All language subtitles for 2019_Vernau - Totengebet.deu

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Original subtitles

* Leises Stöhnen *

* Unheimliche Musik *

* Ächzen *

Joachim Vernau

Marie-Luise Hoffmann

Rachel Cohen

* Unruhige Musik *

* Musik steigert sich. *

* Musik wird ruhiger. *

Can I help you? Wo, wo bin ich hier?

Sir?

* Dramatische Musik *

* Gleichmäßiges Piepsen *

* Lautes Klopfen *

What are you doing? Hey. Ich ... muss ins Büro, ich...

Come down. Ich ... muss ins Büro.

Ich muss ins Büro. Come down. Okay. Sch...

* Klopfen * Tür... Ich muss die Tür aufmachen.

Ich muss die Tür aufmachen.

Ich muss...

* Regelmäßiges Piepsen *

* Lautes Klopfen *

Äh... Ja bitte? Sind...

Sind Sie Joachim Werneaux?

Werneaux? Also auch.

Also, Wernau... Also, Vernau.

Was kann ich für Sie tun?

Ich, ähm... Ich suche meinen Vater.

Ich bin Rechtsanwalt, kein Privatdetektiv, leider.

Darf ich reinkommen?

Hier.

Wo... Woher haben Sie das Foto?

Das Mädchen auf dem Foto ist meine Mutter.

Rebecca? Mhm.

Und das sind Sie, oder?

Äh, ja, das bin ich.

Das ist Mike, das ist Rudi und das ist Daniel.

Wir wohnten alle im Studentenwohnheim in Boston.

Wir waren richtig gut befreundet.

Haben Sie damals mit meiner Mutter geschlafen?

Wieso? Wir waren jung. Wir haben zusammen studiert.

Wir haben zusammen gefeiert, und...

The Summer of Love, ne?

Meine Mutter hat wild rumgevögelt. Stopp. Time-out.

Können wir bitte noch mal beginnen?

Vor ein paar Tagen ist mein Vater,

besser gesagt, Stiefvater, gestorben, Uriel Cohen.

Er ... hat mir das hier vermacht.

"Für Rebecca.

Es fühlt sich an, als hätte ich dich schon gekannt,

bevor du auf die Welt kamst.

So als wärst du meinem Herzen innig anverwandt,

und schon der kleinste Wink von deiner Hand

es stillstehen oder galoppieren lassen könnte."

Ein Liebesgedicht in deutscher Sprache.

Meine Mutter war von einem anderen Mann schwanger,

als sie Uriel geheiratet hat.

Er wusste davon, er hat mich quasi adoptiert,

ohne mir je die Wahrheit zu sagen.

Und Sie denken, der Verfasser könnte Ihr Vater sein. Ja.

Fragen Sie Ihre Mutter. Die habe ich nie kennengelernt.

Sie hat sich nach meiner Geburt umgebracht.

(leise) Was?

Das... Das tut mir leid. Das ...

... tut mir leid.

Wissen Sie, wer das geschrieben hat?

* Er seufzt. *

Mike ... konnte alle Mädchen haben,

der brauchte keine romantischen Verse.

Rudi war mehr so der Intellektuelle, der Schwierige.

Der sah in allem mehr die Probleme. Und ...

... Daniel...

Daniel...

Er hat auch die hellen Augen.

Wissen Sie, wo ich ihn finden kann?

Finden Sie das nicht ein bisschen ... voreilig?

Wenn Sie es nicht sind...

Keine Ahnung, wo Daniel jetzt lebt, aber...

* Quietschen *

Ich glaube, ich weiß, wo wir Rudi finden.

Ja? Äh, wir müssen bald los, deine Mutter wartet.

Ich kann jetzt nicht. Ich brauch den Autoschlüssel.

Willst du mich nicht vorstellen? Äh... Das ist...

Ich heiße Rachel. Freut mich, und wie weiter?

Der Rest ist privat. Krieg ich den Schlüssel?

Wir sind bei deiner Mutter zum Essen eingeladen. Ach, stimmt.

Sag ihr einfach, ich komme später, hm? Danke.

Ey... Oh.

Äh... Joachim?

* Düstere Musik *

* Unruhige Musik *

* Spannungsvolle Musik *

* Stimmengewirr *

* Spricht englisch. *

* Unheimliche Musik *

* Sirenen, Straßenlärm *

Sir?

(mit amerikanischem Akzent) Gehen Sie in Ihr Zimmer zurück.

Wo bin ich hier?

(Mann) Sie sind hier im Brooklyn Medical Center.

Wer sind Sie? Detective Lankster, New York Police Department.

Ja. Und was mache ich hier?

Sie hatten einen Autounfall, einen sehr schweren.

Sie lagen Tage im Koma. Keine Ahnung, wovon Sie sprechen.

Sie sind am 13. Mai über den JFK-Airport eingereist,

haben im Brinks Hotel in Williamsburg gebucht,

aber nicht eingecheckt.

Am selben Tag mieteten Sie einen Wagen bei Brooklyn Hire,

haben am Abend des folgenden Tages

im Captain's Bounty Inn Motel in Rockport

ein Zimmer mit Ihrer Kreditkarte bezahlt.

Sie blieben da für die Nacht,

laut Rezeption in Begleitung einer jungen Dame.

Tut mir leid, ich kann mich an nichts erinnern.

Mr Vernau...

* Spannungsvolle Musik *

Kennen Sie diese Frau?

Und verraten Sie mir Ihren Familiennamen?

Cohen. Rachel Cohen.

Sie sind Amerikanerin.

Ostküste? Boston, New York?

Brooklyn. Hm.

Wie haben Sie mich gefunden?

In der Bibliothek der Universität in Boston.

Den Rest online.

Können Sie schneller fahren? Das ist nicht die German Autobahn.

Ich glaube, da folgt uns jemand.

* Spannungsvolle Musik *

Wir haben ihn verschreckt.

'tschuldigung. Ich konnte kein Auge zumachen.

Sie sprechen gut deutsch. Mein Vater...

Mein Stiefvater hat großen Wert darauf gelegt.

Ich ging auf eine deutsche Schule. Warum auch nicht.

Sprache der Philosophen. Kant.

Hegel. Goebbels, Hitler.

Tut mir leid, ich komme aus einer jüdischen Familie.

Als Rudi aus den USA zurückkam,

hat er den Laden von seiner Mutter übernommen.

Mitsamt ihrem Mädchennamen.

Ist geschlossen.

Amerika hat uns alle verändert. Rudi Scholl ist Jude?

Ja, deswegen haben sie zusammengehangen.

Daniel wollte konvertieren.

Vielleicht wollte er meine Mutter heiraten,

dann hätte er konvertieren müssen.

Ist heute nicht Freitag?

Sabbat.

* Orgelmusik setzt ein. *

Entschuldigung? Ja.

Wo finde ich Herrn Weissenborn?

Gehen Sie durch die Tür und die Treppe nach oben.

* Friedvolle Orgelmusik *

Schalom, Vernau.

Rudi. Schabbat, Schalom.

Das ist ja ein halbes Leben her.

Entschuldige, das ist kein guter Moment.

Hier quatscht jeder. Man hat sich eine ganze Woche nicht gesehen.

Geschäfte, Leute sterben, Kinder werden geboren.

Wie vor 2000 Jahren.

Na, was führt dich hierher?

Kannst du dich noch an Rebecca erinnern?

Becky.

Wie könnte man die vergessen?

Könnte es sein, dass Rebecca von Daniel schwanger war?

