Afrikaans
Akan
Albanian
Amharic
Armenian
Azerbaijani
Basque
Belarusian
Bemba
Bengali
Bihari
Bosnian
Breton
Bulgarian
Cambodian
Catalan
Cebuano
Cherokee
Chichewa
Chinese (Simplified)
Chinese (Traditional)
Corsican
Croatian
Czech
Danish
Dutch
Esperanto
Estonian
Ewe
Faroese
Filipino
Finnish
French
Frisian
Ga
Galician
Georgian
German
Greek
Guarani
Gujarati
Haitian Creole
Hausa
Hawaiian
Hebrew
Hindi
Hmong
Hungarian
Icelandic
Igbo
Indonesian
Interlingua
Irish
Italian
Japanese
Javanese
Kannada
Kazakh
Kinyarwanda
Kirundi
Kongo
Korean
Krio (Sierra Leone)
Kurdish
Kurdish (Soranî)
Kyrgyz
Laothian
Latin
Latvian
Lingala
Lithuanian
Lozi
Luganda
Luo
Luxembourgish
Macedonian
Malagasy
Malay
Malayalam
Maltese
Maori
Marathi
Mauritian Creole
Moldavian
Mongolian
Myanmar (Burmese)
Montenegrin
Nepali
Nigerian Pidgin
Northern Sotho
Norwegian
Norwegian (Nynorsk)
Occitan
Oriya
Oromo
Pashto
Persian
Polish
Portuguese (Portugal)
Punjabi
Quechua
Romanian
Romansh
Runyakitara
Samoan
Scots Gaelic
Serbian
Serbo-Croatian
Sesotho
Setswana
Seychellois Creole
Shona
Sindhi
Sinhalese
Slovak
Slovenian
Somali
Spanish
Spanish (Latin American)
Sundanese
Swahili
Swedish
Tajik
Tamil
Tatar
Telugu
Thai
Tigrinya
Tonga
Tshiluba
Tumbuka
Turkish
Turkmen
Twi
Uighur
Ukrainian
Urdu
Uzbek
Vietnamese
Welsh
Wolof
Xhosa
Yiddish
Yoruba
Zulu
Guck, wer hier ist! - Ich hab wenig Zeit.
Jutta. Was machst du hier?
Deine Mama hat was für mich aufbewahrt.
Mama! Du weißt schon, dass Jutta bei der Baader-Meinhof-Gruppe ist, ne?
Ich kriege eventuell Informationen zugespielt,
die dem Hamburger Finanzsenator das Genick brechen könnten.
Entschuldige, Mama, mein Vater war eben ein Nazi,
war bei der SS - wie soll ich das Thema lassen?
Er war nicht dein Vater. Was?!
Ich möchte Sie offiziell um ein Rendezvous bitten. Freitag geht.
Das haben Sie abgeguckt von den Schildkröten:
unterm Panzer verstecken.
Die Schildkröten haben seinem Sohn gehört.
Thomas ist vor 18 Monaten gestorben - an Leukämie.
Er war erst 13 Jahre alt und sein einziges Kind.
Wer sind Sie?
* Türsummer *
Danke!
* Tür wird geschlossen. *
Frau Hoffmann.
Zarah Wolf.
Tag. Tag.
* Langsame, angespannte Musik *
Sie haben Ihren Mann umgebracht. Ja.
Ist das richtig, dass er geschlafen hat, als Sie ihn erstochen haben?
Ja.
Warum haben Sie das gemacht?
* Beklemmende Musik *
Was zu viel ist, ist zu viel.
Erzählen Sie mir Ihre Geschichte.
* Musik: "Born For This" von Royal Deluxe *
# Never met a match I couldn't handle.
No one else could ever hold a candle.
Get ready for a battle, 'cause you know ...
that I was born ...
for this.
I was born ...
for this. #
Was soll das? Was wollen Sie von mir?
Guten Morgen, Frau Wolf!
Ich möchte mit Ihnen über Ihre Freundin sprechen.
Jutta Belitz.
Wer sind Sie?
Wann haben Sie sie zum letzten Mal gesehen? Wer sind Sie?!
Ich komme vom Verfassungsschutz.
Frau Wolf!
* Telefonklingeln, Wasserrauschen *
Schläft er in letzter Zeit öfter hier?
