All language subtitles for SOKO Kitzbühel 13x03 Gefährliche Liebschaften.deu

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Original subtitles

Karin Kofler

Lukas Roither

* Musik *

Der Handy-Wecker hat nicht aufgehört zu klingeln.

Chopin. Irgendwas von Chopin.

Dann bin ich nachschauen gegangen.

Ist doch in Ordnung, dass ich Sie angerufen hab?

Natürlich, klar.

Es is nur ...

Seit ich zehn war, kenn ich den Georg.

Vielmehr ... kannte ...

Es tut mir so leid für Sie.

Kommst du mal bitte, Karin?

Bin gleich wieder da.

Ich weiß gar nicht, wie ich sagen soll.

Aber bei den Einblutungen der Lippen und der Augenschleimhaut ...

Das sieht nach Fremdeinwirkung aus.

Wie?

Du willst mir aber ned sagen, dass der Hohenkamm ermordet worden is?

Ich muss ihn noch genauer anschauen, aber auf den ersten Blick ...

Gräfin!

Was haben Sie und der Georg von Hohenkamm gestern g'macht?

Über alte Zeiten geplaudert.

Fotos angeschaut, ein Glas Wein getrunken.

Wie spät war's da ungefähr?

Wie spät?

Wieso?

Entschuldigen S', Gräfin.

Es is mir furchtbar unangenehm.

Ich weiß schon, reine Routine.

Wir heben die Abdrücke nur auf, bis der Fall geklärt is.

Es is schon arg: Da verliert die Gräfin ihren guten alten Freund,

und jetzt muss sie sich die Fingerabdrücke nehmen lassen.

Das is nur eine Routine-Befragung. Was soll denn da sein?

Hast wahrscheinlich recht.

Ich kann's mir beim besten Willen nicht erklären, Karin.

Der Georg war so fit, so mitten im Leben.

Danke.

Hat er irgendeine Krankheit erwähnt? Herzprobleme zum Beispiel?

Gesagt hat er nichts, aber es wird so gewesen sein.

Was sagt die Doktor Haller?

Sie wissen eh, die muss sich immer alles ganz genau anschauen.

Früher hätte er es mir erzählt, wenn da was gewesen wäre.

Wir waren als Teenager wie Pech und Schwefel.

Unsere Eltern hätten gern gesehen, wenn wir ein Paar geworden wären.

In letzter Zeit hatten wir uns ein bisschen aus den Augen verloren.

Aber wenn wir uns dann gesehen haben, war's wie eh und je. Auch diesmal.

Zuerst wollte er in ein Hotel gehen.

Aber ich hab gesagt, das kommt gar nicht in Frage.

Was wollte er in Kitzbühel?

Seine Ferienvilla verkaufen, sich mit Interessenten treffen.

Ich hab ihn vom Bahnhof abgeholt.

Am Abend waren wir in den Pochlarner Stuben essen.

"Unendlich schade!"

"Ich weiß. Aber wie oft war ich die letzten Jahre in Kitz?"

"Das kannst du an einer Hand abzählen."

"Außerdem weißt du ja ..."

"Hat alles gepasst?"

"Wie immer - vom Feinsten!"

"Darf's noch was sein?"

"Woll'ma noch eine? - Ja, noch eine von diesem Roten."

"Kommt sofort."

"Jetzt erzähl du mal!"

Geht's euch eigentlich noch gut?

Was?

Vater? Jetzt beruhig'ma uns einmal.

Ich soll mich beruhigen? Ihr nehmts einfach die Gräfin fest?

Ohne vorher in andere, offen- sichtliche Richtungen zu ermitteln?

Was für Richtungen? - Die Doktor Margreiter!

Die war nämlich gestern auch bei mir im Lokal.

"Bis Donnerstag! - Wiederschauen!"

Nach der Watsche is sie einfach aus dem Lokal gestürmt!

Erstens: Festgenommen is niemand.

Zweitens: Natürlich werden wir auch mit der Doktor Margreiter reden.

Vielen Dank für diesen Hinweis.

Drittens: Würdest du bitte die Gräfin nach Hause führen?

