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***
*Autos fahren entfernt vorbei.*
Personen und ihre Farben: Bejamin, Student und Wanjas Freund
Katharina, Studentin und Wanjas Schwester
Judith, Studentin und Katharinas Freundin
Ignacio, kubanischer Tanzlehrer
Wanja, Katharinas Bruder und Benjamins Freund
*Ein Flugzeug fliegt los.*
Hey, hilf uns mal.
Hey. - Hallo.
Nimm mal Judiths Tasche. - Nein, das geht schon.
Machen wir jetzt doch eine Gruppenreise?
Du, ich und Judith. Hatte ich was anderes gesagt?
Dein Vater hatte vor allem was anderes gesagt.
Pff, hast du jetzt Angst, weil Judith mitkommt, oder was?
Nein, mir ist das ziemlich egal, ehrlich gesagt.
Ich will nicht, dass Benjamin meinetwegen Probleme kriegt.
Er kriegt keine Probleme. Jetzt kommt.
*Flughafen-Durchsage im Hintergrund*
*Katharina lacht.*
Strand oder Berge?
Strand.
One-Night-Stand oder kein Sex in der Beziehung?
Kein Sex in der Beziehung? Gar keine Beziehung.
Ähm, Haare oder rasiert?
Wie, wo, was? - Männer.
Männer? Haare.
Okay.
Jetzt du.
Wenn ich eine Sache an mir verändern sollte, was wäre das?
Wieso willst du denn was verändern?
Weiß nicht, gibt doch sicher Sachen, die dich nerven, oder?
Die du scheiße findest.
Ja, das du immer so pünktlich bist.
Ja, weil man einfach schon weiß,
man kann nur verlieren, wenn man sich mit dir verabredet.
Weil du immer perfekt auf den Punkt genau da bist.
Aber nur, weil meine Mutter immer zu spät war, immer.
Aber das ist richtig nervig.
Du machst, ohne dass du es weißt, jemandem ein schlechtes Gewissen.
Okay.
*dynamische lateinamerikanische Musik*
*dynamische lateinamerikanische Musik*
*dynamische lateinamerikanische Musik*
Hola.
Hola.
Ich geh schon mal vor, ja? Gib ordentlich Trinkgeld.
*Benjamin spricht Spanisch mit dem Taxifahrer.*
*Katharina spricht am Empfang Spanisch.*
Die haben noch freie Zimmer. Wir können wählen.
Einzelzimmer, oder?
Für mich muss es nicht sein.
Wenn wir hier ein bisschen die Kultur genießen wollen?
Mir kommt das etwas teuer vor. - Mir auch.
Benny, meinem Vater ist das völlig egal.
Der schaut sich die Rechnung gar nicht an.
Ich brauche trotzdem nicht so ein Hotel.
Um das nochmal zu sagen, ich bin hier,
um Wanja einen Bitte deines Vaters mitzuteilen.
Und nicht, um auf seine Kosten Luxusurlaub zu machen.
Komm, sag der Frau, drei Einzelzimmer.
*Autos fahren draußen vorbei, eins hupt.*
*Autos fahren unten vorbei und hupen vereinzelt.*
*ruhige Vokalmusik*
*ruhige Vokalmusik*
Kannst du mir vielleicht meinen Rücken eincremen?
Ja, natürlich.
Was ist für dich ein guter Orgasmus?
Ähm.
Naja, dass man nicht sofort kommt, aber auch nicht gar nicht.
Ich finde, man muss es so richtig gut lange rauszögern.
Dass man immer kurz davor ist.
Manche haben das wirklich perfektioniert.
Dass sie so merken:
Jetzt geht der Atem schneller, immer tiefer und tiefer.
Und dann ziehen sie ihn noch mal kurz raus.
Oder machen noch mal kurz was anderes.
Dann raste ich fast raus und denke: Jetzt mach doch, jetzt mach doch!
*Autos fahren draußen vorbei.*
*Es plätschert.*
Hier lang.
Um es noch ein letztes Mal zu sagen, ich bin hier, um Wanja zu suchen.
Weißt du, es geht deinem Vater einfach nicht besonders gut.
Weil er operiert wird, oder was? Er wird ständig operiert.
Kaffee?
Nein, danke. - Ja, voll gern.
Von Wanja Menninghaus.
"Die Seekuh vom Aussterben bedroht und unter Naturschutz stehend ..."
Ah: Centro de Investigaciones Marinas.
Tutorin: Eleonore Alvarez.
Ja, suchen wir sie, oder?
Ja.
Steht da eine Adresse?
Ja, klar, geht ihr doch. Ich bin noch verabredet.
Okay.
Also.
Keine Ahnung, wenn ich mal ganz ehrlich bin ...
Es gibt schon ...
Es gibt schon so einen leisen Funken ...
... Sorge in mir.
Jetzt wegen Wanja.
Also.
Jetzt gar nicht, weil ich denke, ihm ist etwas passiert, sondern ...
... eigentlich ist es viel mehr meine Angst, ...
... dass er keinen Bock mehr auf uns hat.
Also.
Klar, dass er auf Papa irgendwie keinen Bock hat.
Ja, das verstehe ich.
Aber ich bin schon ein bisschen enttäuscht davon,
dass er sich nicht mal bei mir meldet.
*Katharina spricht Spanisch mit ihrer Verabredung.*
Ja, bis später.
(alle) Ciao.
