All language subtitles for Spuren des Boesen-Begierde (2017) Heino Ferch, Julia Koschitz HDTV.ger

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Original subtitles

*

*

*

*

*

* lustvolles Stöhnen *

* Das Stöhnen wird immer lauter. *

Ja!

Ah!

Ja!

Ja!!

Ja!

*

*

*

*

* unheimliche Musik *

*

*

*

mit Teletext-Untertiteln

Zwei fremde Augen, ein kurzer Blick.

Unsere Augen zeigen, was wir fühlen.

Unbewusst.

Ein angenehmer Reiz erweitert die Pupille um bis zu 20 Prozent.

Ist der Reiz unangenehm, verengen sie sich.

Der Grund dafür ist, dass der Pupillen-Muskel

über den Sympathikus indirekt mit dem limbischen System verbunden ist.

Menschen mit erweiterten Pupillen gefallen uns. Immer.

Wir können gar nicht anders.

Weil große Augen unter anderem sexuelles Interesse signalisieren.

Vor Menschen mit kleinen Augen fürchten wir uns.

Sie haben den berühmten bösen Blick.

Sie als angehende Kriminalisten müssen wissen,

dass große Augen, kleine Kissen, Salafisten, Stalinisten ...

Bla, bla, bla ... Sie hören mir eh nicht mehr zu!

Weil Ihr limbisches System die Kontrolle übernommen hat.

Spätestens bei großen Augen und sexuellem Interesse waren Sie weg.

Herrschaften, ja, es funktioniert.

Sie können überprüfen, ob Ihr Date Sie sexuell anziehend findet.

Wenn seine oder ihre Pupillen sich erweitern bei Ihrem Anblick,

dann haben Sie gute Chancen.

Wenn nicht, empfehle ich die Lektüre dieses Buchs:

Eckhard Hess "The tell-tale eye".

Machen Sie sich darüber Gedanken! Bildung macht übrigens sexy. Danke.

*

Hallo!

Der Portier hat mir gesagt, dass Sie Vorlesung haben.

Sie sind doch Richard Brock?

Ja.

Ich brauche Ihre Hilfe.

Als Psychiater.

Ich praktiziere nicht mehr.

Ich weiß. Mein Mann hat es mir erzählt.

Johannes Rink. Vor vielen Jahren haben Sie seinen Vater behandelt.

Helmut Rink. Rink Papierfabriken.

Ich erinnere mich. Das ist lange her.

Ja. Ich bin Clara Rink.

Johannes schätzt Sie sehr für alles, was Sie für den Vater getan haben.

Fachlich und menschlich.

Er hat mir erzählt, dass die Wertschätzung gegenseitig war.

Worum geht es?

Um ihn.

Johannes hat sich in letzter Zeit verändert.

Drastisch.

Das sind Aufnahmen; das war vor zwei Tagen.

Ich würde Sie bitten, sich das anzuschauen.

Und was wollen Sie von mir?

Ihre Einschätzung.

Vielleicht haben Sie eine Idee, was ihm fehlt.

Ich liebe Johannes sehr.

Ich hab Angst, ihn zu verlieren.

Für immer.

Wenn Sie mir helfen wollen, was ich unendlich erleichternd fände,

hier!

Bin eigentlich gar nicht so ... so dreist.

Aber ich hab keine Wahl. Ich weiß nicht mehr weiter.

Rufen Sie mich an!

*

*

Mahlzeit.

Ah, Herr Doktor!

Borgen Sie mir Ihren Laptop, bitte?

Ja, sicher. Ein Achterl?

Ja.

Schulterscherzerl oder Krautfleckerl gibt's heut.

Krautfleckerl.

Die san super! Frittatensuppe auch?

Nein, danke.

Er is halt schon ein bisserl langsam.

So, also ...

Das Passwort ist Mama.

Mama. Auch fürs Internet.

So, Mama!

Auf so was kommt kein Hacker.

Nein, wahrscheinlich nicht.

Soll ich?

Ja.

So!

Danke.

*

* Ein Glas wird auf den Tisch gestellt. *

*

*

Brock.

Ich hab mir das Video angeschaut.

Ja.

Ich brauche eine Stunde.

Gut.

Ihnen auch Grüß Gott.

Frau Anni!

Danke.

A Schnitzerl und a Bier!

Das schmeckt Ihnen?!

I hab das als Kind immer 'kriegt im Hort.

I hab's immer aufessen müssen.

Das ist traurig.

Naa, traurig is, dass i mit bald 50 Ihnen noch immer hinterherwisch!

Wollen Sie drüber reden?

Ja, aber ned mit Ihnen.

Prost!

*

*

Herr Doktor Brock!