Nichts lieber als das!

Kommen Sie, ich mach Ihnen eine kräftige Suppe.

Georg von Hohenkamm, 59, aus einem alten deutschen Adelsgeschlecht.

Hat nach dem Tod seines Vaters das elterliche Weingut übernommen.

Ledig,kinderlos. Einziger Verwandter ein jüngerer Bruder, Bernd.

In seinem Filofax steht auch ned viel.

Er war vor 30 Jahren in einen Motor- Jacht-Unfall in Italien verwickelt.

Dabei is eine junge Frau gestorben. Die Leiche hat man nie g'funden.

Ich hab zur Sicherheit die Unterlagen aus Italien angefordert.

Karin?

Bis später!

So leid's mir tut, das wird kein Herzinfarkt mehr.

Ich hab mit seinem Hausarzt telefoniert:

Bei der Vorsorge-Untersuchung vor drei Monaten war er kerngesund.

An was is er g'storben?

Er ist erstickt worden. Todeszeitpunkt gegen ein Uhr Früh.

Wahrscheinlich mit dem Kopfpolster im Gästezimmer der Gräfin.

Um einen Mann mit einem Polster zu ersticken, musst du kräftig sein.

Da können wir eine Täterin ausschließen.

Er hat eine hohe Dosis Schlafmittel im Blut.

Da braucht es keine sonderliche Kraftanstrengung.

Und bevor du fragst: Das Schlafmittel nimmt er seit zwei Jahren regelmäßig.

Super.

Was mach i jetzt?

Die Gräfin war ganz allein mit ihm in ihrer Villa.

Ich müsst sie sofort verhaften.

Gut, es besteht keine Fluchtgefahr.

Tut mir leid, Hannes, aber ich kann nichts essen.

Ah, Karin! Weiß man schon was Neues von der Doktor Haller?

Du erwartest jetzt nicht von ihr, dass sie sagt, dass sie's nicht war?

Was ist mit der Alarmanlage? Nehmts die Hütt'n auseinander!

I hab den Burschen Feuer unterm Hintern g'macht.

Bisher Fehlanzeige. Nur Spuren von der Gräfin.

Wir sind uns wohl einig, dass es auch eine andere Lösung geben muss?

Vielleicht war der Margreiter eine Ohrfeige zu wenig?

Naa, i konstruier mir nix zusammen, Lukas.

Gut, bis gleich bei der Zahnärztin.

Das passiert einem nicht mehr so oft, wenn man in meinem Alter ist.

Und Verantwortung trägt.

Wie lang ist das her, Ihre Affäre mit dem Georg von Hohenkamm?

Ein gutes Jahr. Aber für mich war das nicht nur eine Affäre.

Dann hat er mich verlassen.

Von einem Tag auf den anderen.

Einfach so?

Ja.

Ohne Abschied, ohne Erklärung.

Bis er gestern Abend in den Pochlarner Stuben vor mir stand.

Man kann verstehen, dass man da aus Wut etwas Unüberlegtes tut.

Etwas, das man später bereut.

Bereut? Nein! Die Ohrfeige hat er sich verdient.

Was haben Sie gestern Abend noch gemacht?

Gegessen. Dann hab ich mit meinem Sohn gespielt.

Er ist mein einziger Sonnenschein.

Stell dir vor, es würd sich nicht um die Gräfin handeln.

Jeden anderen hätt'ma längst festgenommen.

Der Mord ist in ihrer Villa passiert.

Die Alarmanlage war eingeschaltet, und sie war mit dem Opfer allein.

Aber was ist ihr Motiv?

Sogar wenn wir die Gräfin mit einem blutigen Messer erwischt hätten,

würd i ned glauben, dass sie jemanden umbringen kann!

Ich kann's mir auch ned vorstellen, aber ...

Oder ihr habts doch recht!

Georg von Hohenkamm hat Sie um 23 Uhr 17 angerufen.

Warum haben Sie uns nichts davon erzählt?

Oder davon, dass Sie nach dem Anruf das Haus verlassen haben?

Ihr Au-pair-Mädchen hat g'sagt, Sie waren zwischen 00:30 und 01:15 weg.