*Katharina spricht Englisch mit dem Mann.*
Jetzt stehen wir ziemlich bescheuert da, nicht?
Kannst gern hinterhergehen.
Nein.
Ich hatte nicht gedacht, dass sie das ernst meint.
Das Geld für Männer auszugeben? - Ja.
Könntest du dir das vorstellen? - Für mich?
Nein, ich brauche schon das große ...
Nein, ich brauche nicht jedes Mal das große Drama.
Aber die Möglichkeit, dass es kommen könnte.
Das fehlt ja, wenn man bezahlt.
Da gibt's ja kein Risiko, dass man sich Gedanken machen muss,
ob der andre anruft oder man selbst, oder was eigentlich ist.
Dieses Risiko schaltet man ja aus.
Aber ich wüsste nicht, warum ich es ausschalten sollte.
Und dann auch noch dafür bezahlen.
*Ein Mann ruft oben auf Spanisch.*
*Jemand spricht auf Spanisch.*
*Es wird weiter gesprochen.*
*Benjamin klopft an.*
*Sie unterhalten sich auf Spanisch.*
Hm.
*Benjamin kichert.*
*Autos hupen.*
Tippst du das jetzt ein? - Ja.
Du bist schon so ein Typ,
der am Abend genau weiß, wieviel Geld er ausgegeben hat.
Egal, wie betrunken du bist.
Aber dass ich mich betrinke, das traust du mir schon zu?
Ja, klar, du betrinkst dich.
Aber du behältst die Kontrolle.
Also, du fängst nicht an, Quatsch zu reden oder so.
Und wenn du damit anfängst, dann hältst du den Mund.
Jemand wie ich redet dann weiter, auch, wenn ich nicht betrunken bin.
Bitte schön.
Kreditkarte, Geheimnummer.
Kannst du mir morgen zurückgeben.
Okay.
*Judith lacht.*
Das siehst du doch selbst, dass das nicht zu dir passt.
*Stimmengewirr auf Spanisch*
*Judith fragt auf Englisch.*
Okay.
*Stimmengewirr*
Okay.
Ah, fuck.
Magst du auch mal?
*aufgeregtes und fröhliches Rufen*
*Der Mann spricht Spanisch mit Katharina.*
Hast du mich verstanden?
Alles schmeckt supergut.
*auf Englisch*
*Katharina reagiert auf Englisch.*
*Er antwortet auf Spanisch.*
*Katharina spricht Englisch.*
*Der Mann lacht.*
*Er antwortet auf Spanisch.*
*Sie spricht Englisch.*
Sorry.
Fifty.
*Er stöhnt verhalten.*
*Sie sprechen Englisch.*
*Der Mann lacht.*
Ei-jei-jei.
Okay.
*Der Einheimische und Judith sprechen Spanisch miteinander.*
*pulsierend-rhythmische Musik*
*Benjamin und die Einheimischen sprechen Spanisch miteinander.*
Ciao.
Einfach nur da. - Gerade?
Ja, und dann kommt es irgendwie.
Okay.
*Ein Kind ruft.*
*Eine Frau ruft etwas auf Spanisch.*
*Ein Hund kläfft.*
*Judith klingelt.*
Der Hund kläfft und die Frau ruft im Hintergrund.*
*Sie unterhalten sich auf Spanisch.*
(Frau im Hintergrund) Eleonor?
Eleonor?
Trinitad?
*Eleonor summt.*
Aha.
Gracias.
*Benjamin fragt.*
*Elenor antwortet.*
*Elenor fragt.*
*Sie antwortet auf Spanisch.*
*Elenor fragt.*
*stockend*
Ähm.
*Sie wechselt ins Englische.*
*Elenor reagiert auf Spanisch.*
*Judith antwortet auf Spanisch.*
Ich hoffe, wir werden nicht überfallen.
Sonst sind wir deine Beute gleich wieder los.
Ich konnte es nicht mehr ablehnen. Es war unmöglich.
Ich frage mich nur,
warum du die vierte Tasse nicht auch noch eingesackt hast.
Hä, welche vierte? Hatten sie nur vier von der Sorte?
Soll das ein Witz sein? Hast du dich mal umgeschaut?
Nein.
Dir ist überhaupt nicht klar, was sie dir da gerade gegeben hat.
Sie hatten nur vier Tassen. - Hey, das stimmt nicht, oder?
Okay, aber dann gehe ich jetzt zurück.
Und dann, was sagst du ihr? - Ich stelle ihr die vor die Tür.
Das wäre die größte Beleidigung.
Sie kommen schon zurecht.
Ich hätte dir den Quatsch echt fast geglaubt.
Ich gebe zu, sie hatten noch so ein mehrfach geklebtes Gefäß.
Hey, warte.
*pulsierend-rhythmische Musik*
Ach, was für ein Fiasko.
Was ist denn das? Darf ich einen Schluck?
Hm, ich wusste gar nicht, dass du so etwas magst.
Wir waren heute bei der Professorin.
Sie hat uns eine Adresse in Trinidad gegeben, wo wir Wanja finden können.
Und sie hat uns eingeladen zu einem geschmolzenen Eis-Drink.
Das Zeug, was sie in diesen Plastik-Dingern schmelzen?
Mein Abend war auch eine Katastrophe.
Dieser Typ war vielleicht sensibel.
Ich dachte, das sind Profis? - Das dachte ich allerdings auch.
Das habe ich ihm auch gesagt, aber da fing es erst richtig an.
