Afrikaans
Akan
Albanian
Amharic
Arabic
Armenian
Azerbaijani
Basque
Belarusian
Bemba
Bengali
Bihari
Bosnian
Breton
Bulgarian
Cambodian
Catalan
Cebuano
Cherokee
Chichewa
Chinese (Simplified)
Chinese (Traditional)
Corsican
Croatian
Czech
Danish
Dutch
English
Esperanto
Estonian
Ewe
Faroese
Filipino
Finnish
French
Frisian
Ga
Galician
Georgian
German
Greek
Guarani
Gujarati
Haitian Creole
Hausa
Hawaiian
Hebrew
Hindi
Hmong
Hungarian
Icelandic
Igbo
Indonesian
Interlingua
Irish
Italian
Japanese
Javanese
Kannada
Kazakh
Kinyarwanda
Kirundi
Kongo
Korean
Krio (Sierra Leone)
Kurdish
Kurdish (Soranî)
Kyrgyz
Laothian
Latin
Latvian
Lingala
Lithuanian
Lozi
Luganda
Luo
Luxembourgish
Macedonian
Malagasy
Malay
Malayalam
Maltese
Maori
Marathi
Mauritian Creole
Moldavian
Mongolian
Myanmar (Burmese)
Montenegrin
Nepali
Nigerian Pidgin
Northern Sotho
Norwegian
Norwegian (Nynorsk)
Occitan
Oriya
Oromo
Pashto
Persian
Polish
Portuguese (Brazil)
Portuguese (Portugal)
Punjabi
Quechua
Romanian
Romansh
Runyakitara
Russian
Samoan
Scots Gaelic
Serbian
Serbo-Croatian
Sesotho
Setswana
Seychellois Creole
Shona
Sindhi
Sinhalese
Slovak
Slovenian
Somali
Spanish (Latin American)
Sundanese
Swahili
Swedish
Tajik
Tamil
Tatar
Telugu
Thai
Tigrinya
Tonga
Tshiluba
Tumbuka
Turkish
Turkmen
Twi
Uighur
Ukrainian
Urdu
Uzbek
Vietnamese
Welsh
Wolof
Xhosa
Yiddish
Yoruba
Zulu
*
ORF 2018 - untertitel@orf.at
*
*
*
(Ich trage eine Waffe am Gürtel.)
(Aber Waffen können ned darüber entscheiden,
was richtig und was falsch ist auf dieser Welt.)
(Ich bin schon so lange Polizist,
dass ich manchmal selbst die Grenzen dazwischen nicht mehr sehen kann.)
(Was die sogenannten Guten tun, ist nicht gut für uns alle.)
(Was schlecht is, sieht man oft erst, wenn's zu spät ist.)
(Meistens erst, wenn jemand längst eine Waffe gezogen hat,
um damit eine Entscheidung zu treffen.)
Scheiße!
Na, Moritz, bist ja völlig eing'rostet!
Wie viele Jahre hast 'n noch?
Sehr witzig!
Erstens hab ich überhaupt keinen Bock auf das Schusstraining.
Und zweitens hat meine Dienstwaffe einen Linksdrall bekommen.
Die is wie neu.
Ja, musst nicht so angeben.
I schieß ja ned so oft im Dienst.
In den letzten 18 Monaten hast du drei Mal die Schusswaffe eingesetzt.
Steht in deiner Personalakte.
Ja. Zwei Warnschüsse. Ein Mal Silvester, in die Luft.
In die Luft? Wie die da?!
Entschuldigts! Moritz, wir müssen nach St. Gilgen. Am Wolfgangsee.
Sonderermittlung!
Das tut mir wirklich leid.
Ja, genau.
Ja, vom Herzen.
Im Wolfgangsee war heute Früh eine Tauchübung der Feuerwehr.
Da haben s' einen Pkw entdeckt, in circa 40 Meter Tiefe.
Da is eine Leich hinter dem Steuer g'sessen.
Die hat eine Pistole g'halten. In der Hand.
Die Waffe war mit Tape am Handgelenk fixiert.
Es muss unglaublich schön sein, in der Gegend Urlaub zu machen!
Ja, und unglaublich teuer.
(Feuerwehrmann:) Vorsichtig rüber!
Jetzt runterlassen!
Na, wirklich - unglaublich schön da!
*
*
* Im Hintergrund sind Funksprüche zu hören. *
Die liegt schon a Zeitlang im Wasser.
Is eine Sig Sauer.
Wird in vielen europäischen Ländern als Polizeiwaffe verwendet.
I frag die Kollegen, ob's a Unfallmeldung gibt.
Finger weg!
Ihr stapfts da wieder rum - ohne Schutzanzug, ohne Kopfbedeckung!
Und dann schauts groß, wenn wir nix hundertprozentig zuordnen können.
Reg dich ned auf! I weiß, wie man sich am Tatort bewegt.
Ja, wie Elefanten.
Hier is kein Unfall registriert worden. Keine Anzeige, nix.
Keine Bremsspuren? Keine Augenzeugen?
Offenbar nicht.
Scheiße, heast!
Wir müssen einen Zeugen finden.
Hotels, Pensionen, Tankstellen, Raststätten.
Wird a Menge Arbeit für die Kollegen.
Bibi, Moritz!
Die Tote is wahrscheinlich erschossen worden.
Da schauts! Das muss passiert sein, bevor sie mit'm Auto ins Wasser is.
Deshalb gibt's keine Bremsspuren und nix.
Wie soll das 'gangen sein? Während der Fahrt durchs offene Fenster?
Bis wir das rekonstruiert haben, das wird dauern.
Und die Pistole?
Das müssen die Kollegen checken.
Das Tape is wie ein Stützverband. Vielleicht eine Gelenksverletzung.
Die ist von einem Arzt versorgt worden?
Nix wissen. Ich euch anrufen.
Der Wagen ist ein Leihauto.
Dauermiete auf unbestimmte Zeit.
Wer hat den Wagen gemietet?
Eine gewisse Sylvie Wolter aus Hamburg. 36 Jahre alt.
Da! Eine Vermisstenanzeige bei uns.
Vom Lebenspartner. Sie versuchen, ihn zu kontaktieren.
Wir fahren z'ruck, und es reißt auf.
*
Du, die Kollegen haben Daten vom Handy der Toten retten können.
Wirklich?
Ja, angeblich sind Fotos drauf.
Super!
Ah ja, die Waffe: Die ist nicht registriert.
Die Seriennummer is herausg'schliffen worden.
Also illegaler Kauf.
Sind ja lauter Zeitungsartikel.
Da schau her!
Opernball 1989.
Der ehemalige Verteidigungsminister.
Das is der Dings ... Wie hat er g'heißen?
Lichal! Genau.
Ermittlungen wegen Verdachts des Amtsmissbrauchs und der Untreue.
Illegale Parteienfinanzierung.
Ja, das sagt mir was.
Aber das ist ja ewig her.
Karl Lütgendorf.
Auch ein Verteidigungsminister, vorher in den 70er Jahren.
Hat sich selbst erschossen.
Hm.
Bis heute is unklar, ob das nicht doch ein Mord war.
Ich kann mich erinnern. Da hat's viele offene Fragen 'geben.
Das da, schau! Der Proksch.
Wahnsinn!
Ah, da is ja unser Opfer.
Frau Sylvie Wolter.
In St. Gilgen ...
Frau Eisner?
Herr Eisner.
Frau Fellner.
'tschuldigung, ich sollt nach Eisner oder Fellner fragen.
Was können wir für Sie tun?
Meine Name ist Sybille Wildering.
