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Zulu
* Ruhige Musik *
Joachim Vernau
Marie-Luise Hoffmann
* Die Musik wird lauter. *
Chris?
Wo bist du?
Chris? - (Chris) Buh!
* Er lacht. *
Musst du mich so erschrecken? Was soll das?
Ist es nicht geil hier?
Wie in einem richtigen Horrorfilm.
Schau mal, wir haben sogar Vollmond.
* Bruchgeräusch *
* Musik wird leiser. *
* Sie seufzt. *
Jetzt komm schon.
Ah, ist das eklig hier.
Oben ist besser. Versprochen.
Bist wohl öfter hier.
* Fröhliche Soulmusik *
* "Back to Black" von Amy Winehouse *
* Sie lacht. *
Hey!
♪ He left no time to regret
Kept his dick wet
With his same old safe bet ♪
* Klirren *
Hast du das gehört?
Was denn?
* Er atmet schwer. *
Bitte schau nach.
Was? Jetzt?
* Sie seufzt. *
Dein Ernst? - Ja.
* Düstere Musik *
Hallo?
Ist da jemand?
Da brennt was.
* Husten *
Scheißdreck! * Lautes Klopfen *
* Verhängnisvolle Musik *
(Chris) Wieso ist diese Kacktür zu?
Da draußen ist jemand.
Hallo! Hallo! Wir sind hier drin eingesperrt!
Wo sind wir hergekommen?
Kein Empfang. Scheiße! - Wo sind wir hergekommen?
Von da.
* Zischen * Ah!
Gib mir die Flasche.
Du willst da rein? Bist du wahnsinnig?
* Er hustet. *
* Klirren * * Scharren *
Warte! Bianca!
* Sie schreit. *
* Türklingeln *
* Straßenlärm *
Mutter? Was machst du hier? Ich muss mit dir reden.
Warum rufst du nicht an?
Das geht nicht am Telefon. Wer weiß, wer da alles mithört.
Worum geht es?
Führst du deine Klientengespräche jetzt immer im Hausflur?
Komm rein. Komm.
Was ist denn aus deinem Coworking-Space geworden?
Wo sind denn all die jungen Leute?
Die sind alle weg. Die arbeiten jetzt von zu Hause.
Kein Gedrängel in der S-Bahn, kein Stau,
einfach morgens aufwachen und arbeiten.
Voilà!
Frühstück?
(seufzend) Gestern war ja alles noch da.
* Ruhige Musik *
Frau Ingeborg Huth.
Mit und ohne Kopfbedeckung.
Das erste Mal war es vor vier Wochen.
Sie sagte, sie müsse eine Familienangelegenheit regeln.
In der Uckermark. Ich wollte mit, aber sie wollte nicht.
Und? Dann noch mal vor zwei Wochen.
Eine Erbschaftsangelegenheit.
Ich dachte, sie hätte keine Familie. Habe ich auch gedacht.
Weißt du was? Das ist nicht schlimm.
Ihr seid zwar zusammen, aber ihr seid jetzt nicht wirklich zusammen.
Nicht vor dem Gesetz. Du mochtest Hüthchen nie.
Was? Das stimmt nicht. Es war ein Fehler herzukommen.
Bitte, Mama.
Ich bin Anwalt.
In der ganzen Stadt ist niemand, der dir besser zur Seite steht.
Ich fürchte, sie hat eine Affäre.
Eine, eine was?
Eine Frau spürt so was.
Dein Vater war ein schwerer Trinker und hat es verleugnet.
Bis man ihm die Leber rausoperierte. Gott hab ihn selig.
Kann man das vergleichen? Ich weiß nicht, was ich tun soll.
Ich weiß nur, ich brauche Gewissheit.
Du willst, dass ich ihr hinterherschnüffle?
Wie du das sagst, das klingt irgendwie ordinär.
Okay, ich mache es.
Ach, Joachim!
Ich müsste aber wissen, wann sie wieder verschwindet.
Sie wollte heute Nachmittag los. Na gut.
Das ist unsere Miete für den nächsten Monat.
Bitte nimm es als Anzahlung.
Ich brauche es vielleicht ja nicht mehr.
Was soll das? - Nimm, bitte.
Es hilft mir, mit all dem umzugehen. Na.
* Dynamische Musik *
* Die Musik bricht ab. *
* Auslöser klickt. *
* Motorbrummen *
Verdammt.
* Dynamische Musik *
Hey! Ah.
Äh, können Sie bitte weiterfahren? (Mann) Warum?
Ich will wissen, wo der Wagen hin will.
Es ist rot. Ich gebe Ihnen 20 Euro. 100 Euro.
Warum fahren Sie nicht?
Ich weiß, wohin er will. Ach ja?
Da wollen heute alle hin.
* Metallisches Klirren *
* Die Musik läuft aus. *
* Vogelzwitschern *
* Spannungsvolle Musik *
* Der Fahrer stöhnt. *
* Langes Hupen *
* Vogelzwitschern *
* Hundebellen *
* Leise Kammermusik *
* Kindergeschrei *
* Die Musik wird lauter. *
(Mann) Diese Villa ist das Kernstück des neuen Bauvorhabens.
Vormals eine Ruine, jetzt Ausdruck meines Willens.
Die Geschichte unseres Landes, respektvoll.
Der Lido wird dies fortsetzen,
allerdings mit dem aufgeklärten Geiste des 21. Jhd.
Allein in den letzten sechs Monaten ist der Quadratmeterpreis
um 20 Prozent gestiegen.
Ich biete jedem, der es will,
nicht weniger als einen Teil unserer Heimat.
Lassen Sie uns endlich alle am Wohlstand partizipieren.
Düstersee den Düsterseern.
Aber denken Sie nicht so lange nach.
Wäre etwas für deinen Ruhestand, oder?
* Applaus *
Was machst du denn hier?
Ich bin mit einem Klienten da.
Mit Schleevogt?
Moment. Du und der Präsident der Anwaltskammer ...
In drei Monaten ist wieder Wahl. Er war doch zu konservativ.
Berliner Hipster kaufen alles, die Einheimischen gucken in die Röhre.
Das ist die Antwort? Crowdfunding für die Übriggebliebenen?
Wer ist der Typ? Ein Sponsor. Christian Steinhoff.
Besitzer dieses Anwesens und mittlerweile halb Düstersee.
Ein richtiger Lehnsherr. Passt zu ihm.
Hast du sein Bootshaus gesehen? Da bin ich einquartiert.
Mit Room-Service und privatem Motorboot und allem.
Was will er dafür? Politischen Einfluss.
Den willst du ihm verschaffen? Spinnst du?
Nee. Ich mache das Gruppenfoto.
Dann fahr ich wieder ins kuschelige Berlin. Was machst denn du hier?
Der, der mit deinem Chef redet, wer ist das?
Der ehrenamtliche Bürgermeister Kurt Wössner.
Altes Kadermaterial, du weißt schon.
Aber die Frau bei ihm, die kennen wir doch.
Ingeborg Huth. Ganz schön schick gemacht.
Ist deine Mutter auch hier? Eben nicht.
Oh, das tut mir leid.
Sie kommt darüber weg. Sie ist alt genug.
Du, wann fährst du nach Berlin? Mein Job hier ist erledigt.
In einer halben Stunde unten. Pünktlich.
Keine Lust auf die Rush Hour. Ich bin da.
* Gemurmel *
Doch.
* Verträumte Musik *
* Die Musik läuft aus. *
Das ist ja ein tolles Pärchen.
Alte Liebe rostet nicht.
Alte Liebe? Kennen Sie die beiden?
Zwei, die ihr Leben genießen.
Sieht aus wie mit dem Rollator in den Sonnenuntergang.
