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* Wehmütige Streichmusik *
Joachim Vernau
Marie-Luise Hoffmann
* Erschrockene Laute *
* Käuzchenruf *
* Schrille Klänge *
* Sie atmet panisch. *
* Dramatische Musik *
* Käuzchenruf *
* Tierlaute *
* Spannende Musik *
Scheiße.
Los! Komm schon.
* Sie ächzt. *
* Motorknattern *
* Reifenquietschen *
* Treibende Musik *
* Hupen *
* Hupen *
* Reifenquietschen *
* Versonnenes Klavierklimpern *
(Vernau) Wir leben in schwierigen Zeiten.
Was gestern war, was als völlig unbedenklich galt,
das ist heute, aus welchen Gründen auch immer, nicht mehr akzeptabel.
Ja, ja, Frau Richterin ...
Entschuldigung, ich weiß, ich komme zur Sache.
Mein Mandant hat am 17. Mai
auf der Sonnenallee
die Kontrolle verloren.
Natürlich war es ein Fehler, den Wagen anzuhalten,
den Rückwärtsgang einzulegen,
und das Geschwindigkeitsmessgerät
N24/B18 einfach umzufahren.
Ja, ja, ja, Herr Kollege, ich weiß es.
Ich habe die Videoaufzeichnungen gesehen.
Da sieht es aus, als würde mein Mandant den Vorgang wiederholen.
Genauer gesagt, zweimal.
Aber ... wir kennen doch alle das Gefühl,
dass wir manchmal platzen wollen,
dass wir es denen da oben mal zeigen wollen.
Ich bitte deshalb bei der Urteilsfindung
auf bloßen Sachschaden zu gehen,
den mein Mandant gerne und in voller Höhe begleichen wird.
Und nicht auf mutwillige Zerstörung öffentlichen Eigentums
und die damit einhergehende strafrechtliche Verfolgung.
* Klopfen * Hm? Ich komme!
* Ruhige Klaviermusik *
* Handyvibrieren *
Machen Sie sich keine Sorgen.
Sie sind dran, Herr Kollege. Bitte fassen Sie sich kurz.
Hohes Gericht, Herr Staatsanwalt ...
* Handyvibrieren * liebe ...
Hohes Gericht, Herr Staatsanwalt, liebe Sach...
* Handyvibrieren *
(Richterin) Herr Kollege ...
Könnte ich einmal eine Minute?
Das ist Leben und Tod ... Eine Minute!
Was?
Wo bist du?
* Bewegte Streichmusik *
* Dynamische Musik *
Hallo, ich bin da. Was? Wo bist du?
Fahr los.
Ist alles in Ordnung? Fahr einfach los.
Hast du mir was zum Anziehen mitgebracht?
Das hab ich vermisst. Da drin gab's nur Flaschennahrung.
Nicht die feine Art, einfach abzuhauen.
Die kriegen ihr Geld. Ich hab eine Reiseversicherung.
Erzählst du mir, was passiert ist? Ich hatte einen Autounfall.
Mit welchem Wagen? Ach du Scheiße.
* Bedrohliche Musik *
Ich gehe bezahlen.
Wenn ich wiederkomme, erzählst du mir, was los ist.
Okay.
Die Zwei.
* Sie spricht Polnisch. *
Ich hab's gleich.
(außer Atem) Hey!
* Er seufzt. *
Hi! Hallo!
Fahren Sie zufällig nach Berlin? Ja?
* Sphärische Musik *
* Piepsen *
Herr Vernau? Schmidtke, Kripo Berlin.
Herr Vaasenburg will Sie sprechen. Er soll anrufen.
Er wartet drüben.
Aha.
* Türglöckchen *
* Arabische Musik *
Was machen Sie hier? Ich drucke ein paar Seiten aus.
Unser Präsidium ist neuerdings papierfrei.
Jeder tut, was er am besten kann.
Die haben echt alles hier. Wie so ein alter Tante-Emma-Laden.
Latte? Warum nicht?
Machst du uns einen?
Haben Sie eine Ahnung, wo Marie-Luise stecken könnte?
Im Büro ist sie nicht. Der Hausmeister ließ mich vorhin rein.
Das ist Hausfriedensbruch.
Ja. Das wäre es ohne Durchsuchungsbeschluss.
Ich muss dringend mit ihr sprechen. Rufen Sie sie an.
Sie geht nicht ran. Hatten Sie Streit?
Wir sind seit einiger Zeit nur noch dienstlich miteinander.
Was passiert? Ist Ihre Frau dahintergekommen?
Frau Hoffmann wird von den polnischen Behörden
mit europäischem Haftbefehl gesucht.
Das ist ein Witz. Nein, es geht um Mord.
Das kam heute Morgen.
Das Opfer: Horst Schwertfeger,
52 Jahre alt, keinerlei Vorstrafen, wohnhaft in Berlin.
Unsinn. Damit hat sie nichts zu tun.
Ihre Fingerabdrücke waren auf der Tatwaffe, ein Autokreuz.
Wann soll das passiert sein? Vor drei Tagen in Janekpolana.
Ein polnisches Kaff in der Nähe von der Grenze.
Gut. Ich sag Bescheid, wenn Sie wieder im Büro ist.
Kennen Sie einen Jacek Jankowski, Import-Export, handelt mit Wein?
Nein, sollte ich?
Er hat seit ein paar Monaten bei Marie-Luise gewohnt,
gleich um die Ecke, war sogar bei ihr gemeldet.
Sie glauben, er hat damit zu tun?
Das meinen die polnischen Behörden.
Der sitzt in Untersuchungshaft in Poznań.
Was machen Sie dann hier?
Warum gehen Sie nicht rüber und klären die Sache?
Ich bin deutscher Polizist. Ich kann nur Amtshilfe leisten.
Aber ich fürchte, das wird in diesem Fall nicht ausreichen.
(leise) Ja.
Sie meinen, ich soll? Wenn ich ehrlich sein soll, ja.
Hab ich einen Ansprechpartner? Nein.
Aber es gibt da eine Anwältin.
Zuzanna Makowska. Sie vertritt diesen Jacek Jankowski.
Name und Adresse.
Haben Sie?
Ich habe kein Auto.
Das ist meiner, gut aufpassen.
* Melancholische Musik *
* Düstere Musik *
* Die Musik klingt aus. *
Hallo, sprechen Sie Deutsch?
Ich würde gerne Frau Zuzanna Makowska sprechen.
Wir haben gleich Feierabend.
Jetzt bin ich extra aus Berlin hierhergefahren.
* Sie spricht Polnisch. *
Ende nächster Woche kann ich einen Termin anbieten.
Frau Makowska ist im Moment sehr beschäftigt.
Ist sie das?
* Erwartungsvolle Musik *
Frau Makowska?
* Spannende Musik *
Au! Sind Sie verrückt?
Es geht um Marie-Luise Hoffmann. Ich bin ihr Anwalt!
(Makowska) Es tut mir leid. * Er stöhnt. *
Schon gut, mein Fehler. Warum sind Sie hier?
Sie vertreten einen gewissen Jacek Jankowski.
Ja, und? Den würde ich gerne sprechen.
Der sitzt in Untersuchungshaft. Ja, ich weiß.
Darf ich? Hm.
Augen auf.
Sie benötigen dazu einen Anwalt, der hier in Polen zugelassen ist.
Es läuft hier genauso wie bei Ihnen in Deutschland.
Was ist mit Ihnen?
