All language subtitles for ger.ger

af Afrikaans
ak Akan
sq Albanian
am Amharic
ar Arabic
hy Armenian
az Azerbaijani
eu Basque
be Belarusian
bem Bemba
bn Bengali
bh Bihari
bs Bosnian
br Breton
bg Bulgarian
km Cambodian
ca Catalan
ceb Cebuano
chr Cherokee
ny Chichewa
zh-CN Chinese (Simplified)
zh-TW Chinese (Traditional)
co Corsican
hr Croatian
cs Czech
da Danish
nl Dutch
en English
eo Esperanto
et Estonian
ee Ewe
fo Faroese
tl Filipino
fi Finnish
fr French
fy Frisian
gaa Ga
gl Galician
ka Georgian
de German
el Greek
gn Guarani
gu Gujarati
ht Haitian Creole
ha Hausa
haw Hawaiian
iw Hebrew
hi Hindi
hmn Hmong
hu Hungarian
is Icelandic
ig Igbo
id Indonesian
ia Interlingua
ga Irish
it Italian
ja Japanese
jw Javanese
kn Kannada
kk Kazakh
rw Kinyarwanda
rn Kirundi
kg Kongo
ko Korean
kri Krio (Sierra Leone)
ku Kurdish
ckb Kurdish (Soranî)
ky Kyrgyz
lo Laothian
la Latin
lv Latvian
ln Lingala
lt Lithuanian
loz Lozi
lg Luganda
ach Luo
lb Luxembourgish
mk Macedonian
mg Malagasy
ms Malay
ml Malayalam
mt Maltese
mi Maori
mr Marathi
mfe Mauritian Creole
mo Moldavian
mn Mongolian
my Myanmar (Burmese)
sr-ME Montenegrin
ne Nepali
pcm Nigerian Pidgin
nso Northern Sotho
no Norwegian
nn Norwegian (Nynorsk)
oc Occitan
or Oriya
om Oromo
ps Pashto
fa Persian
pl Polish
pt-BR Portuguese (Brazil)
pt Portuguese (Portugal)
pa Punjabi
qu Quechua
ro Romanian
rm Romansh
nyn Runyakitara
ru Russian
sm Samoan
gd Scots Gaelic
sr Serbian
sh Serbo-Croatian
st Sesotho
tn Setswana
crs Seychellois Creole
sn Shona
sd Sindhi
si Sinhalese
sk Slovak
sl Slovenian
so Somali
es Spanish
es-419 Spanish (Latin American)
su Sundanese
sw Swahili
sv Swedish
tg Tajik
ta Tamil
tt Tatar
te Telugu
th Thai
ti Tigrinya
to Tonga
lua Tshiluba
tum Tumbuka
tr Turkish
tk Turkmen
tw Twi
ug Uighur
uk Ukrainian
ur Urdu
uz Uzbek
vi Vietnamese
cy Welsh
wo Wolof
xh Xhosa
yi Yiddish
yo Yoruba
zu Zulu

Original subtitles

Downloaded from YTS.MX

Official YIFY movies site: YTS.MX

((Frau) Mein lieber Beethoven,

wenn Sie nach 32 Jahren jetzt einen Brief von mir erhalten,

so mag das daran liegen,

dass ich auf den letzten keine Antwort erhielt.

Recht ist das nicht, jetzt um so weniger, da wir alt sind

und uns an den Bildern unserer Jugend ergötzen.)

*dynamische Musik* Nicht so schnell!

((Lehrer) Nicht so flüchtig!)

Ich will jeden Ton hören.

Und im Takt! *rhythmisches Schnalzen*

((Frau) Gottlob, dass ich mit meiner Familie von Ihnen sprechen darf.

Wir sind stolz, dass ein so großer Mann bei uns ein und aus ging.)

(Mädchen) Was wohl drin steht?

Er liest ihn zum dritten Mal.

Er ist so empfindsam.

Wie seine Musik.

Hört er wirklich nichts? - Gar nichts, Madame.

Er ist stocktaub.

Wissen Sie, Herr van Beethoven,

wir durften die triumphale Urauf- führung seiner 9. Sinfonie erleben.

Wohin geht die Reise?

Auch nach Linz?

Nein, ein anderer Onkel von mir besitzt hier ein Landgut.

Der Meister braucht Ruhe.

(Dame) Sind nicht Sie der Rekonvaleszent?

((Frau) Haben Sie keine Sehnsucht nach Ihren Freunden,

nach den Rheinufern, an denen wir so glücklich waren?)

*ruhige Musik*

(Oder liegt Ihr Schweigen doch an Ihrem schmerzhaften Abschied?)

*ruhige Musik*

(Seien Sie gewiss, lieber Beethoven,

ich habe Ihnen schon lange verziehen!)

*ruhige Musik*

(Mann brüllt) Noch mal! Los!

*Ein Cembalo erklingt.*

*Cembalospiel*

Hast du schlecht geschlafen?

*Das Kind weint.* Alles wird gut.

*Musik*

*lautes Knallen*

Was steht hier? Was da steht!

*Klopfen*

(Nachbar) Wissen Sie, wie spät es ist?

So geht das nicht, Herr van Beethoven.

Meine Nacht ist kurz genug. - Unsere auch.

Bald brüllen Sie wieder in Ihrer Backstube.

Da ist an Schlaf nicht mehr zu denken.

Das ist ja ... - Impitoyable.

Spiel!

(Nachbar) Das lasse ich mir nicht bieten!

Der Junge ist müde, Jean. Lass ihn.

*lebhafte Musik*

*lebhafte Musik*

Louis!

Louis! - Jean!

Lass ihn!

Er muss üben, üben, üben.

Mozart hat auch ständig geübt. - Er ist ein Kind.

Ein achtjähriger Junge.

Mit acht hat Mozart seine erste Sinfonie komponiert.

Er ist nicht wie der Mozart.

*gefällige Orchestermusik*

*lebhaftes Klavierspiel*

*lebhafte Musik*

*Orchestermusik*

Was spielt er für eine Musik?

Das neue Klavierkonzert von Mozart, Euer Gnaden.

Mozart? Wer ist das?

Sie kennen Mozart nicht? Ganz Wien schwätzt von dem.

(laut) Besonders die Damen.

(Gräfin) Ein respektloses Bürschle ...

*Das Spiel verstummt.*

Was hat er?

Warum spielt er nicht weiter?

Louis! Spiel weiter!

*Die Musik setzt wieder ein.*

*sanfte Musik*

Komm!

*Eine Frau singt.*

*Sie tuscheln.*

Haben Kurfürstliche Gnaden der Vortrag meines Sohnes gefallen?

Fünf Taler?!

Los, los!

Untertänigsten Dank.

Komm!

*Orgelmusik erklingt.*

(singen) # Halleluja.

# Halleluja.

# Halleluja.

*Gesang*

*Orgelmusik und Gesang*

Warte!

*Luft pfeift.*

Was macht ihr da?

Wer ist das? (Bub) Der Erzherzog von Österreich.

Er soll der neue Kurfürst werden, wenn der alte tot ist.

Obwohl er so jung ist? *Das Orgelspiel bricht ab.*

*Er pfeift.*

*Die Sänger singen weiter.*

*Glockengebimmel*

Oh, das gibt Ärger!

*Luft pfeift.*

Ausgerechnet beim Halleluja lasst ihr die Luft ausgehen?

Macht man das hier im Rheinland so mit Protestanten?

Wer von euch ist der Louis?

Du bist das.

Meister van den Eeden hat gesagt, du spielst gut Pianoforte.

Ja, er hat vorm Kurfürsten gespielt. So, so.

Du, Louis?

Wenn ich heute Abend das Hoforchester dirigiere,

kannst du mir da mit den Noten helfen?

Continuo, die Einsätze, da brauche ich drei Hände.

Zum Umblättern brauch ich eine vierte Hand! Aber ich hab nur zwei.

*lebhafte Orchestermusik*

(Sie singen)

# Wilde Hummel, böser Engel. - # Alter Hudler, Galgen-Schwengel.

# Zänkische Metze! - # Trotzkopf!

(Beide) # Ich lache ...

*Gelächter*

# ... deiner Raserei.

*Das Publikum lacht.*

# Wilde Hummel! - # Alter Hudler!

# Böser Engel! - # Galgenschwengel!

*Gelächter*

*Sie lachen lauthals.*

*lebhafte Musik*

*Gelächter*

Louis! Blätter um!

(Beide) # Ich schlage dir den Kopf entzwei.

(Frau) Lass mich runter!

Kommt nicht infrage!

(schreit) Meine Herren!

Ich habe hier ein Prachtstück von einem Weib.

Vom Herrgott beschenkt mit einer hellen, betörenden Stimme.

*Schlag* Au, aua!

Für einen kleinen Obolus wäre sie bereit, eine Probe zu geben.

Das bin ich nicht! - Oh!

Dann geh!

Lass dich begrabschen für ein paar Kreuzer extra!

Da geht sie, meine Angebetete.

Zu Kurfürstliche Durchlaucht auf die Fauteuils.

Meister Neefe!

Ich bin untröstlich, aber könnten Sie mir einige Kreuzer geben?

