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.
Karin Kofler
Lukas Roither
Mit Untertiteln vom ORF
"Nehmet die Brust, machet die Haut fein los."
"Salzt sie, bestreicht sie fingerdick mit einer Farce."
"Dann hacket Petersilie."
"Bratet sie in Butter, wie auch geriebene Semmel."
"Schlaget zwei Eier daran und tut dazu Korinthen, Safran und Gewürze."
Genau so haben wir's gemacht, Gräfin!
Ah, Karin!
Ihr Vater versucht sich an einem Rezept aus dem 18. Jahrhundert.
Was heißt "versucht sich"?
Es findet in Schloss Sachsenau ...
.. eine kulinarische Reise ins Barock statt.
Und ich bin dort als Fremdenführer engagiert.
Seit wann machen die dort Veranstaltungen?
Seit der Graf von Sachsenau pleite ist und verpachten musste.
Was Neues bei eurer Einbrecher-Bande?
Die hamma bald. Die Phantombilder sind fertig.
Die Woche haben sie schon fünf Mal zug'schlagen.
Da riecht's wie in einem Glühweinstand.
So ein barockes Menü ist einmal ganz was anderes.
Hannes, Sie klären mit dem Pächter, dass ich Sie begleiten kann?
Dieses Schloss war bislang für die Allgemeinheit unzugänglich.
Ich bin gespannt, wie's ausschaut!
Darf ich Ihnen nachschenken?
Sehr gerne.
Meine Freundin, Britta, hat ein Faible für Barock.
Und schleppt mich regelmäßig durch Schlösser, Kirchen, Paläste.
Angesichts solcher Köstlichkeiten lasse ich mich gern zurückversetzen.
Sie werden begeistert sein!
Ja, eine Reise in die Vergangenheit ist sehr aufregend.
Frau Weidenau!
Santè!
Herzlich willkommen auf Schloss Sachsenau!
Der Graf hat es nach historischen Vorbildern neu errichten lassen.
Ich freue mich, dass Sie alle gekommen sind.
Trinken wir auf ein spannendes, erlebnisreiches Wochenende.
Ich vernehme gerade, dass das Essen serviert ist.
Wenn mir die Herrschaften bitte in den Rittersaal folgen möchten!
Herr Breuer, ich hatte ausdrücklich gesagt:
Missbrauchen Sie mein Schloss nicht für derartige Veranstaltungen!
Und dass hier Hinz und Kunz herumspazieren.
Wir haben einen gültigen Pachtvertrag.
Ich kann hier machen, was ich will!
Ich lass mir von Ihnen nicht drohen, Herr von Sachsenau!"
Ich pfeif auf den Vertrag!
Sie verschwinden jetzt besser, sonst zeig ich Sie an.
Das werden wir ja sehen! Es ist mein Besitz! Fassen Sie mich nicht an!
Kommen Sie bitte.
Moritz, schauen Sie bitte genau, dass alles gut abgeschlossen ist.
Und wie lange kennen Sie einander schon?
Seit ... seit ...
.. zwei Jahren. Britta arbeitet als Pflegerin.
Ach, wie interessant.
Ich wünsche wohl zu speisen!
* Barock-Musik von Antonio Vivaldi *
Ist alles zu Ihrer Zufriedenheit?
Oh, wunderbar!
Hier ist der Mann, dem wir diese herrlichen Kreationen verdanken:
Hannes Kofler.
Einer der besten Köche Tirols.
Sagen wir Kitzbühels.
Oder Kitzbühel und Umgebung.
Ein Toast auf den wunderbaren Küchenchef.
Alles ist köstlich!
Dankeschön.
Das ist Gâteau noire facile.
Mit Birnenpudding und geliertem Rosenwasser.
Das ist doch Nusskochen, Herr Kofler?
Walnuss.
Sie können mir gerne Ihren geben.
Ich opfere mich.
Und wenn ich platze!
Dankeschön.
Is was?
Nein.
Dann is' ja gut.
* Schuss *
* Schuss *
Es schaut so aus, als wär das Opfer Einbrechern in die Quere 'kommen.
Und dann erschossen worden.
Da drüben is ein Fenster eing'schlagen.
Er heißt Jean-Paul Breuer.
Er veranstaltet seit kurzem hier so Themen-Wochenenden.
Aber g'hören tut das Schloss ...
.. dem Grafen von Sachsenau.
Ruf ihn an und sag ihm, dass wir später vorbeikommen.
Was is mit ihm?
Security-Mann. Er war grad auf seinem Rundgang.
Der Breuer hat ihn ang'funkt. Dann hat er den ersten Schuss g'hört.