Können Sie nicht diese Anwältin sein?
(flüsternd) Das ist leider nicht möglich.
Ich vertrete die Gegenseite. Die Gegenseite?
Was heißt das? Mein Mandant ...
ist in dieser Sache nur Zeuge.
Er war dabei, als Frau Hoffmann das Opfer
mit einem Radkreuz niedergeschlagen hat.
Die polnische Staatsanwaltschaft
ist mit dieser Version des Tathergangs wohl nicht d'accord.
Sonst säße er nicht in Untersuchungshaft.
Es steht Ihrer Mandantin frei, die Sache richtigzustellen.
Sie muss dazu nur zur nächsten Polizeidienststelle gehen.
Besser? Ja.
Hm. Wo ist sie eigentlich? Sie wird von Interpol gesucht.
Ich glaube, ich werde meiner Mandantin empfehlen,
nicht zu kooperieren.
(Makowska) Warten Sie!
Horst Schwertfeger, 52, deutscher Staatsbürger, wohnhaft in Berlin.
Der Täter hat mit einem schweren Radkreuz zugeschlagen.
Der erste Schlag hat ihn wohl niedergestreckt.
Schlag zwei und drei erfolgten, als er bereits auf dem Boden lag.
Kann ich mal?
Das ist auf Polnisch. Jajaja.
Was war in diesem Kuvert? Die Einladung nach Polen?
Es war leer. Der Adressat ist nicht zu entziffern.
Sütterlinschrift benutzte man in Deutschland in den 20ern, 30ern.
"An Rosa von Hagen, Prenzlau, 14. Mai 1945."
Keine Briefmarke, kein Poststempel.
Haben Sie eine Ahnung,
was Schwertfeger in Polen zu suchen hatte?
Soviel ich weiß, ist er ein Heimattourist,
der sich das Zuhause seiner Vorfahren anschauen wollte.
Wir haben davon Tausende jedes Jahr.
Ihr Klient bezeugt also,
dass Frau Hoffmann es war, die diesen Mann erschlagen hat?
Herr Jankowski war betrunken und erinnert sich nicht. Andere Zeugen?
Sein Großvater, Marek Jankowski, 88 Jahre alt. Er fand den Toten.
Es gibt also keinen zuverlässigen Zeugen.
Jacek Jankowski ist ein unbescholtener Bürger.
Ich will ihn sprechen.
Bringen Sie Frau Hoffmann dazu, sich zu stellen.
Dann sehen wir weiter.
* Melancholische Musik *
* Hahnenkrähen *
Hey! Ich suche einen Herrn Jankowski.
* Frau ruft etwas auf Polnisch. *
* Hundegebell *
Hallo! Entschuldigung! Hallo?
* Fliegensummen *
* Hämmern *
Herr Jankowski?
Auto noch nicht fertig. Es dauert noch.
Batterie kaputt.
Mein Name ist Vernau. Ich komme aus Berlin.
Sie sind der Großvater von Jacek, richtig? Herr Jankowski.
Was wollen Sie hier?
Das ist ein polnischer Hof jetzt. Sie können ihn nicht mehr haben.
Machen Sie sich keine Sorgen.
Im Polizeibericht steht, dass Sie den Toten gefunden haben.
Können Sie mir zeigen, wo das war?
Wenn mein Enkelsohn kommt, schlägt er Sie tot.
Das würde er machen?
Ja. Wenn er muss.
Hm?
Äh ... Haben Sie öfter Besuch hier?
Ach ja, viele. Alle wollten die alten Gräber schauen.
Die Panzer haben alles totgemacht. Platz für Neues, Besseres.
Der Tote, der Besucher aus Berlin ...
Wollte der auch nur Gräber schauen?
Batterie kaputt. Macht nichts.
Nehme ich vom Traktor. Hält ewig.
Wo ist die Besitzerin? Die Frau, der das Auto gehört?
* Unheilvolle Musik *
Mitkommen!
* Vogelzwitschern *
* Schwermütige Musik *
* Jankowski spricht Polnisch. *
Raben.
Alles Schöne fressen sie weg. Nur Löwenzahn lassen sie übrig.
Ich bin zu alt jetzt. Muss jetzt ein anderer weitermachen.
Jeschke. Lokat ...
Kannten Sie die Verstorbenen?
Lokat, mit einer deutschen Frau verheiratet.
Nicht gut, wurde von den Soldaten in Schnee geschickt, barfuß.
Ich hab ihn gefunden.
Musste warten bis Frühjahr, wegen der gefrorenen Erde.
Und wo ist jetzt Frau Hoffmann?
Hier.
Marie-Luise?
* Vogelflattern *
Ach, Marie-Luise. Was machst du denn hier?
Woher weißt du denn, dass ich hier bin?
Ach ... Ich hatte keine Ahnung.
Ich wollte mit Herrn Jankowski sprechen.
Warum bist du an der Tankstelle einfach abgehauen?
Vertraust du mir nicht mehr? Genau hier wurde jemand ermordet.
Ich war dabei und ich kann mich an nichts erinnern.
Dann hast du vielleicht nichts damit zu tun.
Lass uns abhauen. Ich bin vielleicht eine Mörderin.
Ich hab die Tatortfotos gesehen. Das warst du nicht, glaub's mir.
Ich war betrunken. Richtig betrunken.
Jacek wollte mir seinen Hof zeigen.
* Sie stöhnt. *
Ein Berliner Anwaltsbüro hatte ihm geschrieben,
dass er den Hof räumen soll.
Die Ansprüche kamen von einem Horst Schwertfeger.
Unsinn, es gibt keine deutschen Ansprüche mehr,
die noch verhandelbar sind.
* Bedrohliche Musik *
Hey, wirklich?
Was ist, hm?
* Schwertfeger ächzt. *
Marie ... Marie!
Ich ging dazwischen, aber der hat mich zur Seite gestoßen.
Blackout. Und dann bin ich aufgewacht.
Da lag er ... tot.
Und Jacek?
Der war weg. Den Rest kennste ja. Jajaja.
Die Polizei sucht dich. In Polen und in Deutschland.
Ich weiß. Ich hatte ja auch vor, mich zu stellen,
aber ich brauchte einfach ein bisschen Klarheit.
Ich hab eine Idee.
Ja, Frau Makowska, hier ist Vernau.
(lachend) Ja. Ich würde Ihnen gerne ein Geschäft vorschlagen.
* Melancholische Musik *
Du rührst dich nicht vom Fleck.
* Krähenschreie *
Ist das Frau Hoffmann?
Ja. Sie wird hier auf uns warten.
* Türsummer *
Okay.
* Er spricht Polnisch. * Das ist Frau Hoffmanns Anwalt.
Mein Name ist Joachim Vernau.
Haben Sie Marie-Luise gefunden?
Wie geht es ihr?
Es geht ihr gut, den Umständen entsprechend.
Sie stellt sich nach dem Gespräch den polnischen Behörden.
Das ist die Bedingung. Beantworten Sie ruhig seine Fragen.
Was geschah in der Nacht von Samstag auf Sonntag?
Ich zeigte ihr die alte Kapelle, machte ein paar Flaschen Wein auf.
Zu welchem Zweck?
Was glauben Sie? Hm?
In der Kirche?
Wir wurden gestört. Von Schwertfeger. Was wollte er?
Wissen Sie, seinem Großvater hat vor dem Krieg das Weingut gehört.
Schwertfeger war sehr interessiert,
die alten Weinkeller zu sehen.