Danke, dass Sie gekommen sind.

Kommen Sie herein!

Sie haben sich die Aufnahmen angeschaut.

Ja.

Wer hat die gemacht?

Ein Kirchgänger, mit dem Handy.

Johannes war für drei Tage verschwunden.

Was er in der Zeit gemacht hat, daran erinnert er sich nicht.

Er erinnert sich an gar nichts.

Wo ist Ihr Mann jetzt?

Unten. Er sagt, dass er mich nicht mehr erträgt.

Bitte.

Es ist besser, Sie gehen allein.

Ich warte oben auf Sie.

*

Herr Rink?

Mein Name ist Richard Brock.

Vielleicht erinnern Sie sich: Ich habe Ihren Vater behandelt.

In der Klinik.

Hat Clara Sie geschickt?

Ja.

Darf ich näherkommen?

Bitte.

Darf ich?

Wie geht's Ihnen?

Durchwachsen.

Ja, verstehe.

Davor hatten Sie immer Angst.

Dass Ihnen das auch passiert. Irgendwann.

Bei Krebs kann man sich wenigstens die Brüste entfernen lassen.

Bei einem Dachschaden ist das ein größerer Einschnitt.

Mein Vater war da nicht konsequent.

Und Sie?

Ich würde eigentlich gerne gehen.

Aber es geht nicht.

Es lässt mich nicht.

Wer lässt Sie nicht?

Ich werde ganz sicher nicht mit Ihnen mitgehen.

Wohin denn mitgehen?

Na, in den Kindergarten!

In die Hirnklinik, wohin sonst?

Da bin ich schon lange nicht mehr. Das wissen Sie doch.

Dann ist es dort noch furchtbarer.

Aber es kann gar nicht furchtbar genug sein. Oder?

Noch so ein Scheißsatz, und ich stopf dir das Maul. Verstanden?

Wer sind Sie überhaupt?

Richard Brock, Herr Rink.

Genau ...

Das Ding wächst.

Ziemlich schnell sogar.

Welches Ding?

Das Alien!

Es will raus ...

Oder rein.

Es ist ...

Es ist schon im Kopf.

In der Hypophyse.

Können Sie's da wegmachen, Herr Hirndoktor?

Ich glaub, es liebt mich.

Ich liebe es auch.

Aber es geht nicht.

Es würde uns alle fressen.

Alle ...

Alle.

Was sind das für Zahlen?

Johannes hat sie mir aufgeschrieben.

Keine Ahnung.

Irgendwas.

Seit wann ist er so?

Seit 3 Monaten ... in etwa.

Und vorher?

Hat er sich zurückgezogen?

War er depressiv? Oder irgendwie verlangsamt?

Nein. Da war nichts.

War ihm in letzter Zeit übel?

Hat er Doppelbilder gesehen? Oder epileptische Anfälle gehabt?

Warum?

Ich möchte einen Gehirntumor ausschließen.

Ein erhöhter Tumormarker wäre Peter aufgefallen.

Peter Bode ist unser Hausarzt.

Wie alt ist Ihr Mann? Mitte 40?

Bei seinem Vater ist die Krankheit mit 57 ausgebrochen.

Eine Form der Schizophrenie, die erst im höheren Alter auftritt.

Hat Johannes dasselbe?

Ich vermute, ja.

Die genetische Disposition spielt leider eine gewisse Rolle.

Bis zu einem gewissen Grad ist die Krankheit vererbbar.

Wir hatten immer Angst davor. Beide.

Haben Sie sie deswegen so lange verdrängt?

Drei Monate.

Ich hab gehofft, dass es besser wird.

Nein. Es wird leider immer schlimmer.

Frau Rink, Ihr Mann muss in einer Klinik versorgt werden.

Dringend! Ein akuter Schub ist ein medizinischer Notfall.

Johannes hat immer gesagt, dass er nicht so enden will wie sein Vater.

Als ewiger Pflegefall.

Aber die Medizin hat Fortschritte gemacht.

Mit modernen Neuroleptika und begleitender Psychotherapie

ist die Krankheit ganz gut behandelbar. Viel besser als früher.

Haben Sie Kinder?

Johannes wollte keine, nein.

Sie werden Unterstützung brauchen.

Bekommen Sie die?

Sicher?

Gut.

Sie haben lange gewartet. Sie sollten handeln.

Das wird Sie erleichtern - und ihm helfen.

Ich werde jetzt gehen. Wiedersehen.

Einen Wagen zur Neuwaldegger Höhe 33, bitte. Im 18. Bezirk.

Danke.

* Freizeichen *

(laszive Frauenstimme:) Hallo?

Hallo.

"Wer ist da?"