Wo waren Sie da?

Ich hätte Ihnen besser gleich die Wahrheit gesagt.

Ja, das schadet nie.

Aber ich hab mich so geschämt, weil ich dem Georg hereingefallen bin.

Ich bin so eine dumme Gans!

So weit waren wir schon.

Ja.

Er wollte immer nur mein Geld. Zufrieden?

Das war auch der Trennungsgrund. Regelrecht angebettelt hat er mich!

Zuerst wollte er nur kleine Summen, dann immer mehr.

Irgendwann hab ich gesagt, mir reicht's.

Dann hat er sich sofort aus dem Staub gemacht.

Warum hat er Sie dann in der Nacht vor seinem Tod ang'rufen?

Er wollte sich entschuldigen.

Er hat gesagt, damals war er pleite.

Aber jetzt hat sich das Blatt gewendet.

Er will auch seine Ferienvilla endlich verkaufen.

Und Gräfin Schönberg hat ihm auch eine höhere Summe vorgestreckt.

Was haben Sie nach dem Telefonat g'macht?

Zwischen halb eins und Viertel nach eins?

Ich war so durcheinander! Ich hab mir Zigaretten geholt.

Die ersten seit 15 Jahren.

Karin, kommst du mal kurz?

Und? Gute Nachrichten?

Der Bericht von der Spurensicherung is endlich da.

Die Alarmanlage in der Villa von der Gräfin funktioniert tadellos.

Sie war eingeschaltet, es gibt keine Einbruchsspuren, aber Fingerabdrücke.

Lass mich raten!

Es schaut leider ned gut aus für die Gräfin.

Der Bruder vom Toten is jetzt in Kitzbühel.

* Karin seufzt. *

Frau Doktor Margreiter, Sie können jetzt gehen.

Was bleibt uns anderes übrig?

Wenn die Alarmanlage eing'schaltet war,

wie hätt die Doktor Margreiter in die Villa kommen sollen?

Das is also das Ferien-Domizil von den Hohenkamms.

Mmmh, schön.

Über Geschmack lässt sich streiten.

Herr von Hohenkamm?

Ja. Kann ich Ihnen helfen?

Soko Kitzbühel. Wir haben ein paar Fragen, wegen Ihrem Bruder.

Sie haben ständig die Köpfe zusammengesteckt.

Da fühlte man sich als kleiner Bruder schnell als fünftes Rad am Wagen.

Wir wunderten uns alle, dass zwischen ihm und der Gräfin nicht mehr lief.

Meine Eltern waren fix überzeugt, dass die beiden heiraten würden.

Ich vermute, es lag an Georg. Er hat sich nie längerfristig gebunden.

Dazu war er gar nicht in der Lage.

Da war nichts mit "auf immer und ewig - bis dass der Tod euch scheidet".

Und das ist das, was am Ende von einem übrigbleibt.

Ein paar Kisten mit Erinnerungen.

Nicht mehr und nicht weniger.

Darf ich?

Wie war denn Ihr Verhältnis zur Gräfin?

Abgesehen von Ihrem Bruder?

Sie war mir schon immer suspekt.

Leider zu Recht, wie sich jetzt herausgestellt hat.

Sie glauben, die Gräfin hat Ihren Bruder ermordet?

Wer sonst? Oder hab ich da was versäumt?

Erst haben sie jahrelang keinen Kontakt, und plötzlich ist er tot.

Ich mein doch nur, dass sie auch ein Motiv hat.

Du hast doch g'hört, was der Hohenkamm g'sagt hat.

Wer weiß, was zwischen dem Bruder und der Gräfin wirklich g'laufen is?

80 Prozent der Gewaltverbrechen passieren aus Leidenschaft.

Aber das eine ist die Statistik, das andere ist die Gräfin.

Ich glaube, es ist Zeit für ein klärendes Gespräch unter Frauen.

Wenn der Georg von Hohenkamm Sie irgendwie genötigt hat,

und Sie haben sich gewehrt, dann würde das vor Gericht ...

Machen Sie sich nicht lächerlich!