War es zu viel Druck für ihn?
Soweit sind wir gar nicht gekommen,
dass er irgendwie Leistung zeigen musste.
Ich wäre ja gleich hoch mit ihm aufs Zimmer.
Aber dann fängt er da mit seine Komplimenten an.
Er hat sonst nur diese frustrierten abgehalfterten 45-Jährigen,
die sich halb tot freuen, wenn er mit seinem Schwachsinn ankommt.
Deswegen muss ich mir das nicht auch noch anhören, oder?
Ich habe ihm auch gesagt, dass er sich das sparen kann.
Ich will nur seinen schönen Körper und sonst nichts.
Das hast du ihm gesagt?
Ja, natürlich habe ich das gesagt. Da war er gleich beleidigt.
Und das wundert dich?
Was?
Wenn eine reiche Europäerin vorbeikommt und ihm sagt,
er soll den Mund halten und die Hose ausziehen.
Er hat mich angesprochen. Es war seine Idee.
Damit du ihm das Essen zahlst, das er sich so nicht leisten kann.
Benny, sein Problem ist nicht, dass er arm ist.
Sein Problem ist, das er seine Rolle nicht spielen darf.
Das ist sein fucking Problem. - Ach ja.
Siehst du?
Was?
Du läufst auch nicht mehr gerade.
Aber du achtest die ganze Zeit darauf, was du sagst.
Ja, bei dir muss man vorsichtig sein.
Warum?
Weil du immer nur so tust, als wenn du nicht aufpasst.
Aber in Wirklichkeit merkst du dir jedes Wort.
Und am nächsten Tag, wenn alle ihre Kopfschmerz-Tabletten frühstücken,
sagst du ihnen, was für einen Scheiß sie gestern Nacht geredet haben.
Als sie betrunken waren.
Echt, so gemein bin ich? - Ja.
Wo ist dein Zimmer? - Da.
Okay, und meins ist da.
Also, dann gute Nacht.
Gute Nacht. - Gute Nacht.
Es war ein schöner Abend.
Ja.
Okay, schlaf gut.
Du auch.
*Judith atmet tief aus.*
*melancholische Gitarrenklänge*
*Sie klopft testend ans Bettgestell.*
*Er atmet tief und stöhnt.*
*Er stöhnt.*
*Er stöhnt laut.*
So, der zweite Tag hier, und immer noch keinen Sex.
Läuft ja gut.
Wo sind denn jetzt ...
Du wolltest doch in ein richtiges Auto.
Die richtigen Autos sind hier, die Busse da drüben.
Mach einfach, ich hab die Schnauze voll.
Sag mal, 25 pro Person.
100? - Scheiße.
Ja? - Wir machen das jetzt einfach, ja.
*nervöse sphärische Musik*
*vokale Chormusik*
*vokale Chormusik*
*vokale Chormusik*
*Benjamin bestellt auf Spanisch.*
*Verkäuferin fragt auf Spanisch, Judith reagiert auf Spanisch.*
Hast du genug?
*vokale Chormusik*
Wusstest du, dass man Seekühe früher für Meerjungfrauen hielt?
Wanja schreibt:
"Der Mythos sagt, dass eine Jungfrau am Rand eines Flusses badete.
Ein Fremder kam und stahl ihre Kleidung.
Sie tauchte unter und benutzte ein Palmblatt, um sich zu bedecken.
Und wurde so zu einer Seekuh."
Ich glaube, wir sind bald da.
Trinidad.
*vokale Chormusik*
*vokale Chormusik*
Kannst du mal bitte mit anfassen?
Na klar, mache ich. - Ich kann nicht mehr.
*vokale Chormusik*
Bis gleich. - Bis gleich.
Ich will niemals so eine Beziehung führen ...
... wie ...
... wie meine Mutter.
Und dann, im Endeffekt, wenn ich jetzt darüber nachdenke,
habe ich nur Beziehungen geführt wie meine Mutter.
Immer sich abhängig machen von Männern.
Bevormunden lassen.
Nicht ...
... dazu stehen, was man selber braucht und selber möchte.
Wenn ich darüber nachdenke, was meine schlimmste Beziehung war ...
*Die Brandung rauscht.*
*Sie seufzt wohlig.*
*Es klopft.*
Katharina.
*Es klopft lauter, sie stöhnt genervt.*
*Es klopft nochmals an der Tür.*
Katharina.
*Sie stöhnt ungehalten.*
Ja, was ist denn?
Wir warten.
Sie stößt Luft aus.*
*Ein Hund bellt.*
*Drinnen klingelt ein Telefon.*
*Das Telefon klingelt, der Hund bellt.*
*Das Telefon klingelt.*
*auf Spanisch*
*Der Hund bellt.*
*Benjamin spricht spanisch mit einer Anwohnerin.*
Der ist nicht hier.
Wanja?
*auf Spanisch*
*auf Spanisch*
*Englisch-Spanisch-Gemisch*
*auf Spanisch*
*fernes Meeresrauschen*
*fernes Meeresrauschen*
*Zwei Klanghölzer schlagen rhythmisch aufeinander.*
*Eine Frau spricht Englisch mit starkem spanischem Akzent.*
*Salsa-Musik aus dem Handy-Lautsprecher*
*Salsa-Musik*
*Salsa-Musik*
*live gespielte Salsa-Musik*
*energiegeladene Salsa-Musik*
*energiegeladene Salsa-Musik*
*auf Spanisch*
*Er fragt auf Englisch, sie antwortet spanisch.*
*Sie unterhalten sich auf Spanisch weiter.*
*Sie reagiert auf Englisch.*
*Sie reden englisch miteinander.*
*energiegeladene Salsa-Musik*
*Katharina erklärt auf Englisch.*
Was fuchtelt die da eigentlich so rum?