Die Wirtin gibt mir keinen Kredit mehr.

Tut mir leid, Pfeiffer.

Meine Kreuzer schulde ich dem jungen Herren. Komm!

Oh, Verzeihung! Der Kurfürstliche Obernotenumblätterer!

Hat unser Singspiel gefallen? Ja, war lustig.

Aber die Musik ... Was, die Musik?

Ein wenig einfach. Einfach?!

So redet der vom großen Telemann.

Welche Musik bevorzugen Monsieur?

Mozart. Mozart?

Mhm, Mozart!

Komm! Spiel uns was von Mozart.

*Er stimmt einige Töne an.*

(singt) # Leck mich ...

im Arsch.

# Gschwindi!

# Gschwindi!

# Leck im Arsch mich gschwindi.

# Leck mich! *Louis improvisiert.*

# Leck mich, leck mich !

# Gschwindi, gschwindi! *Die anderen stimmen ein.*

Alle!

(alle) # Leck mich im Arsch, gschwindi!

# Gschwindi!

# Leck mich

im Arsch.

*lebhafte Musik*

*Die Musik endet.*

Das hast du noch nie gespielt? Nein.

Herr van Beethoven!

*entfernter Gesang* Herr van Beethoven!

Ach so ...

*Plätschern*

Da Herr van den Eeden schon länger unpässlich ist ...

Ich wäre gern bereit, den Ludwig zu unterrichten.

Er? Den Ludwig unterrichten?!

Was bildet er sich ein? Wer ist er?

Ich habe Erfahrung im Unterrichten.

Auch habe ich das Glück, selbst Schüler des großen Johann Adam ...

Ich sag Ihnen was.

Der Name "Beethoven" hat einen Klang hier bei Hofe.

Mein seliger Vater war hier Kapellmeister.

Wenn ich einen Lehrer suche ... *Stimmengewirr*

Kompanie, los! - Oh, Gott! Der Louis!

(Mann) Beeilung!

*Gesang wird lauter.*

Los, schneller! Macht schon!

(Soldat) Im Namen des Gesetzes, Ruhe!

(Pfeiffer) Herr van Beethoven!

Kommen Sie! - Louis, komm!

*entferntes Stimmengewirr*

Gute Nacht! Gute Nacht, Herr Kapellmeister.

Passen Sie auf, Belderbuschs Spitzel sind überall.

Wie halten Sie das aus, als Künstler?

Komm!

Der Kurfürst hat uns Beethovens immer anständig behandelt.

Woanders ist es viel schlimmer.

Ist das ein Grund, sich von den Herren unterdrücken zu lassen?

"Keine Unterwerfung ist so vollkommen wie die,

die den Anschein der Freiheit wahrt." Komm!

Ist das von Ihnen? - Natürlich nicht.

Vom großen Rousseau. - Ach so.

Hier wohnen wir. Erwarten Sie nicht zu viel, Monsieur.

Brr!

Wir sind da.

*Er ächzt.*

Vorsicht!

Da sind empfindliche Instrumente und Apparaturen drin.

Er wollte uns doch eine Kutsche schicken.

Da, Onkel!

Willkommen in Gneixendorf, lieber Bruder!

(Bruder) Los, los! Willkommen!

Willkommen!

Warum schickt er mir diesen Schinderkarren?

Meine Frau musste dringend nach Krems.

Besorgungen machen.

Das ist der Dank, dass ich dir wie ein Vater war.

Zeig mir mein Zimmer. Da entlang!

Konstanze! Zeig meinem Bruder sein Zimmer, bitte!

Du, kümmere dich ums Gepäck!

Lass dich mal anschauen.

Warum machst du so was? - Verzeihen Sie, Onkel.

((Karl) Er kann ein sehr herrischer Mensch sein.)

*düstere Musik*

*fröhliche Stimmung*

Das ist der Korrepetitor, der mich 300 Gulden gekostet hat.

Das sind meine Kommilitonen. Wir teilen uns ...

Den Rest versäufst du hier?

*Klirren* Na, warte!

Schuft! Betrüger! Faulpelz!

Au! Dieb, du!

*Musik überlagert die Ausrufe.*

*dynamische Musik*

*ruhige Musik*

*dumpfe Musik*

*dumpfe Musik*

*kaum vernehmbare Musik*

*lebhafte Musik*

Was spielt er da, mon dieu? Viel zu langsam!

Allegro, schnell! Nicht andante, fast laufend.

*Er spielt zackig.*

Ba, bam, ba, bam!

Da, da, da, ta!

Da, da, da, ta!

*Sie spielen forsch.*

*unruhige Musik*

*unruhige Musik*

*Kinder kreischen.*

Kutscher!

*Die Kinder lachen.*

*Das Spiel bricht ab.*

Das ist keine Musik! Das ist Katzengejammer.

Warum hören Sie auf, Schuppanzigh? Also ...

Wenn Sie das ernst meinen, das ist der reine Spott!

Aber mittlerweile ist sein Kopf verwirrt von der Taubheit.

Würde er sich an meine Tempi halten und nicht an seine eigenen ...

Aber Sie sind bequem geworden, zu faul zum Üben.

Nun schieben Sie's auf meine Musik.

*Kritzeln*

Habe die Ehre!

Darf ich?

Es ist nur die Fuge, Maestro. Die Cavatina ist großartig,

und die übrigen Sätze auch. Nicht wahr, Herr Holz?

Warum schreiben Sie nicht das Finale neu?

Ich soll die Fuge wegschmeißen?

Wer hört sich das an? Diese Dissonanzen!

Diese Stimmen, die nicht zueinander passen.

Was?

*Seine Stimme ist nur dumpf vernehmbar.*

... kauft kein Mensch. Was sagt er?

Sagen Sie es ihm, Herr Holz. Auf Sie hört er.

Es ist zu schwer, Maestro.

Unspielbar.

Unspielbar?

Maestro, die Wirtin von Ihrem Neffen.

Wo ist Karl? Er ist verschwunden.

Er hat eine Pistole genommen, die mein Mann weggesperrt hat, Maestro.

*unruhige Musik*

*unruhige Musik*

*lebhafte Musik*

*entferntes Stimmengewirr*

*lebhafte Musik*

*Es donnert.*

*lebhafte Musik*

*Donnern*

*unruhige Musik*

*Knallen*

Ludwig!

Hast du das geschrieben?

Hast du noch mehr geschrieben?

Eine Sonate?

Los, spiel sie mir vor.

*Gefällige Musik erklingt.*

Halt!

Warum hast du das geändert?

Meister van den Eeden sagt, das ist gegen die Regeln.

Macht Meister van den Eeden die Regeln?

Nein, die stehen in einem Buch.

Ein französisches Buch. "Démonstration ..."

"... du Principe de l'harmonie" von Jean Philippe Rameau?

Darf ich mal? Mhm.

*Gefällige Musik erklingt.* Sehr schön.

Sehr langweilig.

Als ob immer alles schön sein müsste.

Wenn du dich nach dem hier fühlst:

*dissonanter Klang*

... weil du wütend bist, dich ungerecht behandelt fühlst,

weil du es nicht mehr aushältst,

dann mag das Meister van den Eeden

oder Monsieur Rameau nicht gefallen,

aber es ist wahr, und nur das zählt.

Die Wahrheit. Das hier ...

*Tür wird geöffnet.*

Sie haben einen hochtalentierten Sohn, Madame.

Sie sind mit der Bezahlung Ihrer Logis überfällig, Herr Pfeiffer.

Der Kurfürst glaubt, wir Künstler leben von Luft und Liebe alleine.

Sie schlagen sich auf unsere Kosten die Bäuche voll.

Könnte Belderbusch sonst mit leerem Magen die Äbtissin beglücken?

Doch nicht vor den Kindern!

(Pfeiffer) Sie denken, ich sei der Tellheim,

der blühende Mann.

Der voller Ansprüche, voller Ruhmbegierde,

der seines ganzen Körpers, seiner ganzen Seele mächtig war.

*Getuschel*

Dieser Tellheim bin ich ebenso wenig,

als ich mein Vater bin. Ich bin Tellheim,

der Verabschiedete, der an seiner Ehre Gekränkte,

der Krüppel, der Bettler.

Deine Hand, lieber Bettler!

Das ist zu viel, lassen Sie mich, Fräulein!

Ihre Güte foltert mich, lassen Sie mich.

Was ist Ihnen? Wo wollen Sie hin?

Von Ihnen. Sie nie, nie wiedersehen.

Lassen Sie mich, Minna! - Sie lassen?

Tellheim!

*Bravo-Rufe im Publikum*

*Applaus*

Was bildet sich der eitle Geck ein?

Mich lächerlich zu machen auf der Bühne.

Ich habe dabei nur an Sie gedacht. Diese Enttäuschung, ganz Wahrheit.

Es war Ihr Triumph, Madame. - Triumph?

Vor Durchlaucht hält er mich zum Narren!

Wenn schon zur Närrin.

Das ist unser Schicksal.

Wir sind Narren der Herrschenden. Wir schneiden die Grimassen,

die sie befehlen und sprechen die Wahrheit, die sie hören wollen.