Und is dann selbst ang'schossen worden.
Er hat leider nix erkennen können.
Und?
Er war sofort tot.
Der Schuss ging mitten ins Herz.
Der Täter muss direkt vor ihm g'standen sein.
Irgendwelche Abwehrspuren?
Soweit ich sehe, nein.
Oh danke, meine Liebe!
Herr Inspektor, ich nehme sehr starke Schlafmittel ein.
Ihre Kollegin musste mich erst aufwecken.
Und Sie, Herr Hermans?
Sie haben uns ang'rufen?
Ich hab zuerst gedacht, Jäger haben geschossen.
Als ich die Schreie von ihr gehört hab, bin ich auch hinunter.
Britta hat mich aufgeweckt; das war gegen Mitternacht.
Als ich den zweiten Schuss gehört habe, bin ich losgelaufen.
Für Herrn Breuer konnte ich nichts mehr tun.
Also hab ich dem Security-Mann Erste Hilfe geleistet.
Gott sei Dank war sonst niemand in der Nähe.
Wer weiß, auf wen die noch geschossen hätten?!
Sie haben ganz schön Glück g'habt.
Müssen Sie ihn mitnehmen?
Nein, ist nicht notwendig.
Danke.
Wo genau waren Sie, als auf Sie geschossen wurde?
Ich bin dort gestanden.
Ich hab leider nichts mehr für Herrn Breuer tun können.
Er war bereits tot.
Dann hab ich ein Geräusch gehört und mit der Taschenlampe rübergeleuchtet.
Dann kam plötzlich der Schuss und die Schmerzen am Bein.
Wann genau ist das passiert?
Weiß ich nicht.
Oder ... ja, doch.
So kurz nach Mitternacht?
Die Kirchenglocke hat geläutet.
Gut, Herr Nowak, die Kollegen werden Ihre Aussage protokollieren.
Wir brauchen die Aufzeichnungen der Überwachungskameras.
Ich kümmere mich darum.
Ein Mord?
Ist ja großartig!
Ich hab's ja gleich gewusst.
Graf von Sachsenau, nehme ich an.
Kofler, Soko Kitzbühel.
Sie werden diese Herrschaften sofort von meinem Anwesen entfernen.
Ich muss Sie bitten, sich vom Tatort zu entfernen.
Die Spurensicherung hat noch zu tun.
Sie wissen wohl nicht, wen Sie vor sich haben!
Er hat gestern Herrn Breuer bedroht.
Beruhigen Sie sich, dann sehen wir weiter.
So.
Jetzt wird's dir gleich besser gehen.
Das war ein bisschen viel für sie.
Haben Sie schon eine Spur von diesen Einbrechern?
Scheint die gleiche Bande zu sein, die überall in den Medien steht.
Die haben noch niemanden umgebracht.
Und es ist wirklich niemandem von Ihnen etwas aufgefallen?
Leider. Ich hoffe, dass Sie diese Kriminellen bald finden werden.
Wir werden unser Bestes geben.
Ich habe volles Vertrauen zu Ihnen.
So.
Ich werde packen gehen.
Sie werden uns zur Verfügung stehen müssen.
Also, hier, vor Ort.
Was soll das heißen?
Dass wir alle hier auf dem Schloss festgesetzt werden.
Zu Ihrer Sicherheit werden wir Ihnen ein paar Kollegen abstellen.
Wir haben einen Zeugen, den Butler.
Der Herr Franco Baldini hat die Einbrecher g'sehn.
Der eine war klein, hatte dunkle Haare und 'nen Bart.
Der andere war groß, stämmig, mit 'ner Glatze.
Die Beschreibung passt gut zu unseren Freunden, ...
.. die sich auf 'Hausbesuche' spezialisiert haben.
Ja, genau das waren die beiden!
Ich bin den beiden nachgerannt, aber dann über eine Wurzel gestolpert.
Wie genau ist das passiert?
Am Heimweg bin ich draufgekommen, dass ich mein Handy vergessen habe.
Also bin ich noch mal zurück.
Dann hab ich die Schüsse gehört.
Kurz darauf ... zack!
Aha.
Gut, der Herr Kollege Kroisleitner wird Ihre Aussage aufnehmen.
Kommen S' bitte mit.
Vater, frühstückst du heute hier?
Ja, als sehr willkommener Gast.
Ihr habts die Bande noch immer nicht, trotz der Großfahndung?!
Der Butler hat sie doch identifiziert.
Setz dich! Die Gräfin kommt gleich.
Was der uns erzählt hat, weiß jeder, der Zeitung liest.
