All language subtitles for SOKO Kitzbühel 14x07 Mülltaucher.deu

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Original subtitles

Nina Pokorny

Lukas Roither

* Musik: Beatsteaks - "Meantime" *

# Watch me overcome what I'm running from.

And change the tune So I let it go what matters now is story soon #

* Alarmsirene *

Scheiße!

Stell dich nicht so an!

* Hundegebell *

Du musst schon fangen!

(Mann) Was ist da los?

Komm!

Wieder nur Grünzeug!

Im Kühlschrank ist noch Joghurt. Erdbeer und Rhabarber.

Ich geh noch mal schauen.

Is ja Samstag. Schoko-Mousse oder irgendwas Süßes?

Mimi, es gibt Nachtisch!

* Musik: The Kooks - "Junk of the Heart" *

# Junk of the heart is junk of my mind.

So hard to leave you all alone. #

* Er hüstelt. *

* Er hustet draußen * Flo?

* Er hustet. *

Flo?

Flo! Flo, was hast du?

Was ist los?

Guten Tag!

Guten Tag.

Nina Pokorny, Soko Kitzbühel.

Da drin liegt Florian Retting, oder?

Wir ermitteln in dem Fall.

Ich hätt ein, zwei Fragen.

Mirjam?

Mirjam Weissenbach?

Was ist?

Mein Name ist Roither. Ich bin von der Kriminalpolizei.

Ich möcht ein paar Worte mit dir sprechen.

Wie geht's dem Flo?

Genaueres weiß ich leider auch nicht - nur, dass sein Zustand stabil ist.

Kritisch, aber stabil.

Warum Polizei?

Das is kompliziert, aber um es kurz zu machen:

Wir haben die Mehlspeisen analysiert, die er gegessen hat.

Diese Törtchen? Ja.

Das Spital hatte einen Verdacht, das Labor hat ihn bestätigt.

Es war ein Wirkstoff drin, der nur in Herz-Medikamenten vorkommt.

Aber ...

Das versteh ich jetzt nicht.

Der Wirkstoff Digoxin war in jedem Törtchen in der Glasur.

Die waren also alle vergiftet.

Hallo, ich bin Nina Pokorny.

Man hat uns erzählt, ihr beschafft euch Nahrung aus Abfall-Containern?

Bei Supermärkten zum Beispiel?

Ja, und?

Das ist kein Diebstahl.

Die wissen das.

Und die Sachen sind alle okay.

Seid ihr so pleite? Oder worum geht's da?

Wir sind Mülltaucher.

Dumpster Diver.

Das hat nichts mit Geld zu tun.

Was arbeitet dein Freund?

Er ist DJ.

Und du?

Schule?

In Innsbruck.

Und du wohnst auch dort?

Ich bin übern Sommer in Kitzbühel.

Ich wohn beim Flo.

17.

Wir müssten deine Eltern informieren.

Aber warum denn?

Meine Mutter weiß ja, wo ich bin.

Ich telefonier jeden Tag mit ihr.

Ich krieg den vollen Stress, wenn ihr anruft!

Dann du!

Die Törtchen übrigens ...

Die waren nicht vom Supermarkt.

Die hat er sicher vom Hubmann. Von wem?

Ein Catering bei uns um die Ecke.

Samstags lässt der Hubmann öfter mal was draußen stehen.

Wem gehört das Haus, in dem ihr wohnt?

Den Eltern vom Flo. Die sind nie da, die leben in Frankfurt.

Er sagt, wenn er sie in Ruhe lässt, dann lassen sie ihn auch.

Hallo.

Die Spurensicherung.

Kann es sein, dass dieser Hubmann gewusst hat,

dass ihr regelmäßig am Samstag bei ihm vorbeikommt?

Mhm.

Wenn ihr eure Tour gemacht habts,

habts ihr immer nur Lebensmittel mitgehen lassen?

Sonst nix?

Das ist alles, wirklich.

Wir haben nie was genommen, wo wir nicht wussten ...

Also nur, wenn wir uns sicher waren. Ich versteh.

