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NEW YORK
Ich bin Gala Scott, und nein,
ich bin weder die Schnalle eines Dealers
noch die Stripper-Braut eines Wirtschaftskriminellen.
Bis gestern war mein Leben perfekt. Dachte ich zumindest.
Ja, es gab Warnsignale, zum Beispiel meinen Mann.
Wenn er nicht so ein... Arsch wäre,
würde ich jetzt feiern, statt mir Geld um die Hüften zu schnallen.
ZWEI TAGE ZUVOR
Ich seh scheiße aus.
- Ich dachte, du hättest ein Kleid. - Ich hab eins bestellt, und das kam an.
Ich hab 'ne Midlife-Crisis, ich brauch kein Kunstleder.
Du hast keine Midlife-Crisis. Ruf mich an, wenn du über deine Nippel stolperst.
- Wie geht's Kate eigentlich? - Gut. Sie... Na ja...
Seit sie auf dem Internat ist, haben wir weniger Kontakt,
aber sie unterstützt mich total, eigentlich war das ihre Idee.
Dein Kind redet wenigstens noch mit dir.
Meins blockiert mich, weil ich zu viele Emojis auf Social Media benutze.
Tust du auch.
- Ich fass es nicht, dass du nicht kommst. - Ich schreib mir mit dem seit 'nem Monat.
Und heute treffen wir uns endlich.
Darf ich vorstellen? Roberto.
- Er heißt Ronaldo. - Ronaldo... Ja.
- Kann ich das probieren? - Ihre Mom hat noch Trauben gestampft,
und heute eröffnet sie ihre eigene Weinhandlung.
- Erzähl das doch nicht jedem. - Ich bin so stolz.
- Kommen Sie. - Das war meins.
Okay. Alles ist bereit.
Das Catering kommt um 19:00 Uhr.
Alle Gäste haben zugesagt und ich hab deinen Anzug aus der Reinigung geholt.
- Danke. - Den grünen. Und ich hab ein Kleid!
Toll.
- Wie teuer war es? - Keine Ahnung, ich hab drei gekauft.
- Du kannst du doch nur eins tragen. - Ich weiß.
Aber eins ist für dieses Charity-Ding nächste Woche.
- Ja, okay. - Ich muss den Vermieter zurückrufen.
- Hab ich schon. - Ach ja? Okay.
Und die Mail der Beleuchtungsfirma?
- Ihnen fehlt die Kaution? - Nein, alles gut.
- Ja? - Ja.
Okay.
Ich bin froh, dass du es geschafft hast.
Das wird alles perfekt laufen,
weil du perfekt bist.
Du bist mein Lieblingsgeschäftsmann.
Ich hab mich nur um die Zahlen gekümmert.
- Du um alles andere. - Das stimmt.
Mist.
Ich hab was im Büro vergessen. Ich muss zurück.
Was? Nein, nein, nein.
- Jetzt? - Ja.
Tut mir leid. Ich setz dich zu Hause ab und komm so um 20:15 Uhr zur Eröffnung.
- Nein, wir müssen uns doch schick machen. - 20:15 Uhr, versprochen.
Versprochen.
Okay.
Okay, wie findest du's? Sei ehrlich.
Das ist so schön, dass ich in Tränen ausbrechen und mich betrinken will.
Seit Kate weg ist, arbeite ich nur daran. Das muss was werden.
Süße, ich kenne keinen, der mehr von Wein versteht als du.
Die Presse musst du nur richtig abfüllen,
dann loben sie dich in den Himmel.
Gute Idee.
Ich frag mich, wo Fred steckt. Er sollte längst hier sein.
Er ist sicher auf dem Weg.
Okay, trink weiter.
Ihr Mann verspätet sich, was?
Na ja, ohne Stau wäre New York nicht New York.
Kennen wir uns? Sind Sie Freunde von Fred?
Wir sind mit Fred verabredet,
damit er seine Schulden begleicht. Wussten Sie das nicht?
Sie sind vom Catering, sorry! Ich dachte, Fred hätte sich darum gekümmert.
Ich geb Ihnen einen Scheck. Wie viel kriegen Sie?
15 Millionen Dollar.
- Das ist ein Scherz, oder? - Bei Geld hört für uns der Spaß auf.
Fred hat sich das Geld von unserem Boss geliehen.