Da hab ich sie ihm gezeigt, morgens vor dem Zwischenfall.
Weinkeller? Was gab es da?
Nichts.
Die Soldaten klauten alles, als sie durchmarschierten.
Erst die einen, dann die anderen.
Es war früher alles voll mit 100, 200 Jahre altem Weinen.
Alles weg. Na und?
Er ist uns nachts gefolgt.
War aufgebracht. Ich versuchte, ihn zu beruhigen.
Und dann war da plötzlich Marie-Luise.
Sie hatte dieses Radkreuz in der Hand.
Bumm, hat sie ihm eine gegeben. Und er ist auf mich gefallen.
Daher die Blutspuren auf Herrn Jankowskis Kleidung.
Sie war wie eine Furie. Ich versuchte, sie aufzuhalten.
Da hat sie mir auch eine gegeben. Alles schwarz.
* Piepton *
* Notarzt-Sirene *
* Piepton *
Und, was sagt er?
Okay, fahr mich zur Polizei.
* Melancholische Musik *
Wo fahren wir hin? Nach Hause.
Bist du sicher? (seufzend) Nein.
Wohnst du jetzt hier? Mutter und Hüthchen wohnen auf Zeit.
Bis sie was Neues gefunden haben. In Berlin? Na, viel Glück.
Wenigstens bist du hier sicher.
Hier wird dich keiner finden. Es war was mit Null und Sechsen.
Null und ... 25.11.45. Mein Geburtstag.
Sie sind da! Immer rein in die gute Stube.
Ist nur für ein paar Tage. Ist ja auch 'ne Menge Platz.
Ich hab für Sie das Medienzimmer hergerichtet.
Es riecht gut. Was gibt es denn heute?
Aufgewärmtes von Ihrer Mutter. Mama? Wo ist sie?
Sie musste leider weg. Zum Arzt? Fehlt ihr was?
Ach wo! Die ist nach New York.
Was? Ja, sie wollte noch was regeln.
Mit unserem alten Freund.
Diesem Jazzmusiker? Was gibt es da zu regeln?
Sie sagt es Ihnen selbst.
Aber jetzt essen wir erst mal. Mein Gott, riecht das gut!
Dann dusch ich nach dem Essen. Der Herr Bürgermeister!
Ex, Ex, Ex!
(lachend) Ich bin jetzt Rentner. Kurti teilt mit uns die Miete.
Das ist doch für alle gut, ne? - "Win-win" nennt man das heute.
* Melancholische Musik *
(Frau über Gegensprechanlage) "Ja?"
Frau Schwertfeger?
Hallo?
"Was wollen Sie?"
Ich möchte mit Ihnen über Ihren Mann sprechen.
"Der ist tot." (stockend) Ja, das weiß ich.
Das tut mir auch sehr leid. Würden Sie mich reinlassen?
"Sind Sie von der Polizei?" Nein, nein, ich bin Anwalt.
Hier aus Berlin.
"Anwalt von wem?"
Ich vertrete eine gewisse Frau Hoffmann.
"Was hat die damit zu tun?"
Sie steht im Verdacht, Ihren Mann niedergeschlagen zu haben.
"Dann sagen Sie ihr einen schönen Gruß.
Ich will mein Geld zurück! Das steht mir nämlich zu als Witwe."
Was für Geld?
(flüsternd) "50.000 Euro hat er mit nach Polen genommen.
Aber das habe ich der Polizei alles schon gesagt."
Wo stammt denn das Geld her? Erspartes oder ...
"Nein, das hat er geerbt."
Sie glauben mir nicht?
* Türsummer *
Das hat alles mal Horsts Großvater gehört. Hier, in Farbe.
Tja, das ist alles futsch.
* Türquietschen *
(auf Berlinerisch) Was ist? Ärger?
Nö. Das ist der Anwalt von Horsts Mörderin.
Moment! Meine Klientin wurde zu Unrecht bezichtigt.
(Berlinerisch) Hm, im Zweifel für den Angeklagten, was?
Das kenne ich schon. Was ist mit der Kohle?
(Berlinerisch) Genau das wollte ich auch gerade wissen.
Welcher Beschäftigung ging Ihr Mann nach? Er bekam 'ne Rente.
Warum? War er krank? (lachend) Nee.
Wenn Faulheit 'ne Krankheit ist ...
Von seiner stinkreichen Familie.
Warum erzählst du dem das?
Immerhin war ich 20 Jahre verheiratet mit meinem Horsti.
(schluchzend) Ach Mann, der hat sich wegen seiner Herkunft
immer für was Besseres gehalten.
Guck mal, was er davon hat.
Er hat mir versprochen,
dass er eines Tages ein Vermögen erben wird.
Erben? Von wem?
Na, von Horsts Vater, Helmfried von Hagen.
Alter preußischer Adel.
Der musste als kleiner Junge in den letzten Kriegstagen '45
Haus und Hof verlassen.
Er ist mit seiner Mutter
ohne einen Pfennig in den Westen geflohen.
Das Dumme ist nur, dass Horst der uneheliche Sohn von Helmfried war.
Der Alte hat ihn nie richtig anerkannt.
"Von Hagen" müssten wir eigentlich richtig mit Nachnamen heißen,
aber das haben sie ihm gerichtlich schon vor Jahren untersagt.
Und ich bin der Wolf von Marzahn. - Ach, Wölfchen.
Woher stammen die 50.000, die jetzt fehlen?
Na, von Jonas, seinem Halbbruder.
Horsti war wie ausgewechselt und meinte,
dass die Familie ihn jetzt endlich braucht, nach all den Jahren.
Und dass jetzt endlich, endlich alles besser wird.
Wann war das? Vor zwei Wochen?
Und das ist Schwertfeger Junior? * Sie lacht. *
Nee, ich bin hier nur zur Untermiete.
Wolf macht 'ne Ausbildung zum Personal Trainer.
Eine gute Idee. Kann man viel Geld mit verdienen.
Ein, zwei gute Kunden ... Vielleicht komme ich drauf zurück.
Ich mach Ihnen einen Spezialpreis. Gerne. Sehr gerne.
Was ist mit den Briefen? Hast du ihm die gegeben?
Das kann doch eh keiner lesen - Schmeißt du doch sonst eh weg.
Tja, das sind genau 63 Stück.
Die hab ich gestern beim Aufräumen von Horsts Sachen gefunden.
Danke. Wissen Sie, wo ich den Stiefbruder Ihres Mannes finde?
* Sphärische Musik *
(Mann) Meine Damen und Herren,
hier haben wir zwei Flaschen Müller-Thurgau, Jahrgang 1938.
1500 Euro sind geboten für zwei Flaschen Müller-Thurgau.
Noch jemand vielleicht?
1500 Euro zum Ersten,
1500 Euro zum Zweiten,
1500 Euro zum ... * Hammerschlag *
... Dritten. Verkauft. Glückwunsch. Interessantes Hobby.
Hobby? Sehe ich aus wie ein Alkoholiker?
Rote Nase, geplatzte Äderchen, verquollene Augen?
Nein. Ich kaufe und ich verkaufe.
Ein echter Connaisseur.
Na ja. Zwei meiner Ehen sind daran gescheitert.
(Auktionator) 13.000 Euro zum ... Dritten. Verkauft.
12.000 Euro für 6 Flaschen Mouton Rothschild
aus dem Jahre 1916. Ich bitte um Ihre ersten Gebote.
Mouton Rothschild, 1916.