Das würde einiges erklären. Auch ihren Selbstmord?

Die Hälfte ihrer Familie wurde von den Nazis umgebracht, also...

Schwanger von einem Deutschen...

Weißt du, wo Daniel heute lebt? Er war eines Nachts im Wohnheim.

Er war völlig durch und hat mich und Mike angepumpt

für zwei Flugtickets nach Thailand.

Er hätte die Liebe seines Lebens gefunden.

Das war dann offenbar nicht unsere Rebecca.

Warum willst du das alles wissen?

Das ist Rebeccas Tochter.

Da.

Herrgott, sie sieht aus wie Ihre Mutter.

Sie sucht ihren biologischen Vater.

Was ist mit dir? Hattest du nicht auch mal was mit Becky?

Das war rein platonisch. Ah...

Würdest du ihr ein paar Fragen beantworten?

Also, wenn das hier vorbei ist. Klar.

Danke dir.

Ah, schön war das. Vielen Dank.

Rudi? Ja?

Wie hat sie sich eigentlich umgebracht?

Sie hat sich von einer Fähre ins Wasser gestürzt.

Und? Er wird alle Ihre Fragen beantworten.

Danke schön. Machen Sie's gut, Rachel.

Das war ein kurzer Besuch bei uns.

Vielleicht ein andermal. Vielleicht.

* Friedvolle Orgelmusik *

* Rudi singt ein trauriges hebräisches Lied. *

* Singt trauriges hebräisches Lied. *

(singt) # Amen. #

* Gemurmel *

Was sind Muskatnussraspeln?

Die sind alle, George.

Ah. Blöd.

Aber es geht auch so. - Oh gut, gut.

Er war so was von verknallt in das Mädchen,

das hab ich vorher und nachher nicht mehr erlebt.

Aber die Konkurrenz schlief nicht.

Haben Sie sie jemals kennengelernt? Das hätte ich gerne.

Aber die Uni war sehr teuer, trotz Stipendium.

Klar, ist eine der besten Unis Amerikas.

Es war nicht dran zu denken, dass wir mal rüberfliegen.

Das holt sie jetzt nach.

(singt) # Ich war noch niemals in New York.

Ich war noch niemals auf Hawaii. #

Oder hast du's dir anders überlegt?

Kommt darauf an, ob euch meine Markklößchensuppe schmeckt.

Ah, das weiß ich schon.

(singt) # Ich war noch niemals richtig frei. #

Ich kann's gar nicht glauben. Ich und Amerika.

Wann fliegt ihr denn? Samstag, 7.45 Uhr, ohne Umsteigen.

Wo bleibt denn der Junge?

Sie müssen es ihm heute sagen, versprochen?

* Tür geht auf und knallt zu. *

Zuerst die Suppe. - Ja.

* Ruhige Jazzmusik im Hintergrund *

Was wird das hier?

Kommt der Prophet nicht zum Berg, kommt der Berg zum Propheten.

Ah...

Mama, entschuldige, ich...

Du hast mir nie erzählt, dass du an einer Elite-Uni studiert hast.

Ich bin neidisch. Wo hast du das her?

Ich hab's mitgebracht.

War meine Sturm-und-Drang-Zeit.

Aber dann bekam ich Heimweh.

Zu Hause ist es doch am schönsten.

Blödsinn. Sein Vater ist damals gestorben.

Er machte sich Vorwürfe, dass er überhaupt gefahren ist.

Stimmt das? Fünf Monate waren perfectly fine.

Besonders für meine Aussprache. (Hüthchen) Angeber.

Achtung, heiß und fettig.

Für mich nicht, ich hab mir ...

... Frühlingsrollen mitgebracht von meinem Lieblingschinesen.

Zeig mal... Gib mal her.

Hey. Hey. Wa...

Wir schmeißen kein Essen weg.

Einige hier haben den Krieg erlebt. Du auf jeden Fall nicht.

Jetzt koste mal, was George uns gekocht hat.

Markklößchensuppe a la Vernau.

Nach einem Geheimrezept deiner Mutter.

Damit hat sie jeden Mann rumgekriegt.

(Hüthchen) Mhm, auch Ihren Papa.

Da bin ich ja gespannt.

* Opernmusik im Hintergrund *

Es gibt übrigens auch einen Grund für den Zinnober hier.

Deine Mama will dir was Wichtiges sagen. Ah ja.

Frau Vernau? Ja, genau.

Also, mein lieber Junge, es gibt natürlich einen Grund,

dass du an einem gewöhnlichen Freitagabend

deine Lieblingsspeise bekommst.

Und Ihren Lieblingsnachtisch. - Ja, ja, ja.

Es ist nämlich so...

* Handyklingeln *

Ja?

Was?

* Ernste Musik *

Ich bin in zehn Minuten da.

Ich muss noch mal los, das war eine Klientin.

Hebt mir was auf. Ich brauch noch mal den Schlüssel.

(Mutter) Ich stell was warm.

Alles ist dir wichtiger als dein Privatleben.

Das war das Mädchen von vorhin. Das ist eine erwachsene Frau.

Es könnte sein, dass sie meine Tochter ist.

Was heißt das, "es könnte sein"?

Ist egal, sie braucht meine Hilfe.

Deine Mutter traut sich nicht, dir zu sagen,

dass sie nach Amerika fliegt.

Was? Ja, George hat sie eingeladen.

Spinnt der? Er will, dass sie seine Freunde kennenlernt.

Wieso das denn? Wieso soll sie seine Freunde k...

Moment, da habe ich auch mitzureden.

Nein. Sie ist alt genug und du auch.

Darum hat er diese scheußliche Suppe gekocht.

Oder hat dir die geschmeckt? Nee, scheußlich.

Dieses ganze Affentheater. Mit dem soll ich meine Mutter teilen?

Niemals. Komm, wir müssen los.

* Düstere Musik *

Vielleicht hat sie ihr Problemchen alleine gelöst. Alt genug ist sie.

* Spannungsvolle Musik *

Rachel?

Ist das Blut?

Rudi?

Wir haben das hier von Kollegen aus Berlin bekommen.

Der Name des Opfers ist Rudolph Scholl-Weissenborn,

51 Jahre alt.

Gefunden vor neun Tagen in seinem Laden in Berlin,

offenbar von einem Schlag auf den Kopf getötet.

Das hier ist die Mordwaffe.

* Unruhige Musik *

Was schauen Sie so? Ich habe ihn nicht umgebracht.

Ich weiß. Das hier ist der Mann, den Sie auf dem Gewissen haben.

Können Sie sich erinnern, Mr Vernau?

* Spannungsvolle Musik *

Äh...

* Vernau seufzt. *

Ich mache Gebrauch vom 5. Verfassungszusatz

und möchte meinen Anwalt sprechen.

Natürlich.

Äh...

Ich nehme an, Sie wollen mit Ihrer Partnerin sprechen,

Marie-Luise Hoffmann?

Sie sind selbst Anwalt, Mr Vernau.

Erinnern Sie sich?

* Freiton *

(ächzt) Damn it.

* Handyklingeln *

Hallo? "Marie-Luise?"

Joachim, ich hab mir solche Sorgen gemacht.

Ich glaub, ich bin hier in einer Klapsmühle gelandet.

Ich bin in New York. "Ich weiß, ich hab den Flug gebucht."

Was mache ich hier?

"Du wolltest Rachel finden." Rachel?

"Okay, komm nach Hause, ja?

Vaasenburg dreht durch, weil du ausgebüxt bist."