Das muss er hier reingesteckt haben.
- Das macht uns zu Teilhabern. - Sieht übrigens toll aus.
Der Laden hat nicht annähernd 15 Millionen Dollar gekostet.
Ja.
Wer weiß, was er damit angestellt hat.
Na ja, die Sache ist die, wie Sie sehen...
ist Fred nicht hier.
Ich weiß nicht, wovon Sie reden, ich ruf jetzt mal die... Security!
Das ist keine gute Idee.
Sie haben 24 Stunden.
Sehen wir dann kein Geld, besuchen wir Ihre Tochter in Rhode Island.
Und dann Ihre Mutter im Pflegeheim.
Die sehen Sie nie wieder.
Ihre Entscheidung.
Fred?
Oh, Fred.
Gott sei Dank.
Da waren so zwei Typen im Laden,
die behauptet haben, du schuldest ihnen 15 Millionen, ein kranker Scherz.
- Das ist keiner. - Was?
- Wohin willst du damit? Fred! - Ich hab keine Zeit für Erklärungen...
Was? Keine Zeit? Was zum Teufel ist hier los?
- Wenn ich jetzt nicht gehe, bin ich tot. - Was?
- Du kannst nicht gehen. Klär das! - Ich muss gehen. Ich...
- Sag mir, dass du das klärst! - Das werde ich!
Ich klär das alles. Ich... Vertrau mir. Okay?
Bei mir bist du nicht sicher. Hol Kate und deine Mom, verschwindet aus New York.
Ich werde euch finden.
Fred.
Fred!
Hallo. Ich möchte einen Teil meiner Ersparnisse abheben.
Es tut mir leid, Mrs Scott, aber Ihr Konto ist überzogen.
Ihre Konten und Karten sind gesperrt.
Ein Geschenk zum Hochzeitstag, im Grunde unbezahlbar.
Ja, mag sein. Aber die ist nicht echt.
- Was? - Ich kann Ihnen 50.000 dafür anbieten.
Und für den Ring könnte ich noch mal 5.000 oben drauflegen.
Hey, hier spricht Kate.
Ich hab zu tun, aber ich ruf später zurück. Küsschen!
Hey, Schatz, ich bin's, Mom.
Ich bin auf dem Weg zu dir.
Überraschung, ein Mädelstrip! Bis später!
Oh Gott.
- Hast du Tramadol? Diazepam? - Nein.
Lass mal was rüberwachsen. Die Nachfrage nach dem Zeug ist riesig.
Das wollen alle.
Ich hab Xanax.
Geht doch.
So kommen wir ins Geschäft!
Gib her.
Okay, okay.
Mama, was machst du da?
Ich quatsch mit einem aus der Spanisch-AG.
- Tschüss! - Tschüss!
- Ich unterrichte Spanisch. - Vertickst du Pillen?
Nein, Liebes. Nein. Das ist alles legal.
Jemand muss die armen Leutchen hier ja aufmuntern.
Darüber sprechen wir später. Komm.
Was machst du denn hier? Ist heute Sonntag?
Nein, Mama. Ich hab dir vorhin am Telefon gesagt,
dass ich auf dem Weg zu dir bin. Weißt du nicht mehr?
- Vage, ja. - Na ja, schon gut.
Ich bin hier, weil wir eine kleine Reise machen!
- Toll! - Packen wir deinen Koffer.
Meinen Koffer?
Wohin fahren wir noch mal?
Ein Mädelstrip!
- Du findest es hier doch wie im Knast. - Kommt Fred mit? Dann bleib ich hier.
- Das Fotoalbum soll mit? - Sonst vergesse ich, wie scharf ich war.
Deine Mutter war das schönste Mädchen von La Muga.
La Muga? Das ist ein kleines Dorf, oder?
Aber sehr schön.
Ich mein, da fahren nicht viele hin.
Mehr braucht es nicht.
- Hat das Haus in Spanien dir gehört? - Zur Hälfte, zu anderen meiner Schwester.
Da fahren wir hin.
Nach La Muga?
Du erzählst immer Geschichten von deinem Dorf und von Papa.
- Du wolltest immer mal dahin zurück. - Hab ich das gesagt?
Ja, natürlich. Das ist dir gerade nur entfallen.