Sie sprachen heute die Wahrheit eines Lessing,

Worte der Aufklärung.

Warum nehmen Sie das nicht ernst? Was ist das für eine Wahrheit?

Oh, mein Fräulein.

Welche Gnade! Welche Gerechtigkeit.

Das ist mehr, als ich verdiene.

Mein Glück, meine Ehre, alles ist wieder hergestellt.

Das ist die Wahrheit eines Lessing.

Die Ehre des Majors, wiederhergestellt vom König,

nachdem ihn dieser auf das Schlachtfeld getrieben hat,

wo Tellheim ihm seinen Arm geopfert hat, in einem sinnlosen Krieg.

Dann buhlt dieser Tor um die Wiederherstellung seiner Ehre!

Die Ehre eines Lessing ist nur die Ehre der Herrschenden.

*Tür wird geöffnet.*

Haben wir die Herrschaften in einer Darbietung ihrer Kunst unterbrochen?

Der Herr Pfeiffer deklamierte gerade einige Verse Lessing.

Da kommen wir gerade recht.

Fahre er fort.

Es ist mir eine Ehre.

Wir plauderten gerade über die Wahrheit von Lessing.

Das hier ...

ist die Wahrheit des Volkes.

"Wir halten es für wahr, dass alle Menschen von Gott gleich erschaffen

und mit folgenden Rechten bedacht wurden:

Leben, Freiheit, und ein Streben nach Glückseligkeit."

Was redet er da?

"... und eine neue Regierung einzusetzen,

die auf der Verpflichtung nur dem Volk zu dienen, gründet."

Ist er am Ende?

Nein, Exzellenz!

"Wenn Misshandlungen und gewaltsame Eingriffe

das Volk um seine Rechte bringt, so ist es des Volkes Recht,

ja, seine Pflicht, solche Regierungen abzusetzen

und sich für sein künftiges Wohl eine geeignetere zu verschaffen."

Ich an Ihrer Stelle würde nicht warten,

bis Belderbusch seine Wachen schickt.

Herr Pfeiffer, was haben Sie da vorgelesen?

"Eine Erklärung der Repräsentanten

der Vereinigten Staaten von Amerika"?

Wenn du frei sein willst ...

Ludwig, richtig frei ...

nur den Himmel über dir,

und lieben und begehren, wen du willst,

und sei es die Königin,

dann musst du nach Amerika gehen.

*Klopfen* (Mann) Aufmachen!

*heftiges Klopfen* Aufmachen!

Was ist? Hier wohnen nur ehrliche Leute.

Wohnt hier der Schauspieler Pfeiffer?

Oben, beim Beethoven.

*spannende Musik*

Was wollen die Soldaten?

*spannende Musik*

Halt! Hier unten ist der Jeck!

*spannende Musik*

*Klopfen*

(Holz) Meister! Herr van Beethoven!

*Klopfen*

Was ist?

(laut) Sie haben den Karl gefunden.

Wo?

Sie haben ihn zu seiner Mutter, Ihrer Frau Schwägerin, gebracht.

*spannende Musik*

*Die Hufe klappern.*

*leises Tuscheln*

*dramatische Musik*

*dramatische Musik*

*dumpfe Laute*

Kommt er zurück?

Nein, er kommt nicht zurück.

Wo geht er hin? Geht er nach Amerika?

Nein, das ist sehr weit. Über das Meer.

Wer unterrichtet mich? (Mutter) Das sehen wir.

Jetzt gehst du erst mal zur Schule.

Zum alten van den Eeden gehe ich nicht mehr. Au!

*Die Tür knallt.*

*lebhafte Musik*

(laut) Ich habe ihn aus Krems herschaffen lassen.

Ich hoffe, er genügt deinen Ansprüchen.

(laut) Reden wir über Karl? Was?

Karl! Was soll ich machen, Johann?

Er ist wie seine Mutter: faul, arbeitsscheu.

Ein Tunichtgut.

Ich musste dem Feldmarschall mein neues Quartett widmen,

damit er Karl noch aufnimmt. Was mich das gekostet hat!

Tut dir dein Geld oder der Junge mehr leid? Was?

Wahrscheinlich war ich ...

zu nachsichtig mit ihm.

Zu milde. Habe ihm zu viel durchgehen lassen.

Jetzt wollen sie ihn ins Irrenhaus stecken.

Zurück können wir erst, wenn seine Wunden verheilt sind.

Bis dahin müssen wir hier unterkriechen.

Ich möchte dich um Verzeihung bitten.

Ich war ungerecht.

Auch wenn ich unserem Bruder versprach, Karl ein Vater zu sein,

hätte ich dein Angebot annehmen

und ihn deiner Obhut überlassen sollen.

Und der werten Frau Gemahlin wird das recht sein?

(laut) Die tut, was ich sage.

Das wäre was ganz Neues. Gratuliere, Fratello!

Du hast auf die Frauen deiner Brüder immer nur herabgesehen, Ludwig.

Was? Du musst das aufschreiben.

Essen um sechs.

*nachdenkliche Musik*

*ruhige Musik*

*melancholische Musik*

*Die Kinder lachen.*

Jetzt komm!

*ruhige Musik*

(singt weinerlich) # Il m'eut été si doux

de t'embrasser ...

*ruhige Musik*

avant l'instant ...

*Sie tuscheln leise.*

Was hat er denn?

Er hat heute ein Kind beerdigt.

Ich hoffe, nicht unser Wunderkind.

Nein, Äbtissin, ein Junge, keine drei Jahre alt.

Gelobt sei Jesus Christus. - Deswegen ist er so incommodé?

*Er schluchzt.*

(singt) # Peut-on affliger ce qu'on aime?

# Pourquoi chercher

a le fâcher?

# Peut-on affliger ce qu'on aime?

# C'est bien

en vouloir à soi-même.

*Er spielt eine Melodie.*

Danke, Monsieur!

Sie haben mich gerettet.

Wer könnte singen, nachdem sein Kind zu Grabe getragen wurde?

Das ist das dritte Kind, das wir verloren haben.

Sie haben drei kräftige Söhne.

Sie sollten dem Herrgott dankbar sein.

Ja, das sollte ich.

Herr Neefe ...

Würden Sie den Ludwig unterrichten?

Ich glaube, bei Ihnen könnte er noch was lernen.

Glauben Sie?

Es wäre mir eine Ehre.

(Eine Frau singt) # ... einsam und stumm.

# Zärtliche Seelen immer sich quälen.

# Selbst sich betrügen,

(dumpf) und ihr Vergnügen

immer nur ahnden.

# Da, wo sie nicht sind?

# Kannst du mir's sagen,

liebliches Kind?

*Ein Baby weint.* # Kannst du mir's sagen ...

liebliches Kind?

Wer bist du denn? Ich bin der Ludwig.

Ach, du bist das.

*Ein Baby weint.*

Das soll ich Ihnen geben. Danke!

Komm rein, was hast du für Noten mitgebracht?

Haben Sie gesungen? Hat's dir gefallen?

Besonders die Worte.

Ja, der Dichter ist ein Genie.

Beim Komponisten ist man sich noch nicht einig.

Wie heißt der Dichter? Johann Wolfgang von Goethe.

Wer ist der Komponist? Mein Mann.

Das hast du gespielt?

Ja, mein Vater hat sie für mich kopiert, aus der Bibliothek.

Wie hast du das studiert? Abgespielt.

Vom Blatt?

Ja, natürlich.

Setz dich hin.

Da, spiel mal!

*Er spielt flüssig ein lebhaftes Stück.*

*lebhafte Musik*

*Das Spiel endet.*

Wer hat das geschrieben? Der alte Bach.

Johann Sebastian. Wo lebt er?

Er ist tot, er lebte in Leipzig, wo ich studierte.

War er Ihr Lehrer?

Nein, er ist vor 30 Jahren gestorben.

*Er stimmt ein Lied an.*

*Er spielt flüssig.*

Sind das drei Stimmen? Ja.

Schau ...

Es beginnt in der Altstimme. *Er spielt die Melodie.*

Er formuliert einen musikalischen Gedanken.

Der geht bis hier. Dann kommt der Sopran.

*Er spielt eine Melodie.* Hier der Bass.

Am Anfang ist der Gedanke allein, als ob er sich vorstellt.

In der Grundtonart c-Moll.

Jetzt nimmt er den Gedanken wieder auf ...

*Neefes Worte gehen in eine orchestrale Komposition über.*

*Streichinstrumente erklingen.*

*dramatischer Akkord*

*entferntes Klavierspiel* Was ist das?

Weiß er nicht, dass wir essen?

Er schert sich nie um Verabredungen.

Außer er hat jemanden einbestellt, dann gnade dem Gott.

Mein armer Junge!

Tragt das Essen auf, wir warten nicht.

Ich gehe ihn holen.

*Beethoven summt zu einer Melodie.*

(laut) Wir warten auf dich.

*Er klopft laut.*

Kann mir die Magd was bringen? Ich muss den Finalsatz beenden.

Der Verleger wartet.

Etwas Gemüse würde genügen. Und eine Bouteille "Wachauer".