14.000 Euro, die Dame.
Was ist, wenn der korkt?
Wenn er korkt? Das ist vollkommen egal.
Das sind Jahresringe europäischer Zeitgeschichte.
Die Vorstellung, Wein zu besitzen,
dessen Traube vor 100 Jahren geerntet wurde ...
Glauben Sie mir, nichts steht dem nach.
Was kostet der Trip in die Vergangenheit?
Das werden wir gleich sehen.
(Auktionator) 20.000 Euro ...
21.000 Euro!
Übrigens ... Jonas von Hagen.
Der Gastgeber, das hätte ich mir auch denken können.
Joachim Vernau. Ich bin Anwalt.
Ich mache gerade Erkundigungen
zum Tod ihres Stiefbruders Horst Schwertfeger.
Zu welchem Zweck?
Meine Mandantin war bei dem Unglück dabei.
Unglück? Ich dachte, das war ein Raubüberfall.
Das ist nur ein mögliches Szenario.
Das macht für den armen Horst
leider keinen großen Unterschied mehr.
Sie haben ihm 50.000 Euro gegeben. Wofür?
Neues Auto, Einbauküche, Fernseher ...
Er sprach davon, dass er wieder in die Familie aufgenommen wird.
Jedenfalls hat er das seiner Frau so erzählt.
Und dass es erst ein Teil eines beträchtlichen Erbes wäre.
Das ist Unsinn. Mein Vater lebt noch.
Horst hat einfach genervt, ständig verschuldet.
Ihr Stiefbruder reiste nach Polen, auf das alte Gut Ihrer Familie.
Er meldete Besitzansprüche an.
Wussten Sie das? Äh, nein.
Ihr Vater vielleicht? Ich würde gerne mit ihm sprechen.
Das ist leider nicht möglich.
Für weitere Fragen bitte ich Sie, unseren Anwalt zu konsultieren.
Da ist er. Dr. Sinter. Ah, danke.
Vielleicht warten Sie bis nach der Auktion?
(Auktionator) Sechs Flaschen Mouton Rothschild.
28.000 Euro für den Herrn mit der Nummer 87.
28.000 Euro zum Ersten ...
28.000 Euro zum Zweiten,
28.000 Euro zum ...
Dritten! Verkauft. * Applaus *
Herzlichen Glückwunsch an den Herrn mit der Nummer 87.
* Telefonklingeln *
Ja? " Hallo Hüthchen, ich habe Ihnen gerade ein Foto geschickt."
Das ist Sütterlinschrift. Könnten Sie mir das übersetzen?
Das ist aber ein Liebesbrief. Ist das statthaft?
Schauen Sie aufs Datum.
Da lebt sicher niemand mehr, der was dagegen haben könnte.
Ach, 25.2.45.
"Rosa, lieb Röschen mein, ich lebe.
Ich lebe und der Tag wird kommen, an dem wir wieder vereint sind.
Doch unsere Herzen müssen geduldig sein,
dann kann ich deine Tränen von deinen süßen Lippen küssen
und dich im Arme wiegen."
Ganz schön schmalzig.
Finde ich nicht. Ist doch sehr romantisch.
"Nie mehr soll das Schicksal uns so grausam trennen.
Nie mehr will ich auf ... will ich euch verlassen.
Mein Leben, meine Ehr ..."
Hüthchen, ich muss los. Ich melde mich wieder.
* Erwartungsvolle Musik *
Kann ich Ihnen helfen?
Ich war verabredet mit Herrn von Hagen.
Jonas von Hagen. Und wozu, wenn ich fragen darf?
Entschuldigen Sie, aber Diskretion ist unseren Gästen wichtig.
Ich überlege, ob das hier ein neues Zuhause
für meine Mutter werden könnte. (erfreut) Oh!
Jonas war sich eigentlich ganz sicher.
Kein Wunder. Sein Vater ist ja schon lange Gast bei uns.
Wäre es möglich, den alten Herrn Senior kurz zu sprechen?
Ich würde gern seine persönlichen Eindrücke hören.
Das ist leider nicht möglich. Seine Gesundheit ist nicht die Beste.
Die Pflicht ruft.
Äh, vereinbaren Sie doch einen Termin für Ihre Mutter.
Fürs Schnupperwochenende, das ist kostenlos. Ah Ja.
Hier. Bitte schön. Vielen Dank ... Carola.
Herr ... Vernau.
Herr Vernau, aha.
(Pflegerin) Es geht ihm gar nicht gut. - (Carola) Okay.
Danke.
Also, ich weiß wirklich nicht, was heute mit ihm los ist.
Auf jeden Fall geht es ihm heute nicht so gut.
Ich hab ihm etwas zu trinken angeboten. Aber er wollte nicht.
Und dann ...
* Türsummer *
* Er seufzt. *
* leise Musik *
Room Service.
* Sanfte Musik *
* "Caruso" von Luciano Pavarotti *
♪ Qui, dove il mare luccica
E tira forte il vento
Su una vecchia terrazza davanti al golfo di Surriento
Un uomo abbraccia una ragazza
Dopo che aveva pianto
Poi si schiarisce la voce ♪
* Er ächzt. *
♪ E ricomincia il canto
Te voglio bene assai ♪
* Nicht zu verstehen, worum die Männer streiten. *
♪ Ma tanto, tanto bene, sai ♪
Du hast mir nichts zu sagen, du bist mein Adoptivsohn!
Kann ich Ihnen helfen?
Das haben Sie bereits. Vielen Dank.
Die Fenster schließen alle ganz wunderbar.
Der Winter kann kommen.
Äh ... bitte, könnten Sie mal nach meinem Kühlschrank schauen?
Der macht die ganze Zeit so ganz unanständige Geräusche.
* Türklingel *
Marie-Luise!
Wo ist sie? Im Bad.
Warum hast du mir nichts von den 50.000 Euro erzählt?
Ich dachte, das ist nicht so wichtig. Für die Polizei schon.
Das ist der Unterschied zwischen Totschlag und Raubmord.
Schwertfeger fuchtelte damit rum. Er wollte das Weingut kaufen.
Und, hat er?
Nein. Geld ist für Jacek nicht das Wichtigste im Leben. Sondern?
Freundschaft. Die Familie.
Ich weiß nicht, wo das Geld ist. Ich schwöre es dir.
Gibst du mir ein Handtuch? Klar.
Äh, ja, ein ...
Und du vertraust dem, ja?
Ja. Ja, das tue ich.
Na ja, gut ... Dann im Zweifel für den Angeklagten, nicht?
Gut.
Jaceks Familie hat viel mitgemacht.
Sie verloren alles im Krieg. Seine Eltern starben früh.
Er ist praktisch beim Großvater aufgewachsen.
Die Weinberge müssen doch Millionen wert sein.
Die gehören ihm gar nicht.
Ja, Königsberger Klopse, nach dem Rezept meiner Mutter,
Hm! Mit Kapern! Ja.
Sondern?
Der Großvater hat sie als Leihpacht.
Stirbt er, fällt das an den polnischen Staat.
Und der ehemalige Besitzer, Walter von Hagen?
Soviel ich weiß, verließ er den Hof mit Frau und Kind
im Dezember '44 Richtung Westen.
Das Kind war sein Sohn Helmfried. Den gibt's noch.
Ja? Und wo?
In einer Altersresidenz am Wannsee. Was ist denn das?
So eine Art 5-Sterne-Hotel
für Personen jenseits einer gewissen Altersgruppe.
