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*
* Musik *
UT: Simone Kasper
* Musik *
* Der Wind bläst. *
* spannende Musik *
*
*
* spannende Musik *
*
* Stille *
* Handy *
* Operngesang *
Grüß Gott!
Wie hast denn g'schlafen?
Frag mi ned!
Also, die Leiche is männlich, Ende 40, südländischer Typ.
Türke würd i sagen. Identität unbekannt.
Wer hat ihn g'funden?
A Hund! Der hat um 7 Uhr ang'fangen zu bellen und nimmer aufg'hört.
A genervter Nachbar hat dann die Polizei g'rufen.
Der Hund g'hört zum Toten, laut Nachbar.
Wo sind wir denn? - Da oben.
Dem Mann is bei lebendigem Leib die Zunge rausgeschnitten worden.
Wer sagt das? - Ein Kollege von der Cobra.
Organisiertes Verbrechen? Was meinst?
Kann schon sein.
Wo is sie? - Da links.
Naa, die Zunge.
Die Zunge war in einer Lade.
Huh!
Servas!
Das mit der Zunge weiß i schon.
Na dann! Guten Morgen!
Guten Morgen! Servas! 'tschuldige!
Zuerst wurde die Zunge entfernt.
Dann ham sie ihn mit dem Kopf in der Lade eingeklemmt.
Anschließend mit diesem elektrischen Küchenmesser die Hände abgeschnitten.
Und dann ham sie ihn mit der Kante von der Lade erstickt.
Ned grad die feine englische Art!
Wo sind denn die Hände?
Hamma nicht g'funden bis jetzt.
Na vielleicht, dass wir ihn ned so schnell identifizieren können.
Das müssen Vollprofis g'wesen sein.
Hamma sonstige Fingerabdrücke?
Massig! Und das überall!
Todeszeitpunkt?
Ich schätze so zwischen 6:30 und 7 Uhr Früh.
Okay. Danke dir!
Von dem brauch i möglichst schnell a paar Porträts!
Pass auf da!
Könnte ein illegales Puff sein da.
Jedes Zimmer hat a Doppelbett, a Waschbecken an der Wand.
Ja, oder eine Art Pension, wo man untertauchen kann.
In einem Nachtkastl hab i a paar Handschellen g'funden.
Was sagen die Nachbarn dazu?
Die Kollegen san dran. I schau mal runter.
*
* spannende Musik *
*
Aber Frau Weber will eine andere Putzfrau.
Keine Schwarze.
Sie war immer sehr zufrieden.
Jetzt nicht mehr!
Willst du hierbleiben oder nach Hause?
Du kannst sagen selbst.
Ich will nix Prostitution.
Nee, nee, nee. Männer hier wollen keine schwarze Frau im Bett.
Nix Prostitution für dich.
Du putzt weiter hier im Lokal, für Papiere.
Und arbeitest wieder in Hühnerfabrik für drei Euro. Guter Job!
Sag! Ja oder nein?
* Handy *
* tschetschenisch *
(tschetschenisch:) Und? Ich höre.
*
* Er winselt. *
Morgen, Moritz!
Hallo! Servas!
Also! Was denkst du?
Wahrscheinlich a Terrier oder so.
Der is herzig, gell?
I mag keine Hunde.
Wieso? Du hast doch erst unlängst...
Das war a Polizeihund.
Entschuldigung die Störung! Dürfte ich dienstlich werden?
Ja, sicher! Also, das Haus wird von einer Import-Export-Firma gemietet,
hat den Hauptsitz in Ankara.
Das is sicher eine Scheinangelegenheit.
Das lässt sich ja feststellen!
Möglicherweise ein illegales Puff.
Ham wir für organisiertes Verbrechen a Abteilung?
Schon lange nicht mehr, aber wahrscheinlich is in dem Fall
die Frau Vopelka die erste Ansprechpartnerin.
In der Landespolizeidirektion.
Is das alles?
Ja!
(Frau:) Vielleicht hat der Mann ein Schweigegelübde gebrochen.
Das könnte der Grund sein, weshalb man ihm die Zunge entfernt hat.
Und die Hände?
Vielleicht wurde er bereits von uns registriert.
Das ham wir uns auch schon gedacht.
Oder er hat seine Finger in fremde Angelegenheiten gesteckt.
Bei einem Mafia-Mord ist jedes Detail wichtig.
Alles hat eine bestimmte Bedeutung.
Die Mordwerkzeuge, der genaue Ablauf der Tötung.
Das Ganze könnte einerseits auch der Verwirrung dienen,
das Verbrechen jemand anderem in die Schuhe zu schieben.
Oder andererseits zur Abschreckung.
Wie is die organisierte Kriminalität in Wien derzeit aufgestellt?
Es gibt viele kleinere Gruppen - Afghanen, Albaner, Türken.
Die Mächtigsten sind die Russen.
Sie stecken hinter Drogenhandel, Kunstdiebstahl, Prostitution.
Seit neuestem verdienen sie mit Menschenhandel viel Geld.
Die Russen?
Die Menschenschmuggler sind eher die Türken und Albaner.
Aber derzeit ist uns nicht bekannt,
dass es irgendwelche Revierkämpfe zwischen den Gruppierungen gibt.
Von der Brutalität her passt es zu den Tschetschenen.
Aber die sind nicht wirklich organisiert.
Herr Eisner?
Kommen S' einmal her!
I muss mit der Frau da sprechen.
Auf die Seite drehen!
Auf die andere Seite!
Die Haare aus dem Gesicht bitte!
(Frau Vopelka:) Sie sagt, sie ist vor ungefähr zwei Jahren
nach Österreich gebracht worden - von einem Schlepperring.
Eingepfercht zwischen Stoffbahnen im Laderaum eines Kleintransporters.
Und das für zwei Tage - gemeinsam mit circa 25 anderen Personen.
In der Nähe von Wien musste sie dann zu einem Mann in einen Pkw umsteigen.
Der hat sie dann in einem Haus zur Prostitution gezwungen.
Er hat Pass genommen.
Ohne Licht, ohne Essen.
Und dann muss ich
machen.
Und heute? Was ist heute passiert?
Ich habe weggelaufen.
Und in der Eile haben Sie die Schuhe vertauscht?
Darf ich Sie fragen, wie alt Sie sind?
21.
Wo war denn das, wo man Sie zur Prostitution gezwungen hat?
Ich weiß nicht.
Ich darf Haus nie verlassen.
Was? Sie haben das Haus zwei Jahre lang nicht verlassen?
Wie sind Sie denn dann geflohen?
Ein Mann ... kam ... immer, hat gesagt: "Kann helfen!"
Heute kam ... plötzlich mit Auto ...
* tschetschenisch *
Der Mann, mit dem sie geflohen ist, hat sie irgendwo aussteigen lassen.
Auf einen Zettel hat er eine Adresse geschrieben.