Ich war die Partnerin von Sylvie Wolter.
Die Polizei hat mich verständigt.
Ah ja, bitte, bitte!
Bitte nehmen S' Platz.
Danke.
Äh ... Sie ... äh ...
Sie leben in Wien?
Nein, in Hamburg.
Ich bin aus Wien, aber zum Studieren nach Hamburg 'zogen.
Ich bin gleich nach Wien zurück- 'gangen, wie sie verschwunden is.
Ich hab überall nach ihr gesucht.
Was hat Ihre Lebensgefährtin in Wien gemacht?
Eine G'schichte hat sie recherchiert.
Sie hat nie viel über ihren Job erzählt.
Hat die Frau Wolter eine Waffe besessen?
Eine Waffe?
Ja.
Nein!
Wieso?
Für welche Zeitung hat Ihre Freundin ...
Hat man sie schon identifiziert?
Ja, das ist auch ein Grund, warum man Sie hierher bestellt hat.
Wie ich nach Wien 'kommen bin, war ich gleich in ihrem Hotelzimmer.
Es war leer. Kein Computer, keine Notizen von ihr.
Das Durchsuchen hätten Sie besser der Polizei überlassen sollen.
Ich hab 'dacht, dass sie sich noch meldet.
Dass sie zur Sicherheit unter'taucht is.
So gefährlich war die Geschichte?
Manchmal war's gefährlich. In Krisen- gebieten. In Afrika. Im Nahen Osten.
Na ja, St. Gilgen is kein Krisengebiet.
St. Gilgen?
Ja.
Ah so, da wohnt ein Informant für die G'schichte.
Was war das für eine Geschichte?
Irgendein Mord oder Selbstmord eines österreichischen Politikers.
Is schon über 30 Jahre her.
Viel mehr weiß ich auch nicht.
Der Fall Lütgendorf?
* lautes Schluchzen und Weinen *
Moritz!
Der Schuss is aus nächster Nähe ab'geben worden. Direkt ins Herz.
Die war sofort tot.
Der Einschusswinkel macht mich stutzig.
Wieso?
Schaut aus, als wär der Täter am Beifahrersitz g'sessen.
Er hat sie im Auto erschossen?
I glaub schon.
Und dann im See versenkt?
Todeszeitpunkt?
Das is ganz schwierig. Im Wasser war sie ... 12 bis 14 Tage.
Was is mit der Hand?
Ah so, ja. Die Bänder im Gelenk waren völlig überdehnt.
Vielleicht is sie g'stürzt und hat sich mit einer Hand abg'fangen.
Das ganze G'wicht auf dem schmalen Gelenk - eine langwierige G'schicht.
Gut.
Eisner!
Ah so, ja.
Danke.
Ich bring sie noch ins Hotel.
Okay. I hol dich morgen Früh ab.
Lass dir die Namen und Adressen von ihren Verwandten und Freunden geben.
Der Schimpf soll morgen alles überprüfen.
Der is auf Weiterbildung in Vorarlberg.
Dann soll's a anderer Kollege machen.
I mein ...
Warum zieh ich das an?
Was?
Das Unglück von anderen.
Diesmal is es eine lesbische Freundin, die erschossen wird.
Dann eine ukrainische Zwangs-Prosti- tuierte, die bei mir untertaucht.
Bibi!
Du musst das endlich abstellen!
Du darfst das ned immer so an dich ranlassen.
Du musst den Fall sehen, nicht das Schicksal.
Lass das ned immer so tief in dein Herz rein!
Hm?
Bis morgen.
*
* Miles Davis, "So what" *
("Der mysteriöse Fall Karl Lütgendorf")
("Verteidigungsminister.")
("Rücktritt wegen angeblicher illegaler Waffengeschäfte 1977.")
("Suizid '81.")
("Ungeklärte Umstände.")
("Lütgendorf hielt den Revolver in der linken Hand,
obwohl er Rechtshänder war.")
("Waffe wies keinerlei Fingerabdrücke auf.")
("Schuss durch den geschlossenen Mund.")
("Zehn Jahre später wurde eine neuerliche Obduktion angeordnet.")
("Keine Erkenntnisse.")
* Bibis Handy läutet. *
* Ihr Handy läutet. *
* Das Handy läutet unaufhörlich weiter. *
* Handy *
* Handy *
* Handy *
* Handy *
"Hallo, hier ist die Bibi. Im Augen..."
(Bericht, PC:) ".. Jagdrevier des ehemaligen Verteidigungsministers."
"Lütgendorf lag zusammengesunken über dem Lenkrad seines Autos."
*
* Schuss *
*
Ich hab gestern versucht, dich zu erreichen. War aber nur Mailbox.
Was war los?
Nix. Außer Dienst.
*
* Ein Hund beginnt zu bellen. *
Ja, bitte?
Grüß Sie, Fellner. Bundeskriminalamt. Herr Kirchweger?
Ja. Geht's um den Leichenfund?
Ja.
Wie kommt ihr da auf mich?
Das ist unser Job.
Was wollten Sie von Frau Wolter?
Ihr wissts vielleicht nicht, dass ich ein Kollege von euch bin.
War! Sie sind doch in Pension?!
Ja. Ich hab die Jahre gehabt.
Leider.
Ich wär gern noch geblieben, aber ...
Ich war auf dem Flughafen.
Drogen, illegale Einwanderung.
Das ganze Agentenwesen, Schmuggel.
Ich hab heute noch Verbindungen.
Warum haben Sie Frau Wolter kontaktiert?
Ist sie ermordet worden oder war's ein Unfall?
Was wollten Sie von ihr?
Sie war eine sogenannte Aufdecker-Journalistin.
Ich hab ihr eine interessante Geschichte zugespielt.
Setzt euch doch!
Bitte!
Es geht um den angeblichen Selbstmord vom ehemaligen Minister Lütgendorf.
1981.
Mein Vater war ein Jagdfreund von Karl.
Nach seinem Tod bin ich oft mit ihm jagen gegangen.
Wir haben uns angefreundet. Bitte!
Diese ganze Selbstmord-Theorie ist ein Blödsinn! Glaubts mir das!
Der Karli war ein Offizier.
Er hätte sich niemals durch den geschlossenen Mund geschossen.
Von allen anderen Ungereimtheiten einmal abgesehen.
Offizier hin oder her:
Im Augenblick vor dem Tod kommen den meisten Selbstmördern Zweifel.
Sie kriegen plötzlich Angst.
In dem Moment des Abdrückens versuchen sie, vielleicht unbewusst,
sich ein Hintertürl offenzuhalten.
Die Mündung verrutscht, der Schuss geht durch die Wange.
Der Mund schließt sich, die Zähne beißen aufeinander.
So wie beim Lütgendorf.
Der Karli hat irgend- welche 'linke' Geschäfte gemacht.
Waffendeals, die nicht sauber waren.
Das ist ihm auf den Kopf gefallen.
Genau. So wie die fast fünf Millionen Schilling,
die er rechtzeitig auf einem Schweizer Konto geparkt hat.
Niemand wusste, woher das Geld kommt.
Schauts!
Vor etwa zwei Monaten ist dieses Schreiben vor meiner Tür gelegen.
Einfach so.
Es stammt von Lütgendorf selbst!
Eigenhändig.
Wir werden überprüfen, ob das ein Original oder a Fälschung is.
Es muss aus einem Tagebuch herausgerissen worden sein.
Na, lests!
"Ich habe geschworen zu schweigen und niemanden in Gefahr zu bringen."
"Ich hab aber das Gefühl, man vertraut mir nicht mehr."