Warum so bitter? Haben Sie Ihr Leben nicht im Griff?
Doch, eigentlich schon.
Sie sind aus Berlin, habe ich recht?
Sie haben diese typische "Ich bin der Nabel der Welt"-Haltung.
Hatte ich auch mal.
Man kommt damit hier nicht weit.
Ich bin Sanja.
Vernau, Joachim.
Wollen Sie auch auf die Veranstaltung?
Das trifft sich gut.
Ich kann Verstärkung gebrauchen.
Das war mal das stolze Wahrzeichen der ganzen Region,
Villa Flosshilde.
Die Besitzer wurden nach Auschwitz deportiert.
Dann war es ein Lazarett, ein Kinderheim.
Und jetzt Disneyland für einen skrupellosen Geschäftsmann,
der es plattmachen will.
Jetzt klingen Sie aber ganz schön bitter.
Tue ich das?
Was ist Ihr Geheimnis? Warum sind Sie hier?
Scheidungssache. Ich bin Anwalt.
Und Sie?
Energetische Heilerin.
Ich lehre, wie man seine Dämonen kontrolliert.
Wie man sie füttert.
Seine Ängste, seine Sorgen, seine negativen Energien.
Gibt es so viele Dämonen in der Prignitz, dass sich das lohnt?
Mit jedem Besucher werden es mehr.
Hunger?
Zweimal alles ohne Würstchen, bitte.
Na? Da ist ja unsere Widerstandskämpferin.
Hast du dir einen Leibwächter mitgebracht?
Hi, Sophie. Wow, du siehst schön aus.
Wenn mein Vater dich sieht, schmeißt er dich raus.
Nicht so eilig. Die Dame ist in meiner Begleitung.
Wo hast du den denn her?
Süß!
Scheint nicht von hier zu sein?
Sophie, gibt das deinem Vater. Ist wichtig. Grüß ihn von mir.
Mache ich. Aber grüßen kannst du ihn selber. Er steht da hinten.
Und tschüss.
Oh.
* Vogelzwitschern *
* Langsame Musik *
Marie-Luise?
Marie-Luise?
Oh.
(Christian) Ich kann mir dich nicht mehr leisten.
* Die Frau lacht. *
Ich schätze, dir bleibt nichts anderes übrig, mein Schatz.
Ich lass mich nicht mehr erpressen.
Zehn Jahre. Jetzt ist Schluss.
Das überlebst du nicht.
Nein. Christian, hör auf! - Das hat dich doch nie gestört!
Hör auf! Hör auf!
Du widerst mich an! Geh weg.
* Grillenzirpen *
Frau Hoffmann?
Frau Hoffmann, sind Sie da?
Frau Hoffmann?
* Handyvibrieren *
Hallo, Mutter.
Ich wollte dich auch anrufen. Ich bin hier in Düstersee.
Das ist in der Prignitz.
"Hat Hüthchen einen anderen?"
Also ...
Es gibt hier im Ort jemanden, mit dem sie Zeit verbringt.
Das muss nichts heißen.
"Was bedeutet Zeit verbringen?"
Sie wirken vertraut miteinander.
"Wie vertraut?"
Sehr vertraut.
"Wer ist es?"
(flüsternd) O Gott.
Es ist der Bürgermeister hier im Ort.
* Auflegeton *
Mama?
* Besetztton *
* Seufzen *
* Eindringliche Musik *
Hallo?
Bleiben Sie doch stehen!
Jetzt warten Sie! Hallo!
* Die Musik wird intensiver. *
* Die Musik wird leiser. *
* Husten *
* Motorbootbrummen *
* Frauen schreien. *
* Freudenrufe *
* Vogelzwitschern *
* Plätschern *
* Treibende Musik *
* Motorbootbrummen *
Hallo! Kommen Sie doch rein!
* Spannende Musik *
* Die Musik verklingt. *
(Mann) "Du sollst mit dem Tod zufrieden sein
Warum machst du dir das Leben zur Pein?"
Goethe geht immer.
Kannten Sie ihn?
Natürlich.
Hey, Sophie, lass bitte den Blödsinn!
Jeder kennt hier Christian Steinhoff.
Tja. Besonders weit hat er es nicht geschafft.
Wie meinen Sie das?
Die Villa war mal ein Waisenhaus. Da kommt er her.
Die Eltern sind damals in den Westen abgehauen.
Haben den 5-jährigen zurückgelassen.
Sie sagten, Steinhoff war betrunken?
Was ist? Bleibt es bei Goethe oder wird es noch eine Obduktion geben?
Bei Herzinfarkt? Wozu?
Es ist unser siebter diesen Sommer.
Die Leute überschätzen sich und das feuchte Klima.
Ich lebe seit über 50 Jahren hier.
Ich habe mich immer noch nicht daran gewöhnt.
Gut, Herr Vernau.
Äh, Herr Kommissar?
Es gab doch noch einen Zwischenfall gestern Nacht.
Jemand stand am Fenster und schaute ins Haus.
Könnte ein Gast gewesen sein.
Ich habe gehört, die Party ging bis um 3.
Herr Vernau? Ja.
Meine Mutter möchte mit Ihnen sprechen.
Okay. Persönlich.
* Langsame Musik *
Herr Vernau?
Vernau. Mit V aber wie F.
Gut. Sie waren es. Sie haben meinen Mann gefunden, richtig?
Ja. Ich war heute Nacht zu Gast in Ihrem Bootshaus.
Wussten Sie, dass er Asthma hatte? Nein.
Die Polizei sagt, sie haben keinen Inhalator bei ihm gefunden.
Das Einzige, was ich sah war eine Cognac Flasche in seiner Hand.
Alkohol war nie sein Problem.
Vielleicht ja doch.
Tut mir leid. Mein Beileid zum Verlust.
Wann haben Sie meinen Mann zuletzt gesehen?
Ich meine lebend.
Kurz vor Mitternacht. Er kam zum Bootssteg. War er alleine?
(lachend) Na klar, die Schlampe.
* Seufzen *
Verstehen Sie mich nicht falsch, Herr Vernau.
Mein Mann und ich führen eine offene Beziehung, sehr offen.
Ich ertrage es nicht, wie sie ihn ausnimmt
wie eine Weihnachtsgans.
(seufzend) Tee?
Ich hab Sie übrigens gegoogelt.
Sie sind Rechtsanwalt.
Was man so liest, ein sehr guter sogar.
Sind Sie käuflich, Herr Vernau?
Mehr oder weniger.
Ich habe wie jeder Anwalt einen festen Stundensatz.
Gut.
Dann müssen wir jetzt sehr schnell sein.
Die meisten Verbrechen werden in 48 Stunden aufgeklärt
oder eben gar nicht.
Verbrechen? Ja.
Mein Mann wurde umgebracht. Ist das nicht ein bisschen voreilig?
Hören Sie sich einfach um.
Das ist eher Sache der Polizei.
Die stecken hier alle unter einer Decke.
Ich bin gespannt, was die Obduktion ergibt.
So viel ich gehört habe, gibt es keine Obduktion.
Natürlich wollen wir eine Obduktion. Damit fangen Sie an.
Wenn Sie mehr Geld brauchen, sagen Sie Bescheid.
Sie können im Bootshaus bleiben. Da sind Sie in meiner Nähe.
Haben Sie einen Wagen?
Mh-hm. Okay.
Sophie, chérie, ich brauche dich mal hier.
Wie lange leben Sie schon hier?
Ich bin mit 13 hergekommen.
Glauben Sie, jemand hat Ihren Vater umgebracht?
Sie waren es jedenfalls nicht. Was macht Sie da so sicher?
Sie sind nicht von hier, hm?
