr auch!

Warum greift ihr uns also an?

Furcht und Hass schlagen einen Menschen mit Blindheit.

Ich war früher nicht anders.

Lasst mich ehrlich sein: Ich bin Van, dem Enthörnten, bereits einmal begegnet.

Mit lediglich etwa sechs Männern haben die Einhörner eine ganze Kompanie vernichtet.

Dem Himmel sei Dank, dass Euch nichts passiert ist.

Ich war ja nur ein Knabe, deswegen hat der Enthörnte mich nicht getötet.

Ich weiß ja, wie eilig du es hast. Entschuldige bitte.

Ein Arzt wie ich ist wohl nicht für solche Reisen gemacht.

Van…

Darf ich dich was fragen?

Deine Yuna, was ist sie für ein Mädchen?

Lasst mich überlegen.

Yuna, sie ist…

Ihre Hände sind so klitzeklein, weich und immer ein wenig klebrig.

Ihre runden Wangen glühen vor lauter Wärme rot auf.

Yunas Haar ist ein bisschen widerspenstig, ja.

Wenn ich es ihr in zwei Zöpfe binde, lacht sie ganz glückselig.

Lachen tut sie überhaupt unglaublich gerne.

Sie liebt Tiere. Und Insekten vielleicht auch.

Sie trinkt für ihr Leben gerne Sprunghirschmilch

und beweist beim Melken der Hirschkühe echtes Talent.

Fleisch, das ich gemeinsam mit Yuna esse, schmeckt gleich doppelt so gut.

Noch kann sie es nicht gut kauen,

aber sie strahlt dabei über ihre beiden vollgestopften Backen.

Beim Schlafen klammert sie sich bisweilen fest an meinen Rücken.

Sie greift dann so beherzt zu, dass es fast schon etwas wehtut!

Ich wundere dass diese Art von Gefühl in mir noch nicht ganz verschwunden war.

Ich möchte dem Mädchen noch so viele verschiedene Dinge zeigen.

Mit den Jahren wird sie älter werden und sich in jemanden verlieben,

vielleicht eine Familie mit ihm gründen

und ich möchte dabei Zeuge all ihres Glückes sein.

Ist das eine Hirschpfeife?

Ja.

Das Mädchen ist nicht dein Kind.

Danke fürs Messer.

Sie ist ein Waisenkind aus einem Dorf nicht unweit des Salzbergwerkes

und wurde dort einer psychisch gestörten Frau zugewiesen.

Ich weiß.

Wichtig sind jedoch nicht Blutbande.

Das Mädchen ist meine Tochter.

Nicht eine Sache, die über deine Lippen kommt,

ließe sich je mittels Fährtensuche vorhersagen.

Verlasst das Thermalgebiet in Richtung Nordwesten

und bahnt euch dann einen Weg durch die Klamm.

Dahinter werdet ihr die Stätte der Feuerpferde finden.

Auch die Berghüter müssten sich dort aufhalten.

Genau wie deine Tochter.

Wieso hast du uns bis hierhergebracht?

Das Mädchen hat doch auch das Wolfsfieber überlebt.

Ich hatte eigentlich vor, euch beide umzubringen!

Und nun gehst du?

Euer Dorf ist ein wirklich herrlicher Ort.

Bitte bring sie wieder dorthin zurück.

Mein Name ist Sae.

Nenn mich doch beim nächsten Mal auch so, ja?

Als ich aufwachte, war von der Sucherin weit und breit keine Spur mehr zu sehen.

Van sagte mir, ich müsse ihm nun nicht mehr länger hinterherreiten.

Aber das habe ich – mit seinem Blut als Vorwand – gekonnt ignoriert.

Ich frage mich ja wirklich,

was ich da letzte Nacht eigentlich genau gesehen hatte.

Sag mal, Van?

Magst du mir nicht mal vorführen, wie sich deine Hirschpfeife anhört?

Also so richtig hübsch klingt das ja nicht!

Wir haben Yuna fast erreicht.

Ja.

Ein so schicksalhaft mit dem Wolfsfieber verknüpfter Ort…

He! Warte doch bitte!

Du bist also endlich gekommen.

Van. Ich habe ja nur darauf gewartet!