Es gibt keine Hinweise auf die Typen.
Bis dato haben die noch nie jemanden um'bracht.
Der Butler war ein bissl seltsam.
Vielleicht ist der Butler ...
(Gräfin:) .. der Gärtner!
Nein, der ...
.. Mörder!
Bitte, wir sind noch nicht so weit mit den Ermittlungen.
Da sind wir beim Grund, warum ich hier bin.
Vater, du wirst sicher nicht im Schloss herumgeistern.
Ich bin vertraglich verpflichtet, die Gäste kulinarisch zu verwöhnen!
Wir Köche haben auch unseren Ehrenkodex.
Es ist schon alles vorbereitet.
Man kann die Gäste nicht verhungern lassen!
Ein Pizzaservice hätt auch g'reicht, aber von mir aus!
Aber die Frau Dr. Watson bleibt da!
Die Einbrecher haben einen toten Winkel ausgenützt.
Sie sind nirgendwo zu sehen.
Da, ich hab's nachgezählt.
Zwölf Glockenschläge.
Und das deckt sich mit seiner Aussage.
"Verstanden, Herr Breuer, ich komme."
Die Spurensicherung sucht das Gelände mit Metalldetektoren ab.
Vielleicht finden wir Patronenhülsen.
Das sind die Sachen aus'm Büro vom Breuer.
Der Obduktionsbericht.
Was hast sonst noch über ihn rausg'funden?
Ned rasend viel. Er ist Deutscher.
Hat vor zehn Jahren die franzö- sische Staatsbürgerschaft ang'nommen.
Seit fünf Jahren organisiert er Events im südfranzösischen Aubagne.
Das kenn i, das is bei Marseille.
Seit kurzem macht er Themen- Wochenenden im Schloss Sachsenau.
Das Projektil is durchs Herz.
Und dann im hinteren Rippenbereich stecken geblieben.
Stammt von einer Kleinkaliberwaffe, is jetzt in der Ballistik.
Aber da ist noch was.
Stammt das von einer Schusswunde?
Von der Größe und Form - vielleicht.
Wenn, würde ich auf ein Revolver- oder Pistolen-Projektil tippen.
So wie das ausschaut, hat er sich selber behandelt.
Sehr dilettantisch.
Wie alt ist die Narbe circa?
Schwer zu sagen.
Zehn Jahre vielleicht.
Ich kann's mir genau anschauen.
Zwei Paare, die sich angemeldet haben, sind nicht gekommen.
Das hat Vater erzählt.
In den Geschäftsunterlagen steht, dass das Geld überwiesen worden ist.
Komisch, dass vier Personen einfach nicht auftauchen.
Was ist mit den anwesenden Gästen?
Da hamma zuerst einmal die Konstanze Weidenau.
Eine schwerreiche Industriellen- Witwe aus Salzburg.
Eduard Rieder ist ein Arzt aus München.
Seine Freundin, Britta Lang, kommt aus Graz.
Sie lebt aber auch in München, arbeitet als Krankenpflegerin.
Peter Hermans war früher erfolgreicher Profi-Schwimmer.
Wie seine Freundin g'storben is, hat er aufg'hört.
Heute ist er Gärtner in Bad Reichenhall.
Dr. Rieder macht Ayurveda, spannend.
Das ist die Arbeitsbescheinigung vom Franco Baldini.
Der war ein Jahr zuvor Butler bei einem Grafen in Südtirol.
Kroisi hat mit dem Anwalt vom Breuer telefoniert.
Breuer und von Sachsenau sollen sich in den Haaren gelegen sein.
Das hat der Security-Mann erwähnt.
Können die uns einfach so hier behalten?
Rein rechtlich kann uns die Polizei bis zu 48 Stunden hier festhalten.
So ärgerlich, dass uns diese Kommissarin nicht weglässt!
Aber sie macht nur ihre Arbeit.
Haben die Herrschaften einen Wunsch?
Ja, ich möchte einen Tequila Sunrise.
Und?
Konnten Sie der Polizei noch weitere Hinweise geben?
Nichts, was ich nicht schon in der Früh erzählt habe.
Was verdient man so als Butler?
Nicht so berauschend.
Aber es tut sich hin und wieder eine zusätzliche Geldquelle auf.
Tut es das?
Grüß Gott! Wir bringen die Sachen fürs Diner.
Moment!
Sind ... Sie das?
Ja, aber das ist kein gutes Foto.
Dann dürfen Sie auch nicht hinein.
Wie bitte?
Ich hab's versucht.
Wissen Sie, ...