Richard Brock.

"Was willst du Schönes machen, Richard?"

Ich weiß nicht.

"Soll ich es herausfinden?"

"Soll ich zu dir kommen?"

Ja.

"Ich ruf dich zurück, und dann sagst du mir deine Adresse."

* Telefon *

Brock.

Radetzkystraße 26.

Ich bin in 20 Minuten bei dir.

Bis gleich.

Hallo.

Hallo.

Wollen Sie was trinken?

Wir siezen uns?

Whisky?

Okay.

Sie sind nicht verheiratet?

Ist Ihre Wohnung, oder? - Ja.

Verheiratete Männer lassen mich nie in ihre Wohnung.

Sondern? - Hotel, Büro.

Wohnungen sind die letzten Refugien der Ehe.

Da herrscht Schonzeit das ganze Jahr.

Meine Frau ist gestorben.

Woran?

An mir.

Das tut mir leid.

Fehlt sie Ihnen?

Ja.

Haben Sie mich gebucht, weil ich ihr ähnlich sehe?

Sie sehen ihr nicht ähnlich.

Sicher?

Sicher.

Gott sei Dank.

Wollen Sie nur schauen? Oder was anderes?

Reden.

Na klar. Hier auf der Couch, Herr Psychiater?

Ich google meine Kunden immer. Ich nehme an, Sie kennen mein Honorar?

Ich kenne nicht einmal Ihren Namen.

Amanda. 500 die Stunde. Keine Extras. Alles mit Schutz.

Reden auch?

Kommt auf das Thema an.

Johannes Rink.

Johannes Rink ist krank.

Seine Frau hat mich gebeten, ihn zu beurteilen.

Er hat mir Ihre Telefonnummer gegeben.

Können Sie mir sagen, wieso?

* Sie schlägt die Tür zu. *

* gespenstische Musik *

* Die Musik wird immer unheimlicher.*

Komm, wir gehen.

Johannes!

Johannes!

Hör auf!

Bitte hör auf!

Johannes! Hör auf!

Guten Abend!

Ist die Küche schon zu?

Was wollen S' denn?

Marillenpalatschinken, wenn's geht.

Die Mama schlaft schon.

Schade.

Aber Schokolade hätt ich.

Schokolade!

Und Kakao.

Chips. Schnitten.

Das is das Beste überhaupt!

Kommen S'! I sperr nur schnell ab.

Gehen Sie eigentlich zu Prostituierten?

Naa.

Warum?

Sie haben keine Frau.

Und vermutlich ...

.. Bedürfnisse.

Und Sie?

Nein.

Also, früher.

Manchmal.

Ja.

Aber nachher ist man einsamer als vorher.

Sex is eh überbewertet.

Finden Sie?

Sex dauert wie lang?

Zehn Minuten?

Höchstens 30.

Fünf.

Also ...

.. durchschnittlich.

Statistisch.

Aber bis man eine im Bett hat, dauert's mindestens Stunden.

Meistens Tage.

Oder Wochen.

Und an den Folgen kiefelt man Jahre.

Was machen Sie dann?

Ja ...

Rauchen.

Und trinken.

Manchmal schau ich mir Nackerte an, am Computer.

Das geht? Also ...

Mit dem Passwort?

Ja, eh. - Entschuldigen Sie!

Und Sie?

Ich warte.

Auf?

Dass eine kommt, die mich will.

Und umgekehrt.

Jetzt mach i doch noch Marillenpalatschinken.

* Telefon *

Ja, Brock!

Was?

Wann?

Nein, nein, ich komm gleich.

* Musik *

Sind Sie Herr Brock?

Kommen Sie bitte mit!

Bitte!

Herr Brock! - Ja?

Fritz Stadler, Kriminalpolizei, i hab Sie ang'rufen.

Kommen S' mit! - Wohin?

Nach unten, da könn'ma reden.

Herr Rink ist also schizophren?

Das war Ihre Einschätzung. - Wer sagt das?

Sie gegenüber Frau Rink. - Das war eine Vermutung.

Obwohl vieles atypisch ist.

Sie arbeiten nicht mehr als Psychiater?

Richtig. - Trotzdem schätzen Sie Dinge ein.

Rink hat sich selbst verletzt und den Arzt angegriffen.

Es war Glück, dass er von ihm abg'lassen hat.

Warum informieren Sie ned die Behörden?

Ich habe Frau Rink dringend geraten, ihn untersuchen zu lassen.

Dass hätt ich ihr auch sagen können.

Er hat vor drei Tagen schon jemanden attackiert.

Wir wissen nicht, wie sie heißt.

Die Dame hat keine Anzeige erstattet.

Sondern? - Sie ist einfach weggelaufen.