Suchen Sie sich einen aus.
* Anschwellende Musik *
Ich hoffe, es ist Benzin drin.
* Motorbrummen *
Was für ein netter Zufall.
Man sieht sich immer zweimal in Düstersee.
Das Auto passt zu Ihnen.
Der Wagen ist eine Leihgabe von Frau Steinhoff.
Interessant. Arbeiten Sie für sie?
Sie haben es bestimmt schon gehört.
Herzinfarkt. Tja, so schnell kann es gehen.
Frau Steinhoff denkt, ihr Mann wurde umgebracht.
Sie müssen jetzt den Mörder suchen?
Sagen wir, ich suche nach Leuten, die ein Motiv gehabt haben könnten.
Da sind Sie hier richtig.
Tatsächlich? Ja, aber ich war es nicht.
Sag mal, Moni, warst du das? Hast du den umgebracht?
Quatsch!
Äh, die Pumpe geht nicht. Schon lange nicht.
Oh, danke schön.
Steinhoff nahm sich immer, was er wollte,
und auf andere geschissen.
Jetzt hat er die Rechnung. Ich hoffe, er schmort in der Hölle.
Viel Glück, bei der Mördersuche.
Was macht das? 22,90 Euro.
Wann ist es passiert?
* Seufzen *
Irgendwann morgens zwischen 2 und 6 Uhr.
Da waren wir im Bett, oder, Herfried?
Da haben wir beide tief und fest geschlafen.
Reicht das als Alibi?
Es war Blutmond gestern.
Da kann ich nie schlafen.
Blutmond?
Na, ist gut.
Ja, das ist unser Sohn Chris.
Er ist vor zehn Jahren ums Leben gekommen.
Da hatten wir auch einen Blutmond.
Er ist in Steinhoffs Villa verbrannt.
Damals gehörte sie ihm nicht.
Es war eine Ruine für Liebespärchen.
In zwei Tagen ist sein 30. Geburtstag.
* Schluchzen *
Es war der Sohn der Galeristin.
Er hat den Brand gelegt.
Aus Eifersucht auf unseren Chris.
* Entspannte Musik *
Frau von Boden?
Mein Name ist Vernau. Ich bin Anwalt.
Sie wissen, dass Herr Steinhoff tot aufgefunden wurde?
Hat seine Witwe Sie geschickt? Ah, ja.
Es gibt da eine Reihe offener Fragen.
Zum Beispiel?
Ich war gestern Nacht Gast in Herrn Steinhoffs Bootshaus
und Sie waren nicht besonders rücksichtsvoll.
Wir haben uns gestritten.
Passiert manchmal unter Geschäftspartnern.
Für mich klang das eher privat.
* Knallen *
Deprimierend, nicht?
Sie malt mit ihrem eigenen Blut.
* Lachen *
Tatsächlich?
Niemand will diesen morbiden Mist haben.
Er wollte, dass ich ihre Bilder exklusiv ausstelle
und alle anderen rausschmeiße.
Das hätte meinen Ruf ruiniert.
Womit haben Sie ihn 10 Jahre lang erpresst?
Wenn ich das gestern richtig verstanden habe?
Den Wagen, mit dem Sie gekommen sind,
habe ich ihm zu seinem 25. Geburtstag geschenkt.
Er war nach der Wende hier aufgetaucht
und hatte nur ein Ziel.
seine alte Heimat zu einem besseren Ort zu machen.
Er hatte Ideen, brauchte Bürgschaften, Kredite.
Ich habe sie ihm besorgt.
Aber er hat sich verändert.
Vor allem, als er sich in den Kopf gesetzt hatte,
dieses Monstrum zu bauen.
Klein-Venedig.
Klein-Venedig, ja. Das ganze Dorf läuft seitdem Sturm.
Zu Recht, wie ich finde.
Wollen Sie auch ein Glas? Oh danke, nein.
Nach Ihrem Gespräch gestern, was haben Sie dann gemacht?
Ich bin zurück zur Villa.
Hab auf ihn gewartet. Ich wollte ihn umstimmen.
Gibt es dafür irgendwelche Zeugen?
In seinem Schlafzimmer?
Und er ist auch nicht nochmal gekommen?
Nein. Nein.
Nein. Entschuldigen Sie. Wussten Sie, dass er Asthma hatte?
Ja, er hat immer einen Inhalator dabei.
Glauben Sie, im Falle eines Anfalls
hängt von dem Ding sein Leben ab?
Ich hab das erlebt. Er würde in Kürze ersticken.
Die Polizei hat kein Spray gefunden.
Das ist seltsam.
Ja.
Joachim, ich kann jetzt nicht. Du hast echt Nerven.
Du versprachst heute anzuziehen. Du wolltest mich mitnehmen.
Ich habe Mietinteressenten hier. Wie stehe ich da?
Vergiss es.
Euer großer Sponsor, übrigens, ist tot.
"Was? Steinhoff?"
Du machst Scherz. Laut Polizei Herzinfarkt.
Und die Obduktion?
Es wurde seltsamerweise keine beantragt.
Seine Witwe hat mich engagiert, damit ich mich darum kümmere.
Nur über die Staatsanwaltschaft. Oder die Angehörigen.
Geld spielt hier keine Rolle. "Seit wann das?"
Könntest du dich darum kümmern? Ich zahle deinen Stundensatz.
Wann räumst du endlich deine Sachen aus der Kanzlei?
Sobald ich hier fertig bin.
Und noch etwas, wo finde ich den Bürgermeister von Düstersee?
Vielleicht im Rathaus? Gibst du mir eine Adresse?
* Auflegeton *
Okay.
Hallo?
* Autotüren knallen. *
* Leise Rockmusik aus einer Anlage *
* "Zeit die nie vergeht" von Perl *
* Fröhliches Schreien *
* Kinderstimmen *
Wie diese ganzen Seen miteinander verbunden sind,
finde ich faszinierend.
Theoretisch müsste ich vom Alexanderplatz
mit einem Boot hierher fahren können.
Ja. Viel Glück.
Ich hätte gerne ein Bier. Ein alkoholfreies.
Das hier ist ein Vereinshaus.
Zutritt nur für Mitglieder.
Eigentlich wollte ich zum Bürgermeister.
Was wollen Sie?
Mein Name ist Joachim Vernau, Rechtsanwalt.
Ich hole Erkundigungen ein für Herrn Steinhoffs Witwe.
Und?
Wahrscheinlich haben Sie es gehört. Steinhoff ist tot.
War in den Nachrichten. Und?
Gestern in der Villa habe ich zufällig gesehen,
wie Sie versucht haben, Herrn Dr. Schleevogt
so ein Kuvert zu übergeben.
Worum ging es da?
Gemeindesache.
Natürlich, Sie sind ja der Bürgermeister.
Ich habe gehört, Sie arbeiten ehrenamtlich. Warum?
Alle zieht es aus der Stadt auf das Land.
Hier müssten die Immobilienpreise hoch sein.
Eigentlich müssten Sie einen Riesenreibach machen.
Hey, Jungs, wer von euch hat in den letzten zwei Jahren
sein Haus oder Grundstück verkauft?
(Wössner) Ja.
Und wer an Steinhoff?
Mann, Kurti, alle. - Ja.
Ja, ja. Das soll hier alles platt gemacht werden
und eine Wasserski-Anlage herkommen.
Damit die Sommerfrischler aus Berlin sich nicht langweilen.
Das hat uns alles Steinhoff eingebrockt.
Wollen Sie wissen, was wir von seinem Ableben halten?
* Prusten *
Ach, gestern waren Sie in Begleitung
einer bezaubernden Dame, Ingeborg Huth.
Wissen Sie, wo ich Sie finde?