Das wär doch was für uns! Endlich mal Ferien.
Du sagst, dir fällt die Decke auf den Kopf.
Ich weiß nicht, ob wir uns das leisten können.
Ich habe eine Idee.
Das geht doch nicht. Warum nicht?
Kinder, könnt ihr uns mal sagen, worum es geht?
Genießt die Vollpension, Sauna, Massagen, Spaziergänge.
Um Mitternacht lasst ihr mich über die Balkontür rein.
Fragen Sie nach van Hagen.
Sagen Sie, Sie kennen ihn noch aus Johannishagen.
Können Sie sich das merken? Das ist ja nicht so schwer.
Sehr gut. Weil Sie noch Kinder waren, erinnern Sie sich an wenig.
Nur an die dramatische Flucht damals, Hals über Kopf,
als die Russen kamen.
Woher wissen Sie das? Das stand doch in den Briefen.
Wir haben gestern noch etwas weitergelesen.
Was stand da noch drin?
Er hat seine Frau und den kleinen Sohn
auf einen Pferdekarren nach Prenzlau gepackt
und sich dann in einem Weinkeller versteckt
und ihnen versprochen, jeden Tag einen Brief zu schreiben.
Wunderschön, hm? - Ja.
Ja.
Ja, das ist es.
So, bitte schön.
Das ist praktisch ein 5-Sterne-Betrieb.
Spa-Bereich, Frühstücksbüfett, Abendessen ab 17:30 Uhr.
So, hier finden Sie den Fernseher und hier das Schlafzimmer.
Und falls Sie Hilfe brauchen, dann rufen Sie die 001 an.
Wir haben für jedes Problem eine Lösung.
Das Telefon finden Sie da. - Hm.
Ich wünsche Ihnen einen schönen Aufenthalt.
Danke. - Danke.
Fünf Sterne.
Können wir unser Gepäck selbst auspacken
oder gibt es dafür auch eine Lösung?
Erst mit 6 oder mehr. Aber was machen wir mit dem zweiten Zimmer?
Oh ... * Klopfen *
Aha. Dann geh ich mal.
Hi.
Ihr seid die Neuen, die 427-428? - Ja. Äh ...
Ich bin der Erich, Erich Trautwein, die 620.
Ich wollte nur fragen,
ob ihr vielleicht Lust habt auf ein Kaffeekränzchen.
* Ruhige Klaviermusik *
Heute ist hier stille Disco.
Kommt Herr von Hagen auch vorbei? - Der Helmfried? Nein, der ...
Seit sein gelackter Stiefsohn hier auftaucht,
lässt er sich leider kaum noch blicken.
Sie haben wohl viel zu bereden. - Die streiten nur.
Der will seinen Vater wohl entmündigen lassen.
Streit mit den Kindern ist schlimm.
Die Familie ist bankrott, total pleite.
Teure Sportwagen, die falschen Frauen ...
Und dann in seinem Alter! - Nein, nicht der Helmfried.
Ich meine den Jonas, seinen ungustiösen Stiefsohn.
Schön Highlife auf dem Ku'damm und La Dolce Vita ohne Ende.
Und die Auktionshäuser gehören inzwischen alle der Bank.
Woher wissen Sie das alles? - Weil die Bank mir gehört hat.
Ah ...
Wie wär's mit einem Stückchen Schokoladenkuchen?
Ja, ja. Ich nehm was.
(genüsslich) Hm ... Hm!
Und ... ähm ...
Lass uns mal du sagen, hm?
Das erleichtert das Leben. - Ja, gern, gern. Kurt.
Ich darf leider keinen Zucker essen.
Glaub mir, Kurti, da ist alles Mögliche drin.
Aber ganz bestimmt kein Zucker. * Er lacht. *
Der Geschmack kommt mir bekannt vor.
(Erich) Lasst doch mal eure Erinnerung zurückschweifen.
Bis ins Jahr '68. Wie war das damals?
Da war ich 23!
Miniröcke. Sex and Drugs and Rock'n'Roll.
Ja, das ist aber echt schon 'ne Weile her, nicht?
* Scheppernde Rockmusik *
* "Jumpin' Jack Flash" von The Rolling Stones *
♪ I was born in a cross-fire hurricane
And I howled at my ma in the driving rain ♪
* Handyvibrieren *
* Handyvibrieren *
(Hüthchen) Oh!
(schwer atmend) Oh, Herr Vernau!
Wo seid ihr? Wir waren um Mitternacht verabredet.
Wir sind auf dem Wege, ja.
Kurti! Los, hoch! Kurti!
Geht nicht.
Gibt's da keinen Hebel? Nein, nein, nein.
Wir sind lebendig eingesperrt. - Jaja. Und jetzt?
* Handyvibrieren *
"Hm?" Dann müsst ihr das ohne mich schaffen.
"Und was?" Herrn von Hagen einen Besuch abstatten.
"Wir Zwei?" Nein, ich komme mit.
Also, ich bleib hier am Handy. Ihr nehmt mich mit.
Ah ... Gut.
Was soll denn schon passieren? - Ja.
"Und schaltet die Kamera ein!"
Okay.
* Düstere Klaviermusik *
(Computerstimme) "18. Februar 1945, Johannisthal.
Hallo mein Liebes,
jetzt sind es schon 27 Tage, die ich ohne dich verbringen musste.
Vorhin kam Magda vorbei und hat mir Essen gebracht.
Das gute Mädchen.
Ich wusste nicht, wie gut Rüben schmecken können.
Magda sagt, dass die Soldaten noch im Dorf seien.
Grüß und küss mir die Kinder. Sag ihnen, dass ihr Vater wacht."
(flüsternd) "Aus die Maus. Die Tür ist zu." Wie gestern.
(Kurt) "Die Generalkarte." (Hüthchen) "Woher?"
"Vom Partyhengst.
Falls ich Lust auf eine Afterparty habe. Ja, äh ...
Ihr müsst aber leise sein. Er hat die 620."
"Der Kurti hat schon einen Verehrer gefunden."
Einen Verehrer? Heutzutage geht alles viel schneller als früher.
* Er lacht. * Oh!
* Piepton *
* Türsummer *
(Hüthchen flüstert) Die Tür ist auf.
Die Treppen runter und rechts raus.
Nicht so herumwackeln. Mir ist schon schwindelig.
* Piepton, Türsummer *
* Unheilvolle Musik *
(flüsternd) "Der General!"
(Kurt) Zu.
"Toilette."
"Hüthchen, komm mal her. Guck mal hier, im Kühlschrank.
Morphium."
(Hüthchen) "Jede Menge.
Oh, damit können wir den Rest unseres Lebens verschlafen."
"Wonach suchen wir eigentlich? Wonach suchen wir?"
Indizien, Fotos.
Dinge, die auffallen. "Ja.
Na, dann lass mal deinen Sinnen freien Lauf." Genau.
(Hüthchen) Na, sieh mal hier.
(Hüthchen) "Das ..." (Kurti) "Hier geht's hoch."
Stopp! Frau Huth, können Sie da mal näher rangehen?
"Den kenn ich doch.
Weihnachten '44, der kleine Helmfried von Hagen."
* Unheilvolle Musik *
* Hüthchen japst erschrocken *
(Hüthchen) "Da ist jemand. Was sollen wir machen?"
Das ist er. Das ist Helmfried von Hagen.
Wecken Sie ihn. Sprechen Sie ihn an.