Die reiche Europäerin diktiert dem kubanischen Mann Bedingungen.
*auf Englisch*
(Ignacio) No, no.
Ich meine, er ist eigentlich nur da, um Frauen aufzureißen.
Hey, vielleicht ist er ja ganz nett.
*energiegeladene Salsa-Musik*
Judith!
Nur eine Runde.
Nein, nein, nein.
*energiegeladene Salsa-Musik*
*Musik wechselt zu temperamentvollem Vokalstück.*
*Musikstück endet.*
*Applaus und Jubel erklingen.*
*Sängerin spricht zum Publikum.*
Wollen wir nach Hause?
44, wunderbar.
*Ignacio flüstert auf Englisch.*
*Ein Hund bellt, ein Hahn kräht.*
*Der Hund bellt.*
*Spatzen tschilpen draußen.*
*Ein Papagei ruft.*
*Es klopft.*
*Es klopft dreimal.*
Katharina.
*Es klopft mehrfach lauter.*
*Eine Faust schlägt an die Tür.*
Ja, was denn?
*Ein Mann im Raum spricht spanisch.*
Ach, Benny.
Komm, entspann dich mal.
Mein Vater ist ein Arschloch.
Ich rege mich nicht auf. Mir hat der Abend auch Spaß gemacht.
Ich finde nur, wir sollten nicht jede Nacht Partys feiern.
Jedenfalls nicht vom Geld deines Vaters.
Weißt du, wie oft ich meinem Vater schon hinterherreisen musste?
Der will nur seine Macht demonstrieren.
Dem macht es Spaß, sinnlos Leute durch die Welt zu schicken.
Ich will dich nicht beunruhigen.
Aber ich glaube nicht, dass es ihm diesmal darum geht.
Das würde mich überhaupt nicht beunruhigen.
Was denkst du denn? Dass er Krebs im Endstadion hat?
Nein, das hoffentlich nicht.
Ich verspreche dir, dem geht es hervorragend.
Hallo.
Also, wirklich.
Ausgerechnet du weißt doch genau, was das für ein Mensch ist.
Wieso denn gerade ich?
Entschuldige, aber du hättest ihn mal sehen sollen bei uns am Tisch.
Stocksteif, wirklich, so hast du dagesessen.
Du hast dich nicht mal getraut, dir ein Brot zu schmieren.
Aus Angst, irgendetwas falsch zu machen.
Und bloß nicht meinen Vater angucken.
Da hätte man dich mal filmen sollen. Was hast du denn da gedacht?
Das würde ich wirklich gern wissen.
*Spielende Kinder rufen einander etwas zu.*
*melancholische Gitarrenklänge*
Ging es noch lange gestern bei dir?
Ja. - Ja?
Ja, schon lange.
Weißt du, was das ist?
Keine Ahnung. Auf jeden Fall kaufen.
Meinst du?
Ja, und zu Hause verschenken. Sowas gibt es ja nur auf Kuba.
Ja, stimmt.
Und kann er Englisch?
Nö, fast gar nicht.
Klingt ja nach einem netten Abend.
Ja, war es auch.
Teuer?
Nein, okay? Ich hatte einen Abend lang Spaß.
Es hat nichts zu bedeuten und hat auch nichts gekostet.
Es geht dich auch überhaupt nichts an.
*Stimmengewirr, Straßenlärm*
*Das Meer rauscht.*
Nein. - Was ist?
Ich habe vorhin schon gedacht, die haben sich so nah an mich gedrängt.
Ist dir was geklaut worden? - Ja, das darf nicht wahr sein.
Geld? - Ja, auch.
Aber wegen Geld brauchst du dir keine Sorgen zu machen.
Das kann ich wieder ausgleichen. Noch was, Papiere?
Nein, nur Geld und der Beutel. Diese Arschlöcher, die Tassen.
Was für Tassen? - Ach, die Tassen.
*Er lacht.*
Was ist jetzt daran lustig?
Naja, wir räumen einer Professorin die Küche leer.
Und dann lassen wir uns beklauen. Das hat doch was Absurdes.
Nein, das ist einfach Scheiße.
Ich weiß, du findest es lächerlich. Mir hat das echt was bedeutet.
Ich finde das nicht lächerlich.
Doch, du machst dich lustig über Eleonore und über das Geschenk.
Boah, hast du eigentlich gemerkt, dass die dich mochte?
Doch, die mochte uns beide. Ich fand das auch rührend.
Ich fand es schön, dass die uns das geschenkt hat.
Ja, ich habe das nicht zugegeben, weil du dich darüber lustig machst.
Ich fand das nicht lächerlich. Das hast du falsch verstanden.
Ich habe die Tassen mitgenommen,
weil ich hier mit dir daraus trinken wollte.
Ich habe extra Sachen eingekauft.
(abweisend) Tut mir leid.
Ich bin so schlicht gestrickt.
*Flaschen klirren.*
Hola. - Hey.
Hola. - Hola.
Ich war nochmal bei der Forschungsstation.
Wanja ist da nicht.