Die kenne ich nicht.
Sie waren zusammen in der Villa.
Probleme, Kurti?
Keins, das ich nicht alleine lösen könnte.
Der Gemeinderat. Ah, klar.
* Leise Gespräche *
* Autotür schließt. * Na, also.
* Treibende Musik *
* Leise Gespräche *
* Die Musik läuft aus. *
* Hahnkrähen *
* Hundebellen *
* Spannende Töne *
(Sanja) Hallo? Ist da jemand?
* Das Hundebellen wird lauter. *
* Bedrohliche Musik *
Oh, oh. Was?
* Hecheln *
* Lautes Bellen *
* Die Musik wird lauter. *
* Pfiff *
Ja, alles gut.
* Die Musik verklingt. *
Hallo!
Ich wusste nicht, dass hier jemand ist.
Was ist passiert?
Haben Sie den Mörder meines Vaters zur Strecke gebracht?
Ich habe mich im Wald verlaufen. Hm. Wie Rotkäppchen.
Ja. Genau.
* Seufzen *
Meine Mutter hält große Stücke auf Sie.
Tut sie das? Ja. Gefällt sie Ihnen denn?
Sie kriegt jeden rum.
Gut zu wissen.
* Langsame Töne *
Brauchen Sie Hilfe?
Da drüben im Schrank,
da gibt es Alkohol und Pflaster.
Und ...
was anderes zum Anziehen.
* Die Musik läuft aus. *
* Seufzen *
* Grillenzirpen *
* Möwenschreien *
Erkennen Sie den Blutmond?
Ist doch krass, oder?
(zustimmend) Mm-hm.
Was ist das? Ist das die Holzbank da drüben?
Die Einheimischen hier nennen sie Knutschbank.
Und wer sitzt da?
Mein Vater.
Er mochte meine Bilder nie.
Sie seien nicht authentisch genug.
Ich wette, das hier würde ihm gefallen.
Wann sahen Sie ihn so? Gestern Nacht.
Ich arbeite gern in der Dunkelheit.
Da ist alles still und nichts lenkt mich ab.
War er schon tot? Keine Ahnung. Vielleicht.
Sie holten keine Hilfe? Ich dachte mir nix dabei.
Ich wollte den Moment nicht zerstören.
Er sah so friedlich und zufrieden aus.
Wen haben Sie denn sonst noch gesehen?
Da waren zwei Leute, die mit ihm geredet haben.
Mann und Frau?
Kann sein. Was haben sie geredet?
Ich hab keine Ahnung.
Ich bin dann auch wieder abgedüst.
Mit 15 habe ich das erste Mal abgetrieben,
weil er es so wollte.
Wer? Ihr Vater?
Stiefvater.
Steinhoff war Ihr Stiefvater?
Ja. Wollen Sie die Details wissen?
Ja, morgen wieder.
* Handyvibrieren *
Ja?
"Ich weiß, was Steinhoff von Schleevogt wollte.
Die Baugenehmigung für die Südseite von Düstersee."
Du meinst Klein-Venedig.
"Ja, das war mal das Fischrevier von irgendwelchen Parteibonzen.
Die haben alles mit Stacheldraht und Staatsschutz abgeschirmt.
Stand seit der Wende unter Naturschutz." Und?
Vor ein paar Jahren wurde es zu Bauland.
Steinhoff hat natürlich alles wie wild aufgekauft.
Aber bauen konnte er nicht,
"weil der einzige Frischwasserzufluss
zum Düstersee in Privatbesitz ist."
Ich war heute dort.
Es gehört jetzt der Tochter eines ehemaligen Parteifunktionärs.
Einer gewissen Sanja Huth.
Hast du Huth gesagt?
"Ja, habe ich."
Also ohne Frischwasser kein See. Ohne See kein Klein-Venedig.
Der Typ stand quasi mit einem Bein im Bankrott.
"Deshalb auch das alles mit dem Heimatmuseum, Crowdfunding und so."
Laut Schleevogt wäre er übrigens
mit dieser gemeinnützigen Nummer im Landtag durchgekommen.
Du meinst Enteignung? "Ja."
Tolles Mordmotiv für eine verzweifelte Frau.
Und toller Obduktionsgrund.
9 Uhr im Bestattungshaus Neuruppin.
Ein Gerichtsmediziner schuldet mir einen Gefallen.
Woher weißt du das?
Von Schleevogt selber.
Ich habe mich von ihm zum Essen einladen lassen.
Le Petit Chinois.
(stöhnend) Danke.
Ganz wie früher, nicht wahr?
Habe ich auch gerade gedacht. Hm.
* Düstere Musik *
Sagen Sie Bescheid, wenn Sie etwas benötigen.
* Knallen * Hallo?
* Handyvibrieren *
Ja?
(Mann) "Herr Vernau?" Ja, Herr Vernau.
Dr. Schröder hier. Gerichtsmedizin Leipzig.
Wir haben eine Verabredung.
Ja, ich weiß. Ich warte. Wo sind Sie?
In Leipzig. Ich habe wenig Zeit. Sind Sie bei der Leiche?
Ja, bin ich.
Schalten Sie bitte Ihre Handykamera ein.
Moment mal, äh ...
Ich dachte, Sie kommen selbst vorbei.
Wir versinken in Arbeit. Sie können die Leiche rüberschicken.
"Ich kann nicht versprechen, wann wir sie anschauen.
Wollen Sie oder nicht?" Okay.
"Zuerst brauchen wir ein Paar Handschuhe."
* Leise, fröhliche Musik *
Ah, hier.
Ja.
"Es geht zunächst um den ersten Eindruck.
Also zeigen Sie mir das Gesicht.
Was meinen Sie?
Entspannt, mürrisch oder verzerrt?"
Äh ...
Verzerrt. Definitiv verzerrt.
"Reingefallen. Gesichter von Toten sehen immer gleich aus.
Klopfen Sie ihm bitte mit den Fingern auf die Wangen.
Äh, mit zwei Fingern.
Ganz leicht.
Was für einen Eindruck haben Sie? Schwabbelig oder fest?"
Eher fest.
"Saignant oder medium?"
Medium. Fast durch.
Soweit ich das von hier aus sehen kann,
weist der Oberkörper keine Hämatome auf.
Schauen Sie am Hals und in der hinteren Partie nach,
"ob es rote Flecken oder, oder Striemen gibt."
Nein, nichts.
"Jetzt fahren Sie mit der geöffneten Hand sanft durch die Haare."
Ganz sanft.
"Ist irgendwas verklebt oder gibt es Verkrustungen?"
Äh, nein. Nein, nichts.
Okay. Und jetzt auf die auf die Seite rollen.
Sie machen Scherze, oder?
Sie packen ihn mit einer Hand am Hüftgelenk,
die andere unter der Schulter und ziehen ihn zu sich.
"Das geht einfacher als Sie glauben."
Sie hatten recht. Es ging relativ leicht.
"Zeigen Sie mir den Rücken."
"Jetzt das Gesäß, die Waden. Irgendwelche roten Flecken?"
Rote Flecken? Nein.
"Drücken Sie den Daumen auf das Gesäß.
Ganz fest. Halten Sie die Kamera hin."
Ja, das habe ich mir gedacht.
"Was haben Sie sich gedacht?"
"Sie können ihn wieder auf den Rücken rollen."
Oh, oh, oh, äh.
Entschuldigung, das ist hier was ...
* Knacken * Oh.
Macht nichts. Passiert mir auch. Tut mir leid. Ich bin ...
Und, was denken Sie?
"Ich kann mit Bestimmtheit sagen,
dass der Tod nicht durch einen Herzinfarkt eintrat.