Sie hat sich dorthin durchgefragt:
Es war das Flüchtlingsheim Traiskirchen.
Ein Wahnsinn!
Die bringen die Mädchen ins Land, zwingen sie zur Prostitution.
Und wenn die Kunden weniger werden, bringen sie sie nach Traiskirchen.
Und dann werden sie abgeschoben.
Was sollen wir denn machen? Wir können ja nicht alle behalten.
Kennen Sie diesen Mann?
Aber ich kenn Namen nicht.
Ich muss immer "Chef" sagen.
Ist das der Mann, der Sie zur Prostitution gezwungen hat?
* Handy *
Bibi, einen Moment.
Lassen Sie ein Phantombild anfertigen von dem Typen,
der sie abgeholt hat!
Wo bist du?
Gut! Kommen Sie bitte!
Na?
Wie viel hast diesmal 'zahlt?
800! Aber dafür rennt er wieder wie a Glöckerl!
Mit oder ohne Mehrwertsteuer? - Was willst jetzt von mir?
Das letzte Mal hamma g'habt 1.200 für die Kupplung.
Jetzt 800 ... Was is das?
Das is der Percy.
Der is herzig, gell?
Percy?
Ja, das hat der Nachbar g'sagt.
Was machst mit dem?
I weiß ned. Behalten? - Behalten?
Na ja, er tut mir halt leid.
Bibi, bitte! Zuerst das Auto von einem Zuhälter - und jetzt ein Hund?
I werd ihn schon an einem guten Platz unterbringen. Komm jetzt!
Der kommt ins Tierheim!
Also, der Tote heißt Tekin Ayhan.
Türkischer Staatsbürger mit Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis.
Sie haben alle Autos vor Ort überprüft
und so seine Identität festgestellt.
Is im 15. Bezirk gemeldet.
Und da um die Ecke is ein Lokal, das laut Gewerbeamt ihm gehört.
Gehört hat!
Hat.
Das Etablissement heißt "Ali Baba".
Ali Baba? Is ned dein Ernst.
Ja! Is bei uns ned weiter aktenkundig.
Der Geschäftsführer heißt Ramazan Tagaev.
Was ham die zum Essen? "Sesam, öffne dich"-Burger?
Wenn hier nicht Geld gewaschen wird, dann kannst "Percy" zu mir sagen!
Hier ist reserviert!
Hier können Sie nicht sitzen!
Okay.
Auch reserviert! Alles besetzt!
Wow! Das rennt ja super, das Lokal!
Ja, ja! Auf Wiedersehen!
Wir hätten gern den Herrn Tagaev gesprochen.
Ramazan Tagaev! Das is doch der Geschäftsführer da, oder?
Was wollen Sie von ihm? - Na reden.
Ist nicht da! Auf Wiedersehen!
Vielleicht ist er jetzt da.
Ich hätt gern einen Kaffee, wenn wir da fertig san.
Und ich sag's gern noch einmal:
Wir hätten gern den Herrn Tagaev gesprochen.
Ramazan Tagaev.
Korrekt!
Ich bin Ramazan, Ramazan Tagaev.
Wirklich?
Zeigen S' mir Ihren Ausweis!
Sie san ja Tschetschene.
Ja.
Ihr Chef is Türke. Geht das gut? - Warum nicht?
Hat Ihr Chef, der Herr Tekin Ayhan, vielleicht Feinde?
Oder jemand, mit dem er im Streit ist oder so?
Ich glaub nicht. Wieso?
Denken S' nach! Es könnte wichtig sein.
Ich seh Tekin sehr selten. Was is los mit ihm?
Jetzt pass einmal auf, Ramazan!
Ich kenn dieses Grätzl wie meine Westentasche.
Und niemand, der hier so ein großes Lokal betreibt, hat nur Freunde!
Also?
Ich weiß wirklich nix. Ich hab ihn seit Tagen nicht gesehen.
Ich arbeite nur hier. - Ganz allein?
Heut schon. Deshalb is Küche geschlossen.
Wo san die anderen alle? - Frei!
In der Gastronomie is schwer, gute Leute zu kriegen.
Ja, ja, is auch a g'fährliche Branche.
Der Herr Ayhan is ermordet worden.
Fällt Ihnen dazu etwas ein? Eine bestimmte Person? Ein Name?
Nein, ich weiß nicht.
Wo waren S' heute zwischen 6 und 8 Uhr morgens?
Zuhause, hab geschlafen.
Allein? - Ja.
Bis wann?
8 Uhr. Meine Putzfrau hat mich geweckt.
Gut! Das werd'ma überprüfen.
Ah, und den Kaffee, den nehm i dann das nächste Mal!
Ich will das Telefon abhören und das Lokal überwachen.
Hat das wirklich direkt mit unserem Fall zu tun?
Das Lokal hat dem Mordopfer gehört.
Es geht um Menschenhandel.
Wir ham die Möglichkeit, einen ganzen Schlepperring
oder zumindest ein paar von den Arschlöchern auszuhebeln.
Okay, aber warum haben die dann diesen Türken umgebracht?
Genau das müss'ma ja herausfinden!
Richtig! Du wirst schon wissen, was du machst.
Was fragst dann?
Ich mail dir die Genehmigung durch. - Ja, also bitte, geht doch.
Sag! Willst du den Hund jetzt wirklich behalten, oder was?
Nein! Den hat die Bibi angeschleppt.
Und jetzt läuft er mir die ganze Zeit nach.
Der is süß!
Und genau deshalb passt er ned zu dir, Moritz.
Nicht bös sein!
Ja, du mich auch!
Komm!
Die Frau Oshchypko war so kooperativ.
Die Zeichnung passt nur leider auf niemand in unseren Archiven.
Und die Putzfrau vom Ramazan Tagaev hat bestätigt,
dass er um 8 Uhr morgens zu Hause war. Aber ob das stimmt?
Die Kollegen ham g'sagt, die Zeugin war äußerst unsicher.
Vielleicht müssen wir s' noch einmal verhören.
Vielleicht hat ja der Tagaev die Frau Oshchypko weg'bracht.
Im Auftrag von seinem Chef?
Wahrscheinlich waren neue Mädels im Anflug.
Haftbefehl könn'ma keinen ausstellen. Er hat ein Alibi.
Nein, aber ich hab mir gedacht, wir befragen ihn noch einmal.
Die Kollegen sind hin, aber er war nicht im Lokal.
Morgen Früh beginnt die Observation.
Dann sollen s' uns anrufen, wenn er kommt, und dann fahr'ma hin.
Die Auswertung von dem Handy vom Opfer is gekommen.
Die Überprüfung läuft noch.
War's das jetzt? - Ja! Bitte!
Ah! Geh!
Du bist!
Es gibt da übrigens eine Nummer,
die gestern Abend mehrfach angerufen worden ist.
Das is aber so ein Prepaid-Anschluss.