Es wäre toll, wieder in Kontakt mit unseren Wurzeln zu kommen.
"In Kontakt kommen"...
- Nur ein paar Tage, bitte. - Ich steig in kein Flugzeug.
Ich hab Angst, dass es abstürzt.
Wenn ich fliegen soll, musst du mich schon richtig abfüllen.
Dafür haben wir keine Zeit.
Du hast mit 14 geraucht, obwohl ich es dir verboten hatte.
- Hast du gedacht, ich bin blöd? - Okay, ein Drink im Flugzeug. Nur einer.
- Drei und ein Shot. - Zwei und ein Shot.
- Okay. - Komm, Mama, wir haben's eilig.
- Was machen wir hier? - Das hab ich dir schon erzählt, Mama.
Hier geht Kate zur Schule.
Kate!
Kate!
Ist das nicht deine Mutter?
- Mom? - Kate! Hi!
- Hi, Mrs Scott! - Maggie! Wie schön, dich zu sehen!
- Du bist 'ne schlechte Lügnerin. - Sei still.
- Ich glaub, sie mag mich nicht. - Natürlich mag sie dich.
- Bis heute Abend. - Okay.
Freust du dich nicht, dass sie eine Freundin hat?
Doch, natürlich.
Ich freu mich nur nicht, dass es Maggie ist.
Was macht ihr hier?
Hörst du nicht mal meine Nachrichten ab?
- Mom, lass das. - Okay, Überraschung. Ein Mädelstrip!
Das war ihre Idee.
Was soll das denn alles?
Deine Oma möchte uns das Dorf zeigen, in dem sie aufgewachsen ist,
uns beiden, ihrer Tochter und ihrer Lieblingsenkelin.
Ihrer einzigen Enkelin.
Kann das nicht warten?
- Nein. - Warum nicht?
Weil Oma krank ist.
Ihre Demenz wird schlimmer.
Mom, sie sieht aus wie immer.
Nein, es geht ihr schlechter. Ja, das hat der Arzt gesagt.
- Wie viel schlechter? - Wenn wir die Reise verschieben...
könnte es zu spät sein. Also...
Ja, das ist ihr letzter Wunsch.
Fred, wir reisen ins Heimatdorf meiner Mom.
Ich hab dich tausendmal angerufen. Sag mir bitte, dass es dir gut geht.
Okay, Madam, hier entlang.
Gehen Sie bitte durch.
- Okay. - Komm, Schatz.
Kommen Sie.
Gehen Sie bitte durch.
BOSTON - SPANIEN
- Möchtest du ein Kissen, Oma? - Nein.
Ich kann dir noch eine Decke holen.
Danke, Schatz. Mir geht's gut.
Okay, aber ich bin da, falls du was brauchst.
Und ich liebe dich sehr. Das weißt du, ja?
- Ja, ja. - Okay.
Deine Tochter benimmt sich seltsam.
Schlaf jetzt, Mama.
Würde ich ja, wenn sie mich nicht so anstarren würde, das macht mich nervös.
- Was ist denn heute mit euch beiden los? - Nichts!
- Wir sind nur nervös wegen der Reise. - Ja.
Sie sind meine Lebensretterin.
Sie sind wunderbar.
Noch einen, Mama?
Mom, lass sie.
Das ist nur ein Drink. Lass ihr doch ihren Spaß.
Danke.
Kate und du seid das Wichtigste in meinem Leben, Gala.
Hab ich dich je enttäuscht? Ich hab versprochen, dich glücklich zu machen.
Wir haben unser Ziel erreicht. Willkommen in Barcelona.
Wir hoffen, Sie hatten einen guten Flug. Schönen Tag noch.
- Mein Handy geht nicht. - Du hältst es sicher auch mal ohne aus.
Holst du uns was zu essen, während ich uns ein Auto miete?
- Gute Idee. Ich hab so 'nen Durst. - Was zu essen!
- Hast du nicht gehört? Keinen Whiskey! - Ach, komm. Ich muss ja nicht fahren.
Komm, Schatz.
Ich brauch nur noch Ihre Unterschrift und eine Kreditkarte für die Kaution.
- Kreditkarte? - Ja.
Kreditkarte.
Ja.
Danke.
Die funktioniert nicht.
Haben Sie eine andere?
Ja, klar.