Was ich alles veranstaltet habe, damit er Ruhe gibt.

Die sagen, ich hatte einen Autounfall.

Ja, ein Mann von der New Yorker Polizei hat angerufen.

Es gehe dir den Umständen entsprechend gut.

Was denn für ein Mann? "Ja, so ein Detective Lankster?

Der war supernett. So wie im Fernsehen."

Soll ich deine Mutter anrufen?

Soll die sich um dich kümmern?

Meine Mutter? Wieso meine Mutter?

"Die ist gerade in New York, hab ich dir doch gesagt."

Und was macht sie hier? "George gibt ein Konzert."

In einem Jazzclub in Manhattan.

Und da fährt sie einfach mit?

"Hüthchen ist Anstandswauwau." Och...

"Ich ruf sie gleich an, okay?" Nein, bloß nicht.

(leise) Ruf nicht meine Mutter an.

Erzähl mir, was in den letzten acht Tagen passiert ist.

(seufzt) Ach, okay...

Wo soll ich anfangen?

Wie wär's mit dem Anfang?

* Spannungsvolle Musik *

Das Mädchen ist auf der Suche nach seinem biologischen Vater.

Sie wollte Rudi fragen, wo sie ihn finden kann.

Sie hat kein Motiv, ihn zu töten. Warum sollte sie das tun?

Vielleicht teilte er ihr was mit, was sie in Rage brachte.

Das ist doch nicht Ihr Ernst.

Ihre Fingerabdrücke waren überall,

auch auf dem Aschenbecher, mit dem sie ihn erschlagen hat.

Die wischte sich nicht mal die Hände ab.

Ihre Fingerabdrücke fanden wir auch.

Das ist Quatsch, Thorsten. Wir fanden die Leiche gemeinsam.

Vielleicht ein Raubüberfall?

Schauen Sie sich mal um. Ist nur Ramsch hier.

Der Mann hatte nicht mal einen WLAN-Anschluss.

Wer weiß, wonach die Einbrecher suchten.

Vielleicht etwas Wertvolles, eine Erstausgabe der Bibel,

eine von Einstein persönlich signierte Formel, was weiß ich.

Wie hieß die? Der Laden ist bankrott.

Es gab eine Räumungsklage wegen ausstehender Mietzahlungen.

Der Frau wird es gegangen sein wie uns,

die stand einfach unter Schock.

Sieht so jemand aus, der unter Schock steht?

Das ist am Flughafen Tegel.

Warum lässt man sie durch? Die Fahndung ging später raus.

Da saß sie bereits im Flieger. Und jetzt?

Ich hab ein US-Fahndungsersuchen gestellt.

Viel Glück. Das kann Wochen dauern.

Vaasenburg, Rachel ist keine Mörderin. Ich beweise das.

Ich werde sie finden und bring sie her.

Sie machen überhaupt nichts.

Sie melden sich alle zwei Tage auf der Polizeidienststelle.

Bitte? Mit welcher Begründung? Wissen Sie was?

Ich kann Sie auch hierbehalten wegen Fluchtgefahr.

Dazu müssten Sie mich zum Täter oder Komplizen erklären.

Jetzt bring ihn nicht auf dumme Gedanken.

Komm.

Was läuft da zwischen euch?

"Thorsten" und Hand auf Hand.

Nichts. Und das geht dich gar nichts an.

Ist mir auch egal.

Du besorgst mir ein Ticket nach New York.

Was willst du denn da? Ich hole sie zurück.

Das ist nicht dein Ernst, oder? Das ist meine Klientin.

Ist mir da irgendwas entgangen?

Wo ist der Vertrag? Hat sie eine Anzahlung gemacht?

* Entferntes Sirenengeheul *

Vielen Dank. Der Akku ist leer, tut mir leid.

Kein Problem. Kaffee?

Danke schön.

Sollen wir auf Ihren Anwalt warten?

Nicht notwendig.

Also, Sie sind vor ... sieben Tagen in JFK gelandet.

Da haben Sie ein Taxi genommen.

Wohin?

Äh... Für welche Abteilung arbeiten Sie?

Homicide. Mordkommission.

* Dynamische Jazzmusik *

* Handysignalton *

EHEMANN UND VATER, URIEL COHEN, TOD MIT 52

Williamsburg, Driggs Terrace.

Williamsburg, Brooklyn?

Ja. No problem.

* Dynamische Jazzmusik *

* Türsummer *

* Stimmengewirr im Hintergrund *

Schalom.

Guten Tag.

Äh, störe ich? Alles gut.

Wir halten Shiva, das Totengebet.

Heute ist der fünfte Tag.

Sie sind kein Jude? Nein.

Danke.

Alle kommen eine Woche lang zusammen,

um an den Verstorbenen zu denken, Abschied zu nehmen.

Sie kannten meinen Vater?

Leider nicht. Ich komme aus einem anderen Grund, ich suche Rachel.

Vor zwei Tagen war sie in meinem Berliner Büro.

In Berlin? Und wieso?

Sie war auf der Suche nach ihrem Vater.

Sie hat einen Vater, einen, der sie großgezogen hat,

der sie versorgt hat.

Undankbares Stück.

Das ist meine Mutter, Daliah.

Und Sie sind?

Vernau. Joachim Vernau. Ich bin Anwalt aus Berlin.

Mein herzliches Beileid zum Verlust.

Rachel hier, Rachel da.

Jeden Wunsch hat er ihr von den Lippen abgelesen.

Und das hat er jetzt davon.

Er hätte sie mit ihrer Mutter verrecken lassen sollen.

Sie hat meinen Mann auf dem Gewissen.

Sie müssen entschuldigen. Sie hat das Ganze sehr mitgenommen.

Mhm.

Rachel, also Ihre Schwester, sagte,

sie hätte einen alten Brief im Nachlass ihres Vaters gefunden...

Im Nachlass gefunden?

Das hat sie gesagt? Ja.

Wir waren alle dabei, als er ihr den Brief überreicht hat.

Hat er ihr da gesagt, dass er nicht ihr biologischer Vater ist?

Er wollte reinen Tisch machen, bevor er...

Mein Vater war krank, schwerkrank.

Rachel ist ausgerastet, hat ihn angeschrien,

ihn und meine Mutter als Lügner beschimpft.

In der Nacht hatte er den dritten Infarkt. Den letzten.

Verstehe. Wo wohnt sie?

Wo arbeitet sie?

Gelegenheitsjobs. Sie hält's nirgendwo aus.

Irgendwas ist immer. Der Boss macht sie an, zu wenig Geld.

Kommen Sie mit.

* Düstere Musik *

Das hier ist Rachels Zimmer.

Ist das nicht ungewöhnlich, dass sie immer noch zu Hause wohnt?

Sie ist noch unverheiratet. Ja, und?

Sie haben keine Ahnung, wie das hier läuft.

Sie war im Militärdienst in Israel? Mein Vater hat darauf bestanden.

Ich gehe auch in zwei Monaten.

Das ist Rachels leibliche Mutter, Rebecca.

Sie hat sich das Leben genommen.

Und Ihr Vater hat dann noch mal geheiratet, Daliah, Ihre Mutter?

Ja.

Für mich ist Rachel nach wie vor meine Schwester.

Auch wenn sie es jetzt vielleicht anders sieht.

Keine Ahnung, wo sie sein könnte?

Versuchen Sie's mal im Cafe Volna in Coney Island.

Sie arbeitet da gelegentlich.

Aber seien Sie vorsichtig.