Wir können also den Teilnehmer ned ausforschen.
Geh! Das gibt's doch ned!
Na ja!
Weißt du, was ich mich frag? - Hm?
Was nach dem Mord mit den anderen Frauen im Haus passiert is?
Von den Nachbarn hat nie jemand bemerkt, was in dem Haus vorgeht.
Was is denn das für eine Welt?!
Da passiert jahrelang ein Verbrechen - und jeder schaut weg!
Na ja, die Mädels ham ja auch nie raus dürfen.
Ah!
Geh!
Wo is denn jetzt diese Ogo ... - Oshchypko?
Ja.
Die ham s' nach Traiskirchen gebracht.
Aber ob der Asylantrag durchgeht? Die tut mir echt leid.
Ha! I kenn noch jemand anderen, der dir vor kurzem leidgetan hat.
Der sitzt jetzt in meinem Auto und versaut mir die Rückbank!
Ja, aber die Leckerli hast schon du ihm besorgt.
Geh, komm! Spiel!
Vielleicht liegt's am Stock.
Geh! Spiel jetzt! Komm!
Papa, das is sehr nett. Danke!
Das is ein fertiges Sugo.
Das sind alles feine Sachen! Der Kerem freut sich bestimmt auch.
Obwohl, Schweinefleisch isst der Kerem keines.
Das merkt doch der gar ned!
Also, Papa!
Wart, i helf dir!
Nein, nein, lass das!
Wirklich! Ich mag das alleine schaffen. Setz dich hin!
Mit'm Kerem is alles okay?
Ja!
Wieso? Was meinst du?
Na ja, sind ja doch sehr unterschiedliche Kulturen bei euch.
Papa, bitte! Das spielt keine Rolle.
Na ja, manche tun sich da sehr hart im Zusammenleben.
Worauf willst du hinaus? Der Kerem is wahnsinnig lieb zu mir.
Jetzt hat er mich sogar nach Istanbul eingeladen,
damit ich seine Heimat seh.
Aber der is doch in Wien geboren?
Ja, eh. Er sagt, er ist Österreicher mit einem türkischen Herzen.
A Fundamentalist! - Bitte?
Weißt was? Sag mir halt Bescheid, wenn du zum Islam konvertierst!
Papa, du redest manchmal so einen Blödsinn!
Pfiat di! - Tschüs!
* Musik *
(Mann:) "Ja?"
Grüß Sie! Mit wem sprech ich denn bitte?
"Wer ist dort?"
Ich hab die Telefonnummer von einem türkischen Bekannten ... Hallo?
Hallo?
* Freizeichen *
"Herzlich willkommen! Der gewünschte Teilnehmer ist im Moment nicht ..."
Volltreffer!
* Es donnert. *
Wahnsinn!
Auf Wiederschaun!
Wiederschaun!
* spannende Musik *
* Türglocke *
* Türglocke *
Morgen! Servas! I steh nur vor deiner Tür. Machst du mir bitte auf?
Was läutest mi denn in aller Früh heraus?
Weil mich dein Hund um fünf in der Früh geweckt hat.
Mein Hund?
Bist du abgestürzt? - Naa.
Nein! Wieso?
Weil du ausschaust, als ob!
Danke! I hab einfach zu wenig Schlaf g'habt.
Und warum lässt du mich jetzt ned rein?
Es is nicht aufgeräumt. Und i hab nix an!
Geh, Bibi! Was is das für a billiger Schmäh?!
Ah, entschuldige! I wusste ned, dass du ...
Naa, leider nicht, was du denkst.
Aha! Was denn dann?
Was is mit der Wodka-Flasche?
Mit der hab ich nichts zu tun!
Natürlich ned! Wer denn dann?
Du heiliger Scheißdreck! Das is doch die ...
Pscht!
Sie is gestern im Regen dag'standen, wie i aus'm Büro 'kommen bin.
Ja, und dann hat s' dir leidgetan!
Was hätt i machen sollen? - Das fragst du mich?!
Schau! Ihre Eltern ham auf Simferopol gelebt.
Sie hat keine Ahnung, was mit denen is.
Da hamma versucht, im Internet eine Spur zu finden.
Bibi, das is eine Hauptzeugin im Mordfall!
Eine Person, die sich illegal in Österreich befindet!
Geh bitte! Jetzt sei ned so!
Doch, jetzt bin ich so!
Die hat ned einmal a Alibi für unseren Mordfall!
Du glaubst doch ned im Ernst, dass sie den Typen umgebracht hat?!
Das ist eine sehr nette Frau!
Pass auf!
Du gibst jetzt dieser Frau das Geld für das Taxi nach Traiskirchen!
Und dort wird man sich um sie kümmern!
Ja, wahrscheinlich sehr liebevoll und human!
Das is mir wurscht!
I wart unten!
Und du: Fuß!
* Klopfen *
Der Handyhalter, den Sie lokalisieren wollten,
hat sein Gerät ausgeschaltet.
Das macht a Ortung unmöglich.
Das is der Typ, der sofort aufgelegt hat, als ich ihn angerufen hab.
Ja.
Also! Komm! Was hat sich da getan?
Da spiel ich Ihnen eine Aufnahme von heute ganz zeitig in der Früh vor.
Der Mittermeier Andy.
Was?
Das gibt's ned, dass der schon heraußen is!
Kann man das vergrößern? - Ja, geht!
Von wo is der 'kommen?
Das entzieht sich meiner Kenntnis.
Weil um die Ecke is das "Le Chat", das Puff vom Inkasso-Heinzi.
Da wirst du mit deinem Freund reden müssen.
Ja! Der Typ war am Strich gefürchtet - ein Zuhälter vom alten Schlag.
Dann hat er Drogen verdealt, und da ham s' ihn dann erwischt.
Komm, weiter!
Sie bleiben etwa zehn Minuten in der Lokalität,
Spiel vor!
um dann wieder herauszukommen, allerdings nur zu zweit.
Ergo: Die beiden anderen Herrschaften müssen sich noch ...
Hör auf, so g'schwollen zu reden!
Wann is das aufg'nommen worden? - Vor etwa einer Stunde.
So! Sie packen jetzt Ihre Sachen und kommen mit aufs Revier!
Und dort warten einige unangenehme ...
* Schüsse *
* Schuss *
* Schuss *
* Schuss *
* Alle schreien durcheinander. *
Raus!
Ach, du Scheiße!
Raus, raus, raus mit den Kindern!
Bleib stehen!
Scheiße!
Bleib stehen!
* Schuss *
Geht's?
Oida, he! Wie hoch war das jetzt?
* Polizei-Sirene *
Alarmfahndung nach dem Tagaev is ausgelöst.
Die Putzfrau und der Küchengehilfe da drüben ham keine Papiere.
Die sollen s' uns noch verhören lassen, bevor sie sie abschieben.
Sonst war niemand im Lokal.