Das fragen Sie ihn am besten selber.
Morgen!
Morgen.
Weiß Ihre Frau, dass Sie hier sind? Wo soll ich sonst sein?
Ehefrauen sind manchmal anstrengend, aber in Ihrem Fall...
Ich hab gestern nur länger gearbeitet.
Tolle Fotos! Das hier ist exzellent.
Die sind ... alle ... geordnet, also...
Herr Olsen, was gibt's?
Ich wollt nur sagen: Die Auflage ist prächtig!
Wir schaffen die 1,5 Millionen.
War ein brillanter Schachzug, Frau Wolf ins Boot zu holen.
Bringt Schwung in die Bude. "Relevant" ist ihr egal!
Die würde ohne Wimpernzucken das Magazin untergehen lassen,
wenn es sich für sie oder ihren Kampf lohnt.
Bisher hat sie uns mehr genützt als geschadet.
Der Popo-Titel und das Bella- Hausmann-Interview waren genial!
Wir haben viel mehr verkauft.
Sagen Sie nicht, ich hätt Sie nicht gewarnt.
Was ist mit dem Artikel über die Einführung der Notrufnummern?
Der kommt im nächsten Heft, oder? Ja.
Dass man landesweit im Notfall nur noch die 110 oder 112 wählt,
ist ein Riesenfortschritt!
Das wird Tausende Leben retten.
Ich hab die Steiger-Stiftung unterstützt.
Also lassen Sie es ordentlich menscheln, Kerckow.
Das müssen Sie sich anhören!
"... in einer Erklärung hat sich Hamburgs Finanzsenator Bröcker
soeben zu den in 'Relevant' erhobenen Vorwürfe
der systematischen Finanzmanipulation geäußert."
"Er wies jede Verantwortung von sich, stellte aber -
um Schaden von der Stadt Hamburg abzuwenden -
sein Amt mit sofortiger Wirkung zur Verfügung."
* Sie jubeln. *
"Zur Belohnung gibt's jetzt gute Laune
und Erik Silvester - 'Venga Toro'."
Alkohol!
Gratulation, Dr. Schaffelgerber! Wie Sie das wieder geschafft haben!
Respekt!
Danke! Prost! Olé! Olé! Olé!
* Sie singen "Venga Toro". *
Ich hab mir ein paar Gedanken gemacht zum Sonderteil "Genuss".
Wie finden Sie die Headline "Zurück zur Natur"?
Wir haben doch als Schwerpunkt die Nouvelle Cuisine
und Paul Bocuses These, wonach eine gute Küche zu 90 Prozent
aus hochwertigen und frischen Zutaten besteht.
Meine Frau würde sagen, dass eine gute Küche zu 100 Prozent
aus ... Maggi und Pfanni besteht. Das stimmt!
Welche Frau steht schon gerne den ganzen Tag in der Küche?
Fräulein Simonis! Merken Sie nicht, wie Sie Herrn Kerckow langweilen?
Kommen Sie! Haben Sie schon die neuen Fotos mit Strauß gesehen?
Unglaublich! Pellwurst in Badehose!
* Schaffelgerber lacht laut. * Für dich!
Warum tust du dir das an?
Was?
Na, deine Mama ist gerade gestorben. Nimm dir ein paar Tage frei.
Das ist einfach eine so unfassbare Schweinerei!
Sie wollen diese Frau lebenslänglich hinter Gitter stecken.
Kommst du zu meiner Performance morgen?
* "Venga Toro" im Hintergrund. *
Mir ist im Moment nicht nach so was.
Vielleicht bringt dich das auf andere Gedanken.
Dann regst du dich nicht immer so auf.
Aber das ist schon auch sehr aufregend, was ich da mache.
(Frau) Georg!
Da bist du ja, du Arschloch!
Gib mir deinen Haustürschlüssel! - Hedda.
Warum soll ich dir meinen Haustürschlüssel geben?
Weil ich dich rausschmeiße!
Das geht aber nicht, ich wohn da auch!
* Angespannte Musik *
Mein Mann schlägt mich.
Das ist von ihm.
Du lügst!
Nimm das sofort zurück! - Und wenn nicht?
Schlägst du dann wieder zu?
Sie ist besoffen die Treppe runtergefallen.
Du Dreckskerl! Musst alles ficken, was nicht bei Drei aufm Baum ist!