"Am Ende setzt man noch einen A. M. auf mich an." Was is a A. M.?
Auftragsmörder?
Spazieren wir ein Stück. Ich muss mit dem Hund hinaus.
Wer könnte Ihnen dieses Schreiben zugespielt haben? Und warum?
Keine Ahnung. Aber eines ist für mich klar:
Dieselben Leute, die den Karli umgebracht haben,
verschieben heute noch Waffen und stopfen sich die Taschen voll.
Das geht nicht ohne Politiker, die das decken.
Die Frau Wolter hat da wohl in ein Wespennest gestochen.
Warum sind Sie damit nicht zur Polizei gegangen?
Bin ich doch! Ich hab jahrelang, auch als ich noch im Dienst war,
versucht, dass der Fall neu unter- sucht wird. Aber ich bin abgeblitzt!
Mit wem haben S' geredet bei uns?
Mit einem Beamten auf der Polizeidirektion.
So einem Anzug-Maxl!
Auf jeden Fall ist Frau Wolter deswegen jetzt tot.
Das wissen wir noch ned!
Bitte lasst meinen Namen aus dem Spiel.
Inzwischen ist mir das Ganze zu heiß.
Ich bitte um Verständnis.
Illegale Waffendeals.
Eine tote Journalistin, die angeblich zu viel gewusst hat.
Das hamma alles schon gehabt! Es ist jedes Mal im Sand verlaufen.
Deshalb können wir den Mordfall Wolter nicht unaufgeklärt lassen.
Wie sieht's im Umfeld vom Opfer aus?
Die Kollegen in Hamburg haben den Social Media-Kram
und ihre Freunde und Bekannten überprüft. Keine Ergebnisse.
Die Lebenspartnerin, eine Sybille Wildering, ist
erst am Tag nach dem Verschwinden der Frau aus Hamburg her'kommen.
Welche neuen Informationen soll sie über Lütgendorf gehabt haben?
Das müssen wir erst herausfinden!
Wir wollen den Akt Lütgendorf im Staatsarchiv einsehen.
Gut! Ihr müssts zuerst beim Leiter vom Staatsarchiv nachfragen,
was der über diese Geschichte hat.
Ernstl, bitte, das ist ein alter Parteikollege von dir!
Ruf ihn an!
Moritz, diese Zeiten sind vorbei.
Diese ganze Transparenz ...
Grüß Gott, die Herrschaften!
Digruber.
Maria Digruber aus der General- direktion für Innere Sicherheit.
Grüß Sie.
Guten Tag, Frau Doktor.
Mein Sekretär, der Herr Kragl.
Die Bürotür war offen.
Ja! Die neue Transparenz!
Meine Tür steht meinen Mitarbeitern immer offen.
Das Schreiben, dass Sie heute zur Untersuchung abgegeben haben,
stammt sehr wahrscheinlich tatsächlich von Lütgendorf.
Aha.
Woher ... von wem könnte das stammen?
Das wissen wir noch nicht.
Seltsam.
Dass ein so wichtiges Dokument erst nach so vielen Jahren auftaucht!
Wer hat daran Interesse?
Meine Rede!
Innere Sicherheit - was heißt das für uns?
Nichts Besonderes, Frau Kollegin.
Alles andere als Selbstmord ist in diesem Fall reine Fantasie.
Das ist uns bekannt, Frau Doktor.
Ihr machts ganz normal weiter, informiert uns aber laufend.
Ja?!
Ist die Staatssicherheit gefährdet?
Nein, Frau Fellner, davon gehen wir nicht aus.
Aber wir wollen wissen, ob und an welche neuen Informationen
Außenstehende herangekommen sein könnten.
Ein Routine-Prozedere. Müssten Sie wissen, Frau Kollegin.
Ich hab mich übrigens sehr für Sie gefreut.
Also, dass Sie in dem Job geblieben sind.
Noch. Ja.
Aber vielen Dank und küss die Hand, Frau Doktor!
Ernstl, bitte, wieso kriechst du der Frau so in den Hintern?!
Na, is grauslich!
Ihr habts ja keine Ahnung, wie Politik funktioniert.
*
Blöder Trampel!
Wahrscheinlich haben s' keine Freud, dass mit der alten G'schicht
das Image unserer Politiker angekratzt werden könnte.
Noch dazu mit an illegalen G'schäftl - ich sag nur Eurofighter-Ankauf!
Wir lassen unseren Journalisten großen Spielraum.
Sylvia musste nicht ständig berichten, was sie tut.
Als Chefredakteur hat Sie die G'schicht nicht interessiert?
Zeitungen verkaufen sich nicht mehr so wie früher.
Heut versucht jeder, dem anderen zuvorzukommen.
Wir sind sehr vorsichtig mit unseren Informationen.
Sie lassen Ihre Leute einfach so ins Blaue recherchieren?!
Nein! Es ist offensichtlich um einen illegalen Deal gegangen.
Irgendwas muss vertuscht worden sein.
Mehr weiß ich nicht.
Natürlich mach ich mir Vorwürfe.
Jetzt, wo Sylvie ermordet worden is.
Furchtbare G'schicht!
Woher wissen Sie, dass es Mord war?
Da war heute schon eine Dame hier.
Die Lebensgefährtin von der Sylvie. Die hat das behauptet.
Aha! Was wollte die Dame noch?
Schauen, ob noch persönliche Dinge von Sylvie da sind.
Wir haben ihr den Platz vorüber- gehend zur Verfügung gestellt.
Und das haben Sie erlaubt?!
Außer Bleistiften, an Schreibblock und diesem Radiergummi
is da ja nix, Herr Inspektor.
Für Sie - Oberstleutnant!
Da is auch nix drinnen,
Herr Oberstleutnant!
Die unterste Lade ist versperrt. Das hab ich so gelassen, für die Polizei.
Versperrt?
Das kann man mit einem Brieföffner knacken!
War die Dame allein an dem Tisch?
Ein paar Minuten vielleicht.
Ich hab einen Anruf entgegennehmen müssen!
Tut mir leid!
*
Diese Fotos hier und Notizen auf einem Blatt Papier zu diesem Mann.
Er ist ein Waffenschieber. Zündelt überall, wo Krieg im Raum ist.
Er war einer der Drahtzieher der Konflikte im Arabischen Frühling.
Er war angeblich beteiligt bei Waffendeals mit dem IS.
Jetzt einmal langsam: Wo sind die Notizen von der Frau Wolter?
In meinem Zimmer.
Warum haben Sie UNS ned ang'rufen?!
Ich hab 'dacht, ihr wisst das eh.
Mit Sylvies Arbeit muss kein anderer bei der Zeitung ein G'schäft machen.
Außer Ihnen!
Ich? Ich fang damit nix an; ich studier Medizin.
Der Kerl hier is ein G'spenst. Wohnt überall und nirgends.
Er ist mit seiner Firma bestens vernetzt.
Steht das auch in den Notizen? - Ja.
Wie heißt die Firma?
Weiß ich nicht.
Noch nicht.
Liebe Frau Wildering, Sie machen sich mit solchen Aktionen strafbar!
Und bringen sich selbst in Gefahr.
Ich will wissen, wer die Sylvie um'bracht hat.
Ich möchte ihm ins G'sicht schauen!
Genau das tun Sie nicht!
Halten Sie sich aus unseren Ermittlungen raus!
Fahren Sie nach Hause, nach Hamburg. Wir halten Sie auf dem Laufenden.
Und bleiben Sie für uns erreichbar.
Naa, naa, naa!
So!
Wir holen jetzt die Notizen von der Frau Wolter aus Ihrem Zimmer.