Und aus der Wohnung san natürlich auch alle gleich verschwunden.
Also, für uns sieht das so aus,
als wären hier Ausländer ohne Papiere untergebracht worden.
Tja, unser Toter, der ...
Der Tekin Ayhan, der hat vermutlich die Leut nach Österreich gebracht.
Oder er hat mit einem Schlepperring zusammengearbeitet.
Die Flüchtlinge wurden zur Prostitution
oder zu Hilfsarbeiten gezwungen.
Das kann gut sein. Schlepperei und Menschenhandel gehen oft Hand in Hand
Die Drehscheiben sind Istanbul, Ankara.
Wir schätzen, dass dort etwa 200 Schlepperorganisationen aktiv sind.
Die Flüchtlinge werden meistens über Griechenland in die EU geschleust.
Zu einer Aussage müssten wir nur jemanden einmal kriegen.
Und unser Ramazan war die rechte Hand vom Toten.
Und vielleicht is der jetzt der Boss
und führt denen ihre dreckigen Geschäfte weiter.
Er versucht's zumindest.
Danke!
I möcht wissen, was der Mittermeier da wollte.
Zeigen wir doch ein Foto von ihm der Victoria.
Oshchypko?
Ja. Vielleicht is er ihr ja im Haus begegnet.
Soll i jetzt zum Heinzi in den Häfen fahren?
Na, Bibi?
Wie geht's dir mit'm Saufen?
Wenn i solche Typen seh wie di, möcht i gleich wieder anfangen!
Na geh! Statt dass dich freust, dass i wieder da bin.
Mittermeier.
Eisner.
Hat er dich abg'hängt, ha?
Na ja, der Ramazan is ja doch um einiges jünger.
Viel amüsanter war, dass er weggelaufen is,
bevor ich ihn nach den beiden ille- galen Ausländern hab fragen können,
die Sie ihm ins Lokal gebracht haben.
Früher bist vorbei'kommen, hast was 'trunken, und wir ham g'redet.
Tja, die Zeiten ändern sich.
Was is jetzt?
Ah so, die zwei Typen! Das waren Illegale?
Geh komm!
Die ham sich bei mir beworben, als Empfangs-Chef.
Türlsteher meinst?
Mir waren s' zu schmal. Drum hab ich s' zum Türken 'bracht.
Illegale Beschäftigung mit einer beschissenen Bezahlung!
Was der Türke zahlt, kann i ihm ned vorschreiben!
Was zahlt er denn dir für deine beiden 'Helfer'?
Ja, nix. Was denkst du?
So a guter Mensch bist inzwischen g'worden?
Das war i immer schon. Das wolltest nur DU nie sehen.
Papiere hast kontrolliert von denen?
Du bist anscheinend wirklich schon zu lang weg von da.
Kennen Sie den Mann? - Naa.
Wer soll das sein?
Sicher nie gesehen? - Naa.
Schönen Tag noch!
Moment mal!
Wo waren Sie denn gestern zwischen sechs und acht Uhr Früh?
Im Bett.
Kann das wer bezeugen?
Ja, zwei Hasen.
Wollts die Telefonnummern ham?
Ja.
Fahrts bitte mit dem Ding da weg! Das is ganz schlecht für mein G'schäft.
He! Telefonnummern!
Welches G'schäft?
* Bibi läutet an. *
Wieso g'hört das "Le Chat" jetzt dem Mittermeier?
Red!
Pech! Reines Pech!
Ganz was Neues.
Das Hemd ham s' mir aus'zogen beim Spielen.
Bis das Lokal weg war.
Bravo!
I freu mi auch ned, aber wer hat mi denn reingebracht in den Häfen?
Moment! Die Fälschungen hast schon selber begangen, oder?
Pech!
Reines Pech. - Schon wieder.
Wieso? Führt er sich recht auf, der Glatzenschlumpf?
Was kann der von dem Türken wollen, dem "Ali Baba"?
Was zum Essen.
Rüttel ned am Watschenbaum!
I weiß wirklich nix.
Glaub mir, i bin auch ned stolz drauf, dass das Lokal futsch is.
Sperr deine Ohren auf, Heinzi! Das is wichtig.
Ja. Schau! Mir sind da herinnen quasi die Hände gebunden.
Wennst was hörst, gib mir Bescheid, dann komm i wieder!
Du kommst eh nur, wenn du was brauchst von mir! Mit meinem Auto!
Lass das Pickerl machen! Bitte!
Das hab i grad!
Ich war auf eine Geisterschiff.
Irgendwann haben wir bemerkt, dass auf Kommandobrücke niemand mehr ist.
Es war furchtbar.
Pure Panik.
Und dann?
Wir sind in eine Lager nach Italien gebracht - zur Abschiebung.
Die Schlepper haben mir geholfen zu fliehen.
Sie waren sehr nett. Sie haben sich bemüht um uns.
Sie haben uns ein Handy gegeben, dass wir Fahrer anrufen,
wenn wir keine Luft haben.
Wie viel haben Sie den Schleppern bezahlt?
6.500 Euro.
Mein Onkel hat mir das Geld gegeben. Er hat ein großes Geschäft in Kabul.
Und in Wien hat Ihnen dann Herr Ayhan den Pass abgenommen?
Nein, ich hatte keinen Pass.
Aber er hat gesagt, wenn ich nicht mache, was er will,
dann wird was Schlimmes passieren meiner Familie in Afghanistan.
Ein anderes Mal hat er gesagt, dass er mich meldet bei Polizei.
Und der andere Mann? Der Ramazan Tagaev? Was is mit dem?
Er war nur Chef vom Lokal.
Er hatte selbst falsche Papiere. Auch illegal, schon seit 2004.
Und was mussten Sie arbeiten?
Alles. Ich hab alles gemacht.
Am Bau, im Lager, putzen.
Wie viel Geld haben Sie dafür bekommen?
Drei Euro die Stunde.
Hat man Sie zur Prostitution gezwungen?
Zum Glück nicht. Ramazan hat gesagt:
Österreichische Männer wollen nicht schwarze Frauen für Sex.
Und ich muss arbeiten im Lokal für Essen und Wohnen - ohne Geld.
Und in Hühnerfabrik für drei Euro.
Nie gesehen?
Weiß nicht.
Ich glaube, dieser Mann hat sich getroffen mit Chef.
Vor ein paar Tagen in der Früh.
Und worum hätte es bei diesem Treffen gehen können?
I don't know. I did not understand.
Aber dieser Mann ist aufgestanden und gegangen.
Und Chef ist noch sitzen bleiben und telefonieren.
Hat es einmal zwischen Ramazan und dem Chef Streit gegeben?
Ja, vor kurzem. Es ist um Geld gegangen.
Wie haben Sie das Gespräch hören können?
Ich hab nur verstanden, dass Ramazan Geld verlangt hat.
Aber ich weiß nicht, wofür.