Es fehlen alle Anzeichen. Auch ist ein gewaltsames Einwirken,
Strangulierung oder Sturz, nicht erkennbar."
Er hatte Asthma.
Das würde einiges erklären.
Was meinen Sie, zum Beispiel?
"Asthmatiker haben ein Problem auszuatmen.
Die Lungenbläschen blähen sich auf und können sich nicht entleeren."
Das führt zu einer Art panischen Verkrampfung,
an die der Patient erstickt.
Als ich ihn fand, saß er auf einer Bank,
leicht gebeugt, auf die Arme gestützt.
"Alles Weitere kann ich sagen, wenn wir den Brustkorb aufschneiden
und ich einen Blick auf die Lunge werfe."
Äh, nein, nein, nein.
Vielen Dank, das wird nicht nötig sein.
"Sind Sie sicher?" Oh, absolut. Glauben Sie mir.
* Die Musik verklingt. *
Wenn du dich drum kümmern könntest, wäre das gut.
Was ist hier passiert? Ich melde mich später. Tschüss.
Sanja Huth mit einer Helferin. Vielleicht kennen Sie die Dame?
Keine Ahnung. Nie gesehen.
Können wir rechtlich gegen sie vorgehen?
Was wollen Sie erreichen?
Schadensersatz. Mutwilliger Zerstörung fremden Eigentums.
Dann verschaffen Sie ihnen, was sie wollten: Publicity.
Sanja Huth geht offensichtlich davon aus,
dass der Besitz hier in Düstersee
von Ihrem verstorbenen Mann unrechtmäßig erworben wurde.
Lächerlich. Kann sein, aber beim derzeitigen politischen Klima.
Okay, was schlagen Sie vor?
Vergessen Sie es.
Ich komme gerade von der Obduktion Ihres Mannes.
Er ist definitiv beim Asthmaanfall ums Leben gekommen.
Also Mord.
Wer wusste von der Krankheit?
Eigentlich niemand. Er sah es immer als Schwäche an.
Ah. Frau von Boden wusste davon. Hat sie mir selbst gesagt.
Wissen Sie, was sie gegen Ihren Mann hatte?
Nein, ich weiß nur, dass er ihrem Sohn
einen teuren Klinikaufenthalt finanziert, schon seit Jahren.
Herr von Boden?
Richtig?
Wir kennen uns ja schon.
Das waren doch Sie, oder? Am Fenster?
Hey, das sind Sie.
Das ist richtig gut getroffen.
Wer ist die junge ...?
War sie neulich auch dabei?
Hat sie im Boot auf Sie gewartet?
Ist gut. Schon gut.
Schon gut. Bitte, bitte beruhigen Sie sich.
Wer hat Ihnen das erlaubt?
Ohne Erlaubnis reden Sie mit niemandem.
Das ist Hausfriedensbruch. Einatmen. Ausatmen.
* Er röchelt. *
(Pflegerin) Sehr gut.
Ich würde gerne mit der Leitung sprechen.
Nehmen Sie kurz Platz. Die Frau Doktor kommt gleich.
* Telefonklingeln *
* Nervöses Lachen *
* Verlegenes Husten, Räuspern *
Frau Sanja Huth hat hier im Haus auch Therapien gemacht?
Ach, Sie kennen sie?
Sie hilft mir beim Dämonen bändigen.
Ja, das passt zu ihr.
Sie macht hier Reikibehandlungen. Die Patienten lieben sie.
Andreas von Boden kannte sie auch?
Ja, natürlich.
Äh, ich muss leider weg.
Äh, ich melde mich vielleicht später noch mal. Telefonisch, hm?
* Erwartende Musik *
* Friedlicher Gesang *
* "Largo" von The Swingle Sisters *
Hey! Hey!
Ah!
* Die Musik läuft aus. *
* Spannende Musik *
Sanja?
Sind Sie zu Hause?
* Die Musik wird bedrohlich. *
O Gott.
Um Gottes willen, Frau Huth.
Ich, wir waren verabredet.
Mein Gott, Herr Vernau.
Wer macht so was?
* Spannende Töne *
(Kommissar) Das ist der zweite Todesfall in drei Tagen,
bei dem Sie zufällig in der Nähe sind, ja?
Der erste war doch nur ein Herzinfarkt laut Ihrer Expertise.
Ich weiß von der Exkursion ins Leichenschauhaus.
Das Einzige, was Sie erreicht haben, ist,
Beweise zu kontaminieren.
Er sollte eingeäschert werden. Wovon reden Sie?
Ich rede von Mord, einem richtigen!
An Sanja Huth!
Diesmal hatten Sie die Mordwaffe in der Hand!
Ich wollte sie besuchen, ein paar Fragen stellen.
Sie lag schon am Boden.
Fangen wir noch mal von vorne an.
Was bringt Sie eigentlich in die Ostprignitz?
Scheidungssache.
Name des Klienten?
Leider vertraulich. Kennen Sie eine Ingeborg Huth?
Sollte ich?
Laut Einwohnermeldeamt teilt sie sich in Berlin Friedrichshain
eine Wohnung mit einer gewissen ... Hildegard Vernau.
Verwandtschaftliche Beziehungen zu dieser Dame?
Meine Mutter. Sie hat ihr Leben. Ich habe meins.
Ich habe eine Anzeige mit Video des Tathergangs bekommen.
Frau Huth hat vorletzte Nacht zusammen mit dem Opfer
das Einfahrtstor zur Steinhoff Villa gewaltsam aufgebrochen.
Mit demselben Bolzenschneider wurde Sanja Huth erschlagen.
Was wollen Sie sagen? Sie schützen Frau Ingeborg Huth.
Ist sie Ihre Klientin? Ist sie nicht.
Mit welchem Motiv sollte sie die einzige Verwandte umbringen?
Wegen einer Erbschaft z. B.? Richtig, der alte Holzschuppen?
Dazu gehört ein Grundstück mit Wasserzufluss,
dessen Naturschutzzertifikat aufgehoben wurde.
Es wird jetzt zu Bauland. Deswegen bringt man niemanden um.
Das Anwesen ist mehr wert als es scheint.
Von welchem Wert sprechen Sie? 40 Millionen.
Vielleicht auch ein bisschen mehr.
Sie verschwinden jetzt und überlassen den Rest der Polizei.
Wenn ich Sie noch einmal in Düstersee antreffe, sind Sie dran.
Wegen Fluchthilfe und meinetwegen auch wegen Beihilfe zum Mord.
Verstanden?
Damit kommen Sie nicht durch.
Probieren Sie es aus.
* Bedrohliche Töne *
Danke, dass du in Berlin alles stehen und liegen lässt,
um mir aus der Patsche zu helfen.
Ich habe das Gefühl, ich wurde reingelegt.
Es sind immer Freunde und Verwandte,
vor denen man sich hüten soll.
Ich brauche Grundbuchauszüge.
Hast du bei Schleevogt was gut?
Wir sind keine Partner mehr.
Wenn ich für dich arbeiten soll ... Komm.
10.000 Euro? Was ist das denn? Ist das zu wenig?
Bist du dir sicher, dass es nicht Hüthchen war?
Bin ich nicht. Ich will einfach nur die Wahrheit.
Hast du sie hier angeschleppt? Sie wollte unbedingt.
Wo ist Hüthchen, Joachim? Ich muss dringend mit ihr sprechen.
Mutter.
Wartet auf mich in Sanjas Haus. Vielleicht taucht sie wieder auf.
(Hildegard) Joachim.
* Spannende Musik *
* Hundebellen *
Na, Junge?
Hey! Wo ist Ihre Freundin?
Was?
Ihr steckt alle unter einer Decke.
Was? Sie haben mich niedergeschlagen.
Was zum Teufel? Was?