Sie hat die Waffe meines Vaters mitgenommen.

* Ruhige Musik *

(Mann schimpft) I wanted twelve boxes. Not six.

* Ruhige Musik *

* Stimmengewirr *

* Flotte Musik im Lokal *

Here we go.

You want another one? Okay.

'tschuldigung?

Was machen Sie hier? Sind die Blinis zu empfehlen?

Ich hole sie ab. Ich habe mit dem Toten in Berlin nichts zu tun.

Reine Formsache. Wir gehen zur Dienststelle.

Sie legen eine Erklärung ab.

Sie haben mir die Scheiße eingebrockt.

Was ist passiert, Rachel? Rachel.

Is everything okay?

I'm fine. I...

I'll take a break.

Er hat sich mit mir in seinem Laden verabredet.

Die Tür war offen. Er lag da, voller Blut.

Warum haben Sie nicht auf mich gewartet? Ich hatte Angst.

Haben Sie jemanden gesehen, als Sie ankamen?

Was ist mit dem Typen, der uns gefolgt ist?

Im weißen BMW, er war am Flughafen.

Wie sah er aus? Weiß nicht, alt.

Wie alt? Wie Sie.

Braun gebrannt, ein Typ aus Florida, kurze Haare.

Wusste ihr Freund in der Synagoge, wo Daniel ist?

Daniel verließ Ihre Mutter wegen einer anderen. Was?

Mike borgte ihm Geld für Tickets nach Thailand.

Vielleicht weiß der was, Mike. Keine Ahnung, wo er steckt.

Er ist noch in Boston. Wir brauchen nur einen Wagen.

Wir müssen einen Mordverdacht aus der Welt schaffen.

Sie müssen zurück nach Deutschland kommen.

Ich glaub's nicht, das ist der Typ.

Lassen Sie mich mit ihm reden. Ich...

Hey.

Hey. Hey.

Warum folgst du mir? Sorry?

Du hast Fotos gemacht von uns. Bullshit.

Zeig mal. Sind Sie verrückt?

Woa. Woa, woa, woa...

Steck die Waffe weg. Fass mich nicht an.

Ihr steckt alle unter einer Decke.

Äh... Entschuldigung.

Sie ist... Sie ist ein bisschen...

Ihr Vater ist grad gestorben.

Woran ist er gestorben? Schuss in den Kopf?

Ja. Genau.

* Ernste Musik *

Äh, 'tschuldigung?

Wo bekomme ich hier einen Mietwagen her?

Mietwagen? I don't know.

Ja.

(flüstert) Feierabend.

Okay, ich ruf Sie zurück, okay?

Ja, vielen Dank. Wiederhören.

Gibt's was Neues? Ich hab den weißen BMW überprüfen lassen.

Mietwagen.

Aber den Fahrer, der den gemietet hat, gibt's nicht.

Wie hat er bezahlt? Kreditkarte.

Dann haben wir ihn doch. Amerikanische Kreditkarte.

Die Staatsanwaltschaft hat bei der Bank in New York angefragt.

Vernau hat sich nicht auf der Dienststelle gemeldet.

Ich weiß, du, wir haben hier so viel zu tun...

Wo ist er? Klientenbesuch?

Wenn er bis morgen nicht kommt,

schick ich ein SEK-Team und lass ihn abholen.

Okay, ich sag's ihm, versprochen.

Was ist eigentlich mit Daniel Schöbendorf?

Kein Wunder, dass du über den nichts gefunden hast.

Ab 1990 hat er auf seinen Titel verzichtet.

Von Schöbendorf? Warum macht man so was?

Adel verpflichtet.

(lacht) Vielleicht haben sie ihn in der Schule gehänselt.

Das ist ein Grund, sich zum Vollwaisen zu erklären?

Wieso ein Vollwaise? Die Mutter lebt in Potsdam.

* Spannungsvolle Musik *

Musst du nicht nach Hause?

Was ist eigentlich los? Wir wollten beide...

Trink doch die Flasche Wein heute mit deiner Frau.

Ich muss noch mal weg.

Ich hab Zeit.

* Ernste Musik *

(Frau) "Ja, bitte?"

Frau von Schöbendorf? "Ja?"

Marie-Luise Hoffmann, ich bin Rechtsanwältin.

Ich würde gerne mit Ihnen über Ihren Sohn sprechen, Daniel.

* Kirchenglocken schlagen. *

* Dynamische Musik *

* Gefühlvolle Musik *

* Dynamische Musik *

* Ruhige Musik *

Excuse me, Sir?

Can I help you?

* Ruhige Musik *

Wie finde ich raus, wo ein ehemaliger Student lebt?

Zum Beispiel? Mike Collins.

Das ist einfach.

* Ruhige Musik *

(Mann) Wofür brauchen wir überhaupt das Gesetz, hm?

Nun, früher, und wenn ich "früher" sage,

dann meine ich vor Zehntausenden Jahren,

war natürlich alles sehr viel einfacher.

Wenn Leute ein Problem miteinander hatten,

wenn zum Beispiel einer in der Höhle näher am Feuer liegen wollte

oder der Frau eines Mitbewohners unter den...

unters Fell gegriffen hat,

dann wurde der Konflikt in der Regel relativ zeitnah ausgetragen.

Manchmal mit den Fäusten

und manchmal hat man einfach seinem Gegenüber

so lange einen Stein auf den Schädel gehauen, bis das Problem gelöst war.

Und hey, vor nur etwas mehr als 100 Jahren

haben wir im Duell mit Pistolen entschieden,

wer das Mädchen kriegt und wer nicht.

Wie sieht's heute aus? Eigentlich hat sich nichts geändert.

Wir machen es nur sehr viel aufwendiger,

mit Panzern, Marschflugkörpern,

aber das Prinzip ist immer das Gleiche.

Der eine gewinnt ...

... der andere verliert.

Die zentrale Frage ist doch:

(beide) Gewinnt der, der recht hat oder ...

... einfach nur der Stärkere?

Und genau da kommt ihr ins Spiel. Deswegen seid ihr hier.

Und ... darüber wollte ich mit euch heute reden.

Die entscheidende Frage ist: Was ist gut, schlecht, richtig, falsch?

Um mehr oder weniger geht's nicht. Mike?

Schönes Wochenende.

Ich kann nicht glauben, dass du diesen uralten Essay verwendest.

Warum nicht? Er wurde von einem brillanten Jurastudenten verfasst.

Ich habe mich oft gefragt, was aus ihm geworden ist.

Ein Anwalt. Was auch sonst.

Ich hätte schwören können, dass ich dich als Surflehrer wiedertreffe.

Also, was führt dich hierher? Nostalgie-Tourismus?

Leider nicht. Erinnerst du dich noch an Becky?

Rebecca? Ja klar. Wusstest du, dass sie eine Tochter hat?

Wer, Becky? Ja, Rachel, sie ist 29.

Sie hat erfahren, dass ihr Vater nicht ihr richtiger Vater ist.

Ich dachte, sie hat Kontakt zu dir aufgenommen.

Mir? Nein. Warum sollte sie? Sie sucht nach Daniel.

Rudi hat erzählt, dass Daniel

vor seinem Verschwinden bei euch aufgetaucht ist.

Er wollte sich Geld leihen. 2000 Dollar für zwei Flugtickets.

Das hab ich alles damals der Polizei erzählt. Wieso der Polizei?

Seine Mutter hatte eine Vermisstenanzeige aufgegeben.

Seine Mutter? Ich denke, er ist Vollwaise?