Wie der Herr Rink.

Es rennt also ein aggressiver Straftäter in der Stadt herum.

Wie kriegen wir den? - Machen Sie Ihre Arbeit!

Die Polizei hat ihn nackt in einer Kirche aufgegriffen.

Anstatt ihn untersuchen zu lassen, liefern Sie ihn zu Hause ab.

Hätten Sie den psychosozialen Notdienst gerufen,

wäre das heute nicht passiert.

Sie ham g'sagt, es is vieles atypisch - was genau?

Die Krankheit ist plötzlich aufgetreten.

Heftig, ohne Vorzeichen.

Er ist mitten in einem Gespräch eingeschlafen.

Das is alles?

Ein friedliebender Mensch wird nicht einfach so zum Gewalttäter.

Wissen Sie, wo er ist? - Nein.

Wenn Sie's rausfinden, rufen S' mich an!

Guten Abend!

Richard Brock.

Peter Bode.

Sie sind sein Hausarzt?

Ja.

Eigentlich bin ich Claras Hausarzt, seit 15 Jahren.

Aber ihn behandle ich natürlich auch.

Warum hat er Sie angegriffen?

Clara wollte, dass ich ihr helfe, ihn in die Klinik zu fahren.

Er ist seit drei Monaten so? - Offenbar.

Ich war auf Urlaub, ziemlich lange.

Ich bin seit zwei Wochen wieder hier. - Und davor nichts?

Keine Prodromalphase? - Nein.

Nicht spezifisch.

Er hat manchmal Farben anders gesehen, schlecht gehört, aber ...

.. es wurde wieder besser.

Clara hat mich im Urlaub angerufen und mir einiges erzählt.

Aber nicht, wie schlimm es wirklich ist.

Ich glaube, sie wollte es sich selbst nicht eingestehen.

Wo ist sie?

Sie schläft. Hoffentlich!

Ich hab ihr was gegeben.

Bei so einer extremen Entwicklung - wo ist da die Grenze?

Es gibt keine.

Ich bleib heut Nacht hier.

Die Polizei wird jemanden vor dem Haus postieren.

Gut.

* düstere Musik *

(Anrufbeantworter:) "Ich bin gerade nicht erreichbar."

"Hinterlass eine Nachricht! Ich rufe zurück."

* Piepston *

Richard Brock hier.

Johannes Rink hat jemanden attackiert und ist verschwunden.

Er hat Sie auch schon angegriffen und könnte es wieder tun.

Geben Sie auf sich Acht! Auch wenn Sie ihn lieben.

* Musik *

Der Frau Anni geht's schlecht.

Mei' Nachbarin hat heute Nacht an Herinfarkt g'habt, mit 82.

Mein Beileid!

Sie lebt eh.

Aber sie muss im Krankenhaus bleiben.

Die Frau Anni ist die halbe Nacht vor der Intensivstation gesessen.

Warum haben Sie mich nicht angerufen?

Ich hol Kaffee.

I hab ihren Wellensittich.

Da kann sich niemand drum kümmern, sie war allein.

Sie haben Angst, dass Ihnen das auch passiert?

Irgendwann.

Ich kümmer mich um Sie. Versprochen!

Aber wenn i 80 bin, san Sie 83.

Wir werden ein Mal die Woche spazieren gehen.

Zu dritt?

Ich hatte Besuch.

Von wem? - Einer Prostituierten.

Also, nicht so, wie Sie jetzt denken.

Gehen eh alle zu Huren. - Glauben Sie?

Ja, i hab in einem Nachtclub g'arbeitet.

Fast ein Jahr. Zum Putzen!

Huren sind auch Menschen, nur fescher.

Ich geh duschen.

Papa?

Ich hab den Klaus Tauber vorm Café getroffen.

Du sollst vorbeikommen, er muss dir was sagen.

Was will er? - Das hat er mir nicht gesagt.

* ruhige Musik *

* ruhige Musik *

* Sie schluchzt. *

* Musik *

* Pumpern *

* spannungsgeladene Musik *

* Musik *

* Telefon *

Ja? - Er ist hier.

Vor der Tür, bei mir.

Können Sie kommen? Bitte!

Ich schick Ihnen die Adresse.

* Musik *

* Musik *

* dramatische Musik *

Das war er.

Keine Ahnung, wie er ins Haus gekommen ist.

Kommen Sie rein!

Sie sollten vorläufig woanders wohnen.

Bei Ihrer Familie zum Beispiel.

Ich hab keine. - Jeder hat eine.

Echt?

Was ist mit Freunden? Freundinnen? - Gute Frage!

Dann also Hotel.

Haben Sie ein Auto? - Mhm.