Ich sah, wie Sie Frau Huth zu Sanjas Haus gefahren haben.
Na und? Ich habe sie da nur abgesetzt.
* Plätschern *
Was ist denn los?
Ingeborg Huth ist tatverdächtig, Ihre Nichte totgeschlagen zu haben.
Um Himmels Willen!
Haben Sie mich niedergeschlagen? Nein!
Zum Teufel! Helfen Sie mir raus!
Das ist eine Kopie des Kaufvertrags für die alte Villa.
Schauen Sie sich die Kaufsumme an. 7 Millionen.
Ja. Und das hier war ein paar Wochen nach dem Brand.
Steinhoff hat die Villa für einen Euro gekauft?
Steinhoff und diese Felicitas von Boden stecken unter einer Decke.
Sie war eigentlich Metzgerstochter aus Düstersee
und hatte ihren Adelstitel
von ihrem Ex-Mann als Abfindung bekommen.
Der war Filialleiter in der Sparkasse.
Immer, wenn es einem seiner Kunden finanziell schlecht ging,
kam ein Angebot und ...
Steinhoff konnte ein Grundstück nach dem anderen kaufen, ja, mmh.
Den größten Coup hat er mit der Villa gemacht.
Hat er mit der Brandstiftung zu tun? Ja.
Ich bin sicher, Sanja hatte Beweise dafür.
Was für eine Rolle spielt Ingeborg Huth?
Ingeborg ist Miterbin des alten Schleusenhauses, ja.
Ohne ihr Einverständnis konnte Sanja nichts unternehmen.
Ich war es, der den Kontakt zu Ingeborg in Berlin herstellte.
Sie sind kein Paar?
Nein.
Liebespaar? Sexuell?
Ach, Quatsch!
Ich war der Lebensgefährte von Sanjas verstorbener Mutter.
Ja, Ingeborgs Schwester.
Ach.
* Ausatmen *
Junge aus Düstersee verliebt sich in seine Klassenkameradin.
Sie halten Händchen und schwören sich ewige Liebe.
Sie bekommt ihre Tage und er eine Hirnhautentzündung,
die ihn zum Pflegefall werden lässt.
Mama, was tust du da? Das macht ein Reinigungsdienst.
Ich kann das nicht Fremden überlassen.
Willst du was essen? Der ganze Kühlschrank ist voll.
Vielleicht keine schlechte Idee.
Andreas von Boden?
Ja, er sieht wie seine Auserwählte mit anderen rummacht
und folgt ihr eines Tages zu einem Stelldichein.
Zu einer alten, von der Zeit vergessenen Ruine,
hier am romantischen Düstersee.
Er wird eifersüchtig und zündet den ganzen Laden
mit einem Kanister Benzin an.
Benzin? Er bekommt ein schlechtes Gewissen
und rettet sie aus den Flammen.
Der verhasste Konkurrent hingegen blieb zurück und starb.
Christian Helmholtz.
Ein mitfühlender Investor ist zur Stelle.
Er finanziert dem verrückten Brandstifter
den Aufenthalt in einer Privatklinik
und bringt mit der teuren Sanierung der abgebrannten Villa
feudalen Glanz in die Region.
Bis Sanja Huth droht, ihr Haus zu verlieren,
und die Geschichte ausgrub.
Jetzt ist sie auch tot. Ja.
Es gab eine polizeiliche Ermittlung.
Die Mutter hat mit ihrer Aussage ihren Sohn belastet.
Seitdem redet er nicht mehr. Mit niemandem. Ich war da.
Der Krankenbericht. Andreas von Boden. Wo hast du das her?
Ich bringe es wieder zurück. Ich verspreche es.
Wer ist dieses Mädchen?
Moment mal. Bianca Wenzel, das gerettete junge Mädchen.
Ziemlich gut getroffen.
Hüthchen hat ihre Tasche nicht mitgenommen.
Das passt nicht zu ihr.
Sie hat immer alles bei sich.
Sie sagt immer, man weiß nicht, was der Tag sonst noch so bringt.
* Nachdenkliche Musik *
Ich mach mir Sorgen, Joachim.
* Gackern *
* Die Musik läuft aus. *
* Klirren *
Entschuldigen Sie mich. Ich bin gleich wieder da.
Verzeihen Sie, ich bin mitten in einem Verkaufsgespräch.
Ich wollte Ihnen die gute Nachricht persönlich bringen.
Ich rolle das Verfahren der Brandstiftung
vor zehn Jahren noch einmal auf.
Was? Ich bin der Ansicht, dass Steinhoff
den Brand gelegt hat und man Ihren Sohn zu Unrecht bezichtigte.
Es hilft niemandem, wenn das wieder hochkocht.
Sie haben Ihren Sohn tatsächlich verkauft.
Für das hier. Das ist absurd.
Steinhoff hat die Zahlung an die Klinik eingestellt.
Daraufhin sind sie zu ihm.
Sie haben ihm gedroht.
Und um ihn richtig zu ärgern, ihm das Asthma-Spray abgenommen.
Ich hab es genommen,
bekam ein schlechtes Gewissen und bin zurück.
Ich legte es neben ihn auf die Bank. Er hat geschlafen.
Er hat gelebt, als ich weg bin.
Diese Geschichte müssen Sie dem Kommissar erzählen.
Sie glauben mir nicht?
Was spielt das schon für eine Rolle?
Wir sind hier in Düstersee, nicht wahr?
* Verträumte Jazzmusik *
* "Summer Wind" von Madeleine Peyroux *
♪ The summer wind
Came blowing in
From across the sea
It lingered there
So warm and fair
To walk with me
All summer long
We sang a song
And strolled on golden sand ♪
Herr Vernau, haben Sie etwas herausbekommen?
Ja, ich denke schon.
Na, wer war es?
Sanja Huth hatte Andi von Boden aus dem Krankenhaus hergebracht,
um Ihren Mann zur Rede zu stellen.
Wodurch er den Asthmaanfall bekam.
Haben die beiden Christian gehindert,
das Inhalationsspray zu nutzen?
Das hatte er schon nicht mehr.
Frau von Boden hatte es ihm beim Streit zuvor weggenommen.
Das Miststück.
Steckt sie also mit dieser Sanja unter einer Decke?
Sanja Huth ist tot. Sie wurde gestern erschlagen aufgefunden.
Um Himmels Willen. Weiß man, wer das war?
Verdächtig wird ihre Tante.
Aber die ist seit gestern nicht mehr auffindbar.
Die Polizei sucht sie.
Wie soll ich Ihnen nur danken? Ich schicke meine Kostennote zu.
Sie kriegen was zurück.
Nein, behalten Sie es, als Bonus.
Keine Widerrede.
Oh. Ich muss mich jetzt fast schon beeilen.
Reisen Sie wieder ab? Ich habe Ihre Koffer stehen sehen.
Eine Holding hat mir ein Angebot gemacht.
Für die Villa? Für alles.
Ich gehe hier weg.
Ich hab die Leute hier nie verstanden.
Nicht mal meinen Mann.
Ich glaube, er wollte sich dafür rächen,
was man ihm als Kind hier angetan hat.
Sie wissen, dass es ein Waisenhaus war?
Hat er deshalb alles in Brand gesteckt?
Das würde Christian nie tun. Er hat das Haus geliebt.
Kommen Sie, ich zeige Ihnen was.
Das hier war alles abgebrannt.
Die Seite ist vom Feuer verschont geblieben.
Er hat das Dach gemacht, die Fenster gerichtet.
Den Rest hat er so belassen.
Als Erinnerung.
Ich hab gesehen, wie er geweint hat,
als er nach dem Brand durch die Ruine gegangen ist.