.. ich war kurzzeitig in einer prekären finanziellen Situation.
Deshalb habe ich verpachtet.
Dabei war ausschließlich von Eigennutzung die Rede.
Aber dieser Breuer wollte aus meinem Schloss ein Tollhaus machen.
Er hat lediglich Themen-Wochenenden geplant.
Is mir egal, wie man so was nennt.
Sie haben Breuer mehrmals bedroht.
Liebe Frau Kofler:
Wie würden Sie reagieren, wenn man Ihren Besitz missbraucht?
Mein Schloss ist ein Unikat.
Ohne Ihre Unterstützung werde ich mir eben selbst zu meinem Recht verhelfen
Lieber Graf von Sachsenau!
Sie werden bis auf weiteres gar nichts tun.
Ich hätte gerne die Schlüssel zum Schloss.
Der Sachsenau ist kein richtiger Graf.
Er ist von der alten Gräfin Sachsenau adoptiert worden.
Nach ihrem Tod hat er kuriose Dinge aus Burgen und Schlössern gesammelt.
Um damit sein eigenes Schloss zu bestücken.
Irgendwann ist ihm dabei das Geld ausgegangen.
Der Graf ist genauso kurios wie seine Sammlung.
Und er hat eine Mordswut auf den Breuer g'habt. Ein Motiv.
Apropos Motiv: Das mit dem Bild wäre nicht nötig gewesen.
Sie wissen genau, wie gern ich das Schloss von innen gesehen hätte.
Vater, wie waren die Gäste?
Diese Konstanze Weidenau war reizend.
Die war von meinem Essen begeistert.
Der Hermans hat immer nur so herumgestochert.
Was ist mit dem Doktor Rieder und seiner Freundin, der Britta?
Wenn man nicht wüsste, dass die zwei zusammengehören, käme man nie drauf!
Das find i auch. Hallo!
Griaß eich! Das Abzeichen vom Breuer is aus der Fremdenlegion.
Wo ist das erste Regiment stationiert?
In Aubagne.
Dort, wo der Breuer herkommt.
* Handy *
Man weiß, dass die bei der Fremden- legion nicht zimperlich sind, ...
.. was Kriminelle betrifft.
Die verschaffen denen auch neue Identitäten.
Dr. Haller schickt die Finger- abdrücke zur Interpol.
Danke!
Der Baldini hat nicht in Südtirol als Butler gearbeitet.
Er war im Gefängnis wegen Drogendelikten.
Der is auf Bewährung draußen.
Ich glaub, ich muss noch einmal zum Schloss.
Und was ist jetzt mit mir?
Und? Ham S' schon was g'fangen?
Was wollen Sie hier?!
Die gleiche Frage wollten wir Ihnen stellen.
Was machen Sie hier mit gefälschten Arbeitspapieren?
Sie haben doch mit Drogen gedealt, Kokain genommen.
Ja, früher. Jeder hat die Chance, noch mal neu zu beginnen.
Sie haben genau dort weiterg'macht, wo S' aufg'hört haben.
Der Breuer is draufgekommen, dass Ihr Lebenslauf gefälscht ist.
Daraufhin haben Sie ihn ...!
Ich hab ihn nicht umgebracht. Ich bin den Einbrechern nach.
Ihre Gäste warten auf Sie.
Das ist die Interpol-Akte, die die Haller grad g'schickt hat.
Die Fingerabdrücke vom Breuer sind mit denen ...
.. von einem Kleinganoven namens Uwe Breuer ident.
Der ist vor zehn Jahren von der Bildfläche verschwunden.
Er ist in die Fremdenlegion 'gangen, um seine Vergangenheit auszulöschen.
Was hat er für Vorstrafen?
Diebstahl, Körperverletzung, Raubüberfall.
Das is grad von den Kollegen aus Mailand 'kommen.
Die haben dort unsere unlieb- samen Hausbesucher festg'nommen.
Das war schon vor zwei Tagen!
Gestern war in Italien ein Feiertag.
Wurscht! Die haben den Breuer nicht erschossen!
Ich hoffe, der Kapaun mundet?
Ach, Herr Kofler, Sie sind hier wirklich das Highlight.
Sagen Sie: Wie lang will Ihre Tochter uns hier noch festhalten?
Legen Sie ein gutes Wort für uns ein.
Ich kann's versuchen.
Aber wie ich meine Tochter kenne, wird das nicht viel nützen.
Ich spreche aus Erfahrung.
Ah!!!
Guten Morgen, ihr zwei!
Morgen.
Die Ballistik sagt:
Mit der verwendeten Pistole ist schon einmal ein Verbrechen verübt worden.