Und Karl soll kommen, ich brauche ihn.

*Er summt einige Töne.*

Er möchte auf seinem Zimmer essen.

Konstanze, bring ihm Gemüse und eine Bouteille "Wachauer".

Sehr wohl. - Das kommt nicht infrage.

Er lässt sich bedienen wie ein Fürst.

Du gehst nicht. - Therese, bitte.

*entferntes Klavierspiel*

Du sollst zu ihm kommen, wenn du fertig bist.

Wenn er bleiben will, soll er zahlen.

Wie bitte? - 40 Gulden.

Das ist nicht zu viel für einen erfolgreichen Musikus.

Für das Pianoforte hat er auch nicht bezahlt.

Mit der Musik geht es im Moment nicht gut.

Aber seine letzte Akademie, die 9. Sinfonie ...

Selbst in Krems spricht man davon.

Auch in London, Paris und Berlin.

Aber sie bringt kein Geld.

Geld bringen die Sonaten für das Pianoforte.

Die Duos, Trios, Streichquartette.

(Tochter) Was komponiert er oben? - Ein Streichquartett.

Aber die letzten sind durchgefallen.

Unverständlich wie Chinesisch, hat ein Kritiker geschrieben.

Du meinst, er hat kein Geld mehr?

Er braucht den Vorschuss für das Quartett, an dem er arbeitet.

*entferntes Klavierspiel*

Dann sollten wir ihn arbeiten lassen.

Geh hoch, Konstanze.

*schwermütige Musik*

*ruhige Musik*

*Missklang, Klirren*

*lautstarkes Poltern*

Entschuldige mich, Tante.

*Die Flasche rumpelt.*

Lass sie nur.

Wie heißt du?

Konstanze.

Du musst es mir aufschreiben.

Kannst du deinen Namen nicht schreiben?

Komm her!

Noch näher.

Jetzt sage es noch mal.

(deutlich betont) Konstanze.

Wie die Frau vom Mozart! Kennst du Mozart?

(entrüstet) Was?! Du kennst den Mozart nicht?

Kennst du das?

*Er spielt die Ouvertüre aus "Die Entführung aus dem Serail"*.

Kennst du das nicht?

Da geht es auch um eine Constanze,

die von Piraten auf dem Sklavenmarkt verkauft wird.

Gott sei Dank an einen netten älteren Herren, so wie mich.

Ihr Verlobter kommt und will sie befreien.

Hast du einen Verlobten?

Aber davor wird er geschnappt und gehängt.

Der Henker ist ein Muselmann, der alle Christen hasst.

# Wie will ich triumphieren, wenn sie euch zum Richtplatz führen.

# Und die Hälse schnüren zu, schnüren zu!

# Und die Hälse schnüren zu ... # ... schnüren zu!

# Über Klingen sollen sie springen

und dazu ihr Liedlein singen,

denn nun hab ich von euch Ruh.

# ... denn nun hab

ich von euch Ruh.

*Das Lied endet.*

*Osmins Arie aus "Die Entführung aus dem Serail" erklingt.*

*Er wechselt zu geistlicher Musik.*

Lustspielmusik in der Morgenmesse?

Und ausgerechnet die Arie eines Muselmanns, eines Heiden!

In Bonn! Was hast du dir dabei gedacht?

Offensichtlich nichts. Umso schlimmer!

Und ich wollte gerade bei Hof fragen,

ob du mich im Sommer als Vikar an der Orgel vertreten kannst.

Welchen Lohn darf ich verlangen? Welchen Lohn?!

Das ist eine Ehre. Dann spiel ich lieber Mozart.

Du bist ein sturer Esel.

Warum soll ich für einen Herren aus reiner Gefälligkeit spielen,

wenn der mir vorschreibt, was ich zu spielen habe?

Der Kurfürst wird ... *Hufeklappern, Wiehern*

Verbeug dich!

*lebhafte Musik*

Sag mal! - (Gräfin) Habt Ihr das gesehen?

*zögerliche Cembalo-Töne*

*lebhafte Musik*

*Ein Baby schreit.*

(Mutter) Was ist denn?

*Die Mutter hustet.*

*Sie hustet ununterbrochen.*

Louis! Die Mutter spuckt Blut.

*lebhafte Musik*

*lebhafte Musik*

(Mann) Vorsicht!

Na, warte!

(Frau entfernt) Der Junge!

Merci!

Junge, was machst du?

Meine Mutter ist krank, ich muss zum Vater.

Wo wohnst du? Da hinten.

Komm, worauf wartest du? Ich sehe nach deiner Mutter.

*Die Mutter hustet.*

(Mutter) Ludwig?

Gnädige Frau! Louis, was geht vor sich?

Ich hab ihm keine Wahl gelassen.

Lasst mich allein mit eurer Mutter.

Kommen Sie!

*Tür fällt zu.*

*Sie spielt einige Töne.*

Hast du das geschrieben?

Ja, eine Sonate. Sie ist noch nicht fertig.

Spiel sie mir vor.

*Er spielt ein dynamisches Stück.*

*Die Mutter hustet entfernt.*

*lebhafte Musik*

Was ist mit der Mutter? Ich lasse einen Doktor holen.

Ich weiß nicht.

Warum? Ein Doktor ist teuer.

Mach dir deswegen keine Sorgen.

Eleonore.

*ruhige Musik*

*Klaviermusik*

*Tür wird geöffnet.*

*schwermütige Musik*

Euer Hochwohlgeboren!

Unser Kurfürst hat die Herren Mattioli und Luchesi beurlaubt,

sodass ich jetzt doppelt belastet bin.

Herr Neefe! Schön, dass Sie trotzdem noch kommen konnten.

Euer Hochwohlgeboren.

*Klaviermusik* Wer spielt da?

Kommen Sie!

Ist das der Komponist, dessen Namen Sie nicht nennen wollten?

Ach, der Louis!

*Er spielt eine beschwingte Melodie.*

Was spielt er da?

Das ...

Carl Philipp Emanuel Bach ist das nicht.

Das ist Ludwig van Beethoven, Herr Neefe.

Geh schon rein.

Bin gleich so weit.

Setz dich ans Klavier.

Sie haben sie stechen lassen? Das hab ich.

"Gewidmet dem Kurfürsten"?

"Erhabenster!

Seit meinem vierten Jahr war die Musik meine erste Beschäftigung.

Ich habe mein elftes Jahr erreicht.

Voll Zuversicht wage ich es, mit diesen jugendlichen Versuchen

mich dir zu nahen. Nimm sie als ein Opfer kindlicher Ehrfurcht auf,

und sieh mit Huld, Erhabenster, auf sie herab

und ihren jugendlichen Verfasser, Ludwig van Beethoven."

Was sagst du?

Das klingt wie von einem Lakaien, der etwas erbittet.

Wir erbitten, dass der Kurfürst dich anstellt als mein Akzessist.

*düstere Klänge*

*melancholische Musik*

*düstere Klänge*

*düstere Klänge*

*düstere Musik*

Ach, der Herr Holz!

Ich dachte, Sie wandeln als verliebter Papageno im Badischen.

(laut) Wir sind verlobt. Hat Pamina nachgegeben? Freut mich.

Was haben Sie da?

Artaria wartet auf den neuen Finalsatz.

Das ...

sind 30 Golddukaten.

Er verdient viel Geld mit einem gewissen Johann Strauss.

Leichte Muse, aber die Leute mögen es.

Was?

(laut) Strauss! Walzer!

*Er spielt einen leichten Walzer.*

*Die Melodie verschwimmt.*

*Orchester setzt ein.*

Mit so etwas kann man heutzutage Geld machen?

*Klaviermusik*

*unruhige Stimmung*

Er hat uns alle entlassen. Was?

Er hat das Theater aufgelöst.

Einen Monat zahlt Ihro gnädigster Durchlaucht noch unser Gehalt!

Ich dachte ... Ihro Gnaden schätzt die Kunst? Nein.

(Mann) Der Hoforganist Neefe soll vortreten!

*leises Stimmengewirr*

(Kurfürst) Was war sein Salär? - 1000 Gulden im Jahr.

1000 Gulden?! Für einen Organisten?

Das kriegt bei uns in Wien ein Kapellmeister.

Wenn Euer Durchlauchtigste ...

Gnaden erlauben ...

Meine Aufgabe war durchaus auch, die Hofkapelle zu leiten,

weil die Signori Mattioli und Luchesi

mit Erlaubnis des seligen Kurfürsten

abwesend waren.

Wer hat den Hofdienst an der Orgel versehen?

Vertretungsweise mein Vikar.

Was hat ihm mein Vorgänger für ein Salär gewährt, diesem jungen Genius?

Nichts. Er ist hier als Akzessist aufgeführt, ohne Gehalt.

Wir hatten darauf vertraut,

dass der selige Kurfürst ihm die Gunst eines Salärs erweisen würde.

Ich werde ihm die Gunst erweisen.

Gewähren Sie ihm ein Gehalt von 150 Gulden per anno.

150 Gulden dafür, dass ich die Frühmesse spiele,

die Sänger begleite, das Continuo bei den Hofkonzerten versehe.