Nutze deine Kräfte, um die in unseren Landen

verbliebenen Hüter miteinander zu verbinden.

Denn die Hüter, nur sie sind unsere Zukunft.

Wohlan, Van, O Nachfolger des Königs!

Sorge dich nicht.

Der Arzt genießt selbstverständlich unsere Gastfreundschaft.

Ich hatte schon die Befürchtung, du würdest es nicht rechtzeitig schaffen.

Van, der Enthörnte.

Hauptmann der Einhörner!

Mein Name ist Orfan.

Ich führe die Stätte der Feuerpferde an.

Wo ist Yuna?

Folge mir.

Mein Herr!

Die Zoler haben ihre Lager in den Nagori-Feldern aufgeschlagen.

Ruh dich gut aus, du willst ja morgen entsprechend gewappnet sein.

Sag den anderen, sie sollen es dir gleichtun.

Jawohl!

Unser Volk hat sich bereits aus dem Gebiet entfernt und hält sich versteckt.

Morgen schon werden die geballten Streitkräfte Zols herangestürmt kommen.

Was du hier jetzt siehst, wird nicht wiederzuerkennen sein.

Was hast du plötzlich, Oraha?

Wusstest du, dass Sprunghirsche von den Feuerpferden abstammen?

Mittlerweile sind sogar sämtliche Zuchtmethoden in Vergessenheit geraten.

Hier jedoch tummeln sich die Sprunghirsche immer noch.

Auch für sie ist dieser Ort ein Heiligtum.

Na, was sagst du?

Willst du dir diese Welt nicht auch zurückholen?

Van.

Voll hübsch, oder?

Oder?

Und du bist…

Die sind doch so hübsch!

Hübsch?

Na, sie leuchten doch so toll!

Das Ashimi?

Sag bloß…

Du bist Yuna?

-Berghüter? -Der Zugang in diesen Bereich

bleibt Euch leider verwehrt.

Es ist mir eine Freude, Euch wiederzusehen, o verehrter Hossal.

Wenn Ihr erlaubt: Mein Name ist Shikan und ich habe gemeinsam mit Euch

am Institut für Lebenskunde in Otawal studiert.

Ich möchte Euch um Eure Hilfe bitten.

Im Herbst letzten Jahres bekam die Stätte der Feuerpferde Besuch von jenem Mann,

den sie die rechte Hand des Königs von Akhafa nennen.

Er unterrichtete mich davon, dass der Kaiser Natal seine Pläne

für die Herabkunft des Hohen Auges erneut aufnehmen wolle.

Heißt nichts anderes,

als dass sie verlernt haben, das Wolfsfieber zu fürchten.

Die Krankheit, die einst unsere Heimat beschützte.

Deswegen hat sich Kenoi dazu entschieden,

die Berghüter ein weiteres Mal anzuführen.

Um sie abermals zu lehren, was wahre Furcht ist.

Doch der König der Hüter ist alt geworden und hat nicht mehr viel Kraft.

Aber Kenois Nachfolger wird seinen Willen erben.

Das bin allerdings nicht etwa ich.

Nein, jemand anderes wurde vom Wolfsfieber auserwählt.

Und zwar du, Van!

Haben sie das

Wolfsfieber?

Ja.

Aber diese Kinder stammen doch aus Akhafa?

So ist es. Sie haben sich mit einer Krankheit angesteckt,

die eigentlich gar nicht auf sie übertragbar hätte sein dürfen.

Wie kann das dann sein?

Darauf weiß ich leider keine Antwort.

Diese Kinder wurden ursprünglich von Zolern verschleppt

und sind dann in ihren Siedlungen aufgewachsen.

Damit könnte es möglicherweise zu tun haben,

oder die Krankheit selbst ist mutiert.

Und sie wurden von diesen Hütern gebissen, ja?

Sie wollten sich bei Herrn Orfan dafür erkenntlich zeigen,

dass er sie befreit hat, also haben sie sich beißen lassen.

Von sich aus? Wozu tun sie denn so etwas?

Sie strebten nach der Kraft, König der Hüter zu werden.

»König der Hüter«?

Die Hüter anführen kann nur, wer von ihnen gebissen wird,

ohne daran zu sterben, und dabei zusätzlich besondere Kräfte erlangt.