Wenn er heute nicht da ist, meint Ignacio, kommt er nicht mehr.
Er sagt, soweit ich ihn verstehe, dass Wanja wohl weitergefahren ist.
Irgendwohin, wo es mehr Seekühe gibt.
Nördlich von Santa Clara, La Boca, Sinaga?
Ciénaga. - Sienaga, si.
*auf Spanisch*
Was sagt er?
Das Kubaner unzuverlässiger sind als Deutsche.
Er hat die Geschichte erzählt von der roten Ampel und den Deutschen.
Welche Geschichte? - Die hört man jedes Mal im Ausland.
Ein Deutscher bleibt immer vor einer roten Ampel stehen,
auch wenn sie kaputt ist.
Aber das trifft es.
Das ist das älteste und dümmste deutsche Klischee, dass ich kenne.
Ja, aber du bist genauso.
*auf Englisch*
Ja.
*Die drei lachen über Benjamin.*
*Ignacio auf Englisch*
Wir wollen zu Freunden von Ignacio, wollt ihr mitkommen?
Ich bleibe hier. Vielleicht kommt Wanja ja noch.
Du?
Ich bleibe auch da.
Okay, na gut. Wir sehen uns später beim Tanzen.
Ja.
See you.
*Ignacio auf Englisch*
See you.
*spannungsgeladene Musik*
*Benjamin spricht spanisch mit den Fischern.*
*spannungsgeladene Musik*
*Einheimische schreien etwas.*
Vielleicht hat Ignacio doch recht. - Womit?
Na, warum sollte Wanja herkommen, wenn es hier keine Seekühe gibt?
Ich habe die Verantwortung, Wanja zu suchen.
Und ich entscheide, was wir machen, ja?
Ist ja okay, du muss nicht gleich sauer werden.
Was Ignacio dazu meint, ist mir ziemlich egal.
Ist okay, ich sage nichts mehr.
*Gespräche und Rufe von Einheimischen*
Judith!
*Porzellan klirrt.*
Nein.
*Judith lacht irritiert.*
*Tanzlehrerin auf Englisch*
Let's go.
*rhythmische Tanzmusik*
One more, come.
(Ignacio) Hm-hm.
Muy bien.
Okay.
*spanischer Sprechgesang zu rhythmisch hämmernder Musik*
*"Süß, süß" wird immer wiederholt.*
Mehr. Davon hatte sie wahnsinnig viel.
*Judith kichert tonlos.*
*Judith schlürft langanhaltend.*
Hm.
Boah.
*Judith kichert.*
Oh, sehr schön. Mach nochmal so.
Nein, andere Seite. Noch ein bisschen höher.
Nein, auf der anderen Seite höher. Weiter, weiter, ja.
*Sie lacht laut.*
Also gut.
*Judith lacht verhalten.*
Jetzt erzähle ich es dir doch.
Ich wollte es dir erst nicht erzählen.
Weil du dich dann wieder über mich lustig machst.
*Er atmet schwer aus.*
Du hältst mich ja sowieso für so einen Gutmenschen.
Ich war noch mal bei ihr.
Bei wem? - Bei Eleonore.
Ich habe sie nicht angetroffen, aber ihr etwas vor die Tür gestellt.
Nein, das stimmt nicht, oder?
Doch.
Ich habe ihr neues Geschirr gekauft, ziemlich teuer.
Aber ich konnte nicht anders.
Schwöre, dass du das gemacht hast.
Ja.
Du bist echt ein komischer Typ.
*Tür klappt zu.*
*Wellen rauschen.*
*verstörende Gitarrenklänge*
*Gitarren-Klänge enden abrupt.*
*Kinderstimmen erschallen.*
*Erwachsenenstimmen ertönen.*
*auf Spanisch*
Benny? Bin ich bekloppt, oder was?
*Sie lachen erfreut.*
Was machst du denn hier?
Hey, Victor.
*auf Spanisch*
Benjamin.
(Wanja) Maria, Leo. (Maria) Hola.
(Wanja) Leah.
*Alle lachen.*
Morgen. - Morgen.
Wo warst du? - Gestern?
Der arme Ignacio.
Hat er uns vermisst? - Und wie.
Er war fix und fertig. Er hatte kein Spaß.
Mir war nicht so nach Tanzen. Der ist übrigens besetzt.
Der auch.
Ist der ganze Tisch besetzt, oder was?
Ehrlich gesagt, ja.
*Katharina quietscht und lacht erfreut.*
*Sie juchzt.*
Was machst du hier? - Na, was machst du hier?
*auf Spanisch*
(Victor und Wanja) Yeah!
*Wanja lacht fröhlich.*
*Leo sagt etwas auf Spanisch.*
*Victor auf Spanisch.*
Können wir uns kurz setzen? Ich will mal mit dir reden.
Hast du meinen Vater erreicht?
Nein, noch nicht. Da geht keiner ran.
Aber ich probiere es später nochmal.
Ich habe es mir überlegt. Ich mache es selbst.
Okay, das ...
Das finde ich gut.
Ich will ihm meine Entscheidung selbst mitteilen.
Das will ich nicht auf dich abladen. - Aha.
Na ja, ein bisschen muss ich dich leider mit reinziehen.
Aber ich habe es mir gut überlegt.
Wieviel Geld ist auf dem Konto, auf das du Zugriff hast?
Keine Ahnung, habe ich noch nicht ... Aber bestimmt so 30.000 bis 40.000.