Hast du was an den Ohren?

Mir hat er das Gehalt halbiert.

Ich weiß nicht, wie ich meine Familie ernähren soll.

Warum bleiben Sie dann?

Fragst du mich das wirklich? Ja.

Pfeiffer sagte, wir müssen die Wahrheit in uns selber finden.

Er findet die Wahrheit in einem Kerker, weil er so vorlaut war.

Du musst noch viel lernen.

*dynamische Musik*

Karl! Wo ist er gewesen, gestern?

Karl!

*Klaviermusik erklingt.*

Du solltest zu mir kommen, weil ich Einiges zu diktieren habe.

Der Junge braucht Ruhe ...

Ich mache einen Spaziergang, dann treffen wir uns zum Diktat.

*Türknallen.*

Er kann das nicht hören.

Als ob ich Luft wäre!

(Karl) Soll ich weiterspielen?

Bitte! Es ist wunderschön.

Es ist von ihm.

Er hat mir das Klavierspielen beigebracht.

*Musik erklingt.*

*melancholische Musik*

((diktiert) "Ich bin auf dem Land. Eine Erholung für mich,

weil ich diesen Sommer in der Stadt zubringen musste.)

(Abgestreift ist die Müdigkeit der Stadt, ich fühle mich aufgelegter.)

(Das Quartett ist vollendet, aber noch nicht ganz kopiert,

wird aber in wenigen Tagen abgegeben werden können.)

Was die Herausgabe meiner Werke betrifft,

dürften 4000 Gulden nach Meinung meiner Freunde

nicht zu beträchtlich sein. Schreiben Sie mir dazu baldigst."

Ja, eine Gesamtausgabe kommt raus, dank einer neuen Drucktechnik.

Auch für den gewöhnlichen Musikfreund erschwinglich.

Und das Wolfmayer-Requiem? Ich schreibe kein Requiem!

Er hat 1000 Gulden angezahlt.

Mozart ist darüber gestorben. Erst kommt eine neue Sinfonie.

Die 10.? Wieder in c-Moll. Wie die 5.

Die Philharmonische Gesellschaft in London bestellte sie.

Sie zahlen eine ungeheure Summe.

6000!

Ich verlange 6000. Schreibe:

" ... dürfte die Summe von 6000 Gulden ...

ohne ..."

Was hab ich wieder falsch gemacht?

Hab ich einen Bauern beleidigt?

(laut) Nein! Meine Frau! Sie verlangt Respekt.

Und zwar zurecht!

Wofür?

Dass sie dir ein Kuckuckskind angehängt hat

und dein Geld verbraucht? Was sagst du da?

Gut, ich entschuldige mich. Sonst noch was?

Was?

Die Menschen verletzen, die dich lieben.

Ich sage nur die Wahrheit, wie mit meiner Musik.

Da! Fahr mit den Noten nach Krems und suche einen tüchtigen Kopisten.

Einst bewunderte ich dich, jetzt verstehe ich deine Musik nicht mehr.

Was? (schreit) Ich fahre nach Krems.

*dynamische Klaviermusik*

Hör mit dem Geklimper auf.

*Das Spiel endet.*

Schauen wir uns an, was du zu Papier gebracht hast.

Ah, hübsch!

*lebhafte Melodie*

Sie müssen schneller spielen.

Allegro? Allegro vivace.

*Er spielt schneller.*

Wie sollen da die Streicher mit?

Die können noch viel schneller.

Lassen Sie mich mal.

*Er spielt sehr schnell.*

Nehmen Sie die Geigenstimme.

*Er setzt rhythmisch ein.*

Chaos!

Das ist ein einziges Chaos.

*Er spielt weiter.* Die Töne prasseln durcheinander.

Keine Rede von Tonsatz oder einer geordneten Führung

nach den Regeln des Kontrapunktes.

Hier ...

in den Streichern, was ist das?

*dunkle, unruhige Melodie*

Donner? Kanonen?

Das ist brutal.

Brachiales Accompagnement.

Nicht cantabile.

Außerdem kommt es mir bekannt vor.

*Türknallen*

(Neefes Frau) Was war los?

Er schreibt bei Mozart ab.

Findest du?

Ich fand's irgendwie wilder, entfesselter.

Meine Rede. Das reine Chaos.

Mit Musik hat das nichts zu tun.

*gefällige Musik*

*gefällige Musik*

(Junge) Was macht der Kauz da?

(Eleonore) Das ist Ludwigs Vater. Mama hat ihn eingeladen.

*Sie hustet.*

Wo ist Neefe?

*Musik ist vernehmbar.*

*gefällige Musik*

*Er spielt eine schnelle Melodie.*

*Schlussakkord*

*Bravo-Rufe*

Sie müssen zum Mozart, nach Wien.

Vielleicht ist das nicht nötig. Pardon, Madame?

Gnädige Durchlaucht haben Herrn Mozart ein Angebot gemacht.

Der Mozart ist ein sprunghafter Charakter.

Wenn er verärgert ist, macht er unserem Kurfürsten Versprechungen.

Aber aus Wien wird ihn nichts wegbringen. Très regrettable.

Ich rede mit unserem Kurfürsten.

Sicher finden sich auch noch ein paar Gönner,

n'est-ce pas, Madame?

Définitivement!

Hast du gehört, Vater? Ich soll nach Wien.

Ja.

Wo ist die Mutter?

Sie war plötzlich unpässlich.

Sie lässt sich entschuldigen. Wieder die Lunge?

Oui, Madame. Ein hartnäckiger Husten.

Sie muss es erfahren. Bitte entschuldigen Sie mich.

Meister Neefe! Ich darf zu Mozart.

Was?

Die schicken mich zu Mozart. Ich muss es der Mutter sagen.

*lebhafte Musik*

(Jean) Mach es gut, Junge!

*ruhige Musik*

*dynamische Musik*

*schnelle Melodie*

*dynamische Musik*

*Er ruft dazwischen:* Bravo!

Famos!

Übertreiben Sie nicht, Mozart?

Ihr Konzert ist noch nicht beendet.

Ja, ein wenig zu viel legato.

(Kaiser) Wie meinen?

Zu viel Pedal, zu wenig Akkuratesse.

Ich habe jede Note so gespielt, wie Maestro Mozart sie gesetzt hat.

Kann er spielen, was Maestro nicht gesetzt hat?

Wenn der Maestro mir ein Thema vorgibt.

*Er stimmt ein Thema an.*

Mag er darüber improvisieren?

*Er nimmt Mozarts Thema in seinem Spiel auf.*

*Er improvisiert eine Melodie mit Mozarts Thema.*

*Mozarts Spiel setzt ein.*

*Beide Melodien finden zusammen.*

*dynamische Musik*

Kommen Sie morgen zu mir.

Ich möchte mehr von Ihnen hören.

Wen suchen Sie?

Den Herrn Mozart. Ich glaube, ich bin falsch.

Sie sind richtig. Oben in der Beletage wohnt der Musikus.

Schuldet er Ihnen Geld?

Nein. Nein, wieso?

Da haben Sie mir was voraus. Habe die Ehre, junger Mann!

*Düstere Musik erklingt.*

*Tür wird geöffnet.*

(Frau) Aha!

Herr Mozart hat mich einbestellt.

Ihre Zofe bat mich, zu warten.

Sind Sie ein Schüler?

Jawohl. Er ist nicht da.

Ich weiß nicht, wann er kommt. Das weiß man nie.

Am besten, Sie kommen morgen wieder.

Würden Sie dem Maestro sagen, dass ich da war?

Ludwig van Beethoven.

(Mozart) Appare il spirito del padre?

(Mann) Sì. - E come?

(lispelt) Come una statua, come il suo monumento.

(Mozart) Wir kennen uns.

Ja, von Seiner Majestät.

Ich sollte Sie aufsuchen. Ich war bei Ihnen.

Man hat Sie weggeschickt?

Verzeihen Sie, viele Bewunderer klopfen bei mir.

Constanze schickt sie weg.

E peu, il suo monumento, che aspetto ha?

(lispelt) Come una statua. Lo chiamo: "L'ospite di sasso".

"Der steinerne Gast", genial! Wie fällt Ihnen das ein, Da Ponte?

Oder es ist sein schlechtes Gewissen? La coscienza sporca?

Er ist selbst ein berüchtigter Don Juan, ein Schürzenjäger.

Jetzt kommen Sie, zeigen Sie her!

Grazie!

(singt) # Don Giovanni!

A cenar teco

m'invitasti

e son venuto.

Wie klingt das? Wie eine Drohung.

"Don Giovanni, Sie haben mich eingeladen, mit Ihnen zu speisen."

Er weiß, er wird sterben und singt:

# Non l'avrei giammai creduto, ma farò quel che potrò.

Er lässt Leporello für seine Henkersmahlzeit den Tisch decken.

# Leporello, un altra cena fa che subito si porti!

Es muss ein Gewitter geben, das Theater muss zusammenstürzen.

*Gesang aus "Don Giovanni" erklingt.*

Mille grazie, mio Dante! Dante Ponte!

Kommen Sie!

Fangen Sie keine Oper an, ehe das Libretto was taugt.