Warum haben mir nicht gesagt, dass Sie ihm Geld vorgestreckt haben?

Woher wissen Sie das?

Das war ein Freundschaftsdienst! Warum hätte ich das erzählen sollen?

Weil es nie gut ausschaut,

wenn Tatverdächtige wichtige Informationen zurückhalten.

Tatverdächtige? Aha! Na ja ...

Ich hab den Georg nicht umgebracht.

Kennt noch jemand den Code von der Alarmanlage?

Ja.

Aber das wird Ihnen auch nicht sonderlich gefallen.

Sie hat ihn mir irgendwann gegeben. Ich hab ihn sogar aufg'schrieben.

Aber ich wüsste nicht, wo.

Was hast du g'macht in der Nacht, in der der Hohenkamm g'storben is?

Das is aber jetzt nicht dein Ernst, dass du mich auch verdächtigst?

Geschlafen hab ich - wie jede Nacht.

Geh, Vater!

Das hätt i mir ned gedacht, dass i darauf einmal keinen Gusto hab.

Gibt's was Neues?

Die Nachbarn von der Gräfin

haben in der Mordnacht ein Autokennzeichen aufg'schrieben.

KB 771 ... - ...GU - das Kennzeichen vom Vater!

Bringts mir den Vater zum Verhör!

Was?

Das is mein Ernst!

Grüß euch!

Setzts euch am Stammtisch, i komm sofort.

Danke, Hannes.

Bitte sag du's ihm!

Naa. Das is wirklich Chefsache.

Soll ich auf mein Lokal schreiben, "wegen Verhaftung geschlossen"?

Das ist doch lächerlich! Ich steh den ganzen Tag in der Küche.

Nachher braucht man frische Luft, geht spazieren.

Ich kann nicht ahnen,

dass mich Kitzbüheler Blockwarte auf Schritt und Tritt beobachten.

Frische Luft schnappen - warum aus- gerechnet bei der Villa der Gräfin?

Gerade dort! Die Villa ist direkt neben dem Andreas-Hofer-Park.

Ich hab die Termine vom Georg von Hohenkamm 'checkt.

Mir is ein gewisser Karl Spitzer aufg'fallen, ein Finanzberater.

Nicht jetzt!

Kannst du uns kurz allein lassen?

Nichts lieber als das.

Sodala, Vater.

Was is los?

Darfst mich aber nicht auslachen.

Spuck's aus!

Ich war ...

... eifersüchtig.

Ich bin nach der Sperrstunde zur Villa von der Gräfin g'fahren.

Ich weiß auch nicht, warum.

Manchmal bin ich auch nur ein alter Depp.

Dieser Spitzer war der Vermögensberater vom Hohenkamm.

Am Tag vor seinem Tod hat er ihn getroffen - steht im Filofax.

Ich hab den Eindruck, wir klammern uns an jeden Strohhalm.

Ned unbedingt. Der Spitzer hat ziemlich hoch und riskant spekuliert.

Zu hoch und zu riskant, wie sich herausgestellt hat.

Der Hohenkamm hat einen ordentlichen Batzen Geld verloren.

Stimmt, er hat bei mir investiert.

Risikofreudiger Mann.

Leider hat er sein Geld verloren.

Wie so viele andere auch.

Aber ich habe ihn vorher ordentlich über die Risiken aufgeklärt.

Warum wollte er Sie jetzt noch einmal treffen?

Dampf ablassen wollt er halt.

Um ehrlich zu sein: Er hat mich nur 20 Minuten lang angeschrien.

Ich hab ihm erklärt,

dass ich die Wirtschaftskrise nicht allein ausgelöst hab.

Ob er das verstanden hat, weiß i ned.

* Handy *

Lukas, was gibt's?

Ich hab die alten Videobänder vom Hohenkamm digitalisieren lassen.

Da sind Aufnahmen aus dem Jahr 1987 auf Procida.

Eine Insel im Golf von Neapel.

Das ist die Bianca Pirlo, ein 22-jähriges Fotomodell.

Heutzutag würde man sagen, ein It-Girl.