Kann ich Ihnen helfen?

Ach, Herr Hubmann!

Was ist los? Wird doch nicht wer eingebrochen haben?

Naa, alles halb so wild.

I hab nur a paar Fragen.

Wo kommen S' denn grad her?

Von einer Lieferung, wenn's recht is. Bin i zu schnell g'fahrn?

Wenn Sie einen meiner Mitarbeiter sprechen möchten,

die sind sonntags nie da.

Naa, i such schon Sie.

Natürlich kenn ich das Bürscherl.

Mit seinen Eltern wollt ich sowieso mal reden.

Aus einem speziellen Grund?

Ja. Seine "Ernährungsgewohnheiten", die Sie grad erwähnt haben.

Ich hab ihn beim Stehlen erwischt.

An meinen Mülltonnen war er! Richtig reingekrochen ist er vor lauter Gier!

Er hat sich bei Sachen bedient, die Sie zuvor wegg'schmissen haben?

Das macht keinen Unterschied.

Ware landet manchmal im Müll. Es ist immer noch MEIN Müll!

Nix angreifen, das muss heut raus!

Apropos!

Werden diese Törtchen bei Ihnen hergestellt?

Patisserie!

Mach ich nicht. Rentiert sich nicht.

Was machen die da?

Damit kann man Blutspuren nachweisen. Auch ganz kleine Mengen.

Auch wenn man versucht hat, sie wegzuwaschen.

Der Flo hat den Teppich angeschleppt. Er hat gemeint, er ist noch was wert.

Vor zwei oder drei Wochen.

Glaubst du an Zufälle?

Nicht, wenn es menschliches Blut ist.

Nehmen wir an, der Besitzer weiß, wer den Teppich geklaut hat.

Wer? Der Hubmann?

Dann hätt'ma gleich ein Motiv für einen Giftanschlag.

Is der Kroisi noch dort?

Ja, schon klar. Servus.

Herr Hubmann!

Haben Sie in letzter Zeit einen Teppich entsorgt?

Bitte?

Nein, hab ich nicht.

Dann dürf'ma uns trotzdem bei Ihnen umsehen?

(genervt) Bitte!

Bei Ihnen zu Hause, mein ich.

Bei mir daheim? - Ja.

Nein! Da wohnt mein Vater, der ist über 80. Das ist nicht gut für ihn!

Bloß, weil so ein Schmarotzer im Krankenhaus ist? Wer braucht so wen?

I besorg uns einen Durchsuchungsbeschluss.

Aber das mit den Törtchen könnt stimmen.

Er hat mir lang und breit erklärt, warum er die ned selber macht.

Dann sind s' halt von woanders. I horch mich um.

Soll i die Mimi ins Spital bringen?

Naa, das mach'ma schon. Danke.

Und? Wen erwischt?

Nicht wirklich.

Ein Nachbar heißt Zeilbauer, hat was mit Werbung zu tun.

Er ist nicht zu Haus, aber er hat einen Hund in der Wohnung.

Also wird er heimkommen.

Im anderen Haus war zufällig der Gärtner.

Die Mimi hat g'sagt, da wohnt ein Arzt mit seiner Frau.

Ja, die sind wandern und melden sich später.

Führ'ma die Mimi ins Spital.

Das geht aber zackig bei dir!

Euer Glück, dass ich im Labor war. Und das am Sonntag!

Und? Gibt's was?

Ja, es ist menschliches Blut.

Meiner Meinung nach stammt es von einer einzigen Person.

Den Spuren nach ein enormer Blutverlust.

Und als gute Tat zum Sonntag hab ich euch ein bisschen Arbeit erspart.

Und alle Spitäler durchtelefoniert, ob irgendwas war. Auch den Notruf.

Nix, wahrscheinlich? Nein.

Hier ist eine Blutprobe mit einer Kopie meines Berichts.

Vielleicht wollt ihr es zu einer zweiten DNA-Untersuchung schicken.

Weil auch ein paar Misch-Spuren drin waren.

Das übernehm ich. Ruf an in Innsbruck, dass ich gleich komm!