(schreit) Ja, warum wohl?!
Du frigide, theatralische Sumpfkuh! - Es reicht!
Hedda! - Es reicht!
Hedda! Hör auf! - Du zerstörst unser Leben!
Hartwig, hören Sie auf! Und Sie beruhigen sich, bitte!
Hören Sie... Lass los!
Entschuldigung, Chef! Alles okay?
Ich will dich nie wiedersehen.
Und die Kinder ... siehst du auch nie wieder!
* Schritte entfernen sich. *
* Langsame, melancholische Musik *
Das war's dann wohl für Sie, Herr Hartwig.
Halt doch die Fresse! Du weißt gar nichts!
* Klingeln *
* Leise, feierliche Musik *
Was wollen Sie?
Ich würde gerne mit Ihnen über Jutta sprechen.
Ich hab Ihnen schon gesagt:
Ich hab zu ihr seit Jahren keinen Kontakt mehr.
Ich hab auch sonst zu niemandem Kontakt aus der Gruppe!
Ich hab Juttas Eltern nur kontaktiert,
weil meine Mutter gestorben ist. Beileid.
Sie haben doch mein Gespräch abgehört?
Ja. Dann wissen Sie ja, was ich gesagt hab! Wiedersehen!
Frau Wolf!
So geht das nicht, Frau Wolf!
Ist es klug, dem die Tür zuzuschlagen?
Paranoider Vollidiot! Meine Mutter ist gerade gestorben!
* Klopfen *
Glaubst du, die wissen, dass Hilde was für Jutta aufbewahrte?
Was weiß ich! Wenn Hilde der konspirative Kopf
des antiimperialistischen Kampfes war?
Vielleicht finden wir Waffen, Sprengstoff, gefälschte Pässe.
Was wolltest du mir sagen vorhin?
Ach, es ... ist jetzt wurscht.
Na los!
Ich hab dir doch von meinem Freund erzählt, Micha. Mhm.
Wir wollen zusammenziehen.
Und dafür brauch ich 'n Job.
Das geht nicht. Wer soll dann das Frauenforum schmeißen?
Ich könnt stundenweise helfen - wie die anderen auch.
Aber ich muss jetzt Geld verdienen.
Verlangt er das von dir? Nein!
Aber er studiert, und wir müssen Miete zahlen.
Dann kann er doch jobben! Macht er, aber reicht nicht.
Du weißt schon, wie das so läuft, ne?
Du finanzierst ihm sein Studium, dann heiratet ihr,
macht ihr ein paar Kinder.
Und dann schläft er mit seiner Sekretärin,
und dann heißt es: "Adieu, kleine tapfere Ulrike!"
Ist das schäbigste Klischee, was dir einfällt!
* Uhr tickt. *
Okay, wenn du dir so sicher bist: Ich hör mich um.
Danke schön!
* Dynamische Musik *
* Lautlos *
Für die Überschrift brauch ich mehr Platz.
Ja, lässt sich machen.
Das können wir wegmachen, das müssen wir anders machen.
Komisch! Der Typ, der sieht doch eigentlich ganz nett aus.
Weißt du, dass wir solche Tragödien vermeiden könnten,
wenn wir einfach etwas schlauer wären? Aja?
Ja, wenn Schamanen zum Beispiel den Männern helfen könnten,
ganz, also wieder heil zu sein,
ja, und die fehlgeleiteten Energien wieder umlenken könnten.
Wenn die ihre Scheißenergien nicht kontrollieren,
gehören sie in den Knast.
Balkow würde seine Frau auch schlagen, wenn er eine hätte.
Hey, lenk doch seine Energie einfach um und mach ihn heil.
Bin ich Schamane?!
Nee!
Im Ernst: Das ist schon eine interessante Frage.
Ob solche Schläger nicht von verwirrten ...
oder unerlösten Seelen heimgesucht und verwirrt werden.
Was machen die hier?
Ach so. Bukowski ist in Hamburg.
Hartwig macht 'n Interview.
(lacht) Aja, Chef!
Hast schon mal bessere Witze erzählt!
* Lachen, heitere Musik *
Mahlzeit, die Herren! (mehrere) Mahlzeit!
Wollen Sie mit diesem Schläger weitermachen,
als wäre nichts gewesen? Ja.