"Du schuldest mir das!", hat er zum Chef gesagt.
Vielleicht wollte der Tagaev nicht mehr die zweite Geige spielen.
Kann sein.
Gemma nach Haus!
Komm!
Na gehts nur.
* Handy *
(Vopelka:) "Herr Eisner?"
Ja?
"Vopelka hier. Haben Sie Zeit, dass wir uns kurz treffen?"
Wir haben unsere V-Männer befragt:
Die abgetrennten Hände und die herausgeschnittene Zunge,
das waren Folter- und Verhörmethoden von den Militärs
in den Tschetschenien-Kriegen.
Und die meisten Tschetschenen, die bei uns sind, haben im Krieg gekämpft
Sie glauben, die Tschetschenen stecken hinter dem Mord?
Der Ramazan Tagaev ist ja Tschetschene.
Na ja, wenn das stimmt. Seine Papiere sind vermutlich gefälscht.
Die tschetschenische Mafia gilt als sehr gewalttätig.
Sie bietet ihre Dienste als Schutzgeld-Eintreiber an.
Und sie sind auf Geldwäsche spezialisiert.
Ja, das würde alles passen, aber das würde bedeuten,
dass der Ramazan seinen Chef umgebracht hat,
um selber die Geschäfte zu übernehmen.
Oder umbringen hat lassen, damit man ihm nichts nachweisen kann.
Na ja, trotzdem nicht gescheit. Wir ham ihn ja jetzt voll auf'm Schirm.
Der Mord war so brutal, dass sich niemand trauen wird,
den neuen Chef in Frage zu stellen.
Und die Täter sind vielleicht längst über alle Berge.
* Percy winselt. *
* Percy bellt. *
* Eisner pfeift. *
Percy!
Percy!
* Äste knacksen. *
* spannende Musik *
* Eisner pfeift. *
Percy!
* Knacksen *
He!
* Percy knurrt und bellt. *
He! He! Percy!
Percy!
* Knurren *
Percy, hier!
Brav. Brav.
* Winseln *
Ja, es geht jeden Tag besser.
Ich lauf heut schon den ganzen Tag nur mit einer Krücke herum.
Super! Da freu ich mich total!
Was hältst denn davon, wenn wir morgen am Abend essen gehen?
Morgen geht leider nicht, Papa. Der Kerem und ich gehen aus.
Ah so. Na ja, okay. Macht nix. Wo gehts denn hin?
Fußball. - Fußball?
Ja, der Kerem möchte,
dass ich einmal die Atmosphäre in einem Stadion erlebe.
Rapid gegen Sturm Graz.
(Er lacht:) Not gegen Elend.
Was?
Nix.
Du, a ganz andere Frage:
Der Kermit ...
Papa, bitte! Er heißt Kerem.
Ja, den mein ich ja. Hat der tschetschenische Freunde?
Woher soll ICH das wissen?
Nur so a Frage.
"Ich glaub eher nicht." - Mhm.
Wie geht's deinem Hund?
Eh ganz gut. Wir sind schon fast Freunde.
Wenn ich ihn ruf, dann kommt er. Und am Abend liegt er am Fußende.
Was? In deinem Bett?
Nein, am Boden natürlich.
"Das freut mich."
Ich hätt nie gedacht, dass du dich mit einem Hund anfreundest.
Was denkst denn? Ich mag Hunde. Wirklich.
* Die Tür wird aufgesperrt. *
Papa, ich muss aufhören. Schönen Abend noch!
Okay. Schönen Abend! Servus! Bussi!
Sei froh, dass du keine Kinder hast! Das sag i dir.
* Operngesang *
* Operngesang *
Moritz!
Geh bitte, bring den Hund ins Tierheim!
Ihr machts mi noch ganz krank.
Musst halt früher ins Bett gehn. - Sehr witzig!
Komm!
Wo fahr'ma hin um die Uhrzeit? - Traiskirchen.
Zur Vicki! - Ja.
Was heißt, die Frau Oshchypko is weg?
Sie ist nicht mehr aufgetaucht.
Binnen 48 Stunden werden wir jetzt ihren Platz freigeben.
Das kommt häufig vor.
Und warum macht die das?
Keine Ahnung. Aber meistens finden solche Personen eine illegale Arbeit.
Oder lernen jemanden kennen.
Da kommen sie nicht zurück, um sich zu verabschieden.
Tut mir leid, meine Herrschaften!
Wenn die Frau Oshchypko sich nicht selbst meldet,
dann finden wir die nicht mehr. - Wieso?
Viele Flüchtlinge kommen und gehen,
ohne dass wir das nachvollziehen können.
Die Chinesen, zum Beispiel, bringen sogar ihre Toten zurück nach China,
ohne dass wir das mitkriegen.
Vielleicht wollte die Frau Oshchypko zurück in die Ukraine.
Nein! Sie hat mir gesagt, sie will unbedingt hierbleiben.
Wir müssen nach ihr fahnden lassen. Sie is doch unsere Hauptzeugin.
Das Strafregister von dem Mittermeier
liest sich wie der Auszug aus dem Strafgesetzbuch:
"Schwere Körperverletzung, fahrlässige Körperverletzung,
Raufhandel, Tätlichkeit gegen Beamte, Raufhandel,
geschlechtliche Nötigung, schwere Körperverletzung, Drogen."
Ja, er is kein Waserl.
Der Heinzi meint,
vielleicht will der Mittermeier seine ganzen Konkurrenten schnupfen.
Warum fangt er da mit einem kleinen illegalen Puff an?
Der Mittermeier is bei seiner Mutter gemeldet - im Wohnpark Alt-Erlaa.
Das is sicher eine Täuschung,
damit er im Fall des Falles nicht aufzufinden is.
Die Tätowierungen auf seinen Fingern, diese chinesischen Zeichen,
das heißt: "Die Kunst des Krieges"
Es gibt auch ein chinesisches Buch über Kriegsführung.
Vielleicht sollt'ma ihm mal auf die Füße steigen.
Liebend gern!
* spannende Musik *
Und er is wirklich da drin?
Ja, seit etwa einer Stunde.
Zugriff!
Polizei! Personenkontrolle!
Jeder und jede hat sich auszuweisen!
Machen S' die Musik aus!
Wenn Sie bitte Ihre Papiere den Kollegen zur Verfügung stellen!
Ihre Papiere bitte!
Und ab! Komm!
Hast du ihn g'sehn?
Naa. Die Séparées san unten.
Na, sehr schön!
Polizeikontrolle! Wenn Sie bitte Ihre Papiere bereithalten!
Und? Alles sauber?
Da links!
Na, sehr schön! Ausweiskontrolle! Und ziehen Sie sich bitte was an!
Sie auch Ausweis, ja?
Ausweis.
Das is aber ned alte Kavaliersschule,
dass ihr mir da mitten ins G'schäft platzt!
Verdacht auf Menschenhandel.