Bei einem Banküberfall in München vor zehn Jahren ...
.. sind zwei Männer geflüchtet. Einer davon ist ang'schossen worden.
Das wäre eine Erklärung für Breuers Wunde.
Das Kaliber würde auch passen.
Ich habe den Bericht aus München angefordert.
Und dann is er zur Fremdenlegion abg'haut.
Und Jahre später wird er mit seiner eigenen Waffe erschossen?
Du hast gesagt, zwei Männer.
Gibt es in den alten Strafakten vom Breuer irgendeinen Komplizen?
Ja, ich glaub schon.
Ja. Manfred Liebermann.
Ist aber seit Jahren unauffällig.
Und is vor einem halben Jahr g'storben.
In einem Hospiz in München.
Ah, guten Morgen! I hab gestern mein Lieblingsmesser da vergessen.
Ach, Sie sind's!
Bitte.
Dankeschön.
Der Adler ist gelandet.
Die Luft ist rein.
Die Luft schon, aber der Pool nicht.
Damit konnte wirklich keiner rechnen.
Herr Kofler hat uns verständigt.
Vater, überall, wo du auftauchst, gibt's einen Toten!
Da kann ich doch nix dafür.
Hast sonst noch was rausg'funden bei deinen Privatermittlungen?
Gräfin?
Ich ... ach ja ...
Da, das hab ich gefunden.
Und welche Spuren habts sonst noch zerstört?
Fahrts bitte nach Hause.
Wir zwei reden später.
Der Tod ist nach 24 Uhr eingetreten.
Ein Unfall? Vielleicht ist er über den Kescher gestolpert.
Wär möglich. Prellungen am Hinter- kopf schließen einen Sturz nicht aus.
Aber es schaut eher nach einer Vergiftung aus.
Zeichen tonischer Kontraktionen der Muskulatur.
Und ich hab noch was g'funden:
Das war in seiner Tasche.
Ich werde eine Spektralanalyse machen.
Vielleicht kann ich noch Spuren nachweisen.
Untersuch ich auf Kokain.
Und Ihnen allen is nix aufg'fallen?
Wetter war nicht gut. Wir sind nach dem Essen zu Bett gegangen.
Ich habe meine Tabletten genommen und wie ein Baby geschlafen.
Mir ist aufgefallen, dass das Auto vom Schlossherren ...
.. auf dem Parkplatz gestanden ist.
Vom Grafen von Sachsenau?!
Wir hätten uns denken können, dass er einen Ersatzschlüssel hat.
Kroisleitner soll den Grafen aufs Kommissariat bringen.
So geht das nicht, Frau Kofler.
Sie und Ihre Leute können für unsere Sicherheit nicht garantieren.
Wir werden sofort abreisen.
Verehrte Frau Weidenau: Wann Sie alle abreisen, das bestimmen wir.
Keiner hat was gemerkt? Das kann i mir ned vorstellen.
Oder niemand will was erzählen.
Die vier Leute, die zum Event nicht erschienen sind, die gibt's gar ned.
Trotzdem ist das Geld von einer Prepaid-Karte überwiesen worden.
Das heißt, ohne Konto, ohne Kreditkarte.
Absolut anonym.
Würd mich interessieren, wer das war.
Von da aus hätt er sehen können, wer den Breuer erschossen hat.
Was is, wenn der Baldini wirklich zurück'kommen is?
Weil er sein Koks vergessen hat.
Dann hätt er von hier aus den Mord beobachten können.
Er hätte den wahren Täter gekannt.
Er erfindet die Geschichte mit dem Einbruch, um den zu erpressen.
Drogen kosten einen Haufen Geld.
* Handy *
Der Kroisi.
Ja, Kroisi?
Ich kenne diesen Baldini nicht.
Was haben Sie gestern auf dem Schloss gemacht?
Ich war nicht im Schloss!
Baldini hat Sie erpresst, weil er den Mord an Breuer gesehen hat.
Ich habe niemanden erschossen!
Der gehört Ihnen, oder?
Den haben wir in der Nähe von Baldinis Leiche gefunden.
Ich war da, aber nur kurz.
Irgendjemand hatte mich angerufen, ich solle zum Pool kommen.
Ich habe die Leiche gesehen, Angst bekommen und bin sofort weg.
Herr Sachsenau, bitte.
Warum werden wir immer noch festgehalten?!
Es sind zwei Morde passiert! Ich will endlich weg, verdammt noch mal!
Ich hab die Order, dass Sie noch bleiben müssen.
Wir hätten nicht herkommen sollen.