Dann passt das Bukowski-Interview ja wie die Faust aufs Auge.
Ist der Typ eigentlich ein Vergewaltiger? Schwachsinn!
Sein Protagonist Chinaski vergewaltigt eine Frau.
Deswegen ist er noch kein Vergewaltiger!
Und ... ist ... Chinaski Bukowskis Alter Ego?
Gibt ja keinen zweiten Autoren,
der so obszön über Oralsex und Vagina-Formen schreibt.
"Vereist und versteinert werden wir uns weiter
durch die Nächte quälen mit unseren sinnlosen Träumen."
"Wie schemenhafte und paranoide Maulwürfe,
die sich für nichts und wieder nichts die Pfoten blutig scharren
und am Ende eins werden mit ihren Löchern."
"Und das ist alles, was von uns eines Tages bleiben wird:
sinnlose blutende Löcher in der Nacht."
Schön. Und?
Sie begreifen's nicht, ne?
Bukowski ist einer der größten zeitgenössischen Schriftsteller.
Entnehmen Sie daraus, dass alle Frauen Huren sind,
die man vergewaltigen oder auch schlagen darf?
Ich entnehme gar nichts! Aber Sie können nicht Kunst zensieren.
Ich stell lediglich Fragen. Ich muss dem Kollegen recht geben.
Sie lassen die Mündigkeit der Rezipienten außer Acht.
Wissen Sie, was Bukowski über den Feminismus gesagt hat?
Er hat gesagt, er existiert nur,
um hässliche Frauen in die Gesellschaft zu integrieren.
* Lachen * Wo er recht hat, hat er recht!
Ja. Das war klar.
Mhm. Können wir jetzt weitermachen?
Oder wollen wir den ganzen Nachmittag über Pillepalle diskutieren?
Wir sind schon mittendrin.
Natürlich machen wir weiter. Bitte, die Herren! Bitte!
Nirgends hat man seine Ruhe! - Chef, darf ich mal?
Bitte.
Danke.
* Leise Musik im Hintergrund *
Sie würden den Teufel engagieren, wenn er brillante Artikel liefert!
Ich fürchte, Sie haben einen ganz fatalen Hang dazu,
das Kind mit dem Bade auszuschütten.
Weil ich einen moralischen Kompass habe, weil ich frage?
Was ich weiß, ist, dass es falsch ist,
wenn ein Mann eine Frau misshandelt.
Sie müssen anscheinend immer das letzte Wort haben, hm?
Ja, muss ich.
* Schwungvolle Musik, entferntes Stimmengewirr *
* Ihre Stimme wird von lauter Musik übertönt. *
* Musik: "Superstition" von Stevie Wonder *
# Very superstitious, writings on the wall.
Very superstitious,
ladder's 'bout to fall.
Thirteen month old baby,
broke the lookin' glass.
Seven years of bad luck,
the good things in your past.
When you believe in things that you don't understand,
then you suffer.
Superstition ain't the way ...
wa-a-ay.
Very superstitious,
wash your face and hands. #
* Langsame, melancholische Musik *
* Er schluckt geräuschvoll. *
* Rumpeln von draußen *
(leise) Scheiße!
Ach! Sie auch?
Ich hab Hedda nicht geschlagen, das müssen Sie mir glauben!
Ich trau Ihnen einiges zu, aber so was nicht.
Danke.
Ich trau ihr zu, dass sie mir die Kinder wegnimmt.
Peter kommt jetzt in die dritte Klasse.
Ein kleiner Teufelskerl, der kommt nach seinem Vater.
Entschuldigung, das war doof von mir. Nein, nein.
Ist alles in Ordnung.
* Er räuspert sich. *
Warum sind Sie hier? Ihre Frau ist doch ein Engel.
(seufzt) Meine Frau ... will, dass es wieder so ist wie früher.
Sie möchte, dass wir wieder eine Familie sind.
Sie will noch mal ein Kind, ne?
Aber das wär doch vielleicht eine gute Idee?
Ich würd mich fühlen wie ein Verräter.
* Leise gefühlvolle Musik *
Du hättest mir doch sagen müssen, wer mein Vater ist!
Ich bin doch deine Tochter!
Hey. Hey.
Warum bist du grade so schnell abgehauen?