I hab den Törtchen-Hersteller! Der is in Reith. I fahr gleich hin.

Ja, wir brauchen eine Liste von den Abnehmern.

Na, sind wir heut alle fleißig!

Stichwort Törtchen:

Der Wirkstoff wurde erst nachher auf die Glasur appliziert.

In flüssiger Form. Ich tipp auf eine Injektions-Lösung.

Es gibt nur ein einziges Medikament in Ampullenform. Ich schreib's auf.

Ich bin am Weg. Rufst du an? - Ja.

Die Weltys san auch da.

Wie jetzt? Wer jetzt?

Der Arzt und seine Frau. Sie behaupten, wir haben sie herbestellt.

Peter und Anneliese Welty.

* Lukas seufzt. *

(mit vollem Mund) Entschuldigen Sie bitte!

Sie kennen den jungen Herrn Retting?

Den Florian? Klar! Ein netter Junge.

Ein bisschen schmuddelig, aber ...

Das ist heutzutage nichts Ungewöhnliches.

Lass mich doch ausreden!

Aber er ist immer sehr höflich, das wollte ich sagen.

Und seine Freundin auch.

Der graue Mercedes, Münchner Kennzeichen, gehört der zu Ihnen?

Das tut mir leid, ich fahr ihn weg.

Der blockiert einen unserer Wägen.

Das hab ich in der Aufregung wohl nicht bemerkt. Bin gleich wieder da!

Sie müssen entschuldigen. Sie ist manchmal ein wenig unkonzentriert.

Der Föhn macht ihr zu schaffen.

Haben Sie die gekauft? Gestern oder vorgestern?

Es geht um die Nahrungsbeschaffung vom Herrn Retting.

Ungewöhnlich, nicht wahr?

Aber wir wissen Bescheid. Ich und meine Frau.

Mir persönlich ist das nicht unsympathisch.

Ganz und gar nicht.

Man hört immer, dass die jungen Leute sich für nichts engagieren.

Und über nichts nachdenken.

Dieser Retting hat uns erklärt,

was es mit dieser Mülltaucherei auf sich hat.

Meine Frau hat ihm immer was raus- gestellt. Sie ist sehr fürsorglich.

Wir haben im Haus von Herrn Retting einen Teppich gefunden.

Wir glauben, dass er bei einer "Beschaffungstour" mitgegangen ist.

Einen Teppich? Ah, verstehe.

Sie glauben, er hat ihn geklaut?

Bei uns fehlt keiner.

Ja, Lukas? Mehr oder weniger.

I hab die Liste von der Großbäckerei.

Alle Törtchen-Lieferungen der letzten drei Tage.

Aber "Manuel Hubmann GmbH" is ned dabei.

Das heißt aber noch nix.

Okay, mach das!

Ja.

Moment, Kroisi!

Mimi, was machst denn du da?

Is was?

Nein, gar nicht.

Kroisi, ich ruf dich z'rück.

Ciao!

Ich will noch nicht heim.

Was, wenn der Hubmann mich auch noch umbringen will?

Kannst du ned zu deiner Mutter fahren? Die ist doch in Innsbruck.

Zu der will ich aber nicht! Meine Mutter nervt. Das halt ich nicht aus.

Kann ich nicht hier bleiben?

Ich stör auch nicht!

Das geht ned. Die Nina is unterwegs, ich quasi auch.

Äh ...

Hast Hunger?

Das ist das Perfideste, was es gibt:

Einem Menschen das Essen zu vergiften!

Das ist eine Gemeinheit! Noch dazu, wenn's Leute trifft,

die es sich nicht leisten können, das Nötigste einzukaufen.

Das stimmt nicht! Wir können schon einkaufen gehen, wenn wir wollen.

Dann versteh ich das nicht!

Es geht darum, nichts einzukaufen, solange so viel weggeschmissen wird!

Die Sachen werden nur vernichtet, weil das Datum nicht mehr passt.

So ein Verfallsdatum steht doch nicht zum Spaß drauf?

Kommen die Kollegen auch?