Beruhigt euch, meine Lieben! Mein Anwalt wird das regeln.
Kein Wasser in der Lunge.
Das heißt, er war schon vorher tot?
Ja. Dann hat man ihn in den Pool ge- worfen, um einen Unfall vorzutäuschen
War Kokain im Blut?
Frag lieber, wie viel Blut er im Kokain hatte.
Und dazu jede Menge Strychnin. Sowohl im Körper als auch im Döschen.
Gestorben ist er an Atemlähmung.
Vielleicht war es schlechter Stoff?
Mit Sicherheit. Kokain wird immer wieder mit Strychnin gestreckt.
Ah, die Blutspuren im Personalzimmer stammen eindeutig von ihm.
Was soll das heißen?
Dann kennen Sie ja die Gesetzeslage!
Bis dahin haben wir das Recht, die Herrschaften im Schloss zu behalten.
Schönen Tag noch!
Das war der Anwalt von der Weidenau.
Wir haben noch vier Stunden, dann müssen wir alle gehen lassen.
Wir waren grad bei der Blutspur.
Entweder der Baldini hat sich auf'm Zimmer die Wunde verarztet.
Die er sich bei der Verfolgungs- jagd zugezogen hat.
Oder er hat sich die Wunde selber zugefügt und erzählt uns ein Märchen
Was is, wenn der Baldini den Sachsenau erpresst hat?
Aber wie hätt der Sachsenau das Gift ins Koks mischen sollen?
Vielleicht hat er einen Komplizen g'habt, den Nowak zum Beispiel.
Zuerst schießt er auf den Nowak, dann verbündet er sich mit ihm?!
Grüß euch! Ich hab euch was mitgebracht.
Eine kleine süße Versöhnung.
Passt schon, Vater. Stell her.
Wer hat jetzt das Strychnin in das Kokain g'mischt?
Das hätten alle Personen im Schloss machen können.
Naa, ich fall aus.
Wenn ich als Koch irgendwo was hineinmische, dann sicher ins Essen.
Scherz!
Vielleicht auch auf Nuss allergisch?
Wieso auch?
So wie die Britta Lang.
Die Weidenau hat sich geopfert und der Lang ihren Nusskuchen gegessen.
Weil die Lang auf Nüsse allergisch is.
Hat sie das gesagt?
Naa, das hat die Weidenau gewusst.
Obwohl die zwei sich angeblich nicht gekannt haben?
Da gibt's so viele Ungereimtheiten!
Warum wurde für vier Personen reserviert und bezahlt, ...
.. wenn's die gar ned gibt?
Vielleicht weil die Gruppe ungestört sein wollt.
Genau, die wollten unter sich sein.
Diese Tatwaffe, der Banküberfall von damals.
Kroisi, sind die Unterlagen aus München schon da?
Gegen 16 Uhr haben die Bankräuber die Filiale gestürmt.
Die Polizeianwärterin Silke Sedl- mayr hat an diesem Tag frei g'habt.
Sie is zufällig bei der Bank vorbei.
Sie hat versucht, die Bankräuber auf der Flucht zu stoppen.
Und wurde dabei tödlich getroffen.
Einer der beiden Bankräuber wurde am linken Oberarm ang'schossen.
Das passt zur Narbe vom Breuer.
Die Sedlmayr war nicht das einzige Todesopfer an dem Tag.
Da war noch die Isolde van der Brügge.
Sie ist in der Bank umgestoßen worden.
Und vor Aufregung an einem Herzinfarkt gestorben.
Van der Brügge?
Das ist der Mädchenname von der Weidenau!
Herr Dr. Rieder, bei ayurvedischer Medizin kommt Strychnin zum Einsatz.
Verwendet man das nicht bei Fieber und Appetitlosigkeit?
Ist eines Ihrer Spezialgebiete!
Ich hab eine Genehmigung dafür.
Ich verwende Strychnin nur in ganz feinen Dosen.
Beim Herrn Baldini ham S' halt eine größere Dosis verwendet.
Überzeugen Sie sich selbst. Es fehlt nur eine Einzige.
Die habe ich gestern Britta gegeben.
Und überhaupt - warum sollte ich den Butler vergiften?
Vielleicht weil er gesehen hat, dass Sie Herrn Breuer erschossen haben.
Sie wollen mir noch einen zweiten Mord unterschieben?!
Unglaublich!
Ein totes Kind ist mehr als ein Rachemotiv.
Jean Paul Breuer war einer der Bankräuber, ...
.. die auf der Flucht ein 18-jähri- ges Kindermädchen angefahren haben.