Ich brauche das Geld für Victor und seine Familie.
Die haben mich hier aufgenommen. Sie sind meine zweite Familie.
Ich kann nicht die ganze Zeit
über die Scheiß-Ungerechtigkeit von Wohlstand und Armut lamentieren,
und wenn ich die Möglichkeit habe, ein wenig zu ändern, dann ...
Ich muss das einfach machen, verstehst du?
Hm.
Hier eine Seekuh-Rettungsstation, das wär's.
Vor einigen Jahren wurden hier noch regelmäßig Seekühe gesichtet.
Aber jetzt?
Ich gehe noch mal was essen. Wollt ihr was?
Nein, danke.
Ich soll dir von Ignacio ausrichten, dass du recht hattest.
Hä? Danke.
Er sagt, dass die Deutschen zwar an roten Ampeln stehenbleiben,
aber dafür auch weniger Unfälle bauen.
Er will nicht mehr tanzen,
weil sie ihn gestern mit seinem Kurs versetzt hat.
Das hat er wirklich gesagt? - Kein Witz.
Ich war ja dabei. - Super Typ.
Er hat gesagt, dass er ab jetzt nur noch mit Judith tanzen will.
Bis später.
*Ignacios Gitarren-Melodie klingt herüber.*
*Ein Mann lacht.*
*Judith kichert tonlos.*
*Beide lachen verhalten.*
*Sie lachen flirtend.*
*auf Englisch*
(Ignacio) Hm-hm.
*Ignacio reagiert auf Englisch.*
(Ignacio) Hm.
*Sie atmet schwer aus.*
*auf Spanisch*
*Julia reagiert auf Spanisch.*
Ciao. -Ciao.
*Der Mann telefoniert auf Spanisch.*
*auf Spanisch*
*Er reagiert englisch. Sie antwortet englisch.*
*Carlo wechselt ins Spanische.*
*Er wechselt zurück in Englische.*
Scheiße.
Scheiße.
*Sie stößt Luft aus.*
*Ein Mann fragt auf Englisch.*
Germany? Ich heiße Roberto.
Oh, ich heiße Katharina.
Wiedersehen. - Wiedersehen.
*In der Nähe erklingt lateinamerikanische Musik.*
Es ist lustig, denn hier in Kuba
sieht man oft einfach ein Pferd zusammen mit einem weißen Vogel.
Als ob sie die besten Freunde wären.
*Wind bläst ins Mikrofon.*
*Kuhreiher krächzt.*
Immer zu zweit unterwegs.
*Kuhreiher krächzt.*
Es ist, als ob sie in Symbiose leben würden.
*Schwalbe ruft.*
So stelle ich mir auch eine gute Beziehung vor.
Dass man einander gibt, was der andere nicht hat.
Es gibt einem ein besseres Gefühl, wenn man Dinge teilen kann.
Mit jemandem, den man auch liebt, dem man vertraut.
Der einem vertraut.
Wie gut man die Welt sehen kann zu zweit.
Wie gut man die Welt sehen könnte zu zweit.
*Das Meer rauscht.*
*Ignacio grummelt.*
*Er kichert.*
*auf Spanisch*
*Sie lacht hilflos.*
*Vögel zwitschern.*
*Das Meer rauscht.*
*Sie ächzen und lachen.*
*Wellen plätschern.*
*auf Spanisch*
*Sie lacht tonlos.*
*Das Meer rauscht.*
*Sie keucht erregt.*
*Judith stöhnt und atmet schneller.*
*Sie keucht sehr erregt.*
*Ignacio keucht erregt.*
*Ignacio lacht.*
Sag mal, müssen wir dahin fahren?
Der Strand ist da auch schöner.
Es ist zwar teurer, aber darauf werde ich keine Rücksicht nehmen.
Musst du auch nicht.
(Ignacio) Buenas tardes.
Ah. - Hola.
Entschuldigung, wir haben uns ein bisschen in der Zeit vertan.
Kein Problem, wir haben nur schon angefangen.
Ich habe gerade mit Katharina und Benjamin besprochen,
dass wir morgen nach La Boca fahren.
Da wurden Seekühe gesichtet. Eine Seekuh ist da wohl gestrandet.
Victor und seine Familie wohnen da ganz in der Nähe.
Und auf dem Weg machen wir ein paar Einkäufe.
Hast du deinen Vater erreicht? - Noch nicht.
Ich finde, das sollte passieren, bevor ihr das ganze Konto leerräumt.
Ich habe das Geld schon abgehoben.
Dann sollte es halt passieren, bevor du das Geld verschenkst.
Oder wie auch immer.
Benny, ich werde mit meinem Vater reden.
Aber an meinem Entschluss ändert das gar nichts.
Das habe ich verstanden.
Ich bin einfach der Meinung,
dass das Geld hier sinnvollere Dinge bewirken kann als in Deutschland.
Für meinen Vater wäre das einfach nur Geld,
mit dem er Geschäftspartner in den Puff einlädt.
Dann ruf ihn doch einfach an und sag ihm das selber, hm?
Siehst du diese feisten Typen da?
Das ist es,
wozu deutsche Geschäftsleute Geld brauchen.
Hm?
*auf Spanisch*
*auf Spanisch*
*Ignacio lacht.*
*auf Spanisch*
Kommt Ignacio auch mit?
Sieht so aus.