*
*
*
*
*
* Beide murmeln vor sich hin, Musik übertönt das Gemurmel. *
Unglaublich!
Früher hat die Firma Geverin Munition produziert.
Lütgendorf hat mit denen angeblich Geschäfte gemacht.
Wie später zwei andere Minister auch.
Bis die Firma Mitte der 90er Jahre die Produktion eingestellt hat.
Zumindest offiziell.
Heute machen s' Stahlmatten für Spritzbeton.
Der Lütgendorf war vermutlich auch nach seiner Zeit als Minister
in Waffendeals involviert.
DDR, Afrika, Naher Osten.
Der muss Millionen gemacht haben!
Aber er hat nicht alleine gehandelt,
sondern zusammen mit jemandem oder mehreren anderen.
Was aber dem oder denen aus irgend- einem Grund nimmer recht war.
Das Hauptproblem is das Motiv.
Er hat sich ganz normal von seiner Frau verabschiedet.
Er is mit dem Auto in seinen Wald gefahren.
20 Minuten später haben sie ihn tot gefunden.
Kein Abschiedsbrief, nichts, nada!
Aus heiterem Himmel.
Bleibt die Frage: Worauf is die Wolter gestoßen,
was wir noch nicht gefunden haben?
Wir sollten die Frau Digruber von der Inneren Sicherheit fragen.
Ja, super!
Vielleicht wissen die, wer er is.
Das machst aber du.
Ja, okay.
Du kannst schon zahlen, bin gleich wieder a.
*
Herzlich willkommen!
Die im Innenministerium haben bestimmt noch Unterlagen,
die unter Verschluss sind.
Vielleicht geht daraus hervor, warum Lütgendorf sich umgebracht hat
Ich hab geglaubt, es war kein Selbstmord.
Laut Unterlagen aus dem Staats- Archiv aber schon.
Wenn es dazu Unterlagen gibt, sind die bedeutsamen Stellen geschwärzt.
Ja, wahrscheinlich.
Was soll das Ganze dann bringen?!
Keine Ahnung. Illegale Parteien- finanzierung. Amtsmissbrauch.
Irgendein Motiv muss der Lütgendorf g'habt haben!
Sonst hätte er mit den Millionen nach Dschibuti abhauen können.
Ihr zwei seid so lästig!
Guten Morgen, die Herrschaften! Wir warten schon auf euch.
*
*
Also, ...
.. danke schon einmal für Ihre Kooperation.
Aber der Herr hier ist ein unbeschriebenes Blatt.
In krimineller Hinsicht.
David Weimann, Geschäftsmann aus Vorarlberg.
Er ist in Schweden sehr vermögend geworden.
IT-Branche. Die entwickeln Plattformen für Streaming-Dienste.
Kein Waffenschieber, keine organisierte ...
Da hat Sie jemand an der Nase herumgeführt.
Herr Weimann ist zurzeit in Wien. Er will ein Start-up-Unternehmen kaufen.
Kein Problem für dieses Mal.
Aber in Zukunft bitte ein bissl genauer recherchieren.
Sonst lachen mich die Herren in meiner Abteilung wieder aus.
Ich ruf Sie später an, Herr Oberst.
Auf Wiedersehen.
Wiederschaun.
Bravo! Und - danke!
"Neue Fakten im Fall Lütgendorf?"
"Musste Journalistin deswegen sterben?"
* Eine Tür knarrt. *
* Der Vogel zwitschert. *
Da steht's schwarz auf weiß! Das hat die Wolter über den Weimann notiert.
Bibi, wir wissen nicht einmal, ob das Papier von der Wolter stammt!
Das hat ihre Freundin behauptet. Ich würde Weimann gern selbst befragen!
Wir haben nix gegen den in der Hand.
Fotos von ihm tauchen immerhin in den Unterlagen eines Mordopfers auf.
Schimpf soll herausfinden, ob die Wildering schon abgereist ist.
Der is auf Weiterbildung!
Noch immer?! Was macht der? Ein Doktorat?
Schießt du dich auf die Wildering ein?
Naa, aber sie hat uns angelogen.
Da muss man a bissl vorsichtig sein.
Eine verzweifelte junge Frau, die ihre Lebenspartnerin verloren hat.
Was erwartest du dir?
Lass sie trotzdem ned gleich wieder bei dir einziehen.
Ernstl, was gibt's?
Welche Internet-Seite?
Das ist der einzige Grund, weshalb Sie in Wien sind?
Ein Praktikum für Ihre Ausbildung zur Ärztin?
Nein. Ich recherchier auch eine G'schichte für ein Magazin.
Aha. Also sind Sie Journalistin?
Auch.
Klingt spannend.
Was für eine Geschichte ist das?
Ich darf darüber nix erzählen. Es tut mir leid.
Schade. Auch nicht, um welchen Themenkreis es sich handelt?
Politik.
Illegale G'schäfte.
Mord.
Wow!
Dann seien Sie vorsichtig!
Bin ich.
Ich arbeite auch nicht allein, sondern mit einer Freundin.
Sie ist seit Wochen an dieser Story dran und hat mich um Hilfe g'fragt.
Und? Können Sie ihr helfen?
Ich denk schon.
Was halten Sie davon, wenn ich Sie und Ihre Freundin zum Essen einlade?
Fragen Sie sie doch. Ich würde mich sehr freuen.
".. ist angeblich ein ominöses Schreiben
des ehemaligen Ministers aufgetaucht."
Dieser Typ von dieser Zeitung - so ein Arschloch!
Das sind alles nur Spekulationen.
Klingt fast so, als hätten sie das Schreiben ned einmal g'lesen.
Eisner.
Hier ist Kirchweger. Ich muss Sie sprechen.
Oder ich möchte Ihnen etwas zeigen.
Aha. Was denn?
Können wir uns treffen?
Ja, natürlich. Machen Sie eine Andeutung, worum ...
Es ... es handelt sich um das Tagebuch vom Karli.
Das ich besitze.
Also in Wahrheit ...
.. besitze ich es.
Ich habe die Seite herausgerissen, die ich euch gegeben habe.
Warum haben Sie uns das nicht gleich gesagt?!
Darüber sprechen wir persönlich.
Es gibt da einen interessanten Zusammenhang.
Vielleicht hat Frau Wolter etwas darüber herausgefunden.
Gut.
Wann treffen wir uns? Wir brauchen von hier aus ungefähr drei Stunden.
Ich muss morgen sowieso nach Wien.
Am Vormittag.
Kann das so lang warten?
Na, es muss.
Gut, dann treffen wir uns gleich hier im Kommissariat. Wann?
Nicht auf dem Kommissariat.
Ähm, bei der Reichsbrücke.
Um elf.
Okay, alles klar.
Aber kommen Sie allein, Eisner. Nur Sie und ich.
Hallo?
Herr Kirchweger, ist alles in Ordnung?
Sie klingen so, als hätten Sie Stress?
Nein, nein!
Ich bin nur aufgeregt.
Den Zeitungsartikel haben Sie sicher gelesen.
Ja, natürlich.
Aber Sie sind namentlich nicht erwähnt.
Das wär ja noch besser!
Also, Eisner, bis morgen!
Auf Wiederhören.
Wiederhören.
Was hat der plötzlich?
Wir sollten sein Handy überwachen.
Ja.
I glaub aber ned, dass wir das genehmigt kriegen.
Schönen guten Tag. Entschuldigung!
Einen Moment, bitte!
Entschuldigung!
Auf Ihre Story samma gespannt!
Sie haben uns ang'logen!
Sie haben uns ang'logen!