"Herr von Hagen?" * Von Hagen brummt. *
"Wir sind neu im Haus, die 427.
Wir wollten uns vorstellen. Hallo."
* Hüthchen ächzt * Au.
* Er stammelt. *
Das ... Das ist ...
* Sie japst erschrocken. *
"Ich glaube, der ist tot.
Was machen wir denn jetzt?" Ihr müsst verschwinden.
* Türöffnen * "Da kommt jemand!"
"Guten Abend." * Er schreit erschrocken auf. *
* Sie macht beruhigende Laute. *
* Helmfried atmet schwer. *
(die Pflegerin) Schsch.
"Herr von Hagen.
Ich glaube, es ist jetzt so weit."
(brüllt) Ha!
* Alarmsignal *
* Stimmen über Funk *
Waren Sie das mit der Scheibe? Es war Gefahr im Verzug.
Ach, Sie bringen mich in Teufels Küche.
Lebt der alte Mann noch? Nein.
Sehen Sie? Die haben ihn umgebracht.
Das ist ein Altersheim! Er war 81, schwer krank.
Er ist im Beisein seiner Familie friedlich entschlafen.
Welcher Familie? Sein Sohn, die langjährige Pflegerin.
Haben Sie ihn genau angeschaut?
Keine Einstiche, Hämatome, Schaum im Mundwinkel?
Ja, natürlich. * Vernau seufzt. *
Ich bestehe darauf, dass er obduziert wird.
Mit welcher Begründung?
Ich habe seine Pflegerin in Polen gesehen,
auf dem Hof, auf dem Schwertfeger erschlagen wurde.
Sie meinen, sie tötete Schwertfeger?
Es ist ein Verdacht! Ich sag Ihnen ...
Jetzt mach kein Theater.
Wir haben hier nur Hüthchen und ihren Freund besucht.
Spinnst du? Was machst du hier?
Ich hab einen Haftbefehl gegen dich.
Was glaubt ihr, was jetzt passiert?
Wir wollten eh zu Ihnen kommen, ein paar Dinge richtigstellen.
Festnehmen! Nur die Dame.
Spinnst du? Das können Sie nicht tun.
Statt Beweise zu sammeln, betreiben Sie aktive Fluchthilfe.
Ich Idiot gebe Ihnen meinen Wagen!
Dein Ex hat mich als Köder benutzt!
Gleich nehm' ich Sie auch fest! Das ist gesetzwidrig!
Lass gut sein, Joachim.
Ich bin sowieso müde und will endlich schlafen.
Ich hol dich da raus, versprochen! Meinen Autoschlüssel!
* Angespannte Musik *
* Melancholische Musik *
(Kurt, über Handy) "Ja? Und, wie waren wir?"
Ihr wart super.
"Wir haben uns ganz auf unsere Sinne verlassen."
(lachend) Ihr habt Hüthchens Handy da vergessen.
(Hüthchen) "Soll ich's noch holen?"
Nein, nein, nein. Auf gar keinen Fall.
Hat euch jemand gesehen? (Hüthchen) "Nein."
Dann geht schlafen. Lasst euch nichts anmerken.
Ich melde mich morgen.
Unseren Auftrag haben wir doch gut erfüllt?
Ja, mit Glanz und Gloria.
Jetzt macht euch eine schöne Zeit. Okay? Genießt den Urlaub.
Ihr habt's euch verdient.
* Gelassene Musik *
* R'n'B-Musik *
Entschuldigen Sie bitte.
Geburtstag? So was Ähnliches.
Aha. Was wollen Sie hier?
Aber Frau Hoffmann sitzt in Berlin in Untersuchungshaft.
Ja. Ein gelungenes Beispiel deutsch-polnischer Polizeiarbeit.
Sie wissen genau wie ich, dass sie unschuldig ist.
Das ist jetzt Sache der Gerichte.
Wussten Sie, dass Schwertfeger Jacek 50.000 Euro angeboten hat,
um den alten Hof zurückzukaufen?
Unsinn. Jacek kann nicht verkaufen, was ihm nicht gehört.
Wo ist dann das verdammte Geld?
Fragen Sie Ihre Klientin. Sie hat es nicht.
Und Sie vertrauen ihr? Ja.
Sehen Sie? Ich vertraue ebenso meinem Mandanten.
Warum? Bloß, weil er Pole ist?
Sie können mich mal.
Zuzanna, bitte. Ich muss Sie noch einmal sprechen.
Kommen Sie! Das sind Sie mir schuldig.
Herr Jankowski ist seit heute Morgen wieder auf freiem Fuß.
Da Herr Schwertfeger deutscher Staatsbürger war,
wird Ihrer Bekannten in Deutschland der Prozess gemacht.
Es wird keinen Prozess geben, das verspreche ich Ihnen.
(Dr. Sinter) Zuzanna, wo bleiben Sie denn?
Die Kollegen wollen Sie feiern.
Dr. Sinter? Ja, Winitzki und Partner.
Wir sind die deutschen Partner der Kollegen.
Wir haben uns schon irgendwo ...? Berlin?
* Spannende Musik *
* Düstere Musik *
* Ächzen. *
* Er brüllt. *
* Er knurrt und ächzt. *
* Jacek brüllt. *
Herr Rechtsanwalt.
Sie sind bestimmt hier, um Marie-Luises Wagen abzuholen.
Mein Großvater hat ihn repariert.
Danke, das ist nett. Ich habe ein neues Radkreuz reingelegt.
Schlüssel steckt. Was bin ich schuldig?
Vergessen Sie's.
Wo finde ich Ihren Großvater? Ich will ihm danken.
Ich glaube, er ist auf dem Friedhof.
Er redet gerne mit den Toten.
Sie hören ihm zumindest zu. Tut mir leid wegen Ihrer Kollegin.
Dass ich ihr nicht helfen konnte. Ich hab neulich eine Frau gesehen.
Vor Ihrem Haus. Meine Schwester Krystyna.
Arbeitet in Berlin, Altersheim, Nachtschicht, 4 Tage die Woche.
Hat sie Ihnen gesagt,
dass sie den Sohn des ehemaligen Gutsbesitzers betreut?
Nein. Hat sie nicht erzählt?
Ich frage sie.
Sie ist immer übers Wochenende hier.
Wofür hat Schwertfeger Ihnen 50.000 Euro geboten?
* Schwermütige Musik *
* Er spricht Polnisch. *
Hier standen mal riesige Fässer mit den besten Weinen seiner Zeit.
An den Wänden kann man noch die alten Halterungen sehen.
Alles weg. Ja.
Hier unten hat sich der ehemalige Gutsbesitzer versteckt.
Vor den Russen.
Walter ... Walter ... Von Hagen, genau.
Wie lange?
Einige Monate. Bis Kriegsende.
Er konnte sich nicht von seinen Fässern trennen.
Kommen Sie, hier entlang.
Was hat Schwertfeger hier gesucht? Mindestens das Bernsteinzimmer.
Die Mauer hier ist aber ... Die ist neueren Datums.
Wahrscheinlich ein Zugang nach draußen.
Kommen Sie, wir nehmen einen anderen Weg.
Was haben Sie vor? Den Hof wieder in Schwung bringen?
Ich bin hier aufgewachsen.
In dem weißen Haus bin ich geboren.
Mein Großvater glaubt, auf dem Wein ist ein Fluch. Mal sehen.
Sie wollen selber Wein machen?
Das braucht eine Menge Zeit. Und viel Geld.
Zeit haben wir genug, hier in Janekpolana, und das andere ...