Der Kroisi hat noch zu tun, und die Nina hab i ned erreicht.

Aber ich probier's noch einmal.

Was ist das genau, das Mülltauchen?

Man nennt es auch Dumpstern. Essbares als Müllcontainern sammeln.

Aber so kann man doch nicht leben! Nicht freiwillig!

Entschuldigung, aber ich finde das eklig!

Eklig ist was anderes: dass Menschen wie Sie im Überfluss leben!

Und deswegen andere verhungern! - Weil ich mich gesund ernähre?

Meine Damen, ich muss in die Küche.

Wenn's geht, a bisserl leiser! Danke.

Was ist denn passiert?

Eine Meinungsverschiedenheit. Aber Sie wollten doch was essen, oder?

Lassen Sie es sich schmecken, auch wenn's nicht aus der Mülltonne kommt.

Wird auch niemand deswegen sterben.

Flo! Flo, was hast du?

* Der Hund bellt heftig. *

Karo! Aus!

Karo!

Was soll das?

Tut mir leid, war keine Absicht.

Na los, heb das auf!

Warte mal!

Bist du nicht die Kleine von nebenan?

Hey, was ist los?

Hast du Ärger?

Nein.

Komm mal her!

Ah, da schau!

Es hat länger 'dauert, tut mir leid.

Wo warst du so lang?

Ich hab ein paar dringende Telefonate g'habt.

Der Ausflug hat's voll gebracht!

Das Blut am Teppich ist von einer Frau aus Deutschland.

Renate Krenmeier, 46, Prostituierte.

Das heißt, es gibt eine Leiche?

Circa vier Wochen alt. Gefunden auf einer Raststätte bei Kiefersfelden.

Das war auch der Wohnort. 26 Einstiche im Oberkörper.

Die Kollegen in Deutschland sind happy, dass sich bei uns was auftut.

Ich hab morgen einen Termin bei denen.

Mit der Mimi sollt ich auch reden. Ist die nicht bei euch?

Das war sie, aber sie ist abg'haut. Wo is sie? Ich erreich sie nicht.

Du bist nicht der Whisky-Typ, hab ich recht?

Das hab ich gewusst!

Clevere Mädels stehen auf Wodka, das war schon immer so.

Aber um diese Uhrzeit muss man nehmen, was man kriegen kann.

Der tut nichts, keine Angst. Nur auf Befehl.

Also!

Auf gute Nachbarschaft.

* Der Hund knurrt. *

Ich ...

Ich muss jetzt gehen.

Warte doch mal!

Bitte, ich möchte gehen! - Warte! Setz dich!

Weißt du ...

Ich mach mir Sorgen.

Die Polizei hat angerufen. Die wollen unbedingt mit mir sprechen.

Über euch zwei Hübschen da drüben. Über dich und deinen Freund.

Aber vielleicht willst du mir ja sagen, was Sache ist?

Hm?

* Der Hund knurrt. *

Es läuft nicht mehr so richtig rund?

Also, wenn du mich fragst,

dann liegt das nur an der mangelnden Abwechslung.

* Handy *

Mimi!

* Der Hund bellt. *

Sitz! Aus!

Kusch!

Steh!

Er hat ...

Du blöder Arsch!

Was hat er?

Nichts. Gar nichts.

Sind Sie Herr Zeilbauer?

Ja.

Pah, kriegt ihr hier nichts Besseres?

Tut mir leid, da war nichts.

Ich hab die Kleine auf 'nen Drink eingeladen. Fertig.

Das ist schließlich meine Pflicht als guter Nachbar, oder?

Sie sagt, Sie haben sie genötigt, ins Haus zu kommen.

Ein Missverständnis.

Wahrscheinlich hatte sie Angst vor meinem Hund.

Ja, so wird's gewesen sein.

Wahrscheinlich.

Red'ma übers Mülltauchen, also über Ihren Nachbarn, Florian Retting.

Ich wusste nicht, dass der Junge so drauf ist. Und es ist mir auch egal.