Wie sie gerade mit einem Kinderwagen über einen Zebrastreifen gegangen is
Das Baby ist an der Unfallstelle gestorben.
Der Vater des Babys, ...
.. der hieß ...
.. Eduard R.
Steht wahrscheinlich für Rieder.
Nicht wahr?
Das Kindermädchen ist damals schwer verletzt worden.
Und zwar ... am Bein.
Das waren Sie; seither hinken sie.
Ja, das Kind ist damals gestorben.
Die Mutter konnte den Tod nicht überwinden.
Sie ist bis heute in psychiatrischer Behandlung.
Britta ... hat mir sehr geholfen in dieser schweren Zeit.
Aber dass wir hier sind, ist Zufall.
Wie lange beabsichtigen Sie, uns noch hier zu behalten?
Bis wir den Fall gelöst haben, Frau Weidenau.
Oder soll ich besser sagen, Frau van der Brügge?
Isolde van der Brügge war Ihre Schwester.
Sie ist vor zehn Jahren bei ei- nem Banküberfall ums Leben gekommen.
So wie Silke Sedlmayr.
Der Name dürfte Ihnen was sagen, Herr Hermans.
Sie war auf dem Weg zu Ihnen.
Sie haben den Tod Ihrer Freundin nie richtig verkraftet.
Deshalb haben Sie Ihre Schwimm- karriere beendet.
Sie sehen, meine Herrschaften:
Jeder Einzelne von Ihnen hatte ein Motiv, sich an Breuer zu rächen.
Und wir werden herausfinden, wer es tatsächlich getan hat.
Die Zeit läuft, Frau Kofler.
Das alles müssen Sie noch beweisen.
Die Weidenau hat recht.
Ohne Beweise wird der Staatsanwalt das Treffen als zufällig bezeichnen.
Die Britta Lang arbeitet genau in dem Hospiz als Pflegerin, ...
.. in dem der Komplize vom Breuer gestorben ist.
Diese Tatsache is kein Beweis?
Wahrscheinlich nicht. In drei Stun- den müssen wir alle gehen lassen.
Die Waffe habts noch nicht gefunden?
Die Kollegen haben überall gesucht.
Das wahre Geheimnis der Welt liegt im Sichtbaren, nicht im Unsichtbaren.
Das sagt Oscar Wilde.
Mein Vater, ein ewig sprudelnder Quell der Weisheit.
Entschuldigen Sie die Verspätung; der Pfarrer hat mich aufgehalten.
Die Elektronik, die die Glocken zum Schlagen bringt, ist kaputt.
Seit zwei Tagen.
Seit zwei Tagen?
Ja, er macht jetzt eine Spendenaktion.
Danke, Gräfin!
Lukas, wir treffen uns im Schloss. Nimm alle Unterlagen mit!
Meine Herrschaften, Sie stecken hinter den beiden Morden.
Das werden wir Ihnen jetzt beweisen.
Es reicht langsam!
Es wurde alles von Ihnen gemeinsam geplant, bis ins letzte Detail.
Ihr Landpolizisten habt eine blühende Fantasie!
Vielen Dank! Die Landpolizisten liefern Ihnen jetzt die Beweise.
Nachdem der letzte Unbeteiligte das Schloss verlassen hat, ...
.. war der Weg frei für Ihre Rache.
Manfred Liebermann, der Name müsste Ihnen ein Begriff sein.
Er war Breuers Komplize bei dem Banküberfall damals.
Vor einem halben Jahr ist er gestorben.
In dem Hospiz, in dem Sie arbeiten, Frau Lang.
Hat er vor seinem Tod noch sein Gewissen erleichtert?
Ihnen erzählt, wo Sie die Waffe finden können?
Mit der damals Ihre Schwester Silke erschossen wurde, Herr Nowak.
Das Hospiz gehört einer Stiftung von Ihnen, Frau Weidenau.
Ich denke, dass Moritz Nowak das Fenster eingeschlagen hat.
Um einen Einbruch vorzutäuschen.
"Herr Breuer."
"Im Schlosshof."
Sie haben Ihr Opfer in den Schlosshof gelockt.
Und erschossen.
* Kirchenglocken *
"Verstanden, Herr Breuer, ich komme."
Das Video beweist, dass ich um Mitternacht am Turm war!
Es ist eine gestellte Aufnahme.
An diesem Abend haben die Kirchen- glocken nicht geläutet.
Weil die Automatik seit zwei Tagen nicht mehr funktioniert.
Aber der Butler hat die beiden Einbrecher erkannt!
Er kann sie nicht erkannt haben.