Ich habe Investor gefunden.
Fällt nicht alles an den polnischen Staat,
wenn Ihr Großvater ... Stirbt. Ja.
Gesetz hat sich geändert. Staat braucht Geld.
* Vernau schnalzt mit der Zunge. *
Tatsächlich ...
Lassen Sie mich raten.
Frau Makowska und ihre Kanzlei haben das eingefädelt. Stimmt's?
Hm.
Ich musste unterschreiben, dass ich nichts sagen darf,
bevor das nicht offiziell ist.
Ich muss mein Handy aufladen. Kein Problem.
Aber bleiben Sie noch! Wir haben heute Abend Heimatfest.
Land und Leute! Ich muss zurück.
Großvater schläft hier. Das war das Kutschenhaus.
Er war hier auf dem Hof Stalljunge.
Hier. Neben ihm, das ist seine ältere Schwester Magda.
Sie versorgte Walter von Hagen nach Kriegsende
monatelang im Versteck mit Essen.
Als man das rausfand, wurde sie als Verräterin erschossen.
Ich muss weiterarbeiten.
Ich bringe das in den Wagen. Ja, danke.
* Wehmütige Musik *
"1. Mai 1945.
Wir haben alles verloren, mein Lieb, alles, nur uns nicht.
Wir sind uns treu, unser Weinkeller ist ein Scherbenhaufen.
Nur diese eine Kiste ist noch geblieben.
Eine romantische Erinnerung,
die mich an andere, glückliche Zeiten gemahnt."
* Lebhafte Folkmusik *
* Die Musik übertönt die Gespräche. *
Darf ich bitten oder muss ich mir einen Termin geben lassen?
Können Sie Polka?
Sieht nicht so schwierig aus.
Oh, hoppala. Sie führen. Polka.
Man nimmt alles mit einer gewissen Heiterkeit. Ja ...
Ich glaube, ich spüre schon etwas. Ja?
Also, es tut mir wirklich ein bisschen leid,
dass wir uns unter diesen Umständen kennenlernen.
Wo sonst? Online?
Wie sind Sie an den Jankowski-Fall gekommen?
Niemand in der Kanzlei wollte ihn. Es schien aussichtslos.
Aha.
Ich wollte gewinnen.
Ah! Ich war auch mal wie Sie. Aber ist schon eine Weile her.
Was hat er Ihnen angeboten, der Herr Sinter? Partnerschaft?
Die Leitung der polnischen Kanzlei?
Und wenn?
Er ist der neue Investor, oder? Hätte es mir denken können.
Polnisches Know-how, deutsches Geld.
Und alle kriegen, was sie wollen.
Jacek Jankowski ist vollständig im Bilde.
Er bekommt mit dieser Transaktion seinen eigenen Hof zurück.
Aber für wie lange?
Die Leute, für die Sie arbeiten, sind Heuschrecken, Zuzanna.
Fressen oder gefressen werden?
Die machen vor nichts Halt, auch nicht vor Ihnen.
Ich glaube, ich hab genug Polka.
Von so viel Heiterkeit, da ...
Ja ... Da kriege ich immer Sodbrennen.
* Unheilvolle Musik *
* Er ächzt. *
* Spannende Musik *
(liest) "Sie werden wiederkommen. Dafür bewahre ich sie.
Für uns und unsere Kinder,
wie mein Großvater sie für meinen Vater bewahrte.
Aber nur du und ich wissen, über welche ..."
(Walter, in Gedanken) ... über welche Türschwelle man treten muss
und welcher Schlüssel nur passt.
* Hämmern *
"10. Mai 1945."
(Walter, in Gedanken) Ich kann nicht mehr. Verzeih mir, Rosa.
Ich bin müde. Sollen sie doch kommen und Schluss machen.
Was auch immer die Strafe ist, euch allein zu lassen,
sie ist mir inzwischen willkommen.
(Frau singt) ♪ Stille Nacht, heilige Nacht
Alles schläft, einsam wacht
Nur das traute, hochheilige Paar
Holder Knabe im lockigen Haar ♪
* Schwermütige Klaviermusik *
Sie waren damals der Stallbursche ...
Nicht wahr, Herr Jankowski?
Als von Hagen seine Familie fortschickte
und hier allein zurückblieb.
* Dramatische Musik *
(Mann) Die ersten Soldaten sind schon im Dorf.
(Walter) Und die anderen Familien?
(Mann) Die sind alle weg. Wir sind die Letzten.
* Das Pferd schnaubt. *
* Wiehern *
(Mann) Hoppa! Na, los geht's!
* Peitschenknallen * Und kommt!
* Wiehern *
Ho!
Ho ja!
Ho!
Na kommt! Und kommt! Ja doch, kommt!
Komm, Mädel! Komm! - Warte, lass mich runter!
Ich bleibe.
Balthasar bringt euch über den Fluss.
Wartet nicht auf mich! - (Frau) Mhm.
Ihr fahrt wie geplant nach Prenzlau.
Tante Else wird sich um euch kümmern.
Sie werden dich töten, Walter. - Hey, jeder trinkt gern Wein.
Ob Freund oder Feind. Hab Gottvertrauen, meine Liebe.
Helmfried, du passt gut auf die Mama auf, ja?
Ich hole euch bald wieder zurück.
Das hier, das ist der Schlüssel zu all unserem Reichtum.
Versprich mir, es niemals abzunehmen,
bis wir uns alle wiedersehen. Hörst du?
Ich schreib dir. Jeden Tag.
* Walter ächzt. *
* Peitschenknallen *
(Walter) Komm, hilf mir, Magda!
Ihre Schwester Magda ... hat ihn monatelang hier versteckt.
Und das haben Sie gewusst.
* Jankowski brüllt angestrengt. *
* Vernau schreit. *
* Er brüllt etwas auf Polnisch. *
* Jacek spricht Polnisch. *
Das ist der Teufel. Er wird uns alles wegnehmen.
Wenn ich ihn am Leben lasse, kommt er wieder.
Immer wieder, immer wieder!
* Jacek spricht Polnisch. *
* Düstere Musik *
* Vernau ächzt. *
* Schniefen *
* Hundegebell *
* Mann spricht Polnisch. *
Sie haben die 50.000 gefunden. Sie waren in der Scheune versteckt.
Der alte Marek muss sie Schwertfeger abgenommen haben.
Wohin gehen Sie?
* Ein Specht klopft. *
Wo wollen Sie hin?
* Vogelzwitschern *
Das ist das einzige Grab, um das Marek sich bis heute kümmert.
* Ein Specht klopft. *
* Unheilvolle Musik *
Ich trau deinem Bruder nicht. - Was soll er schon machen?
* Wehmütige Musik *
* Mann spricht Polnisch. * - (Soldat) Dokumente.
* Sie sprechen Polnisch. *
* Maschinengewehrsalve *
"15.5.1945."
Kein Name? Nein.
Dasselbe Todesdatum.
Walter von Hagen und Magda sind am selben Tag erschossen worden.
Marek fühlte sich für den Tod seiner Schwester verantwortlich,
und hat deshalb das Grab gepflegt.
Und das hier? Nicht.
Und dann kam Schwertfeger und weckte die alten Geister wieder.
Aber woher hatte er die Briefe?
Spielt das noch eine Rolle?
* Sphärische Musik *
Hast du lange gewartet? Ich hatte ja was zu lesen dabei.
Und? Kaum zu ertragen.