Jeder, wie er mag. Wenn die essen wollen, was ich wegwerfe ...

Bei Ihnen bleibt öfter was übrig.

Das Mädchen hat erzählt, Sie machen gern Party.

Was soll das jetzt?

Ja, schon möglich. Aber das ist doch hoffentlich nicht verboten, oder?

Vor vier Wochen auch? Das war ein verlängertes Wochenende.

Möglich ... ja, ich glaube, da hatte ich ein paar Freunde zu Gast.

Nur Freunde?

Oder auch Prostituierte?

Kommen die auch öfters zu Ihren Festen?

Vor vier Wochen, sagten Sie?

Nein, das waren nur Geschäftsfreunde.

Meine Güte, ich lade diese Damen ja nicht ein!

Natürlich denk ich mir aber dann:

"Na, die Begleitung von dem sieht aus wie 'n Profi."

Aber ist das mein Bier?

War die schon mal bei Ihnen?

Sehen Sie mich an! Glauben Sie wirklich, das wäre mein Niveau?

Naa, das kenn'ma schon. Sie stehen ja auf kleine Mädchen.

Ah! Scheiße!

Das ist doch Absicht!

Sehen Sie sich das an! Das ist Scheiße!

Oha, so traust dich du über die Grenze?

Ja, total unbewaffnet.

Wirklich?

Der Lukas is bei der Staatsanwältin.

Wegen dem Durchsuchungsbeschluss für den Hubmann.

Ich muss noch checken, wie's der Kleinen geht. Aber dann ...

Was war bei dir?

I hab den Weltys das Foto von der Prostituierten 'zeigt.

Der Hubmann hätt mich am liebsten hochkant rausg'worfen. Der war sauer!

Hallo, hier Nina. Wie geht's denn der Mimi?

Wir sind gerade beim Frühstück.

Sie sagt, sie hat sehr gut geschlafen.

Wie's aussieht, ist zwischen den Damen wieder Burgfriede eingetreten.

Okay.

Mir is was eingefallen: Der Willi Hubmann ...

Das ist der Vater von dem, den du kennst.

Der hat die Firma gegründet.

Das war das erste Catering-Unternehmen in Kitzbühel.

Ich kann mich erinnern.

Er muss weit über 80 sein. Früher hab ich ihn oft getroffen in der Innung.

Kennen Sie ihn so gut, dass wir ihn besuchen können?

Ich weiß nicht, wie gut er beisammen ist. Eher nur mit Voranmeldung.

Verstehe.

Ohne wär besser.

Frau Pokorny, Soko Kitzbühel?

Ja.

Hallo, Martin Wegener. Freut mich.

Wir haben jemanden organisiert, der das Mordopfer kannte.

Eine Freundin?

Eine Berufskollegin, würd ich sagen.

Darf ich rauchen?

Nein.

Kaugummi?

Na?

Sie haben mit Frau Krenmeier vor 18 Monaten ein Haus gemietet.

In Mühlbach.

Sie sind aber bald wieder ausgezogen.

Ja. War mir zu teuer.

Und meinen Kunden zu wenig anonym. Es gab nicht mal 'ne Garage.

Also kein gutes Geschäft?

War bei der Renate auch nicht anders.

Aber die paar Kunden von ihr, die ich kannte, die waren in Ordnung.

Ihre Stammkundschaft haben wir durchleuchtet.

Laut Ihrer Aussage hat Frau Krenmeier auch Hausbesuche gemacht.

Auch in Österreich?

Ja, aber sie ist immer abgeholt worden, soweit ich weiß.

Sie hat kein Auto mehr gehabt.

Was waren das für Freier, die sie abgeholt haben?

Was weiß ich? Wir haben nicht so viel geredet.

* Türglocke *

Grüß Gott, mein Name ist Kofler.

Ich bin ein alter Bekannter vom Willibald.

Nachdem wir unlängst an seinem Geburtstag nicht da waren,

Jetzt waren wir in der Gegend. - Ach so. Grüß Gott.

I bin nur die Pflegerin. Normalerweise werde ich vorgewarnt.