So kann man das nicht nennen. - Wie dann?
Investigativer Journalismus!
Bitte! Billiger Boulevard-Dreck!
Bleiben wir sachlich! Ich bin gern zu jeder Kooperation bereit.
Was wissen Sie noch über dieses Schreiben?!
Na?!
Natürlich hat mich die Sylvie ..., die Frau Wolter informiert.
Aber wir wollten den Ballon erst steigen lassen,
wenn sie mit ihrer Recherche fertig is.
Ich kann jetzt nicht die Geschichte wegwerfen! Das ist ein super Stoff!
Sie hätten kooperieren können, nachfragen können!
Dann wär der Artikel nie erschienen.
Na und?!
Was wissen Sie noch? Wir stellen die ganze Bude auf den Kopf!
Im Prinzip is es das.
Und im Detail?
Wir haben gestritten, die Sylvie und ich.
Sie ist mit ihrer Recherche auf der Stelle getreten.
Mir hat das zu lang gedauert; ich wollt veröffentlichen.
Kommen S' auf'n Punkt!
Sie hat herumgeschrien.
Dann is sie abg'haut. Und hat die Tür hinter sich zugeworfen.
Nein, zugedroschen! Seither hab ich sie nicht mehr g'sehn.
Gott, sind Sie ein Koffer!
Wegen der Falschaussage kriegen Sie eine Anzeige.
Herr Oberst Rauter?!
Hätten Sie einen Moment für uns?
Die öffentliche Aufmerksamkeit hilft uns nicht gerade.
Meine Leute sind dran.
Aber morgen berichten sicher alle Medien darüber.
Das kriegen wir in den Griff, mit einem anderen Thema.
Eine Personalrochade im Regierungsteam.
Bei euch oder bei den anderen? - Bei beiden.
Sie haben Akteneinsicht zum Fall Lütgendorf im Ministerium beantragt.
Wir versprechen uns davon neue Erkenntnisse im Kontext ...
Warum rufen Sie mich nicht an? Wir besprechen das persönlich.
Ich wollte den offiziellen Weg gehen.
So, wie's die neue Art ist.
Geh scheißen, Rauter, heast!
Wir sind doch alle ein Team.
Ich bin immer ansprechbar für Sie.
Wir wollen von dem Farbdenken endlich wegkommen.
Der is rot, der is schwarz ... oder türkis. Der is blau.
Darum sind Sie ja noch, wo Sie sind.
Rauter!
Weil Sie ein guter Mann sind.
Ah so?!
Gut zu wissen. Für die Zukunft.
Also ... wir haben keine weiteren Akten zum Fall Lütgendorf. Leider!
Nothing. Nada.
Alles, was es gibt, ist im Staatsarchiv.
Und das haben die Kollegen schon ausgehoben.
Wirklich? Die paar Seiten?
Das ist alles, was es in den Archiven zum gewaltsamen Tod
von einem ehemaligen Minister gibt?
Was soll man machen? - Aber lachen darf ich schon.
Die beiden Kollegen müssen ein bissl kürzertreten, Rauter.
Keinen alten, modrigen Staub aufwirbeln. Einverstanden?
Ja.
Man soll sich nie auf die schlechtere Seite stellen.
Nur weil auf der besseren schon ein anderer steht.
Frau Doktor!
Aufpassen, dass man nicht irgendwann zwischen beiden Seiten durchfällt.
Gell?
Scheiße!
*
*
*
Super!
Wissen wir schon, wo er ist?
Schade, ich hätte Ihre Freundin sehr gerne kennengelernt.
Ja, sie ist leider verhindert.
Ich hoff, Sie sind mit meiner Gesellschaft dennoch zufrieden.
Selbstverständlich, Sybille! Sie sehen heute Abend wunderschön aus.
Danke!
Champagner, bitte, eine Flasche. Wir gehen rüber ins Restaurant.
Bitte!
Danke.
Seid ihr weitergekommen mit eurer Geschichte?
Sie und Ihre Freundin?
Redaktionsgeheimnis.
Verstehe.
Ich bin wirklich neugierig, um was es da geht.
Schmiergelder, Waffenschieber, Parteienfinanzierung.
Männer in Anzügen, die in Business- Jets um die Welt fliegen
und sich am Krieg und Elend anderer bereichern.
Schrecklich! Und das alles vom schönen Österreich aus.
Nicht nur.
Wie kommen Sie auf diese Geschichte?
Meiner Freundin sind Unterlagen zugespielt worden.
Ah ja? So, bitte sehr!
Dankeschön.
Hoffentlich legen Sie sich da nicht mit dem Falschen an.
Ich kann mich wehren. Keine Angst.
Ja?
Mhm.
Komisch! Ich hab vorhin von einer ermordeten Journalistin gelesen.
Vermutlich wegen einer ähnlichen Geschichte.
Aha.
Ja. Erschossen und mit ihrem Auto im See versenkt.
Vielleicht kennen Sie sie ja.
Glaub ich nicht. Ich leb ja nicht mehr hier.
Sylvie W.
Hier!
Nein. Kenn ich nicht.
Aber ich.
Worauf haben Sie Lust?
Ich weiß es nicht ...
Fisch oder Fleisch?
* Schuss *
Na, geht ja, Moritz!
Drei Mal getroffen, immerhin.
So. Und jetzt die Bibi.
Lass dir Zeit!
Ganz ruhig bleiben!
*
*
* Beide stöhnen vor Lust. *
Was is jetzt?
Trinkst jetzt wieder - oder ned?
Sag mir die Wahrheit.
Nein, eben nicht.
Was glaubst, warum i so tattrig bin?!
Wie kann i dir helfen?
Gar ned! I kann mir nur selber helfen.
Und wie?
Wie, wie!
Indem i dran denk, wie unwürdig das is,
wenn i b'soffen an einer Bar Selbstgespräche führ.
Oder wenn die Frau Nahodil mich bewusstlos
auf'm Boden vor meiner Wohnungstür find't.
Oder wenn in der Früh irgendein stinkiger Typ, den i ned kenn,
neben mir aufwacht, der im Suff mei' ganze Matratze vollgepisst hat.
Bibi, ned die ganze Welt is schlecht und dunkel.
Es is auch ned jede Tür für dich verschlossen.
Du musst nimmer z'ruck in diese Scheiß-Alko-Welt!
Wenn du vier Jahr' am Kinderstrich Dienst g'macht hast,
dann schaut das anders aus.
Aber da bist du schon lang nimmer! Du bist jetzt hier, heute, bitte!
I bin dein Partner und i brauch dich!
Oder bin i dir egal?
Nein, natürlich nicht!
Das weißt du.
Bibi, wir müssen uns aufeinander verlassen können.
Kannst du doch! War das je anders?!
Naa.
Aber von deinen Schieß-Künsten möcht i ned abhängig sein.
Ja, danke.
I von deinen aber auch ned.
Ja ...
Komm, i bring dich heim.
Bis vor die Tür. Dass du keinen Blödsinn machst.
Du!
Danke.
Na komm!
*
Alles okay?
Mhm.
Es war schön.
Bin gleich bei dir.
*
*
*
*
Danke.
Zum Wohl!
Ich hab mit Sylvia ein Verhältnis gehabt.
Aber das weißt du ja.
Ich hab sie aus Hamburg gekannt.
Wir sind einander auf einer Einladung
der syrischen Botschaft vorgestellt worden.
Dann war sie mit mir in Paris.
Und ab da waren wir sicher, dass wir zusammen sein wollen.
Sylvie wusste nicht, wie sie es dir sagen soll.