Warum habe ich nur überlebt?

Und dieser jemand ist Van?

Ja.

Wurde etwa ein Nachfolger für den König auserkoren?

Mit uns hat es nicht geklappt.

Verstehe. Die Suche ist also vorbei.

Wie wundervoll, Herr Orfan.

-Koch mir Wasser auf. -Bitte?

-Haben wir hier Ikimi? -Ein wenig schon, ja.

Ich zeige dir, welche anderen Kräuter wir verwenden können.

-Treib welche auf! -Jawohl.

Mist.

Wo zum Kuckuck steckt Van?

He! Mal nicht so lahmarschig, Neuling!

Diese Frau?

Hallo, spinnst du? Was ist mit dem Eintopf?

Du kannst mir also nicht gehorchen?

Jawohl.

Bleibt der Mann am Leben,

wird die vom Wolfsfieber ausgehende Gefahr irgendwann einfach verrauchen.

Und was das zu bedeuten hat, wirst du selbst ganz genau wissen.

Du enttäuschst mich.

-Führt sie ab! -Zu Befehl!

Erheb dich!

Ist das die Fährtensucherin?

Ja.

Sie scheint die Spur des Mannes aus dem Bergwerk verloren zu haben.

Was?

Hier können wir nicht mehr tun, als der Durchführung der Herabkunft beizuwohnen.

Ich werde mich darum kümmern, dass Orfan für immer schweigt.

Du gibst die Stätte also auf?

Ja.

Und willst einfach dabei zusehen, wie der Kaiser ein zufriedenes Grinsen aufsetzt?

Ein Opfer, das viel zu schwer wiegt.

Sucherin! Was ist mit meinem Herrn?

-Was ist dein Problem? -Wo ist er?

-Jetzt reicht's aber! -Aus dem Weg!

Ich will diese Frau etwas…

Kann mal wer…

Euer Herr ist gemeinsam mit Van zur Stätte der Feuerpferde aufgebrochen.

Reitet etwa zwei Wegstunden die Klippen entlang und haltet Euch dabei gen Norden.

Über diesen Umweg werdet Ihr einen versteckten Zugang zur Stätte finden.

Scheint, als sei ein neuer Tag angebrochen.

Hier, Milch von der Sprunghirschkuh. Sehr nahrhaft, müsst Ihr wissen!

Hier in der Stätte trinkt jeder davon.

Einst zählte die Milch zur Grundnahrung eines jeden Bewohners von Akhafa.

Aber diese Jungs haben wohl zu viel Zeit in Zol verbracht.

Ihnen missfällt der Geruch und sie weigern sich, die Milch zu trinken.

Dabei würde sie ihnen bestimmt dabei helfen, wieder auf die Beine zu kommen.

Der hohe Herr Orfan ist zurück!

Van!

Du bist also der gebenedeite Arzt, hm?

Lass dir eines gesagt sein: Das schwarze Wolfsfieber hat diesem Stück Land

einen neuen König geschenkt - Van, den einstigen Hauptmann der Einhörner.

Auf Geheiß der Götter!

Die Krankheit lässt nur Auserwählte am Leben.

Eine Krankheit ist und bleibt eine Krankheit!

Mit dem Willen der Götter hat sie nichts zu tun.

Vans Blut könnte sogar euren kranken Kindern hier das Leben retten!

Jetzt verstehe ich. Du hast also deine eigene Verwendung für diesen Mann.

Gut, warum nicht.

Sobald er erstmal König der Hüter geworden ist,

soll er über alles Weitere entscheiden.

Nun geh! Kenoi wartet bereits.

Deine Tochter ist auch dort.

Nein! Tu's nicht, Van!

Du hast recht, die Krankheit muss einem bisweilen wie eine Gottheit vorkommen.

Man weiß nie, wann oder warum man sich mit ihr ansteckt.

Es gibt keine feste Trennlinie zwischen jenen,

die ihr zum Opfer fallen und anderen, die von ihr verschont werden.

Sie ist wie eine Erscheinung in der Ferne, die sich uns völlig entzieht.

Und wenn schon!

Ist das etwa Grund genug, einfach aufzugeben?