Die hat sich damals an die High Society rang'schmissen.

Sind übrigens die letzten Aufnahmen, auf denen sie lebend zu sehen ist.

Ein paar Stunden später war dieser Motorjacht-Unfall.

Das sind die Unterlagen aus Italien?

Ja. Die wollten in der Nacht ans Festland, der Seegang war zu hoch.

Dabei ist sie über Bord 'gangen.

Auf der Jacht waren der Georg von Hohenkamm, die Bianca Pirlo ...

Wissts, wer die Jacht gelenkt hat?

Ja, die Gräfin.

Was glaubt ihr, auf wessen Schoß die Pirlo da sitzt?

Max Osterloh. Der Mann, den die Gräfin später g'heiratet hat.

Was wollen Sie mir da unterstellen?

Dass ich eine Konkurrentin kaltblütig aus dem Weg geräumt hab?

Ich will Ihnen nichts unterstellen. Ich sag nur, was wir wissen.

Es gab einen mysteriösen Unfall, den Ihre Konkurrentin nicht überlebte.

Den einzigen Zeugen finden wir tot in Ihrem Gästebett!

Die Optik ist nicht optimal.

Ihr wisst nicht, wie dieser Urlaub abgelaufen ist.

Dann erzählen Sie es uns bitte!

Diese Bianca hat sich an jeden gutsituierten Mann rangemacht.

Nicht nur an meinen Max.

Auch an Georg und seinen kleinen Bruder. Der war fast noch ein Kind!

Ich war nicht eifersüchtig auf diese Dame!

Bernd von Hohenkamm hat uns was ganz anderes erzählt.

Was?

"Bianca war atemberaubend schön."

"Die hat allen den Kopf verdreht."

"Die Gräfin hat ihren Max keine Sekunde aus den Augen gelassen."

"Ganz zu seinem Leidwesen, weil ..."

"Wie soll ich sagen? Auch der Max ist dem Charme von Bianca erlegen."

"Das haben alle ziemlich lustig gefunden - bis auf die Gräfin."

"Die hat ihr Revier mit Zähnen und Klauen verteidigt."

"Ich erinnere mich an eine ziemlich lautstarke Auseinandersetzung."

"Kurz vor Biancas tragischem Unfall."

"Worum ist es da gegangen?"

"Das müssen Sie die Gräfin fragen."

Worum ging's bei diesem Streit?

Die Bianca hat sehr gern was getrunken.

Als ich ihr die Flasche abgenommen hab, ist sie auf mich losgegangen.

Keine Ahnung, wer die Idee hatte, noch mal mit dem Boot raus zu wollen.

Eine Schnapsidee!

Es war kalt, dunkel und stürmisch.

Die Bianca ist irgendwo rumgetorkelt.

Ich konnt sie nicht im Auge behalten, ich hab ja das Boot gelenkt.

Und der Georg war kurz unter Deck.

Es war ein furchtbarer, furchtbar schrecklicher Unfall!

Aber eben ein Unfall!

Aber dieser "Unfall" ist Ihnen nicht ungelegen gekommen.

Vielleicht hätte Sie der Herr Osterloh nicht geheiratet.

Ganz unlukrativ war die Heirat nicht für Sie.

Und warum hätte ich den Georg jetzt umbringen sollen?

27 Jahre nach dem Unfall?

Sie haben ihm Geld geliehen.

Ein Freundschaftsdienst, wie Sie sagten.

Aber vielleicht hat er Sie erpresst.

Wollte er von Ihnen auch immer mehr, wie von der Doktor Margreiter?

Wenn der einzige Zeuge seine Aussage zurücknimmt,

wird der Fall wieder aufgerollt. Und Mord verjährt nicht!

Das hätte Ihnen große Unannehmlichkeiten gebracht.

Ganz zu schweigen von den gesellschaftlichen Konsequenzen.

Da können einem Mordgedanken kommen.

Gräfin ...

Es fällt uns nicht leicht, aber es bleibt uns nichts anderes übrig.

Wir müssen Sie vorläufig festnehmen.

Das ist nicht euer Ernst?!

Was hätt i machen sollen?