* Gefühlvolle Musik *
Ich müsste mich doch eigentlich freuen.
Ich müsste mich freuen, dass dieser SS-Mann nicht mein Vater ist,
aber ... ich kann's nicht.
Natürlich nicht, du hast grad deine Mama verloren.
Ja.
Aber meinen Vater hab ich auch verloren.
* Sie schnieft. *
Jetzt hab ich nicht mal jemanden, den ich hassen kann.
Ich hab niemanden mehr, da ist absolut niemand mehr.
Das ist nicht wahr.
# But will my heart be broken
when the night
meets the morning sun?
I like to know
that your love ...
is love
I can be sure of. #
Hedda macht die besser.
Meine Frau kann gar nicht kochen.
Aber ich ess auch nicht so gern.
Dann passen Sie ja gut zusammen.
Im Prinzip ja.
* Er seufzt, schwermütige Musik. *
* Möwenkreischen *
(haucht) Ich weiß, dass du mich anguckst.
Morgen. Morgen.
* Ruhige Musik, Möwenkreischen *
Seit gestern ist alles anders.
Jetzt bin ich Künstlerin.
Und ich liebe eine Frau.
* Ruhige Musik *
Jenny. Zarah.
Jenny. Zarah.
Es war ... wunderwunderwunderschön. Ja.
* Möwenkreischen von draußen *
Was ist denn?
Das hätt nicht passieren dürfen.
Wieso?
(Mann) Wie lange lag das Messer in Ihrer Nachttischschublade?
* Bedrückende Musik *
Sechs Wochen.
Sechs Wochen?
Und wo lag es vorher?
In der Küche, also ... in der Schublade.
Und wozu haben Sie das Messer benutzt?
Zum Fleischschneiden.
Das leuchtet ein.
Aber warum haben Sie es dann in Ihren Nachttisch getan?
Damit ich mich wehren kann. - Gegen wen?
Na, gegen meinen Mann.
Sie wollten sich also gegen Ihren Ehemann mit einem Messer wehren,
mit dem Sie normalerweise Fleisch schneiden?
Was wollte er denn so Schreckliches von Ihnen?
* Bedrückende Musik *
Sex.
So 'ne Frechheit aber auch! Das ist wirklich 'n Grund.
Deshalb hat Ihr Rechtsbeistand auf Notwehr plädiert?
Wo kommen wir hin, Hohes Gericht,
wenn alle Ehefrauen Messer im Nachtschrank aufbewahren,
um ihre Ehemänner abzustechen, falls die die Ehe vollziehen wollen?
Einspruch! - Diese Person ist eine kaltblütige Mörderin!
Von wegen Notwehr! Sie hat die Tat von langer Hand geplant
und hat dann mit 15 Stichen
auf ihr schlafendes, wehrloses Opfer eingestochen.
Die Staatsanwaltschaft beantragt deshalb lebenslänglich.
* Bedrückende Musik *
Warum tun Sie das?
Sie wissen, dass diese Frau von ihrem Ehemann
jahrelang vergewaltigt und misshandelt wurde.
Man kann seine Ehefrau nicht vergewaltigen. Lächerlich!
Mit diesem Satz zitiere ich Sie, Doktor Beusen.
Haben Sie sich die Frau angeguckt,
die Sie lebenslänglich ins Gefängnis stecken wollen?
Ihr ganzer Körper ist mit Narben übersät.
Ihr Mann hat Zigaretten auf ihr ausgedrückt, sie gewürgt,
bis sie ohnmächtig war, sie verprügelt,
immer und immer wieder, 25 Jahre lang!
Die Frau war in Lebensgefahr! Sie wissen das doch!
Sie haben eine sehr krude Weltsicht, und Sie sollten aufpassen.
So viel ich weiß, läuft gegen Sie ein Verfahren wegen Abtreibungsbeihilfe.
* Beklemmende Musik *
* Angespannte Musik *
Nein. Das geht so nicht.
Was geht so nicht?
Was die Justiz mit dieser Frau macht, geht so nicht.
Man plädiert auf lebenslänglich! Frau Wolf...
Diese Frau wurde halbtot geschlagen.
Niemand hat ihr geholfen - die Polizei schon gar nicht.
Wissen Sie, wie die Polizei solche Einsätze intern nennt?
Möbelrücken.