Nein.
Sie funktionieren nicht.
Aber ich habe Bargeld.
Nein, tut mir leid, aber Bargeld akzeptieren wir nicht,
Firmenpolitik.
Okay.
Also... Manuel... Manuel?
- Ja, Manuel. Das bin ich. - Ja.
Manu.
Du sehr gut sein.
Sympathisch... und attraktiv.
Du sicher arbeiten viel, aber Boss zahlen nicht gut.
Tut mir leid. Nein.
Verzeihung! Entschuldigen Sie.
Das klingt vielleicht komisch, aber...
Okay.
So geht das.
Das ist 'n Witz, oder?
Kommt ihr oder nicht?
Na los!
Das ist ein Mietwagen? Die sollten dich fürs Fahren bezahlen.
- Sorry! - Und du fährst beschissen!
Mama, das ist mit Gangschaltung.
Mit Automatik komm ich viel besser klar.
WILLKOMMEN IN GIRONA
Was machst du? Wem schreibst du?
Ich sag Dad, wo wir sind.
Aber dein Daten-Roaming ist aus.
Ich hab's am Flughafen eingeschaltet.
Du bist echt süchtig. Was schreibt er?
Nichts. Sein Handy ist aus.
Siehst du? Du bist abhängig. Keine Handys bei unserem Mädelstrip hab ich gesagt.
- Gib her. - Nein, lass das.
- Lass du das. Gib es mir. - Nein. Spinnst du? Nein.
- Gib her. - Nein.
- Das ist bei mir besser aufgehoben. - Nein.
- Es ist nur zu deinem Besten. Gib her! - Ich geb's dir nicht.
- Gib her! - Du machst es noch kaputt.
Echt jetzt? Das war brandneu.
Sorry, das war im Affekt.
Halt an.
Ich muss es holen, Mom.
Nein, das ist eh hinüber. Ich kauf dir ein neues.
Wir fahren zu Omas Haus und haben richtig Spaß.
Als Oma gesagt hat, ihr Dorf wäre etwas abgelegen,
meinte sie damit eigentlich am Arsch der Welt?
Das ist nicht am Arsch der Welt. Vielleicht müssen wir hier links.
Was steht ihr beiden hier so rum?
Wir finden den Weg zu deinem Dorf nicht.
Nach La Muga? Da fahren wir hin?
Das hab ich dir schon hundertmal gesagt, Mama.
Ohne mich.
- Ich dachte, das war ihre Idee. - Klar war das ihre Idee.
Nein, Mama, bitte. Du wolltest doch unbedingt hierher!
Du wolltest uns das Dorf zeigen, wo du geboren wurdest,
das Haus deiner Familie, wo du mit Tante Mariona gelebt hast.
Oma, kennst du den Weg oder nicht?
Da lang.
Mama, wir fahren seit einer Stunde und nirgends ist ein Schild.
- Bist du dir sicher, wir sind richtig? - Ja, ganz sicher.
Wir sind richtig, nur die Ruhe.
Wenn wir da sind, müssen wir zurück.
Das bringt uns gerade echt nicht weiter.
- Möchtest du mich lächeln sehen? - Ja, danke.
- Dann lass uns mein Handy suchen. - Nein, das werden wir nicht.
- Wirf mir das nicht die ganze Reise vor. - Apropos "werfen".
- Du hast mein Leben weggeworfen. - Echt?
Der alte Mann legt den Weinberg an, der junge Mann bringt die Ernte ein.
Aber ich seh hier keine jungen Männer. Nur alte Frauen.
- Dein Handy ist nicht dein Leben. - Doch.
- Das ist nicht dein Leben. - Da ist alles drauf.
- Doch! - Deine Familie ist dein Leben.
Vorsicht!
- Oh mein Gott! Bist du okay? - Ja, alles gut.
- Mama, bist du okay? - Geht so, mein Kind!
Alles ist gut. Okay.
Du fährst echt mies.
Wo kommt ihr denn her? Spinnst du?
Guckst du nicht auf die Straße?
- Was soll das? - Soll ich mit ihm reden?
- Nein, Mama. Ich gehe, bleib im Auto. - Wo sollte ich denn sonst hin?
Sei freundlich! Hier im Dorf...
- Sie wird eine Szene machen. - Ich helf ihr.