Kennen Sie Goethe? Wer ist das?

Ein deutscher Dichter.

Schreibt er Komödien? Nein.

Schlecht, die Leute wollen deutsche Komödien.

Aber die besten Librettisten sind Italiener.

Weil sie aus dem Leben schreiben.

Haben Sie gesehen, dass Ponte keine Zähne hat?

Konnte man nicht übersehen.

Ein von ihm gehörnter Ehemann hat Salzsäure in seinen Wein gekippt.

Die Italiener wissen, wovon sie schreiben. Nehmen wir eine Kutsche!

(singt) # Don Giovanni!

# A cenar teco

*Klavierspiel* m'invitasti

e son venuto!

So war es, oder?

Ja.

Sicher? "Gemeint" und "Geschissen" ist oft zweierlei.

Zeigen Sie her!

Bescheidene Versuche ... Drei Klavierquartette.

Es-Dur, er traut sich was.

(lacht) Allegro in es-Moll?

Da werden Ihnen die Streicher die Leviten gelesen haben.

Das kommt mir bekannt vor. Sechs Variationen ...

Ja, das ist eine Verbeugung vor Ihnen.

Eine Verbeugung? So, so ...

Eine akkurate Schrift hat er. Kopieren Sie meinen "Don Giovanni"?

Bitte! Kommen Sie.

Da ist Papier, Tinte.

Feder. Bitte, Monsieur.

*Klavierspiel*

(singt) # Non l'avrei giammai creduto,

ma farò quel che potrò.

# Leporello, un altra cena

fa che subito si porti!

# Ah, padron!

# Ah, padron!

# Ah padron! Siam tutti morti.

# Vanne dico!

# Ferma un po'!

*gewaltige Orchestermusik*

*Orchestermusik*

Woran arbeitet er?

Sein Verleger will den Finalsatz seines Streichquartetts nicht.

Er soll einen neuen komponieren. - Das macht er?

Wenn man ihn gut genug bezahlt.

Es muss kopiert werden. Schlesinger erwartet es.

Und ich erwarte sein Honorar. Was ist mit dir?

*dynamische Musik*

*düstere Musik*

*Die Tür fällt zu.*

*fröhliche Musik*

*dynamische Musik*

*gewaltige Orchestermusik*

Sie sind immer noch da.

Der Wolfi ist schon längst fort.

Ist er gegangen ohne Adieu? Packen Sie zusammen!

Sie können morgen wieder kommen.

Sie sind's wieder.

Es tut mir leid, aber er ist heute unpässlich.

Unpässlich?

Ihn hat die Schwermut überfallen.

Seinem Herrn Vater geht's nicht gut.

Mein aufrichtiges Bedauern!

Und dem Herrn Papa baldige Genesung ...

Gott bewahre! Es wäre für beide besser ...

Der Wolfi müsste sich keine Vorwürfe mehr anhören wegen mir.

Wegen Ihnen?

Er mag mich nicht, der Herr Vizekapellmeister.

Ich bin ihm nicht fein genug.

Der Wolfi ist bestimmt wieder im Kaffeehaus.

Da ist er immer. Gehen Sie hin!

Sagen Sie ihm, er soll die Lektion der Gräfin Thun nicht vergessen.

Auf das Geld sind wir angewiesen. Es geht sich nicht aus.

Aber ... Aber was?

Betteln muss er bei seinen Gönnern. Sonst würden wir verhungern.

... händige mein Quartett nur aus, wenn er dir 60 Golddukaten gibt.

Akzeptiere keinen Wechsel.

Sag ihm, dass ich das mit eigener Hand kopiert habe.

Allein schon dafür müsste er ... Ja!

Ja.

(Kutscher) Hü! Gehen wir!

(Therese) Ja.

Jetzt müssen Sie mit mir vorliebnehmen.

Aber ich bin nicht Ihre Magd.

Gegessen wird im Salon. Außer Sie wollen mit der Dienerschaft essen.

*Eine Billardkugel klickt.* (Mozart) Touché!

*Applaus*

Oh, weh! Gewonnen, Messieurs. Ihre Einsätze, bitte.

Danke schön! Merci!

Da schau her! Sie haben mich wohl die letzten Tage gesucht.

Hat meine Frau gesagt, dass ich hier bin?

Sie lässt ausrichten, dass die Comtesse von Thun wartet.

Sie verdingen sich als Bote?

Können Sie die Nachricht singen? Er ist ein begnadeter Musiker.

Er wird von sich reden machen.

Wie wär's mit einem Kanon?

(singt) # Die Comtesse Frau von Thun ist kein Huhn,

sondern eine kesse Comtesse,

und braucht eine Lektion.

Falls Sie Geld loswerden möchten, Sie wissen, wo ich bin.

(singt leise) # Die Comtesse Frau von Thun ist kein Huhn,

sondern eine kesse Comtesse,

und braucht eine Lektion.

Herr Mozart!

Mein Kurfürst möchte, dass ich bei Ihnen lerne.

Sie haben keine Zeit, aber verspotten Sie mich deshalb nicht.

Wer ist Ihr Kurfürst?

Seine Durchlaucht Max Franz, Kurfürst von Köln.

Er möchte bestimmt, dass ich nach Bonn komme, oder?

Ja, so sagt man. Und, was soll ich tun?

Man würde Ihnen dort mehr Ehre erweisen.

Sie denken, man erweist mir hier keine Ehre?

Täte man das, müssten Sie nicht Lektionen erteilen,

oder einem Fürsten vorspielen, weil Sie ihm Geld schulden.

Dann müsste ich Ihrem Kurfürsten vorspielen, wo ist der Unterschied?

Wir werden immer von der Gunst der Fürsten abhängen.

Wenn wir ihnen fad werden, kommen andere in ihre Gunst.

Es wird Ihnen nicht anders ergehen.

Ich habe momentan keine Zeit, "Don Giovanni" hängt mir im Nacken.

Kommen Sie später, aber vielleicht brauchen Sie mich dann nicht mehr.

Leben Sie wohl, Herr Kollege!

*Hufe klappern.*

*unruhige Musik*

*unruhige Musik*

*entfernte Stimmen*

*ruhige Musik*

Na, endlich! Komm!

*ruhige Musik*

*Er schluchzt.*

Ich hab mir so gewünscht, dich noch mal zu sehen.

*traurige Musik*

*traurige Orgelmusik*

*ruhige Musik*

*Er weint.*

Kommen Sie!

*traurige Musik*

*Jean schluchzt.*

*traurige Musik*

Wo ist der Vater?

Er kommt sicher bald. Komm!

(Jean brüllt) Lasst mich los!

Ihr Hunde! Was ist los?

Hundsfott! Lumpenpack! - (brüllt) Ruhe!

Dein Vater hat dem Schülerhafdings Wein übergekippt.

Ich lasse das nicht durchgehen. Das passiert nicht wieder.

Weil du es bist ... Lasst ihn laufen!

Das allerletzte Mal!

*Jean lacht.*

Hat dich die Mutter geschickt?

Die Mutter ist tot, Vater.

*"Rondo alla turca" von Mozart erklingt.*

*Ein falscher Ton erklingt.* Immer diese Stelle!

Ich bekomme diese ...

Ludwig?

Ich hab mich verspielt. Spielen Sie noch mal!

*Die Melodie erklingt.*

Wie geht's bei Ihnen zuhause?

Wie soll es gehen? Mehr stakkato!

*Er spielt deutlich abgesetzt.*

Versuchen Sie's.

*Sie spielt etwas pointierter.*

Wer macht den Haushalt? Cis!

*Er spielt den Ton an.* Nicht c.

Sie haben doch dieses Hausmädchen.

Ja. Aber Ihre Frau Mama bezahlt mich nicht fürs Plaudern.

*Das Lied erklingt wieder.*

Ich finde, dass sie sehr hübsch ist.

Finden Sie? Darüber habe ich nicht nachgedacht.

Ja, sehr sogar.

Kein Vergleich zu Ihnen. *falscher Ton* Cis!

Also haben Sie doch darüber nachgedacht?

Nein.

Sagen Sie das noch mal.

Was?

Dass Sie mich hübsch finden.

Johann, was machst du hier?

Deiner Schwester geht's nicht gut.

Sie hat gekotzt und zittert.

Pack zusammen und lauf los! Ich schicke einen Arzt.

Es schadet nicht, wenn du weiter übst.

*klangvolle Orgelmusik*

*dramatische Musik*

*Jean schluchzt.*

*Der Pastor spricht auf Latein.*

*Jean weint.*

(Sänger) # Se vuol ballare,

signor contino,

se vuol ballare,

signor contino.

# Il chitarrino le suonerò.

*Tür wird aufgerissen.*

# Il chitarrino le suonerò.

# Sì, le suonerò.

# Sì, le suonerò.

(Jean) Aus! Aus!

Was singt er da?

Das ist nicht zum Aushalten!

Bitte, Herr van Beethoven ...

Sie stören. Warum singt das der Heller?

Und nicht ich? Ludwig?

Bring deinen Vater heim und komm wieder.

Warum darf ich das nicht singen? Ich singe viel besser.

Warum darf ich das nicht singen?