Walter hatte ein schlechtes Gewissen,
weil er seine Familie im Stich ließ. Sie haben überlebt.
Und weil er eine Affäre mit der polnischen Magd angefangen hat.
Das stand da drin? Fünf Monate im Dunkeln, ohne viel Abwechslung.
Diese junge Frau ist der einzige Mensch, dem du je begegnest.
Die beiden haben sich verliebt. (bejahend) Mhm.
Magda hat die Briefe nie abgeschickt.
Sie war eifersüchtig.
Und Krystyna fand sie im Nachlass ihrer Mutter.
Und den Hinweis auf einen Schatz,
den von Hagen vor der Flucht versteckt hat.
Den hat sie nie gefunden und die Briefe Schwertfeger angeboten.
Der holt sich Geld von seinem Stiefbruder.
Der gibt ihm 50.000 und schon geht die Schatzsuche los.
Fährst du mich zu Hüthchen? Oh Mann!
* Vernau seufzt. * Du hast sie vergessen? Joachim!
* Reifenquietschen *
Hallo, ich wollte meine Eltern abholen.
Die sind bereits ausgecheckt, Herr Vernau.
Äh, sind sie das? Ja.
* Freizeichen *
(Frauenstimme) "The person you've called is unavailable." Mailbox.
Vielleicht sitzen sie im Taxi, haben keinen Empfang.
* Staubsaugergeräusch *
Hüthchen!
Entschuldigung! Haben Sie Frau Huth gesehen, in Begleitung?
Das war ihre Suite. Nein, keine Ahnung.
Entschuldigung!
Ähm ... Die beiden Bademäntel sind weg.
Wenn die nicht wieder auftauchen, kostet das Geld.
* "O mio babbino caro" aus der Oper "Gianni Schicchi"
von Giacomo Puccini *
Hallo! Frau Huth?
Frau Huth? Sind Sie da drin?
Herr Vernau, was machen Sie denn hier?
Oh. * Vernau lacht verlegen. *
Äh ... Das frag ich mich auch gerade.
Hm. Schlingen Sie doch nicht so!
Da kann ich gar nicht zugucken.
Ich habe mir echt Sorgen um euch gemacht.
Warum haben Sie nicht angerufen? Sie sind nicht rangegangen.
Ich hab mein Handy nie an, wenn Hüthchen ihrs anhat.
Energie sparen.
Haben Sie's wiederbekommen? Ich habe es geholt.
Aus von Hagens Suite? Ja, war gar nicht so schwierig.
Nachdem sie den armen Helmfried abgeholt haben.
Er war ja dann mausetot. Damit habt ihr nichts zu tun.
Als ihr gingt, hat er noch gelebt. Gott sei Dank.
Aber dann hat sich ja sein Stiefsohn um ihn gekümmert.
Woher wisst ihr das? Als er kam, sind wir gegangen.
(Hüthchen) Ja. Hier. Hier ist alles drauf.
Hier! Ich hab nämlich aus Versehen den falschen Knopf gedrückt.
Die Technik und ich.
* Spannungsvolle Musik *
* Erstickte Schreie *
(Hüthchen) Ich sagte doch: Schlingen Sie nicht so!
Wisst ihr, was das bedeutet?
Ich weiß, was das für Vaasenburg bedeutet. Darf ich mal?
(Hüthchen) Ja, na klar.
Noch etwas: Der alte Herr hat mir was in die Hand gedrückt und ...
Ich weiß nicht, was ich damit machen soll, weil er tot ist.
Sehen Sie mal, da kann man hier ...
Da macht man so ...
Ein kleiner geheimer Schlüssel. Wofür mag der gehen?
* Beschwingte Klarinettenmusik *
* Er ruft auf Polnisch. *
* Jacek ächzt. *
* Beschwingte Musik klingt aus. *
Bei 100.000 ist aber Schluss. Wir treiben den Preis in die Höhe.
Wenn das schief geht, sind wir ruiniert. Jetzt vertrau mir mal.
(Auktionator) Meine Damen und Herren,
nichts in den letzten Jahren
überstieg an Exklusivität auch nur annähernd
diese Kiste Kometenwein aus dem Jahre 1849
aus dem alten Traditionsweingut Von Hagen: Das rote Nickerchen.
Zwölf perfekt gelagerte Flaschen stehen heute hier zur Auktion.
Wir beginnen mit dem ersten Gebot.
Wer bietet 50.000 Euro?
50.000 Euro, 60.000 Euro.
70.000 Euro von der Dame mit der Nummer 72.
80.000 Euro. 90.000 vom Herrn mit der Nummer 18 in Reihe 3.
100.000.
110.000 Euro.
250.000.
(Auktionator) 250.000 vom Herrn mit der Nummer 87 in der Mitte.
250.000
zum ... Ersten.
Wir brauchen mindestens 500.000.
(leise) "Schluss", hab ich gesagt. 250.000 Euro zum ... Zweiten.
250.000 Euro zum ... - (Kurt) 500.000.
(Auktionator) 500.000 Euro vom Herrn mit der Nummer 54.
500.000 zum Ersten.
500.000 Euro zum Zweiten.
750.000.
750.000 vom Herrn mit der Nummer 87.
750.000 sind geboten, meine Damen und Herren.
750.000 zum ... Ersten.
Eine Million. * Raunen *
(Auktionator) Eine Million Euro sind geboten
vom Herrn mit der Nummer 54.
Eine Million Euro zum Ersten.
Eine Million Euro zum Zweiten.
1,5 Millionen.
(Auktionator) 1,5 Millionen vom Herrn mit der Nummer 87.
1,5 Millionen sind geboten.
1,5 Millionen ... zum Ersten.
1,5 Millionen Euro zum Zweiten.
1,5 Millionen Euro zum ...
Dritten. Verkauft. * Applaus *
Herzlichen Glückwunsch an den Herr mit der Nummer 87.
Was war denn das jetzt?
* Beschwingte Jazzmusik *
* "Hollaender Mash Up" von Moka Efti Orchestra *
* Die Musik übertönt das Gespräch. *
So eine Scheiße. Fuck!
Zugriff.
* Jazzmusik klingt aus. *
Hey. Hey.
Ich muss neue Inschrift machen. Wozu?
Er hat seine Ruhe sicher vor langer Zeit gefunden. Ja.
Zuzanna versucht, Großvater einen Prozess zu ersparen.
Das schafft sie.
Ich weiß nicht, warum sie mir hilft.
Bezahlen kann ich sie nicht dafür. Vielleicht doch.
Der Erlös aus der Versteigerung.
Das sollte für einen Neuanfang in Janekpolana reichen.
Danke. Danken Sie ihm.
Eigentlich lief ja alles nach Plan.
Okay, vielleicht mit einer kleinen Verzögerung.
"1,5 Millionen."
* Sanfte Klaviermusik *
Eineinhalb Millionen! Aber der Wein war doch gar nicht mehr gut!
Polnischer Frost ist sehr hart, auch zwei Meter unter der Erde.
Ich werd's niemandem sagen.
* Kinder johlen. *
* Handyvibrieren *
"Hallo Joachim!" Oh, Mama!
Äh, hör mal, was machst du denn in New York?
"Du hast keine Vorstellung, was ich gerade hier erlebt habe.
Und wie geht's bei euch?"
Das Übliche. Erzähl du erst mal.
Ich hab Zeit.
* Dynamische Musik *
Untertitel im Auftrag des ZDF, 2023
Can't find what you're looking for?
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