Packen Sie das Notwendigste ein, ich hoffe, es ist nicht für lange.

Okay.

Wie kommen Sie darauf, dass ich ihn liebe?

Sie gehen nicht zur Polizei, obwohl er Sie vor ein Auto gestoßen hat.

Ich schaffe illegal an, schon immer.

Das darf nicht rauskommen.

Ich hab genug Probleme.

Was haben Sie ihm eigentlich getan? - Nichts.

Sie wollen mir erzählen, dass er Sie grundlos verfolgt?

Er will, dass ich aufhöre.

Er ist verrückt nach mir.

Ich glaub, er will mich befreien - aus dem eisernen Griff der Sünde.

Ein Retter, der das Opfer vor ein Auto stößt, ist eher selten.

Er hat mir Geld geboten. Ziemlich viel.

Aber Sie haben weitergemacht.

Ich entscheide, wann ich aufhör, sonst keiner.

Wer hat entschieden, dass Sie anfangen?

Ich!

Ich hab immer gern gefickt.

Gehen wir?

Hat er Sie oft gebucht? - Ständig.

Sie haben nicht gemerkt, dass er krank ist?

Doch, das sind die meisten.

Ich muss die ganzen Irren nicht heilen.

Dafür verdien ich das Zehnfache.

Wie viel hat Johannes Ihnen geboten, damit Sie aufhören?

Ein paar Hunderttausend, glaub ich. - Glauben Sie?

Er wollte mich besitzen.

Exklusiv, nehm ich an.

Verstehe.

Ein logischer Plan.

Traute Zweisamkeit.

Das Problem ist, dass ein Schizophrener

während eines akuten Schubes nicht logisch handelt.

Kann er gar nicht.

Weil er überfordert ist.

Und planlos.

Aber Sie hätten aufgehört, wenn Sie könnten.

Ich glaube, Sie haben aus Ihrem Wunsch eine Geschichte gemacht.

Sie verkaufen mich für blöd.

Sie sollten weniger denken und mehr Spaß haben.

So wie Sie?

* dramatische Musik *

Gehen Sie ins Auto und schließen Sie zu!

Hallo, Johannes!

Ich glaube, es ist besser, wenn Sie nach Hause gehen zu Ihrer Frau.

Johannes, gehen Sie nach Hause!

Sie muss es weg machen.

* dramatische Musik *

* ängstliches Stöhnen *

* Stöhnen *

* ruhige Musik *

* Musik *

Wozu geb ich Ihnen meine Karte?

Damit Sie mich NICHT anrufen?

Sie kennen ja den Grund. - Ja.

Eine illegale Hure. Super Grund!

Die Dame heißt Eva Faller - laut Ausweis.

Die Staatsanwaltschaft hat Ihre Festnahme angeordnet, Herr Brock.

Was?

Das war Notwehr.

Hat er Sie angegriffen?

Nein, er hat Frau Faller attackiert.

Sie sagt, sie war im Auto.

Ich habe versucht, ihn davon abzuhalten, sie zu erstechen.

Statt mich anzurufen.

Das is schon Ihre zweite Leiche nach einer Fehleinschätzung, oder?

Die Erste war Ihre Frau, Karin. Die hat sich aufgehängt.

Wie bitte?

Weil Sie ihr die Medikamente verweigert ham.

Verweigert?!

Sie hat die Nebenwirkungen nicht vertragen, Sie Arschloch!

Sicher.

Wollen S' herhauen?

Bitte!

I wart nur drauf.

Verdacht lautet auf Notwehrüberschreitung.

Und Unterlassung nach Paragraf 286 StGB.

Sie werden in die Justizanstalt eingeliefert

und dem Gericht vorgeführt.

Ihre Rechte kennen S' ja sicher. Die Pflichten san das Problem.

I werd dafür sorgen, dass Sie unsere Leut nimmer unterrichten,

Sie arrogantes Arschloch! Wiederschauen!

* geheimnisvolle Musik *

* Musik *

* Musik *

Brock Richard. Zeit der Einlieferung: 21 Uhr 34.

Ausfüllen!

Falsche Angaben sind strafbar.

Die erste Nacht verbringen Sie in der Zugangszelle.

Wir überwachen 24 Stunden. Das Licht bleibt an.

* Musik *

Warum rufst du mich nicht an?

Du darfst einen Anruf machen, aber du sagst mir nichts.

Kein Wort. - Es tut mir leid.

Bin ich dir egal?

Nein, du bist mir nicht egal.

Ich will Akteneinsicht haben.

Das steht mir zu, kannst du das erwirken?

Ich bin beurlaubt. - Was?

Bis sie wissen, ob ich was damit zu tun hab.