Komm mit!

Und? Wie geht's Ihnen so?

Wie soll's mir schon gehen?

Den Umständen entsprechend.

Hannes!

Ich muss Ihnen was gestehen.

Mir können Sie alles sagen.

Sie wissen doch, ich kann schweigen wie ein Grab.

Ich hab einen riesengroßen Fehler gemacht.

Oggi un atto del genere non è più possibile?

Sì, sì.

Grazie mille, ciao!

Und?

Die Ermittlungen nach dem Jachtunfall sind sehr schnell eing'stellt worden.

Der italienische Kollege hat erzählt,

dass man die Untersuchungen hat beschleunigen können

durch eine kleine Spende. - Das is alles so ... aah!

Ja, aber ich kann auch nix dafür.

Da gibt's ned, dass wir nix finden, was die Gräfin entlastet!

Im Gegenteil, es wird immer schlimmer!

Ich weiß, was du meinst, aber ...

Schau, i hab im Filofax vom Georg von Hohenkamm eine Skizze g'funden.

Mit der kann i nix anfangen. Vielleicht hilft uns die weiter.

Was is eigentlich los mit dir?

Wie lange kennst du die Gräfin?

Du glaubst im Ernst, dass die jemanden umbringen kann?

Was i glaub, is egal. Da zählen die Fakten.

Fakt ist, die Gräfin war mit Georg von Hohenkamm allein in ihrer Villa.

Es gibt keine Einbruchsspuren, und die Alarmanlage war an.

Wie hätte jemand reinkommen sollen?

Es wär mir auch lieber, wenn's anders wär.

Du bist ned der Einzige, der die Gräfin mag.

Soll ich dich mitnehmen?

Vater!

Naa, danke.

Okay. Pfiat di.

* Spannungsgeladene Musik *

* Alarmsirene *

Und?

Bis jetzt nix.

Kollegen, kommts einmal!

Jetzt versteh i noch besser, was du mit "altem Deppen" g'meint hast.

Schau ned so!

Ich wollte beweisen, dass man in die Villa eindringen kann,

ohne die Alarmanlage auszulösen.

Das war vielleicht nicht sehr intelligent.

Das ist aber deine Theorie vom Unfall auch nicht.

Wie soll das sein? Die Gräfin und Bianca liefern sich einen Ringkampf?

Während der Hohenkamm das Schiff durch die wütende See lenkt?

Die Gräfin hat doch die Jacht g'steuert!

Morgen, Karin!

Du bist ein Engel, danke.

Hast du die Nacht durchg'macht?

Hast schon eine Vermutung, was das sein kann?

Leider ja. Ich trau mich's nicht zu sagen.

Angenommen, das soll die Jacht sein.

Dann stehen die Buchstaben für Vornamen.

G für Georg, B für Bianca.

Und V?

V für Vera.

Vera?

Das ist der zweite Vorname von der Gräfin.

Dem Vater hat sie erzählt, sie hat als Jugendliche "Isabelle" gehasst.

Alle Freunde haben sie Vera genannt.

Wenn deine Theorie stimmt und die Skizze richtig ist,

dann hat der Hohenkamm die Jacht g'lenkt und ned die Gräfin.

Und der Vater hat davon g'wusst.

Und was noch schlimmer ist: Die Gräfin hat uns ang'logen.

Wenn jemand die Pirlo über Bord g'stoßen hat, dann sie.

Sie bleiben also dabei? Sie haben die Jacht gelenkt?

Sicher?

Sie machen es einem nicht leicht, an Ihre Unschuld zu glauben!

Es war der größte Fehler meines Lebens.

Georg war am Steuer.

Nach dem Unfall hat er mich angefleht, falsch auszusagen.

Er hatte zu viel getrunken.

Er hatte Angst, dass man ihm die Schuld an dem Unfall gibt.

Ich hab mich breitschlagen lassen - was ich zutiefst bereue.

Zu Recht bereuen S' das. Und das ist nicht Ihre einzige Lügengeschichte.

Der Georg wollte Sie erpressen. - Nein! Nein!