Wir bleiben bestimmt nicht lange. Versprochen!

Mir kann's recht sein. Der Herr Hubmann hat eh selten Besuch.

Er wird sich freuen.

Herr Hubmann?

Besuch für Sie!

Erinnern Sie sich? Ich wollt bei Ihnen anfangen.

Aber dann haben Sie den "Goldenen Hirschen" aufgegeben.

Das muss '85 gewesen sein.

Der "Goldene Hirsch"! Ja, das war noch was.

Dann sind Sie ... der Josef?

Johannes.

Kofler.

Ich hab eine Gasse weiter gewohnt.

Aber dann wart ihr ja Nachbarn!

Nicht ganz.

Das ist doch wurscht!

Was ich sagen wollte, ist: Es gibt ja sehr nette Nachbarn.

Und welche, die einem den letzten Nerv rauben.

Wie bitte?

Ihre Nachbarn ...

Haben Sie und Ihr Sohn ein nettes Verhältnis zu Ihren Nachbarn?

Ich weiß nicht mehr, wer die Nachbarn vom "Goldenen Hirschen" waren.

Die haben immer wieder gewechselt.

Da war ja er der Nachbar. Ich mein, hier.

Ja, der Josef.

Hannes.

Wenn Sie mich bitte entschuldigen!

Ja, das is so in dem Alter.

Er hat gute und schlechte Tage.

Ich schätze, die Medikamente leisten auch ihren Beitrag.

Ja, das lässt sich nicht vermeiden.

* Einsatzsirene *

Das is es: Café Gaulacher.

Die haben zwei Lagen Törtchen bestellt.

Aber später weitergeliefert an ...

Manuel Hubmann.

Also doch! Gratuliere!

Das Café sagt, sie machen das öfter, weil sie bessere Konditionen kriegen.

Und der Chef den Hubmann gut kennt.

Sie haben die Törtchen an seine Firmenadresse zugestellt.

Is die Durchsuchung genehmigt?

* Spannende Musik *

Was is denn da los?

Sie halten mir den ganzen Betrieb auf! Das ist doch Wahnsinn!

Ich bin nicht Ihr Kuchenmörder! - Törtchen. Sie waren der Abnehmer.

Sie haben mich bloß gefragt, ob ich die Ware selber produziere.

Und das tu ich nicht! Das is die blödeste Ausred!

Dem Retting seine Probleme mit der Polizei interessieren mich nicht!

Im Moment haben aber Sie Probleme!

Das Café sagt, es hat die Törtchen an Sie geliefert.

Er hat sie mir am Nachmittag vor die Tür g'stellt!

So wie immer. Und bestellt hab ich zwei Kartons, 70 Stück.

Und bekommen hab ich bloß einen, 35.

Und das wollten S' uns sicherheitshalber ned sagen?

Das war bloß eine Charge, das schwör ich!

Fehler bei der Lieferung kommen vor.

Die eine Charge hab ich gleich vor 6 eingekühlt, sonst geht das kaputt.

Die möchten wir sehen. - Die sind raus zu einer Hochzeit.

Wie bitte? Das ist verbraucht worden.

Aber ich hab schon angerufen. Dort ist niemand krank.

Ich würd Ihnen gerne helfen.

Es fühlt sich ja keine mehr sicher, seit das mit der Renate war.

Aber ich hab die meisten ihrer Kunden nicht mal gesehen.

Sie hat draußen gewartet, die sind vorgefahren, sie ist eingestiegen.

Können Sie die Fahrzeuge beschreiben?

Ja, also ... das Problem ist, dass ich stark kurzsichtig bin.

Vielleicht die Fahrzeugtypen?

Sportwagen? Kombi? Lieferwagen?

Einer war, glaub ich, Reifenhändler. Aber das hab ich schon gesagt.

Der hatte auf seinem Firmenwagen ein Zeichen.

Übergroße Felder.

Wir sind dem schon nachgegangen, auch bei euch drüben in Österreich.

Aber leider ...

Hallo, Lukas!

Das ist doch der Ding, der Kofler?