Wie oft war sie im Krankenhaus?
Ausgeschlagene Zähne, gebrochene Rippen, Gehirnerschütterung - x-mal!
Ich kann lesen. Was geht dann bitte nicht?!
Sie schildern das Martyrium dieser Frau nicht uneindringlich.
Ja, das ist ein äußerst trauriges Schicksal.
Aber wir sind nicht beim Groschenroman. Das ist die Wahrheit!
Sie schreiben auf der anderen Seite etwas von einer Männerjustiz,
von einem patriachalen System. Bitte, so ist es doch!
Wer steht denn für dieses System? Staatsanwalt Beusen.
Warum erfahr ich nichts über diesen Mann? Hm?
Beusen, wie man es spricht. Genau.
War von '42 bis '45 Soldat
und hat '46 sein Jurastudium wieder aufgenommen.
Was mich interessieren würde:
Gab's da irgendwelche Naziverstrickungen?
Sicher nicht?
Doktor Schaffelgerber, kommen Sie mal bitte?
Wie, jetzt sofort?
Ja, ich bitte darum! * Schaffelgerber seufzt. *
Ja, dann eben um neun.
Um zehn wird er ja wohl wach sein.
Okay. Wo?
Silbersack.
Ja, Silbersackstraße. Klar kenn ich das.
Ja, sicher.
Bukowski ist nicht der erste versoffene Dichter, den ich treffe.
Tschüss!
* Spannungsvolle Musik *
Beckmann hier, Justizbehörde. Guten Tag!
Wir haben Probleme mit älteren Abrechnungen.
Und ich bräuchte die Namen der Frauen,
die von '68 bis '71 im Büro von Beusen gearbeitet haben.
Aha, also eine starke Fluktuation demnach?
Kein Problem, ist einfach eine Formalität. Ich hätt gern die Namen.
Mhm.
* Spannungsvolle Musik *
Spiegel.
Ja.
Höller.
Schaffelgerber, kommen Sie mal bitte?
* Telefonklingeln *
* Spannungsvolle Musik *
* Lautes Rattern *
Hi! Hey!
Und?
Das ist alles, was ich über den Staatsanwalt finde.
Hier.
Weißt du, vielleicht sollte ich mein Volontariat bei wem anderen machen.
Hartwig zum Beispiel, der würd sich freuen.
Der wollte mir sowieso Leute aus der Kunstszene vorstellen.
Ja, wenn's dich nicht stört, dass er seine Frau schlägt,
kannst du's machen.
(haucht) Hey.
Du bist eifersüchtig.
Dabei hast du gar keinen Grund dazu.
* Lautes Rattern *
* Ruhige Musik *
Was ist denn mit Ihnen los?
Nichts. Gar nichts!
Sie sehen hübsch aus, Fräulein Simonis.
* Sie lacht spöttisch. *
Ich bin ja auch frisch verliebt. Das freut mich sehr für Sie!
Bleibt es bei unserer Verabredung?
Ich hab nichts Besseres vor.
Mein Fahrer holt Sie um 19 Uhr ab.
* Tippen, Telefonklingeln *
Nehmen Sie sich vor dem in Acht.
Wirklich! Glauben Sie ihm kein Wort.
Danke, Fräulein Simonis.
Aber ich bin nicht dumm. - Nein!
ICH nicht. - Hm?
Ach!
* Dynamische Musik *
Ich hab dich so vermisst!
* Möwenkreischen *
Wie war's denn in Berlin? - Langweilig.
Ohne dich ist alles öde.
Und hier?
Pfff...
Die Wolf hat sich mit Hartwig gezofft.
Das ist ein Irrenhaus!
Und sonst?
(leise) Aus Schaffelgerbers Unterlagen, ein paar Kontakte.
Sweetheart, du bist die Beste!
* Geschirrklappern *
Hallo?
Können Sie das später einräumen? Ich würd gerne zahlen.
Hallo? Sind Sie schwerhörig?!
Entschuldigung, Uli...
* Entferntes Stimmengewirr *
Fängst du nicht erst nächste Woche an?
So springst du mit der werktätigen Bevölkerung um?
Nein, natürlich nicht normalerweise.
* Rattern der Kasse * 1,10.
Danke.
Es tut mir leid, ich hätt dir gern was Besseres besorgt.
Kein Problem!