Und die Kollegen machen noch eine eingehende Hygienekontrolle.
Eisner, bei mir is alles sauber! Die Zimmer und die Hasen!
Ja, schau'ma mal.
Und die beiden Alibi-Zeuginnen hamma immer noch nicht erreicht.
Ja, die eine is wie vom Erdbeben verschluckt.
Die andere hat an Trauerfall in Bukarest.
Als Erstes neh'ma jetzt einmal ein schönes Protokoll auf!
Wennst willst, gleich hier, dann brauchst ned mit uns kommen!
Jetzt bist wieder die Alte, Bibi!
Komm! Ausweis!
Der hat g'wusst, dass wir kommen!
Wir ham das früher auch oft erlebt, dass wir ermitteln gegen an Strizzi
und dass nix rauskommt, dass alle Mädels Papiere ham.
Kommt dir das ned spanisch vor?
Was glaubst du? Dass Polizisten ned gern schnackseln?
Da drin?
Was hast du erwartet?
Dass wir irgendwelche illegalen Frauen finden,
die zur Prostitution gezwungen werden!
Aber ned, dass unsere eigenen Leut
zu den besten Kunden am Gürtel g'hören.
Und jetzt?
I weiß es ned.
Das is ein bisschen wenig, Moritz.
Warum finden die den Tagaev nicht?
Was hilft uns das?
Der Tagaev könnte uns sagen, woher die Menschen kommen.
Und er könnte uns das System erklären.
Und zum Schluss finden wir bitte heraus, wer den Türken ermordet hat!
Das wär auch wichtig.
Also, das Alibi vom Mittermeier is bis jetzt nicht bestätigt.
Was hat er für ein Motiv?
Na ja, da kann man bis jetzt auch nur spekulieren.
Aber wir denken, dass er von denen das Geschäft übernehmen wollte.
Dieses türkische Restaurant? Das "Ali Baba"?
Nein, das Schleppergeschäft, Ernstl! Jeder Flüchtling zahlt 5.000 Euro!
Bei 500 Flüchtlingen sind das 2,5 Millionen Euro!
Und dann schicken s' die Leut noch auf'n Strich
oder zu anderen Arbeiten - als Putzfrau oder Maurer auf'm Bau.
Okay.
Trauts ihr dem Mittermeier den Mord an diesem Türken zu?
Also, er is extrem gewaltbereit, aber so eine Nummer?
Na ja, vielleicht hat er jemanden beauftragt.
Was is mit seinem Bodyguard?
Das is die Mira Sandra Nomura, genannt Asia.
War angeblich zur Tatzeit im Lokal.
Dafür hat sie einen Spezl, einen Türsteher, der das bestätigt.
Das is doch alles a Schmäh!
Percy, komm! Komm!
Sind wir schon fertig, Moritz?
* Musik *
"Große Hunde lieben Doggy!"
Is das das, was du immer gern hast?
Huhn oder Rind?
Ha?
Grüß Sie!
Grüß Sie! Is das das, was so Hunde brauchen?
Ja.
* Handy *
Entschuldigung.
Schimpf, was is?
Das Telefon, wo wir den Besitzer nicht eruieren konnten,
wurde soeben aufgedreht und von uns geortet.
Wo?
In der Wohnsiedlung Alt-Erlaa, Block C.
Soll ich eine Streife hinschicken?
Ja, und sie sollen außerhalb der Anlage warten.
Und sag Bescheid, wenn's eine Standortveränderung gibt!
Und rufts die Bibi an! - Sehr gerne!
Ruf an!
Die Frau Major Fellner wird gleich da sein. Ihr wartet hier auf sie!
Grüß Sie! Da geht's lang.
Hören S' auf mit'm Fotografieren!
Und Sie bringen das Kind weg!
* spannende Musik *
Bravo, Herrschaften!
Was heißt "bravo"? Wir ham nach dem Typen gefahndet!
Das is vielleicht der Mann, der die Vicki aus dem Haus weggebracht hat.
Selbstmord?
Naa, die ham den aus dem Fenster geschmissen.
Vermuten Sie auch, dass hier organi- sierte Kriminalität dahintersteckt?
Sieht schon sehr danach aus.
Kann's nicht sein, dass ein paar Türken und Tschetschenen streiten?
Na ja, sein kann alles.
Aber ich hab schon die Kollegen von der Europol informiert,
damit wir ab jetzt gezielt und gemeinsam weiterermitteln können.
Ja, danke.
Könn'ma ned versuchen,
einen Haftbefehl gegen den Mittermeier zu kriegen?
Auf was hinauf? Wir haben zu wenig Beweise.
Aber wir könnten ihn rund um die Uhr beschatten lassen.
Ich kümmere mich drum.
Ja, und ich kümmere mich um den Percy. Der sitzt allein im Auto.
Der nimmt alles immer so persönlich.
Seine Tochter is zu ihrem Freund gezogen.
* Eine Tür wird geöffnet. *
Also, er hat ein Hämatom am Oberarm, das nicht vom Sturz stammen kann.
Da hat ihn jemand fest gepackt.
Ja, was i sag: Die ham ihn aus'm Fenster geschmissen.
Wir vermuten, dass der Mann mit dem Rücken voraus
aus dem Fenster g'fallen sein muss.
Ja, sicher.
Wir ham auf der Fensterbank keine Fußabdrücke g'funden. Also:
Klarer Mord. - Geht in die Richtung.
Unter den Fingernägeln waren Tierhaare von einem Waschbären.
Das könnt von einem Pelzmantel stammen.
Er hat sich vielleicht an jemandem festhalten wollen.
Der Mittermeier!
Todeszeitpunkt: 15 Uhr 30 - wie ihr ihn g'funden habts.
Das heißt, die Täter ham uns zugeschaut, wie wir angekommen sind.
Oder sie ham sich dann vielleicht unter die Schaulustigen gemischt.
Na ja, gut. Servus!
(ironisch:) Danke!
Ah so, ja: Danke!
Gern! Bitte! Gern!
* Handy *
Eisner.
(Mittermeier:) "I möcht mit Ihnen reden - nur wir beide."
* spannende Musik *
* Percy winselt. *
*
* Geigenmusik *
* Percy bellt. *
Platz!
Bleib! Komm!
Komm! Hör auf! Jetzt is' gut.
Wissen S', warum der Hund deutsch versteht?
Sie werden's mir sagen.
Der hat früher einer Dame gehört - bis vor einem Jahr.
Dann ham s' sie wegg'schickt, und den Hund ham s' behalten. Die Türken.
Bitte! Was zu trinken? - Nichts, danke!
Bring ihm auch das Curry! - Nein, danke!
Und a bissl a Hendl für'n Hund.
Das is scharf. Das hebt die Laune.
Was is an "Nein, danke!" so schwer zu verstehn?
Bring's!
Mittermeier, ich bin nicht gekommen, um hier zu essen.