Weil ich immer was damit zu tun hab - diesmal zufällig nicht.

Das glauben die mir nicht.

Für'n Stadler bin ich nur ein Anhängsel von dir.

Und weißt du was? Er hat recht!

Ich hab dir Waschsachen hinterlegt. Und Gewand.

Gibt's keine Einzelzelle? - Nein.

Ich brauch was zu schreiben.

Servus!

Tag!

I bin der Schorschi.

Menschenhandel.

Richard.

* dramatische Musik *

Brock! Sie hätten Besuch. Eine Rink Clara.

Wenn S' wollen.

* Musik *

Ich wollte nicht kommen, aber ich brauch ein paar Erklärungen.

Damit ich wieder atmen kann. Wenigstens das.

Ich hab ein Bild von Johannes.

In meiner Vorstellung war er ...

Er war ein guter Mensch.

Fürsorglich, ehrlich, treu.

Aber offenbar war das ein Irrtum.

Er war krank.

Deswegen fickt er eine Hure?

Die Betroffenen sind bei einem akuten Schub nicht in der Lage,

die Folgen ihres Handelns zu bedenken.

Die Impulskontrolle ist gestört.

Sein letzter Impuls war also, mit dieser Eva zu schlafen?

Nein!

Sein letzter Impuls war, auf sie einzustechen.

Johannes hat mir eine Zahlenfolge auf die Hand geschrieben.

Erinnern Sie sich?

Das war Eva Fallers Telefonnummer.

Er wollte, dass ich sie anrufe.

Weil er meine Hilfe brauchte.

Ihre Hilfe? - Ja.

Warum hat er nicht mich um Hilfe gebeten?

Er war vollkommen überfordert.

Spätestens seit dem Angriff auf Peter Bode.

Die Polizei war hinter ihm her, er würde in eine Klinik kommen.

Stationär, dann wäre er machtlos gewesen.

Und hätte nicht mehr eingreifen können.

Wo eingreifen?

Sie beide haben keine Kinder, richtig?

Aus Angst, die Krankheit zu vererben.

Aber es gibt etwas in jedem Menschen.

Einen instinktiven Wunsch, sich fortzupflanzen.

In der Kirche ...

Also, das Video, das Sie mir gegeben haben.

Wo ist Johannes da gewesen?

Wo hat er gekniet, nackt?

Als reuiger Sünder.

Wissen Sie das noch?

Vor einem Altar.

Nein.

Er war vor einem Taufbecken.

Ich glaube, dass Eva Faller von Johannes schwanger ist.

Deshalb hat er sie vor ein Auto gestoßen.

Sie verfolgt.

Und als er in die Enge getrieben wurde, ...

.. wollte er auf sie einstechen.

Auf das Ungeborene.

Um es wegzumachen.

Das alles muss für Johannes schrecklich gewesen sein.

Er wollte es Ihnen nicht antun.

Es tut mir leid.

Alles.

Mir auch.

Wenn ich Sie nicht beauftragt hätte,

würde Johannes leben und die Hure wäre tot.

* ruhige Musik *

Sie ist schwanger.

Von Johannes.

Hast du das gewusst?

Nein.

Kannst du mich bitte in den Arm nehmen?

* Sie schluchzt. *

* dramatische Musik *

Brock? - Petra? Ich bin's.

Du musst was für mich tun. - Das überrascht mich jetzt.

Ich muss wissen, ob Johannes Rink obduziert wird.

Sicher! Hat die Staatsanwaltschaft angeordnet.

Sie werden eine Substanz in seinem Blut finden.

Einen Dopaminagonisten.

Ich kann dem Stadler dazu mehr sagen.

Richtest du ihm das aus? - Okay. Noch was?

Ja.

Du warst ein Wunschkind.

Und ...

.. ich lieb dich.

Sehr!

* Musik *

* Telefon *

Ich will dich buchen.

Für eine Stunde - egal, was es kostet.

Jetzt gleich!

Sag was!

Keine Angst, ich werd dir nichts tun.

Neuwaldegger Höhe 33.

Ich weiß.

* Musik *

Willst du was trinken?

Ich bring dir ein Glas Wasser.

Mach's dir gemütlich!

Ich hoffe, es ist dir recht, wenn ich dich duze.

Kannst du auch machen.

Du warst also schon hier? Auf Hausbesuch?

Wie oft?

Ein paar Mal.

Wo? Unten in der Garage?

Auch in euerm Bett.

War er dir ekelhaft? - Nein.

Wie viele waren dabei, die du ekelhaft gefunden hast?

Wie erträgt man das?

Ich mag das Hässliche.

Bin mir selbst nicht so wichtig.