Das dachten wir alle, aber...

Egal. Dieses Mädchen, die damals mit ihm abgehauen ist, wer war das?

Carrie Fisher.

Carrie? Mhm.

Carrie, die beste Freundin von Rebecca? Ja.

Wo lebt die heute? Ganz nah, etwas außerhalb.

Sie ist Accountant an der University.

Wie lang bist du noch da? Komm doch mal vorbei.

Ich hab immer noch dasselbe Haus. Und dasselbe Boot.

Werde ich machen, wenn ich alles geklärt habe.

Machst du uns zwei deiner Wahl?

Bist du immer noch sauer auf mich?

Das ist lange her, Mike.

Du hättest hierbleiben sollen.

Ich musste damals zurück, meinem Vater ging's nicht so gut.

Das war nicht der Grund.

Das weißt du genau.

Mach's gut, Mike.

(Mann) "Meine Mandanten haben nichts anderes gemacht,

als ihre Pflicht als Soldaten erfüllt.

Den Schwur, den sie auf Deutschland

und Vaterland geleistet haben, eingelöst.

Wir dürfen sie nicht nach den Werten,

die heute unser Recht beherrschen, verurteilen."

Das ist mein Mann. - "Ja, die Opfer in Auschwitz haben gelitten.

Aber es ist nicht zu leugnen, dass auch der einfache Soldat,

der in einem Konzentrationslager seinen Dienst verrichtete,

zu leiden hatte.

Er musste damit rechnen,

als Befehlsverweigerer erschossen zu werden."

Mein Mann war 1965 Anwalt bei den Auschwitz-Prozessen in Frankfurt.

Daniels letzte Karte aus Boston.

Darf ich? Bitte.

"September '90.

Mutsch. Ich bin überglücklich, es gibt großartige Neuigkeiten.

Ich komme nach Hause, aber nicht allein.

Lass dich überraschen. Daniel."

Klingt so ein Mann, der seine Braut sitzen lässt

und nach Thailand verschwindet?

Ich weiß, warum Daniel das "Von" in seinem Nachnamen gestrichen hat.

Sein Vater war der Anwalt Harald von Schöbendorf.

Von Schöbendorf? Das sagt mir was.

Daniels Vater hat alte Nazi-Größen vor dem Gefängnis bewahrt.

Jetzt verliebt sich sein Sohn in eine Jüdin und will konvertieren.

Ist schon ein Grund, mit den Eltern zu brechen.

Sie glaubt, dass er ermordet wurde. "Warum?"

Sein letztes Lebenszeichen kam aus Thailand.

Sag nicht, aus Bangkok? Genau.

Sie denkt, man wollte vortäuschen, dass er sich absetzte.

Deswegen die Vermisstenanzeige.

Ja, 1991.

Und das Mädchen, mit dem er durchbrannte, heißt Carrie Fisher.

Interessant, ich bin auf dem Weg zu ihr.

Sag mal, wer bezahlt denn das alles? Ich.

"Die Kleine hat's dir echt angetan."

Das ist rein professionell.

"Rachel spielt mit dir.

Die von Schöbendorf hat ihr Carrie Fishers Adresse gegeben."

(leise) Scheiße.

* Ruhige ernste Musik *

* Dramatische Musik *

* Spannungsvolle Musik *

Fahren Sie los.

Mann, bist du wahnsinnig?

Ich hab keine Zeit, Sie glauben mir sowieso nicht.

Das kannst du dem Polizisten da erzählen.

Ah.

Oh.

Ich weiß, was Sie jetzt denken.

Ich hab die Sirenen schon gehört, als ich ins Haus ging.

Jemand will mir diese Morde anhängen.

Du hast nicht gesagt, dass du bei Daniels Mutter warst, in Potsdam.

Vielleicht hat sie ja recht und ihr Sohn ist tot,

und ich soll das nicht herausfinden.

Und deshalb muss jeder sterben, der dir hilft.

Sie sind noch am Leben.

* Er schnauft. *

Fahren Sie da vorne rechts raus.

Rufen Sie nicht die Polizei. Bitte.

(TV) "New Haven Police Chief Robert Avery said in a press interview

just minutes ago, that the police got a 911 distress call at 6 p.m.

Not from the victim but from a concerned neighbor

who was walking his dog

when he heard a woman screaming inside the house

followed by two gun shots.

The first responders found a female body inside the house,

shot and killed by a forty five caliber weapon

just minutes before their arrival.

The victim is 49 year old Carrie Fisher.

She worked as a tax consultant for Boston University for over 25 years.

The perpetrator entered the house with the victim's consent.

Currently..."

Warum nimmst du das alles auf dich?

Das verstehen Sie nicht.

Mal angenommen, du findest deinen Vater tatsächlich.

Er steht da plötzlich vor dir. Was ist dann?

Was ist dann?

Weiß nicht.

* Ruhige Musik *

Vielleicht ... werde ich ihm einfach nur sagen, dass...

...dass du ihm verzeihst?

Als ich Sie gefragt habe,

ob Sie mein Vater sind, da ...

... haben Sie gezögert.

Habe ich nicht.

Sie haben mit meiner Mutter geschlafen, oder?

* Er seufzt. *

Ich finde, Sie und ich ...

... wir haben viel gemeinsam.

Den Brief, den dein Stiefvater dir gegeben hat,

hab ich geschrieben, ich hab das Gedicht geschickt.

Aber dann sind Sie vielleicht... Nein, nein.

* Er verneint. * Ich bin nicht dein Vater.

Warum sind Sie da so sicher?

* Ruhige Musik *

* Donnergrollen *

* Ruhige Musik *

* Unruhige Musik *

Pack deine Sachen, wir müssen los.

* Unruhige Musik *

Woher hattest du die Adresse von Daniels Mutter?

Von Mike Collins. Er war der Erste, den ich besucht habe.

Das hat er nicht erwähnt.

Ich dachte, Sie waren Freunde?

Bei uns an der Fakultät lief es so:

Jeder Freshman musste ein paar Rituale durchlaufen.

Er musste Mutproben bestehen, Tests usw.,

um in den inneren Kreis aufgenommen zu werden.

Meist waren das alberne Aufgaben, aber dann sagte Mike zu mir,

ich solle den Kontakt zu deiner Mutter abbrechen.

"Die passt nicht zu uns. Die passt nicht in unsere Fakultät."

Ich hab's natürlich nicht gemacht, ich hielt das für einen Witz.

Bis ich auf der Shit-Liste landete. Was ist dann passiert?

Ich wurde aus dem Bett gezerrt, verprügelt

und in den Spind gesperrt.

Und die anderen, Rudi, Daniel, haben die nicht geholfen?

Die haben mitgemacht.

Sie müssen meine Mutter sehr geliebt haben.

Sagen wir, es war das erste Mal,

dass ich lernen musste, dass man nicht alles haben kann.

Egal wie sehr man sich's wünscht.

Warum lachst du?

Jetzt ... haben Sie mir doch was über sich erzählt.

Was zum Teufel...

* Aufregende Musik *

Das ist der Typ. Sie wollten mir nicht glauben.

* Aufregende Musik *

Wo ist das Magazin?

Mann, wo ist das Magazin?

* Dramatischer Klang *

* Hohes Fiepen, Ventilatorsirren *

* Lautlos *

Bei dem Fahrer des SUV, dem Toten, handelt es sich um Henry Baxter.

A real tough guy. Er hat sein halbes Leben im Gefängnis verbracht.