Sie wollte nicht mehr zurück zu dir.
Sie wollte wieder mit einem Mann leben.
Mit mir.
Du hast mit mir geschlafen, weil das für dich so eine Art Rache is an ihr.
Stimmt's?
Vielleicht auch an mir. Nur ...
Mir bedeutet das alles nichts.
Mit dir.
Ein bissl Spaß, weiter nichts.
Das ist alles.
Die Frage ist jetzt vielmehr, wer ...
* Sie schreit vor Anstrengung und Wut immer wieder laut auf. *
*
* Weimann lädt die Pistole durch. *
Das ist praktisch wie eine Weisung.
Das kann ich nicht ignorieren.
Was jetzt? Ist es eine Weisung oder ist es keine?!
Noch nicht.
Wie sollen wir den Fall Wolter untersuchen,
ohne den Fall Lütgendorf miteinzubeziehen?!
Das weiß ich nicht. Machts halt nicht so einen Lärm.
Das is ein Schmäh, dass die keine Akten haben!
Moritz, diesen Berg kannst du nicht versetzen.
Was ist euer Plan?
Wir wollen Weinmann einvernehmen.
Weimann, nicht Weinmann.
Den Geschäftsmann, von dem die Fotos bei der Wolter aufgetaucht sind.
Und dann? - Das wissen wir noch ned.
Moritz trifft den ... - Wen?
Wir treffen ein paar Kollegen, dann gibt's eine Teambesprechung.
Komisch, ich glaub dir nicht.
Is doch ned komisch, is ganz normal.
Ich sag's euch noch einmal:
Finger weg von allem, wo Lütgendorf draufsteht!
Ich hab die Sylvie in Hamburg kennengelernt.
Aber das ist schon ewig her.
Das war ein Mord - oder was?
Wann haben Sie sie zuletzt getroffen?
Is auch schon ewig her. Wochen.
Genau kann ich das nicht sagen.
Setzen Sie sich doch!
Wussten Sie, dass die Frau Wolter in Wien ist?
Nein.
Bei mir hat sie sich nicht gemeldet.
Die Firma Geverin gehört Ihnen, oder?
Ja. Warum?
Weil sie im Zusammenhang mit den Recherchen von Frau Wolter auftaucht
Komisch.
Wie kommt das?
Das hätten wir gern von Ihnen gewusst.
Vielleicht, weil Geverin früher im Waffengeschäft tätig war?!
Das war lange vor meiner Zeit.
Die Sparte wurde vor Jahren aufgelassen,
bevor ich die Firma übernommen habe.
Höchst insolvent, übrigens.
Und überaus erfolgreich heute.
Können Sie uns sagen, wo das ist?
Warte!
Wer hat die gemacht?
Lässt mich jemand beschatten?
Das wissen wir auch nicht.
Das ist mir unangenehm.
Der Sache muss ich nachgehen.
Nein, lassen Sie das! Wir finden das heraus.
Wo wurden die Aufnahmen gemacht?
Paris.
Das muss vorigen Monat gewesen sein.
Kennen Sie eine Frau Sybille Wildering?
Nein, nie gesehen.
Wer ist das?
Komische G'stalt.
Aber ned uninteressant.
I weiß ned.
Solche Typen blenden und täuschen - das gehört zur Geschäftspraxis.
Du glaubst, er hat uns ang'logen?
I bring dich zum Büro, dann fahr i weiter zum Treffen mit Kirchweger.
Ja, aber total inkognito!
* Das Telefon läutet. *
Fellner.
Können Sie mir bitte helfen?!
Wer ist da?
Frau Wildering?
Ich glaub, ich werd verfolgt.
Wo sind Sie?
Ich glaub, der will mich umbringen.
Wer?
Sie dürfen niemandem sagen, wo ich bin, okay?
Nein, nein.
Können Sie mir bitte helfen! Ich brauch ein Flugticket nach Hamburg!
Ganz ruhig. Wo sind Sie genau?
* Er zischt leise vor sich hin. *
*
*
* Die Verbindung wird hergestellt. *
"Der gewünschte Gesprächspartner ist zurzeit nicht erreichbar."
Ja, Eisner, hier. Herr Kirchweger, wir waren verabredet.
Ich bin am vereinbarten Treffpunkt. Bitte rufen Sie mich zurück!
Da!
Bitte gehen S' weiter! Da vorne ist das Wohnzimmer.
Danke für Ihre Hilfe. Ich hab nicht g'wusst, wo ich hinsoll.
Es ist alles gut. Bitte!
Pfah!
Setzen Sie sich!
Ich schau, was ich für Sie zum Anziehen find.
Ich wollt gleich zum Flughafen. Helfen Sie mir bei der Buchung?
Ich hab mein Handy im Hotel lassen müssen. Es is so schnell 'gangen.
Erzählen Sie, was passiert ist. Dann schauen wir weiter. Bitte!
*
Moritz!
Bibi, der Kirchweger is nicht gekommen.
Was?!
Ich hab ihn angerufen, aber es war nur die Mailbox.
Ich komm ins Büro, dann überlegen wir, was wir machen.
Wart, Moritz. Die Frau Wildering hat sich gemeldet.
Sie ist nur knapp einem Mord entgangen, sagt sie.
Was?
Der Weimann hat sie vergewaltigt und dann versucht, sie umzubringen.
Mit seinem Gürtel.
Sie konnte halbnackt fliehen. Er ist ihr nach.
Sie ist in den Aufzug und in die Tiefgarage.
Dort hat sie sich die ganze Nacht versteckt.
Dann ist sie durch die Stadt geirrt. Irgendwann hat sie mich ang'rufen.
Wen sonst!
Wo is sie jetzt?
Bei dir?!
Bibi, Mutter Teresa der Halbwelt!
Was?
Was is das da? Wo sind wir?!
Ja, ich hol sie, und wir bringen sie hier unter. Zufrieden?!
Ja, jetzt ja.
Einen Haftbefehl für den Weimann müssen wir beantragen.
Machen Sie die Tür zu, bitte!
Sie beide haben eine großangelegte Sicherheitsoperation gefährdet.
Wie bitte?!
David Weimann!
Vorarlberger Geschäftsmann, der in Schweden vermögend geworden is.
IT-Branche.
Das is ein Blödsinn!
Das ist ein Waffenschieber und Brandstifter!
Wir haben ihn nach Wien gelockt.
Und was machts ihr beiden Kasperln?! Ihr vernehmt ihn.
Die Firma Geverin, Waffenindustrie und die Fotos aus Paris.
Dort hat er sich mit einem Mittelsmann getroffen,
der seine illegalen Waffen in den Osten transferiert. Bravo!
Woher wissts ihr das so genau?
Wir haben ein Telefonat abgehört.
Stopp! Was ist das für eine Scheiße?!
Es war ausgemacht, dass ihr uns über jeden Schritt informiert.
Über jede Einvernahme ...?
Ist das kein Ermittlungsschritt?!
Der Weimann ist abgereist, die ganze Aktion ist beim Teufel!
Zumindest solange ihr eure Finger im Spiel habt.
Jetzt einmal stopp!
Wir haben unseren Job gemacht!
Ihr habts die Scheiße erzählt!
Die Kollegen konnten nicht wissen ...
Leider kann ich Sie nicht hochkant rausschmeißen.
Im Gegenteil. Ich brauch Sie jetzt als Tarnung.
Sie ermitteln weiter im Mordfall Wolter, bis wir den Weimann haben.
Dann schließen Sie die Akte und legen sie als ungeklärten Fall ab.
Haben wir uns verstanden?!