*spanischer Sprechgesang zu lateinamerikanischer Musik*
*spanischer Sprechgesang zu lateinamerikanischer Musik*
*spanischer Sprechgesang zu lateinamerikanischer Musik*
*Musik bricht ab.*
*Wanja macht Autogeräusche.*
*auf Spanisch*
*Wanja macht Autogeräusche.*
*Vögel zwitschern.*
Kann ich kurz mit euch sprechen? - Ja, sicher.
Wegen Ignacio, ich weiß, dass ihr das nicht bewusst macht.
Aber es ist schwierig für ihn, dass er immer so außen vor bleibt.
Außen vor?
Ich habe nicht das Gefühl, dass wir ihn ausgrenzen.
Nein, nicht ausgrenzen, also ...
Wenn man frisch verliebt ist, ist ja klar, dass man sich separiert.
Aber das geht von euch aus.
Ja, ich meine auch nicht ... Also, das stimmt.
Was meinst du denn?
Schau mal, du bist mit Victor und seiner Familie unterwegs.
Und ich verstehe das.
Ich finde das wirklich unglaublich, was du für die machst.
Aber für Ignacio ist das einfach eine andere Sicht.
Weil er halt selbst aus einer krass armen Familie kommt.
Nochmal ärmer als deine Leute. Seine Mutter ist alleinerziehend.
Er ist finanziell verantwortlich
für seinen kleinen Bruder und für seine Mutter.
Und er will Geld. - Was?
Du willst Geld für Ignacio. Darum geht es doch.
Er will auch etwas abhaben. - Quatsch, was soll das?
Ich finde es nur schwer zuzusehen, weil ich weiß,
aus was für Verhältnissen er kommt.
Und wie es ihm geht, wenn er den andern beim Großeinkauf zusieht.
Das ist hart. Ich spüre das.
Er wird es nicht zugeben. Aber ich wollte das mal sagen.
Das nennt sich Sex-Tourismus.
Pass ein bisschen auf, was du sagst. - Ich weiß genau, was ich sage.
Warum kommst du denn zu Wanja? Warum kommt Ignacio nicht selber?
Weil er kein Deutsch kann, z.B. - Wanja versteht glänzend Spanisch.
Aber kannst du dir nicht vorstellen, wie es ist,
wenn man aus solchen Verhältnissen kommt?
Es ist einfach schwierig, darüber zu sprechen.
Er fickt mit dir. Dafür treibst du Geld für ihn auf.
Und das ist Sex-Tourismus.
Ist dir nur ansatzweise klar, was du über Ignacio sagst?
Du bist kein Stück besser als die Typen gestern im Restaurant.
Wirklich kein Stück.
Warte mal, Benjamin. Das geht jetzt etwas weit.
Ignacio will kein Parfüm oder so einen Scheiß.
Weißt du, worum es hier geht?
Hier geht es um Ignacios Mutter, die nicht mal 'ne Waschmaschine hat.
Die alles mit der Hand wäscht.
Du hast auch Geschirr gekauft. - Von meinem eigenen Geld.
Und ich habe nicht mit der Frau gevögelt.
Was willst du eigentlich? Soll ich mit dir schlafen?
Also Leute, jetzt ist es mal gut.
Natürlich kann sich Ignacio etwas für seine Familie kaufen.
Das ist kein Problem. Es sind ja keine goldenen Uhren.
Das ist doch klar.
*Ein Hund bellt.*
*auf Englisch*
(Ignacio) Hm?
*auf Spanisch*
*Im Hintergrund unterhalten sich Einheimische.*
*Der Hund kläfft.*
Ah, hallo, Frau Menninghaus.
Ja, jaja, hier spricht Benjamin.
Ja, ich rufe aus Kuba an.
Ist Ihr Mann zu sprechen?
Wanja?
*Ignacio und Judith reden und lachen.*
Hey!
Ist das die neue Waschmaschine für seine Mutter, oder was?
*auf Spanisch*
Ich soll ihm nicht sagen, was er kauft.
Von seinem Geld?
Er ist Tanzlehrer. Das hat er selber bezahlt.
Warum kauft er dann keine Waschmaschine?
(Wanja) Hey, hey, hey.
Was macht ihr für Scheiße?
Schau, was wir uns für Geschenke leisten können.
Er hat die selbst bezahlt, Mann. Er hat das Geld nicht genommen.
Wanja, dein Vater stirbt.
Es tut mir leid, ich wollte es dir anders sagen.
Ich habe gerade mit deiner Mutter gesprochen.
Die Operation von deinem Vater wurde verlegt.
Ähm ... er hat Krebs.
Es tut mir leid.
*Es klopft.*
*Es klopft erneut.*
*Tür öffnet quietschend und knarrend.*
Kann ich reinkommen?
Hm-hm.
*Tür schließt pfeifend.*
Ich habe einen Flug gebucht.
Für Freitag für uns alle.
Okay.
Ich habe wirklich nicht gedacht, dass es ihm so schlecht geht.
Ich habe mir einfach nicht vorstellen können, dass ...
... mein Vater ... Ich meine, er ist 60.
*Sie schnieft.*
*Sie schluchzt tonlos.*
*Sie atmet tief.*
Ich habe es an dir gemerkt.
Was?
Was mein Vater für ein Mensch ist.
In deinem Gesichtsausdruck, wenn du bei uns zu Besuch warst.
Die tiefe ...
... Beklemmung, die mein Vater auslöst.
*Sie holt Luft.*
Ja.
Das war schon beklemmend.