Ich nehme an, das Ganze war ein Fall von Road Rage?

Road Rage. Das ist interessant.

Ich weiß jetzt, woher ich den kenne.

Der hat mich schon in Brooklyn beschattet.

Das ist wirklich interessant.

Haben Sie Zeugen dafür?

Rachel Cohen.

Rachel Cohen. Die wird wegen Mordes an Carrie Fisher gesucht.

Das FBI kümmert sich darum.

Sie war nicht im Auto? Nein. Sie hatte offenbar mehr Glück.

Äh, lebt sie? Wo ist sie jetzt?

Ich habe Ihnen was mitgebracht. Ihre Kleidung ist ja noch im Labor.

Ich hoffe, es passt.

Danke schön. Ich dachte, ich werde verhaftet.

Nein, ihr Freund hat alle Ihre Angaben bestätigt.

Sieht so aus, als ob er kein großes Aufsehen gebrauchen kann.

Welcher Freund? Mike Collins?

Mike? A real big shot.

Der zukünftige Präsident unserer Universität in Boston.

Das wussten Sie nicht? Was? Nein.

Haben Sie Freunde hier in der Stadt, wo Sie unterkommen können?

Ich darf die Stadt nicht verlassen.

Ja, ich denke schon.

Könnten Sie mir dabei helfen, rauszukriegen,

wo heute in New York ein George Withers auftritt?

Der berühmte Jazzmusiker?

Sagen Sie bloß, Sie kennen den? Selbstverständlich.

* Schwungvolle Jazzmusik *

Here it is.

Sind Sie sicher? Da soll Jazz drin sein?

Ja. Wenn Jazz deine Religion ist, ist der Laden dein Tempel.

That'll be 48 Dollars.

* Schwungvolle Jazzmusik *

Hallo.

Ich hätte gerne einen...

Oh.

Und da ist Mama.

Joachim?

Um Himmels willen, was machst du denn in New York?

Und wie siehst du denn aus? Ich wollte Musik hören.

Gar nicht schlecht. Ist jeden Abend so toll hier.

Möchten Sie was trinken? Hier ist alles umsonst.

* Jubel, Applaus *

Ich nehme einen Manhattan.

Hey, Leute, wie ihr alle wisst,

im Jazz geht es nicht nur darum, Melodien zu spielen.

Es geht vor allem ums Timing, die Musiker, mit denen du spielst,

die Atmosphäre, deine Haltung, alles muss zusammenkommen.

Heute Abend hier bei euch zu sein, ist für mich der perfekte Moment.

Soll ich sagen, warum?

Da unten sitzt eine Frau, auf die habe ich 60 Jahre gewartet.

Sie ist der Grund, warum das heute Abend der perfekte Abend ist.

* Ruhige Jazzmusik *

(singt) # My funny Valentine.

Sweet comic Valentine.

You make me smile with my heart. #

Er hat mir gestern einen Antrag gemacht. Und?

Ich wollte es dir die ganze Zeit sagen, aber ich traute mich nicht.

Das ist mein Fehler, Mama.

Ich habe eure Beziehung nicht richtig eingeschätzt.

* Lied: "My Funny Valentine" *

Als dein Vater starb, habe ich ihm versprochen...

Mama. Papa wäre überglücklich, dich so zu sehen.

Meinst du wirklich? Ja.

Das geht die ganze Woche so.

Ich weiß nicht, wo der die Energie hernimmt.

Was haben Sie denn da oben gemacht? Da.

Mir ist ein Koffer im Flugzeug auf den Kopf gefallen.

Man kann dich nicht alleine lassen.

Doch, Mama, das kannst du.

* Musik ebbt ab. *

* Vernau stöhnt. *

Oh. Ach, guten Morgen.

Jaja... Ich dachte schon, ich muss alleine frühstücken.

Wo sind denn die anderen?

Die schlafen noch. Wissen Sie, wie das Ding hier funktioniert?

Was hätten Sie denn gerne, hm?

Einen Latte,

Cappuccino, Americano?

Einen Kaffee bitte, wenn's recht ist.

Kaffee.

Läuft.

Das hat jemand für Sie abgegeben, da.

Danke.

Alles ganz schön heftig, nicht?

Sie ist alt genug. Ich meine eigentlich mehr uns beide.

Was machen wir, wenn sie hierbleibt?

Wir fahren nach Hause. Was sonst?

Na Sie haben ja gut reden.

Sie haben Ihren Beruf und Marie-Luise... Frau Huth.

Sie wissen, Sie sind jederzeit bei uns willkommen.

Sie können mich doch gar nicht richtig leiden.

Ohne Ihre Mutter bin ich sowieso nur ...

... die Hälfte von irgendwas.

* Schnelles Piepsen *

* Er schnüffelt. * Wieso riecht's hier so komisch?

* Sie erschrickt. * Oh Gott. Der Toast. Der Toast.

Oh.

Oh, Frühstück fertig?

* Alarmton *

* Handyklingeln *

(George) Lass mich mal machen.

Wo ist denn der verdammte Alarmknopf hier?

Ja? "Joachim, sorry, bist du noch da?

Sag mal, wieso lassen die dich gehen?

Wenn Rachel zwei Menschen auf dem Gewissen hat, hängst du mit drin."

Ich weiß. Das muss irgendwas mit Mike Collins zu tun haben.

Der scheint eine einflussreiche Person zu sein.

Super, dann rufst du den an wegen deinem Pass

und kommst nach Hause, okay?

Hast du was rausgekriegt über Rebeccas Selbstmord?

"Ihr Ehemann, Uriel Cohen, hat sie am 27.04.91 als vermisst gemeldet,

aber die wurde erst sechs Monate später für tot erklärt."

Ist sie nicht ertrunken? "Sie wurde nie gefunden."

Das letzte Mal gesehen hat man sie, als sie aus dem Krankenhaus kam.

Sie ist zum Hafen gegangen und hat ein Ticket für die Fähre gekauft.

"Seitdem ist sie vom Erdboden verschwunden.

Lange getrauert hat unser Witwer nicht, ein Jahr später

war er wieder verheiratet mit einer gewissen ... Daliah Singer."

Und Rachel hatte eine Mutter.

"Und sieben Jahre später einen Bruder, Joel."

Und der weiße BMW, hast du was über den Fahrer rausbekommen?

"Nee, Vaasenburg ist dran." Vaasenburg ist dran.

Wie lange kann denn das dauern?

"Hey, gleich. Ich tue, was ich kann, okay?"

Entschuldige, bei uns geht's drunter und drüber.

Kann ich mir vorstellen.

Meine Mutter möchte hierbleiben,

Hüthchen dreht am Rad,

und der Feueralarm ist auch noch losgegangen.

Ich hab Hüthchen vorgeschlagen, sie kann bei uns wohnen.

Nee, das kannst du nicht machen.

"Das kannst du nicht machen. Du..." Was ist das da bei dir?

Oh, weißt du, wer grad anruft?

"Du gehst nicht ran, okay?

Ich hab keine Lust, dass du auf dem elektrischen Stuhl landest."

Den gibt's nicht mehr, nicht in New York.

Ich melde mich wieder.

"Ich bin's." Wie geht's dir? Bist du verletzt?

Ich bin okay.

Tut mir leid, dass ich abgehauen bin. Ich dachte, Sie wären tot.

"Es war knapp. Hör zu, das FBI hat sich eingeschaltet.

Du musst zur Polizei gehen.

Ich kann dir sonst nicht helfen." Können Sie mich abholen?