SIE wollten mit mir reden. Also, was is?
Ja, genau.
I hab große Pläne für das Lokal da. Mehr Unterhaltung.
A bissl a Live-Musik, Fusion-Küche und a bissl a Gabalier-Schmäh.
Ja, die Leute da ham mir leidgetan.
Jetzt hab i g'sagt, i übernehm die Hütte. Dann gibt's wieder Jobs.
Ganz legal! Das können S' kontrollieren.
Rührend! Aber Sie werden ned viel Zeit ham, hier den Boss zu spielen.
Sie ham den Tekin Ayhan umbringen lassen.
Und kurz darauf den Ramazan Tagaev.
Blödsinn!
Um von den beiden Herren das Schleppergeschäft zu übernehmen.
Eisner, das können Sie nie beweisen - und das wissen S' selbst.
Jetzt passen S' mal auf, Mittermeier!
Sie werden mich nicht mehr los.
Ich lass Sie beschatten, 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche.
Egal, wie lang das dauert. Is das klar?
Is das eine Art ... Kriegserklärung?
Das können Sie nennen, wie Sie wollen.
Aber hören S' auf damit! Lassen S' meinen Hund in Ruh!
Krieg ... is a großes Wagnis.
Er is der Ausgangspunkt für Leben und Tod.
Der Weg zum Weiterbestehen oder zum Untergang.
* Eisner lacht. *
Entschuldige!
Ja, wenn man im Häfen is, hat man viel Zeit zum Lesen.
Sie werden bald wieder Zeit ham dafür!
Langsam, Eisner! Bitte, setzen Sie sich! I bin ja noch ned fertig.
Was ham Sie mir noch zum Erzählen?
Schauen Sie! Um was geht's? Wer der beste Stratege is, gewinnt. Oder?
Mittermeier! Zum Gewinnen braucht man Glück.
Und das ham Sie sicher ned!
Sie hätten das in das Curry tauchen sollen. Das is großartig!
Schmeckt so schon so scheiße!
Komm, Percy!
Percy!
Percy! Was is denn los?
Herr Eisner?
Is alles in Ordnung, Herr Eisner?
Is Ihnen ned gut?
Mittermeier, du bist ein Arschloch!
*
Notruf! An Krankenwagen! Dringend!
Scheiße!
(Frau Oshchypko: "Ich war auf einem Geisterschiff.")
("Ohne Licht und ohne Essen.")
(Mittermeier: "Der Krieg is ein großes Wagnis.")
("Er is der Ausgangspunkt für Leben und Tod.")
* Stille *
*
Hey!
Moritz! Was machst denn du für G'schichten?
Der Doktor sagt, dass du dich jetzt sehr schnell erholen wirst.
Ja.
Ich hab ja eh nur ein Stückl gegessen.
Das war dein großes Glück.
Das Fleisch muss vergiftet g'wesen sein.
Mit einer chemischen Droge.
Sagen s'.
Seltsam.
Wer hat mich denn gefunden?
Ein Krankenwagen is praktisch in der Sekunde vorbeigekommen,
wo du zusammengebrochen bist.
Der Arzt war sehr fix.
Moritz, i bin so froh!
Bibi, was is denn?
Und der Percy?
Wir ham den Laden auf'n Kopf g'stellt.
Natürlich kann sich dort niemand erklären,
wie das Gift an das Fleisch gekommen is.
Und wir ham auch keine Rückstände g'funden.
Und was is mit dem Mittermeier?
Wie vom Erdboden verschluckt. Keiner hat ihn je dort gesehen!
Die Aufnahmen von der Überwachungskamera?
Leider auch nix.
Der muss durch die Nebengebäude aus- und eingegangen sein.
Sie verstärken jetzt das Observations-Team.
Ja, jetzt!
I muss jetzt die Claudia anrufen.
Ja, und den Ernstl bitte.
Der wollte unbedingt herkommen, aber i hab ihm g'sagt,
dass dir das wahrscheinlich ned recht is.
Danke!
* Türglocke *
* Eisner räuspert sich. *
Soll i helfen?
Ned erschrecken!
Schau, Eisner!
Da laufen im Hintergrund Dinge ab, die du nie verstehen wirst.
Wozu auch? Die erledigen sich nämlich von selbst.
Alle ham sich jetzt drauf geeinigt, dass i den Laden schmeiß. Finito!
Die G'schicht is erledigt.
Nach den zwei toten Hanseln kräht kein Hahn mehr.
Und du hast Ruhe im Stall.
Also?
Da is kein Strom drauf.
Sorry!
Rückzug!
Glaub mir's!
Die richtige Strategie im richtigen Moment.
Das mit dem Gift, das war i ned.
Ehrlich.
Das waren die Islamisten.
Das wollt i nur sagen.
Gute Besserung!
* Türglocke *
* Er räuspert sich. *
Entschuldige, aber der Hund hat mich ans Aufstehen gewöhnt.
Komm rein!
Also noch einmal, damit ich das richtig versteh:
Der Ramazan Tagaev war regelmäßig Kunde bei ihr.
Dann hat er sich in sie verliebt.
Dann hat der Ramazan den - wie heißt er?
Ayhan.
den Ayhan von den Tschetschenen ermorden lassen.
Einerseits, um sie zu befreien.
Andererseits aber auch, damit er dann das Geschäft übernehmen kann.
Ja, die Schlepperei und den Menschenhandel.
Und das Phantombild, das sie machen hat lassen,
hat natürlich gar nichts mit dem Tagaev zu tun.
Ja.
Und dann?
Dann is der Mittermeier ins Spiel gekommen,
der das ganze G'schäft übernehmen wollte.
Er hat Ramazan getroffen, wollte Angebot machen.
Bodyguard hat ihn aus Fenster geschmissen.
Und das haben Sie gesehen?
Er hat ...
Er hat mich gesehen aus Fenster. Ich habe weggelaufen.
Ja, jetzt hat sie natürlich Angst - als Augenzeugin von einem Mord.
Sie werden umbringen mich.
Na ja, machen Sie sich keine Sorgen!
Und dann is er gegangen.
Stell dir vor: Der is in mein Zimmer gekommen!
Wahnsinn! Der muss doch aufzufinden sein.
Na ja, sollte man meinen.
Die Vicki soll jetzt erst einmal dableiben und sich beruhigen, ha?
Gibst ihr dein Handy, schreibst ihr meine Nummer auf,
dann kann s' uns jederzeit erreichen.
Ich hab's auf lautlos gestellt. Vielleicht willst ja schlafen.
Wenn wer anruft, is' wahrscheinlich besser, du hebst nicht ab.
Danke! Vielen Dank!
Wir sollten eine Hausdurchsuchung beim Mittermeier machen.
Vielleicht finden wir dann das Kleidungsstück mit dem Fell.