Das alles machen Sie im Dienste der Sicherheit unseres Staates,
Herr Eisner.
Darüber hat Stillschweigen zu herrschen!
Hallo?!
Moritz ...
Halt die Goschen!
Moritz, warte doch ...
Moritz!
I versteh das alles nimmer. Was wird da gespielt?
Das kann i dir sagen.
Es war schon damals beim Lütgendorf jede Menge Geld im Spiel.
Das is jetzt ned anders.
Da haben viele Leute in hohen Positionen ihre Finger im Spiel.
Wenn wir den Stein ins Rollen bringen, rollen ihre Köpfe hinterher
Oder unsere eigenen.
Deshalb sollen wir die Papp'n halten und denen den Arsch retten.
Deshalb müssen wir sie so durcheinanderbringen,
dass sie sich selbst im Weg stehen.
Wir haben einen Leichenfund auf einem Parkplatz auf der Höhenstraße.
Du traust dir was!
Hätt'st a SMS schicken können.
Also ...
*
Das is schon fast a Provokation.
Schaut aus wie beim Lütgendorf. Als hätte es jemand nachgestellt.
Oder er wollte es selber so.
Um uns was zu sagen?
Das weiß i doch ned!
Ein Spaziergänger hat ihn gefunden - der war mit seinem Hund unterwegs.
Es schaut nach Selbstmord aus.
Er hat sich in den Mund geschossen.
Schmauchspuren an beiden Händen. Also - so!
Wahrscheinlich hat er das g'macht, damit die Waffe ned wegrutschen kann.
Ein ehemaliger Kollege von euch, stimmt's?
Ja, Hans-Werner Kirchweger. Hat in Schwechat am Flughafen gearbeitet
Abschiedsbrief?
Im Auto is nix.
*
Hier ist auch nix.
Is wie beim Lütgendorf.
Einen Abschiedsbrief versteckt man doch ned.
Das vermeintliche Tagebuch Lütgen- dorfs existiert scheinbar auch ned.
Oder es hat jemand gestohlen.
Bibi!
Hm?
Oha! Die IS ...
Die Innere Sicherheit.
Was hat der Kirchweger mit denen zu tun?
*
Die Digruber hat Druck gemacht,
damit der Kirchweger pensioniert wird.
Zumindest laut seinen Unterlagen.
Es hat ihm natürlich nicht gepasst.
Er wollte sich rächen.
Deshalb hat er als Leiter der Dienstelle am Flughafen
ihre Reisen genau dokumentiert - anhand der Passagierlisten.
Oder er hat an Auftrag g'habt.
Vielleicht ging's um eine Nach- besetzung oder sonst einen Vorteil.
Es muss etwas geben, was Kirchweger auffliegen lassen wollte.
Welche Funktion hat die Dr. Digruber damals gehabt?
Fremdenpolizei.
Aha! Na ja ...
Was wird s' in Damaskus g'macht haben?
Flüchtlinge persönlich abholen?!
Oder sie hat den Kontakt herg'stellt zu den Verbindungsmännern,
über die der Weimann seine Waffen verkauft hat.
Und was hat das mit dem Lütgendorf zu tun?
Das wissen wir noch nicht genau.
Lass dir den Personalakt von Digruber kommen.
Ist völlig unverfänglich.
Und wir stecken unsere Nasen so richtig tief in ihr privates Umfeld.
*
Der Weimann hat Österreich verlassen. Du bist hier sicher.
Wir checken dich unter einem falschen Namen ein.
Bleib auf deinem Zimmer!
Es wär doch am besten, wenn ich nach Haus fahr!
Dort sucht man als Erstes nach dir.
Außerdem musst du unbedingt für uns erreichbar sein.
Vielleicht tauchen noch Fragen auf nach dem Tod von dem Informanten.
*
Was ich euch jetzt sage, das ist topsecret!
Das weiß ich durch eine langjährige Verbindung zu einem Uralt-Freund.
Ich hab ihm versprechen müssen ... - Ja, was?!
Jemand aus dem Ministerium hat einen E-Mail-Verkehr gehabt
mit Weimann, über längere Zeit.
Die Digruber?
Das heißt, die Arschlöcher haben ihn selber gewarnt?
Und ned die Bibi und ich?!
Das kann sein.
Was steht in den E-Mails?
Die sind alle gelöscht, und die Festplatten auch.
Zumindest zum größten Teil.
Eine Vertuschung!
Wir kommen da nicht ran.
Ich sag euch: Lassts die Finger davon!
So jemand wie die Digruber, die servieren s' euch ned so einfach.
Da könnts ihr gar nix machen. - Das werden wir sehen.
Bibi, lassts etwas Wasser die Donau hinunterfließen,
dann werden wir schon sehen.
Und jetzt?
Jetzt werden wir mittelfein.
*
Wie geht's?
Vom Servicepersonal ausgeliehen.
Bis die was merken, bin ich längst weg.
Verschwind! Verschwind!
Oder ich schrei laut um Hilfe.
Das wird nicht nötig sein.
Ich hab viel Risiko auf mich genommen, um hierher zu kommen.
Mir geht da etwas nicht aus dem Kopf.
Also, ... was ist jetzt der Grund für dieses Geheimtreffen?
Grüß Gott!
David Weimann - ihr habts den bewusst nicht auffliegen lassen.
Wahnsinnig lustig, Eisner.
Sie ticken wohl nimmer richtig!
Da haben ein paar Leute von euch Provisionen kassiert.
Damit Weimann die Waffen in kriegs- führende Länder exportieren kann.
Und diese Provisionen sind dann, zum Teil zumindest,
bei den beteiligten Firmen als Parteienfinanzierung zurückgeflossen
Oder in den Taschen der Verantwortlichen gelandet.
Das is ... so absurd.
Das sind schwere Anschuldigungen!
Das wird Ihnen noch sehr leid tun.
Es gibt einen E-Mail-Verkehr zwischen Ihnen und dem Weimann.
Ah, zwischen mir und dem Weimann? Die nächste Lüge! Unglaublich!
Ich hab nie einen E-Mail-Verkehr mit dem Weimann gehabt.
Da haben wir andere Aufzeichnungen - oder besser gesagt: Beweise!
Das ist ein langweiliger Trick!
Sollte es jemals solche E-Mails gegeben haben, wurden die gelöscht.
Alles andere wär Selbstmord.
Ein gutes Stichwort!
Mord. Selbstmord.
Gut, bei euch kann's gelöscht sein, aber beim Weimann nicht.
Dort liegt's noch auf der Festplatte.
Für den ist das eine Lebensversicherung!
Deshalb könnts ihr ihn ned auffliegen lassen.
Wir schon! Bei uns is er dringend tatverdächtig, im Fall Wolter.
Märchenstunde. Sehr schön.
Sie beide werden noch von mir hören.
Da können Sie sich sicher sein!
Dazu gibt es Zeugenaussagen und schöne Beweise.
Na und?
Wir haben einen internationalen Haftbefehl ausschreiben lassen.
Wir werden ihn finden!
Und dann verhören wir ihn nach allen Regeln der Kunst.
Was wollen Sie damit sagen?
Kragl, uns kann das völlig egal sein, welche Köpfe rollen.
Aber es werden welche rollen!
Wir finden es traurig, dass es immer die Kleinen erwischt.
Mhm. Auf Wiedersehen.
Sie werden das noch sehr bereuen.
Fellner.
Aha. Wirklich?
Is Ihnen noch was eing'fallen?
Ja.
Zur Sylvie Wolter.
Da wollte ich Ihnen noch was sagen.
Sie hat sich verliebt in einen der Hintermänner von dieser Geschichte.