Miserable Bezahlung, der Leiter behandelt uns Frauen scheiße.
Wehrt euch! Vielen Dank für den Hinweis!
Wirklich! Tut euch doch zusammen!
Vielleicht machen wir was mit dem Frauenforum.
Ich hab keine Lust, Kantinenpersonal zu befreien!
Ich brauch Kohle und hab einen Scheißjob erwischt -
das ist alles.
Die im Frauenforum sind alle stinksauer auf dich,
weil du dich nie blicken lässt.
Ich hab gesagt, du konntest wegen deiner Mutter nicht.
Danke.
Ich wollte nicht abtreiben.
Aber Doktor Beusen hat gesagt, das Kind muss weg.
Und dann ...
hat er meine Eltern unter Druck gesetzt.
Was hat er gemacht?
Er hat ihnen gedroht.
Sie haben eine kleine Bäckerei. Mhm.
Sie hatten Angst um ihre Existenz.
* Sie seufzt. *
Und dann ...
haben meine Eltern mich gezwungen, das Kind wegzugeben.
* Angespannte Musik *
Ich war ja erst 18.
Also nicht mal volljährig.
Ich durfte die Kleine nicht einmal im Arm halten.
Frau Höller, würden Sie Ihre Aussage eidesstattlich versichern?
Er wird sich an mir rächen.
Frau Höller, er hat Sie verführt und geschwängert.
Er hat sein Amt missbraucht, um Ihre Eltern zu erpressen.
Er hat Ihnen Ihr Kind weggenommen!
Frau Höller, bitte! Er darf damit nicht durchkommen!
Sie haben's in der Hand. Ich denk drüber nach.
* Langsame Musik *
Ich war die ganze Zeit mit Genscher in Kontakt. Dann diese Tragödie!
(Jansen) Der Satz von Daume, man dürfe Terroristen nicht erlauben,
Olympische Spiele zu ermorden - das war zynisch!
Sie sind eine sehr kluge Frau.
* Langsame Musik *
Was meinen Sie?
Sollten wir unsere kleine Unterhaltung noch etwas fortsetzen?
Bei einem kleinen Absacker?
* Sinnliche Musik *
Ich muss morgen sehr früh raus.
Ja. Und ich brauch sehr viel Schlaf, wissen Sie?
Und Sie? Ein Mann wie Sie braucht höchstens sechs Stunden, oder?
Ich ...
schlafe lieber auch etwas ... länger.
* Er räuspert sich. *
Sehr viel Arbeit und Verpflichtungen, nehme ich an?
(stöhnt) Ja.
Sie sollten sich öfter mal ein bisschen entspannen.
(stöhnt) Sicher.
* Er stöhnt. * Das haben Sie sich verdient, Olsen.
Ich könnte das nächste Mal etwas für uns kochen.
Ja. Mögen Sie Hausmannskost?
Ja, sicher. * Er stöhnt. *
Meine Rinderrouladen, die sind legendär.
Ich hoffe, sie werden Ihnen schmecken.
* Er stöhnt. *
(stöhnt) Ja...
* Regenprasseln, Donnergrollen *
Vielen Dank für den schönen Abend!
(lacht) Danke ... Ihnen.
* Ruhige Gitarrenmusik *
* Klackern *
* Klopfen *
* Lautlos *
Du trinkst ganz schön viel.
Ich war mit Hartwig unterwegs.
Den ganzen Abend? Mhm. Der ist total lustig.
Der hat wegen mir sogar sein Bukowski-Interview sausen lassen.
Und dann sind wir noch ins Madhouse gegangen.
Dann hatte ich so Sehnsucht nach dir, ich hab's nicht ausgehalten.
Ich wär wahnsinnig gern mit dir zusammen.
Aber was ich heut zu dir gesagt hab in der Redaktion...
Mhm. Du hast ja recht.
Was, meinst du, würde mein Papa mit dir anstellen,
wenn er wüsste, was du mit mir hier machst?
* Jenny lacht kurz auf. *
Was willst du?
Ich will ihm nicht wehtun.
Ja, dann sind wir uns ja einig.
Nein!
Sind wir nicht!
Wir wollen beide nicht, dass es rauskommt.
Nee, wir wollen beide, wir sind nicht das Problem.
Die anderen, die sind das Problem.