Aber wo? Bei seiner Mutter is er seit Monaten nicht mehr aufgetaucht.
Diese Victoria ... - Oshchypko.
Die wär doch die beste Möglichkeit, um an den Mittermeier ranzukommen.
Ein gut koordinierter Einsatz - und wir schnappen ihn und die Komplizin!
Wir können doch die Vicki ned als Lockvogel benutzen!
Ja, aber ...
Ernstl, das san Profis!
Du kannst da nicht irgendjemanden auf gut Glück hinschicken.
* Geräusche *
Was anderes fällt mir im Moment nicht ein.
Die Fahndung läuft. Das Lokal wird observiert.
Jetzt müssen wir Geduld haben.
Ja, und viel Glück.
Apropos: Ich bin froh, dass du wieder gesund hier bist!
Danke, Ernstl!
Aber wie kann ein alter Hase wie du alleine zu so einem Treffen fahren?!
Wer rechnet denn damit, dass ein Kriminalbeamter mitten in Wien
am helllichten Tag vergiftet wird?!
Dass der Mittermeier ein Kaliber is, das haben wir gewusst!
Der is völlig krank!
*
Das is doch ganz klar, dass wir unsere Hauptzeugin hierher bringen!
Machst du das? - Ja, sicher.
Fahr mit einer Streife, Bibi!
Ruf an, wenn du vor Ort bist!
Mach i. Bis gleich!
Kein Ton!
Ah!
Geh, Frau Kollegin! Dürft i mir mal Ihr Handy ausleihen?
I ruf nur schnell zu Haus an und sag der Frau Oshchypko Bescheid.
Wo willst du denn hin?
Ich fahr noch mal in das Lokal vom Mittermeier.
Vielleicht weiß ja doch irgendwer, wo er is.
Aber bitte nicht wieder eine Einzelaktion!
Ja, is ja eh das Observations-Team vor Ort.
Nimm einen von ihnen mit hinein!
* Handy *
"Hier is die Bibi Fellner. Das bin aber ned i."
Bieg'ma da gleich ab! Das is a Abkürzung!
Die Tür is auf'brochen!
Scheiße!
* Handy *
Eisner.
"I bin's, die Bibi! Moritz, sie ham sie!"
Die Tür is auf'brochen, und in der Wohnung sind Kampfspuren!
Was?!
Ja, sie ham sie!
Was mach'ma jetzt?
Na wart, wart, wart!
Hat die dein Handy noch?
Ja!
Dann lass es anpeilen!
Ja, ich bin gleich da.
Die Kollegen haben das Signal sicher schon geortet.
Ich schalt sofort die Bibi dazu.
Herrschaften!
Danke!
Also!
* Piepsen *
Altmannsdorfer Straße.
Auf der Höhe von Schloss Schönbrunn. Stadtauswärts.
* Er beschleunigt. *
* Sie weint. *
Jetzt fährt er auf der Anton-Baumgartner-Straße.
Da is doch der Wohnpark Alt Erlaa!
Ja, da is das Revier vom Mittermeier!
Dort fahren die hin?!
Die Siedlung Alt Erlaa, Kollegen!
I bin in vier Minuten da, Ernstl!
Alle verfügbaren Beamten sollen den Wohnpark Alt Erlaa anfahren!
Und verständigts die Cobra!
* Piep *
Das Signal wird schwächer!
Was heißt das?
Er muss in die Tiefgarage gefahren sein. Wohnblock C!
Block C! Verstanden!
Wir fahren von der anderen Seite zu! Aber bitte verfahrts euch ned!
*
Das Signal wird wieder stärker!
Hallo?
Hallo?!
Bibi?
Scheiße heast!
Ernstl?
Hallo?
Bibi?
"Moritz!"
Bibi, wo bist du?
Ich hör dich!
"Wo bist du?!"
In der Garage Block C! I glaub, da geht's zu den Aufzügen!
"Sehr gut!"
"Pass auf! Ich bin im Lift West D, und die sind im Lift C.
"Schau, auf welchem Stockwerk sie stehen bleiben!"
Ich fahr ganz nach oben!
Bibi, was is?
Ja!
Ganz oben! 27. Stock!
Okay. Gut.
Ja, sorry, dass wir dich herbringen ham müssen!
Aber die Bullen ham mi grad am Schirm.
Da kann ich schlecht in der Wohnung von einer Polizistin auftauchen.
Komm!
Red!
Was weiß die Polizei?
Sprich!
Sonst muss i abdrücken.
Das wär wirklich schad.
Mittermeier!
Runter mit der Waffe!
Weg mit der Waffe!
Und du, bleib stehen! Rühr di ned!
Hände über den Kopf!
Runter mit der Waffe! Komm!
Eisner, i hab g'sagt, du sollst an Frieden geben!
Auf den Krieg folgt der Friede.
Und ich sag dir zum letzten Mal: Runter mit der Waffe!
Und lass die Frau zu mir rüberkommen!
Mittermeier, es is aussichtslos. Der ganze Block is umstellt.
Also komm! Lass sie gehen!
* Hubschrauber *
Lass die Frau gehn!
Leider, Eisner! Das kann i ned machen.
I steh da mit'm Rücken zur Wand. Jetzt gemma alle drauf!
Stimmt's?
Hör auf mit dem Blödsinn!
* Schuss *
* Schuss *
* Schuss *
* Schuss *
* Musik *
* Musik *
Wie blöd muss man eigentlich sein?!
Es geht immer nur um Macht und Geld.
Dass der Mittermeier sich mit'm Puff vom Inkasso-Heinzi begnügt hätt ...
Das geht ja eh so super.
Der eine kann den Hals ned vollkriegen.
Und der andere hat zum Sterben zu wenig.
So is es! Und das wird sich auch ned ändern.
Und DAS is das Bittere daran!
So! Bevor ihr zwei jetzt die Welt untergehen lassts, fahr'ma!
Komm, Moritz!
Erholts euch gut! - Servas!
Der Ernstl hat versprochen, dass er sich um die Vicki kümmern wird.
Dass sie dableiben darf. - Das schau i mir an!
Und der Heinzi kriegt sein Puff wieder!
Dann wird er sein Auto auch wiederhaben wollen.
Naa, das glaub i ned! Die Lichtmaschine is nämlich hin.
Willst einen Kaffee? - Gern!
Papa!
Claudia! Was machst denn du da?
Ich hab mir gedacht, dass ich ein Mal die Woche wieder bei dir übernachte.
So als Jour fixe, damit wir reden können.
Große Freude!
Ja! Und die Bibi und ich, wir haben da noch eine Überraschung für dich!
Was denn?
Naa!
Also das is jetzt wirklich wahnsinnig lieb von euch,
aber i mag keine Hund!
Wirklich ned!
Er heißt Percy.
Ja, das kann schon sein, aber der bleibt sicher ned da!
Na, schau'ma mal!
ORF 2016 untertitel@orf.at
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