Wir mögen unser Schicksal vielleicht für unausweichlich halten,

aber was für einen Wert hat das Leben,

wenn wir uns nicht dagegen auflehnen und aufbäumen?

Ich bin mit meinem Schicksal aber sehr zufrieden.

Natal, Kaiser von Zol!

Für ihn als Lohn gebe ich nur zu gerne mein Leben.

Bist du bereit, Van? Sag es mir!

Das Wolfsfieber hat dich in der tiefen Dunkelheit entdeckt!

Tritt dein Erbe als König der Hüter nach

und stelle die Ordnung in dieser Welt wieder her.

Ich weiß doch, dass sich deine Seele auch danach verzehrt!

Seit mir Frau und Kind genommen wurden,

habe ich alleine in der Finsternis gekauert.

Doch dann hat mich Yuna wachgerüttelt.

Niemand anderes hat meine Seele gerettet, nur sie alleine.

Yuna!

Dieses Mädchen hat die Gunst der Hüter.

Genau wie du hat sie die Kraft erlangt,

die für die Nachfolge als König benötigt wird.

Die Antwort liegt also auf der Hand.

Akzeptiere dein Schicksal, Van!

Nein.

Das Mädchen gehört hier nicht hin.

Und um ein gemeinsames Leben mit ihr führen zu können,

werde ich weiter dagegen ankämpfen!

Nie und nimmer werde ich König der Hüter!

Warum nur?

Wenn du mir nicht nachfolgst, weshalb ist dann diese Kraft in dir erwacht?

’appi?

Hab dich vermisst!

Mein Herr!

Endlich habe ich Euch gefunden!

Wie hast du es denn hierhergeschafft?

Wir müssen uns sputen! Noch können wir uns mit Leichtigkeit wegstehlen!

Was ist mit diesem Van?

Van!

Yuna?

-Hab keine Angst. -Genau.

Ich bin ganz bestimmt nicht gemein zu ihm.

Ich hab das hier mal vorsichthalber mitgenommen.

Könnt Ihr damit etwas anfangen?

Du hast ja richtig mitgedacht!

So kenne ich dich gar nicht. Das ist eine große Hilfe.

Nimm ihnen Blut ab und fang bei den Patienten mit den stärksten Symptomen an!

-Jawohl. -Bei denen mit

milderen Symptomen verschaffen wir uns mit einem leichten Toxikum Zeit.

Nur die Ruhe.

Ich stibitze mir nur ein klein wenig Blut!

Oh, wie hübsch!

Hat sie das nicht auch zu den Ashimi gesagt?

Wurde sie etwa auch von den Hütern gebissen?

Kenoi…

Steigt auf eure Pferde!

Du wirst mir gehorchen!

Was hatte das nun zu bedeuten?

Makho-Kann…

Ich komm klar.

Herr!

Tu das nicht, Van.

Du wirst mir das Wolfsfieber nicht auslöschen!

-Liebling. -Vater.

-Liebling! -Vater!

Nur Mut.

Du weißt doch, wer du bist.

Ich danke euch.

Vergib mir!

Mein Herr!

Bitte entschuldigt.

Yuna!

Nein, das…

Doktor Hossal, Ihr müsst nach den Kindern sehen!

Oraha!

Unsere Streitkräfte haben durch den Blitzeinschlag keinen Schaden genommen.

In Kürze werden sie ihre Formation einnehmen;

sobald die Zeit reif ist, soll der Eingang zum Tal geöffnet…

Was soll das?

Dafür ist es noch zu früh!

Gut, wir fangen mit ihm hier an.

Das wären dann die Nächsten.

Konzentrier dich, Hossal.

Was weißt du über die Krankheit?

Was geht hier vor sich? Werden wir überfallen?

Ihr armen Irren, die ihr im Banne Zols steht!

Möge unsere Ankunft euch endlich das Auge öffnen!

Wohlan! Lasst uns Seiner Majestät dem Kaiser unsere Treue beweisen!

Von den Hütern wird er wohl nicht begleitet.

Alle Achtung, Orfan.

Wenn du drüben angekommen bist, bete dafür,

dass sie uns eine neue Zukunft schenken!

Thulim!

Yuna.

Der König! Schützt den König!