Es geht nicht. Wieso nicht?
Wir können uns doch heimlich lieben.
Das ist so romantisch!
Das ist nicht romantisch, das ist demütigend.
* Bedrückende Musik *
* Angespannte Musik *
(Mann) Im Namen des Volkes ergeht folgendes Urteil:
Die Angeklagte Gerda Hoffmann wird wegen Mordes
zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt.
Angewendete Strafvorschriften:
Paragraf 211, Absatz zwei, Variante fünf des Strafgesetzbuches.
* Angespannte Musik *
Wie fühlen Sie sich jetzt?
Sind Sie zufrieden?
Sie haben das Leben dieser Frau komplett zerstört!
Sie hat einen Menschen getötet. Das ist nicht zu rechtfertigen!
Sie hätte ihren Mann verlassen können.
Niemand hat sie gezwungen, bei ihm zu bleiben.
Sie wissen, was das für ein Quatsch ist!
Haben Sie kein Mitgefühl? Sie hat nicht bereut!
Diese Frau hat keinerlei Unrechtsbewusstsein!
Und was ist mit Ihnen?
Weiß Ihre Frau, dass Sie einer Minderjährigen ein Kind machten?
Sie kann's in der nächsten "Relevant"-Ausgabe lesen.
Ich warne Sie.
Wenn Sie hier versuchen, mich unter Druck zu setzen...
Wenn das nicht ein Erpressungsversuch ist oder so was...
Ich würde mir das wirklich sehr, sehr gründlich überlegen.
* Frau Höller lacht. *
Du spuckst ja immer noch so ekelhaft.
Weißt du, dass wir im Büro gewettet haben,
wer dich zuerst zum Spucken bringt?
Und wissen Sie was?
Der spuckt sogar beim Sex.
Entschuldigung, das war mir nicht ... bewusst.
Heidi.
Fräulein Höller! Warte!
Wissen Sie, was Sie meiner Familie antun?
Ja, ist traurig.
Jetzt haben wir alle verloren.
* Bedrückende Musik *
* Schreie, Klatschen *
Den Staatsanwalt haben Sie sauber drangekriegt.
Gratuliere! Ja, es nützt nur nichts.
* Schwungvolle Musik *
Ist doch alles scheiße!
Sie haben die Doppelmoral dieses reaktionären Heuchlers entlarvt.
Was wollen Sie denn mehr?
Gerechtigkeit? (lacht) Ja!
Träumen Sie nur weiter!
So, und jetzt schnappen Sie sich eine Kugel und stellen sich vor,
dass die Kegel dort hinten alle kleine Beusens sind.
* Heitere Musik *
* Jubel * Super! Super!
* Heitere Schlagermusik *
Guten Abend!
(Simonis) Das ist toll geworden, Chef! Ist nicht übel.
(freudig) Ja!
Das ist so eine Ausgabe, die wird sich gut verkaufen.
Trotzdem: Wir brauchen mehr Aufreger, mehr Relevanz. Ja.
Toller Aufmacher, Balkow.
"Müller Thurgau mit Charles Bukowski" -
wann soll denn das gewesen sein?
Was geht denn Sie das an?! Mittwoch, oder?
Ja. Und?
Hartwig, Sie lügen!
Sie haben Bukowski nicht Mittwochabend getroffen.
Dann war's halt Dienstag. Es war nicht Dienstag.
Hätten Sie ihn Dienstag getroffen,
hätten Sie ihn Mittwoch nicht versetzen müssen.
Wissen Sie, was ich glaube? Sie haben ihn nicht getroffen.
Sie haben sich alles ausgedacht.
Ist das wahr, Hartwig?
Ich hab keine Ahnung, was sie will! Ja oder nein?
Der alte Säufer erzählt immer den gleichen Quatsch!
* Schlagermusik im Hintergrund *
Sind Sie wahnsinnig geworden?!
Das ist das beste Interview, was der Alte jemals gab!
Das ist echter Gonzo-Journalismus!
Nein, das ist eine Fälschung, das ist Betrug!
(schreit) Das kann Sie Ihren Kopf kosten!
Ich fass es nicht!
Das werden Sie bereuen!
Untertitel im Auftrag des ZDF, 2017
Can't find what you're looking for?
Get subtitles in any language from opensubtitles.com, and translate them here.