Quasi ein Bekannter von früher. Wir haben Ihren Vater besucht.

Das ist die Gräfin Schönberg.

Das ist die Frau Weissenbach.

Nachbarin, kenn ich. Wo is mein Vater?

Der hat sich hingelegt. Die Pflegerin ist auch bei ihm.

Lukas, ich hätte da was für Sie.

Sie können jetzt gern eine rauchen.

Den Gang runter, bei der Sitzecke.

Danke.

Nur ganz kurz! Ja.

Kroisleitner!

Wie läuft's?

Ja, ja, ja, ich bin hier gleich weg.

Der Lukas hat schon Sehnsucht nach dir!

Was?

Muss das genau jetzt sein?

Ja, i mach's ja eh.

Aus dem Badezimmer?

Was haben Sie da zu suchen?

Geben S' her!

Die g'hören meinem Vater.

Florian Retting ist mit Digoxin vergiftet worden.

In flüssiger Form, wohlgemerkt.

Ich hab Ihnen doch g'sagt, dass ...

Sie glauben mir ned?

Hier ist Rauchverbot!

Ich hab gesagt, den Gang runter.

Ist ja egal.

Ist das das Zeichen, das Sie auf dem Auto gesehen haben?

Ja, das ist das Zeichen.

Aber das sind keine Reifen!

Ich hab doch gesagt, ich seh nicht gut.

(Peter Welty) Du lieber Gott, was hat denn der angestellt?

Er hat meinen Freund vergiftet.

Und er hat eine Frau umgebracht. Eine Deutsche.

Ich kenn doch den Herrn Hubmann! Der war doch nie ...

Ich kann's nicht glauben.

Ist aber so.

Warum macht er denn so was?

Weil Flo seinen Teppich geklaut hat.

Dabei hat er geglaubt, der ist für den Sperrmüll.

Wie geht's deinem Freund?

Er kommt bald wieder raus.

Ah! Übrigens: Ich muss morgen nach München.

Meine Frau ist schon vorausgefahren.

Ich hab den ganzen Kühlschrank voll. Also wenn du was brauchen kannst ...

So komm ich da nicht raus!

Entschuldigung, ich fahr gleich.

Wo ist die Mimi?

Dann schaun wir mal.

Ah, Tiroler Knödel!

Hat meine Frau gestern gemacht. Die sind ganz frisch. Magst du die?

Ja!

Ich nicht, aber das weiß sie nicht. Und wehe, du sagst es ihr!

Jetzt hab ich dir nichts zu trinken angeboten. Tee oder Kaffee?

Lieber Saft, wenn Sie haben.

Sicher.

Der Hubmann hat also tatsächlich eine Frau umgebracht?

Eine vom Strich.

Das auch noch.

Alles, was recht ist: Das hätt ich ihm nicht zugetraut.

Er war eigentlich immer recht freundlich.

Danke.

Ja, ich hab die Renate - die Frau Krenmeier - gekannt.

Was hätt ich denn machen sollen? Ich hab auch meine Bedürfnisse.

Das Geschäft nimmt mich voll in Anspruch. Und mein Vater noch dazu!

Sparen Sie sich Ihr Selbstmitleid!

Sie haben sie abgeholt und sind mit ihr zu sich nach Hause gefahren?

Regelmäßig? Seit wann? Seit drei Jahren.

Zwei Mal im Monat. Am Wochenende, wenn mein Vater Therapie hat.

Auch vor vier Wochen?

Was is an dem Tag passiert?

Das war a Samstag.

Aber da war nix.

Wir haben uns getroffen in Kiefersfelden.

Ich hab sie hierher gebracht ... und dann war das Übliche.

Kaffee getrunken haben wir hinterher.

Zurück'bracht ham Sie sie ned?

Nein! Nie! Ich hab ihr nichts getan!

Sie hat ihr Geld gekriegt, dann is sie rausspaziert wie immer.

Das hab ich nicht ganz verstanden:

Wie war das genau mit dem Teppich?

Der war voll Blut. Von 'ner Frau.