Wir haben über den Unfall gesprochen, dabei hat Georg diese Skizze gemacht.

Ich hab gleich gewusst, worauf er hinauswill, und ihm Geld angeboten.

Georg war ein Freund.

Ich hätte ihm das Geld auf alle Fälle gegeben.

Das Problem ist: Das glaubt uns kein Richter der Welt.

Danke dir. - Gern g'schehn.

Wie schaut's aus?

Schlecht, sehr schlecht.

Wenn du nichts hast, war's das.

I will niemandem falsche Hoffnungen machen.

Aber i hab mir diesen Spitzer noch einmal genauer ang'schaut.

Bevor er Finanzberater war, war er als selbstständiger Vertreter tätig.

Für eine Alarmanlagen-Firma.

Damit wir uns richtig verstehen:

Bloß weil ich vor zehn Jahren Alarmanlagen verkauft hab

und Hohenkamm mich am Tag vor seinem Tod zur Sau g'macht hat,

nehmen Sie an, ich hätt mich eingeschlichen und ihn um'bracht?

Hineingekommen wär ich vermutlich schon.

Aber Sie überschätzen meine Wut auf den Hohenkamm.

Ich hab Ihnen ja schon g'sagt, ich versteh die Anleger.

Ich hab selber auch Geld verloren.

Klar war der Hohenkamm sauer.

Aber ich hab schon andere Härtefälle g'sehn.

Immerhin stand er kurz vorm Verkauf seiner Ferienvilla in Kitzbühel.

Fünf Millionen ist das wert.

Wenn er wirklich der Sachwalter von seinem Bruder g'worden wäre,

hätte er gleich über die ganze Kohle verfügen können.

Er wollte seinen Bruder entmündigen lassen?

Ja. - Warum wissen Sie das und wir ned?

Weil er's gerade erst beim Bezirksgericht angeregt hat.

Und ich weiß das, weil ich mit dem Richter Golf spiel.

Sehr gut, danke. Wiederhören!

Laut Bezirksgericht hat Hohenkamm seinen Antrag damit begründet,

dass sein Bruder immer wieder in psychiatrischer Behandlung war.

Das tät ins Bild passen.

Bernd von Hohenkamm hat sich ein Jahr nach dem Tod von der Pirlo

seinen Anteil am elterlichen Weingut auszahlen lassen.

Er hat sein ganzes Geld in die Suche nach ihrer Leiche g'steckt.

Und das ohne Erfolg!

Der Kroisi soll sofort ... Wo is er denn?

Er wollt sich das Konto vom Bernd von Hohenkamm anschauen.

Er hat was von Spurensicherung g'murmelt - und weg war er.

Er hat sein Leben dem Andenken an diese Pirlo verschrieben!

Er hat das Objekt seiner Bewunderung bis zum Gehtnichtmehr erhöht.

Da passt ein banaler Unfall nicht dazu, da muss was Größeres her.

Eine Verschwörungstheorie. Die Bianca ist ermordet worden.

Und er sucht überall Beweise für seine Theorie.

Bei ihm müssen die Alarmglocken geläutet haben,

als ihn sein Bruder für verrückt erklären lassen wollte.

Er dachte, Georg will verhindern, dass er die Wahrheit rausfindet.

Das muss für ihn wie ein Schuld- Eingeständnis gewirkt haben.

Wie is er in die Villa gekommen?

* Handy * Wo bist du?

Was gibt's so Dringendes?

Kannst du den Zugangscode eingeben?

Ja.

Bitte sehr.

Seine Kreditkarten-Abrechnung hat mich drauf'bracht.

Da ist eine unsichtbare Paste drauf, die nur unter UV-Licht sichtbar wird.

So eine hat der Bernd von Hohenkamm auf die Tastatur g'strichen.

Nachdem die Gräfin den Code eingetippt hat,

hat er nachschauen können, welche Tasten sie gedrückt hat.

Bei vier Ziffern, wie viele Kombinationen sind möglich?

24. - Das kann man schon durchprobieren.

Genau. Und nach dem Mord hat er die Paste wegg'wischt.

Und das werd'ma ihm beweisen.