Sehr gut.
Schau, was du angerichtet hast! Die Trauben sind jetzt hin!
Und mein Anhänger ist auch im Arsch.
Weißt du, wie viel so einer kostet?
Guten Tag. Das war ein Unfall.
Du bist zickzack gefahren.
Verzeihung, ich hab dich nicht gesehen.
Nicht gesehen? Das ist ein Traktor!
Vielleicht gehört so was nicht auf die Straße.
Ja. Ja, das ist deine Schuld.
Ein Traktor gehört auf eine "granje".
- Granja. - "Granje".
- "Farm" heißt granja. - Spar dir die Spanisch-Lektion!
Das fehlte mir gerade noch. Touristen.
Nein. Wir sind Spanierinnen.
Du warst noch nie hier.
Sei still, setz dich ins Auto!
Mir egal, woher du bist, wohin du willst oder was du machst.
- Du gehörst nicht hinters Steuer. - Ich war vorsichtig.
Nur die Gänge gehen so schwer rein.
Probier's doch mal ohne Pumps.
- Was? Ich kann wunderbar in Pumps fahren. - Eine ganze Ernte vernichtet!
Weißt du, wie viele Leute davon abhängig sind?
Für den Schaden musst du aufkommen.
Aufkommen?
Nein. Sicher nicht.
Mein Auto ist auch kaputt. Ich hab meine Familie dabei.
Das war keine Absicht. Ich hab keine Lust, mit dir zu streiten.
Du bist total stur!
Hast du die Papiere? Wir müssen das melden.
Klar hab ich die, ich hol sie.
- Wo ist deine Oma? - Was meinst du? Sie ist hier.
Julia!
Du bist so ein Flittchen! Das Dorf feiert sein Fest!
Findest du es normal, nackt zu baden,
- wo alle dich sehen können? - Ich hab keinen Badeanzug!
- Das Wasser ist herrlich. Komm rein! - Wenn Mama dich sieht, kriegst du Ärger!
Erzählst du's ihr, Mariona? Na dann.
- Wenn dich wer sieht, lästern alle. - Tja, sollen sie doch! Mir egal!
Julia!
- Mach schon, Julia! Sie kommen! Julia! - Keine Lust!
Du bist echt unmöglich!
Und du langweilig!
Hat sie mich gesehen?
Hoch lebe Sant Vicenç!
Hoch lebe Sant Vicenç!
Mama! Was machst du da?
Mariona, sei nicht so fade! Ich bade doch nur!
Mama, ich bin Gala.
Kommt rein! Das Wasser ist toll!
Herrlich!
Komm, Kate.
Zieh du von da. Holen wir sie da raus.
Okay, stell deinen Fuß dahin.
Dann wollen wir mal.
Yippie!
Oje...
Nein, nein, nein. Nein. Oh nein!
Was zur Hölle?
Nicht nass werden.
Warum trägst du Geld am ganzen Körper?
Moment. Nicht nass werden!
Oh, mein Gott. Okay!
- Du bist Drogendealerin! - Das ist eine lange Geschichte.
Letztens im Fernsehen haben die Bullen einen wie dich abgeführt.
Ich bin keine Drogendealerin, Mama!
Mom, das ist nicht normal.
Ich weiß! Ich erklär's dir später.
Hilf mir, beeil dich!
Wir müssen es vor dem Typen mit dem Traktor verstecken!
- Okay. - Gib mir deine Jacke.
Okay, breite sie aus. Halt sie so.
Okay. Langsam, Mama. Langsam.
Als wär nichts geschehen.
Frag nicht.
Wir hatten einen kleinen Zwischenfall.
Verdammt.
Ich dachte, ihr wärt abgehauen.
Wohin damit?
Okay.
Komm schon.
- Springt er an? - Was?
Springt er an?
Nein.
Lass ihn erst mal hier stehen. In meinem Dorf gibt es eine Autowerkstatt.
Ich will endlich nach La Muga!
Ihr wollt nach La Muga?
- Ja. - Siehst du? Du passt nicht auf.
Das liegt in der anderen Richtung.
Ach ja?
Ich war wohl durcheinander. Das liegt am Jetlag. Danke, mein Lieber.
Ich wohne in La Muga. Wenn ihr wollt...
nehm ich euch mit.