Mein Mann hat nichts mit dem Brand zu tun.
Glauben Sie mir das.
Kannten Sie das Mädchen, das damals fast gestorben wäre?
Natürlich, Bianca Fichtner.
Die Gerichtsverhandlung nahm uns mit. Fichtner?
Ihr Vater ist bei der Kriminalpolizei.
Sie kennen ihn bereits?
Wissen Sie, was aus ihr geworden ist?
Keine Ahnung.
Sie ist damals auf und davon.
Kein Wunder, wenn Sie mich fragen.
Könnte ich den Wagen bis morgen behalten?
Mm-hm.
Na, endlich. "Bianca Fichtner.
Sie hat in 10 Jahren zweimal Namen und dreimal Wohnort gewechselt.
Lebt in Berlin Schöneberg." Wo finde ich sie?
"Sie arbeitet in der Charité. Ihr Name ist nun Bianca Wenzel.
Sie ist wirklich die Tochter deines Hauptkommissars."
Das ist ja ein Sumpf ohnegleichen.
"Du solltest ihn zur Rede stellen."
Ich fahre nach Berlin.
"Vergiss nicht, zu tanken." Ja, Mama.
* Spannungsvolle Musik *
* Der Motor stottert. *
Taxi! Taxi!
* Hupen *
* Die Musik verklingt. *
* Piepen *
Frau Wenzel?
Mein Name ist Vernau. Ich bin Anwalt.
Ich kümmere mich um einen älteren Fall
von Brandstiftung in Düstersee. Liegt 10 Jahre zurück.
Was wollen Sie hier? Sie haben hier nichts zu suchen.
Christian Steinhoff wurde vor ein paar Tagen getötet
und gestern auch Sanja Huth.
Was wollen Sie von mir?
Die Wahrheit.
Was ist damals passiert?
Steht im Polizeibericht.
Ich hab damit nichts zu tun. Ich weiß.
Sie sind zweimal geschieden, haben dreimal die Wohnung gewechselt.
Jetzt leben Sie alleine. machen hier Doppelschichten,
weil Sie nicht schlafen können.
Es gibt noch jemanden, der auch nicht loslassen kann.
Andi.
Als Sie und Chris Helmholtz damals den Rauch bemerkten
und die Treppe herabstiegen, war die Tür verbarrikadiert.
Sie haben durch einen Schlitz im Fenster gesehen,
dass da jemand mit einem Kanister stand.
Sie haben damals ausgesagt, dass das Andi von Boden war.
War er es wirklich?
Andi war kräftig.
Er hat mich über die Schulter geworfen
und ins Freie getragen, aber die ...
Die Person draußen war schmächtig, kleiner.
Also war es nicht Steinhoff.
Nein.
Er hat mich ein paar Tage später im Krankenhaus besucht.
Da habe ich ihn zum ersten Mal gesehen.
Er sagte, dass er sich um alles kümmere.
Wollte er, dass Sie Andi belasten?
Wir sind alle davon ausgegangen, dass er sterben würde.
(hustend) Chris, mein Freund.
Mein Freund ist noch da drin.
Können Sie das nicht auf sich beruhen lassen?
Es tut mir leid.
Inzwischen ist ein weiteres Opfer dazugekommen.
Sanjas Tante, Ingeborg Huth,
78 Jahre alt, wird seit gestern vermisst.
Sanja war hier.
Vor einem Monat ungefähr.
Sie habe Steinhoff in der Hand
und Chris' Eltern würden die Wahrheit erfahren,
was damals wirklich passiert ist.
Herfried und Mona Helmholtz?
Hat Sanja verraten, was sie vorhatte?
Sie fragte, ob ich meine Aussage ändern würde,
wenn es zu einem neuen Verfahren käme.
Ich sagte Nein.
Der Steinhoff war es nicht. Ich wollte nicht wieder lügen.
Ist es meine Schuld, dass sie tot ist? Keine Ahnung.
Es scheint sich für alle gut rentiert zu haben.
Das Lügen, das Betrügen. (Pfleger) Bianca?
Ich muss sofort zurück.
Haben Sie eine Ahnung, wo man ein Taxi bekommt?
Wir sind kurz weg, ja?
(Bianca) Herr Vernau?
Los, steigen Sie ein.
* Treibende Musik * Marie-Luise?
Ich weiß, wer dahintersteckt. "Was?"
Ich war auf dem Holzweg. Ich dachte, es geht um Geld.
Aber es waren die Helmholtz, Chris' Eltern.
Die wollten Rache für das Leid, das man ihnen antat.
Die haben Steinhoff umgebracht? Sanja hat wohl davon gewusst.
Hüthchen wohl auch. Soll ich Kommissar Fichtner verständigen?
Nein, keine Polizei.
Ich texte dir eine Adresse.
Komm sofort hin. Bring ein Ladegerät mit.
Mein Akku ist gleich leer. Okay.
Hallo?
* Spannende Musik *
* Krachen, Husten *
Ah!
* Husten *
* Der Fernseher läuft. *
* Die Musik verklingt. *
Ach, du Scheiße.
Lassen Sie mich machen.
Herfried? Herfried! Hallo! Können Sie mich hören?
Was ist? Wir haben gefeiert. Ist nicht zu übersehen.
Wissen Sie, wo Ingeborg Huth ist?
Was? Ingeborg Huth!
Sanjas Tante, sie ist 78 Jahre alt.
Sanja ist tot.
Okay, halten Sie die Beine hoch.
Ich hole meine Sachen aus dem Wagen, ja?
* Die Frau wimmert. *
* Langsame Musik *
Sind Sie das?
Ja. Lange ist es her.
Wer ist das Mädchen neben Ihnen? Die kleine Sophie.
Ich war ihre Babysitterin. Ihre Eltern waren busy.
Sophie Steinhoff? Ja.
Herr Hauptkommissar.
Herr Vernau.
Sie schickt der Himmel. Kommen Sie mal.
Ja, okay, ich mache das.
Einfach oben halten. Ja, ja, ja.
Hallo, Bianca.
Hallo, Papa.
* Dynamische Musik *
Was ist denn los?
Du hast Fichtner doch angerufen. Ja.
Egal, ich brauch den Autoschlüssel. Der steckt.
Gut.
Ist er vollgetankt? Ja, klar.
Was machst denn du? Warte!
Hey!
Ist alles in Ordnung, Joachim?
Äh, ja, Mutter, es ist alles in Ordnung.
Wohin fahren wir? * Seufzen *
Du rührst dich nicht von hier weg, egal, was passiert.
Muss ich mir Sorgen um dich machen? Hast du dein Handy?
Wenn was ist, rufst du an. Ich bin gleich wieder da.
* Spannende Musik *
Sind Sie zu Hause?
* Fröhliche Soulmusik aus dem Haus *
* "Back to Black" von Amy Winehouse *
Ja? Ich wollte den Autoschlüssel zurückgeben.
Den können Sie mir geben.
Wo ist Ihre Mutter? Die ist bereits abgereist.
Und Sie?
Sie feiern grad Geburtstag? Ich wollte nicht stören.
Ein Stück Kuchen? Selbst gebacken. Nein, danke.
Dieser Chris war Ihre große Liebe, hm?
Ich hätte es wissen müssen.
Sie hatten ein Motiv.
Sie hatten die Gelegenheit.
Ich habe Sie unterschätzt.
Sie haben damals die Villa angezündet.
Ah! Gott! Was machen Sie denn?
Geteiltes Leid ist halbes Leid, nicht wahr?
(hustend) Sie haben ihn geliebt. Ich verstehe das.
Was wissen Sie schon?
Nicht viel, aber ich verstehe das Rechtswesen.