*Die Musik der Arie erklingt.*

Entschuldigen Sie, die Proben haben gedauert.

Das gnädige Fräulein wartet bestimmt.

Haben Sie schon gegessen?

Nein. Dann kommen Sie.

Sie kennen meinen Bruder, den Kanonikus vom Dominikanerkloster?

Hochwürdigster Herr! Ludwig isst mit uns.

Eure Stunden holen wir nach, Kinder.

Aber ...

Setz dich. N'est-ce pas, vous avez faim?

Oui, Madame.

Wie man hört, spielt er Bratsche in der Hofkapelle.

Ja, Eure Eminenz.

Und ist er nicht auch ein angehender Komponist?

Hat ihn der Kurfürst nicht zum Mozart geschickt?

Ja, das hat er.

Welchen Gewinn hat er daraus gezogen?

Abraham!

Lass den Ludwig essen.

Er hetzt den ganzen Tag von einer Pflicht zur nächsten.

Was proben Sie im Hoftheater?

Den "Figaro", die neue Oper vom Mozart, Eure Eminenz.

Wie ist sie?

Einzigartig.

In Wien ist sie durchgefallen.

Die Wiener haben keine Ahnung. Die Musik ist großartig.

Aber sie ist auch ...

Nur zu!

Provokant. Wie meint er das?

Es geht um das Recht des Adels auf die Unschuld einer Zofe.

Der Graf beansprucht die Verlobte des Figaros.

Das Ius primae noctis, so, so!

Was hat Herr Mozart dazu zu sagen?

Er verurteilt es. Zu Recht.

Der Figaro lässt sich das nicht gefallen.

(Bruder) Und der Graf?

Macht sich lächerlich.

Erbärmlich.

Mit welchem Recht kann der Graf die Zofe zur Liebe zwingen?

Da braucht es keine Liebe.

Abraham, bitte!

Gut, dass du Prinzipien hast, Ludwig.

Lass die Suppe nicht kalt werden.

*Entfernt schlägt eine Uhr.*

Louis!

Seit einer Woche warte ich auf die Miete.

Hat der Vater nicht bezahlt?

Mehr hab ich nicht.

Ich rede mit dem Vater. Nächste Woche, Louis.

Sprich mit dem Grafen Waldstein.

Der Kurfürst möge das Salär für deinen Vater dir geben.

So kann er es nicht in die Schenke tragen.

Der Alte wird fluchen.

Meinetwegen. Wer sich so wenig im Griff hat ...

Er ruiniert dein Leben, Ludwig.

Wieso das?

Wann hast du zuletzt etwas komponiert?

Seit dem Tod deiner Mutter nicht eine Note.

Es drängt mich nicht danach.

Die Welt hat ein Recht auf deine Musik.

Die Welt? Wer ist das?

Die Fürsten und Adligen? Feine Gesellschaft?

Gepuderte Gecken, die von unserer Musik so viel verstehen,

wie Sie vom Ackerbau!

Frechheit!

Selbst Mozart muss vor diesem Gesindel kriechen!

Die Zeiten ändern sich. Es brodelt überall.

Die Stimme der Freiheit ist laut.

Und du kannst die Begleitmusik dazu komponieren.

Sie reden wie der Pfeiffer.

Aber nicht so laut und ich sag's nur zu dir.

Dem Fräulein von Breuning würden ein paar Takte

aus deiner Feder Freude machen.

Wie kommen Sie darauf?

*unbestimmter Laut*

Ich muss an die Orgel. Vielen Dank für die Kartoffeln.

*ruhige Musik*

*Ruhige Musik überdeckt das Gespräch.*

*ruhige Musik*

(Eleonore) Meine Mutter gibt eine Soirée.

Sie bittet Sie, zu kommen. Ich bitte Sie auch.

Sie will, dass ich für die Gesellschaft spiele?

Wenn Ihnen danach ist. Aber Sie sollen unser Gast sein.

Würden Sie das tun?

*ruhige Klaviermusik*

*ruhige Klaviermusik*

*ruhige Musik*

*Ihre Worte werden von Musik überdeckt.*

*ruhige Musik*

Sobald dein Onkel zurück ist, reisen wir ab.

*festliche Stimmung*

Mein lieber Herr van Beethoven! Schön, dass Sie kommen konnten.

Natürlich kommt er, wenn die erste Dame der Gesellschaft darum bittet.

Der Kurfürst hat eingewilligt,

Sie bekommen das halbe Salär Ihres Vaters.

Die andere Hälfte kann er ins Wirtshaus tragen.

Auf Ihr Wohl!

Bitte sagen Sie weiter Du, Madame.

Würdest du uns trotzdem die Freude machen und später was spielen?

Ludwig!

Darf ich vorstellen?

Die Grafen Spee und Westerhold.

Man ist jetzt beim Du?

Ja, Ludwig gehört zur Familie.

(Westerhold) Zum Inventar?

Ganz und gar nicht.

Ein Gast, über dessen Besuch wir stets erfreut sind.

Er war gerade in Wien, um dort bei Mozart Lektionen zu nehmen.

In schlechtem Benehmen?

Herr Mozart steht in Bedeutsamkeit,

Stand und Benehmen weit über Ihnen.

Was hat er gesagt?

Das meinte er im übertragenen Sinn. Also, als Musiker.

Und Sie, Herr van Beethoven? Wo stehen Sie?

Stehen Sie auch über uns?

Ein Lakai, der sich zu Großem berufen fühlt.

Hat Ihnen das Mozart beigebracht? Oder der Kaiser in Wien?

(Spee) Joseph II. scheint blind und taub zu sein,

für die Warnsignale aus Frankreich.

Wie sein Bruder und Kurfürstliche Durchlaucht.

(Eleonore) Was reden Sie da?

In Frankreich lässt der König sein Volk verhungern.

Da ist gut, dass unsere Fürsten dem Volk mehr Freiheit gewähren wollen.

Hat Sie Ihr Lakai auch mit seinem revolutionären Furor infiziert?

Wäre er von Stand, hätte ich Genugtuung verlangt.

Ach, ja?

Warum haben Sie das nicht gemacht?

Weil Sie zu feige sind.

Was hat er da gesagt?

Hätte ich meinen Degen hier, dann hätte ich es direkt hier erledigt.

*Schlag, Aufschrei*

*Schritte nähern sich.*

Ludwig?

Was erlaubst du dir?

Wo willst du hin?

*lebhafte Musik*

*lebhafte Musik*

*lebhafte Musik*

*Die Musik endet.*

Was willst du?

Darf ich mich setzen?

Wir sind schon viel zu lange hier.

Lass uns reden, sie ist nichts für dich.

(laut) Wer?

Johanns sogenannte Tochter, Amalie.

Wer ist was für mich? Nicht dieser Bastard!

Du hast Verpflichtungen, Karl.

Mein Freund Stephan von Breuning hat sich für dich verwendet.

Deine Wunden sind verheilt, du musst deinen Dienst antreten.

Dein Onkel Johann ist derselben Meinung.

Den Brief hat er dagelassen, bevor er nach Wien aufbrach.

*Es donnert.*

(liest) "Mein lieber Bruder,

ich kann unmöglich länger ruhig sein über das Schicksal von Karl.

Es ist eine Schande,

dass dieser junge Mensch so seine Zeit vergeudet.

Wem wird man es zur Last legen? Uns beiden nur ..."

Er hat längst gemerkt, dass du dich hier einnisten wolltest.

Aber Johann ist zu sehr ein Beethoven,

als dass er das zulassen könnte.

Ihr wart doch auch mal jung.

Ihr wart auch mal verliebt.

(schreit) Warum lasst Ihr mich nicht in Ruhe ein Mensch sein?

Karl ...

Karl?

Karl!

Karl!

Was ist passiert?

*düstere Musik*

Ja, ich gehe schon.

*Es donnert, Regen prasselt.*

Karl!

Karl!

*melancholische Musik*

*Klopfen*

*Es klopft.*

Darf ich reinkommen?

Natürlich.

*ruhige Musik*

*Es donnert.*

Karl!

Karl!

Karl ...

*Donnern*

Karl!

Verzeiht mir.

Ich habe Euch immer nur enttäuscht.

Komm!

*Es donnert.*

Wart Ihr nie verliebt, Onkel?

Habt Ihr nie daran gedacht, zu heiraten?

Eine Familie zu gründen? Was?

Ich kann dich nicht verstehen.

(laut) Verliebt?

Ich?!

Oft, sogar. Oft ...

Aber ...

sie wollten alle nicht mit, in meine Welt.

Meint Ihr die Musik?

Nur eine ...

wollte mitkommen, in meine Welt.

Woher kommt der denn?

Den hat mir Graf Waldstein geschenkt.

Er klingt fantastisch.

Soll ich was spielen?

Sehr gerne.

*melancholische Musik*

*ruhige, ernste Musik*

*ruhige Musik*

*Die Hufe klappern.*

*entferntes Klavierspiel*

(Jean) Gnädigste!

*Er schnauft.*

Was verschafft uns die Ehre?

Meine Tochter ist bei Ihnen. Sie soll sofort kommen.