- Amerikanerinnen, ja? - Sozusagen. Merkt man das?
Sozusagen, ja. Du wirkst auch nicht wie vom Land.
- Er hält dich für 'nen Snob. - Ja, ich kann Spanisch.
- Willst du fahren? - Dann steig ich aus.
Ich auch.
Wir sind aus New York, aber wir haben neun Jahre in Mexiko gelebt.
- Und meine Mutter ist... - Er wollte keinen Familienstammbaum.
- Was führt euch hierher? - 'ne Familienreise.
Oder, Mom?
Es ist immer noch dasselbe verschnarchte Nest, oder?
Es ist schon ab und zu was los.
Jetzt, wo ihr hier seid, mit Sicherheit.
Wir wollen zum Haus meiner Mutter. Kannst du uns hinbringen?
HAUS XATART
Das gehört nicht deiner Mutter.
Doch. In dem Haus sind meine Tante und meine Mutter geboren.
Jetzt gehört es mir.
- Was? - Ich hab es vor Jahren gekauft.
- Voll der Zufall, oder? - Wie, gekauft? Das ist unmöglich.
Das gehört uns. Wir wollen da einziehen!
Nein, nein, nein.
- Das geht nicht. - Warum nicht? Das ist unser Haus.
Ich hab es gekauft, jetzt gehört es mir. Kapiert?
- Okay. Wer hat es dir verkauft? - Doña Carmens Tochter.
Mama, hast du es verkauft, ohne mir was zu sagen?
- Ich? Ich kann mich nicht erinnern. - Die andere Tochter, Mariona.
Das darf sie nicht. Meiner Mutter gehört die Hälfte. Das ist...
- Illegal. - Illegal!
Nicht meine Schuld. Ich fahr euch zu 'ner Pension.
- Einer was? - Pension!
Wir gehen in keine Pension! Wir haben ein Haus! Das gehört uns!
Ihr habt kein Haus!
Wenn ihr euch beschweren wollt,
redet mit Mariona.
Sie wohnt da unten.
- Im ersten Haus. - Wir sprechen uns noch!
Wir haben deine Hilfe nicht nötig!
- Die Sonne scheint doch! - Dem Wetter ist hier nicht zu vertrauen.
- Das ist verrückt. - Nur dem Wetter?
Das ist keine gute Idee.
Ich hab Mariona ewig nicht gesehen und sie ist sehr eigen.
Unfassbar, dass sie es einfach verkauft hat.
Wir hatten keinen Kontakt mehr.
Nach dem Tod deines Vaters ging ich in die USA und hatte kein Geld für Anrufe.
Warum gehen wir nicht in die casa rural?
Nein, wir brauchen das Haus.
Sie ist deine Schwester. Wir klären das jetzt.
Hallo, Mariona.
Sie freut sich ja sehr, dich zu sehen.
Mariona, mach die Tür auf!
Mariona!
Mensch, was ist denn mit dem Anhänger passiert?
- Hast du ein Wildschwein erwischt? - Schlimmer.
Ami-Tussis sind in mich rein und haben deine Ernte vernichtet, Nalda.
- Die ganze? - Was soll nur aus uns werden?
- Unser ältester Weinberg. - Und nun?
Eigentlich ist mein Weinberg älter als deiner, hat meine Mama immer gesagt.
- Geht das schon wieder los. - Kommt mal runter.
- Bist du mal ruhig? - Nein!
Wir finden eine Lösung.
Was machen wir?
- Das wird teuer. - Die Genossenschaft ist pleite.
- Wieder eine. - Hey!
Du hast den Amerikanerinnen deinen Kontakt gegeben, oder?
Damit kommen sie nicht durch! Sie werden das alles bezahlen!
Eigentlich bezahlt das die Versicherung.
- Heute könnte ich dir eine reinhauen. - Sie haben keine.
- Ich hab sie mitgenommen. - Auch das noch!
Als sie sagten, mein Haus gehöre ihnen, hab ich sie rausgeworfen.
Die älteste ist Marionas Schwester.
Julia ist zurück?
Das gibt's ja nicht! Jetzt hab ich erst recht schlechte Laune.
Wir haben kein Auto, kein Haus,
aber eine Tüte voller nasser Geldscheine.
Tolle Reise.