Nein, kann ich nicht. Ich stehe selbst mit einem Bein im Knast.

Hören Sie, ich weiß, wo die Hebamme meiner Mutter ist.

Daliah hat's mir erzählt.

"Bitte, ich brauch Ihre Hilfe."

* Dynamische Musik *

* Dynamische jazzige Musik *

* Dynamische jazzige Musik *

* Spannungsvolle Musik *

* Ruhige Musik *

Bitte, kommen Sie.

Frau Gutmann? - Ja.

Sie haben Besuch, aus Deutschland. - Oh. Mhm.

Mein Name ist Vernau, ich komme aus Berlin.

Ich würde Ihnen gern ein paar Fragen stellen. Ja.

Vor ungefähr 30 Jahren waren Sie Hebamme.

Ja. Und wo?

Auf der Mutter-Kind-Station. Im Jericho Medical Center.

Erinnern Sie sich an eine junge Frau namens Rebecca?

Meine Liebe, ich bin 94 Jahre alt.

Rebecca wurde im achten Monat der Schwangerschaft eingeliefert,

es ging ihr nicht so gut.

Sie hatte brünettes Haar, leicht gewellt.

Vielleicht können Sie sich an ihren Mann erinnern, Uriel Cohen?

Mein Gott, das arme Mädchen, ja.

Sie hatte Fieber und stammelte immer nur von dem anderen.

Während ihr Ehemann am Bett saß.

Sie wollte das Kind nicht bekommen,

hat auf ihn gewartet, ihren Liebsten.

Zuerst wusste ich nicht, wovon sie redete,

man redet ja viel im Fieber, nicht wahr?

Manchmal, wenn es zu arg wurde, da schickte er mich weg.

Der Ehemann? Ja.

Der arme Mann hat sehr gelitten.

Aber dann, nach ein paar Wochen, ging's ihr wieder besser.

Das Fieber war weg, sie war wie ausgewechselt.

Das Kind strampelte im Bauch.

Sie hatte alles vergessen, ihre Fieberträume, alles.

Sie hat Besuch bekommen, fast jeden Tag.

Die Leute brachten Blumen und Süßigkeiten.

(freudig) Sie hat gelacht.

Oh ja, sie hat sich sogar ...

... einen Namen für ihr Kind ausgesucht.

Rachel? Rachel, ja.

Ach, sie war ja selber noch ein Kind.

Am nächsten Morgen ...

... war dann alles anders.

Als ich meinen Dienst antrat und sie da liegen sah,

dachte ich, sie sei tot.

Und das war nur ein paar Tage vor ihrer Niederkunft.

Ich sagte: "Mädchen, was ist denn los?"

Sie sagte kein Wort mehr.

Nicht mal bei der Geburt, sie hat nicht geschrien, nichts.

Sie wollte das Kind nicht mal sehen, es nicht in die Arme nehmen.

Ich hab's dann in die Krippe gelegt und ganz dicht bei ihr,

damit sie seinen Atem hört.

Aber es wurde immer schlimmer.

Und dann, am zweiten oder dritten Tag,

hat sie ihre Sachen gepackt und ist gegangen.

* Ruhige Musik *

Einfach so.

Ihr Kind hat sie in der Krippe zurückgelassen.

Ich habe sie gehen lassen.

Später las ich in der Zeitung,

dass sie ins Wasser gegangen ist.

Ich frage mich,

was aus dem kleinen Mädchen geworden ist.

Es geht ihr gut.

Rachel?

* Herzliches Lachen *

Oh, wie schön du geworden bist.

Du musst deiner Mutter verzeihen, sie war selber noch ein Kind.

Ja, ich weiß.

Wollen Sie was essen? Das ist wie ein Hotel hier.

Ich weiß nicht, womit ich das verdient habe.

Ach, Frau Gutmann,

Sie haben es verdient.

Aber es ist schön hier, das stimmt.

Schöner Ausblick. Ja.

Tolle Blumen. Ich bekomme jede Woche einen neuen Strauß.

Alle hier sind ganz neidisch drauf.

* Ernste Musik *

* Sie räuspert sich. *

Uriel hat ihr bestimmt erzählt, dass ...

... Carrie mit ihrem Daniel abgehauen ist.

Das sind alles nur Spekulationen.

Das hat sie umgebracht.

* Gespräche im Nebenzimmer *

Entschuldigung?

Wer bezahlt das eigentlich alles hier für meine Großmutter?

Ich würde mich gerne an den Kosten beteiligen.

Ich kann gerne nachschauen, wenn Sie wollen.

Ah, "Wagner & Wagner".

Das ist eine Rechtsanwaltskanzlei in Manhattan.

Ich kann Ihnen die Bankverbindung notieren.

Nein, danke, das ist nicht notwendig.

* Sirenengeheul *

Leave me alone!

Au. Let go!

Die Tasche... You're hurting me. Au!

Lassen Sie das Mädchen los. Step back.

Ich bin ihr Anwalt, das ist in Ordnung.

Seien Sie kein Idiot, Lankster. Sie ist die Falsche.

Halten Sie sich raus. Ist ja gut.

Look at this.

* Dynamische Jazzmusik *

Wir fahren nach Midtown 767, 40th Street. Okay.

Guten Tag.

Ich würde gerne mit Mr Wagner sprechen.

Haben Sie einen Termin?

Ah. Kommen Sie.

Nehmen Sie Platz.

Kann ich was anbieten? Wasser, Kaffee?

Wasser wäre gut.

Sir, woher haben Sie diese Karte?

Becky?

Den Namen habe ich lange nicht mehr gehört.

Aber warte, warte, warte, warte... Ich bin...

Damit habe ich nicht gerechnet. Dich...

Woher hast du die? Von deiner Hebamme.

Du zahlst ihr den Aufenthalt und schickst ihr Blumen jede Woche.

Ja, sie ist die einzige Familie, die ich noch habe.

Deshalb bin ich hier.

Es geht um deine Tochter.

Meine To...

Was ist mit ihr?

Vor einer Woche ist ihr Stiefvater gestorben und...

Uriel? Mhm.

Einen Tag, bevor er starb, hat er ihr eröffnet,

dass er nicht ihr richtiger Vater ist.

Jetzt sucht sie ihren biologischen Vater.

Was hast du damit zu tun? Ist eine lange Geschichte.

Lass uns rausgehen. Komm.

* Dynamische Jazzmusik überlagert Dialog *

Es gab damals im Krankenhaus einen Moment, da hat sich alles verändert.

Ich wollte nur noch Mutter sein, da sein für das Kleine in meinem Bauch.

Und plötzlich war mir alles egal.

Die Erwartungen an mich,

die Schande, die ich gebracht hatte, und dann noch mit einem Deutschen.

Ich wollte einfach nur noch weg.

Mit Daniel.

Ja, und dann kam Uriel, erzählte mir von Daniel und Carrie.

Und plötzlich war alles anders.

Du warst doch selber noch ein halbes Kind damals.

Du hättest Hilfe gebrauchen können. Ich hatte Hilfe.

Uriel war da, Tag und Nacht, aber ich...

Ich habe ihn einfach nicht geliebt.

Also ist Daniel Rachels Vater.

Was spielt das für eine Rolle?

Ist doch vollkommen egal. Nicht für deine Tochter.

Rachel glaubt fest, dass du ertrunken und tot bist.

Sie hat ein Recht von dir zu erfahren.

Was willst du von mir? Rachel ist entwurzelt, sie ist...

Sie weiß nicht, wo sie hingehört.