In wen?
Das weiß ich nicht.
Namen hat sie keine genannt.
Auf jeden Fall jemand, der bis in die höchsten Kreise vernetzt ist.
Deshalb wollt sie die Geschichte nicht mehr weitermachen.
I hab 'dacht, die is mit der ...
Das war der Grund für den Streit zwischen Ihnen und ihr?
Warum haben Sie uns das nicht gleich g'sagt?
Ich hab g'hofft, dass wir mit der Story noch weiterkommen.
Der Fall Lütgendorf ist ein historisch spannendes Thema.
Aber jetzt, nach dem zweiten Mord oder Selbstmord ...
War's das jetzt?
Oder fällt Ihnen in ein paar Tagen noch einmal was ein?!
Naa, das war's.
Dann is die Wolter zum Kirchweger gefahren, um ihm zu sagen,
dass sie aussteigen will.
Und auf'm Weg dorthin is jemand zu ihr ins Auto g'stiegen.
Oder sie hat die Person schon aus Wien mitgenommen.
Und bumm!
Vielleicht war's ein Mord aus Eifersucht.
Weil die Wolter sich verliebt hat.
Noch dazu in einen Mann.
Wann war der Todeszeitpunkt von der Wolter?
Das wissen wir ned so genau.
Zwischen 26. und 29. April.
Die Wildering wollte, dass ich ihr einen Rückflug buche, gestern.
Sie hat mir ihre Vielflieger-Karte gegeben.
Die hab i für alle Fälle abfotografiert.
Damit und mit ihrem persönlichen Code
kann ich in ihrer Flugstatistik nachschauen,
ob und wann sie überhaupt nach Wien geflogen ist.
Hamma das ned schon längst g'macht?
Ihre gesamte Flugstatistik?
Sicher ned.
Weshalb und wie?!
Und wann bitte?
Tsss!
I hab's befürchtet.
26.
26. April.
Und am 27. is sie wieder von Wien nach Hamburg g'flogen.
Und am 28., nachdem sie die Wolter als vermisst gemeldet hat,
is sie mit dem Zug zurückgekommen. Das perfekte Alibi!
Fast perfekt.
Warum is sie wieder nach Wien zurückgekommen?
Um sich auch an dem Mann zu rächen, der ihr die Frau ausgespannt hat!
Sybille!
Sybille, da is die Bibi!
*
Shit!
Ruf einen Krankenwagen!
Bibi, Moritz, sagts einmal ...
Wir sind z' spät 'kommen.
Ein paar Minuten.
Weimann is tot, die Wildering lebt. Durchschuss im Schulterbereich.
Tathergang?
Es muss a Handgemenge 'geben haben.
Die Waffe gehört dem Weimann.
Beide haben Schmauchspuren an den Händen.
Es dürfte einen Kampf um die Waffe gegeben haben.
Der Schuss wurde aus kurzer Distanz abgegeben.
Und ist direkt unterm Schlüsselbein eingeschlagen.
Die sind irgendwie so g'standen.
Komm!
Durch den Schuss is sie nach hinten aufs Bett g'fallen.
Und hat den Mann mitgerissen!
* Schuss *
Mitten ins G'sicht.
Was haben die für a Verbindung g'habt - die Wildering und der Weimann?
Er hat eine Beziehung mit ihr ang'fangen.
Wollt wahrscheinlich eh nur Sex.
Ein bissl Spaß für ein paar Wochen.
Wie is die Frau Wolter auf den Weimann gekommen?
Über seine Firma.
Geverin - die hat's früher schon 'geben.
Da hat dieser Lütgendorf G'schäfte mit denen g'macht.
Und dann plötzlich ...
Sie hat mich ang'rufen.
Und hat g'sagt, dass sie neu anfangen will.
Dass sie nimmer zu mir z'rückkommt.
Dass i das verstehn soll.
Nach fast sechs Jahren.
Extrem schönen Jahren!
Das war a fester Schock, gell?!
(Wir können gern noch einmal drüber reden.)
Ich hab mich ins Flugzeug g'setzt und dann im Hotel auf sie g'wartet.
Zuerst hamma g'stritten.
Sie is blöd g'stürzt und hat sich 's Handgelenk verstaucht.
Dann hamma stundenlang g'redet.
Ihre Entscheidung war gefallen.
Es is aus.
Warum seids ihr dann noch gemeinsam nach St. Gilgen g'fahren?
Ich bin mitgefahren, damit wir noch a bissl reden können.
Und woher is die Waffe?
Die hat er ihr g'schenkt.
Die hat sie mir noch ganz stolz während der Fahrt 'zeigt.
Der David will sichergehen, dass mir nix passiert, hat sie g'sagt.
Da hat sie g'lacht, als ob das super wär.
Am Seeufer is sie dann stehen 'blieben.
Sie hat g'sagt, dass ich nicht mitkommen darf.
Dass es ihr am liebsten wär, wenn ich in den Zug steigen würde
und für immer verschwinden würde.
Das Arge war, dass sie irgendwie fröhlich war.
Sie hat irgendwie glücklich g'wirkt.
Verliebt.
So wie bei uns früher.
Herzklopfen.
Das hat so weh 'tan.
(Spinnst du?!)
* Schuss *
Und der Weimann hat dich zur Rede gestellt gestern?
Er hat g'sagt, dass er weiß, dass ich die Sylvie um'bracht hab.
Und dass er mich auch erschießen oder der Polizei ausliefern kann.
Warum haben Sie ihr die Waffe an die Hand gebunden?
Damit die Polizei über die Waffe an ihn kommt.
Und als Zeichen, als Zeichen für ihn und seine Scheiß-Waffen!
An der Stelle hat man das Auto leicht ins Wasser schieben können.
Ich hab nicht g'wusst, wie tief es da ist.
Das Auto is einfach unter'gangen.
Keine Ahnung.
*
Hauch mich an!
Geh, Moritz, was denkst du, heast!
Dann musst du trainiert haben.
Nein, eine reine Kopf-G'schichte.
Hör auf mit dem Blödsinn!
Natürlich. Mental! Is Frauensache.
Mit Frauen hat das nix zu tun!
Mein Gott, wie lange ist das her?!
Das waren noch Zeiten!
Ich weiß gar nicht, ob ich heute noch was treffen würde.
Probier's!
Nein, danke. Übrigens:
Kollegin Digruber scheidet aus privaten Gründen aus dem Dienst aus.
Sie kriegt an Top-Job bei der Bank.
Chef-Etage natürlich.
Wahnsinn, die kommt so davon!
Mit an hochdotierten Job?!
Das hab ich euch prophezeit.
Ihr Nachfolger wird ihr Sekretär, der Herr Kragl.
Er soll sie verpfiffen haben.
Wie man so hört.
Wirklich?
Der is gar ned so blöd.
Wie meinst du das?
Nix. Gar nix.
Nix.
Übrigens: Da is noch eine Sache, die mir im Magen liegt.
Und zwar?
Der Kirchweger?
Der wollt uns was sagen, bevor er sich so 'inszeniert' erschossen hat.
Das Gutachten von der Rechtsmedizin habts ihr noch nicht gelesen, oder?
Naa.
Also, der Kirchweger ...
Was is mit ihm?
Er is erschossen worden.
Der Selbstmord war vorgetäuscht. Inszeniert.
Also, wenn das Mord war, ...
.. was war dann das mit Minister Lütgendorf 1981?!
Auch Mord?
ORF 2018 - untertitel@orf.at
Can't find what you're looking for?
Get subtitles in any language from opensubtitles.com, and translate them here.