Ihre Tochter? Sehr wohl.

*Tür fällt zu.*

Was hast du dir dabei gedacht? Ein Skandal!

Selbst, wenn er kein dahergelaufener Musikus wäre.

Du sagtest, er sei begnadet. Begnadet? Womit?

Sein Vater ist ein Trinker, sein Großvater war Weinhändler.

Und Kapellmeister! Er ist nicht dein Stand.

Sein Betragen heute ...

Er hat sich gewehrt, Graf Spee hat ihn provoziert.

Er wird sich beim Grafen Spee entschuldigen.

Das wird er niemals tun.

Dann wirst du ihn nie wiedersehen.

Ich darf ihn wiedersehen?

Nur, wenn er sich entschuldigt.

Der Graf würde es akzeptieren.

Contenance, Eleonore!

Et seulement pour vos lections de musique!

*fröhliche Musik*

*fröhliche Musik*

(Abraham) Sie sind an der Universität, Herr van Beethoven?

(Eleonore) Ja, Philosophie und Literatur.

Klingt, als hätten Sie unser junges Genie ermuntert.

Unterrichtet nicht ein gewisser Eulogius Schneider die Literatur?

Über den ist man nicht amüsiert. Der Kurfürst sollte ihn entlassen.

Was lesen Sie mit ihm? Die alten Griechen.

Aber auch Schiller. Dieser Brandstifter?

Was ist an Schiller faszinierender als an Aristoteles?

Gestern hat der Professor eine Ode von ihm besprochen.

Warten Sie! Ich habe sie aufgeschrieben.

"Freude, schöner Götterfunken, Tochter aus Elysium,

wir betreten feuertrunken, Himmlische, dein Heiligtum.

Deine Zauber binden wieder, was der Mode Schwert geteilt;

Bettler werden Fürstenbrüder, wo dein sanfter Flügel weilt."

Bettler werden Fürstenbrüder? Eine Hymne an die Freiheit.

Beim Lesen hört man die Töne ...

*Er summt gedankenverloren.*

*Summen*

*Summen*

Das ist wunderschön.

Schreib's auf, Ludwig! Schreib's auf.

Mach ein Oratorium! Ein Oratorium? Ich?

Ja. Sie müssen wieder nach Wien.

Wenn Mozart keine Zeit hat, dann gehen Sie zum Salieri oder Haydn.

Aber hier kommen Sie nicht weiter. Bei allem Respekt!

Der Graf haben recht. Du kannst hier nichts mehr lernen.

Ich bin mit dem zufrieden, wie es ist.

("Meine liebe Freundin!)

Welches Vergnügen mir Ihr Brief verursachte,

vermag ich nicht auszudrücken.

Es hätte pfeilschnell eine Antwort erfolgen sollen.

Ich bin im Schreiben aber nachlässig.

Im Kopf antworte ich öfter, aber will ich es niederschreiben,

werfe ich die Feder weg,

weil ich nicht so schreiben kann, wie ich fühle."

Ah! Johann!

Freut mich, dich wohlbehalten zu umarmen.

(laut) Ich habe dein Geld.

Ich sagte, ich akzeptiere nur Golddukaten.

Morgen ist es wertlos.

Das war zwischen euch abgemacht. Plus 500 Gulden.

Ich habe gut verhandelt.

Hier! Für Kost, Logis und Pianoforte.

Was?

Deine Frau besteht darauf.

Morgen reise ich mit Karl nach Wien zurück.

Höchste Zeit, dass er seinen Dienst dort antritt.

Gibst du mir deine Kutsche? Ich komme dafür auf.

Meine Frau fährt sowieso nach Wien.

Du kannst mit ... Was?

Da gehe ich lieber zu Fuß!

(schreit) Wie du willst!

Gebt mir mein Geld!

Es ist nicht dein Geld. Das hat der Kurfürst entschieden.

Weil du Lügen erzählst!

Alle wissen, dass du dein Geld versäufst.

*Jean brüllt.*

*Er schreit auf.*

(schreit) Was macht ihr mit mir?

Ich bin doch kein Kind.

(schluchzt) Ich bin euer Vater.

*Es klopft.*

Ludwig?

Haydn ist in der Stadt.

Er will dich spielen hören.

*leichte Klaviermusik*

*schnelle Klaviermusik*

*dynamische Musik*

*dynamische Musik*

Was hat er gesagt?

Er hat gesagt, ich soll zu ihm nach Wien kommen.

Das ist großartig.

Und, wirst du gehen?

Weiß ich nicht.

Wir feiern eine Soirée an Silvester. Wirst du kommen?

Ich muss mit der Hofkapelle beim Dinné des Kurfürsten spielen.

Dann komm danach.

Kommst du?

Das ist für dich.

(liest) "Ach, möchte dein Glück meinen Zielen gleichen.

Dann würde es dies Jahr das höchste Ziel erreichen."

*Klopfen*

*Eine Tür wird geöffnet.*

Entschuldige die Störung. Ist der Ludwig da?

Darf ich reinkommen?

Ich muss mit dir reden, Ludwig.

Aber natürlich!

Setzen Sie sich.

Wollen Sie ein Glas Wein? Nein, danke.

Es geht um Eleonore.

Sie macht sich wegen dir Hoffnungen.

Wie meinen, gnädige Frau?

Sie bildet sich ein, mit dir eine Ehe einzugehen.

Das ist völlig unmöglich.

Wir lieben dich als hochbegabten Musikus.

Du hast ungeheure Talente.

Dein Weg muss dich zu Haydn oder Mozart führen.

Meine Familie wird alles tun, um dir das zu ermöglichen.

Für deinen Vater und deine Brüder sorgen wir.

Sie meinen, wenn ich dafür bereit bin, auf Eleonore zu verzichten?

Verzichten?

Ludwig!

Man kann nur auf etwas verzichten, auf das man einen Anspruch hat.

Du hast keinen Anspruch auf Eleonore, sie steht über dir.

*Sie räuspert sich.*

Es ist das beste, wenn du heute Abend unserer Soirée fernbleibst.

*dynamische Klaviermusik*

*Sie spielen vierhändig.*

*dynamische Musik*

(leise) Alle wissen, dass seine Komposition von Ludwig ist.

*Applaus*

Sei nicht so ein Naseweis, Stephan!

*Bravo-Rufe*

Man drängt uns zur Zugabe.

Lieber Graf, gönnen Sie mir eine Pause?

Dann muss ich jetzt eben als Solist weiter dilettieren.

Ist Ludwig nicht mitgekommen? Nein.

Erwarten Sie ihn?

Er feiert mit einigen Kollegen aus der Hofkapelle im Zehrgarten.

So ...

*ruhige Klaviermusik*

*ruhige Musik*

*Jubeln und Johlen*

(Jean) Gnädiges Fräulein! Warten Sie!

Sie können doch nicht allein ... Gnädiges Fräulein! Warten Sie!

*ausgelassene Stimmung, fröhliche Musik*

*Alle johlen, Glas klirrt.*

*Musik dringt nach draußen.*

Gehen Sie besser nach Hause.

Das da drinnen ist nichts für ein Fräulein von Stand.

*Sie johlen.*

*fröhliche Musik, Knallen*

*Ein Pferd schnaubt.*

((Graf) Steigen Sie ein! Die Franzosen sind schon in Koblenz.)

Die Revolution kommt und ich verschwinde.

In Paris gibt's keinen Haydn.

Sie hat Verpflichtungen. Sie wird untröstlich sein.

Brüder, macht mir keine Schande. Herr Neefe wird mir berichten.

*entferntes Gelächter*

(Jean) Louis!

(schreit) Louis!

Louis!

Er ist gefahren, ohne sich zu verabschieden.

Ihr Sohn hatte keine Zeit, die Schänken abzusuchen.

Warum muss er jetzt nach Wien zu diesem Haydn?

Um zu enden, wie der Mozart?

Haben Sie je begriffen, was für ein Talent in Ihrem Sohn steckt?

Wenn das ein Mensch begriffen hat, Herr Neefe ...

dann bin ich das.

*Die Melodie von "Freude, schöner Götterfunken" erklingt.*

("Verehrungswürdige Eleonore, meine teuerste Freundin!

Erst nachdem ich ein Jahr

bei Meister Haydn gelernt habe,

erhalten Sie meinen Brief.

Oh, was gäbe ich dafür, wäre ich imstande,

meine damalige, mich so entehrende Art zu handeln,

ganz aus meinem Leben zu tilgen.

Ihr guter und edler Charakter, meine liebe Freundin,

bürgt mir zwar dafür, dass Sie mir vergeben haben,

aber man sagt, die aufrichtigste Reue sei diese,

wo man sein Verbrechen selbst gesteht.")

*Musik: "Freude, schöner Götterfunken"*

Karl ...

Wir sind bald da, Onkel.

Die Dinge ändern sich nicht.

Es wird immer Fürsten und immer Knechte geben.

Man bleibt da, wo man geboren wird.

Ich wollte das nie wahrhaben.

*Musik: "Freude, schöner Götterfunken"*

Can't find what you're looking for?
Get subtitles in any language from opensubtitles.com, and translate them here.