Diese Einbrecher waren zur Tatzeit längst schon hinter Gittern.
Sie alle wissen, warum er das behauptet hat.
Er hat den tatsäch- lichen Tathergang gesehen.
Und wollte Sie erpressen.
Auf dem Heimweg hat er festgestellt, dass er sein Kokain vergessen hat.
Er ist noch einmal zurückgefahren.
Er hat gesehen, wie Sie Jean Paul Breuer ermordet haben.
Als Nowak angeschossen wurde, hat er ein bissl Angst bekommen.
Aber dann hat er erkannt, was die Sache wert ist.
Und seine Chance genutzt, sich zu bereichern.
Er hat gewartet, bis die Polizei eintrifft.
Dann hat er uns allen das Märchen vom Einbruch aufgetischt.
Sie haben gewusst, dass Baldini Sie erpressen wird.
Am Pool hat er auf den Lohn seiner Erpressung gewartet.
Schwachsinn! Sie haben den Schloss- herrn verhaftet!
Er war am Pool und hat ihn ermordet!
Danach sollte es ausschauen, ja.
Sie, Herr Dr. Rieder, haben ihm das Strychnin in das Kokain gemischt
Eine tödliche Dosis.
Einer von Ihnen hat Baldini in den Pool gestoßen.
Damit es wie ein Unfall ausschaut.
Einer von Ihnen hat Graf Sachsenau angerufen und zum Schloss gelockt.
Dieser anonyme Anruf wurde von Baldinis Handy aus getätigt.
Der Graf sollte zum zweiten Mal verdächtigt werden.
Aber seine Verletzung kann er sich unmöglich selbst zugefügt haben!
Es war dieser Sachsenau!
Die Schusswunde hat uns auch Kopfzerbrechen bereitet.
Sie haben behauptet, dass Sie aus der Ferne angeschossen worden sind.
Aber der Verlauf der Wunde zeigt:
Sie sind aus nächster Nähe angeschossen worden.
Drei lange und ein kurzes Streichholz.
Sie sind mir nach dem Mord an Breuer im Aschenbecher aufgefallen.
Ich nehme an, derjenige, der das Kurze gezogen hat, ...
.. musste auf Breuer schießen. Oder durfte.
Und ich weiß, wer auf Herrn Breuer und Herrn Nowak geschossen hat.
Waffenöl hinterlässt schmierige Spuren unter den Fingernägeln.
Vor allem, wenn die Waffe gut eingeölt wurde.
Das hat Manfred Liebermann gemacht, bevor er die Waffe eingepackt hat.
Damit sie in all den Jahren nicht korrodiert.
Auf Ihren Händen lassen sich sicher noch Schmauchspuren feststellen.
Herr Hermans!
Was für eine spannende Geschichte.
Wenn Sie meine Neugierde verzeihen mögen:
Womit wollen Sie Ihre aber- witzigen Ausführungen untermauern?
Ohne Tatwaffe!
Wer sagt, dass wir keine Waffe haben?
Du hast recht g'habt, Karin.
Es geht nichts über ein gemüt- liches Kaminfeuer - im Sommer.
In der Nacht, in der Breuer erschossen wurde, ...
.. brannte kein Feuer im Kamin.
Wenige Stunden später aber schon.
Sie haben gewusst: Wir würden in den Zimmern nach der Tatwaffe suchen
Deshalb haben Sie sie dort versteckt, wo man zwar hinschaut,...
.. aber sicher nicht hingreift.
Ins Labor damit.
Nach der Beichte von Manfred Lieber- mann haben Sie alle informiert.
Dieser widerliche Breuer!
Hat ihn gezwungen, am Zebrastreifen Gas zu geben anstatt zu bremsen.
Dieser Breuer war ein mieser, skrupelloser Verbrecher.
Er hat auch seinen Komplizen, Liebermann, übers Ohr gehauen.
Drum hat er die Waffe aufbewahrt, als Beweis.
Am Sterbebett hat er Ihnen erzählt, wo sie versteckt ist.
Sie haben Breuer gesucht, gefunden und sich diese Rache ausgedacht.
Der Plan war von mir, aber ich hätte ihn nicht allein ausführen können.
Aber wir alle waren uns einig:
Niemand hätte diesem Kretin den Banküberfall nachweisen können.
Und er hätte sein lustiges Leben weitergelebt.
Wer hätte also all die Schmerzen und das ganze Leid gerächt?
Wenn nicht wir?!
Ich verstehe.
Aber wie man es dreht und wendet: Mord bleibt Mord.
Alle Achtung, Mademoiselle Poirot!
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