Sie braucht deine Hilfe.

Sie ist erwachsen, sie braucht nicht meine Hilfe.

Und wenn deine Entscheidung unter falschen Voraussetzungen fiel?

Nimm an, das stimmt alles nicht, Carrie, Daniel,

und er hat das Land nie verlassen.

Vom wem hatte Uriel die Geschichte damals?

* Ernste Musik *

* Spannungsvolle Musik *

* Musik ebbt ab. *

Entschuldige, dass ich hier so unangemeldet reinplatze.

Super Timing. Spring cleaning in New Haven.

Kannst gleich mit anpacken.

Ich habe eine Krankenschwester getroffen,

die im Jericho Medical Center gearbeitet hat.

Sie war Rebeccas Hebamme vor 30 Jahren.

Sie hat mir erzählt, Uriel habe Rebecca damals gesagt,

dass der Vater ihres Kindes mit ihrer Freundin durchgebrannt sei.

Das Verrückte an der Geschichte ist, sie ist frei erfunden.

Hast du dir das ausgedacht?

Warum?

Komm mal mit.

* Ruhige spannungsvolle Musik *

Machst du die Leinen los?

Daniel kam damals hierher, um sich Geld zu leihen.

Wir waren unten und feierten.

Rudi hatte diese Carrie dabei,

die die ganze Zeit nur stoned war.

Es war ihre Idee.

Was war ihre Idee? Kopf oder Zahl.

Alles oder nichts.

Ihr habt um Daniels Ticket gezockt, und er hat verloren?

Ja. Du kanntest ihn ja.

Er war ein schlechter Verlierer.

Er ist auf mich losgegangen.

Hast du ihn umgebracht? Nein.

Es gab ein Handgemenge. Es war ein Unfall.

Was habt ihr mit Daniels Körper gemacht?

Der liegt hier, irgendwo auf dem Grund der Bay.

Und die anderen?

Die haben einfach so mitgemacht? Carrie, Rudi?

Und die Thailand-Story?

Nein, ich habe ihnen Geld gezahlt. Viel Geld.

Dafür, dass sie bei der Version bleiben.

Carrie habe ich Arbeit an der Universität verschafft,

und Rudi hat praktisch all die Jahre von mir gelebt.

Was ist schiefgegangen? Das Übliche.

Als sie hörten, dass ich Präsident der Boston University werden sollte,

da ... wurden sie gierig.

Und dann hast du einen Killer auf sie geschickt?

Nein, er sollte Rudi nur Angst einjagen, aber ...

... auf einmal muss dieses Mädchen aufgetaucht sein oder...

Ich dachte, ich hätte das alles schon hinter mir.

Wenn das stimmt, hättest du vielleicht

mit Notwehr davonkommen können.

Aber die Einzigen, die das bezeugen könnten, sind jetzt tot. Stimmt.

Aber es sind auch die Einzigen, die wussten, dass Daniel hier war.

Warum bist du da so sicher?

Rebecca hätte es wissen können. Rebecca? Ja, vielleicht.

Aber die ist ja nun auch leider lange tot.

Das habe ich auch gedacht, aber es stimmt nicht. Becky lebt.

Sie hat einen anderen Namen, hat wieder geheiratet.

Nicht schlecht.

Ja, du hättest hier wirklich Riesenkarriere gemacht.

Du glaubst mir nicht.

Becky lebt.

Sie ist Anwältin. Partnerin bei "Wagner & Wagner".

Mike, du kannst nicht wollen, dass Rachel in den Knast geht

für zwei Morde, die du auf dem Konto hast.

Nein. Natürlich nicht.

Aber hey, so ist das Spiel.

Man muss wissen, wann man verloren hat.

Aber das weiß man erst, wenn es vorbei ist.

* Dramatische Musik *

* Aufregende Musik *

Mike! Mike!

Mike! Mike!

* Spannungsvolle Musik *

Mike.

* Ächzen. *

Mike.

* Spannungsvolle Musik *

* Ruhige Musik *

Mike!

* Ruhige Musik *

* Ernste Musik *

(Rebecca) Ein paar Jahre nach meinem Verschwinden,

da bin ich nach Brooklyn gefahren.

Ich wollte sie sehen, ich hatte Sehnsucht.

Und als ich vor Uriels Haus stand, es war Jom Kippur, waren alle da.

Auch meine kleine Rachel.

In ihrem Sonntagskleidchen.

Glücklich sah sie aus.

Was für ein vollkommenes Bild das war, diese Familie.

Ja, dann bin ich wieder gegangen.

Er hat sie sehr geliebt

und er hat alles für sie getan.

Genauso wie für dich.

Aber eine Frage hätte ich noch.

Bin ich der Va...

Nein.

Ganz sicher?

* Vernau lacht leicht. *

Musst du wirklich zurück?

Hab noch ein bisschen was zu erledigen in Berlin.

Joachim?

Du bist ein guter Anwalt, ich könnte einiges hier für dich tun.

Ich werd's mir überlegen.

Aber ich glaube,

du wirst keine Zeit dazu haben.

* Ruhige Klaviermusik *

Ich weiß nicht, wie das geht, Mutter sein.

Hör ihr einfach zu.

Herzlichen Glückwunsch. Mutter und Tochter nach 25 Jahren vereint.

Danke. Sie können stolz auf sich sein.

Haben Sie Michaels Leiche gefunden?

Nein.

Stehe ich jetzt unter Mordverdacht?

Sie sind kein Mörder.

Michael Collins hat Henry Baxter 250.000 Dollar gegeben,

dass er das aus der Welt schafft.

Und seit wann wussten Sie davon?

Der ist von Ihnen?

Und ich denke, der Koffer auch.

Soll ich Sie noch ein Stück mitnehmen?

Nein, danke. Ich laufe lieber.

* Ruhige Jazzmusik *

* Ruhige dynamische Jazzmusik *

(Hüthchen) Und jeder, der rein will, der muss durch diese Brücke fahren.

Die einen fahren hier oben lang, die anderen unten.

Und wenn du in Manhattan reinkommst, ja, dann ist das so hell.

So grell, weil sich die Sonne spiegelt

in den Fenstern von dem Hochhaus, ja?

Und heiß ist es. Man kann Spiegeleier auf dem Trottoir braten.

Wolltest du mich nicht am Flughafen abholen?

Hast du keine Nachricht bekommen? Nein.

Auto ist kaputt. Warum?

Hab ich dir getextet. Hände waschen, wir essen.

Ihr duzt euch. Halleluja. Wir verstehen uns super.

Du musst dir die Fotos angucken, die die beiden gemacht haben.

Es ist, als hätte sich nichts verändert.

Was soll sich verändert haben?

Leg doch mal die Bildchen weg, immer dieser alte Kram.

Nichts ist aufregender als das Leben selbst.

Oder? Kommt George nicht?

Der ist in New York geblieben. Ich brauche ein bisschen Zeit.

Du musst mir mal zeigen, wie man diese Suppe macht.

Jederzeit, es ist einfacher, als man glaubt.

Man braucht nur ein bisschen Feingefühl.

Na, wie war deine Arbeit?

Hast du alles erledigt in New York?

Ich denke schon. Sehr gut.

Erinnere mich bitte, dass ich morgen Muskatnuss kaufe.

(Hüthchen) Steht auf dem Zettel.

* Handysignalton *

Deine Textnachricht. Siehste.

* Lied: "New York, New York" von Frank Sinatra *

Untertitel im Auftrag des ZDF, 2019

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