Kate, kannst du mit dem Gejammer aufhören? Das geht in einer Tour...
Lass das!
Wo sind denn alle?
Warum gehen wir nicht in die Pension?
Sieh dich nur an. Du holst dir noch eine Lungenentzündung.
Das ist nur ein Fleck.
Du bist in 'ne Pfütze gefallen. Nur wegen der Pumps.
Ich hab keine Sneaker mit.
Mom, es reicht. Warum sind wir hier?
Sag jetzt nicht, weil Oma bald stirbt.
Was?
- Warum erfahre ich das erst jetzt? - Nein, das war nur ein Vorwand.
Das ist mir eben als Erstes eingefallen.
Sag uns endlich die Wahrheit.
Okay. Das ist kein Mädelstrip.
Wir...
Wir sind pleite. Dein Dad hat Fehlinvestitionen getätigt.
Ich kann dein Internat, Moms Pflegeheim und den Laden nicht mehr bezahlen.
Alles, was wir haben, ist das Haus und das Geld in der Tüte.
Und Dad? Geht es ihm gut?
Ja. Ja, Schatz.
Es... Es geht ihm gut. Er kümmert sich um alles.
Wir müssen nur hierbleiben.
- Hier wird's uns gut gehen. - Schatz, sieh uns an.
Wir stecken in der Klemme.
Ich dachte, es würde anders laufen, aber...
Es tut mir wirklich sehr leid.
Okay, schon gut. Okay.
Ist ja gut.
Wir stecken in der Klemme. Stimmt.
Aber wir sind zusammen.
Kate.
Alles wird gut.
Ja?
Ja.
Weißt du was? Wir haben viele Kilometer zurückgelegt,
wir haben ein Auto geschrottet, sind in einen Fluss gefallen
und ich laufe seit zwei Stunden in Pumps herum. Ich bin erschöpft.
Für eine beschissene Pension laufe ich in kein anderes Dorf.
Mama, erinnerst du dich, wie wir zu deinem Haus kommen?
- Da lang. - Dann mal los.
Die hat mir gerade noch gefehlt.
- Was machst du? - Ich will der nicht begegnen.
- Guten Tag. - Tu doch nicht so.
Mich kannst du nicht täuschen. Hexe!
Ignorieren Sie sie.
Verzeihung, meine Oma spinnt ein bisschen.
- Du verwechselst sie mit jemandem. - Nein, das ist Catalina.
- Nur schlanker, die alte Giftspritze. - Nein, Señora, ich bin Montse.
Entschuldige.
Ich hab dich mit einer klatschsüchtigen Giftspritze verwechselt.
Ich kannte Catalina. Sie war meine Mutter. Sie ist letztes Jahr gestorben.
Oh Gott.
Gott hab sie selig.
Sie war klatschsüchtig.
Wollen Sie was trinken? Der erste geht aufs Haus.
- Ach, so ein Gläschen Wein... - Nein, danke.
Wir suchen das Haus Xatart.
Amats Haus?
Ich muss mit ihm sprechen.
Das ist nur einen Kilometer von hier.
Wir waren richtig!
Sie hören nie auf mich. Keine Ahnung, warum.
Danke.
Du bist groß geworden.
Er ist nicht da.
- Wir müssen auf ihn warten. - Du hast ihn gehört. Das ist sein Haus.
Wenn wir vernünftig mit ihm reden, ohne Geschrei, und ihm alles erklären,
überlässt er uns vielleicht unsere Hälfte des Hauses.
Irgendwie müssen wir miteinander klarkommen.
Ihr steht beide auf Wein. Das sollte helfen.
- Wie bist du reingekommen? - Ich kenn mich hier aus.
So wie er. Stimmt's, Kleiner?
- Nein, Mama. Sei vorsichtig mit dem Hund. - Na, kommt.
Keine Sorge, der ist wie sein Herrchen. Große Klappe, aber nichts dahinter.
Na? Habt ihr Hunger?
Endlich wieder sauber.
- Oma. Alles okay? - Ja.
Es ist nur so...
Ins Dorf zurückzukommen, in dieses Haus...
Viele Erinnerungen.
An damals, als Dad noch lebte?
Schatz, hol mal Wein.
Mich kannst du nicht täuschen. Du verschweigst uns was.
Was hat Fred, dieser Idiot, angerichtet?