Hast du Blutungen? Ist dir oft schlecht?

Jedenfalls solltest du zur Vorsorgeuntersuchung gehen.

Komm!

Ich finde, es gibt Dinge, die kann man nur im Bett besprechen.

Da, wo alles angefangen hat.

Wie hast du ihn geküsst?

Zeig's mir!

Du schmeckst nach Milch.

Es wird also ein schönes Kind.

Es ist mein Kind.

Nur leider im falschen Bauch.

Ich will es haben!

Ich will dir das Kind abkaufen.

Ich zahl dir hunderttausend Euro im Jahr.

Bis zur Volljährigkeit des Kindes.

Dann erhältst du 20.000 Firmenaktien.

Das sind 1,8 Millionen nach heutigem Stand.

Wir wissen doch beide, dass du damit überfordert wärst.

Bei mir bekommt es die Liebe, die es braucht.

Abgesehen von der besten Erziehung.

Du wirst stolz auf ihn oder sie sein.

Heimlich natürlich.

Dieses Kind wird nie von deiner Existenz erfahren.

Das ist eine der Bedingungen.

Du wirst weder rauchen noch trinken, keine Drogen.

Bis zur Geburt wöchentlich ein Bluttest

und auf Geschlechtskrankheiten untersuchen.

Ist ja normal für dich.

Die Geburt erfolgt im Krankenhaus meiner Wahl

per Kaiserschnitt durch meine Ärzte.

Dann gibst du mir das Baby zur Pflege.

Glaubst du, ich bin dein Brutkasten?

Das hast du dir ausgesucht, nicht ich.

Wenn mich wer bucht,

dann läuft das so:

Eine Stunde, ein Mal kommen.

Du hast dich jetzt gründlich ausgerotzt.

Deswegen ist die Zeit um.

Ich scheiß auf deine Almosen.

Du bekommst ein Drittel.

Das Kind erbt den Rest.

Selbst wenn dein Mann ein Testament gemacht hat, bleibt der Pflichtteil.

300, 400 Millionen?

Nur das Kind erbt. Nicht du.

Ja.

Aber in 18 Jahren wird ein Hurensohn in die Rink AG spazieren.

Und er wird sagen: Meins!

Und dann alles verkaufen.

Wenn Sie fragen, warum, wird er sagen:

Weil meine Mutter Hunger hat, die alte Hure.

Du willst dein Kind großziehen? Wie?

Für jeden Cent, den du vom Erbe ausgibst,

wirst du Rechenschaft ablegen müssen.

Beim kleinsten Fehler hetz ich dir das Jugendamt auf den Hals.

Nach 18 Jahren kriegst du vielleicht was, wenn du durchhältst.

Du wirst dieses Kind nie lieben können.

Du auch nicht. - Doch.

Weil ich Johannes geliebt hab.

Wenn du es ansiehst, wirst du mich sehen.

Nein, ich werd dich vergessen.

Irgendwann.

Ich verdopple mein Angebot.

Höher geh ich nicht.

Wir kriegen beide das, wonach wir uns sehnen.

So gut es eben geht.

Was wir falsch gemacht haben, kann man sowieso nicht mehr ändern.

Es wird vielleicht ein bisschen erträglicher.

Bleib heut Nacht!

Überleg's dir!

Die ganze Nacht?

Das kostet 5000 extra.

Gut.

Ihre Tochter hat mich ang'rufen.

Johannes Rink hat wirklich was im Blut g'habt.

Einen Dopaminagonisten.

Woher ham S' das g'wusst?

Weil die Krankheit nicht einfach so ausbricht.

So plötzlich und heftig zugleich.

Ohne dass jemand nachhilft.

Woher hat er das g'habt?

Das könnt ich Ihnen beantworten, aber nicht von hier.

Die Obduktion bestätigt eh Ihre Version der Ereignisse.

Auch die Aussage von Frau Faller.

Die Untersuchungshaft ist aufgehoben, Sie werden auf freiem Fuß angezeigt.

Entlassungspapiere san unten.

Was ham S' jetzt vor?

Meine Tochter wird Sie auf dem Laufenden halten.

Die is beurlaubt.

Ich weiß.

Aber mit Ihnen will ich nix zu tun haben.

* stimmungsvolle Musik *

Was denkst du?

Dass du einen Test machen solltest - ob's von Johannes ist.

Ja.

Das Kind wird eine männliche Bezugsperson brauchen.

Du hast gesagt, es war ein Fehler, auf eine Familie zu verzichten.

Zwei Mal mach ich ihn nicht.

* Telefon *

Hallo!

Okay.

Nein, er ist hier bei mir.

In Ordnung.

Bis gleich.