Die Polizei meint, der Hubmann hat ihn einfach nicht sauber gekriegt.

Dann wollte er ihn loswerden.

Wahrscheinlich hat er ihn in die Garage gestellt.

Und der Flo hat ihn mitgenommen.

Blöderweise hat der Hubmann gesehen, wie Flo mit dem Teppich abhaut.

Dann wollt er uns auch umbringen.

Völlig verstrahlt, der Typ!

3 Tage später steht in der Zeitung, dass Frau Krenmeier ermordet wurde.

Sie waren einer der Letzten, der sie g'sehn hat.

Sie melden sich ned, als ob's ned der Rede wert wär.

Ich hab sie ned gut gekannt! Es war bloß a ...

Eine Hure.

Ja.

* Handy *

Ja?

Ich hab was Interessantes g'funden in den Dokumenten von der Krenmeier.

Arztrechnungen.

Die Krenmeier war letztes Jahr mehrmals in Behandlung in München.

Immer beim selben Arzt, alle Rezepte tragen dieselbe Unterschrift!

Doktor Peter Welty!

Aber er hat g'sagt, er kennt sie nicht!

Entschuldigung, ich muss zur Toilette.

Hm?

Die Treppe rauf und dann links!

Mirjam! Bitte!

Ich will nur mit dir reden!

Hilfe!!!

(leise) Kroisi, das war im Haus.

Geh du vorne, i geh hinten. Lenk ihn ab!

Kroisi, ruf die Cobra!

* Kroisi läutet ständig an der Tür. *

Hilfe!!!

Mimi?

Lukas? Ja!

Wo bist du? Im Bad! Soll ich rauskommen?

Nein, nein! Bleib drin und leg dich auf den Boden!

(Kroisi) Aufmachen! Polizei!

Kroisi, i bin's.

I glaub, er is im Keller. Die Mimi is oben im Bad. Hol sie raus!

Mimi, i bin gleich bei dir.

Lukas!

Lukas!

Die Pistole weg!

Das hat keinen Sinn, Herr Welty!

Hier wimmelt's von Polizisten.

Die Pistole weg!

Hinsetzen! Auf den Boden!

Es is vorbei. Sie machen alles nur noch schlimmer.

Sie wissen sowieso schon alles. Dieser saudumme Teppich!

Wahrscheinlich hat Ihnen Herr Retting noch selber erzählt,

wo er am Samstag die Runde macht.

Dann haben Sie die Törtchen vom Nachbarn vergiftet.

Das war auch schon egal!

Nach dem Mord an der Frau Krenmeier, meinen S'?

Wieso hat die sterben müssen?

Sie wollte nicht tun, was ich wollte, die dumme kleine Nutte.

Lacht mich aus! Ich hab mich nie für solche Frauen interessiert.

Sie hat mich angesprochen, nicht ich sie.

Wie sie vom Hubmann gekommen ist.

Dann hat sie Sie in München besucht.

Ich hab sie in einen Müllsack gepackt - wo sie hingehört.

(Kroisi) Lukas!

Keine Bewegung!

Sie bleiben, wo Sie sind.

* Schuss *

Im Keller.

Das war's.

Alles okay mit dir?

Na, wie geht's?

Wie soll's mir schon gehn?

An Bericht muss i noch schreiben.

Ihr Freund kommt bald raus?

Ja, nur noch drei Tage. Er kann's kaum noch erwarten.

Der Flo hasst das Spital! Vor allem das Essen dort.

Vielen Dank, es ist mir eine Ehre!

ICH habe zu danken! Für neue Rezepte bin ich immer zu haben.

Ein neues Rezept? - Von der Dame des Hauses.

Von mir leicht verfeinert. Saisongemüse à la Poubelle.

Aussehen tut's sehr lecker.

Aber was meint er mit Poubelle?

I kann kein Französisch.

Aber ich.

Und Poubelle heißt Mülleimer.

Hannes!

Was? Echt?

Mahlzeit!

* Musik: Pharrell Williams - "Happy" *

ORF 2015 untertitel@orf.at

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