Hast du mir die Wahrheit erzählt?
Nicht mal deine Schwester freut sich, dich zu sehen.
Verschweigst du mir was?
Mom, er ist zurück.
Welchen Teil von "das ist mein Haus" habt ihr nicht verstanden?
Ihr könnt hier nicht bleiben.
Golfo, du hast nicht gebellt?
Verräter.
Esst ihr meine Linsen?
Meine Tante hat es dir illegal verkauft.
Weißt du, was auch illegal ist? Hausfriedensbruch. Ihr müsst gehen.
Wir gehen nirgendwohin.
Wir bleiben in unserem Teil und lassen dich in Ruhe.
Das ist nur fair.
Das werden wir noch sehen.
Das ist superlecker!
Andreu...
Ihr werdet's gleich sehen.
Gut, dass Sie hier sind.
Das ist auch unser Haus. Wir haben ein Recht, hier zu sein.
So geht das schon den ganzen Tag.
- Könnt ihr sie hier wegschaffen? - Nein! Das ist unser Haus.
Julia.
Andreu. Lang ist es her.
- Wie geht es dir? - Gut. Sehr gut.
- Andreu. - Können wir das in Ruhe klären?
- Was hat er gesagt? - Das ist Katalanisch.
- Es gibt noch eine Sprache? - Ja.
Super, wie bei der UNO.
Mir egal. Wir bleiben hier, er muss gehen.
Meine Damen, ich muss Sie aufs Revier bitten.
- Quintanilla, komm schon. - Was denn? So sind die Regeln.
Wir sind die rechtmäßigen Besitzerinnen. Ich geh nicht weg.
Oh doch.
Hier können Sie nicht bleiben.
Also...
Ich halte es für das Beste, eine friedliche Lösung zu finden.
Ganz in Ruhe.
Kommt bitte mit uns aufs Revier.
Na klar, wie du willst.
Ich hol unsere Sachen. Komm.
Nein, nichts da. Ich ruf einen Anwalt!
- Aber nicht in meinem Haus. - Unser Haus!
- Du gehörst hier nicht hin! - Ich gehöre sehr wohl hier hin!
Weder auf die Straße noch in meine Küche, wo du dich an meinen Linsen bedienst!
Du bist ein...
- Kate, sag ihm, dass er ein Arsch ist! - Doch nicht vor der Polizei.
Okay, egal.
Das ist Omas Haus. Sie können uns nichts anhaben.
Ich würde das auf Katalanisch sagen, wenn ich könnte!
Dieses ewige Geschrei. Andreu, nimm sie bitte mit.
Nein! Mama, auf keinen Fall.
Wenn wir gehen sollen, müssen Sie uns schon verhaften.
Quintanilla, ich hab nicht ewig Zeit.
- Ich bin zum Kegeln verabredet. - Verzeihung.
Ich mach das halt nicht alle Tage.
Das Geld...
- Keine Sorge, das hab ich gut versteckt. - Wir sollten öfter Mädelstrips machen.
Ich weiß nicht, wie's euch geht, aber ich hab richtig Spaß.
Zumindest wissen wir jetzt, wo wir übernachten werden.
Komm her.
Und du, komm da runter, sonst enterbe ich dich.
- Oma, du hast kein Geld. - Eben darum.
Ihr beide seid alles, was ich habe.
Wir kommen hier raus, versprochen.
Ich weiß nicht, wann oder wie, aber wir kommen hier raus.
Glaub ich.
Ich will telefonieren.
Hey! Ich will telefonieren.
- Hi, hier ist Maggie. Sprecht aufs Band. - Hey, ich bin's.
Unser Mädelstrip ist die Hölle.
Mein Handy ist weg und wir haben kein Geld für den Heimflug.
Und zur Krönung wurden wir auch noch wegen Einbruchs verhaftet.
Schlimmer geht's echt nicht.
Ich komme!
Der Wert eines Mannes zeigt sich in Krisen:
Kämpft oder flieht er?
Mein Mann gehört eindeutig zu denen, die fliehen, und ich...
Ich muss das allein in Ordnung bringen.
NACH S. BARNEDAS ROMAN "LA TIERRA DE LAS MUJERES"
Untertitel: Silke Nagel
Untertitelung: DUBBING BROTHERS
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