Es lag auch ein wenig an deinem Vater.
Aber vor allem lag es an dir.
An mir?
Na ja, ich war 13.
Und da war diese große Schwester, die einen nur angestarrt hat.
Natürlich ist das beklemmend.
Moment mal, ich hab dich angestarrt, weil du so verkrampft warst.
Das hat mich fasziniert.
Ich war so verkrampft, weil du mich angestarrt hast.
Ich war total nett zu dir.
Ich habe dir sogar einmal angeboten, dich zu massieren.
Das weiß ich noch genau. - Ja, das weiß ich auch noch genau.
Dann bin ich geflüchtet.
Warum?
Weil ...
... das eine sehr merkwürdige Massage war.
*Sie holt Luft.*
Unterstellst du mir gerade, dass es mir Spaß gemacht hat,
die Freunde meines kleinen Bruders zu ärgern, oder was?
Ja.
Gar nicht schlecht ausgedrückt.
*Katharina schnaubt.*
Sie stößt Luft aus.*
Ich finde, du ...
Aber vielleicht ist das auch nicht der richtige Zeitpunkt, es zu sagen.
Hm.
Sag es ruhig.
Ich finde, du bist deinem Vater sehr ähnlich.
*Sie schluchzt.*
Ich weiß nicht warum, aber es freut mich, dass du das sagst.
*Die Tür öffnet quietschend, knarrt und fällt zu.*
*Schlagzeug-Rhythmus mit verstörenden elektronischen Klängen*
Mein Vater hat dich überrumpelt. - Womit?
Du hattest sicher keine große Lust, mich hier zu suchen.
Er hat mich ein wenig überrumpelt. Aber das ist in Ordnung.
Das ist nicht in Ordnung. Er ist ein Arschloch.
Nein, das ist okay, wirklich. - Nein, es ist nicht okay.
Ich weiß, er stirbt. Und ich kann es noch nicht begreifen.
Aber trotzdem ist er total ignorant, unverschämt und selbstherrlich.
Dass er in seinem ganzen Leben noch nie auf die Idee gekommen ist,
sich in eine andere Person hineinzuversetzen.
Wo gehen wir eigentlich hin?
Zu diesem Typen, den Ignacio treffen muss.
Wen muss Ignacio treffen? - Von irgendeinem Amt, keine Ahnung.
Wegen der Hochzeit. Damit das noch klappt.
Was für eine Hochzeit?
Na, von Judith und Ignacio.
Nein.
*verstörende Gitarrenklänge*
*Schaukel quietscht im Rhythmus.*
*Klänge brechen ab.*
*Verstörende Gitarrenklänge setzen wieder ein.*
*Die Töne verklingen.*
*Schaukel quietscht im Rhythmus.*
*ein Mann auf Spanisch*
Hey, alles Gute. - Hey.
Das ist nett, dass du das sagst.
Ja? - Ja.
Findest du?
Ich weiß nicht, ob du es so meinst.
Hey. - Hey.
*Judith stöhnt und lacht.*
Glückwunsch.
Danke.
Ich weiß es auch nicht.
Ja, das kann ich ein bisschen verstehen.
Ich kann es mir nicht vorstellen. - Was?
Na, dass es gutgeht. Eher, dass es ...
Ihr kennt euch gerade ... Wie viele Tage kennt ihr euch?
Ey, es tut mir leid. Aber ich bin mir sicher.
Na ja, wie gesagt: Hey, alles Gute.
*Stimmengewirr im Hintergrund*
*Sie prosten einander lautstark zu, Wünsche werden geäußert.*
*Eine Frau singt zu rhythmischer Gitarrenmusik.*
*Im Publikum wird gejubelt.*
*Der Alkohol plätschert.*
*Hochzeitsgesellschaft singt gemeinsam den Refrain.*
*Maria lacht fröhlich.*
*Die Sängerin singt weiter, von der Gitarre begleitet.*
*Jemand klatscht rhythmisch.*
*Ein Mann spricht spanisch.*
*Jemand klatscht rhythmisch anfeuernd.*
*Die Sängerin intoniert mit kräftiger Stimme den Refrain.*
*Einige Gäste singen mit.*
*Die Musik wird leiser.*
*Die klare helle Stimme der Sängerin und die Gitarre klingen übern Hof.*
*Die Musik klingt dumpf und leise.*
*Katharina atmet tief.*
*Benjamin atmet tief.*
Benjamin atmet erregt.*
*Katharina keucht.*
*Sie stöhnt.*
*Sie keucht erregt.*
*Sie stöhnt rhythmisch.*
*Benjamin stöhnt auf.*
*Sie schreit auf.*
*Vögel singen draußen.*
*Katharina seufzt leise.*
*Das Wellen branden sanft ans Ufer.*
*Das Wasser plätschert.*
*Das Wasser blubbert gurgelnd.*
*elektronisch verzerrte Frauenstimme singt Einzeltöne mit Echo-Hall*
*Frauenstimmen singen sphärische Melodie*
*Die Töne mit dem Echo-Hall verklingen.*
*Benjamin lacht freudig überrascht.*
*Er lacht laut auf.*
*Er kichert.*
*Er lacht überwältigt.*
*Das Meer rauscht, Benjamin lacht immer wieder.*
*sanfte Akkordeon-Melodie mit rhythmischen Trommeln*
*Kraftvoller Frauen-Sprechgesang setzt ein.*
*Die Frauenstimme rappt.*
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