Es war Richard Brock.

Sie haben ihn freigelassen.

Er kommt her, ist schon unterwegs.

Was will er von dir? - Nichts.

Er will mit dir sprechen. - Aha!

Wie stellst du dir das vor?

Mit uns?

Ich weiß nicht, ich ...

Ich werd mit dem Kind hier sein, du besuchst uns, wenn du möchtest.

Oft, hoff ich.

* dramatische Musik *

Herr Brock!

Es dauert nicht lang.

Danke!

Herr Bode, wohnen Sie schon hier?

Was? Nein.

Sondern?

Wir versuchen, eine Lösung zu finden. - Eine Lösung?

Wofür?

Ich habe Eva Faller angeboten, mich um das Kind zu kümmern.

Wir haben einen mündlichen Vertrag.

Einen Vertrag? - Ja.

Dass Clara das Kind großziehen darf.

Frau Faller verzichtet auf ihre Ansprüche.

Es ist das Einzige, das noch von ihm da ist.

Sonst ...

Sie sind verwirrt, das ...

Das versteh ich.

Das bin ich auch.

Ich hab mich die ganze Zeit gefragt,

warum Ihr Mann plötzlich überschnappt.

Warum er fremd geht, ein Kind produziert, das er nie wollte.

Aus heiterem Himmel, ohne Voranzeichen.

Hat Ihr Mann Parkinson gehabt? - Nein, warum?

Er hatte ein Mittel gegen Parkinson in seiner Tasche.

Und im Blut.

Ich vermute, dass er Schlafstörungen hatte.

Und extrem reizbar war.

Sich unwohl fühlte.

Deshalb hat er seinen Hausarzt kontaktiert.

Sie haben ihm etwas gegeben.

Leider das Falsche - bewusst!

Pramipexol.

Dann sind Sie seelenruhig in den Urlaub gefahren.

Sie haben die Prodromalphase der Schizophrenie mitbekommen.

Pramipexol ist ein Dopaminagonist.

Absolut kontraindiziert bei einer Schizophrenie.

Es verschlimmert die Symptome.

Die Patienten haben Bewegungs- störungen, schlafen spontan ein,

es vermindert die Impulskontrolle, steigert den Sexualtrieb.

Er hat nicht gewusst, wohin mit seiner Geilheit. Wie Sie!

Das ist lächerlich!

Macht Ihnen die Wahrheit solche Angst?

Wie lange sind Sie beide schon beste Freunde?

15 Jahre?

Rein statistisch gibt es sehr wenige platonische Beziehungen.

Weil die Männer generell sich sexuell angezogen fühlen.

Weit mehr, als man dachte.

Deshalb haben Sie gewartet.

Auf eine günstige Gelegenheit gehofft.

Jahrelang.

Bis Sie endlich am Zuge sind.

Das ist ... das ist ... hanebüchen!

Er hätte sich dieses Zeug überall besorgen können.

Es ist durch Sie ein Mensch gestorben, den ich sehr mochte.

Verpackungen, Herr Bode, ...

.. von rezeptpflichtigen Medikamenten sind gekennzeichnet.

Man kann die Lieferkette nachvollziehen.

Ich wette, Sie endet bei Ihnen, in Ihrer Ordination.

Es hätte ohnehin nicht funktioniert.

Bei einem Verbrechen aus Leidenschaft

bleibt nur das Verbrechen übrig.

Die Leidenschaft erlischt, das ist das Problem.

Ich wollt das nicht.

Ich wollte nur, dass du ihn weniger liebst, irgendwann.

Und mich etwas mehr.

Hast du das wirklich nie gemerkt?

Natürlich hast du. Bist ja nicht blind.

Aber ...

.. es ist nie was zurückgekommen.

Nicht mal jetzt.

* melancholische Musik *

* Musik *

Herr Tauber?

Herr Doktor!

Meine Tochter hat gesagt, Sie wollen mich sprechen.

Ist was passiert?

Es geht um die Mama.

Sie kann nimmer.

Was? - Kochen.

Für die Leute da sein.

Bis spät in die Nacht.

Sie will auch nimmer.

Wen anstellen, einen Koch, das zahlt sich ned aus.

Wegen der Nebenkosten.

Wir sperren zu.

Für immer.

Mhm.

Ich wollt, dass Sie's als Erster wissen.

Danke!

* Musik: "Hello" von Fox Shadows" *

Vielleicht mach ich ja doch was eigenes.

Ein Wirtshaus oder so.

# Hello! What do you like to know?

# What do you like to say?

# Maybe you are alone.

# Maybe I'm on my way.

# Nothing is wrong with you.

# Nothing is wrong with me.

*

*

*

*

*

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