Ha! Du und deine lächerliche Ränkeschmiederei!

Was macht ihr hier?

Hüter!

Hat er sie doch mitgebracht?

Wie überaus töricht.

Gut, so sei es!

Immer vorwärts!

Holen wir uns des Kaisers Haupt! Nieder mit Natal!

Du bist also der neue König!

Zu den Waffen!

Hüter!

Hüter, überall!

Das Wolfsfieber!

Das ist der Fluch Akhafas!

Ich brauch dringend was zu trinken.

Ach, was ein Glück!

Was ist denn da drin?

Das ist Sprunghirschmilch!

Sie trinkt für ihr Leben gerne Sprunghirschmilch

und beweist beim Melken der Hirschkühe echtes Talent.

Einst zählte die Sprunghirschmilch zur Grundnahrung

eines jeden Bewohners von Akhafa.

Ihnen missfällt der Geruch und weigern sich, die Milch zu trinken.

Vor der Besetzung durch Zol

haben die Einwohner Akhafas alle Sprunghirschmilch getrunken.

Das schließt auch Van und Yuna mit ein.

Eine Gepflogenheit, die es so in Zol nie gegeben hat.

Auch im besetzten Akhafa gab man sie daher auf.

Sie leuchten!

Das leuchtende Ashimi.Vans Blut.

Und die Sprunghirschmilch, die beides miteinander verknüpft.

Vans leuchtendes Blut sorgt für seine Immunität gegen das Wolfsfieber.

Das ist es!

Der Quell für diese Immunität ist nichts anderes als das Ashimi selbst!

Halt, nicht schießen!

Lass uns heim, Yuna.

Yuna!

’appi?

Es ist vollbracht.

Der Regen hat meinen letzten Durst gestillt. Ich bin ein toter Mann.

Also vorwärts, mein König!

Lass die Wälder hinter dir und viele Jahre es auch dauern mag,

rotte mit der Krankheit das Volk Zols für immer aus!

Entsendet Kavallerie!

Van!

Lasst sie nicht entkommen! Den Hütern nach!

Erschieß den Mann.

Den Reiter auf dem Sprunghirsch da!

Los, Beeilung!

Jawohl!

Das ist doch…

Wieso lässt sie den Mann laufen?

Wo wollt Ihr denn nun auf einmal hin?

Auf dem Schlachtfeld können wir doch rein gar nichts…

Ich werde mich wohl nie dran gewöhnen.

Oraha, halte durch!

Nur noch ein kleines bisschen!

Yuna!

’appi!

Hab ich dich, 'appi!

Und dich hab ich auch gern, ’appi!

’appi?

Yuna…

Ich danke dir.

’appi?

Kehr ins Dorf zurück.

Dort wartet man schon auf dich.

Da, wo Onkel Toma und die anderen wohnen?

Hier. Die versprochene Pfeife.

Du wirst im Laufe der Zeit so vielen Menschen begegnen.

Das Dorf ist, wo du hingehörst.

Und du?

’appi?

Warte!

Nein, ich mag das nicht!

Ich komm auch mit!

Ich will zusammen mit dir heimiheim!

Wohin geht ’appi?

Wann kommt ’appi heimiheim?

Was war denn das nun wieder?

Es gibt sich die Ehre: Gebenedeiter Arzt am Institut für Lebenskunde in Otawal.

Der hohe Doktor Hossal Yugrául kehrt siegreich zurück

und bringt Euer Hoheit ein Heilmittel gegen das Wolfsfieber!

Dein Gesicht, mein Lieber!

Da kriegt man ja Angst!

Du hast also herausgefunden, wie das Wolfsfieber zu heilen ist?

Stimmt das auch wirklich?

Das tut es.

Wenn Euer Heer nun jedoch in die Stätte der Feuerpferde vorrückt,

beraubt es sich dieser Technik. Für immer.

Ich soll also unsere Truppen zurückziehen?

Es ist ja nicht mehr als ein taktischer Rückzug.

Als solches bedeutet es mitnichten eine Niederlage

für die diesmalige Durchführung der Herabkunft des Hohen Auges.

Vertraut mir, Euer Hoheit.

Mir und Van Gansa, dem Enthörnten!

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