Kroisi!

Danke.

So, jetzt brauch ich einmal wirklich Ihre Hilfe in einem Fall.

Alles, was Sie wollen. Ist schließlich auch mein Fall.

Bitte schön.

Ja?

* Sie seufzt erleichtert. *

Entlassen?

Aber ich dachte ...

Ja!

Das freut mich für dich.

Ich seh mal im Kalender nach.

Ich seh gerade, ich hab da nichts vor.

Um acht bei dir?

Mhm.

Was hätte ich denn machen sollen?

Natürlich geh ich zur Schönberg.

Ich hab dir doch versprochen, dass ich das alles aufkläre.

Ich hab in den letzten Tagen viel Zeit zum Nachdenken gehabt.

Kannst dir sicher denken, worüber.

Den 18. September '87.

Es ist eine komische Sache mit der Erinnerung.

Manche Dinge, die 20, 30 Jahre zurückliegen,

kommen einem vor, als ob sie gerade erst passiert sind.

Und andere wiederum ...

Ach, ist das so?

In diesem Fall helfe ich deiner Erinnerung gern auf die Sprünge.

Kurz nach Mittag hat mein lieber Bruder Georg

die erste Flasche Champagner geöffnet.

Und begonnen, uns abzufüllen.

Damit wir ja nichts mitbekommen von seinem Plan.

Um 20 Uhr hat er vorgeschlagen, ans Festland zum Essen zu fahren.

Und warum?

Die ganzen 2 Wochen davor haben wir immer in Luigis Trattoria gegessen.

Gerade an dem Abend, wo ein Unwetter war, war ihm Luigi nicht gut genug?

Auf einmal, einfach so?

Nein, natürlich nicht!

Ich habe nachgeforscht, zum Beispiel in der Wetterwarte.

Georg hat an diesem Abend dort angerufen.

Man hat ihm abgeraten, bei diesem Seegang ans Festland zu fahren!

Das hat ihm in die Karten gespielt!

Sein ganzes Leben hat Georg versucht, mich kaputtzumachen.

Weißt du, wo Bianca ...

... in der Nacht vor ihrem Tod war?

Hm?

Bei dir?

Bei mir.

Ich war damals zum ersten Mal...

...mit einer Frau zusammen.

Und dann noch mit jemandem wie Bianca!

Ein Mal im Leben war ich richtig glücklich.

Aber das konnte mein Bruder nie ertragen. Das musste er zerstören.

Bianca war hilflos, wehrlos.

Unschuldig. Und er hat sie über Bord gestoßen.

Warum hast du nur ihn umgebracht und mich nicht auch?

Du warst nur der Rudergänger!

Und hast ihm geholfen, die Sache zu vertuschen.

Gefängnis hätte für dich gereicht.

Hätte.

Georg hat die Jacht gesteuert.

Aber ich hab nichts gemacht.

Und Georg auch nicht!

Das war ein Unfall!

Ein schrecklicher Unfall.

Bianca war so betrunken ...

Bernd!

Aaah!

Alles okay?

Für mich nicht! Wenn ich bedenke,

in welche Bredouille uns der Champagner in Italien gebracht hat!

Wann, wenn nicht heute?

Wir haben was zu feiern, oder?

Na ja.

Keine Angst, ich pass auf Sie auf.

So wie auf mein Geheimnis?

Das tut mir wirklich leid, dass ich das ausgeplaudert hab.

Aber es is mir rausgerutscht.

Das war doch nur Spaß! Ich hab Ihnen längst verziehen.

Spätestens, als ich gehört hab,

wie Sie todesmutig gegen mein Kellerfenster gekämpft haben!

Nur um meine Unschuld zu beweisen.

Da hab ich gewusst, was ich an Ihnen hab.

Nix für ungut, Gräfin.

Bei jedem anderen Ermittler-Team wäre ich jetzt im Gefängnis.

Obwohl's gar nicht gut für mich ausgesehen hat,

habt ihr bis zuletzt an meine Unschuld geglaubt.

Dafür möchte ich euch danken.

Auf die Gräfin! - Und ihre Unschuld.

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