Ich glaube, es wäre gut, jetzt die Polizei zu rufen.
Die hatte ihre Chance vor 10 Jahren. Jetzt bin ich dran.
Noch ein Toter. Was ändert das an der Sache?
Finden wir es raus.
Huch! Ah!
(Hüthchen) Herr Vernau?
Herr Vernau?
Hüthchen?
Wo, wo, wo bin ich?
Im Keller. Sie hat uns eingeschlossen.
* Stöhnen *
Sie riechen aber. Boahr.
Das ist Benzin.
Sie zündet da oben die ganze Villa an.
Ich habe sie mit einem Kanister erwischt.
Die ist vollkommen irre. Sie will sich an allen rächen.
Warum?
Ich denke, Ihr Vater ist bankrott und wollte die Villa verkaufen.
Jedenfalls hat mir das Sanja erzählt.
Wir müssen hier raus.
Das ist nicht so einfach. Ich bin hier seit zwei Tagen.
Oh, oh! Ich habe einen Balken.
Mutter, bitte rangehen!
* Handyklingeln *
Joachim? Mutter! Hör mir zu.
Hör mir gut zu. Wir sind, wir sind hier unten eingeschlossen.
Hallo? Hallo?
Akku ist leer.
Manchmal kommt eben eines zum anderen.
Och. Jetzt ist es soweit.
Jetzt fackelt die die Villa ab.
Jetzt will die zu ihrem Liebsten.
Wenn nicht im Leben, ah! Dann wenigstens im Tod.
Das ist mir alles viel zu viel altdeutsche Schauerromantik.
Dann hat Sophie Sanja erschlagen?
Aber ... warum? Warum hat sie das getan?
* Donnern *
Das war Sanjas Idee, die Gegenüberstellung.
Erinnerst du dich? Ja, Andi war noch mal kurz bei mir.
Er hat durchs Fenster geschaut, bevor sie gegangen sind.
Ich habe im Boot gewartet.
Nach Sanjas Rückkehr erzählte sie,
dass Steinhoff einen Asthmaanfall hatte.
Da habe ich mir Sorgen gemacht.
Als Steinhoff nach all den Jahren den armen Andi wiedersah,
hat ihn das umgehauen.
Er hatte wohl doch so eine Art Gewissen.
Später bin ich nochmal hingegangen,
um nach dem Rechten zu sehen.
Da war seine Tochter bei ihm.
Sie hatte das Asthma-Spray in der Hand
und, und dann hat sie es geleert.
Hat sie Sie gesehen?
Ja, das hat sie.
* Langsame Musik *
Wir müssen da hoch.
Ah!
* Stöhnen *
* Stöhnen *
* Lachen *
Hier geht es raus.
* Stöhnen *
Nach Ihnen.
Ich glaub, das wird nix, Herr Vernau.
* Husten *
Wenn Sophie Sanja erschlagen hat,
warum hat sie mich dann am Leben gelassen?
Hab sie überredet. Sie hatten damit nichts zu tun.
Sie haben mir das Leben gerettet.
* Beide lachen. *
* Sie ächzt. *
* Langsame Musik *
* Beide stöhnen. *
Ich wünschte, Hildegard wär hier.
Es ist so ungerecht, dass sie von alldem, was hier ist,
nichts mehr erfahren wird.
* Husten *
Und Sie? Warum sind Sie denn hier?
Ich meine, hier in Düstersee. Das ist eine lange Geschichte.
Ich hab Zeit. * Brausen *
Hören Sie das?
Nein.
Ist da jemand?
Bist du es, Kurti?
Ja, wer denn sonst?
* Husten *
* Der Kommissar atmet aus. *
Wir haben da drin zwei Körper gefunden.
Völlig verkohlt.
Ich befürchte, es handelt sich um Regina Steinhoff und ihre Tochter.
Eine höllische Geburtstagsfeier.
Sie bringen uns hier kein Glück, Herr Vernau.
Gut möglich.
Wer hat Sie benachrichtigt?
Sie können sich bei Ihrer Mutter bedanken.
Meine Mutter? Wo ist ...?
Mutter?
Ist alles in Ordnung?
Ich traue mich nicht.
Kannst du sie nicht fragen, ob sie mich sehen will?
* Langsame Musik *
Komm. Ja.
(Hildegard) Da ist sie!
Oh!
Hallo, meine Süße. - Meine Hildegard.
Mein Hüthchen, mein Hüthchen.
(Hüthchen) Was war das für eine Aufregung.
Ich glaub, die beiden können ohne uns.
Die haben sich sicher viel zu erzählen.
Ich fahre jetzt mal. Hast du den Schlüssel?
Was? Ja. Ich muss morgen früh raus.
Äh, ich komm mit.
Diesmal komme ich mit.
* Leise Musik *
Hat er sich nach Sanja erkundigt? Er weiß, was passiert ist.
Erstaunlich, wie er es aufgenommen hat.
Vielleicht ist die Wahrheit das Beste.
Was geschieht mit ihm? Begreift er,
dass sich etwas geändert hat?
Er spricht wieder. Ja?
Er braucht sicher noch ein bisschen Zeit.
Aber wer braucht das nicht?
Macht es Sinn, dass ich ihm kurz Hallo sage?
Ein anderes Mal. Er hat gerade Besuch.
Seine Mutter? Nein.
Möchten Sie noch den Arzt sprechen?
Nein, nein, danke. Nicht notwendig.
Okay.
(Hüthchen) Das ist meine Schwester Ines und das ist die kleine Sanja.
Ihr seht euch total ähnlich. Findest du? Ja.
Und das hier?
Das, na, das ist Kurti. Der zweite Ehemann meiner Schwester.
Der, der mich in Berlin aufgestöbert hat.
Warum habt ihr mir nicht Bescheid gesagt?
Wozu? Entweder bist du bei der Arbeit oder zu Hause,
was bei dir im Moment dasselbe ist.
Äh, was feiern wir?
Abschied.
Ich bin die Kanzlei endgültig los.
Wir können machen, was wir wollen. Untervermieten.
Der Eigentümer hat plötzlich verkauft.
Schade, ich habe mich an alles gewöhnt.
Es gibt was Neues. Da bin ich sicher.
Was ist das denn? (Hüthchen) Das ist von mir.
Das ist mein Anteil zu eurem Anwaltshonorar.
Ich habe aus Einfachheit nur Hoffmann und Vernau eingesetzt.
Ich hoffe, das passt.
Das war nicht notwendig.
Doch, das war es.
Ihr habt schließlich unsere Beziehung gerettet.
Was gibt es zu essen? (Hildegart) Überraschung!
Ach, du Scheiße. Was ist?
Sie hat die Kanzlei in unserem Namen gekauft.
(Hildegard) Ich war dagegen.
Ich finde, dass man Kinder nicht so verwöhnen soll.
Zu viel macht schlechten Charakter.
Von welchem Geld?
Das war der Rest.
Das andere habe ich der Sanja Huth Stiftung vermacht.
Die sorgt dafür, dass in Düstersee alles so bleibt, wie es ist.
Jedenfalls bis das Geld alle ist.
Dürfte ich fragen, um wie viel Geld es sich handelt?
Äh, Hildegard, wie war die genaue Summe?
Ich habe es mir genau aufgeschrieben. Sekunde.
47 Millionen,
316 Tausend,
und 543 Euro und 17 Cent.
Nach Steuern.
Lasst uns trinken!
Worauf stoßen wir an?
Na, worauf? Auf uns!
Auf, auf uns!
Halt! Das Essen ist da.
Ich mache das.
Hat jemand Trinkgeld für den Boten?
Ja. Ja, ja, ja, klar. Kein Problem.
Untertitel im Auftrag des ZDF, 2022
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